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bam, Kopenhagen, Malmö, Stockholm, Helfingfors sowie nach Berlin mit Anschlüssen nach Osteuropa und den Balkanländern. Die deutsche Trans» atlantik-Linie FrankfurtRio de Janeiro Buenos AiresSantiago verkehrt auch im Winter wie bisher.

75 Jahre »Deutsche Allgemeine Zeitung^.

Die Deutsche Allgemeine Zeitung feiert am 1. Oktober ihr 75jöhriges Jubi­läum. Der Leitartikel der Jubiläumsnummer der DAZ. gibt einen interessanten Rückblick auf die Ent­wicklung der Zeitung, deren erste Nummer am 1. Oktober 1861 (damals als Norddeutsche Allge­meine Zeitung) erschienen war.

Die Jubiläumsnummer bringt dann ein Faksimile derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" und die Bilder der Hauptschriftleiter von 1861 bis zum heutigen Tag. Glückwünsche zum Jubiläum entsandten u. a. Ministerpräsident Göring, die Reichsminister Freiherr v. Neurath, General­feldmarschall von Blomberg, Graf Schwerin von Krosigk, Dr. Schacht, Seldte, Dr. Gürtner, Freiherr von Eltz-Rübenach, Dr. Frank, Staatssekretär Funk, Staatssekretär Dr. Lammers, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, Generaloberst Freiherr v. Fritsch, Generaladmiral R a e d e r , Gauleiter E. W. Bohle, die Botschafter von Papen und von Hassel, der Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig Arthur Greiser und u. a. auch der österreichische Bundesminister Dr. Edmund Glaise von Horstenau. Auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft verzeichnet die DAZ. Glück­wünsche von Staatsrat Wilhelm Furtwängler, Hans Friedrich Blunck, Edwin Fischer, Dr. Hans Grimm, Gerhart Hauptmann und Dr. Max Halbe. Generalintendant Eugen Klöpfer, Friedrich K a y ß l e r und vielen an­deren.

Oie Grabbe-Woche in Detmold.

Das Interesse an der Grabb e-W oche in Det­mold ist äußerst lebhaft. Es gibt keinen Teilneh­mer an der Festwoche, der in diesen Tagen nicht den stillen Friedhof an der Weinbergstraße besucht hat. Hier ruht der große Dramatiker neben seiner Mutter. Riesige Lorbeerkränze und prachtvolle Blumen schmücken die Grabstätte des Dichters. Auch die Häuser, in denen Grabbe geboren wurde, lebte und starb, sind das Ziel der Festteilnehmer. Ebenso stark ist der Besuch der von Dr. B e r g- m a n n-Weimar im Festsaal des Lippischen Lan­destheaters aufgebauten Grabbe-Ausstellung. Der zweite Tag der Festwoche brachte das Gastspiel des Stadttheaters Bochum. Intendant Dr. Saladin Schmitt kam mit weit über 100 Darstellern nach Detmold und brachte Grabbes fünfaktiges Drama Napoleon oder die 100 Tage" in glanzvoller Weise zur Aufführung. Das wiederum bis auf den letzten Platz besetzte und wirkungsvoll ausge­schmückte Theater erlebte seinen bisher größten Tag. Im Verlaufe von drei Stunden rollte in 26 meisterhaft aufgebauten Bühnenbildern das Schick­sal Napoleons ab. Die über alles Lob erhabene Aufführung brachte darstellerische Spitzenleistungen. Großartig gestalteten Walther Kaltheuner den Napoleon und Willi Buch den Blücher. Die Vor­stellung wurde mit stürmischem und langanhalten­

dem Beifall ausgezeichnet. Intendant Dr. Saladin Schmitt mußte sich mit den Hauptdarstellern immer wieder vor dem Vorhang zeigen.

Die Verstärkung des Schweizer Heeres

Bern, 30. Sept. (DNB.) Der Ständerat stimmte einmütig der Vorlage über die neue Truppenordnung zu. Bundesrat M i n g e r führte u. a. aus, daß die internationale Lage, die unsicherer als je fei, die Schweiz zur Vermehrung der Verteidigungskraft der Armee zwinge.. So wichtig auch nach der Abwertung die Verteidigung des Schweizer Franken fei, der Schutzder Unabhängigkeit des Landes fei noch wichtiger. Die Reorganisation der Armee werde am 1. Januar 1938 in Kraft treten. Vor­gesehen sei in der Hauptsache eine neue Ein­teilung der Heereseinheiten, die Ver­stärkung der Motorisierung und der Luft­waffe, sowie die Erhöhung der Zahl der Divisionen. Nach Durchführung der neuen Maßnahmen werde die Schweiz allen Eventualitä­ten gewachsen sein.

