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DieMutter der Kompanie".

Äon Hauptmann a. O. Or. Gerhard Scholh

So weit die deutsche Heeresgeschichte zurückreicht, ist der Dienstgrad einer der bekanntesten, den der Volks- und Soldatenmund treffend alsMutter" ier Kompanie, Batterie oder Schwadron bezeichnet hat: der dienstälteste Unteroffizier der kleinsten: in sch geschlossenen Einheit bei der Wehrmacht. Er ist ter nächste Gehilfe desChefs", des Hauptmanns oder Rittmeisters und zugleich der unmittelbare Vorgesetzte aller Unteroffiziere beim Verband. Einst hieß dieser Dienstgrad einfachWachtmeister" (bei ien berittenen Truppen) undFeldwebel" (bei den ssußtruppen); die Bezeichnung Oberfeldwebel ist aus der Zeit der deutschen Reichswehr hervor- xegangen.

Der Oberfeldwebel (bzw. Oberwachtmeister) trägt bie Uniform des Truppenteils oder der Kommando­lehörde, der er zugehört, mit den allgemeinen Ab­zeichen der Unteroffiziere, den Tressenbesatz rund cm Kragen und auf den Achselklappen, und für seinen Dienstgrad zwei Silbersterne auf jedem Schulterstück. Während des Dienstes ist außerdem los im ganzen Volk bekannte, quer vorn auf der Bruft, unter dem zweiten Knopfloch getragene Merkbuch ein Kennzeichen des Oberfeldwebels; es «nthält vor allem das namentliche Verzeichnis aller Angehörigen der Einheit und ihre innere Eintei- lung. Bei der leitenden Dienststellung, die der Ober- Isldwebel innehat, wird dieses Merkbuch dem jun- sen Soldaten vom ersten Tage auf dem Hofe der Taserne an bekannt und das darf man hier hinzu- *2t>en, schnell respektiert.

Neben dem Führer der Truppe hat der Ober- seldwebel (Obw.) eine eigentümliche hervorgehobene

Stellung, die sich im Verlaufe der Heeresgeschichte entwickelt hat. Das besondere Verhältnis des Ober­feldwebels zum Chef tritt hervor: Der Führer be­fiehlt den gesamten Dienst der Einheit; den inneren Dien st leitet der Oberfeldwebel. Un­ter deminneren" Dienst versteht man dabei die ganze Fülle der Dienstzweige, die zur Schlagfertig­keit der Truppe das notwendige Mittel sind. Die Aufsicht über die Unterbringung und Verpflegung, über die Unterhaltung der Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung, über die regelmäßige Nachschau durch Apelle, die der jeweilige Chef mit seinen Offizieren vornimmt, über die gesamte Vorberei­tung der Truppe zum Dienst, die Regelung bzw. Vermittlung aller persönlichen Angelegenheiten ein­zelner Mannschaften, die Pflege der Manneszucht und die umfassende Fürsorge sind seine Hauptauf­gaben, die ihm den Namen einerMutter der Kompanie" eingetragen haben. Der Oberfeldwebel ist derjenige Führergehilfe, der die Mannschaft an­treten läßt und sie durch dieMeldung" an den Führer, mündlich und vor der Front der Kompanie zum Dienst" an den Offizier gleichsam übergibt; die unmittelbare Ausbildung und Schulung der Truppe zum Gefecht und die Leitung der dazu ver­anstalteten Uebungen ist die Sache des Offiziers; die Ausbildung der Mannschaft in der Vorbe­reitung für den D i e n st ist die Aufgabe des Oberfeldwebels; dabei ist er der Mittler zwischen der Mannschaft und dem Führer.

