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Reichstagung des Gustav Adolf-Vereins

Auf der Reichstagung der Guftav-Adolf-Stiftung in Kassel überbrachte Generalsuperintendent D. Fuchs im Namen des Gustav-Adolf-Vereins von Kurhessen-Waldeck eine Festgabe von 2 8 000 Mark, die durch Sammlungen der Konfirmanden und Kindergottesdienste aufgebracht worden sind. Die Gustav-Adolf-Frauenvereine, tue in diesem Jahre auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken, Übergaben 15 000 RM., die dazu helfen sollen, in den deutschen evangelischen Ge­meinden Brasiliens ein bodenständiges Dia­konissenwerk zu bauen. DieGroße Liebesgabe", die alljährlich auf den Reichstaaungen vergeben wird, wurde einer deutschen evangelischen Gemeinde in Oe st erreich zugesprochen. Eine deutsche evan­gelische Gemeinde in Belgien und eine kleine Diasporagemeinde in der Tschechoslowakei erhielten kleinere Gaben von je 7000 RM.

Generalsekretär D. Geißler legte den Jah­resbericht vor. Es wurden im Jahre 1935 ins­gesamt 1300 000 RM. für die Unterstützung evan­gelischer Diasporagemeinden aufgebracht. Von den 1311 Gemeinden, denen der Gustao-Adolf-Berein seine Hilfe gewährt hat, liegen 141 in Oesterreich, 135 in der Tschechoslowakei, 81 in Polen, 87 in den

baltischen Ländern, 11 in Ungarn, 78 in Jugosla­wien, 102 in Rumänien, 28 in Südamerika.

In einer öffentlichen Versammlung hielt Konsi- storialrat Hasenkamp (Düsseldorf) einen Vor­trag über den Dienst der Heimatkirche und des Gustav-Adolf-Vereins an den Volksgenossen i n den Kolonien. Der Redner, der selbst lange Jahre als Pfarrer von Swakopmund wirkte, wandte sich auch der Zukunft der deutschen Kolo­nialfrage und den daraus entspringenden Aufgaben für Heimatkirchen und Gustav-Adolf-Verein zu. Der Deutsche in der Diaspora des Auslandes bleibe nur Deutscher, wenn er Christ bleibe. Die Volks­gemeinde, die Kinder und Kindeskinder immer neu in der deutschen Muttersprache beten lehre, die das in der Lutherbibel verdeutschte Evangelium lese und deutsche Glaubenslieder singe, die bleibe deutsch, und sei sie dem Vaterlande Tausende von Meilen fern. Den feierlichen Ausklang der Gustav-Adolf-Tagung bildete ein Festgottes- dienst in der Kasseler Martinskirche, bei dem der Leiter des deutschen evangelischen Kirchenwesens in Estland, Propst zur Mühlen (Reval), die Predigt hielt. Als Ort der nächsten Reichstagung wurde Speyer in Aussicht genommen.

Aus aller Welt

Oie Giftmörderin Frieda Vogler rechtskräftig zum Tode verurteilt.

Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts hat die von der 42 Jahre alten Angeklagten Frieda Dog­ger, geb. Zorn, gegen das Urteil des Schwur­gerichts Mainz vom 9. Juli 1936 eingelegte R e - Vision als unbegründet verworfen. Damit ist die Aengeklagte wegen zweier Verbrechen des Mordes zweimal zum Tode und wegen zweier Verbrechen des versuchten Mordes zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurden der Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf Le­benszeit aberkannt. Die Angeklagte hatte, wie erinnerlich, im Jahre 1930 ihren 17 Jahre älteren Ehemann ermordet, indem sie ihm nach und nach Thalliumgift unter die Speisen mischte. Der Fri­seur Ludwig Seitz, der nach Annahme des Schwurgerichts von dem Verbrechen der Angeklag­ten gewußt hat, wurde ebenfalls von der Vogler durch Tallium vergiftet. Ein lästiger Liebhaber der Vogler, Andreas Keim, und der Stiefsohn Georg Vogler entgingen wie durch ein Wunder dem gleichen Schicksal. Infolge dieser beiden Giftmord­versuche sind jedoch beide Männer nahezu erblindet.

