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Material für den Volkerbundsrat

zur Anwerbung freiwilliger Kran« tenpfleger und Krankenpflegerinnen eröffnet

Krieges

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London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Bei einer Kundgebung auf dem Trafalgar Square wurde von mehreren Rednern die Schuld an den Unruhen in Belfast der britischen Regie- rungspolitik in Irland zugeschrieben. Der Hauptredner war der nordirische Parlamentsabgeord­nete Hely, der für das Selbstbestim- mungsrecht Irlands eintrat. Er erklärte, die britische Regierung wolle statt des alten einigen lieber zwei Irland haben. Es wurde dann eine Entschließung angenommen, in der die bei den letzten Zusammenstößen beteiligten Drangiften und Katholiken als Opfer gewissenloser Politiker bezeich­net werden. Dem irischen Volk sollte das Recht ge­währt werden, in Freihei überfeine künf­tige Rechts st ellung zu entscheiden, und alle Zwangsgesetze sollten in Nordirland wie in Südirland abgeschafft werden.

Der aus Belfast stammende Landwirtschafts­minister des irischen Freistaates Senator Connolly sagte in einer Rede in Ballinamore, die Vorfälle in Belfast seien das unvermeidliche Ergebnis der bigotten und irenfeindlichen Politik, die ihren Aus­druck in der Spaltung Irlands gefunden habe. Dieses schlimme Vermächtnis sei lediglich auf die britische Politik in Irland zurückzu­führen. Durch diese Politik seien die schlimmsten Leidenschaften irrgeführter Leute ausgebeutet wor­den. Sie habe zu einer Verdichtung aller Quellen des nationalen und sozialen Lebens geführt, deren Wirkung auf das irische Leben der Natur wider­spreche. Jedem Versuch, im irischen Freistaat Ver­geltungsmaßnahmen für die Vorfälle in Nord­irland zu ergreifen, müsse entgegengetreten wer-

Reifen ihre Leistung fite deutsche UJect-flcbeit

Absage an Habsburg.

Südslawien gegen jede Wiedereinsetzung der Habsburger.

Belgrad, 27. Juli. (DNB.) Im Senat erklärte Ministerpräsident Stojadinowitsch, daß die Frage der Rückkehr der Habsburger nach Oe st erreich berechtigte Erregung in Süd- slawien hervorgerufen habe, zumal wenn man sich des von der Dynastie Habsburg hinterlassenen Andenkens erinnere. Die Restauration der Habsbur- ger ist eine internationale Frage, an der wir in hohem Maße interessiert sind, und dieses Interesse ergibt, daß wir uns unbedingt und

Irlands Kampf um Selbstbestimmung

Wo liegt die Schuld an den irischen Unruhen?

gen Besuch der Reichshauptstadt ein. Für den Ber­liner Aufenthalt ist ein reiches Programm vorge­sehen. Wie der Leiter des englischen Volkshochschul- wesens, Wenger, mitteilt, ist in England das Inter­esse an Deutschland in den letzten Jahren sehr stark aestiegen, was darin zum Ausdruck kommt, daß bei­spielsweise 40 v. H. aller Sprachklassen der County Council Evening Schools Deutschklassen sind gegen­über nur 15 v. H. im Jahre 1930. Im Namen der Stadt Berlin begrüßte Frau Stadtrat hausier die Besucher. Sie gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gäste in Deutschland ein Land desFrie- d e n s kennenlernten. Die Gäste möchten mit dem Willen in ihre Heimat zurückkehren, gemeinsam mit dem verwandten deutschen Volk an der Brücke dauernden Friedens und gegenseiti­ger Verständigung zu bauen.

den. Die Zukunft Irlands in seiner Gesamtheit mache es erforderlich, trotz des empörenden Ver­haltens der Frömmler von Belfast, das Uebergrelfen des Grundstockes der religiösen Leidenschaft aus an­dere irische Bezirke zu verhindern. Der Mi­nister erwähnte noch die wirtschaftliche Unterdrückung der Katholiken in Nordirland, ermahnte aber seine Hörer trotz­dem, Geduld und Langmut zu üben.