Während des Aufenthaltes der Truppe in der Kaserne bezeichnet die Schreib st ube den Dienst­bereich des Oberfeldwebels: er muß dafür sorgen, daß der gesamte Dienst sich pünktlich und reibungs­los abwickelt. Er vollzieht die Anordnungen des Chef- für den allgemeinen und inneren Dienst; er ist zwar jedem anderen Offizier untergeordnet, aber nur dem Chef urtb dessen höheren Vorgesetzten

ilr.282 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhejsen)

Mittwoch, 2. Dezember 1936

Wehr und Waffen.

daß der Gegner aber auch nicht das geringste merkt.

so kann mit der Aussicht gerechnet werden, daß der Angriff durchdringt und die Abwehr ausschal-

Einsatz der Wagen unter Brigadestärke kann

im Ausnahmefall in Frage kommen. Die An-

Rittel, das

darüber hinaus eine Stei-

von der organisatorischen Leistung, die

griff

tet. nur

geht hervor, daß der Panzertruppe wohl in Zukunft eine große und ausschlaggebende Rolle zufallen wird, daß sie aber nicht in der Lage sein wird, die anderen Waffen zu ersetzen oder gar überhaupt an ihre Stelle zu treten. Ferner legt auch ihre Abhängigkeit von der Nachschub­basis ihremAktionsradius" Beschränkungen auf. Trotzdem besteht heute kein Zweifel mehr, daß die Panzerwaffe, mag man ihre Wirkung über- oder unterschätzen, bereits durch ihr Vorhandensein und die Notwendigkeit, stets und ständig mit ihrem Ein­satz zu rechnen, dem Gefecht der Zukunft das Ge­präge geben wird.

griffsbreite einer Brigade kann mit etwa vier Kilo­meter, die Tiefe mit vier bis fünf Kilometer ange­nommen werden. Falsch ist die Auffassung, der Wa­gen kämpfe gewissermaßen durch sein Gewicht, er walze den Gegner nieder. Der Wagen kämpft in erster Linie mit seiner Waffe.

Beim Einsatz der Panzertruppe wird das Ge-

Die Artillerie geht in Lauerstellung. Wenn einer einem anderen auflauert, so muß er selbst bereit sein, sofort zuzuhauen, der andere darf aber nichts davon merken. Gerade so ist es bei der Artillerie. Lauerstellung heißt also Feuerstellung, alles fix und fertig zur Schußabgabe, aber verdeckt und versteckt. Die Protzen nicht zu weit abge­setzt (es geht vielleicht sehr bald weiter vorwärts).

Batterien, die den Angriff begleiten oder Sturm­abwehr schießen sollen, dürfen erst dann schießen, wenn es wirklich nötig ist, sonst hat die ganze Lauer­

stellung keinen Wert, da der Gegner solche Batte­rien mit allen Mitteln niederzukämpfen sucht.

Wechsel st ellungen sucht man stets aus, da es einem immer passieren kann, daß die Feuer­stellung vom Gegner erkannt und mit Feuer gefaßt wird. Dann kann man, wenn es das feindliche Feuer erlaubt, umziehen, ohne durch die neue Erkundung Zeit zu verlieren. Solche Wechselstellungen müssen stets behelfsmäßig vermessen sein; denn sonst kann man aus solchen Stellungen nicht sofort schießen, weil die Verbindungen zu den Beobachtungsstel­len zunächst fehlen. So kann man wenigstens nach der Karte schießen.

Die Artillerie erkundet Verstärkungsstel- l e n. Das ist eine Fürsorge für andere Batterien, die noch zugeführt werden. Auch diese Stellungen müssen vermessen sein. Wenn man Zeit und Kraft hat, kann man auch noch Munition darin nieder­legen. Damit werden die Vorbereitungen für die Feuereröffnung dieser Batterien ganz wesentlich ab­gekürzt.

Die Artillerie baut Schein st ellungen. lieber solche Befehle ist im Kriege viel geflucht worden. Denn sie bedeuten für die Truppe viel Kraftauf­wand und Erfindungsgabe. Die Truppe hält sie für unnötig, und Unnötiges tut die Truppe nicht gern. Immerhin haben im Stellungskriege Schein­stellungen manchen feindlichen Schuß abgefangen. Ihr Bau ist schwierig. Sind sie zu auffällig, fällt der Gegner nicht darauf herein. Sind sie zu unauffällig, schießt der Gegner nicht darauf. Wie man's macht, ist's falsch.

Aus einer kleinen Schrift, die in knappem und klarem Soldatendeutsch wertvolle Auf­schlüsse gibt.

