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Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen

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itadt anno 1648.

sätzen.

Wanderfahrten

Weise ein unliebsames Anstehen am Schalter wäh­rend den Hauptverkehrszeiten vermieden. (Dgl. die

* beutiae Slnxeiae.)

Kontributionen zu bezahlen, daß viele Bürger sich gezwungen sahen, in Frankfurt ihren Hausrat zu verkaufen, um die geforderten Summen aufzubrin­gen. 1619 wurde ein Teil der Burg durch eine furchtbare Pulver-Explosion zerstört. Große Be­schießungen vollendeten 1634 und 1648 das Werk "" 150 000 Reichstaler betrugen die

brannten.

Fast Jahr für Jahr wird Wertheim von lieber» schwemmungen heimgesucht. 1732 riß eine lieber» schwemmung der Tauber 32 Häuser mit sich.

Von der Burg wandern wir zur Stadt zuruck. Wir unternehmen eine geruhsame Bootsfahrt auf Tauber und Main, um nochmals die ganze Schön-

liche Eindrücke vermittelt.

Wir setzen unsere ideelle Rundreise durch dieses Kernstück der deutschen Alpen ostwärts fort und gelangen mit der Karwendelbahn ebenso wie die Zugspitzbahn eine technische Meisterleistung nach Mittenwald. Dieses uralte, idyllische Geigen­bauerdorf liegt hart an der Tiroler Grenze. Hier handelt es sich um einen der malerischsten Orte des gesamten Alpenlandes; Möglichkeiten für leichtere und schwerere Touren gibt es nach allen Seiten hin.

Wir verlassen die nach Osten in die Vorderriß abbiegende Isar und wechseln über einen kleinen Paß hinüber zum Walchensee und Kochel» s e e. Von Kochel am See, dem breit hingelagerten Ort am Fuße des Kesselberges und der berühmten kurvenreichen Kesselbergstraße, ist man bald in Benediktbeuern. Dieser in die Varberge ein­gebettete Ort wird beherrscht von der mächtigen Benediktenwand. Er ist der Uebergang ins liebliche Tölzer Tal, vorbei an Bad Heilbrunn. Hier errei- chen wir wieder den unteren Lauf der Isar. Süd­lich von Tölz, von schönen Bergen eingeschlossen, liegt Lenggries am Eingang zur Jachenau und zur Vorderriß, jenen beiden zauberhaften Hoch­gebirgstälern, in die zur Freude aller Tal- und Bergwanderer bis heute kein Autolärm eindringen darf, in der keine Maschine die heilige Stille einer göttlichen Bergwelt stören kann.

klamm, Eckbauer und Gschwandnerbauer, Zug­spitzplatt und Wettersteinwand sind Begriffe, die man in ganz Deutschland kennt, mit denen sich meist auch schon in der Ferne eine bestimmte Vor- Stellung von etwas ganz Großartigem verbindet, von einer gewaltigen Landschaft, die unauslosch-

Das Gebiet zwischen Staffelsee und Schliersee liegt gleichsam vor den Toren der Stadt München. Dies will natürlich nur bild­lich gemeint sein, denn von München nach Gar - misch sind es immerhin rund 100 Kilometer, nach Kochel am Kochelsee, nach Murn au am Staffelsee, nach Tegernsee und Schliersee etwa 65 und 70 Kilometer. Da jedoch sämtliche Reichsbahnstrecken, die von München nach Süden in dieses Gebiet ausstrahlen, seit Kriegsende auf elektrischen Betrieb umgestellt wurden, ist dieses Herzstück unserer deutschen Alpen verkehrspolitisch äußerst nahe an Bayerns Hauptstadt herangerückt worden. Die Schnellzüge nach Garmisch brauchen heute nur noch 90 Minuten, die zum Kochelsee nur noch eine knappe Stunde, und auch auf den ande­ren Strecken konnten die Fahrzeiten bis auf die Hälfte der früheren Fahrzeiten mit Dampfbetrieb verkürzt werden. Außerdem schuf gerade in diesem ausgedehnten und vielbesuchten Fremdenverkehrs­gebiet die Deutsche Reichspost zahlreiche Querver­bindungen zwischen den durchweg in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Alpentälern.

