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Nr. <51 Zweiter Via«

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Sderhessen)

ntittrood). I.Zuli 1956

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von 1 350 000 Tonnen im Jahre.

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schule durch kämpferische Arbeit von Nationalsozia­listen zur Hochschule des Dritten Reiches werde. Der Minister weilte noch mehrere Stunden bei ber Führern der Deutschen Studentenschaft, wobei über alle wichtigen Fragen der studentischen Arbeit ge­sprochen wurde. Der Minister forderte dann die Studenten auf, den von ihnen beschrittenen Weg weiterzugehen und wie bisher entscheidend an der Neubildung der Universitäten und Hochschulen mit« zuschaffen.

finden sich bereits ähnliche Anlagen kleinerer Ab­messungen.

Der kürzlich verstorbene italienische Gelehrte Et­tore C a r d a n i aber hatte sich als Forschungsge­biet die Ausnutzung der wirklichen Dulkankräfte, namentlich des Vesuvs erwählt, der seit 63 n. Ehr. (schon seit diesem Jahre kündete er seinen verhee­renden ersten geschichtlichen Ausbruch von 79 n. Ehr. durch Erdbeben an) der tätigste der italieni­schen Vulkane ist.

Ein tätiger Vulkan stellt zweifellos einen be­trächtlichen Wärmespeicher dar. Er stößt Gas und Dämpfe aus, die große Mengen wertvolle Chemikalien enthalten, und es ist keineswegs zu phantastisch gedacht, wenn man diese Stoffe ge­winnen will; tut man es doch schon mit bestem Er­folg in Larderello. Ja, es bleibt noch zu erwägen, ob man nicht durch planmäßiges Anzapfen einem bösartigen Vulkan seine Neigung zu Ausbrüchen ein für allemal nehmen kann. C a r d a n i dachte sich jedenfalls die Energiegewinnung aus Vulkanen, die er mit dem NamenRote Kohle" belegte, nicht allzuschwer. Die eigentlichen vulkanischen Herde sucht man in nur geringen Tiefen von 10 bis 20 Kilometer in der Erdrinde. Ob diese Herde mit

Oer zweite Festakt des Heidelberger ilmversitätsjubiläums

Bei oberflächlicher Ueberlegung könnte man mei­nen, daß die Menschheit sich den größten Teil der ihr auf Erden zu Gebote stehenden Naturkräfte be­reits unterworfen und dienstbar gemacht hat. Da ist einmal als älteste Kraftquelle das Feuer in Gestalt der Brennstoffe. Feuer ist einst die Grund­lage der Kultur gewesen und bildet noch heute die meistverwendete Kraftquelle. Wind und Strö­mung des fließenden Wassers waren die näch­sten Helfer, nur bescheidene Kraftlieferer, weil man sich ihrer außer zum Segeln und zum Mühlenbe­trieb nicht zu bedienen wußte. Erst mit Ausnutzung des Wassergefälles, mit Erzeugung elektrischer Energie aus Wasserkraft, bot sich ein ein­faches Mittel, große Kraftmengen auf engem Raume ohne viel Umstände zu erzeugen und fort-

Heidelberg an den Jubiläumsfeierlichkeiten teil. Reichsminister Rust besuchte die versammelten Führer der Deutschen Studentenschaft im Schwetzin- ger Schloßpark. In seiner Begleitung befanden sich Staatssekretär Zschintsch, der Chef des Wissen­schaftsamtes Dahlen, der Chef des Minister­amtes H o h l f e l d e r und der Ches der Hochschul­abteilung Bacher. Der Minister stellte fest, daß die von der Deutschen Studentenschaft bisher ge­leistete Arbeit seine volle Anerkennung finde und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Hoch-

Der Rektor und die Dekane der jubilierenden Universität. Don links nach rechts: Professor Bötticher, Professor E n g i s ch , Professor Odenwald, Rektor Professor Dr. Groh, Professor G ü n t e r t, Professor Schneider, Professor Vogt. (Scherl. Aufnahme: Hoffmann.)

Der Vulkan als Kraftwerk.

