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Kunst und Wissenschaft.

Deutsche Demawend-Lxpedilion aus dem Iran heimgekehrt.

Die Teilnehmer der deutschenDemawend- Expedition des Filmingenieurs Lust (Ber­lin) sind wohlbehalten vom Iran in die Heimat zurückgekehrt. Neunzehn Wissenschaftler und Berg­steiger nahmen an der Expedition teil. Besonders war die von Ludwig Steinauer geführte Bergsteiger­gruppe erfolgreich. Mehrere Mitglieder haben den höchsten Berg des Iran, den 5670 Meter hohen De- mawend, einen erloschenen Bulkankegel, bewältigt. Sechs Gipfel, in einem Europäern teilweise völlig unbekannten Gebiet, die noch keine Namen führen, wurden erstmals erstiegen. Vor der deutschen Ko­lonie in Teheran hielt Steinauer einen viel beachteten Dortrag über die bergsteigerischen Lei­stungen der Expedition.

Dom Internationalen Kongreß für Lichtforschung.

Während seiner bisherigen Sitzungen hat der 3. Internationale Kongreß für Licht­forschung in Wiesbaden in über 50 Vorträgen eine Anzahl Fragen behandelt, die für die Volks­gesundheit aller Nationen von Bedeutung sind. Zu­nächst befaßte sich eine Reihe Vorträge mit den Erfahrungen, die mit den verschiedenen Arten künst­licher Lichtquellen und Lichtheilapparate gemacht worden sind. In einem öffentlichen Vortrag betonte Professor Dr. P. H a e r t l (Bad Kissingcn) die Notwendigkeit der ForderungGesundheit durch Sonne für jedermann und zu jeder Zeit"."Einen breiten Raum umfaßten die Vorträge und Aus­sprachen über Lichtmessung, Photobiologie und Photochemie, über die Lichtwirkung auf Nutztiere und über die Fragen von Licht und Vererbung. Als Forschungsobjekt hat die Lichtbiologie in den Niederlanden, wie aus einem weiteren Vortrag vernehmbar war, Glanzleistungen aufzuweisen.

Professor Dr. Hoede (Würzburg) wies darauf hin, daß die Wechselwirkung zwischen Erblichkeit und Umwelt insbesondere bei den Lichtkrankheiten deut­lich sei. Interessant auch für den Laien waren die Vorträge über die Beziehungen zwischen Licht und Auge, über" die Lichtkrankheiten und über Strahlenbehandlung der Tuberkulose. Professor Dr. Rollier - Leysin wies nach, daß der Erfolg der Heliotherapie unstreitbar von ihrer Technik und ihrer Dosierung abhängt. Die individuell ange­wandte, nach Möglichkeit in frischer Luft durch­geführte Heliotherapie werde nicht nur die Heilung der Krankheitsherde selbst, sondern auch die völlige Erneuerung des gesamten Organismus herbeiführen.

4. Internationaler Anatomiekongreß in TNailand.

In Mailand wurde der 4.Internationale Anatomiekongreß in Anwesenheit des Her­zogs von Bergamo feierlich eröffnet. An der Ta­gung nahmen zahlreiche Wissenschaftler aus Europa und Uebersee teil. Deutschland ist durch die Mitglieder der Deutschen Anatomischen Gesellschaft, die Professoren Stieoe, Huzella und von E g g e l i n g vertreten. U. a. haben auch das Car­negie-Institut in Washington, die Universitäten von Louisiana und New Orleans und japanische wissen­schaftliche Institute Vertreter entsandt. Der Präsi­den des Komitees, Fernando L i v i n i, wies in seiner Begrüßungsansprache nach einem Rückblick auf die Geschichte der Anatomie auf die großartigen Leistungen hin, die auf diesem Gebiete in der letz­ten Zeit vollbracht wurden. Anschließend richtete der Bürgermeister von Mailand herzliche Begrüßungs­worte an die Kongreßteilnehmer. Der Rektor der Mailänder Universität, Professor P e p e r e , be­handelte in einer Ansprache die Mailänder wissen­schaftlichen Institute, die die Kongreßteilnehmer in den nächsten Tagen besuchen werden. Im Namen des Königs von Italien erklärte fobanp, der Ver­treter der Regierung, Exz. Bianchini, den Kon­greß für eröffnet.

Aus aller Welt.

Beisetzung der Opfer

des Bochumer Bergwerksunglücks.

In Bochum wurden die 28 Knappen, die bei dem E x p l o s i o n s u n g l ü ck auf der ZecheVer­einigte Präsident" den Tod fanden, zur letzten Ruhe gebettet.