Der römisch-katholische Bischof der Grafschaft Down hat einen Ausruf erlassen, in dem er um Geldspenden für die Opfer der ka- t h o l i k e n f e i n d l i ch e n Unruhen in Bel- f a st ersucht. Seiner Mitteilung nach sind 384 ka- tholische Familien in Belfast aus ihren Woh­nungen getrieben worden, die Zahl der ob­dachlos gewordenen Einzelpersonen soll 1646 betra­gen. Abgesehen von den obdachlos gewordenen, gebe es auch eine große Anzahl Katholiken, denen durch feindliche Behandlung die Fortsetzung ihrer Arbeit in Fabriken und auf Schiffswerften u n - möglich gemacht werde.

Der protestantische Erzbischof von Dublin, Gr. G r e g g, sprach am Sonntag in einer Predigt von denmutwilligen Angriffen", die letzte Woche im irischen Freistaat gegenüber protestantischen Kir­chen, Wohnungen und Geschäftshäusern ereignet hätten. Er sage, es handle sich wahrscheinlich um Vergeltungsmaßnahmen für die Leiden römisch- katholischer Leute in Belfast. Aber das in Belfast geschehene Unrecht werde durch neues Un­recht im irischen Freistaat nicht wieder gut­gemacht werden.

den Händen der Engländer und Aegypter vorfinden würden. Auch die Zei­tungRosal el Pusseff" hebe hervor, daß Aegypten wegen seiner geographischen Lage darauf achten muffe, daß die Quellen des Blauen Nils und der Tanasee nicht in italienische Hände fielen. Man sei entschlossen, im Interesse Aegyptens sich nicht nur wie im Weltkriege mit der Entsendung eines Pionierkorps zu begnügen, sondern auch das ägyptische Heer aktiv an den Maßnah­men teilnehmen zu lassen.

Unruhen unter den Eingeborenen Eritreas?

London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Daily Telegraph" meldet aus Massaua (Eritrea), der Oberkommissar von Jtalienisch-Ostafrika, Gene­ral de Bono, habe sich genötigt gesehen, ein Sondergericht für die Anwendung des Mili­tärgesetzes zu ernennen. Dieses Sondergericht sei für ganz Eritrea zuständig und trete an die Stelle der bisherigen Strafkammer. Es heiße, daß dieser ungewöhnliche Schritt durch Unruhen unter den Eingeborenen und durch dis Notwendigkeit der Aufrechterhaltung strenger Man­neszucht in den Arbeiterabteilungen veranlaßt worden sei. General de Bono habe auch eine Be­kanntmachung erlassen, in der er den Eingeborenen der Kolonie versichere, daß die 30 000 aus Italien herbeigeschafften Arbeiter ihnen nicht ihr Land wegnehmen dürfen. Sie seien nur ge­kommen, um Straßen, Wasserleitungen und Brücken zu bauen. Um die Arbeiterabteilungen bei guter Stimmung zu erhalten, habe der Oberkommissar eine Lotterie eingerichtet.

Der Kaiser von Abessinien erklärte der Presse, daß Abessinien eine friedliche, unparteiliche und voll­ständige Lösung des Streitfalles wünsche. Die Grundlage dieses Streites sei in der verschiedenen Auslegung des italienisch-abessinischen Vertrages vom 16. Mai über d i e Festlegung der Grenze zwischen Abessinien und Italienisch- Somaliland zu suchen. Italien habe dem Grundsatz einer Regelung durch ein Schiedsgericht zugestimmt, mache aber seine Durchführung unmöglich, indem es den Schiedsrichtern das Recht abspreche, die Ver­träge auszulegen und ferner, indem es die Ernen­nung eines obersten Schiedsrichters ablehnte. Ita­lien bekunde seinen Willen auf Eroberung abessini­schen Gebietes und bereite sich auf einen Krieg vor Der Dölkerbundsrat müsse über die Achtung und Einhaltung des Vertrages und die Aufrechterhaltung des Friedens in Abessinien wachen, dessen Gebiet noch von italienischen Truppen besetzt sei. Der Völ­kerbund müsse sich darüber aussprechen, ob ein Mit- gliedsstaat des Völkerbundes das Recht habe, offen die gebietsmäßige Unantastbarkeit eines anderen Staates zu mißachten, seine Souveränität und Un­abhängigkeit zu bedrohen und auf die Waffengewalt als Mittel der Expansion und Eroberung zurückzu­greifen. Abessinien erwarte vertrauensvoll die Ent­scheidung des Völkerbundsrates.

