guckt. Un wo es zwölf gefchlage hat, hat er gesagt: So, jetzt fängt die neu Weltgeschicht' an. — Un dann is er gestorbe."
Blücher nahm die Feldmütze vom schneeweißen Haar. „Der Herrgott", sagte er fromm, „hat ihm seinen letzten Wein nicht übel genommen."
„Liebeslied'" und „Weißes jRöfil*.
Im Gloria-Palast ertönt seit gestern das „Liebeslied", typischer Tenorfilm, diesmal hervorgegangen aus den Werkstätten der Ufa, nach einem Drehbuch von Walter Eplinius und Fritz Peter Buch, der auch die Spielleitung hat: Hans-Otto Borgmann schrieb die Musik. Nächst Kiepura und Gigli singt die Paraderolle Alessandro Z i l l - ani von der Mailänder Scala; seine Stimme sticht im Charakter von denen der erwähnten Vorgänger merklich ab: er ist lyrischer Tenor von typisch italienischer Färbung, seine Stärke ist nicht so sehr der in strahlender Höhe schmetternde, metallische Stimmklang, sondern die etwas intimere Wirkung, weicher und leichter. Im deutsch gesungenen Liebeslied, in einer „Traviata"-Arie und zuletzt m der „Butterfly" kommt Zilianis Organ am wirkungsvollsten zur Geltung. Was die Handlung angeht, so entspricht sie in Umrissen dem Schema, das den meisten Filmen solcher Art zugrunde liegt. Da der Tenor bei allen halbwegs sinnvollen Gelegenheiten herausgestellt wird, tritt die Handlung als solche naturgemäß etwas zurück. Immerhin bleibt noch reichlich Raum für eine zwiefache Liebesgeschichte und für ein hübsch und lustig ausgesponnenes Wanderschmieren-Jdyll, in dessen rührend kleinem Ensemble Hörbiger in der Rolle eines romantischen Musikclowns durch sein wienerisch kultiviertes Komödiantentum angenehm auffällt. Carola Höhn als Jeanette ist für Ziliani eine (überraschenderweise auch stimmlich) recht angemessene Partnerin, während Fita B e n k h o f f und der Komiker Rudolf Platte mit Humor und Gefühl das zweite Liebespaar machen. Fritz Peter Buch inszeniert mit den großen Mitteln, welche die Ufa stets für derartige Filme bereitzustellen pflegt. — Das Beiprogramm wird, abgesehen von einem Lustspiel und ' der Foxwochenschau, durch Tanzeinlagen des Taomina-Balletts bereichert.
„Im weißen Rößl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür" — ganz unverändert und in alter Frische steht es da, wie wir es aus dem berühmten und unverwüstlichen Lustspiel kennen, — und: „in Salzkammergut, da kann man gut lustig sein", und vor allen Dingen: „es muß was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden." Es war entschieden der glücklichste Einfall für die Verfil
mung des Stückes durch die Bavaria gewesen, das bewährte Original in seiner Handlung und vor allem in seinen musikalischen Glanzstücken, die immer wieder gefällig und melodisch ins Ohr gehen, fast ganz unverändert zu lassen. So wird auch die Filmfassung — Drehbuch: Ralph B e - natzky und Fritz Wallner; Musik: Benatzky — eine vergnügte Angelegenheit und silvestermäßige Unterhaltung, zumal der Regisseur Karl L a m a c mit einem beträchtlichen Einsatz von Personal und Kirchweihbetrieb eine schmetternde Gaudi veranstaltet. Christl Mardayn ist die fesche und temperamentvolle Rößl-Wirtin, die ihren Gästen persönlich das schöne Lied vom Salzburger Schnürlregen zum Besten gibt. Hermann Thimig spielt den verliebten Oberkellner Leopold, — gerade die richtige Rolle für ihn. Sehr erheiternd wirkt Willi Schaeffers als der ewig meckernde Herr Giesecke. Natürlich ist auch Theo Lingen als falscher Fürst mit von der Partie. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. —r—
Rekord der Lebensrettung.