Kann der Vulkan zur segenspendenden Energiequelle werden?

zuleiten. Doch die Erzeugung von Kraft aus Brenn­stoffen ist eigentlich eine häßliche Vergeudung, man lebt gleichsam vom Kapital statt von den Zinsen, gleich, ob man Kohle oder Holz oder Naphta brennt, Gas benützt oder Oel im Motor verpufft. Man wird eines Tages damit geizen müssen. Warum also nicht lieber früher an den Ausbau jener Kraftquellen gehen, die auf unabsehbare Zeit unerschöpflich sind? Da ist einmal die Wind­energie, die größte Energiespenderin überhaupt auf Erden, wenn wir auch noch zu ungeschickt sind, sie zu fesseln. Dann die Sonnenstrahlung, die auch den Wind erzeugt. Auch bis zu ihrer Einspannung hat es noch gute Wege. Weiterhin die Gezei­tenkräfte, deren Einfangen nur an wenigen Stellen lohnt und daher für die Allgemeinheit we­nig Interesse bietet. Wellenschlag des Meeres wäre auch eine schöne, nur noch recht unerforschte Kraft­quelle. Vorderhand sind alle Wellenmotoren nur Spielzeuge. Einen schönen, leider vom wirtschaft­lichen Standpunkt aus rettungslos unwirtschaft­lichen Versuch unternahm der kühne Pionier der Technik, Claude, als er den Wärmeunterschied des Oberflächen- und Tiefsee-Meerwassers in tropi­schen Meeren ausnützen wollte. Kritische Leute hatten es ihm freilich gleich ausgerechnet, daß es wohl geht, aber nicht lohnt, und heutzutage muß eine Anlage eben lohnen. Das ist ja auch das Entscheidende bei den S o n n e n k r a f t m a s ch i n e n , daß sie wohl gehen, aber nicht oder wenigstens nur an wenigen Stellen lohnen.

großen Magmakammern in etwa 120 Kilometer Tiefe in Verbindung stehen, ist ungewiß. Aus die­ser Art aber steigt der Ausbruch durch einen die Erdrinde durchdringenden Schlot oder Eruptions­kanal an die Oberfläche. Der Auswurf bildet all­mählich jene Berge von Geröll aus Lava, Tuffstein, Aschen usw., wie wir sie auch am Vesuv finden, der zum sogenanntenvulkanischen Typ" gehört, einer besonders unruhigen und unberechenbaren Kate­gorie im Gegensatz zum hawaiischen mit ruhigem Lavafluß, dem strombolianischen mit ungefährlichem Auswurf und dem peleanischen mit Glutwolken.

Die Felsmassen oben auf dem Vesuv bestehen aus erstarrter Lava, die ein sehr schlechter Wärme­leiter ist, also die Wärmeenergie gut abhält, so daß man durch sie Anzapfbohrungen bis in die nötige Tiefe niederbringen könnte. Es wäre dann möglich, die entweichenden Dampf- oder Gasschwaden auf­zufangen und zum Betrieb von Röhrenkesseln zu benützen. C a r d a n i hat auf Grund von Messun- gen und Berechnungen die dauernde Wärmeabgabe des Vulkans ziemlich genau geschätzt. Er unterschied drei Formen der Kraftabgabe: erstlich durch Strahlung und Leitung, dann burck Fumarolen um den Krater und andere Ausblasestellen, und schließlich durch die sehr heißen, aus dem Krater entweichenden Gase. Die größte Wärme­menge wird nach Caldani durch die Gaswolken ab­geführt. Nun schätzt man die Tiefe des Dorherds auf etwa 250 Meter und die dort herrschende Wärme auf 1200 Grad. Der Boden in dieser Zone dürfte etwa 800 Grad heiß sein, die Temperatur der ausstrahlenden Gase beträgt immer noch 600 Grad. Die Gaswolken strömen in einer Menge von etwa 1700 bis 1800 Kubikmeter je Sekunde aus und sind doppelt so dicht wie Luft. Sie füh­ren also ziemlich 200000 Kalorien je Se- künde ab. Zählt man die Energieabgabe der zwei anderen Verlustquellen mit dazu, so kommt man auf einen Kraftverlust von 300 000 Kalorien je Sekunde. Das entspricht einer Menge von 43 Kilogramm Kohle und 7000 Kalorien Heizwert in der Sekunde, von 155 Tonnen in der Stunde und