Oie Attveteranen am Tliederwald-Oenkmal.

Die 250 in Bad Ems zum Reichstreffen der Altveteranen des Deutschen Reichskrie­gerbundes (Kyffhäuser) versammelten alten Krieger veranstalteten am Vortag des Jahrestages von Se­dan, eine gemeinschaftliche Fuhrt zum Niederwald- Denkmal. Auf der Fahrt dorthin fand am Blücher- denkmal in Kaub eine kurze Erinnerungsfeier statt, bei der Major a. D. B r o i s ch e r einen Vortrag über Blüchers Rheinübergang in der Silvesternacht 1813 hielt. Am Niederwald-Denkmal waren die Kameradschaften des Deutschen Reichskriegerbundes aus der näheren und weiteren Umgebung angetre­ten. Zahlreiche Ehrengäste waren erschienen, die die Feierstunde der Altveteranen miterleben wollten.

Der Landesführer Kurpfalz, Generalleutnant a. D. von Oidtmann (Darmstadt) begrüßte den Bundesführer, die Attveteranen und die Ehrengäste

und feierte das Vorbild der Pflichtauffassung und Treue, das die Altveteranen ihren Nachfahren bie­ten. Bundesführer Oberst a. D. Reinhardt ge­dachte der Tapferen unseres Volkes, die damals auf den blutigen Schlachtfeldern, vornehmlich in Se­dan, ihr Leben gaben und derer, die ihr Leben im Weltkriege für Deutschlands Freiheit und die Frei­heit des deutschen Rheinstromes opferten. Wenn wir uns heute hier oben zusammengefunden haben, so sagte Oberst a. D. Reinhardt weiter, richten wir unseren Blick auf die Gegenwart und die Zukunft und gedenken des Mannes, dem wir es verdanken, daß wir wieder am freien Rhein stehen dürfen, der uns nach Jahren der Schmach die Ehre und das Ansehen in der Welt wiedergab. Der Bundes­führer schloß seine mit großer Begeisterung auf­genommene Rede mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler. Das Deutschland­lied und das Horst-Wessel-Lied und ein Vorbeimarsch der Ehrenformationen vor den alten Soldaten bil­deten den Abschluß der erhebenden Feierstunde.

Ungarn gewinnt die Goldmedaille im Münchener Schach-Olympia.

Die Hängepartten der 21. und letzten Runde im Schach-Olympia München 1 936 hatten folgendes Ergebnis: Finnland Estland 4:4, Un­garn Norwegen Italien Bulgarien

5^:2>2, Rumänien Schweden 1^:6^, Tschecho­slowakei Jugoslawien 5:3, Schweiz Frank­reich 5:3, Polen Holland 6:2, Deutschland Oesterreich 5%:2H, Lettland Dänemark 5:3, Island Litauen

Damit ergibt sich folgendes Endergebnis: Ungarn 110)4 Punkte, damit an erster Stelle und Gewinner der Goldmedaille; 2. Polen 108 Punkte; 3. Deutschland 106>4, 4. Jugoslawien 104)4; 5. Tschechoslowakei 104; 6. Lettland 96)4; 7. Oesterreich 95; 8. Schweden 94; 9. Dänemark 91)4; 10. Estland 90; 11. Litauen 77)4; 12. Finn­land 75; 13. Holland 71)4; 14. Rumänien 68; 15. Norwegen 64)4; 16. Brasilien 63; 17. Schweiz 61)4; 18. Italien 59; 19. Island 57)4; 20. Frank­reich 43)4; 21. Bulgarien 38)4 Punkte.