Die,$reunöe Abessiniens^ in London.

London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Freunde Abessiniens", eine von afrikanischen EingeborenengebildeteVereinigung, hatte zum Sonntagabend in einem Saal eine Ver­sammlung einberufen, an der 200 Afrikaner aus allen Teilen der Welt teilnahmen. Die Redner, zu denen auch der Sohn des abessinischen Gesandten in London, Dr. Martin, gehörte, forderten zum Eintritt ins abessinische Heer und zur Ausbringung von Geldmitteln auf. Ende dieser Woche wird in London ein Büro

Schweizer Mend misderDurchreisenach Schweden

Berlin, 28. Juli (DNB.) Auf der Fahrt ium internationalen Pfadfinder- Lager in Schweden kamen am Sonntag etwa 200 schweizerische Pfadfinder durch tue Neichshauptstadt. Am Anhalter Bahnhof wurden He von einem Vertreter des schweizerischen Ge­sandten und einem Mitglied des Stabes der Reichs- Hlgendführung begrüßt. Bei einem. Frühstück richtete der Vertreter der Hitlerjugend einen herz­lichen Willkommensgruß an die fchweizen- chen Besucher und versicherte sie der frenndschast- liichen Gesinnung der deutschen Jugend. Bei dem großen Werk der Verständigung zwischen den euro- »äischen Völkern könne gerade die Schwel- ger Jugend durch ihre Stammesbeziehungen ru Deutschland und Frankreich wertvolle Hilfe teilten. .. . .

Ein schweizerischer Pfadfinderfuhrer erwiderte in herzlicher Weise und bat, dem Reichsjugendfuhrer '.le Grüße der Schweizer Pfadfinder zu uberbrm- : cn. Für die Schweizer Jugend sei es eine Freude, mit der deutschen Jugend zu kameradschaftlicher Zusammenarbeit zu kommen. In der kurzen zur 3erfügung stehenden Zeit wurde dann eine Stadt-

r u n d f a h r t durch Berlin unternommen. Zur Ver­abschiedung der Schweizer Gäste erschien auch der schweizerische Gesandte D i n i ch e r t auf dem Stet­tiner Bahnhof. Schweizer Lieder erklangen, und unter lebhaften Abschiedsrufen verließ der Zug mit der schweizerischen Jugendgruppe Berlin m Richtung Stralsund, von wo die Ueberfahrt nach Schweden erfolgen wird. Mit der Abordnung, die in mustergültiger Disziplin und Haltung auf­trat, fuhren auch der Präsident des Schweizer Pfadfinder-Verbandes, Dr. von B o n st e t t e n und der Bundesführer B l o n d e l.

Englische Bolksbochschüler in Berlin.

Berlin, 28. Juli. (DNB.) Auf dem Potsdamer Bahnhof trafen am Sonntagnachmittag 16 0 eng* lische Volkshochschüler zu einem achttägr-

Abessinien wahrt seinen Standpunkt.

Keine Beschränkung der Schiedsrichter.

Genf, 28. Juli. (DNB.) Beim Generalsekretär des Völkerbundes ist folgendes Telegramm des abessinischen Außenministers eingegangen:In Be­antwortung Ihres Telegramms vom 27. Juli be­stätigt die kaiserlich-abessinische Regierung den An­trag ihrer Vertreter auf Auslegung des Schlich- tungs- und Schiedsgerichtsauftrags. Die abessinische Regierung bestreitet, jemals einer B e - schränkung der Zuständigkeit der Schiedsrichter zugestimmt zu haben. In der abessinischen Note vom 17. Juli, die auf die italienische Note vom 14. Juli antwortet, ist be­reits erklärt worden, daß es Sache des Völker­bundsrates ist, über die einander gegenüber- stehenden Auffassungen der beiden Schiedsrichter­gruppen zu befinden. In Erwiderung auf die ita­lienische Note vom 23. Juli, worin Beschrän­kungen des Auftrages der Schiedsrichter verlangt werden, hält die kaiserlich-abessinische Re­gierung vollinhaltlich die Beweisführung ihres Vertreters aufrecht, die durch die beiden Entscheidungen der von ihr in der Kom­mission bezeichneten neutralen Rechtssachverständi- gen übernommen worden ist."