Heidelberg, 30. Juni. (DNB.) Der zweite Festakt am Dienstag wurde mit Max RegersVa­terländischer Ouvertüre", vom Gewandhausorchester unter der Leitung Professor Hermann Abend- r o t h s hervorragend zu Gehör gebracht, eingelei­tet. Dann wurden die bereits mitgeteilten Ehren­promotionen vorgenommen, wonach drei wissenschaftliche Vortrage folgten. Staatsminister Dr. Wacker- Karlsruhe sprach über die Geschichte, Bedeutung und Aufgabe der Universität Heidelberg. Er umriß die Stellung der Universität Heidelberg im geistigen Kampf der Jahrhunderte.

Anschließend sprach Professor der Philosophie Dr. h. c. Krieck (Heidelberg) über die Objek­tivität der Wissenschaft als Problem. Professor Krieck sagte u. a.: Der Herr Reichswissen­schaftsminister hat die Grundprobleme der Erneue­rung der Wissenschaft als der Zentralaufgabe der künftigen deutschen Hochschule in einer Weise Um­rissen, die darum für uns verpflichtend ist, weil wir als Männer der Wissenschaft derselben Welt­anschauung und derselben Aufgabe unterstehen wie die Staatsführung. Wir begegnen uns folgerichtig im selben Mittelpunkt, nämlich in der Frage nach einer neuen Sinngebung und Recht­fertigung der im Umbruch befind­lichen Wissenschaft, und wir freuen uns dieser Begegnung, weil sie uns zeigt, daß von der Führung des nationalsozialistischen Staates die un­geheuren Möglichkeiten neuer Wissenschaftsgestaltung ergriffen werden. Die Wissenschaft eines Volkes ist Ausdruck und Teil seines Gesamtlebens und ist daher mit den Bedingungen und Grenzen, mit Weg und Sinn dieses Lebens verbunden. Rechte Wissen­schaft ist nicht abgelöste, sich selbst genügende Er­kenntnis, sondern sie enthält notwendig aufbauende Formenkraft an Menschentum und Lebensordnun- gen Wir erkennen und anerkennen keine Wahr­heit um der Wahrheit, keine Wissenschaft um der Wissenschaft willen. Wahrheit bleibt zwar Weg und

Gestaltungsgesetz der Wissenschaft, Ziel aber ist die Gestaltung des Menschentums und der völkischen Lebensordnung gemäß dem Charakter und Natur­gesetz der Gemeinschaft. Wissenschaft hat also ihren Wurzelgrund in der Weltanschauung. Wir wissen uns auch in der Wissenschaft auf einem Weg zu neuen Zielen, der uns von Charakter, Schicksal und Geschichte vorgeschrieben ist, auf einem Weg, auf dem voranzugehen wir berufen sind, und den die anderen Völker, das eine früher, das andere später, mit innerer Notwendigkeit ebenfalls werden beschreiten müssen.

Professor Dr. med. Johann Stein (Heidelberg) sprach dann überArzttum und V o l k". Die große Verantwortung und die hohen Anforderun­gen werden alle, die zum Arzt berufen find, zu einer neuen starken Gemeinschaft zusammenschlie­ßen. Sie werden durch gleiche Weltanschaung, durch gleiche Erziehung, in gleicher Pflicht, in gleichem Glauben und in gleicher Treue und gegenseitiger Achtung miteinander verbunden sein. Eine solche Gemeinschaft wird mehr fein und mehr vermögen, als es die höchste Zahl individueller Aerzte je ver­mochte, darum wird aber auch dieser Arzt an sei­nen Eid gebunden sein, an einen Eid, der das heilige Zeichen seines hohen Berufes und dieser neuen Gemeinschaft fein soll. 2000 Jahre hindurch hat ärztlichen Generationen des Abendlandes der Eid des Hippokrates gegolten. Der hinter uns lie­genden Zeit war der Geist dieses Eides fremd. Wir aber wollen ihn mit dem Geist der Bewegung erfüllen, die Volk und Arzt zu neuem Wirken ge­führt hat.