Die Siegerehrung fand ihren Höhepunkt mit der Verleihung der Medaillen und Ehrenpreise durch den Leiter des Großdeutschen Schachbundes, Regie­rungsdirektor Zander. Jedem der zehn Spieler der ungarischen Siegermannschaft überreichte er die Goldmedaille, ihrem Führer Großmeister Maroczy außerdem einen Ehrenpreis des Staatsministers a.D. Hermann Esser in Form eines goldenen Pokals für die ungarische Mannschaft. Die zweiten Sieger der polnischen Mannschaft bekamen die silberne Medaille, die deutschen Kämpfer, die den dritten Platz belegten, je eine broncene Medaille. Bundes­leiter Zander zollte auch den übrigen 18 Natio­nen und ihren Mannschaften, die je eine silberne Erinnerungsplakette und große Terrakotta-Sprin­ger-Figuren erhielten, volle Anerkennung und ge­dachte des vorbildlichen kameradschaftlichen Geistes, der zwischen allen teilnehmenden Nationen gewaltet habe. Bei dem Problem- und Studien- t u r n i e r konnte Deutschland mit 56 Punkten die goldene Medaille für sich erringen. Zweiter wurde Ungarn mit 19 und dritter Sieger Lett­land mit 18 Punkten.

Drei Bergsteiger im Jungfrau-Gebiet verschollen.

Ueber das Schicksal dreier junger Leute, die am Sonntag zu einer Besteigung des Ostgrates der Jungfrau aufgebrochen sind, und von denen man seither nichts mehr gehört hat, ist man in Bern in großer Sorge. Es wird befürchtet, daß sie in einen Gletscherbruch gestürzt sind.

Paddler im Rhein ertrunken.

Zwei Burschen aus Achern, die mit ihrem Pad­delboot auf dem Rhein aus Richtung Speyer kamen, wollten beim städtischen Flußbad in Mann­heim-Neckarau an Land gehen. Dabei geriet das Boot an ein Drahtseil und kenterte. Die beiden Insassen fielen in den Rhein. Der des Schwim­mens unkundige 16 Jahre alte Gerhard Busch fand dabei den Tod. Seine Leiche konnte bisher noch nicht geländet werden.

Trauriges Ende einer Gefälligkeitsfahrt.

Infolge Uebermüdung des Fahrers rannte nachts ein mit Braugerste beladener Lastzug aus Kreuz­tal bei Schameder (Wests.) in den tiefen Straßen­graben. Im Augenblick des Unglücks schlief ein jun­ges Mädchen, das der Fahrer aus Gefälligkeit aus Erfurt mitgenommen hatte, in dem engen Raum hinter dem Führersitz. Dadurch, daß der Hinter­teil des Lastwagens herumgerissen wurde, wurde das Mädchen eingeklemmt und war sofort tot. Der Beifahrer, der ebenfalls geschlafen hatte, sowie der Fahrer blieben unverletzt. Da das Mädchen keinerlei Papiere bei sich hatte, konnte man seine Personalien noch nicht feststellen. Der Fahrer wurde festgenommen.

3m Gardasee ertrunken.

In Sirmione am Gardasee geriet ein Bankbeamter aus Mantua, namens F u n a r o , beim Baden in Ertrinkungsgefahr. Zwei seiner Freunde, Dr. Viktor Ferrari und Dr. Caesar Galli, wollten ihm zu Hilfe eilen und stüzten sich in den See. Leider ist die Rettung nicht gelungen. Der junge Mann und seine Freunde, Beamte der Präfektur von Mantua, fanden den Tod.

Reue englische Briefmarken mit dem Bilde König Eduards VIII.

In allen englischen Postanstalten gelangten dieser Tage zum ersten Male die neuen Postwert­zeichen mit dem Kopf König Eduards VIII. zum Verkauf. Schon in den frühen Morgen­stunden war der Andrang außergewöhnlich groß. Die Postbehörden rechnen für den ersten Tag mit einem Gesamtverkauf von rund 3 0 Millionen Stück. Gleichzeitig setzte auch in den Dominions der Verkauf der neuen Briefmarken ein. In Austra­lien wurde eine sogenannte Krönungsausgabe ver­kauft, die den Kopf Eduards VIII. im Gegensatz zu den im Heimatland ausgegebenen Marken nicht von

der Seite zeigt, sondern von vorn. Diese Marke ist nach einer von König Eduard persönlich ausgesucht ten Photographie hergestellt. Die alten Freimarken mit dem Kopf Georgs V. werden bis zur Erschöp­fung der Vorräte weiter ausgegeben. Erwähnt sei noch, daß von den neuen Postwertzeichen bisher nur die )4, 1)4 und 2V--Pence-Marken zur Aus­gabe gelangen.