Volksspende

zum Aufbau der österreichischen Armee

Wien, 30. Sept. (DNB.) Der Staatssekretär für Landesverteidigung, General der Infanterie Zehner, hielt einen Rundfunkvortrag, in dem er die Bevölkerung ausforderte, die Ausgestaltung der österreichischen Luftwaffe durch eine frei­willige Dolksspende zu fördern. Er er­klärte, daß die technische Ausrüstung der Armee in immer schnellerem Tempo vorwärtsschreite. Be­sondere Sorgfalt müsse der Luftwaffe zugewandt werden. Gleichzeitig veröffentlicht diePolitische Korrespondenz" einen vom Bundeskommissar für Heimatdienst Adam und dem Staatssekretär für Landesverteidigung Zehner unterzeichneten Auf­ruf an die Bevölkerung, der mit den Worten schließt:Oesterreicher! Die Armee wendet sich an Euch. Sie verlangt von Euch einen Vertrauens­beweis und ein Opfer. Sie tut das, weil das Opfer nicht irgendwelchen Sonderintereffen gilt, sondern der Wehrhaftigkeit unseres Vater­land e s."

Aus aller Welt.

Die Che des Fürsten Starhemberg für ungültig erklärt.

Das geistliche Gericht bei der Erzdiözese Wien hat als erste Instanz die Ehe des Fürsten Star­hemberg für ungültig erklärt. Dieses Urteil hat in Wien großes Aufsehen hervorgerufen. Star­hemberg ist seit dem 4. September 1928 mit Marie Elise Altgräfin von Salm Reifferscheid t- R e i tz verheiratet. Seit zwei Jahren führte Fürst Starhemberg den Kampf um die Auslösung seiner Ehe. Er brachte eine Klage beim Kanonischen Ge­richt in Wien mit der Begründung ein, daß die Ehe niemals durchgeführt worden sei. Die Klage wurde abgewiesen mit der Begründung, daß die Nichtdurchführung, selbst wenn sie erwiesen sei, keinen Eheauflösungsgrund darstelle. In einer nun eingebrachten Klage erklärten beide Teile, sie hätten bei Abschluß der Ehe nie und nimmer die Absicht gehabt, ein normales Eheleben zu führen. Dieser zweiten Klage hat nun das geistliche Gericht statt­

gegeben mit der Begründung, daß eine solche Ver­einbarung dem Sinn der Ehe widerspreche. Der Eheband-Berteidiaer hat die Berufung an das geistliche Gericht der Diözese Salzburg eingebracht, das für Eherechtsprozesse der Wiener Diözese als zweite Instanz fungiert.

Die älteste deutsche Aerztin gestorben.

Aus Bern kommt die Meldung, daß dort im Alter von 98 Jahren die ä l t tz st e deutsche Aerztin, Frau Dr. med. Mathilde Theyssen, gestorben ist. Die Verstorbene, die aus Trier stammte und erst am 7. September d. I. ihren 98. Geburtstag feiern konnte, wirkte bis Kriegsende in Straßburg, wo sie seinerzeit ausgeroiefen wurde. Sie nahm bann ihren Wohnsitz in Freiburg-Litten- weiler und später in der Schweizer Bundeshaupt­stadt.. Noch im vergangenen Jahre konnte sie zahl­reiche Glückwünsche zu dem seltenen Jubiläum ihrer vor 70 Jahren erfolgten Promotion entgegenneh­men. Frau Dr. Theyssen war die erste Frau der Welt, die den medizinischen Doktorgrad errang. Die Beisetzung ist in Bern erfolgt.

Lloyd George als Bienenzüchter.

Lloyd George eröffnete die Ausstellung englischer Imker im Londoner Kristallpalast mit einer von politischen Anspielungen gewürzten Rede. Es sei, so erklärte er, ein schlechtes Jahr für den Honig wie auch für die internationale Welt gewesen. Zu wenig Sonne habe geschienen, und weder bei den Bienen noch bei den Menschen sei viel Honig erzeugt worden. Es habe sehr viel Unruhe gegeben und mancherlei Versuche, andere Bienenstöcke zu berauben, wie das in solchen Fäl­len unvermeidlich sei. Unter den Imkern, die Preise erzielten, war auch Lloyd George selbst. Er erhielt zwei erste und einen zweiten Preis für feinen Honig. Für diejenigen, die diese Geschichte nicht glauben wollen, sei hinzugefügt, daß Lloyd George feit vielen Jahren Blumen und Bienen züchtet und vor etwa zwei Jahren die Bewirtschaftung eines Bauerngutes übernom­men hat, dessen Erzeugnisse sich eines besonders guten Rutes erfreuen.

