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Ungarn nimmt -en Kampf gegen -en Bolschewismus auf.

Eine antibolschewistische Liga in Budapest gegründet.

Budapest, 2. Oft. (DNB.) Am Donnerstag­abend wurde in den Sälen der Budapester Redoute eine eindrucksvolle antibolschewistische Kundgebung abgehalten. Die Kundgebung, die von der Christlichen Wirtschaftspartei und den nationalen Studentenverbän­den einberufen worden war, fand mit Rücksicht auf das allgemeine Verfammlungsverbot in der Form eines Rechenschaftsberichtes der Reichstagsabgeord­neten statt. Unter stürmischem, langanhaltendem Beifall wurde von der Versammlung die Bil­dung einer einheitlichen a n t i b o l s ch e - wistischen Front aller national ein« gestellten Kräfte, die Einführung der all­gemeinen Wehrpflicht und schließlich die Schaffung eines allgemeinen staatlichen Ar­beitsdienstes gefordert. Als einer der Abge­ordneten auf die Ereignisse in Spanien hinwies, und hierbei der Helden vom Alcazar ge­dachte, erhob sich die tausendköpfitze Versammlung und brach zu Ehren der tapferen Kämpfer von Toledo in minutenlangen stürmischen Jubel aus.

Der Präsident der Christlichen Wirtschaftspartei, Csillery, forderte, immer wieder von begei­stertem Beifall unterbrochen, die geschlossene natio­nale Front gegen den Bolschewismus und wandte sich hierbei scharf gegen die Machenschaften der Marxisten. Csillery richtete an die Regierung die Aufforderung, unverzüglich die Sozialdemo­kratische Partei aufzulösen. Ein weiterer Redner forderte den Abbruch der diploma­tischen Beziehungen Ungarns zu Sow­

ie t r u ß l a n d und erklärte, daß die Budapester sowjetrussiscke Gesandtschaft den Stützpunkt kommunistischer Umtriebe bilde. Als der Präsident in seinen Ausführungen auf das Heber» wuchern des jüdischen Einflusses in Ungarn hinwies und auf die Tatsache aufmerksam machte, daß der ungari che Landbesitz zu einem großen Teil in jüdi chen Händen sei, brach die Versammlung in türmische antijüdische Rufe aus. Die Zeit zum Handeln, so erklärte der Red­ner weiter, sei gekommen, die christliche lieber« Zeugung dürfe sich nicht nur in Worten erschöpfen, sondern müsse jetzt in die Tat umgesetzt werden. Csillery forderte die Arbeiterschaft auf, die mar­xistischen Gewerkschaften zu verlassen und sich den christlich.nationalen Arbeiterverbän- d e n anzuschließen. Die bisherigen Klassengegen­sätze müßten verschwinden. Zum Schluß der außer- ordentlich bewegten Kundgebung wurde vom Prä­sidenten Csillery die Gründung der a n t i b o l s ch e- wistischen ungarischen Ligabekanntge­geben und zum allgemeinen Beitritt aufgefordert. Ein Zentralbüro der Liga soll geschaffen wer­den mit der Aufgabe, die kommunistische Bewegung zu beobachten, die nationale Presse über die bol­schewistische Gefahr aufzuklären und die Behörden auf alle Bewegungen der kommunistischen Welt- Organisation aufmerksam zu machen. Man beabsich­tigt ferner, zu einer Zusammenarbeit mit allen antibolschewistischen Organisationen des Auslandes zu gelangen.

Die Währungsvorlage verabschiedet.

Kammer und Senat haben zugestimmt. Heute wieder Börse in Paris.

