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Loheland, eine Kauensiedlung in der Rhön

werden mit Ernst getrieben. In den verschiedenen Werkstätten werden die weiblichen Lehrlinge von geschulten Fachkräften, von Meistern, die aus der Schule hervorgegangen sind und auch wieder Lohe­länderinnen sind, in den von ihnen gewählten Fächern ausgebildet, bis sie sich für die Gesellen­prüfung die nötigen Kenntnisse angeeignet haben. Alle Schülerinnen, unabhängig von ihrer landwirt­schaftlichen, gärtnerischen oder handwerklichen Aus­bildung, nehmen geschlossen an dem Gymnastik­unterricht teil. Während die Gymnastik s ch ü l e r i n- n e n in diesem Unterricht im Laufe der Jahre zu Gymnastik lehrerinnen herangebildet werden, wird darüber hinaus bei allen Schülerinnen im Lauf der Zeit ein besonderes Körpergefühl bewußt erweckt. Während im Sommer mehr als 300 Men­schen ihre Freizeit zum Zwecke der Erholung und der Vervollkommnung der Ausbildung in der Sied­lung Loheland verbringen, beträgt die durchschnitt­liche Zahl der zur Gymnastikausbildung anwesen­den Schülerinnen 60. Um denjenigen Schülerinnen, welche die Mittel zur Ausbildung nicht aufbringen können, den Aufenthalt auf Loheland dennoch zu ermöglichen, hat die Leitung der Schule in den verschiedenen Betrieben Arbeitsstellen geschaffen, welche mit Arbeitsschülerinnen besetzt werden, die sich durch diese Arbeitsleistung ihre Ausbildung verdienen.

So ist Loheland sichtbarer Ausdruck der lebens­bejahenden Lebensgemeinschaft ohne sektenmäßige Enge geworden; wie überall, so regiert auch hier das ewige Lied der Arbeit den Ablauf des Tages. Daß die Lohelänherinnen über die Arbeit und die Dinge des Alltags hinweg auf dem Wege zu dieser bewundernswerten Eigenkultur ihre fein­geistigen Ideale bewahrt und gefördert haben, un­terstreicht nur den Willen dieser Frauen, die, ob sie auf dem Acker stehen, ob sie in der Werkstatt arbei­ten oder in der Welt an irgendeiner Stelle ihre Aufgaben erfüllen, innerhalb und außerhalb der Siedlung Loheland immer bewußt Loheländerin­nen bleiben

frischen Rhönluft machen einen Großteil der sommer­lichen Arbeit aus. Rechts: Loheländerinnen bei der Arbeit in der Drechslerei. Unter der Aufsicht eines Meisters werden hier alle Arten von Holz formgerecht verarbeitet. (DRB.-Heimatbilder­dienst. Aufnahmen links: Heim; rechts: Loheland.)

genen Alten B e r lungenen Starts am

Links: Oben: Das Steinhaus, eines der 15 Ge­bäude, welche der Siedlung ihren besonderen Cha­rakter verleihen. Mitte: Die Wagonia. Man vermutet nicht, daß diese freundlichen Häuser, die innen formgerecht mit Sperrholz aus eigener Werk­statt verkleidet sind, ausgediente Eisenbahnwagen sind. Unten: Gymnastik oder Volkstänze in Der

Loheland ist eine Siedlung arbeitender und werte­schaffender Frauen am Fuße der Rhön. Das sagt wenig und viel zugleich, aber es führt hinein in die Gründungsgeschichte dieser Siedlung und in die Aufgaben, welche sich diese Frauen in ihrer Ein­samkeit der Rhönberge gestellt haben.

Schon im Jahre 1912 bildete sich um Hedwig von Rhoden und Luise Langgaard in Kassel ein damals noch kleiner Kreis von Menschen, die sich zu einer immer festeren Gemeinschaft zu­sammenschlossen. Im Seminar für klassische Gym­nastik in Kassel wurde die Grundlage gelegt zu einer Körperkultur, die auch heute noch in Lohe­land im Vordergrund aller Arbeit und alles Ge­schehens steht. Diese wenigen Schülerinnen von damals und die beiden Leiterinnen der Schule sind heute die Lehrerinnen und Wegweiser einer großen Gemeinschaft von Frauen geworden.