Vor dem holländischen Kriegs- und Reedereihafen Helder, der an der Nordspitze von Nordholland gelegen ist und den Namen „Gibraltar des Nordens" führt, ist kürzlich der schwedische Dampfer „Menja" leck geworden. Vergebens versuchte die Besatzung, das Schiff wieder flott zu machen, es sank sehr rasch, so daß der Kapitän die Rettungsboote aussetzen ließ. Elf Mitglieder der Besatzung erreichten in den Rettungsbooten den Strand, während vier Mann und der Kapitän noch auf dem Wrack ausharrten. Nun fuhr das Rettungsboot von. Helder aus, und es gelang den wackeren Männern auch diese fünf Schiffbrüchigen aus Seenot zu retten. Mit dieser Rettungstat haben sie einen Rekord aufgestellt und alle ihre bisherigen Heldentaten noch übertroffen. Die Besatzung des Bootes hat in dem jetzt zu Ende gehenden Jahr einhundertundzwei Menschenleben gerettet.
Hochschulnachrichten.
An der Universität Halle treten am 1. Januar 1936 vier ordentliche Professoren in den Ruhe- st a n d : Professor Dr. Paul Friedländer, Ordinarius für klassische Philologie, Professor Dr. Alfred Hauptmann, Ordinarius für Psychiatrie, Professor Dr. Martin K o ch m a n n, Ordinarius für Pharmakologie und Professor Dr. Richard L a - queur, Ordinarius für Alte Geschichte; Professor Laqueur wirkte von 1912 bis 1930 in gleicher Eigenschaft an der Universität Gießen, folgte dann einem Ruf nach Tübingen und ging von dort nach Halle.
Dienstag, 31. Dezember 1935
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
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Rom, 30. Dez. (DNB.) Im Ministerrat erstattete Mussolini Bericht über die Lage. Nach der amtlichen Mitteilung erklärte er, daß die „provisorischen Vorschläge von Paris besonders im Hinblick auf die Sicherheit der Grenzen und der italienischen Untertanen weit davon entfernt waren, den Mindestforderungen Italiens Genüge zu leisten. Diese Vorschläge waren lange bevor der Große Faschistische Rat sie einer Prüfung hätte unterziehen können, zu Fall gebracht worden. Die Gründe des Scheiterns dieses Versuches sind alle jenseits der Grenzen Italiens zu suchen, wo man überall bei den Menschen guten Glaubens das auch zuzugestehen beginnt."
Mussolini erklärte, daß an der Erythräa- Front die italienischen Truppen auf Stellungen zusammengezogen und verstärkt werden, die an gewissen Stellen über 170Kilometer von der alten Grenze entfernt sind. Dieses rasche, in den ersten 30 Tagen vollzogene Vorrücken macht jetzt eine umfangreiche Arbeit für die ordnungsmäßige Regelung des Nachschubs notwendig, die die spätere Bewegung einer nach hunderttausend Menschen zählenden Masse von Soldaten und Arbeitern sicherstellen und erleichtern muß. Jeder Krieg und im besonderen jeder Kolonialkrieg hat seine durchaus unerläßlichen Pausen, wenn es sich um die Organisation in einer schwierigen und gebirgigen Gegend handelt wie in Tigre, dessen Oberfläche ein Siebentel der gesamten Oberfläche Italiens ausmacht und das über 400 Kilometer von seinem Stützpunkt in Massaua entfernt ist. Bei den letzten Zusammenstößen zwischen dem 15. und 22. dieses Monats, den wichtigsten seit Beginn der Feindseligkeiten, haben sowohl die Truppen der Heimatarmee wie die der Eingeborenen-Armee schönste Beweise
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Die Sanktionen bedrohen den Frieden
Tardien unterstützt die Außenpolitik Lavals gegen Reynaud, den Vorsitzenden seiner Kammergruppe.