Paris, 2. Oft. (DNB.) Die Kammer hat am späten Abend mit 350 gegen 219 Stimmen die vom Senat vorgenommene Erhöhung des Steuersatzes für Devisengewinne bei Ultimoliquidierung von 80 v. H. wieder auf 50 v. H. herabgesetzt, so daß die Vorlage erneut an den Senat zurückgehen mußte, der sich schließlich mit diesen 50 v. H. einverstanden erklärte. Um Mitternacht konnte dann endlich in der Kammer das Schlußdekret für die außerordentliche Sitzung verlesen werden. Die Währungsoorlage hat damit Gesetzeskraft erlangt. Sie wird am Freitagvormittag im Gesetzblatt veröffentlicht werden. Der Wiederer­öffnung der Börse am Freitag steht somit nichts im Wege. Man rechnet in Finanzkreisen mit einer festen Haltung der Freitagbörse. Man sieht u. a. das Anziehen der französischen Renten um 20 v. H. voraus und eine allgemeine Kurs­steigerung der französischen Wertpapiere um 25 v. H. Bei den Börsenmaklern sollen bereits viele Kaufaufträge, auch aus dem Auslande vorliegen.

Die Abwertung ist eine v o l Igo gene Tat­sache, aber die sie begleitenden Maßnahmen sind aus der parlamentarischen Maschine als Maßnah­men herausgekommen, die weder Fisch noch Fleisch sind. So etwa lautet die Formel, auf die sich das Urteil der Pariser Presse bringen läßt. Die Haltung des Senats, der zunächst einen schnellen Anlauf genommen und bann so kläglich nachgegeben habe, wird natürlich von der Opposi­tionspresse lebhaftbedauert. Die marxistischen Blätter andererseits erklären energischer denn je, die Regierung dürfe die Arbeiter jetzt nicht um die recht mageren Reste bringen, die ihnen geblieben seien, anderenfalls würden die Massendie Verteidigung ihrer Rechte selbst in die Hand nehmen". DasOeuvre" schreibt:Das Parlament hat bie* Abwertung nach einer mehr politischen als techni- schen Aussprache ratifiziert. Jetzt muß biefe Abwer­tung Ergebnisse zeitigen. Der Erfolg der Re­gierung wäre hinfällig, wenn bie Frankenanglei- chung nicht bie notwendige Entspannung brächte. Denn dann würbe Frankreich einer Katastrophe zu­steuern." Selbst derPopulaire", das Sprachrohr ber Regierung Blums, bleibt unsicher. Das Blatt arbeitet natürlich mit 2>em politischen Argument,

daß der Konflikt wohl beigelegt sei, aber ber Fa­schismus auf ber Lauer liege.

DasEcho be Paris" glaubt bie Einigung im Senat auf außenpolitische Hinter- grsinbe zurücksühren zu sollen. Der Rabikalspzia- list Chautemps habe sich um bie Schlichtung hinter ben Kulissen besonders bemüht. Man be­trachte Chautemps als den voraussichtlichen Nach­folger Blums Sein Eifer lasse sich damit erklären, baß er den Augenblick für bie Uebernahme ber Regierung noch nicht für gekommen halte. Wie viele Senatoren unb Abgeorbnete hoffe auch er zweifellos, baß sich bie Volksfront-Regierung a n den Folgen ber Abwertung abnutje. Das Blatt hält für weniger wahrscheinlich bie Les­art, baß ber Senat unter bem Druck ber Straße nachgegeben habe.

Angriffe gegen Innenminister Salengro.

Paris, 2. Oft. (DNB. Funkspruch.) Das rechts- stehenbe WochenblattG r i n g o i r e" läuft erneut gegen Innenminister Salengro Sturm mit ber Behauptung, Salengro fei im Weltkrieg nach Aussage seiner Frontkameraben wegen Der- lassens seines Postens vor bem Feinde in Abwesenheit von einem Kriegsgericht zum Tobe verurteilt worben. Salengro habe zu­gegeben, vor einem Kriegsgericht erschienen, jeboch freigesprochen worben zu sein. Die Beweise habe er angeblich in Hänben,Gringoire" hatte seinerzeit ben Innenminister aufgeforbert, bas Urteil bes Kriegsgerichts in bem Blatt zu veröffent­lichen, um bie gegen ihn gerichteten Anklagen zu entkräften. Jetzt erklärt das Blatt, Salengro lehne dies ab, und hülle fick) in Stillschwei­gen. Die amtliche Presse schweige.Sind wir also nicht berechtigt zu fragen", schreibt berGrin­goire",ob Salengro nicht gelogen hat, ob ber ehemalige Rabfahrer, ber Innenminister geworben ist, glicht befertiert ist unb nicht vom Kriegsgericht zum Tobe verurteilt mürbe? Sämtliche Zeugen­aussagen, auf bie wir uns stützen, stammen von ehemaligen Angehörigen des 233. Radfahr-Regi­ment, dem Salengro angehörte."