Nachdem die Schule während des Krieges zu­nächst nach Tambach in Thüringen und später nach Schloß Bieberstein bei Fulda übergesiedelt war, erwarb man im Jahre 1919 anderthalb Stunden von Fulda entfernt, auf dem Herzberg ein Stück Land, Loheland, auf dem die Schule noch heute steht. Ehemals Heideland mit vernachlässigten, un- ruchtbaren Aeckern, ohne Wege und ohne Häuser, chufen sich hier die Anhänger Lohelands, geistig trebende und arbeitsgewillte Frauen, auf eigenem Grund und Boden ihre neue Heimat. Ohne Unter­stützung von außen und nur mit eigenen, beschei­dnen Mitteln entstanden hier nach und nach 15 verschiedene Bauten, die, eingerahmt von gepfleg­ten blumengeschmückten Gärten und wohlbestellten Aeckern heute das darstellen, was Loheland heißt. Viele Menschen haben seit der Gründung der Sied­lung hier ihre Bildung und ihre Ausbildung erhal­ten- die Zahl der Loheland-Lehrerinnen, die in Deutschland und über das Ausland verteilt leben, beträgt heute 400.

Landwirtschaft und Handwerk - W-b-n Drech. sein, Töpfern, Schneidern und Lederarbeiten

der Verteilung der Dividende verblieb man noch einige Zeit in kameradschaftlicher Geselligkeit bei­sammen.

^j Allendorf a. d. Lda., 3. März. Nachdem die Stadt vor einigen Jahren eine Motor­spritze für die Freiwillige Feuerwehr angeschafft hatte, hat die Stadtverwaltung nunmehr auch die Anschaffung einer mechanischen Schiebeleiter beschlossen. Dadurch wird einem langgehegten Wunsche der Wehr entsprochen und deren Schlagfertigkeit erhöht.

CO Klein-Linden, 3. März. Vor den Mit­gliedern der NS.-Frauenschaft hielt am Dienstagabend Frau Hummel (Gießen) einen Vortrag über die Bedeutung des Luftschutzbundes. Sie sprach über die Aufgabe der Flugzeuge, der modernsten Kriegswaffe, die mit ihren alles ver­nichtenden Bomben im Falle eines Krieges Städte und Dörfer in Schutt und Asche legen können. Sie führte ferner aus, daß Luftschutz Volksschutz sei und gerade die Frauen verpflichtet seien, sich den Ausgaben des Luftschutzes 3U widmen. Lichtbilder vervollständigten die Ausführungen der Rednerin.

* Steinbach, 4. März. Am morgigen Don­nerstag, 5. März, feiern die Eheleute Heinrich Pitzl, und Ehefrau Luise, geb. Roth, das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Pitz ist Direktor des hiesigen Landwirtschaftlichen Konsumvereins, der unter seiner Leitung eine gesunde Entwicklung genommen hat. Das Jubelpaar ist langjähriger treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

<£ Reiskirchen, 4. März. Am Samstag wur­den die Grundstücke des Heinrich Becker IV. zum zweitenmal versteigert, da die Angebote bei Der ersten Versteigerung von dem Verkäufer zu niedrig befunden und nicht genehmigt worden waren. Es waren 40 bis 45 Pfennig für den