Neichsminister )tmt vor den Gtudentensckastsführern

H e i d e l b e r g , 30. Juni. (DNB.) Die Reichs­führung der Deutschen Studentenschaft und die örtlichen Studentenschaftsführer aus dem Reich nahmen nach ihrer Arbeitstagung in

Bleibt noch die Wärme unserer Mutter Erde. Sie ist zweifellos da und nicht so leicht zu erschöp­fen. Aber wie ihr beikommen? Der Vorschläge, sie anzuzapfen, gibt es genug. Meist gründen sie sich aber auf eine keineswegs im angenommenen Maße nachgewiesene Steigerung der Erdwärme nach der Tiefe zu. Und wie tief muß man wohl gehen, bis man die Wärmezufubr dauernd und ergiebig ge­nug findet, um auf feine Kosten zu kommen? Doch man braucht nicht an den ungünstigen Stellen Lö­cher in die Erde zu bohren, man kann es auch bil­liger haben. Es gibt ja Vulkane, die uns die Erdwärme gleichsam als Anzapfleitung bis an die Erdoberfläche bringen, die gewissermaßen für uns aufgehobene Wärmespeicher aus alter Zeit dar­stellen. Der erste geglückte Versuch dieser Art war die Errichtung des Werkes Larderello in Toskana, wo man schon seit vielen Jahren die Energie der S o f f i o n i, derBlaserohre", auffängt, sehr heiße Dampfstrahlen, die dort aus der Erde bringen und, wie schon ihr starker Gehalt an Borsäure und am den Chemikalien erweist, Reste alter vulkanischer von laauuw iuiuien mi Tätigkeit sind. In Kalifornien und in Island aber I Als Esse betrachtet, jagt also der^Vesuv^lneWarme«

sorgte Mutter.

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was sie alles schon verstehen. Ihre Umwelt ist zwar noch recht klein; aber innerhalb ihrer Begrenzung wissen die Kinder viel besser Bescheid, als viele Erwachsene das in ihren Lebensräumen je ver-

Ritterlichkeit in der Lust.

Von Hans Sörensen.

Richard V. T h o m a s , der kürzlich bei einem Re­kordflug verunglückte amerikanische Fliegerkommo­dore, war ein Freund Deutschlands. Oft erzählte er von feinen Kriegserlebnissen als Kampfflieger an der Westfront. Seine Lieblingsgeschichte war diese:

Es war zwischen den Fronten üblich geworden, daß nach dem Abschuß von Flugzeugen eine Nach­richt abgeworfen wurde, ob die Flieger tot ober ge­fangen seien. In letzterem Falle warf man bann Päckchen mit Wäsche unb Kleibung usw. über bem Flugplatz ab, wv.bie betreffenben Gefangenen unter­gebracht waren. So hatten wir einmal sechs ober sieben Kameraben verloren, als uns ein beutsches Flugzeug bie Aufforberung brachte, biesmal bie Päckchen unmittelbar auf bem beutfchen Flugplatz abzugeben, ba sie gewöhnlich beim Abwurf enizwei- gingen. Zeit und Erkennungssignal wurden genau angegeben, volle Feuerpause der Flak zugesichert.

Gegen starke Bedenken meines Vorgesetzten stieg ich auf, feuerte gegen acht Uhr einen roten Doppel­stern und landete unbehelligt auf dem deutschen Flug­platz. Sofort erschien ein Offizier, begrüßte mich höflich und führte mich in die Messe zu meinen ge­fangenen Kameraden. In dem Raum waren keinerlei Kriegstrophäen zu sehen. Ich beschloß, für den Fall eines Gegenbesuches daheim dasselbe zu veranlassen.

Alles ging glatt. Wir tranken Kaffee, und nach zwanzig Minuten mußte ich wieder fort, höflich ver­abschiedet. Aber kaum war ich in der Luft, da fing der Motor an zu bocken. Eine Fehlzündung folgte der anderen. Ein Verdacht wollte in mir hochsteigen, ob das nicht etwa die Pointe eines deutschen Scherzes sein sollte. Nach allem Erlebten konnte ich das nicht recht glauben, ließ jedoch nach meiner Landung den Motor genau untersuchen. Nichts zu finden bis der Mechaniker schließlich sagte:Sie haben statt achtundvierzig Gallonen Brennstoff nur vierund« zwanzig verbraucht. Da stimmt was nicht ..