General Franco verkün-el eine autoritäre Volksregierung.

Paris, 2. Oft. (DNB. Funkspruch.) Bei seiner feierlichen Einführung in das Amt eines spanischen Staatsoberhauptes erklärte General Franco in Burgos auf eine Ansprache bes Generals Caba­ue l l a s u. a.: UnserAufstand" war der eines Volkes, das nicht untergehen will. Gleich­zeitig aber haben wir bie gesamte Zivilisation Westeuropas gerettet, bie von ben roten Horben bedroht ist. In einer Ansprache an das ihm zrn- jubelnde Volk führte Franco aus: Die barbarischen Taten, deren Spuren wir in Andalusien und Estre­madura vorfanden, sind nicht von Spaniern, son­dern von Ausländern im Solde Mos­kaus begangen worden. Unsere Regierung wird eine autoritäre Regierung sein. Wir werden für das Volk regieren. Wer etwa glauben sollte, wir würden die Vorrechte des Kapitalismus stützen, der täuscht sich. Wir werden für den Mittel st and unb bie unteren Schichten regieren. In Spanien, so schloß Franco, wirb bas Schicksal ber Zivilisation ent» schieben.

General Franco, das neue Staatsoberhaupt des nationalen Spanien, wurde 1882 in ber galici­schen Hafenstabt Ferrol geboren. Am 29. August 1907 trat er in die Militärakademie Toledo 'ein unb beendete 1900 sein Studium nach glänzendem Examen. Er wurde bann in das in Marokko kämpfende Heer eingereiht. Als Leutnant wurde er später von General B e r e n g u e r für ein neu- gegründetes Regiment farbiger Truppen angefor- bert; burch Tapferkeit unb Umsicht lenkte er bie Aufmerksamkeit auf sich, unb wurde rasch zum Hauptmayn befördert. Bei einem Kampf um Biutz erhielt er einen lebensgefährlichen Bauchschuß. Während seiner Genesung wurde er Major. Der Gründer ber spanischen Frembenlegion, Killan A st r a y, erwählte Franco als Führer eines Ba­taillons. Bei jeder Kampfaktion fetzte er fein Le­ben aufs Spiel, wofür er zum Oberst ber Frem - benlegion befördert wurde. Bei ber Ausrufung ber

Republik im Jahre 1931 war Franco ber Leiter der Militärakademie in Saragossa, 1934 war er Unterstaatssekretär bei Kriegsminister Gil Nobles. Seit 27. März 1934 ist Franco Dioisionsgeneral. Frasico ist einfach, wortkarg, lebt nur für feinen Dienst und fein Studium. Aus glühender Vater­landsliebe stellte er sich an die Spitze ber nationa­len Truppen, bie er nun bank seiner soliden stra­tegischen Kenntnisse von Sieg zu Sieg führt.

parlamentetomöhie in Madrid

Caballero fordert Republik des Proletariats.

Paris, 1. Oft. (DNB.) Donnerstag spielte sich in Madrid eine parlamentarische Komödie ab, in­dem sich bie Regierung Caballero bem noch verbliebenen Rest bes spanischen Lanbtags vor­stellte. Das Parlamentsgebüude würbe scharf bewacht, man hatte mit Maschinengewehren bewaffnete Posten aufgestellt, über dem Gebäude kreisten ständig Jagdflugzeuge. Kaum hundert Ab­geordnete waren zur Sitzung erschienen, die meist der Linksmehrheit angehörten. Alle anderen Ab­geordneten fehlten, da sie entweder verhaftet waren ober nicht mehr unter ben Lebenden weilen, soweit sie sich nicht durch die Flucht in Sicherheit bringen konnten. Die Anwesenheit des sowjet- russischen Botschafters wurde von den Abgeordneten durch lebhaftes Händeklatschen be­grüßt.