Das britische Interesse am Tanasee.

Italienische Befürchtungen.

Mailand, 28. Juli. (DNB.) Die norditalie- nische Presse meldet unter Zitierung des ägyptischen BlattesM o k k a t a m", in ausländischen Kreisen Aegyptens spreche man davon, daß im Falle eines Krieges zwischen Italien und Abessinien e i n anglo - ägyptisches Expeditionskorps gebildet werden würde, um das Tanaseege- biet zu besetzen und dort die englische und die ägyptische Flagge zu hissen, damit die Italiener im Falle eines siegreichen Vordringens das Gebiet in

Das britische Zlottenbau- programm.

London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.)Daily Herald" behauptet, in der Lage zu sein, den Bau» !)lan der britischen Admiralität für die nächsten leben Jahre mitteilen zu können. Das Programm, ias natürlich elastisch und vorläufiger Art sei, sehe von 1936 bis 1942 zusammen 12 Großkampfschiffe, 33 Kreuzer, 63 Flottillenführer und Zerstörer, 21 U-Boote unb drei Flugzeugmutterschiffe vor. Unter Berücksichtigung der Kriegsschiffe, die nach den Be­stimmungen der Washingtoner und Londoner Flot­tenverträge während dieser sieben Jahre die Alters- §renze überschreiten, werde die britische Flotte im ahre 1942 folgende Stärke haben: 14 Groß- kampfschiffe (1935: 15), 72 Kreuzer (50), 142 Zer­störer (84), 57 U-Boote (39), 10 Flugzeugmutter­schiffen (8).

Die G e s a m t k o st e n dieses Bauprogramms werden mehr als 150 Millionen Pfund Sterling betragen. Sie rorben eine Verdop - pelung ber jetzigen Jahresausgaben für Neu­bauten notwendig machen. Die Admiralität schlage vor: 1. Daß das ganze Bauprogramm in einer neuen Seeverteidigungsordnung nie­der g e l e g t werde, die im nächsten Jahre zur An­nahme gebracht werden solle, und 2, daß ein Teil der Kosten durch eine Seeverteidigungs- Umlage gedeckt werde, und zwar wegen der außerordentlich hohen Baukosten während der ersten Jahre.

Oer Waffenschmuggel blüht.

DaS Rätsel der Verwandlung von Munition in Steine gelöst.

Paris, 27. Juli. (DNB.) Das Rätsel der 3 1 0 Munitionskisten, die von einer französischen Firma über Rouen und Le Havre nach Argen­tinien befördert wurden und von dort mit Steinen und Sand gefüllt nach Le Havre ^urückgekehrt sind ist nunmehr aufgeklärt. Aus den Aussagen ber Kapitäne der beiden fran­zösischen Dampfer, die die Ladung übernommen hatten, geht hervor, daß die Waffen und die Muni- tion wohlbehalten in Buenos Aires eingetroffen waren. Die argentinische Zoll­behörde hatte jedoch in Erfahrung gebracht, daß sie für Paraguay bestimmt waren und untersagte deshalb die Weiterbeförde­rung auf argentinischem Hoheitsgebiet. Die La­dung wurde deshalb auf zwei Transportkähne über­geführt, die unter Aussicht der argentinischen Zoll­behörde gestellt wurden. In der Nacht gelang es den beiden Schleppern aber, unbemerkt auszulaufen und ihre Ladung nach Asuncion zu bringen. Erst hier wurde das Täuschungsmanöver durch­geführt, die Kisten entladen, mit Steinen und Sand gefüllt und auf den gleichen Schleppern wieder nach Buenos Aires zurück gebracht, wo sie die beiden ftanzösifchen Schisse ahnungslos wieder an Bord nahmen.

