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Oberhessen.

Landkreis Gießen.

+ Steinbach, 28. März. Der seit 1. August 1934 kommissarisch mit der Führung der Bürger­meisterei beauftragte Ortsgruppenleiter, Pg. Heinrich Rink, wurde durch Dekret des Reichsstatthalters auf sechs Jahre zum Bürgermeister unserer Gemeinde ernannt. In der Sitzung des Ge­meinderats vom 26. März, die von dem Bei­geordneten und Kirchenrechner Karl Reuschling IV. geleitet wurde, wurde Bürgermeister Rink von 'berregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s vom Kreis­amt Gießen verpflichtet. Bürgermeister Rink wurde anfangs dieses Monats auch zum Orts­gerichtsvorsteher ernannt, und Gemeinderechner Horn zum Ortsgerichtsmann. Die N S. - Frauenschaft veranstaltete dieser Tage eine Eiersammlung für das Winterhilfswerk, die einen schönen Erfolg hatte. /

Albach, 28. März. Die feierliche lieber» reichung der Kriegsehrenzeichen fand in unserer Gemeinde durch Bürgermeister Lenz statt.

8 Alten-Buseck, 28. März. Dieser Tage wurden von der hiesigen Försterei die Früh­jahrs - Kulturarbeiten im Staatswald Nieder-Seilbach und im Gemeindewald Alten-Buseck in Angriff genommen. Es werden insgesamt 15 Frauen und Mädchen beschäftigt. Zur Pflanzung kommen Buchen, Lärchen und Kiefern. Ferner wurde heute im Gemeindewald Alten-Buseck mit den Notstandsarbeiten begonnen, die haupt­sächlich im Aufasten von Nutzhölzern bestehen. Es ist dies von weittragender Bedeutung für die Forst- ivirtschaft, da sie im Laufe der Jahre fehlerfreie und astreine Stämme liefern kann. Bei der heutigen, im Gemeindewald Alten-Buseck abgehal­tenen Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheite 18,' Buchenknüppel 12, Kiefernscheite 8, Fichtenscheite 6, Fichtenknüppel 4 und Buchenreiser 1 Mark je 2 Raummeter.

* Alten-Buseck, 28. März. Das 7jährige Töchterschen Berta des hiesigen Arbeiters Eichenauer erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Armes und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden.

Q Großen-Buseck, 28. März. Am Mitt­woch hielt der hiesige Alice-Frauenverein in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saale der Wirtschaft Brück seine S ch l u ß f e i e r ab. Eine abwechslungsreiche Vortragsfolge, in der ernste und heitere Darbietungen einander ablösten, ließ die schönen Stunden des Zusammenseins schnell ver­

streichen. Aus der Fülle des Gebotenen sei eine Auf­führung,Frühlingsläuten", erwähnt, in der von Kindern von Vereinsmitgliedern sehr wirkungsvoll dargestellt wurde, wie der Winter mit seinen Schnee­flocken dem Frühling, der durch das Schneeglöckchen die schlafenden Lenzblumen wecken, läßt, weichen muß. Auch die 7 kleinen Buben, von denen jeder einen anderen Lebensberuf sich erwählte und ein ganzer Kerl werden wollte, fanden großen Beifall. Dazwischen sang eine Schar stimmbegabter Dereins- mitglieder sehr schön zwei mehrstimmige Lieder: Das Vaterhaus" undHab Sonne im Herzen". Stürmische Heiterkeit erregte das LustspielDas verlorene Paradies", das trotz feiner humorvollen Einkleidung in die tief ernste und nötige Mahnung zur Treue und Zufriedenheit ausklana. Gemeinsam gesungene Volkslieder leiteten zu der herkömmlichen Kaffeepause über. Zwei tiefempfundene Gedichte, von denen das eine, von Schwester Bertha Büchs- l e r verfaßt und vorgetragen, in dankbarer Ver­bundenheit der treuen und vorbildlichen Arbeit der Vorsitzenden, Baronesse Erne st ine von Rabe­nau, gedachte, beendeten den wohlgelungenen Abend. In seinen Schlußworten dankte der Schriftführer des Vereins, Pfarrer Müller, allen Mitwirkenden herzlich für ihre Darbietungen, ebenso denen, die in der sorgfältigen Vorbereitung der Feier keine Mühe und Arbeit gescheut haben. Seine Worte klangen in die Mahnung aus, auch weiterhin im Blick auf die segensreiche Geschichte des Vereins und die bedeutungsvollen Aufgaben des Roten Kreuzes im Dritten Reich dem Schirmherrn, unserem Füh­rer und Reichskanzler, die Treue zu halten! Dem freudig aufgenommenenSieg-Heil!" auf den Führer folgten die ersten Strophen des Deutschland- und des Horft-Weffel-Liedes.

Allendorf a. d. Lumda, 28. März. Auf dem gestern hier abgehaltenen Schweinemarkt roa'ren insgesamt 135 Ferkel und Läufer aufgetrie­ben. Die Preise bewegten sich bei Ferkeln bis sechs Wochen alt zwischen 20 bis 22 RM., über sechs Wochen alte Ferkel kosteten 23 bis 25 Mark pro Stück. Für Läufer wurden 28 bis 35 Mark pro Stück gefordert. Infolge der hohen Preise ging der Handel langsam, es verblieb Ueberstand.

00 Allendorf a. d. Lumda, 28. März. Am Samstagabend fand hier eine Gemeinderats­sitzung statt. Den wichtigsten Punkt der Tages­ordnung bildete die Beratung des Gemeinde- voranschlags für das Rj. 1935. Der Vor­anschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 115 686 Mark für die 1. Abteilung (Betrieb) und mit 761 Mark für die 2. Abteilung (Vermögen) ab. Die Gesamtsumme stellt sich etwa 35 000 Mark höher, als im vorjährigen Voranschlag. An Umlagen

wurden 14 000 Mark erforderlich. Zu bemerken ist noch, daß ein größerer Betrag zur Erbauung einer Försterwohnung vorgesehen ist und daß die Um­lagen sowohl, als auch die Bürgersteuer gegen die vorjährigen Sätze wesentlich gesenkt worden sind. Der Gemeinderat fand bei der Beratung nichts zu beanstanden und genehmigte den Voranschlagsent­wurf in allen Teilen.

+ Treis a. d. Lumda, 28. März. Der hiesige Obstbauverein hielt gestern abend bei Mit­glied Amend feine Jahresversammlung ab. Nach­dem der Ortsbauernführer Berghöfer die Be­

sucher begrüßt hatte, erstattete der Vorsitzende Wilh. Linn estr uth den Rechenschaftsbericht, der u. a. von einem Anwachsen des jungen Vereins auf 24 Mitglieder berichten konnte, der im abgelaufenen Jahre eine fahrbare Obstbaumspritze angeschafft hat, die eifrig benutzt wurde. Der Kassenbericht zeigte einen günstigen Stand. Es wurde beschlossen, die Obstbaumspritze auch Nichtmitgliedern gegen Ver­gütung zur Verfügung zu stellen. Der Beitrag wurde auf 1,50 Mark jährlich festgesetzt. Dem Rech­ner und Vorsitzenden wurde Entlastung und der Dank des Vereins ausgesprochen.

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