die Regierung gezählt worden. Bei der zweiten Abstimmung seien es sogar 15 Abgeordnete gewesen, deren Stimmen nicht als Regierungsgegner sondern mit 10 als Enthaltung und mit 5 für die Regierung gezählt worden seien. Das „Oeuvre" sagt dazu, maßgebend für die Abstimmung sei allein das in der Sitzung verkündete Ergebnis. Es sei aber doch peinlich für die Regierung, daß die Kammer sich am Montag mit 314 gegen 244 Stimmen geweigert habe, das Abstimmungsprotokoll anzunehmen. Das Blatt schreibt, man spreche davon, daß bei der ersten Abstimmung 12 Stimmzettel falsch gezählt worden seien. Das würde bedeuten, daß die Regierung mit 288 gegen 2 84 Stimmen unterlegen sei, statt 20 Stimmen Mehrheit zu haben. Das Blatt will jedoch nicht weiter auf den Fall bestehen, sondern den Zusammentritt der Kammer im Januar und die erste Stimmabgabe der 314 Abgeordneten abwarten, die am Montag ihr Mißtrauen gegen das Protokoll zum Ausdruck gebracht hätten. Der „Quotidien" nennt den Fall einen Skandal.
Neues Protesttelegramm des Negus an den Völkerbund.
Addis Abeba. 30. Dez. (DNB.) Der Kaiser sandte erneut eine Protestnote an den Völkerbund. Es wird u. a. mitgeteilt: „Die Italiener setzen ständig die Verletzung jeglichen Kriegsrechtes auf ihrem Ruckzug fort. Im Schire-Gebiet und im Tembien-
Mussolini vor dem Ministerrat.
Oer Kampf gegen die wirtschaftliche Belagerung Italiens wird fortgeführt.
ihres Mutes und ihrerHingabe erbracht, die moralische Stimmung und das körperliche Befinden der Truppe sind vorzüglich.
Schließlich ging Mussolini auf die Stimmung im Lande ein. Der amtliche Bericht besagt darüber: Der Kampf gegen b i e wirtschaftliche Belagerung wird systematisch auf der ganzen Linie unter wirksamer Mitarbeit aller Kreise der Erzeugung und des Handels fortgeführt. Angesichts des hohen Bürgersinnes der Landwirtschaft, der Industrie und des Handels sind besondere gesetzgeberische Maßnahmen nicht notwendig geworden und werden auch für die Zukunft nicht vorgesehen. Die großen Organisationen, die technisch-korporativen Ausschüsse bereiten und verwirklichen im höchsten Grade die Ausbeutung aller Hilfsquellen und aller nationalen Reserven, während die italienische chemische Wissenschaft und die Technik für viele Rohstoffe des Auslandes Ersatzstoffe finden. Die korporative Arbeit nimmt ihren Fortgang und wird ihren Höhepunkt mit der großen Tagung des Korporationsrates Ende Februar erreichen.
Die Mion geht weiter.
Die italienische Presse zur Mussolini-Rede.
Mailand, 31. Dez. (DNB. Funkspr.) In den Kommentaren der norditalienischen Presse zu den Erklärungen Mussolinis im Ministerrat wird übereinstimmend hervorgehoben, daß Italien für das Scheitern der Pariser Vorschläge keine Verantwortung treffe. Die militärischen Operationen, schreibt der „Corriere della Sera", würden solange weiter geführt, wie es notwendig sei. Italiens Gegner sollten sich keiner Täuschung hin- geben. Italien werde sich von der systematischen
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heut nacht um zehn Uhr sämtliche Schiffer von Caub in der Kirche haben. Sie müssen dorthin bestellt werden, heimlich, ohne daß einer vom andern weiß. Dort werd' ich ihnen selber sagen, was sie zu tun haben. Verstanden?"