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DerParis Soir", dem die Verantwortung für feine Meldung überlassen bleiben muß, bringt Ent­hüllungen über einen neuen Waffenschmu a- g e l. Diesmal soll es sich um eine Sendung bel­gischer Maschinengewehre handeln, die in Le Havre als S tei n gutl ad un g eingetroffen und beschleunigt weitergeschafft worden sei. Der Lastkraftwagen soll jedoch in Pvetot von Polizei­beamten angehalten worden fein; bei dieser Ge­legenheit habe man festgestellt, daß die Kisten Ma­schinengewehre enchielten. Angeblich ist in Le Havre noch eine weitere Waffensendung entdeckt wor­den, die unter der Bezeichnung von Stahlroh­ren befördert worden sein soll. Die zuständigen Stellen behaupten, von dieser Angelegenheit nichts zu wissen.

im Dienste des Roten Kreuzes zum Schutze Abessiniens einzutreten.

England wünscht feine Verschleppung.

Litwinow als Ratspräsident am falschen Platze.

London, 28. Juli. (DNB.)Sunday Times" meint, der Vertreter der britischen Regierung werde sich auf keinen Vorschlag einlassen, der geeignet sei, die praktische Erörterung der Hauptfragen in der abessinischen Angelegen­heit lediglich weiter hinauszuschieben. Der Vorschlag, eine Wiederaufnahme der Arbeiten des Schlichtungsausschusses herbeizuführen, würde von England nicht als angemessener Grund für eine Vertagung der Rassitzung angesehen werden. Sunday Dispatch" übt an der Tatsache Kritik, daß das Genfer Tribunal, das über den abessinisch- italienischen Streitfall zu entscheiden habe, unter dem Vorsitz des s o w j e t r u s s i s ch e n Außenkommissars Litwinow tagen werde. Sowjetrußland habe eine Bevölkerung, deren größter Teil fa st ebenso barbarisch fei, w l e Die Horden Abessiniens. Es habe eine Be­völkerung, die von einer Junta in Moskau in rücksichtsloser Unterwerfung gehalten werde.. Diese Junta habe durch Raub und Mord die Kontrolle der analphabetischen Horden erlangt, die in praktischer Leibeigenschaft außer­halb der beiden sowjetrussischen Reklamestädte lebten.

Der Kaiser hat in einer für dieTimes" be­stimmten Botschaft erklärt, die Enttäuschung über die, wenn auch nur zeitweilige Versagung der Ausfuhrlizenzen für Waffen werde mehr als ausgeglichen durch die Befriedigung über die nachdrückliche Unterstützung, die die britische Regierung den Bemühungen Abessiniens um eine völlig friedliche und unpartei­ische L ö s u n g des jetzigen Streites zuteil werden lasse. Die abessinische Regierung rechne auf eine schnelle endgültige und allumfassende Ent- scheiduna des Dölkerbundsrates. Wenn Artikel 12, der beide Parteien verpflichtet, vor Ablauf von drei Monaten nicht zum Kriege zu schreiten, wirksam zur Anwendung gebracht werden könne, dann würde der Kaiser zufriedener sein als über irgendein anderes Ergeb­nis.

Schmalkalden die Abhallung von Versamm­lungen und Zusammenkünften jeglicher Art sowie das Uniform», Fahnen- und Abzeichentragen u n - t e r \ a g t.

Haussuchungen beim mecklenburgischen Stahlhelm.

Schwerin, 27. Juli. (DNB.) Die Landes- stelle Mecklenburg-Lübeck des R e i ch s m i n i st e- riums für Volksausklärung und Pro- p a g a n d a teilt mit: Das Verbot des NSDFB. (Stahlhelm) in den Kreisen Ludwigslust, Parchim und der Stadt Waren hatte den Verdacht aufkom- men lassen, daß Mitglieder dieser Organisation im Besitz verbotener Waffen sind. Aus die- fern Grunde wurden Haussuchungen bei allen Mitgliedern des NSDFB. (Stahlhelm) im (9 äu­ge b i e t Mecklenburg-Lübeck von der Ge­heimen Staatspolizei angeordnet. Das bisherige, noch nicht vollständige Ergebnis dieser Haussuchun­gen hat den Verdacht des verbotenen Waffenbesitzes vollauf bestätigt. Es wurden bisher zahlreiche Gewehre, Modell 98, Karabiner, Militärpistolen und erhebliche Mengen scharfer Munition de schlag- nahmt. Einige Stahlhelmer sind im Zusammenhang damit in Haft genommen worden.