Ein Geschenk der Schuhsladl Pirmasens an den Führer.

Der längst erwogene Plan der Deutschen Arbeits­front in Pirmasens, dem Führer in Dankbarkeit und Treue ein Geschenk der deutschen Schuhmetropole zu übermitteln, ist nunmehr in sinniger Weise verwirklicht worden. Fleißige Hände fertigten ein kleines Schränkchen aus kost­barem Holz mit Glaswänden und gläsernen Quer- platten, auf denen 26 künstlerisch gearbeitete Minia- tur-Schuhmodelle stehen, alles umfassend, was in Pirmasenser Fabriken hergestellt wird vom ein­fachen Pirmasenser Schlappen bis zum feinsten Da­menschuh und dem flotten Reitstiefel der SS. Ein Metallschildchen inmitten des Schränkchens trägt die Widmung:Ihrem allverehrten Führer in dank­barer Treue Arbeiterschaft und Betriebsführer der Schuhmetropole. September 1936."

Vollstreckung eines Todesurteils.

Am 30. September ist in Leipzig der 1914 ge­borene Gerhard Grummet aus Leipzig hin- gerichtet worden, der am 23. Juni 1936 von dem Schwurgericht in Leipzig wegen Mordes und schweren Raubes zum Tooe und zum dauern­den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Grummet hat am 12. Dezember 1935 in dem Hauptbüro einer Papiergroßhandlung in

Leipzig, bei der er selbst beschäftigt war, nach Ge- schästsschluß den 63 Jahre alten Angestellten Paul Nocke ermordet und das von Nocke verwahrte, der Firma gehörige Geld geraubt.

Ueberschwemmungen in Mexiko.

Starke Regengüsse in den letzten Tagen riefen in den Nordstaaten von Mexiko große Ueber. schwemmungen hervor. In den Ortschaften San Jose de Gracia und Nicolas Bravo im Staate Durango sind drei Menschen ertrunken, wäh­rend 19 bei den Verwüstungen, die das Hochwasser anrichtete, verletzt wurden. Auch aus anderen Teilen Mexikos laufen Nachrichten ein, denen zu­folge Todesopfer zu beklagen sind. Der ange­richtete Sachschaden ist ebenfalls beträchtlich.

hauseinsiurz in Insterburg.

In Insterburg (Ostpr.) erschütterte ein schwerer Sprengschlag die Lindenstraße, so daß alle Fenster­scheiben zertrümmert wurden. Als sich die Spreng­wolke verzogen hatte, gewahrte man, daß ein großes Haus einge stürzt war. Die Trümmer versperrten die ganze Straße. Die umliegenden Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt. Bisher wurden zwei Leichtverletzte geborgen. Während der Aufräumungsarbeiten brach Feuer aus, das die Bergungsarbeiten außerordentlich erschwerte. Ob sich noch Menschen unter den Trümmern befinden, kann derzeit nicht festgestellt werden. Als Unglücks­ursache vermutet man eine Explosion von Kohlen­säureslaschen

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Nach der besonders starken Abkühlung in der Nacht zum Mittwoch fetzte zunächst eine Zufuhr feuchtmilder Meeresluft ein, die leichte Unbestän­digkeit bedingte. Inzwischen ist erneut Kaltluft auf das Festland vorgestoßen, in deren Bereich in den nördlichen Teilen Deutschlands bereits Aufheiterung einsetzte. West- und Südoeutschland befinden sich da­gegen heute früh in einem lang ausgedehnten Re­gengebiet, das mit der Verdrängung der feuchten Meeresluft in Zusammenhang steht. Voraussichtlich wird sich noch am Donnerstag Besserung durchsetzen, die vielerorts durch Nebelbildung gestört sein wird und für längere Zeit niederschlagfreies Wetter bringen wird.

Aussichten für Freitag: Vielfach dunstig oder neblig, sonst aufheiternd und im allgemeinen trocken, nachts wieder etwas frischer, Winde um Nord.

Aussichten f ü r Samstag: Vielfach dun­stig oder neblig, sonst wieder etwas unbeständiger.

ßuftemperaturen am 30. September: mittags 13,9 Grad Celsius, abends 8,9 Grad; am 1. Oktober: mor­gens 8,9 Grad. Maximum 13,9 Grad, Minimum heute nacht 7,8 Grad.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'fche Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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