I Lich, 3. März. Am gestrigen Montag wurde ; in unserer Stadt eine amtliche Tagung des Bezirks Lich des NSLB. durchgeführt. Mit Frühsport, Tagesspruch und Lied wurde die Tagung eingeleitet. Den Vormittag füllten eine Lehrprobe aus dem Arbeitsgebiet des dörflichen Raumes (Lehrer Sarnes) und ein Vortrag über die Wehr­erziehung in der Schule (Lehrer Meckel) aus. Die Nachmittagstagung fand nach dem gemein­schaftlichen Mittagessen ihren Auftakt durch eine Unterrichtsübung über Turnen (Lehrer Schön). Kreisschulrat Nebeling machte hiernach be­deutungsvolle Ausführungen über verschiedene Schulfragen. Zum Abschluß der Tagung sprach Lehrer Andres über die Bedeutung der Olym­piade für Deutschland. Nach einer Besprechung zwischen Schulrat N e b e l i n g , den örtlichen Schul­vorständen, Vertretern der Partei und der Ge­meinde fand abends in der Turnhalle ein von Eltern, Erziehern und Freunden der Schule sehr gut besuchter Elternabend statt, der unter dem LeitgedankenDeutsche Erziehung" stand. Der Leiter der hiesigen Volksschule, Lehrer Hlld, wies in seiner Begrüßungsansprache auf Ziel und Zweck dieser Elternabende hin. Nach Lied- und Sprech- chorvorträgen der Schüler der oberen Schulklassen, turnerischen Hebungen und Vorführung von Volks­tänzen, schneidigem Spiel des HI.-Spielmanns­zuges sprach Kreisschulrat Nebeling über das Erziehungsziel des deutschen Volkes. Neben Eltern­haus, Schule und Staatsjugendführuna fei es Pflicht jedes deutschen Volksgenossen, nach Kräften an den großen Erziehungsaufgaben, die der Führer ins deutsche Volk getragen habe, mitzuhelfen unö sie zur Verwirklichung zu führen. Als höchstes Er­ziehungsziel müsse jedem nur eins vor Augen schweben: Deutschland! Mit dankbarem Beifall wurden die interessanten Ausführungen ausgenom­men. Nach dem gemeinsam gesungenen LiedeUnd wenn wir marschieren" wurde die wohlgelungene Veranstaltung mit Dankesworten des Schulleiters an alle Mitwirkenden mit der nationalen Hymne und dem Treueschwur zum Führer beendet.

Landkreis (Sieben

D Lollar, 3. März. Der Kaninchen- Zucht-Verein Lollar hielt am Samstag m derGermania" seine diesjährige Generalver­sammlung ab, die einen sehr guten Besuch auf­zuweisen hatte. Der Vereinsführ^ Wilhelm Schultheis entwickelte in seinem Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr ein schönes Bild eifrig­ster Züchtertätigkeit. Der Beweis h'/rfur fei er­bracht worden bei der Schau der ^ret5f(^9IWP Lauterbach und bei der Lokalschau m Daubrmgen. Bei beiden Schauen sei eine starke Beteiligung der im hiesigen Verein zusammengesch ostbnerl Züchter festzustellen gewesen, an beiden Stellen st'?" höchste Bewirtungen erreicht warden »>- g anz°ndsten Reuanifie für den guten Stand der hiesigen Zucht stien'"bei ier KleirLerschau in Frankfurt gegeben worden. Sämtliche dort gezeigten erhielten beste Auszeichnungen, dabei den titel für ein prachtvolles Exemplar Deutscher der des Züchters Wilhelm Schulthe\ . . . &en

en Ergebnissen dürfte der Verein sth 3 l ein, und sie müßten zu weiteren Leistungen pornen. Der Kassenbericht des Kassenwarte zelgk die Kasse in bester Ordnung auf einem gunst g Stand. Die Wahl zum Veremsfuhrer erbrachte o

einstimmige Wiederwahl des um die Sache der Kaninchenzucht sehr verdienten langjährigen Vor­sitzenden Wilhelm Schultheis. Zu seinen Mit­arbeitern im Vorstand bestimmte er als Stellver­treter des Vereinsführers Rudi S chi e r b , Rechner K Dietz; Schriftführer Hch. Lehr; Zuchtwart Willy Fey. Jrn weiteren Verlauft der Versamm­lung wurde beschlossen, die Lokal chau 1936 gemein- am mit dem Kaninchenzuchtverein Daubrmgen am 7 und 8. November in Lollar abzuhalten. Die Felle in ansehnlicher Masse und guter Qualität wurden restlos der Fellsammelstelle zugefuhrt.

Lollar, 3. März. Bei herrlichstem Flug­wetter herrschte am vergangenen Sonntag bei un­serem hiesigen Fliegertrupp emsige Flieger- tätigkeit. Nach eifriger Schulung auf ^^""h^ele- aenen Alten Berg und einigen prächtig ge­lungenen Starts am Vormittag konnten am Nach­mittag noch vier Segelflieger des Trupps ihre A= Prüfung ablegen.