Die Artilleristen haben so einige Ausdrücke und Eigenheiten am Leibe, sie haben einige Begriffe im Gebrauch. Vielfach handelt es sich um Kleinig­keiten, die man kennen und auch verstehen muß, wenn man die Waffe der Artillerie verstehen und kennenlerpen will, wenn man sie führen will und wenn man schließlich in die begnadete Stellung kommt, wo man sie auch kritisieren oder deutsch besprechen darf oder muß.

So z. B. unterscheidet man fahrende und reitende Artillerie. Man sollte aber nicht sagen, die Artillerie fährt, sondern sie marschiert. Die Eisenbahn fährt. Andere Waften marschieren auch.

Man unterscheidet den Fahrer und den K a - nonier. Erstere haben die Pferde, letztere die Kanone oder besser das Geschütz zu bedienen. Wenn man Geschütz sagt, meidet man die Schwie­rigkeit, zwischen Kanone, Haubitze, Mörser usw. unterscheiden zu müssen. Bezeichnungen wie Pum­per, Kümmich, Pulverkopp und was sonst so nette Bezeichnungen sind, meidet man besser. Es gibt sonst leicht Sticheleien wie Stoppelhopser, Back­zähne, Kosaken, Schlammlatten, Benzinfritzen usw.

Zwischen Kanonen und Haubitzen (der 21-Zentimeter-Mörser ist im Grunde auch eine Haubitze) ist der Unterschied, daß die Kanonen weiter schießen als die Haubitzen. Bei ersteren packt man mehr Pulver hinter das Geschoß, da­durch wird die Anfangsgeschwindigkeit (Vo) größer, die Rohrerhöhung kann kleiner sein, die Flugbahn wird gestreckter (rasanter), der Einfallwinkel des Geschosses bleibt klein, man schießt weit, kann da­mit aber nicht gut hinter Deckungen schießen. Aeußeres Kennzeichen der Kanonen ist ein langes Rohr.

Bei den Haubitzen nimmt man weniger Pulver, die Vo wird kleiner, die Rohrerhöhung größer, der Cmfallwinkel des Geschosses wird größer. Man schießt nicht so weit, man kann aber besser hinter Deckungen langen und Deckungen durchschlagen. Aeußeres Kennzeichen der Haubitzen ist ein kürzeres Rohr.

Vorderlader gibt es bei der Artillerie nicht mehr. Die sieht man sich am besten in Waffensammlun­gen an. Die Artillerie führt nur noch Hinter­lader. Das Rohr ist am hinteren Ende ver­schlossen, daher der Name Verschluß.

ArlillensWes für Äichtartillmsten

Von Generalmajor Haase.

Abgelöst.

Von Otto Müller.

Das Bataillon wird abgelöst. Ungläubig und doch mit stiller Hoffnung wird diese Botschaft von Mund zu Mund weitergegeben. Keiner weiß woher sie kommt, aber sie ist da und erweckt Ge­danken an eine traumhaft glückliche Zukunft. Don Trichter zu Trichter hüpft sie und schließlich ist sie zur Gewißheit geworden. Aus den grauen, zer­wühlten Frontgesichtern sprüht ein Funke neuer Lebenshoffnung. Zn langen, schweren Wochen ist das Bataillon im Brennpunkt der Front zur Schlacke zerglüht und nun soll es herausgehen aus dieser Wüste, aus diesen entsetzlichen Nächten, in denen das Grauen durch die zerstampften Gräben und Trichter schleicht.

