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186. Jahrgang

Metzener Anzeiger

Nr. 128 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 4-Juni 1936

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MM General-Anzeiger für Gberhessen ZW jironffurt am Main 11686 vruck und Verlag: vrühl'sche UniversttStsvuch- und Steinömdcret R. Lange In Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B

Abschied von General Litzmann.

DerLöwe von Brzeziny" und alte Kämpfer Adolf Hitlers wird zur letzten Ruhe gebettet.

Die sterbliche Hülle des Generals Litzmann ist zur letzten Ruhe bestattet worden. Wieder ist einer der Führer des großen Krieges von uns ge­gangen, ein Mann, gewohnt zu befehlen und ge­wohnt, daß ihm Gehorsam entgegengebracht wurde. Nicht allein seinen Feldherrngaben hatte er es zu danken, daß sich Siegesruhm an die Fahnen seiner Regimenter heften konnte, es war auch die eiserne Manneszucht, die seine Waffengefährten zusam­menschmiedete und sie zu militärischen Höchstleistun­gen befähigte. Auch ihn traf der unglückliche Aus­gang des Krieges schwer, mehr noch der Nieder­gang der deutschen Nation. Freudigen Herzens be­grüßte er es, daß sich in der Person Adolf Hitlers ein Mann fand, der aufstand und alle Kräfte an- fpannte, um die Schicksalswende zu erzwingen. Ein Junger war es, der für fein Volk eintrat und dem sich die enttäuschte Jugend in wilder Leidenschaft anschloß. Und ein Alter wiederum war es, der sich nicht scheute, zu Adolf Hitler zu stoßen, sich ihm zur Verfügung zu stellen und sich ihm in dem nun ein­setzenden schweren Ringen um die Seele des Volkes bedingungslos unterzuordnen. Politik war nicht das ursprüngliche Aufgabengebiet des Generals Litz­mann, aber feine militärische Vergangenheit sagte ihm, daß auch in der Politik nur dann Großes ge­leistet werden kann, wenn jeder, ohne Rücksicht auf Herkunft und Vergangenheit, sich neidlos dem unter­ordnet, der politisch zn führen vermag. Zwei Gene­rationen trafen sich in diesen beiden Männern, in Adolf Hitler und General Litzmann. Und beide Ge­nerationen brachten schließlich für ihr Volk und seine Zukunft Herrliches zustande. Wie es für Litz­mann stets schmerzlich war, wenn einer seiner Wasiengefährten für immer dahin ging, so ist es nicht minder schmerzlich für den Führer, wiederum am Grabe eines seiner besten Mitkämpfer zu stehen. Doch in diesem Abschied liegt mehr als ein Schei­den für immer. Er ist ein Erinnern an die Zeiten des Kampfes um die Wiedererstarkung unserer Na­tion. Und dieses Erinnern kann kein Tod über­schatten, denn es hat Ewigkeitswert und bleibt ein Quell der Erkenntnis, daß Deutschland stets stark ist, wenn es sich willig dem vom Schicksal berufenen Führer beugt, ihm unterschiedslos folgt und die Treue hält.

Das Staatsbegräbnis

Neu-Globsow, 3. Juni. (DNV.) Schon am frühen Morgen sind die Ehrenabordnungen der na­tionalsozialistischen Formationen und die Trauer­gäste nach der kleinen märkischen Gemeinde geeilt, um an dem Staatsbegräbnis für General Pg. Litz­mann teilzunehmen. Auf der Kowno-Höhe haben bereits um 9 Uhr die Ehrenabordnungen Aufstellung genommen. Eine Ehrenkompanie der Wehr­macht, ein Ehren sturm der S A. und ein Zug der LeibstandarteAdolfHitler stehen angetreten. Hinter ihnen ist die ganze Höhe um­säumt von den Fahnen der politischen Leiter, der SA. und den Traditionsfahnen der Wehrmacht. Auf dem Sarge ruhen der Helm und der Ehrendegen des

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Auf dem Friedhof von Dagow senkten sich, während das Lied vom guten Kameraden erklang, die Fahnen über dem Grabe. (Scherl-Vilderdienft-M.)

Generals. Auf dem Wege zur Anhöhe bilden Ar­beitsdienst und SS Spalier.

Um 11 Uhr traf der Führer und Reichs­kanzler auf der Kownohöhe ein. In seiner Be- Steitung befand sich der Sohn des Verstorbenen, bergruppenführer Litzmann. Auf der Kownohöhe standen die Reichs- und Gauleiter der NSDAP., der Oberbefehlshaber der Wehrmacht und die Ober­befehlshaber der Wehrmachtsteile, Reichsminister und Staatssekretäre, Mitglieder des Reichstages, Gene­rale der Wehrmacht und des alten Heeres, Gruppen­führer der SA und SS, Gebietsführer der HI. und zahlreiche Amtsleiter der Reichsleitung und Gau­leitungen.