Vor der großen, mit dem Hakenkreuz und den Symbolen des Bergbaues, Schlägel und Eisen, ge­schmückten Maschinenhalle hatte man den Verun­glückten eine würdige Aufbahrungsstätte geschaffen. Die Angehörigen, Vertreter von Partei und Staat, der Bergwerke, der Arbeitskameraden und ein Wald von trauerumflorten Fahnen füllten den Zechenplatz. Zu der Feier waren auch Reichs­organisationsleiter Dr. Ley und Gauleiter Wag­ner erschienen. Nachdem Betriebsführer und Be­triebszellenobmann von den toten Arbeitskamera­den Abschied genommen hatten, sprach Gauleiter Wagner. Im Namen des Führers, im Namen der Bewegung und im Namen des ganzen deut - schen Volkes spreche er den Hinterbliebenen sein tief­stes Mitempfinden aus.

Der große Trauerzug fetzte sich dann zum Fried­hof in Bochum-Hamme in Bewegung. Taufende umsäumten die Straßen. Schlicht und würdig war

die Trauerfeier auf dem Hammer Friedhof, wo die Verunglückten eine schöne Ruhestätte gefunden haben.

Das Oberbergamt Dortmund teilt mit: Der Un­fallausschuß des Oberbergamtes Dortmund trat aus Anlaß der Schlagwetterexplosion auf der Schacht­anlageVereinigte Präsident" zusammen. Der Sachverständige der berggewerkschaftlichen Versuchs­strecke, die Werksleitung, der Vertrauensrat und Vertreter der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau wurden hinzugezogen. Nach Darlegung der örtlichen Verhältnisse an Hand der Grubenbilder und Er­örterung der möglichen Ursache des Unglücks fand eine Befahrung der Unglücksstätte statt. Der Ausschuß kam zu der Auffassung, daß durch ein plötzliches Setzen des Gebirges im FlözDicke Bank" und das dadurch verursachte Hereinbrechen größerer Kohlenmassen auf der Ortsstrecke 5 er­hebliche Mengen Grubengas freigewor­den sind. Die Explosion hat höchstwahrscheinlich in der Ortsstrecke 5 des FlözesDicke Bank" ihren Ausgang genommen. Die Flamme ist dann in die Streben geschlagen und hat dann nur noch die untere Ortsstrecke 4 des FlözesDicke Bank" durch­laufen. Die Zündungsursache konnte noch nicht festgestellt werden. Die bergbehördliche Untersuchung bleibt abzuwarten.

Kindesentführer im Elsaß verhaftet.

In Hadtheim im Elsaß bemerkte ein Landwirt ein Kind, das in verwahrlostem Zustande aus dem Walde kam. Der Mann stellte fest, daß es sich um die kleine Jaqueline G i r a r d o t handelte, die am vergangenen Montag aus Riedisheim entführt worden war. Kurz darauf konnte auch der Täter verhaftet werden, der nach anfänglich hart­näckigem Leugnen ein Geständnis ablegte, sowohl dieses Kind, als auch die neunjährige Jecmnine T o i l l o n aus Mülhausen mitgenommen zu haben. Er habe das Kind mißbraucht und es dann ins Wasser geworfen. Die Leiche konnte noch nicht ge­funden werden. Der Täter ist wegen Sittlichkeits­verbrechens vorbestraft.

Deutscher Buchhändler in Buenos Aires ermordet.

In Buenos Aires wurde im Stadtteil Belgrano der deutsche Buchhändler Gustav Krause in seinem Geschäft ermordet aufgefunden. Die Leiche wies elf Messerstiche auf. Da der Geldschrank aufgebrochen war, vermutet die Polizei einen Raubmord, lieber die Persönlichkeiten der Mörder ist noch keine Klar­heit vorhanden. Krause war ein sehr bekanntes und geachtetes Mitglied der deutschen Kolonie.

Zwei Bergleute tödlich verunglückt.

In der Ludwig-Glück-Grube in Hindenburg (Ober­schlesien) hat sich ein schwerer Unfall ereignet. Ein Pfeilerabschnitt brach zusammen und verschüttete den Hauer M u s ch a l l e k und den Fördermann Alfred Frey. Die beiden konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Der Hauer W a l c z u s ch erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Kranken­haus gebracht.

Amerikanischer Ozeanflug von Tleuyork nach England.