Der Alte nickte. „Hab ich verstände. Un der Herr sagt: Das is was Großes heut nacht?
„Das Größte, was Er sich denken kann. Deutschland holt sich heut nacht sein Recht wieder, das man ihm seit ein paar hundert Jahren gestohlen hat. Und die Schiffer von Caub sollen den ersten Schlag dazu tun."
Der Alte nickte noch einmal. „Dann will ich da- druff doch noch einmal trinke!" Er streckte die zittrige Hand aus, aber als er das Glas gefaßt hatte, hielt er es fest, führte es sicher zum Munde und trank es aus.
„Es wird besorgt, Herr", jagte er dann noch und ging nach einem kleinen Kratzfuß langsam aus dem Zimmer.
Als Blücher um zehn Uhr die Kirche betrat, darin nur auf dem Altar ein paar Lichter flackerten, hockten die Schiffer tief in den Kirchenbänken.
„Schiffer von Caub", fing er an, „ich habe eine große Aufgabe für euch. Bis zwölf Uhr darf mir keiner von euch hier aus der Kirche. Dann aber geht's an den Rhein, und ihr setzt auf euren Kähnen meine Vorhut aufs linke Ufer. Unter ihrem Schutz wird dann die Brücke gebaut. Ob ihr wollt oder nicht, wird nicht gefragt. Aber wer frohen Herzens will, der steht jetzt auf!"
Es rauschte wie ein Windstoß durch die Kirche, als sie sich wie ein Mann aus den Bänken erhoben.
Mit dem zwölften Glockenschlage schoben die Schiffer ihre Kähne in den Rhein, und zehn Minuten später sprangen drüben die ersten Brandenburger ans Land. Ein paar Schüsse der französischen Zollwächter verhallten schwächlich. Und schon flammten diesseits, das Ufer entlang, die Fackeln auf, bei deren Schein die russischen Zimmerleute ihre Brückenschiffe zu Wasser brachten.
„So", sagte Blücher, der am Ufer stehend den Vorgang verfolgt hatte, „nun kann man ein paar Stündchen schlafen."
Aber plötzlich stutzte er. „Der alte Mann! Ich möchte doch wissen, was aus ihm geworden ist."
Der Major fragte herum und führte dann den Feldmarschall über das Gäßchen, das auf der Höhe der alten Stadtmauer hinlief, zu einem schmalen steilen Haus. Eine Frau öffnete, es mochte die Tochter oder Schwiegertochter sein, und sie traten in ein fast finsteres Zimmer. Nur ein kleiner Kerzenstumpf brannte zu Häupten des Bettes, auf dem der alte Obermeister lang ausgestreckt lag.
„Um zehn Uhr ist er heimkomme", sagte die Frau, „hat sich hingelegt un als an die Deck' ge-
Gebiet verbrannten Truppen unsere Kirchen, drangsalierten systematisch die Zivilbevölkerung. Am 23. Dezember verwandten die Italiener im Takazze-Gebiet erstmalig Giftgase, was eine neue Verletzung und Fortsetzung der italienischen Verbrechen am Völkerrecht darstellt. Wir protestieren erneut gegen die inhumanen Mittel. Halle Selassie."
Die ägyptische Westwüste wird befestigt.