Da kam es heraus. Die Deutschen hatten ihre Gast» lichkeit soweit getrieben, mein Flugzeug zu tanken, ohne daß ich es bemerkte nur leider mit einem leichteren Gemisch, das unsere Vergaser nicht ver­arbeiten konnten. So wäre ich beinahe,bocb ab- gestürzt.

Wir schwiegen diese gänzlich vorschriftswidrige Sache natürlich tot. Aber auf diese Weise kam »ch einmal dazu, bei deutschen Fliegern zu Gast zu fein.

mögen.

Ich erzählte einmal vom Elefanten, sagte, der habe zwar keine Ohren oder nur ganz kleine, worauf mich die ganze Gesellschaft laut auslachte. O Paul," rief ein vierjähriger Junge,Elefanten­ohren sind doch furchtbar groß und so komisch, weißt du, wie Fensterputzlappen!" Ich möchte be­haupten, daß jener Vergleich von den Winbmüh- len-Flügel-Ohren, den wir Erwachsenen so gern anwenden, wesentlich unrichtiger ist als dieses Bild, das ja selbst für das Stoffliche der Elefantenohr­lappen vollkommen zutrifft.

Uebriqens, bei spielerischen Unterhaltungen mit kleinen Kindern sind die Mädchen meist ergiebiger als die Jungen, die erst von Verlegenheit und eigensinnig schweigsamen Stolz frei gemacht wer­den müssen. Bei den Mädchen habe ich immer schon während der ersten Begegnung eine frauenhafte Anschmiegsamkeit erlebt, wie ja überhaupt m dem kleinen Töchtern, erstaunlich klar das Frauliche und vor allem die Muttergefühle wirksam und erkenn- ^^Man gebe einem unverbildeten, gesund erzoge­nen Mädel ein kleines Kaninchen auf den Arm; wenn der Beobachter überhaupt vom glückselig strahlenden Gesichtsausdruck des Kindes fre.kommt, roiro jede Mutter, jede Kinderpflegerm ihre Helle Freude daran haben, zu sehen, wie gut und wie fcbön wie richtig die Kleine das ihr anvertraute Derkind im Arm hält durchaus eine zart be-

Seligkeit der Kinderjahre. !

Von Paul Eipper.

Unzähligen Kindern sah ich zu bei ihren Spielen; tausendmal wohl saß ich zwischen ihnen, kein Er­wachsener für die Kleinen, vielmehr em Gleicher unter Gleichen, und wenn ich mich später darüber besann, weshalb denn aus solchen Kinderspielen eine reine Seligkeit aufleuchtet, so meine ich, der Grund liegt in der bedingungslosen Hingabe eines Kindes an seine Spielbeschäftigung.

Da sitzt die Tochter auf der Gartenbank; aus dem Puppenwagen hat sieihr" Kind hervorgeholt, die glänzend anlackierte Zelluloidpuppe mit dem gehäkelten Kleidchen. Aber es ist vielleicht noch zu frühlingskühl, das Köpfchen muh geschützt werden, es sind ja nur so wenig Haare drauf gemalt.Nun, dann feij ihm dach sein Mützchen aus", rat irgend- ein Erwachsener dem Mädchen und halt tue Sache dadurch für erledigt. Wer aber Augen hat, um zu sehen und ein aufgeschlossenes Herz, für den be­ginnt jetzt ein in seiner Innigkeit beglückendes Er­lebnis: das erst fünfjährige Menschenkind ist ^ er­füllt von seinenMutterpflichten , das fern Gesicht angespanntesten Ausdruck verrat die Stirne sich furcht und der ganze Umkreis der Außenwelt m sich versinkt. Nur noch eine Notwendigkeit erfüllt den Kosmos dieser kindlichen Mutter, deren Finger mit restloser Zartheit das Häubchen über den Pup­penkopf streifen. Liebe, ererbtes Können und un­bewußtes Verantwortungsgefühl; all dies liegt schon im Kinderspiel.

Und wenn erst das Puppenbett entzwei gegan­gen ist, wenn die hölzernen Seitenteile wackeln, nicht mehr halten wollen! Dann wird ausgeregt die Freundin zu Hilft gerufen, und wieder strömt alle L-bensenergie der beiden Kinder nur auf tueftn einen Punkt. Meinungsverschiedenheiten tauchen aus, werden leidenschaftlich verwarfen bekämpft und befolgt; zwei Temperament- prallen gegen­einander, doch schließlich finden ste den Weg, der zum Ziele führte: die Puppe kann >m wieder ganz gemachten Bettchen schlafen.