Caballero betonte, daß er Wert darauf gelegt habe, bie Vertreter aller in ber Volksfront ver­einigten Parteien in feine Regierung aufzunehmen. Alle feien zum Kampf gegen ben Faschismus ver­bunden. Nachdem Caballero sich bis zu ber Be­hauptung verstiegen hatte, baß bie Roten in Spa­nien für bieFreiheit" Europas kämpften, ent­hüllte er seinRegierungsprogramm". Wenn der Sieg errungen sei, müsse Spanien zu einer R e - publik bes Proletariats gemacht werben.

Dann wurde durch Handaufheben der Haushalt- voranschlag unb bas baskische Auto­nomiegesetz angenommen. Weiter erhielt bie Regierung alle Vollmachten zum Kampf gegen ben Faschismus und zur Ergreifung der für die Er­richtung der Republik des Proletariats erforder­lichen Maßnahmen.

Das Martyrium eines Priesters.

Sevilla, 1. Okt. (DNB.) Immer neue Greuel- taten der spanischen Marxisten werden nach ber Eroberung Toledos bekannt. So erzähll man sich mit besonderem Grauen das furchtbare Ende des Pfarrers von Torrijos, ber unter ber Leitung einer sogenannten rotenHumanitäts- Gesellschafts z u Tobe gemartert würbe. Das aus Talaoera geflohene Revolutionskornitee hatte sich unter Mitnahme von 5 Millionen Peseten in Sicherheit gebracht. Auf seine Veranlassung würbe ber Pfarrer aus seiner Wohnung gezerrt unb auf­geforbert, Gott zu lästern. Als biefer er­klärte, er ziehe vor, für Christus z u leiben, rissen ihm bie roten Banditen bie Kleiber vom Leibe unb wiederholten mit ihrem Opfer in viehischer Roheit die Leidensgeschichte Christi, soweit sie sich ihrer noch entsinnen konnten. Sie oeluben ben Geist­lichen mit schweren Holzbalken unb schleppten ihn unter fortgesetzten Stockschlägen unb wüsten Be­schimpfungen burch bie Straßen bes Ortes, wobei sie ihm Essig einflößten. Um ihre sadistischen Triebe zu befrebtgen, zogen sie ihm bann bie Kleibungs- tücke eines Angehörigen der roten Miliz an unb etzten ihm eine Dornenkrone aufs Haupt. Dieses urdjtbare Martyrium dauerte drei Tage, während welcher bas unglückliche Opfer immer wie­her zu Gotteslästerungen aufgefordert wurde. Nach langen Beratungen, ob der Geistliche gekreuzigt oder erschossen werden solle, entschied sich die Humanitäts-Gesellschaft" schließlich zur Erschie­ßung, die auf einem Felde vor dem Dorf vollzogen wurde.

Oie Blockade Madrids.

Lissabon, 2. Okt. (DNB. Funkspruch.) Ueber ben Runbfunksenber Sevilla teilte General Queipo be Llano u. a. mit, bah Mabrib erneut von natio­nalen Flugzeugen mit Bomben belegt worden fei.

150 000 Mann unb 100 Flugzeuge ber Militärgruvpe sollen für bie Blockabe Mabribs eingesetzt werben. Gin Flugzeug ber Mabriber Regierung hat über Oviebo zwölf kleinkalibrige Born» ben abgeworfen. Neun Personen würben ge­tötet. Am späten Abenb hat ein anberes Mabriber Flugzeug sofort in Flammen ausgehende» Brenn st off ausgeschüttet. Die entftanbeneB Bränbe konnten gelöscht werben.