Kairo, 30. Dez. (DNB.) Die Blätter beschäf. tigen sich ausführlich mit den militärischen Vorbereitungen der britischen Armee in Aegypten zum Ausbau der westlichen an das italienische Libyen grenzenden Düstengebiete. Nach den Zeitungsmeldungen find in der letzten Zeit zahlreiche Schiffs- ladungen Stachetdraht, Düftentaftwagen, Flugzeuge und Ersatzteile eingetroffen. 3n den Oasen Siwa, Vayum und Dadi Natrun in der westlichen Düste werden Befestigungsarbeiten im großen Umfange durchgeführt. In Siwa, Sollum und TUerfa Datruh find Hauptlager und Ftugzeugftühpunkle angelegt worden, sowie vier Stellungen mit Stracheldraht und Tankgräben aufgebaut. Die Zahl der britischen Flugzeuge in der Destwüste wird aus 600 geschäht, die Zahl der Flugplätze auf 30. Die Zeitungen wollen wissen, daß das britische Oberkommando je 200 Telephonanlagen für Sollum und TUerfa TUa- lruh bestellt habe. Die 74 Kilometer lange Düsten- st r a ß e von Fokan nach TUerfa fall demnächst bin- I nen fechs Monaten gebaut werden. Die Kosten be- I tragen 40 000 Pfund.
Blücher feiert Silvester.
Von Otto Anthes.
Die Silvesternacht 1813 auf 1814 war mit frühem Dunkel auf das Rheinstädtchen Caub herabgesunken, an dessen engen Gassen dicht gedrängt Preußen und Russen der Mitternacht harrten, um über den Strom zu setzen. Im „Sälche" der „Stadt Mannheim" saßen hinter sorglich verhängten Fenstern Alücher mit seinem Adjutanten Major von Klücks i .eim Abendessen. Die Kerzen ließen des Siebzig- ÄhrigeR rotgeflammtes Gesicht unter dem vollen • weißen Haar noch jugendlicher erschienen als sonst.
53ie immer vor großen entscheidenden Stunden war t ir bester Laune und hieb mächtig in die Vorgesetzten Speisen ein.
Die Kilbebas die Besitzerin der „Stadt Mann- eim", erschien in der Tür. Denn sie hielt es für ihre chemische Wirtinnenpflicht, sich bei ihren Gästen ni erkundigen, wie es ihnen schmecke. Blücher । Sanfte ihr, und da er weiter nichts mit ihr anzu- xmgen wußte, wandte er sich wieder an den Major.
„Ich habe den Obermeister der Schifferzunst Hierherbestellt", sagte er. ...
„O mei, o mei!" fiel ihm da die Kilbebas ms Wort. „Der wird nit komme könne. Der alte Mann s hoch in die neunzig und will sterbe. Der Herr ’ Qarr hat ihm heut mittag schon das Abendmahl | :,ebe."
„Was, sterben!" polterte Blücher. „Er wird doch licht gerad' heute sterben. So etwas wie heute bann er ja nie wieder erleben."
Die Wirtin hatte sich eingeschüchtert zur Tür gewandt, als sie plötzlich erschrocken umkehrte und :iid)t zum Tisch des Feldmarschalls trat. „Der alt Dlann is doch komme", flüstert sie, „drauß steht nr."
„Na also! Denn mal herein mit ihm!"
Immer noch langen Leibes, obwohl tief vornübergebeugt, im gestrickten Wams, darüber er den nmFelblauben Leibrock gezogen hatte, trat der alte Obermeister ein.
„Na, Sabber", rief Blücher ihm entgegen, „setz Er sich erst mal! Was fehlt Ihm denn?"
„Fehle tut mir nix", erwiderte der Alte bedächtig.
;Jch hab genug. An Jahr und Lebe. Man muß I auch einmal aufhöre."
„Ja doch, einmal müssen wir alle. Aber warum kenn gerade jetzt? Heut nacht um zwölf Uhr fängt cüne neue Weltgeschichte an. Das muß Er doch noch Tntmad)en! —' Da", setzte er hinzu und goß ein Blas Wein ein, „nun trink Er erst mal!"
„Nein, nein ', wehrt» der Schiffer, „ich hab' mein ^?tzte heut mittag getarnte."