o Mainlar, 4. März. Die Sammlung der DAF. für bas WHW. am vorigen Sonn­tag ergab in der gesamten Ortsgruppe den Betrag von rund 221 Mark. Davon entfallen auf Mainz­lar 127 RM., Saubringen 57 RM (Staufenberg 37 RM. Die Sammlung der. ^tnebsgemeinschaft der Didierwerke erbrachte rund 96 W -Die pie fiqe Spar- und Vorschußkass e hielt am Samstagabend bei Gastwirt Koch ihre Mitglieder- versammluna unter Leitung des Direktor Heinrich Laar IV. ab. Aus dem Kassenbericht des Rech­ners Schlapp war ein günstiger Stand der Kassenlage ersichtlich. Satzungsgemaß schiedenine Aufsichtsratsmitglieder G. Merke l und L. Do ­ge l aus. Für' den freiwillig ausfcheldenden L. Pogel wurde Karl Schlapp neu m den Au^ fichtsrat berufen, G. Mertel blieb im Amt. Nach

ab- Außerdem besteht für Aenastliche unö Vorsichtige die Möglichkeit, sich einer Vorprü­fung m 120 Silben zu unterziehen, die den Zweck h"k, den Prüflingen das Gefühl der Sicherheit und einen Maßstab für ihre Leistungsfähigkeit zu ver­schaffen. Man beachte die heutige Anzeige!

** Dienst jubi lau m Am gestrigen 3. März konnte, wie der Vorsteher des Finanzamtes Gießen uns mitteilt. Obersteuerinspektor H ö n i q vom Finanzamt Gießen auf eine 41jährige Dienstzeit zurückblicken. Aus diesem Anlaß überreichte ihm der Vorsteher des Finanzamtes eine Urkunde des Führers und Reichskanzlers, die die Glück­wünsche und den Dank des Führers für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste zum Ausdruck bringt. Ferner wurden dem Jubilar durch den Vor­steher des Finanzamts der Dank und die Anerken­nung der Reichsfinanzverwaltung im Namen des Reichsministers der Finanzen und des Präsidenten des Landesfinanzamtes ausgesprochen.

»» Ein- Siebzigjährig-. Am heutigen 4. Marz kann Frau Elisabethe Trän kn er Bahnhofstraße 31 wohnhaft, in geistiger und kör­perlicher Frische ihren 70. Geburtstag begehen Am heutigen Tage ist sie auch seit 50 Jahren treue Be­zieherin des Gießener Anzeigers.

** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 29. Februar verstarben in Gießen- 18.: Alwine Schneider, Hausangestellte, 29 Jahre alt, Kreuzplatz 5; Pauline Schroeder, geb. Klimeck 75 Jahre alt, Mühlstraße 29. 19.: Martin Stroh, Amtsgehilfe i. R., 68 Jahre alt, Georg-Phi- lipp-Gail-Straße 12; Marie Viering, 49 Jahre alt Wilhelmstraße 49; Margarethe Horn, geb. Nuhn, 67 Jahre alt, Marktplatz 18. 20.: Konrad Schmidt, Bahnarbeiter i. R., 81 Jahre alt, Neuen­weg 50. 23. Karl Müller, 77 Jahre alt, Land­mannstraße 4. 27.: Hanna Hinder, geb. Stroh, 35 Jahre alt, Gnauthstraße 5. 28.: Henriette Freifrau von Heimrod, geb. Siepmann, 74 Jahre alt, Moltkestraße 10; Marie Lepper, 70 Jahre alt, Bahnhofstraße 31; Josef Lusch, Arbeiter, 42 Jahre alt, Wiesecker Weg 23.

** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Februar gefunde­nen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- araf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Emp­fangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwa­igen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fund­büro während der Dienststunden geltend zu machen.

Amtsgericht Gießen.

Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrs­ordnung wurde der H. L. W. aus Rosbach zu 25 RM. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte fuhr am 5. November 1935 mit seinem Personenkraft­wagen durch die Neustadt, ohne die rechte Straßen­seite einzuhalten. An der Ecke Kirchstraße stieß er mit einem aus der Kirchstraße kommenden Perso­nenwagen zusammen.

Das Gericht befaßte sich sodann mit dem schon einschlägig vorbestraften Heinrich Weber und dem H. Sch., beide aus Gießen, wegen Diebstahls. Die Angeklagten entwendeten aus dem Hofe einer hiesigen Wirtschaft ein Fahrrad und fuhren damit nach Marburg. Das Gericht erkannte gegen W e - der wegen Diebstahls im erschwerenden Rückfall auf eine Zuchthaus st rase von 1 Jahr 6 Monaten, gegen Sch. auf 1 Monat G e - f ä n g n i s.