Den eindruckvollsten, geschlossensten Ueberblick auf diese herrliche Hochgebirgslandschaft vermittelt uns bei Föhn einer der Türme der Stadt München, etwa die Frauentürme, der alte Peter ober der Turm des Deutschen Museums. Den Föhn kennt man nur am Nordrand der Alpen und auf der südbayerischen Hochebene. Er tritt auf, bevor das Wetter umfchlägt, sobald die wärmeren Luft­massen sich über die Pässe der Zentralalpen nach

Gießen Kinzenbach Himberg Waldgirmes Wehlar.

Wir beginnen unsere Wanderung an der Unter­führung in der Neustadt, gehen schwarzen Dreiecken nach die Rodheimer Straße entlang, später an der Heuchelheimer Mühle vorbei nach dem hochgelege­nen Kinzenbach mit schöner Kirche. Hinter dem Dorf steigen wir durch das Feld in die Höhe zum Wald, vor dessen Eingang sich eine prachtvolle Aus­sicht bis zu den Höhen des Vogelsberges und des Taunus erschließt. Im Walde zweigen nach kurzer Zeit rote Punkte ab, die uns in langsamen Anstieg, an den Schwedenschanzen vorbei, zum Himberg und dessen höchster Erhebung, dem Königstuhl, einer altgermanischen Thingstätte, führen. Hier oben tref­fen wir blaue Dreiecke, die von Rodheim kommen und nunmehr unser Wegzeichen bilden. Wir steigen wieder hinab ins Tal, überschreiten den Schwalben­bach und kommen auf die Straße, die uns über Waldgirmes und Naunheim nach insgesamt 4V2ftün= diger Wanderung nach unserem Endziel Wetzlar führt.

Mücke Attenhain Petershainer Hof Schotten.

Diese hübsche Vogelsbergwanderung beginnt in Mücke und ist durchweg mit weihen Dreiecken be­zeichnet. Von der Station gehen wir zunächst durch das benachbarte Flensungen und auf Feldwegen über Klein-Eichen zum 467 Meter hohen bewaldeten Judenkopf. Kurz darauf überschreiten wir bie Straße Altenhain-Wohnfeld, von der sich eine prachtvolle Aussicht nach der Wetterau, ebenso in das tief eingeschnittene Klapperbachtal bietet. Tief im Grunde liegen die Dörfer Schmitten und Selln­rod, während aus der Nähe der Ulrichsteiner Schloßberg und bei klarer Sicht sogar Amöneburg aus der Ferne herübergrüßen. Unser Weg führt uns an dem, rings von Höhen umgebenen Alten­hain vorüber über die Alte Höhe (537 Meter) zum Petershainer Hof, wo wir rasten können. Die Zei­chen leiten uns weiter durch Wald und Feld über Götzen, wo wir die Staatsstraße erreichen und mit hübschen Blicken in das Niddatal abwärts nach un­serem Endziel Schotten wandern. Gesamtdauer der Wanderung fünf Stunden.

heit der Wertheimer Mainlandfchast zu genießen. Dann rasten wir in einer der schönen Alt-Wert- Heimer Weinstuben. .

Besonders interessant ist dieSchlestl-Wemstube im Schwanen, die reich mit Bildwerken von Heinz und Matthäus Schiestl geschmückt ist. Ein Bilder­buch der Wertheimer Geschichte sind vor allem Die Werke von Heinz Schiestl.

Zu allen Jahreszeiten ist es hier schon! An blauen Sommerabenden habe ich die Wertheimer Burg, von weiter, einsamer Waldwanderschaft durch den Spessart heimkehrend, wie einen rosa Wicken- ftrauß glühen und blühen sehen. Im goldenen Herbst sah ich das Busch- und Baumwerk am Burg­berg lodern und flammen. In dunkeln Wintern hörte ich die Stürme um das Burggemäuer, um die alten Dächer und über den Main hin brausen und orgeln. Und einmal lag das Wunder Wertheim vor mir in der Pracht des Maien.

Zwischen Giaffelsee und Schliersee

Das Herzstück der deutschen Alpen.