„Ach so", erinnerte sich Blücher, „das Abendmahl! Na ja. Ader nun hör Er mal zu! Ich muß
Paris, 30. Dez. (DNB.) Der frühere Minister- : Präsident und rechtsgerichtete Abg. larbieu richtete einen ^Briefen PaulReynaud,in bem er seinen Austritt aus der Kammer- aruppe des Republikanischen Zentrums mitteilt. Er betont, daß schon die Haltung Reynauds in der Abwertungsfrage eine Trennung oon ihm bewirkt habe. Die Rede Reynauds in der kürzlichen Kammeraussprache habe die Gegensätze noch vertieft. Reynaud habe die außenpolitische Lage so dargestellt, als handele es sich um eine einfacheWahlzwischenJtalien,dasden Völkerbundspakt verletzt habe, und England, das ihn schütze. Darum gehe es aber gar nicht Die schwächliche Verwirrung der Lage habe nur den einen Grund, daß man bie Sühnemaßnahmen angewendet habe, ohne sie vorher zu organisieren. Daraus folge ihre Unwirksamkeit unb ihre Gefährlichkeit. England sei für die fortdauernde Unordnung der Sühnemaßnahmen ver- ontwortlich. Der englische Außenminister Sir John Simon habe anläßlich der Mandschurei-Angelegenheit im Februar 1933 gesagt, daß er es unter leinen Umständen zulassen werde, daß England in Den Streit verwickelt würde. England habe inzwischen seine Auffassung geändert. Das große befreundete Land habe ein Recht dazu, aber Frankreich habe auch das Recht anzuerkennen, daß Vieser plötzliche Umschwung für Italien eine Ungerechtigkeit, für den Frieden eine Gefahr und für den Völkerbundspakt eine gefährliche Möglichkeit des Scheiterns bedeute. Eine Drohung mit vorher organisierten und folglich umfassenden Sühnemaßnahmen könnte einen Krieg verhindern. Die Anwendung von teilweisen und gestaffelten Sühnemaßnahmen führe zum Krieg. Genau das habe Sir Austen Chamberlain im Unterhaus gesagt. Das Kabinett Laval bemühe sich, triefe Gefahr zu beschwören.
Die Kammergruppe des republikanischen Zen- ürums hat den Rücktritt ihres Vorsitzende n P a u l Reynaud von der Fraktionsführung angenommen. In einer Verlautbarung der Gruppe wird das Bedauern ausgesprochen, daß Reynauds Haltung auf der Kammertribüne ihn von seinen Freunden getrennt habe. (Reynaud hatte ich offen gegen die Außenpolitik Lavals ausgesprochen. Seine Gruppe war ihm aber bei der Abstimmung nicht gefolgt, sondern hatte für d i e Regierung gestimmt.) Ferner nahm die Gruppe von dem Schreiben Kenntnis, mit dem Tardieu einen Austritt aus der Gruppe erklärt. Sie brachte l,um Ausdruck, daß sie der gleichen Ansicht wie Tardieu sei. Die Gruppe will bei Tardieu »ringend um Zurücknahme seiner Austrittserklärung vorstellig werden. Nach einer Blättermeldung will »ae republikanische Zentrum Tardieu zu seinem Nruppenvorsitzenden machen, wenn er in der Gruppe bleibe.
Lavals Mehrheit wird angefochten
„Irrtümer" bei der Stimmenzählung?
Paris, 31. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Blät- ier der Linken zeigen sich sehr erregt, daß beider Auszählung der Stimmen bei den entscheidenden Abstimmungen in der Kammer am Samstag einige „Irrtümer" vorgekommen sind, die mch am Montag in der Kammer herausgestellt hat- ien. Der sozialistische „Populaire" führt an, daß iiei der e r ft e n Abstimmung, die Laval eine Mehrheit von 20 Stimmen brachte, in Wahrheit mei- ere fünf Abgeordnete gegen d i e Regierung hätten ftimmen wollen. Drei ihrer Stimmen seien aber als Enthaltung und zwei für
Durchführung seiner Pläne nicht einen Millimeter abbringen lassen. Die Besetzung in Ostafrika sei endgültig. Erst wenn man den Zeitpunkt für gekommen erachte, würden die Operationen in dem vorgesehenen größeren Umfang ausgenommen werden. In weniger als drei Monaten habe man nicht mehr Land einnehmen können. Italien sei des triumphalen Ausganges des ostafrikanischen Unternehmens sicher. — „Gazetta del Popolo" betont, daß das militärische Vorgehen nicht unterbrochen sei. Dagegen sei auf politischem Gebiet ein Stillstand zu bemerken. Die politischen, militärischen und roirt» chaftlichen Geschehnisse brächten Italien keinerlei Störungen. Es sei sich seiner Kraft, seines zähen Willens und seines Vertrauens zum Duce bewußt. Die Aktion gehe weiter.