Eine hübsche 3dee für die Weinwerbewoche.

Mit anerkennenswerter Tatkraft nimmt sich d i e Stadt Augsburg des kommendenFestes der deutschen Traube und des Weines" an. Die Stadt hat nicht nur doppelt so viel Patenwein wie im Vorjahr bestellt (40 000 Liter), sondern hat auch eine neue Art und Weise gefunden für die Ausge­staltung der Weinwerbewoche. Auf dem alten Fisch­markt im Schatten des Rathauses so! ein Brun­nen aufgebaut werden, aus dessen vier Röhren einer der drei Augsburger Patenweine flie­ßen soll, und zwar an jedem Nachmittag, am Sonn­tag auch vormittags. Als Heben werden am Wein- brunnen junge Mädel in Pfälzer Tracht ihres Amtes walten. Der Patenwein wird in eige­nenP a t e n w e i n g l ä f e r n" mit dem Wahr­zeichen der Stadt ausgeschenkt, die als Anden­ken mitgenommen werden können. Und damit sich die nötige Stimmung gleich anfangs einstellt, werden durch eine Lautsprecher-Anlage Rhein- und Weinlieder übertragen werden.

3. Internationaler Kongreß für Lichlforfchung.

Der 3. Internationale Lichtforscher- Kongreß, zu dem 29 Staaten ihre Vertreter entsandt haben, ist in Wiesbaden eröffnet worden. Präsident Professor Dr Friedrich (Berlin) be­grüßte die Ehrengäste und Teilnehmer des Kon­gresses. Der Dank des Präsidenten galt in erster Linie dem Führer und Reichskanzler für die hochherzigen Spenden zur Durchführung des Kon­gresses. Dank sagte Professor Friedrich weiter dem Schirmherrn des Kongresses, Reichsminister Dr. F r i ck , für seine tatkräftige Förderung. Ministerial­direktor Dr. Gütt erklärte daraus den Kongreß für eröffnet. Oberbürgermeister Schulte entbot den Willkommensgruß aller örtlichen Kreise. Nach den Ansprachen verschiedner ausländischer Delegier­ter hielt Professor Dr. Rudolf Herzog (Gießen) einen beifällig aufgenommenen Festvortrag über das Thema:Das Licht in Glauben und Brauch der Völker". Mit dem Kongreß ist eine Ausstellung verbunden, die den Teilnehmern einen Ueberblick über den Stand und die Fortschritte der medizini­schen Technik gibt.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Während im Norden und Osten Deutschlands noch immer der Einfluß des im.Ostseegebiet liegenden Sturmwirbels sich bemerkbar'macht, konnte sich am Montag bei uns Witterungsbesserung durchsetzen. Ueber England ist jedoch ein neuer Wirbel in Ent­wicklung, der seinen Einfluß schon nach Nordwest­deutschland vorgetragen und Regenfälle verursacht hat. Auch bei uns wird sich etwas unbeständiges Wetter durchsetzen, doch wird die Niederschlags­tätigkeit sich vereinzelt auf gewittrige Niederschläge beschränken.

Aussichten für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig, sonst meist wolkig und auch ver­einzelt teilweise gewittrige Niederschläge, bei süd­lichen Winden ziemlich warm und schwül.

Aussichten für Freitag: Leicht unbestän­dig, aber ziemlich warm und nicht durchweg un­freundliche Witterung.

Lufttemperaturen am 1. September: mittags 21,3 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 2. September: morgens 12,4 Grad. Maximum 21,8 Grad, Mini­mum heute nacht 10,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. September: abends 19,5 Grad; am 2. September: morgens 16,5 Grad. «

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