Reise- und Verkehrsbüro. Außerdem wird auf diese

Bayern hinüberwälzen. Dieser Föhn hat die Eigenschaft, jenen märchenhaften, klarblauen Him­mel hervorzuzaubern, der jedem Besucher des bayerischen Hochgebirges unvergeßlich bleibt, und die weitesten Entfernungen scheinbar völlig zusam­menschrumpfen läßt. An einem solchen yöbntage sieht man von den Türmen der Stadt München ine Mitte der deutschen Alpen, von der hier heute die Rede sein soll, zum Greifen nahe, die eisftarrenöen Felsberge scheinen bis an die Vororte Münchens heranzurücken. Mit Entzücken und mit höchstem Ge­nuß schweift das Auge über die Oberammergauer Berge hinweg zu Deutschlands höchsten Berg, der Zugspitze, über das ganze Wetter st einge- b i r g e und Karwendel nach Osten zu den lieblicheren, grünen Bergen um Tölz, um den Tegernsee und Schliersee.

Dieses Wunderland, das schon aus der Ferne mit unsichtbaren Händen den Beschauer unwider­stehlich zu sich heranzieht, offenbart nun seine großen intimen Geheimnisse und Schönheiten, wenn wir an Ammersee und W ü r m f e e vorbei, oder auch dem Jsartale und Leitzachtale auf groß­artigen Straßen folgend, in feine geheimnisvollen Täler eindringen. Die schönen alten Bauerndör­fer mit ihrer charakteristischen altbayerischen Bau­art fliegen an uns vorbei, die Berge kommen auf uns zu und wenn wir östlich des am Rande der Alpen liegenden Moorbades Kohlgrub das Loifachtal erreichen, rücken von beiden Seiten die Felskolosse immer enger zusammen. , .

Bei Oberau zweigt die serpentinenreiche Alpen-' heutige Anzeige.)

Es schließt sich an, ins Nachbartal hinein­geschmiegt, dasSonntagskind der bayerischen Alpen", der T e g e r n s e e mit dem Ort Tegernsee, dem rasch emporgewachsenen Jodbad W i e s s e e an seinen grünen Ufern und dem benachbarten Bad Kreuth. Künstler und Gelehrte siedeln sich feit langem mit Vorliebe rund um den Tegernsee an, dessen schmaler südlicher Zipfel bis nach Rottach reicht. Ludwig Thoma und Ludwig Gang- Hofer, wohl die besten Kenner und Darsteller altbayerischen Lebens und Volkstums, haben lange Zeit ihres Lebens am Tegernsee zugebracht und in den unerschöpflichen Jagdgründen bayerisches Weid­werk gepflegt. Auf dem stillen Dorffriedhof von Egern am Tegernsee liegen sie nach ihrem Willen nebeneinander zur letzten Ruhe gebettet.

der Zerstörung.

Schulden der St.... _______

1674 waren wiederum feindliche Kriegsvölker im Land. Ein Stich von Merian (der ein Sommer­haus in Wertheim befaß) zeigt uns, wie damals die Kaiserlichen die französischen Prooiantschiffe ver-

straße nach Kloster Etta! und Oberammer­gau nach Westen ab. Wenn man den malerischen, blitzsauberen Ort Farchant durchfahren hat, öffnet sich der weite Garmischer Talkessel, der den Bück auf die wuchtigen Berge ringsum freigibt. Nicht weniger als drei Bergbahnen führen auf die Zug­spitze, aufs Kreuzeck und auf den Wank. Almen in sattem Grün, baumbestandene Vorberge, in die romantische Bergseen eingebettet sind, wilde Schluch­ten, ewiger Schnee und schroffe Felsenriffe wohnen hier dicht beieinander und wechseln ständig ab. Es ist eine klassische Hochgebirgslandschaft mit allen ihren ergreifenden landschaftlichen Gegen- Pgrtnachklamm und H ö 11 e n t a l - , Eckbauer und Gschwandnerbauer, Zug-

Wertheim am Main.

Von Emil Baader.

Die burggefrönte Märchenstadt an Tauber und Main wollen wir schauen. Vorn Erfgrund bei Hard­heim kommen mir in weite, herbe Kalklandschaft: Fern schimmern die Wälder des Spessart. Morgen- ?locken läuten. Es wandert sich leicht auf der Hoch- läche. Bauern begegnen uns. Das Hardheimer Postauto überholt uns. Bei Hundheim erinnert am Wegrand ein Denkmal an die deutschen Bruder­kämpfe von 1866.

Plötzlich, bei der Vockenroter Steige, stehen wir vor einem neuen ganz anders gearteten Landschafts­bild. Die Berge des Odenwaldes und des Spessarts sind jäh durchschnitten von einem gewaltigen Tal. Ein Tal, in Glanz und Schimmer, liegt vor uns. Wie eine Ballade aus ferner Zeit. Vom Bauern­land schauen wir ins Land der Romantik, ins Land der Burgen und Träume, ins Land der Fischer und Schiffer. Vor uns liegt die Wertheimer Mainland­schaft.