Der Trauermarsch aus der As-2)ur=©onate von Beethoven gespielt von einem Musikzug der Wehrmacht leitete den Staatsakt ein. Dann sprach der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeld­marschall v. Blomberg Worte des Gedenkens.

Blombergs Gedenkrede.

Er war sich selber treu.

Im Namen der deutschen Wehrmacht lege ich diesen Kranz am Grobe unseres alten Kameraden, des Generals Litzmann, nieder. Jeder deutsche Sol­dat ist Leidtragender beim Tode eines Kriegers aus großer Zeit. Und dieser Entschlafene war e i n

ganzes langes Leben hindurch Soldat und Krieger. Im Kriege 1870/71 stritt er als junger Offizier mit. Trotz feiner Jugend wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. In den langen Friedensjahren, die folgten, zeichnete er sich in der Armee aus. Er wurde in hervorragen­den Stellen ve r w endet. Ich selber hatte die Ehre, unter seinem Kommando die alte Kriegs­akademie zu besuchen. Im Jahre vor dem Kriege nahm er seinen Abschied. Seine ganze Kraft und Tätigkeit setzte er weiter ein für feine vaterländische Arbeit.

Als der Weltkrieg ausbrach, war er durch fein Alter über die gesetzmäßige Kriegspflicht längst hin­aus. Aber es duldete den weißhaarigen Feuerkopf nicht in der Heimat. Er hat d e n K r i e g von Anfang bis zu Ende ander Spitze wich­tiger Kommando st eilen mitgemacht. Brzeziny und Kowno leuchten auf feiner Ruhmestafel. Hier durchbrach er die feindliche Um­klammerung an der Spitze feiner Division, den Degen in der Faust, dort bemächtiote er sich, allen Bedenken zum Trotz, der Festung Kowno und öff­nete so den Weg auf Wilna. Sein Name wurde durch diese Waffentaten berühmt in seinem Vater­land. Wieviel mehr noch empfanden die Soldaten, die seinem Kommando unterstanden, die Wucht seiner Führerpersönlichkeit.

Es besagt die große Gabe des militärischen Füh-

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11 1 Führer im Trauerzuge. Links von ihm Reichskriegsminister Generalfeldmarschall vonBlombergund rechts der Stell-

Unjer Bild zeigt den f5unter nn xra guB » zweiten Reihe von rechts nach links: Reich-Minister Dr. Goebbels, General.

Vertreter des FührersR°.ch-mmstttr - v Fritfch, Generaloberst Goring und Reichsminister Dr. Frick. Dahinter der

aüm.ral Dr.h.c. Raeder, Generaiooerii u ' Führers. - (Scherl-Bilderdienst-M.)

rers, nicht nur fein Handwerk zu verstehen, sondern seine Soldaten zu begeistern, ihre soldatische Phan­tasie im rechten Sinne anzufachen, vor allem sich verstanden und beliebt zu sehen, kurz, durch das Herz den Soldaten zu führen, durch alles Schwere des Krieges bis zum Opfertod. Die Sol­daten folgten ihm gern, weil sie ihn verstanden und ihm vertrauten, so' war dieser greife Soldat ein Krieger, so war dieser General ein Front­kämpfer!

Als der Schmachfriede kam, hörte für ihn der Krieg nicht auf. Als ein neuer Kampf anhub, ein Kampf um die Seele und den Gemeinschafts­willen des deutschen Volkes, den Kampf, den Adolf Hitler und feine Männer führten, da war der alte Krieger wieder zur Stelle. An Jahren alt, im Herzen jung, reihte er sich ein in die jungen Sturmkolonnen, lieber diese Zeit wird ein berufener Mund sprechen. Aber wir Soldaten der neuen Wehrmacht müssen ihm wenigstens danken, daß er uns zeigte, wie man den Weg zu Adolf Hitler geht und an feiner Seite in unverbrüch­licher Treue ausharrt. Sein langes und erfolg­reiches Soldatenleben hat er durch dieses Tun gekrönt.

Wir Soldaten können nicht weichlich trauern, wenn solch langes Kämpferleben erlischt. Er ist sein ganzes Leben lang s i ch treu ge­rn e f e n. Gibt es etwas Besseres für einen Mann? Aber fein Andenken wird in uns fortleben. Wir wissen ihn nun in einer anderen Welt, in der auch der Krieger seine ewige Heimstätte hat. Wir senken unsere Fahnen in Ehrfurcht vor dem Entschlafenen. Sein Leben war gesegnet, denn er konnte seine irdische Sendung ganz erfüllen und er läßt einen großen Namen als Beispiel und Antrieb zurück.