Das Echo in London.
London, 31. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die gestrige Erklärung Mussolinis vor dem italienischen Kabinett findet in der Presse große Beachtung. „Times" betont, daß die Rede des Duce die erwachende Erkenntnis zeige, daß das abessinische Abenteuer kostspielige Folgen für Italien haben könne. „Daily Telegraph" schreibt: „Die Worte Mussolinis haben die Hoffnungen aller Italiener gedämpft. Sie sind das erste amtliche Zugeständnis, daß sich der Krieg monatelang hinziehen muß. Die wachsende Gefallenenziffer der italienischen Truppen erregt Besorgnis. „Evening Standard" bezeichnet die italienische Mitteilung über die notwendige Kampf- pause in Abessinien als „bas e r ft e (finge» ftänbnis Mussolinis seit dem Ausbruch des Krieges." Fraglos feien in Italien und anderswo „die Schwierigkeiten des Abenteuers" von Anfang an erheblich unterschätzt worden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die militärische Krise vor der Tür stehe. Der „Star" rückt die Meldung in den Vordergrund, wonach sich der Fehlbetrag i m italienischen Haushalt auf zwei Milliarden Lire beziffert.
OerFilm,,5tnsereWehrmacht"
Der Führer bei der Uraufführung im Berliner Ufa-Palast.
Berlin, 31. Dez. (DNB. Funkspruch.) Am Montagabend nahm der Führer an der Ur» aufführung des Filmes „Unsere Wehrmacht" im Ufa-Palast am Zoo teil. Ehrengäste waren ferner der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral Dr. h. c. Raeder, der Chef des Wehrmachtsamtes im Reichskriegsministerium Generalmajor Keitel und eine große Anzahl von höheren Offizieren, ferner Stabschef Lutze und eine große Zahl von höheren SA.- und SS.-Füh- rern. Am Schluß des Films dankte der Füh- r e r der Regisseurin Leni Riefen st a h l und überreichte ihr einen großen Blumenstrauß.
Der Film ist keineswegs nur eine gut photographierte Wiedergabe des 16. September 1935 auf dem Nürnberger Parteitag. Der Inhalt entstammt nicht einmal dem ganzen Verlauf der Vorführungen und vermittelt trotzdem mehr vom deutschen Soldatentum und volksverbundener deutscher Wehr, als es eine noch so wort- und bildreiche Schilderung zu tun vermöchte. Einzigartig ist die Stimmung des Tages vom morgendlichen Wecken im Lager der Wehrmacht über Den Aufbruch zu den Vorführungen, dem Vorbeimarsch an dem Obersten Befehlshaber Adolf Hitler und den Uebungen selbst wiedergegeben, überzeugend brinaen ein paar Groß- Ausnahmen und das Gesicht des deutschen Soldaten, den stolzen Träger unserer Wehr, den begeisterten und hingebungsvollen Kämpfer, den vorbildlichen Kameraden. In den Mittelpunkt ist die mitreißende Ansprache des Obersten Befehlshabers der deutschen Wehrmacht gerückt, jedes Wort des Frontsoldaten Adolf Hitler gewinnt in diesen Bildern lebendige und überzeugende Gestalt.
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