Oberhefsen.

Lehrertagung in Lich.

Quadratmeter geboten worden. Die zweite Verstei- aerung ergab ein nicht viel besseres Bild. Für Ackerland ergab sich ein Durchschnittspreis von etwa 45 bis 50 Pfennig, für Wiesen 30 bis 35 Pfennig je Quadratmeter.

# Querfborn, 3. März. Durch eine von der Bürgermeisterei gestellte Kommission routbe der größte Teil der Ob st bäume in unserer Ge­markung bei einem Rundgang eingehend ge­prüft. Alte und kranke Bäume wurden gekennzeich­net und müssen innerhalb einer bestimmten Frist beseitigt werden. Die übrigen Bäume werden gründlich hergerichtet und demnächst mit der von )er Gemeinde angeschafften Baumspritze behandelt. Die Bautätigkeit in unserem Orte wird voraussichtlich in diesem Jahre nicht so rege wer­den wie im Vorjahre. Außer einigen An- und Um­bauten sollen ein Wohnhaus und eine Scheuer neu errichtet werden.

O Hausen 1. März. Gestern hielt der hiesige Obstbauverein im GasthausZur Jahneiche" seine gut besuchte Jahreshauptversammlung ab. Nach der Begrüßung sprach der Vereinsführer, Leh­rer Zöller, über die Bedeutung des Obstbaues im Rahmen der Erzeugungsschlacht. Er betonte im besonderen: Genau wie jeder andere Betriebszweig der Landwirtschaft, so muß sich auch der Obstbau die größte Mühe geben, Höchstes zu leisten. Es muß gelingen, den Obstbedarf unseres Volkes aus dem heimischen Obstbau zu decken und uns vom Auslande unabhängig zu machen. Wir müssen im Obstbau Selbstversorger werden. Die mehreren hundert Millionen Mark, die bis in die letzten Jahre hinein jährlich für Obst in das Ausland gingen, müssen der deutschen Gesamtwirtschaft zu­gute kommen. Das erfordert aber, daß sich jeder Obstzüchter darüber unterrichtet, mit welchen Mit­teln und auf welchem Wege die Leistungen im Obstbau nach Menge und Güte des Obstes gestei­gert werden können. Diese Klarheit zu vermitteln gehört zu den Ausgaben der Obstbauvereine. Es hat sich gezeigt, daß gerade im Obstbau noch recht erhebliche Unterschiede der Ernteerträge auch bei sol­chen Baumanlagen bestehen, die unter ziemlich glei­chen natürlichen und wirtschaftlichen Bedingungen arbeiten können. Diese Ungleichheit der Ernten ist in den meisten Fällen in der ungleichen Arbeit der Baumbesitzer begründet. Hier muß deshalb von den führenden Stellen planmäßige Belehrung und ein­gehende Erziehungsarbeit einsetzen. Jedem Baum­besitzer ist klar zu machen: Du hast dich mit deiner Arbeit als Mitkämpfer willig und freudig in die Erzeugungsschlacht einzureihen. All die vielen Einzelmaßnahmen: das Entfernen abgängiger Bäume, das Auslichten der Baumkronen, die Be­kämpfung der Baumschädlinge aus Tier- und Planzenreich, die Neupflanzungen und alles andere sind aufeinander abzusttmmen, ihre Wirkung ist am Erfolg zu zeigen. Ein voller Erfolg ist aber nur zu erzielen, wenn alle Maßnahmen gewissenhaft durchgeführt werden. Der Vereinsoorsitzende berich­tete weiter über die Tätigkeit des Vereins in 1935. Die von der Behörde bestellte Ortskommission für Ueberwachung und Pflege des Obstbaues ordnete die Winterspritzung mit Obstbaumkarbolineum für die Hälfte der Gemarkung an und übertrug, öie Durchführung dem Obstbauverein, der mit seiner Karrenspritze tagelang arbeitete. Es wurden 2124 Bäume mit Karbolineurn bespritzt. Abgängige Bäume wurden entfernt, viele wurden ausgelichtet. Eine große Zahl erhielt Kalkanstrich, die Baum­scheiben wurden umgegraben. Es wurden Leimringe gegen Winterfrostspanner angelegt, mit Kalk, Kali und Thomasmehl gedünkt und eine Anzahl Neupflan­zungen ausgeführt. Die gleichen Arbeiten sind in jedem Jahre vorzunehmen. Es wurden für 1936 weiter Frühjahrs- und Sommerspritzung, Feldrund­gänge und eine Obstausstellung geplant. Geräte für Herstellung von Süßmost sollen beschafft werden. Die von Altbürgermeister Happel gestellte Rech­nung fand volle Anerkennung und zeigte, daß der Verein auch wirtschaftlich richtig gearbeitet hatte. Ortsbauernführer Th. Schlag berichtete über einen 1935 stattgefundenen Lehrgang über Süß- mostbereitung. So wurde noch manche Frage be­sprochen und geklärt. Als letzter Punkt der Tages­ordnung fand eine Geräteoerlosung von Obstbäu­men und Obsffträuchern, sowie einiger Obstbauge­rätschaften statt. Die Versammlung klang aus in den Worten des Vorsitzenden: Hebung des Obst­baues ist Dienst am Vaterland!