Und heute nacht schon soll es zurückgehen. Weit zurück in Ruhequartiere. So verlockend diese Ge­wißheit, so beklemmend ist der Gedanke an diesen Weg, gegen den die Schrecken des Inferno wie farblose Träumereien eines unbegabten Menschen erscheinen. Vorsichtig schiebt der Maschinengewehr­posten seinen Kopf über den Rand des Trichters, der ihm tagelang Horizont gewesen ist, um hinunter zu schauen nach den Trümmern von Fleury. Aber ... -da kommt sie schon wieder die Feuerwalze, Schritt für Schritt schiebt sie sich vor, um plötzlich in rasendem Feuerwirbel mit zermalmender Wucht über die gequälte Landschaft hinwegzubrausen. Don derKalten Erde" beginnen einige Maschinen­gewehre zu stottern. Ihre Garben kämmen die Ränder der Stellungen ab, alles Leben vernichtend, was in ihrem Bereiche ist. Im Geflacker aber des Mündungsfeuers der Geschütze spritzen turmhohe Erdbrunnen auf und zerfließen die Rauchballen zu einem dichten Nebel, dem Auge die furchtbarsten Geheimnisse der Front mit einem dichten Schleier verhüllend. Fester drücken sich die Kämpfer in den brodelnden Schlamm ihrer Trichter; denn vor ihnen steht der Tod im flatternden Rauchmantel der Gra­nate und über sie hinweg geht das Walzwerk der Front. Langsam ebbt das Feuer wieder ab, es ist inzwischen 3 Uhr morgens geworden. Zn den zu­rückliegenden Trichtern beginnt es zu rumoren, leist unterdrückte Kommandos erklingen, Klappern von

, ber Gegner sehen kann, bezieht man nur im Falle Ärgert, schnellt vor/entzündet ein Zündhütchen am äußerster Not und nur auf kurze Zeit. Jedes un- Boden der Kartusche, dieses das Pulver in der nötige Verweilen in offener Feuerstellung zieht Kartusche, und der Schuß geht los. Man sagt dazu sofortiges starkes Feuer und damit Verluste auf aber nichtbie Karthaune geht los" oberman bie Geschütze.

nötig ist, auf nachrichtentechnischem Gebiet nur bie Voraussetzungen für bie Führung zu schaffen.

Die Taktik ber Kampfwagen, insbesonbere ihre Verwenbung in großen Verbänben, ist in allen Ländern noch durchaus in der Entwicklung. Der Weltkrieg konnte bei ber Rückständigkeit des da­maligen Materials wenig Anhaltspunkte bieten. Es fehlen auch die Erfahrungen im Kampf mit einem Gegner, der selbst über die gleichen Mittel verfügt, vor allem über neuzeitliche Panzerabwehr­waffen. Der Erfolg der Panzerwagen im italienisch­abessinischen Feldzug ist mehr ein Triumph der Marschleistung und des Straßenbaus als ein Kampf­erfolg.

Charakteristische für die heutige Auffassung über den Einsatz der Panzertruppe ist neben ihrer Verwendung als selbständiger Verband der Einsatz zahlenmäßig starker Truppen, das Vermeiden jeder Zersplitterung, das Zusammenhalten der Kräfte. Wenn dazu noch das Moment der U e b e r ra­sch u n g tritt, das immer angestrebt werden wird.

Das Pulver wird nicht mehr in das Rohr hin­eingeschüttet und durch das Zündloch mit der Lunte zur Entzündung gebracht, sondern das Pulver ist in einer Mefsrngkartusche in mehreren Teil­ladungen zusammengefaßt. Diese wird hinter das Geschoß eingesetzt, dann der Verschluß zugemacht, ber sich dabei selbsttätig spannt. Dann wird abge­zogen. Ein Schlagbolzen, der im Derschlußstück lagert,

jerung der Beweglichkeit zuließ. Der erste Kampf- vagen fuhr Schritt. Die Infanterie hatte keine nen­nenswerten Schwierigkeiten, ihm auch im zerschos- lnen Kampfgelände zu folgen. Als der Wagen cllmählich an Geschwindigkeit gewann, lief er dem .Fußvolk" weg. Mit seinemTempo" also trat las große Problem in Erscheinung, das heute noch nicht resllos überzeugend gelost ist. Entweder man rerlangsamte die Fahrt der Wagen, damit die Jn- fmterie mitkam. Das verbot sich allein bereits durch las Aufkommen panzerbrechender Abwehrwaffen, lenen der langsame Wagen eine willkommene Beute -□erben mußte. Oder aber man beschleunigte die den Lamps begleitende Infanterie, das heißt, man machte sie gleichfalls beweglicher, indem nan sie auf Fahrzeuge setzte und so dem Angriff folgen ließ. Das bedeutete also neben der Schaf­fung eigentlicher Panzerverbände die Aufstellung iiner Spezialtruppe auf Fahrzeugen gleicher Geschwindigkeit und Gängigkeit, wie wir kc in den Schützenoerbänden kennen. Panzerbri- cade und Schützenbrigade bilden zusammen die Vanzerdioision, die nun keine Hilfswaffe mehr ist, sondern ein eigener Verband, der zum selbständigen Gefecht befähigt ist ohne Anlehnung en andere Waffen.