Einzelakiionen verboten.

Eine Bekanntmachung des Berliner Polizeipräsidenten.

B e r l i n 27. Juli. (DNB.) Polizeipräsident ®raf Helldorf teilt im Einvernehmen mit den Parteidienststellen folgendes mit:

3n den letzten Tagen ist die Feststellung gemacht worden, daß sich in einigen Fällen Angehörige der Bewegung von Provokateuren haben verleiten lassen, sich an juden- f e in d l i ch e n Demonstrationen zu beteili- gen. Staat und Bewegung haben immer wieder etont, daß Einzelaktionen verboten sind. Zu diesen verbotenen Einzelaktionen gehören ins­besondere das Bemalen und Beschädigen von Schildern, Schaufensterscheiben und dergleichen. Für die Art des Vorgeyens der Provokateure ist es bezeichnend, daß sogar in eini­gen Fällen erreicht wurde, Polizeibeamte unter Berufung auf mich an ihrem pflichtgemäßen Einschreiten zu hindern. Der Kampf gegen das Judentum wird von Staat und Bewegung a u f andere Weise geführt. Jedermann, der sich an verbotenen Einzelakttonen beteiligt, stellt sich damit außerhalb von Staat und Bewegung und setzt sich der Bestrafung aus.

Reinliche Scheidung.

Hinkels Auftrag zur Neberwachung des Nichtariertums in der Kunst.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Geschäftsführer »er Reichskulturkammer Hans Hinkel, von Reichsminister Dr. Goebbels zum Sonderbeauftrag­ten für die Ueberwachung der Betäti­gung aller im deutschen Reichsgebiet lebenden nichtarischen Staatsangehörigen auf künstlerischem und geistigem Gebiet berufen, erin­nerte in einer Unterredung daran, daß im April 1933 derJüdische Kulturbund" genehmigt iworden sei, mit der Maßgabe, daß jüdische Künstler ffür ein jüdisches Publikum nach Belieben wirken dürfen. Die führenden Leute des Jüdischen Kulturbundes haben immer wieder die Loyalität Der Regierung anerkannt. Wenn wir ein jüdisch- Kulturelles Eigenleben mit anerkannter Großzügig- Seit begründet haben, so verwahren wir uns scharf gegen jeden Versuch der Einfluß- inahme von jüdischer Seite auf die Kul- kurangelegenheiten unserer Nation. Wir wissen, daß da und dort Juden getarnt ar­beiten; wir wissen, daß manche Verfilzungen ous der Systemzeit bis heute noch nicht ge­löst sind. Diesen Zustand, wo er noch besteht, z u andern, betrachten wir als unsere aktuelle Auf­gabe. Wir werden die Schuldigen zur Derantwor- tung ziehen, nicht nur die Juden, die unter falscher Flagge sich über die Hintertreppe wieder ein­schmuggeln wollen, einerlei ob im Film, im Funk ober im Schrifttum besonders hart und scharf werden wir die Nichtjuden anpacken, die sich auf eine jüdische Symbiose einlassen und sich nicht scheuen, sich als Strohmänner für 30 Sil­berlinge an Juden zu verkaufen. Diesem Zustand wird ein Ende gemacht. Die Klärung der soge­nanntenGrenzfälle" liegt mir besonders am Her­zen. Wir wünschen endlich reinliche Schei- 5 u n g. Wer nach der nationalsozialistischen Revolu­tion mit dem Judentum kompromisselt, hat keinen Platz im kulturellen Lebensraum des deutschen Vol­kes. Wir werden scharf durchgreifen und müssen es tun, denn vor uns steht das schwer ar­beitende gläubige Volk, demgegenüber wir bie Verantwortung tragen für eine saubere, ehrliche Kulturarbeit.