Dank General Francos an Rudolf Heß.

Berlin, 1. Oft (DBB.) Auf bae an bie B et> leidiger unb Befreier bes Alkaz ar gfr richtete Glückwunschtelegramm bes S (e (1 o e r (r fr fers bes Führers ging folgenbe Antwort bei Generals Franco ein:

Stellvertreter bes Führers Rudolf Hetz. Berlin.

3m Namen ber Verteidiger bes Alkazar von To­ledo unb im Namen auch ber mir unterstellten Streitkräfte banke ich tief bewegt für bit zu herzen gehenden Glückwünsche ber NSDAP, unb verbinde mit ben freundlichsten Grüßen an diese den Wunsch für Zukunft und Gröhe des deutschen Volkes. (Gez.) Franco.

Malin" rechnet mit LUwmows Rücktritt.

Paris, 2. Okt. (DNB. Funkspruch.) DerMa- tin" rechnet mit dem bevorstehenden Rücktritt Lit­winows als Außenkommissar der Sowjetunion. Die Absetzung Rajewskys als Direktor des in französischer Sprache erscheinendenJournal de Ä! o s c o u" sei um so bezeichnender, als Rajewsky auch der Verbindungsmann zwischen dem Außenkommissariat und den aus­ländischen Diplomaten unb Presseleuten gewesen sei. Da Rajewsky ein Schützling L i t« w i n o w s sei, seien Gerüchte über Litwinows bal­digen Rücktritt nicht unbegründet. An.ber Spitze, bie Litwinows Ablösung fordere, stünden ber Kriegs­kommissar Woroschiloff unb bie Sekretäre bes Polit-Büros ber Partei, I e g o w unb Miko« j a n. Als Nachfolger Litwinows würben ge­nannt Potemkin, ber Schützling Woroschiloffs, ber bisherige erste Mitarbeiter Litwinows, Kre­stinsky unb Mikojan.

Reichsberufswettkampf im Zeichen des Vierjahresplanes.

Berlin, 1. DEL (DNB.) Der Reichsausschutz für ben 4. Reichsberufswettkampf ber deutschen Jugenb 1937 trat im Hause ber Deutschen Arbeitsfront zu feiner ersten Sitzung zusammen. Hauptamtsleiter Selzner sprach über ben tie­feren Sinn bes Reichsberufswettkampfes, der in der Erhöhung der schöpferischen Schaf­fenskraft liege. Die Deutsche Arbeitsfront sei glücklich, in Durchführung des vom Führer erteilten Auftrages zur Förderung der Berufserziehung mit ber Hitlerjugenb ebenso wie auch mit ber Reichs- studentenbunb-Führung in inniger unb organischer Verbindung unb Gemeinschaftsarbeit zu stehen.

Obergebietsführer A x m a n n hob hervor, baß ber nächstjährige Wettkampf im Zeichen bes vom Führer aufgestellten Vierjahresplanes stehen werbe. Deshalb werde die Jugenb bazu aufgerufen, auch ihrerseits durch gesteigerte Leistung und ver- doppelten Pflichteifer an der Beseitigung aller jener Mängel mitzuhelfen, die durch das Fehlen der not­wendigen Rohstoffe bedingt feien. Der Obergebiets­führer unterstrich bie Freiwilligkeit bieses Wett­kampfes, ber bamit in krassem Gegensatz zu bem antreiberischen Stachanow-System stehe. Der spezi­fische Charakter des Reichsberufswettkampfes werbe durch die Stellung auch weltanschaulicher und sport­licher Aufgaben keineswegs beeinträchtigt ober ge­schmälert. Im Gegenteil, die Berufsausbildung müsse auf der Ebene der Weltanschauung durch-

geführt werden. Die Werbung für ben Reichsbe­rufswettkampf solle sich vor allem auch auf bas britte unb vierte Lehrjahr erstrecken. Es würden auch im nächsten Jahr zum Reichskampf nicht ledig­lich alle G a u s i e g e r zusammenberufen werden. Der Redner sprach die Erwartung aus, daß die Be­triebsführer nicht ben Lohn bes Lehrlings ober Jungarbeiters für bie Zeit feiner Teilnahme am Berufswettkampf kürzen mürben.