Selbstverständlich verfügt die Panzerdivision über eigene Artillerie, die mit Kraftzug oder auf Selbstfahrlafette bewegt in der Lage ist, dem Vor­gehen des Verbandes im gleichen Tempo zu folgen Md in feinem Rahmen alle artilleristischen Sonder- oufgaben zu übernehmen. Pionierformationen haben ihre besondere Bedeutung in diesem Rahmen, wenn (5 sich darum handelt, Gelänbeschwierigkeiten zu iberroinben unb in ber Derteibigung für sich aus- Mutzen.

Die Führunaber Wagen im Gefecht ist bei lern Tempo ber Fahrt, bem Lärm, der geringen llebersicht aus dem Wagen heraus sehr schwierig unb wirb damit ein technisches Problem. Im all- semeinen verfügen alle Wagen über eine Emp­fangsanlage, die auch während der Fahrt in Betrieb ist, alle Führerwagen bis hinunter zum Zugführer daneben über eine Sendevorrichtung. Bei der großen Zahl von Einzelfahrzeugen allein eines Panzerverbandes kann man sich einen Be-

reißt Funken" oderman macht Bumbum", son­dern das Geschütz wird abgefeuert.

Die Artillerie fährt auch nicht mehr auf. Es ist schon lange her, daß diese Artilleristen mit ihren Batterien auf bie Hohen hinauffuhren unb offen unb weithin sichtbar schossen. Man ist bei ber Artillerie schon lange vor bem Kriege bahinter gekommen, baß Arttllerie in offener Stellung gegen feinbliche Schnellfeuerwaffen (Geschütze, MG. unb dergleichen) nichts zu bestellen hat unb in kürzester Zeit zusammengeschossen wirb. Zu Anfang bes Krieges in Flanbern, auf ber Verfolgung in Ruß- lanb ist es wohl vereinzelt noch vorgekommen. Man hat biefe Forschheit mit schweren Verlusten bezahlt. Es ist interessant, bie Kämpfe zu beachten, bie sich jetzt bei ber Infanterie unb Kavallerie abspielen, hie offene, hie verbeckte Stellung ber MG., Begleit­geschütze, Kampfwagenabwehrgeschütze. Wir Arttlle- riften können nur warnen, mir haben uns, der Not gehorchend, durchgerungen zum Grundsatz, nur nach aus verdeckter Stellung zu schießen. Und hierzu geht bie Artillerie in Stellung, sie bezieht Stellung ober wirb in Stellung gebracht.

Unb nun gibt es überStellung" so einiges zu sagen: Bereitstellung kennt man bei Der Arttllerie nur bespannt (ober verlostet), b. h. bie Geschütze hängen noch an ber Protze mit ber Be­spannung, sie sinb nicht feuerbereit. Aus ber Be­reitstellung geht es in bie Feuer st ellung, b. h. hier sinb bie Geschütze von den Protzen abgehängt, abgeprotzt lautet es technisch, sie sinb ober werben eingerichtet unb sinb bann feuer- ober schußbereit. Wenn also bie Infanterie sich zum Angriff bereit­stellt, so muß bie Arttllerie schon einen Schritt weiter sein unb in (Feuer-)Stellung stehen.

Wir schießen grundsätzlich aus verdeckter Stellung, b. h. bie Feuerstellung darf vom Gegner feinenfalls erkannt werben. Das ist leicht, wenn der Gegner auch auf der Erde steht; schwie­riger wird es, wenn der Gegner im Fesselballon ober im Flugzeug sitzt. Dann werben nämlich auch bie verbeckten Feuerstellungen zu offenen, unb bann muß man bie verbeckte Feuerstellung auch noch ver st ecken, im Gelände, im Walde, im Korn, im Heu. Da kommen die Tarnkünste des einzelnen zu Ehren. In einem künftigen Kriege werden die Flieger sehr reichlich auftreten. Alsa wird Tarnung eine ßebcnsnotroenbigteit.