Rudolf Heß danttdematteuKämpserderpattei

Die nationalsozialistische Bewegung an der Spitze ihr Führer nimmt Abschied von dem Ge­neral des Weltkrieges und von dem Parteigenossen Litzmann. Sie nimmt Abschied von einem ihrer Besten, von einem, der innerlich einer der Jüng­sten blieb, der sein Deutschland über alles liebte wie kaum einer, und der stritt und kämpfte für fein Deutschland bis zum Ende. Der General Litzmann wurde Parteigenosse Litzmann in einer Zeit, da der Erfolg der Bewegung nicht nur unsicher, son­dern für Außenstehende unglaubhaft schien. Er glaubte an ihren Erfolg, wie er einmal bei Brzeziny von Anfang an an den siegreichen Erfolg geglaubt hat. Er glaubte an die schicksalhafte Not­wendigkeit des Erfolges der nationalsozialistischen Bewegung, weil er der Ueberzeugung war, daß allein diese Bewegung unter ihrem Führer Deutsch­land retten könnte. Er hatte diese Ueberzeugung, weil er selbst seinem innersten Wesen nach Nationalsozialist war Nationalsozialist schon einst feinen Untergebenen gegenüber und feinen Vorgesetzten gegenüber. Seine Soldaten nannten ihnVater Litzmann", so wie er später feinen nationalsozialistischen Kampfgenossen als Vater erschien.

Er brachte der Bewegung seinen Namen allen Anfeindungen zum Trotz, seinen Namen, den er sich im Weltkriege geschaffen hatte und den er nun einsetzte für den Sieg der Bewegung. Aber er gab der Bewegung mehr als seinen Namen: er gab der Bewegung sich selbst. Den ganzen Mann, den Kämpfer, den weißhaarigen Feuerkopf. Er setzte sich mit seiner ganzen bezwingenden Persönlichkeit immer von neuem ein in unzähligen Versammlung gen und Kundgebungen, gegen das Verbot seines Arztes, als er bereits schwer leidend war. Er warf seine Person rücksichtslos für den Führer in die Waagschale. Er ging auf in der Bewegung, die für ihn Deutschland geworden war. Oester als einmal äußerte er in der Kampfzeit, daß er nur den einen sehnlichen Wunsch habe, es noch zu erleben, daß der Führer an die Macht komme. Das Schicksal hat ihm diesen Wunsch erfüllt mehr noch: es ließ ihn Zeuge sein des Wiederaufstiegs seines über alles geliebten Deutschland.

So ist uns in der Trauer der Gedanke ein Trost, daß sein strahlendes Auge sich sorglos schließen konnte, nachdem es das neue Deutschland gesehen. Wir nehmen Abschied von dem großen Soldaten und unermüdlichen Kämpfer für Deutsch­land, von dem prachtvollen Menschen. Sein Geist der Treue, der Opferbereitschaft, der Vaterlands­liebe wird unter uns und den Kommenden leben: Vater Litzmann, du kannst in Frieden ruhen!"

Des Führers letzter Gruß.

Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied be­endeten die schlichte Feierstunde auf der Kownohöhe. Dann fuhr die Lafette vor und/der Trauerzug setzte sich in Bewegung. Voran schritt der Musikzug der Wehrmacht. Es folgten acht Regimentsfahnen und eine Kompanie Infanterie. Hinter der Lafette mit dem Sarg, an deren Seite Offiziere der Wehrmacht gingen, schritt der Führer, begleitet von Ge­neralfeldmarschall v. Bl o m b e r g und Reichsmini­ster Rudolf Heß. In der nächsten Reihe folgten Generaloberst Göring, Generaloberst v. Fritsch, Generaladmiral Raeder und Reichsminister Dr. Goebbels. Es schlossen sich die Familien­angehörigen an, unter ihnen in der ersten Reihe der älteste Sohn des Verstorbenen Oberarup, penführer Litzmann, die Reichs- und Gauleiter der NSDAP., ein Ehrensturm der Leibstandarte Adolf Hitler und die übrigen Trauergäste. In lang­samem Zuge schritt die Trauerparade auf dem Wiesenweg durch das Spalier von SA., Politischen Leitern und SS. zum Friedhof. Die Gauleiter Kube, Streicher und Wagner, SA.-Obergruppen- fiihrer Schöne, SS.-Grup'penführer Jeckeln sowie