Vom 1. Februar bis 1. Mai werben die Orts-, Gau- und Reichswettkämpfe burchgeführt unb vom 1. Mai bis 1. Oktober wirb an ber Aufwertung der Ergebnisse gearbeitet Der Ortswettkampf ist in die Zeit vom 14. bis 28. Februar 1937 gelegt wor­den; ber Reichsnährstand führt diesen Ortswettbe­werb vom 3. bis 4. März durch: die Gauwett- kämpfe finden in der Zeit vom 18. bis 21. März statt, der Reichskampf in den Tagen vom 25. April bis 1. Mai. Die Gauwettkampfleiter wer­den im Dezember zwecks einheitlicher Schulung nach Berlin berufen, und im Januar werden die Wett­kampfleiter der Orte zu einheitlicher Schu­lung im Reich zusammenkommen. Im Hinblick auf den Vierjahresplan komme dem Berufswett­kampf der Studenten besondere Bedeutung zu, könnten doch gerade hier Aufgaben und Themen gestellt werden, bie in engster Beziehung zu bem ge­waltigen Aufbauwerk stünden.

Kraft durch Freude" im Gau Heffen-Aaffou.

NSG. Die NS. - GemeinschaftKraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, hatte ihre Kreiswarte in Frankfurt a. M. zusammen- gezogen, um Richtlinien für bie Winterarbeit zu geben. Gaukassenwart Schönberger betonte, baß auf vielen Gebieten sich die Besucherzahl bes Jahres 1935 verdoppelt hat unb baß im ganzen Jahr eine minbeftens 40prozentige Zunahme ber Kraft-durch-Freube"-Besucher zu verzeichnen sei. So führte bas Amt Feierabend im Jahr 1935 3852 Veranstaltungen mit 1399 000 Besuchern durch gegenüber 1936 2283 Veranstaltungen mit schon 1 411000 Besuchern bis zum 31. Juli. Diese Zahlen zeigen ben Weg, weniger Veranstaltungen burchzuführen, bafür aber beren Inhalt zu ver­bessern. Man rechnet mit einer Gesamtbesucherzahl für bas Jahr 1936 von 2 bis 2,5 Millionen im Gaugebiet Hessen-Nassau. Das Sportamt führte 1935 6344 Kurse mit 114 627 Teilnehmern durch. Bis zum 31. Juli 1936 konnte es schon 8265 Kurse mit rund 128 000 Teilnehmern unter Dach unb Fach bringen. Das Amt Reisen Wanbern Urlaub hatte 1935 61 225 Besucher aus srem- ben Gauen zu verzeichnen. Diese Zahlen haben sich mehr als verdreifacht. 206 035 Volksgenossen aus anderen Gauen Deutschlands haben bis zum 31. Juli 1936 Stunden der Erholung und der Freude im Gau Hessen-Nassau gefunden. Der Gau selbst batte 1935 etwa 29 000 Volksgenossen in fremde Gaue geführt. Diesem steht bis zum 31. Juli 1936 eine Ziffer von 32 335 Volksgenossen entgegen, die in fremden Gauen Aufnahme fanden. An den kreiseigenen Fahrten nahmen bis zum 31. Juli 1936 180 231 Volksgenossen teil. Daß diese Parole:Urlaub im eigenen Gau" 1936 eine grö­ßere Beachtung fand als im Vorjahre, ergibt sich aus ber Gegenüberstellung ber Zahlen dieser Jahre innerhalb bes Gaues. 250 Volksgenossen aus bem Jahre 1935 stehen bis zum 31. Juli 1936 1577 Volksgenossen gegenüber, die zum größten Teil in den Kreisen Büdingen, Biedenkopf usw. Unter­kunft unb Verpflegung fanben. Die Abheilung Wanbern führte 1935 1051 Wanderungen mit 18 000 Teilnehmern durch, denen für bas Jahr 1936 bis jetzt 1434 Wanderungen mit 35 392 Teilneh­mern gegenüberstehen. Seit Bestehen des Amtes Schönheit ber Arbeit" wurden 7107 000 Mark für zusätzliche Arbeit im Gaugebiet ausge­geben. Den 50 Werkscharen mit 1800 Män­nern standen bis zum 31. Juli 1936 111 Werk- scharen mit 25 000 Werkscharmänner entgegen.