Die Vorstadt ist licht und hell. Villen stehen da und dort an den Hügeln. Daneben nüchterne Bau­ten aus rotem Sandstein. Aber ihr Rot leuchtet herrlich im jungen Grün ringsum.

lieber die Tauberbrücke schreiten wir zur Alt­stadt: zum Markt. Das ist einer der schönsten und zaubervollsten, einer der intimsten und heimeligsten Marktplätze in fränkischen Landen. Ein Platz zum Derweilen und Sinnieren. Schön wie eine Bürger­stube. In alter Zeit war der Platz, wie die Chro­nik meldet, größer. Da die Stadt an Einwohnern zunahm, Plätze für Neubauten innerhalb der Stadt­mauern aber nicht vorhanden waren, so stellte man noch eine Zeile Häuser an den Markt. Wir kom­men zum Engelsbrunnen. Es muß eine Zeit blü­henden Wohlstandes gewesen sein, da die Bürger der Stadt dieses stolze Brunnendenkmal, ein Kleinod der Renaissance, errichten ließen.

Wir besuchen die gottische St. Kilianskapelle, eine der schönsten spätgotischen Kapellen Deutschlands. Sie birgt heute ein köstliches Heimatmuseum. Wei­tere kostbare Museumsschätze schauen wir imHaus der vier Gekrönten", das dem historischen Verein Alt-Wertheim gehört, der sich seit Jahrzehnten größte Verdienste um Heimatpflege und Heimat- kultur erworben hat.

Dann treten wir in die altehrwürdige Stadtkirche, weithin berühmt durch die herrlichen Grabmäler der Wertheimer Burgherren. In Stein gemeißelt, sehen wir hier ein deutsches Adelsgeschlecht. Inmitten des Chors steht das überreich geschmückte Baldachin­grabmal Ludwigs II. von Löwenstein und seiner Gemahlin, der Gräfin Anne von Stolberg-Wert­heim.Die Bettlade" nennt das Volk dieses selt­same Grabmal. Ein Meisterwerk der Gotik ist das Grabmal des Grafen Johann I. mit seinen beiden Frauen. Von hoher Anmut ist die Gestalt des Gra­fen Manderscheid.

Wir steigen den steilen, malerischen Burgweg empor zur Burg. Dom hohen Bergfried halten wir weithin Umschau. Floße fahren auf dem Main lautlos dahin.

Wie schön ist Alt-Wertheim mit seinen Türmen, feinen (teilen Dächern. Wie einen Traum lassen wir Die Geschichte der Stadt an uns vorüberziehen.

Aus einem kleinen Fischerdorf ist die Stadt ent­standen. Durch Kaiser Heinrich VI. erhielt sie um das Jahr 1000 das Marktrecht, durch Kaiser Albrecht um das Jahr 1300 das Stadtrecht. Die bedeutendsten Wertheimer Grafen waren Wolfram I., der den Grund zur Burg legte, Eberhard, der vom Kaiser das Münzrecht erhielt, Johann I., der die Burg wesentlich erweiterte und der der Stadtkirche die heuttge Form gab, und Georg II., der Freund Luthers und Melanchthons, der die Reformation in Wertheim einführte. Handwerk und Handel standen in Alt-Wertheim in hoher Blüte. Neben Fischer- und Schifferzunft, die sich bis zum heutigen Tage erhalten haben, blühten einst besonders Tuch­macherei und Gerberei, Holzhandel, Weinhandel tmd nicht zuletzt Weinbau.

Schlimme Zeiten blieben auch nicht aus. Nach der Schlacht bei Nördlingen hatte Wertheim so viel

Eine schöne Autostraße und ein herrlicher Wanderweg, der Königsweg, führen mitten durch die Vorberge in abwechslungsreichem Auf und Ab zum Schliersee und ins Leitzachtal, dessen Wahrzeichen, der Wendelstein, weithin sichtbar ist. Von den Vorbergen, dem Uebergang zwischen Hoch­ebene und Hochgebirge, sieht man hinein in die Täler der Schlierseer Alpen, erblickt man manchen Ort von bekanntem Namen.

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