I Garbenteich, 3. März. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt am Samstag feine diesjährige Jahreshauptversammlung bei Gast­wirt Lotz ab. Der Dereinsführer, Baumwart Friedrich Weigel, gab zunächst einen Rückblick auf die im vergangenen Jahre oorgenomenen Pflan­zungen und Arbeiten innerhalb des Vereins. Es konnten reges Interesse und gute Fortschritte auf allen Gebieten festgestellt werden, besonders das Spritzen von Bäumen und Sträuchern wurde wie­derholt durchgeführt und brachte aute Erfolge. Weiter gab er bekannt, daß im Laufe des Jahres noch eine Rückenspritze für die Zwecke des Vereins angeschafft werde. Die von Kassenwart Otto W a 11- bo11 befanntgeaebene Jahresrechnung zeigte einen guten Stand und schloß mit einem Heberschuß ab. Kassenprüfer Hupfe 1 d konnte von einwandfreier Kassenführung berichten. Dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Sodann wurden verschie­dene Sorten Obst- und Sträucherpflänzlinge verlost. Für das Winterhilfswerk wurde eine Sammlung vorgenommen, die 5,30 RM. ergab. Vereinsführer Weigel bat noch alle Mitglieder, mitzuhelfen, daß die im letzten Jahr auf 80 angewachsene Mit­gliederzahl im neuen Vereinsjahr sich weiter stei­gert und schloß dann in der üblichen Form die Versammlung.

ch Dorf-Gill, 3. März. Am Samstagabend veranstalteten B D M. und I M. einen Eltern­abend, der sehr gut besucht war und ein schönes Erlebnis für alle bedeutete. Die Führerin E. I u n g hieß alle herzlich willkommen und sprach kurz über den Sinn und die Gestaltung des Elternabends, der als Dorfgemeinschaftsabend aufge­zogen war. Nach einem frohen Volkslied hielt Zel­lenleiter G. Sarnes eine Ansprache, in der er immer wieder den Wunsch äußerte, daß sich alle Eltern einmal von Herzen mit den Mädeln freuen sollten. Die gewünschte Verbindung zwischen Eltern und Mädeln war auch bald hergestellt, als alt und jung sich an den Volkstänzen beteiligen mußte, die die Jungmädel vorgetanzt hatten. Die Eltern lernten auch ein neues Volkslied und einen Kanon, was allgemein viel Freude bereitete. Die Jungmädel führten im Laufe des Abends zwei Märchenspiele, der BDM. ein kleines Theaterspiel auf, die alle einen ausgesprochen heiteren Charak­ter hatten und herzlich ausgenommen wurden. Mundartgedichte, kleinere Singspiele und Volks­lieder wechselten miteinander ab. Besonders gefiel ein luftiges Zwiegespräch:Die zwaa Aierfraae in de Eisebob". Als dann die Führerin das Schluß- wort fpra > und nur lachende, vergnügte Gesichter sah, konnte ^e vollkommen befriedigt das Schluß­lied anftimmeix. denn der Abend hatte seinen Zweck