Dann sprachen bie Referenten über ihre speziellen Arbeitsgebiete. So führte ber Referent bes Amtes Schönheit ber Arbeit", Daoib Müller,

aus, daß bie Hotel-Aktion zum größten Teile ein befriedigendes Ergebnis zeitigte. Gleichfalls bie Aktion in ben Schuhfabriken, dagegen läge in den Ziegeleien noch manches im Argen, was aber auch in absehbarer Zeit oeseitigt würde. Die Aktion Gutes Licht gute Arbeit" werde nun in die Be­triebe gehen unb dort in Zusammenarbeit mit Fachleuten eine entsprechende Prüfung ber Licht- Verhältnisse innerhalb ber Betrieb burchführen.

Für bie Abteilung Wandern und Dorfoerschö» nerungsaktion sprach der Gauwanderwart Schwab. Der schaffende Volksgenosse solle in sei­ner Freizeit noch mehr als bisher mit ben Schön­heiten ber Natur bekannt gemacht werden. Es sei ja auch ber Wunsch bes Führers, baß jeder Volks­genosse wandern solle. Am stärksten käme dieses zum Ausdruck durch die bemnächstige Einführung eines Wanderjahres für alle Berufstätigen. Die Dorf Verschönerungsaktion bezwecke nicht nur äußerliche Verschönerung bes Dorfbildes, nein auch in ihrer inneren Einstellung müsse bie Ein­wohnerschaft eines solchen Musterdorfes umgestellt werden. Als bestes Beispiel eines Musterdorfes im Gau Hessen-Nassau stellte er Holzhausen (Kreis Biedenkopf) heraus. Hier feien alle Dorf­bewohner bestrebt, ihr Dörfchen zu einem wirklichen Schmuckkästchen zu machen. In ben kommunal-poli­tischen Kursen würben in Zukunft Vorträge über die Idee und ben Zweck ber Dorfverschönerungs­aktion gehalten werben.

Der Gedanke der Leibesübungen in ber Deutschen Arbeitsfront wurde durch ben Leiter bes Gausportamtes Jung herausgestellt. Im (Baugebiet führen insgesamt 19 Kreise Sportkurse burch, in denen die verschiedensten Sportarten betrieben wur­den. 1012 Sportarten wurden in Wiesbaden, Mainz, Darmstadt unb Gießen betrieben. Eine dringliche Aufgabe sei es, Lehrkräfte heranzubilden. Für bas Amt Reisen, Wanbern, Urlaub sprach ber Referent Wichmann. Insgesamt 80 Fahrten sollen 1937 burchgeführt werden. Das Winterprogramm umfaßt mehrere 8- unb 14tägige Fahrten in bas bayrische Alpengebiet und einige 8- und 14tägige Omnibusfahrten in bas Schwarz­waldgebiet (Kniebis); eine Fahrt von 14 Tagen nach R"ith im Winkel. Weiterhin 2 Züge in bie Rhön. Das Sommerprogramm enthält auch 3- unb Stägige Urlaubsreifen. Ueber bie Aufgaben bes beutfchen Volksbilbungswerkes sprach der Referent Handwerk. In allen Kreisen müsse ein Kreisvortragsdienst eingerichtet werben, um bie Dolksbilbung, die bisher sich fast nur auf einen gewissen abgeschlossenen Kreis erstreckt hat, an bie werktätigen Massen heranzubringen. Volks- und