Haubitzen können aus jeder Stellung schießen, weil sie eine gekrümmte Flugbahn haben. Kanonen­stellungen müssen sorgsamer ausgesucht werden, weil bie Kanonen mit ihrer rasanten Flugbahn nicht über jebe Deckung hinwe^kommen. Doch sinb Mittel gefunden, daß man auch auf kurze Ent­fernungen große Rohrerhohungen gebrauchen und jo über die Deckung hinüberkommen kann. Man macht bas mit Teilladungen.

Eine offene Feuer st ellung, also eine, die

SoniKanips derpanmverbande. I

KWK. Als sich 1916 die erstenTanks" aus |en englischen Gräben vorwärts wälzten und sich pren Weg bahnten durch die deutschen Hindernisse, tngfam und schwerfällig, waren sie zuerst nichts oberes als Schrittmacher der Infante- tie, bie zusammen mit ihnen vorging, beweglicher seuerschutz beim Kamps burch bie Tlesenzone ber Ziderstandsnester, in ber bisher noch jeber An- riff, zeitiger ober später, steckengeblieben war. Ent­senden aus bem Bebürsnis bes Grabenkämpfers, die Hauptlast des Kampfes trug, geschaffen als jjlfswaffe der Infanterie, so trat der erste Kampf­ragen seinen Weg an. Die technische Entwicklung ifte ihn wie andere Kampfmittel sehr bald heraus us dem Umkreis, für den er ursprünglich geschaf- jin war. Mit seiner Vervollkommnung wuchs seine Verwendungsmöglichkeit. Der erste Zweck trat gegen­über den neuen Aufgaben zurück. DieHilfswaffe" rurde zur selbständigen neuen Waffen­gattung, mit dem Anspruch, in nicht allzu fer­ner Zukunft selbst die Hauptwaffe zu wer- ten. Noch aber ist die Entwicklung im Anfangs- fabium. Ihre Ansätze zeichnen sich in allen neu- -ütlichen Heeren deutlich ab. Auch in Deutschland puröe nach der Wiedererringung der Wehrfreiheit iine Panzerwaffe in selbständigen Verbänden auf-

gebaut.

' Was ist nun eigentlich das Wesentliche an diesem neuzeitlichen Kampfmittel, worin liegt die Berech- tgung für die hohen Erwartungen seiner Vorkämp- jtr, die von ihm eine Umwälzung aller Voraus­setzungen des Erdkampfes erwarten? Diese inter- fifanten Fragen beantwortet Oberstleutnant im Seneralstav Röhricht eingehend in seiner Ar- tkelserieWie kämpft das Heer?" in der Soldaten- jeitungKyffhäuser" wie folgt:

3m Kampfwagen vereinigen sich Feuer und Sem e g u n g hinter Panzerschutz zu größtmäg- tchster Wirkung. Verschwand einst der Panzer des Sitters mit dem Aufkommen ber ersten Feuer- oaffe vom Gefechtsfelbe, weil es nun nicht mehr möglich war, einen gegen bas Geschoß wirksamen öchutz im Gefecht zu tragen unb gleichzeitig be- oegungs- und kampffähig zu bleiben, so fano sich irft wieder in der Motorkraft das geeignete

lände trotz der gesteigerten Geländegängigkeit der Fahrzeuge auch in Zukunft eine große Rolle spie­

len, was sich besonders bei der Auswahl von Ver-1 Mit dem Augenblick, wo die Artillerie schießt, ist die teibigungsftelhmgen auswirken wird. Schon daraus | Lauerstelsung verraten. Also weit vorgeschobene

verantwortlich. Krankheitsfälle, Beurlaubungen, Auszeichnungen, Beförderungen, Strafsachen, Ge­suche, Abänderungen in der Einteilung ber Truppe, Versetzungen, Kommandos sind Beispielsfälle für die Vielseitigkeit der Ausgaben, die dem Feldwebel übertragen sind.