Ich habe die glückhafte

Rundfunkmikrophon mit noch ",'^,^^^l>chtigen Kindern sprechen, singen und spielen zu dürfen. Erstaunlich ist für mich heute genau noch so wie ersten Tag die Erkenntnis, w.evi-l man nut

Am schönsten ist natürlich das selbstgebastelte Spielzeug. Ein Schiff, aus Kork und Laubsägeholz zurecht gezimmert, durch Stecknadeln und Schnur mit einem tadellosen Geländer versehen, aufge­takelt und bewimpelt, dieseskostbare" Erzeugnis vieler Nachmittags-Sorgenstunden wird triumphie­rend unb behutsam zum nächsten Weiher getragen. Vielleicht daß ein paar sachverständige Kameraden mittommen dürfen; am liebsten mochte man aller­dings ganz allein den Stapellauf erleben, weil man zwar von der Seetüchtigkeit des Fahrzeuges voll überzeugt ist, doch nicht so ganz sicher weiß, welche Unbill letzten Endes dazwischenfunkt". Man braucht auch alle Anspannung, um jeden Handgriff beim Jns-Wasser-Setzen richtig zu machen. Ja, wenn der Kahn erst schwimmt!

So findet manches Kinderspiel ganz von selbst zu nützlicher Mitarbeiterschaft im Dienst der Er­wachsenen. Der Junge, der seine ersten Kinderjahre draußen auf der Wiese zwischen Kälbchen, Ziegen und Schafen zugebracht hat, der wird unschwer em guter Hirte werden, ein Betreuer des ihm schon fühzeitig anvertrauten, lebendigen Gutes.

Gemißt arten auch manche Kinderspiele in Strei­tereien aus; ich habe stets gesunden, daß man sich als Erwachsener nicht sofort in diese Dinge einmi­schen soll. Der Begriff desHabenwollens" hat sehr viel Gewalt in jedem Kindeicherzen und ein neues Spielzeug erweckt stets den Neid der Kameraden, fei es das mit Stolz vorgezeigte kleine Einrad, oder ein elastischer Gummiball.

Nicht mit Strafen und herrischem Dazwischen­fahren soll man das Kind zur Ordnung weisen; gü­tige Belehrung in vertrauter Abendstunde, gedul­diges Eingehen auf die Psyche der Kleinen schafft Dorbauenb' eine neue, bessere Einstellung, so wie es auch nach meiner Ansicht sehr leicht ist, in jebem Kinde den Tierschutzgedanken zur Tat werden zu lassen. Man braucht den Buben und den Mädchen nur zu erzählen, daß der erwachsene Mensch viel stärker und viel klüger ist als die Tiere, und daß es keine Heldentat fei, sondern durchaus feige, em Tier zu quälen. Gut müsse man zu allen Tieren sein, so wie die Eltern gut zu ihren Kindern sind.

bast-^Zupäcken"'-rfttzt?ab°r^auch noch'einl SXlÄÄ 5UW Barschem, der überlegende Verstand, die Besinnung auf die Mog- llchk-i^n. das Spielzeug praktisch anzuwenden.

Der dreisührige Sohn eines Bauern hat 311 Ostern das alte Holzpferd seines großen Fuders neu geschenkt bekommen. Zwar sind die Räbchen im Futzaestell schon recht windschief; doch selvstver stündlich rollt es der Junge auf denHch hinaus, dickt vor den Ackerwagen, und nun iPann* er J , nen Gaul wie er das beim Vater oft gesehen hat, einwandfrei ans Wagscheit, machtab,

faden ein langes Leitseil, schwingt einen alten ab-

drei- bis fünfjährigen Kindern reden kann, und gebrochenen Spazierstock als Fuhrmannspeitsche - " " - ' *...... unb kann es einfach nicht begreifen, baß der

Schimmel nicht schon zu traben beginnt. Oder läuft das Pferdchen doch in der Vorstellungswelt des verträumten Knaben, wer weiß?