Die beiden amerikanischen Flieger Merrill und Rich mann, die eine Ozeanüberque­rung von Neuyork nach London unternahmen, sind am Donnerstagnachmittag wohlbehalten in Llandilo in der Grafschaft Carmarthenshire (Wa­les) gelandet. Ihre ursprüngliche Absicht, dis zum Londoner Flugplatz Croydon durchzufliegen, konnten sie infolge Benzinmangels nicht durchführen. Nach der Landung, die auf freiem Felde erfolgte und die durch schlechte Sicht und durch Viehherden behin­dert wurde, erklärten die Flieger ihr langes Still­schweigen damit, daß der Funkapparat in den letz­ten Stunden versagt habe. Die Ueberquerung des Atlantischen Ozeans hat etwa 15 Stunden ge­dauert. Bei der Suche nach einem geeigneten Lan­dungsplatz verloren die Flieger etwa IV2 Stunden. Die durchschnittliche Stundengeschwindigkeit wird mit 250 Meilen angegeben, obwohl die Wetterver­hältnisse auf dem letzten Teil sich beträchtlich ver­schlechterten. ,

General Schmidt von Knobelsdorf t*

In Glücksburg ist der ehemalige Generalstabschef der Kronprinzen-Armee während der Kämpfe bei Verdun, General der Infanterie Konstantin Schmidt vonKnobelsdorfim Alter von 75 Jahren g e - ft 0 r b e n.

Hoch immer lebhafter Reiseverkehr.

Im allgemeinen pflegt die Reisezeit mit Ende August, spätestens ansanas September, vorbei zu sein. In diesem Jahre ist nun offensichtlich eine Verschiebung in den September einge­treten, denn man hört aus fast allen Sommer­frischen, daß die Besetzung der Hotels und Gast­höfe noch recht gut ist und daß zahlreiche An-,

fragen von Gästen vorliegen, die ihren Urlaub im September nehmen wollen. Das schlechte Wetter, das die Hochsommermonate beeinträchtigte, wirkt sich dabei wohl auch etwas aus, ebenso mancher­orts die Olympiade, die zahlreiche Reisende abge- halten hat, in den Sommermonaten wegzufahren. Diese Erholungsreisen werden jetzt nachgeholt. Un- gemein lebhaft ist der Verkehr auch noch auf der Reichsbahn. Die eintreffenden und abfahrenden Schnellzüge sind in der Regel bis auf den letzten Platz besetzt, manche Züge müssen sogar mit Ver­stärkung ober doppelt gefahren werden.

Thron des Zupiler."

Der griechische Unterrichtsminister hat dem Plan zugestimmt, auf dem höchsten Gipfel des Olymp (2917 m) einen Jupiterkopfim Felsen auszuhauen. Dieser Gipfel wird in Zukunft den Na­menThron des Jupiter" erhalten.

Kleine politische Nachrichten.

Wie Lidove Noviny meldet, wird König Carol von Rumänien als Gast von Präsident Benesch den Festlichkeiten anläßlich des tschechoslowa­kischen Staatsfeiertages beiwohnen. Der König wird mit Kronprinz Michael und dem Außenminister A n 10 n e s c u am 27. Oktober in Prag eintreffen.

Der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö s, der auf ärztliches Anraten einen längeren Kuraufenthalt in Deutschland nehmen wird, ist in München eingetroffen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Durch das Eintreffen kühler Luftmassen in der Höhe hatte sich eine sehr instabile Vertikaltempera­turschichtung eingestellt, die heftiges Aufziehen der feuchten Warmluft im Gefolge hatte. Vor allem in der Nackt zum Freitag nahm diese Bewegung bei uns starkes Ausmaß an, so daß ausgedehnte heftige Gewittertätigkeit mit sehr ergiebigen Re­genfällen, vereinzelt auch Hagelschauer folgten. In­zwischen hat sich wieder Beruhigung durchgesetzt, doch bleibt auch für die Folge unbeständige, wenn auch keineswegs durchweg unfreundliche Witterung erhalten.

Aussichten für Samstag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung, aber auch einzelnen, meist schauerartigen Niederschlägen, bei westlichen Winden mäßig warm, doch noch etwas schwül.

Lufttemperaturen am 3. September: mittags 25,9 Grad Celsius, abends 18,8 Grad; am 4. September: morgens 18 Grad. Maximum 26,5 Grad, Minimum heute nacht 12,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. September: abends 21,3 Grad; am 4. September: morgens 18,7 Grad. Niederschläge 7,2 mm. Sonnenscheindauer 5,1 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange., Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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