Nach dem Unteroffizier ist der Oberfeldwebel der­jenige Mann in der Kompanie, dem der einzelne sein Anliegen vorbringt, bevor die Entscheidung des Führers gefällt wird; er braucht ein doppelsei­tiges Vertrauen: einerseits muß der Oberfeldwebel von der gesamten Mannschaft unb vom ganzen Unteroffizierkorps" ber Kompanie unbebingt ge­achtet werben unb alle müssen von seiner Überra- genben Dienstbekenntnis, von seiner Strenge, von seiner Gerechtigkeit unb von seinem Wohlwollen für jeben einzelnen und für den ganzen Truppen­teil wissen und ihm darum vertrauen; auf der an­deren Seite ist er mit dem Chef durch enges Ver­trauen verbunden. Dem Oberfeldwebel sind alle übrigen Unteroffiziere untergeordnet; er soll ihr nächster Kamerad, ihr Vorbild fein unb zu ihrer Erziehung mitwirken.

Frühestens nach fünf Dienstjahren kann bie Be­förderung zum Oberfeldwebel erfolgen; bie Eignung bazu muß durch eine Prüfung nachgewiefen wer­den. Die Beförderung erfolgt woraus man die hohe Bedeutung des Dienstgrades erkennen mag burch ben Regimentskommanbeur bzw. ben Kom­mandeur eines anderen, selbständigen Verbandes. Der Oberfeldwebel, ber vor ber Beforberung min- beftens brei Jahre als Unteroffizier gebient haben muß, erhält eine Bestallung, bie ihn im neuen Dienstgrabe bestätigt. Der Ersatz für abgehenbe Oberfeldwebel kommt aus ben Reihen ber Berufs- fofbaten, b. h. berjenigen, bie nach Ableistung ber gesetzlichen Dienstzeitkapituliert", sich zum Weiter­bienen bereit erklärt haben unb als Unteroffizier

bewährt sinb. Für bie Beforberung zum Dberfelb- wedel ist nicht bas Lebensalter, fonbern einzig und allein bie hervorragenbe Eignung neben ber frühe­ren Dienstzeit entscheibenb.

Am Ausbilbungsbienst in ber Kaserne nimmt ber Oderselbwebel für bie Regel nicht teil; gewöhnlich kehrt er nach ber Uebergabe ber Kompanie an den biensthabenben Offizier auf fein Geschäftszim­mer zurück. Beim Ausrücken ber Truppe befindet sich Der Führer vor dieser, der Oberfeldwebel schließt" an deren Ende; er steht auch bei ber geschlossen angetretenen Truppe für sich. Während mehrtägiger Uebungen sinb die Aufgaben bes Ober» felbwebels nicht verändert; ihre Besorgung vollzieht sich nur unter den anderen Verhältnissen. Während die Führer sich inmitten der Truppe im Gerecht befinden, führt der Oberfeldwebel die stets rückwärts verbleibenden Teile (Geschäftsstelle, Troß, Bespan­nungen, Küche usw.) nach; dabei muß er zum selb­ständigen Handeln befähigt sein, für den Fall, daß der Führer ihm keine Befehle geben kann.

Für bie Regel ist bie Quartierbesorgung unb -einrichtunq bie Aufgabe bes Oberfelbwebels; wenn andere Quartiermacher vorausgegangen sind, obliegt ihm die sofortige Uebernahme der Leitung bes inneren Dienstes in ber Marsch- oder Ruhe­unterkunft und die Herstellung bes Dienstverkehrs mit ber vorgesetzten Dienststelle (Bataillon, Abtei­lung, Regiment).

Die Aufgaben bes Oberfeldwebels sind im Frie­den und im Kriege dieselben. Sie umfaßen stets die Fürsorge für die Truppe, für ihre Schlagfertig­keit und Mannschaft, sie sind stets Unterstützung des verantwortlichen Führers. Darum ist die Stellung des Oberfeldwebels mit allem Recht angesehen bei ber Wehrmacht; bie Oberfeldwebel sind eine Auslese ber Besten, Säulen im ganzen.