auch für die schöne Gegend zu interessieren, schloß der Redner seine Ansprache.
Der Direktor des Pathologischen Instituts der Universität Gießen,
prof. ör. Georg Herzog,
der — wie schon erwähnt — die Vorarbeiten für die Tagung üoernommen hatte, gab zunächst seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck und übermittelte dann den ihm vom Vorsitzenden der Gesellschaft ausgesprochenen Dank für die Vorarbeiten an das Personal des Instituts, das sich in der Sorge um das Wohl der Gäste gegenseitig übertroffen habe. Er freue sich insbesondere, daß neben den älteren Mitgliedern der Gesellschaft auch die jüngeren erschienen seien und niemand den weiten Weg nach Gießen gescheut habe. Die Deut- sche Pathologische Gesellschaft sei ein Hort wissen- fcyaftlichen Geistes und der Kameradschaft, ein Hort für das Gemeinwohl. Als Hort des Gemeinwohls wolle die Gesellschaft dem neuen Deutschland dienen, dem unsere Herzen gehörten. Der Geist, der in der Gesellschaft lebendig sei, habe uns viele Freunde auch im Auslande gebracht. Daß zu dieser Tagung auch viele Fachgenossen aus dem Ausland erschienen seien, bezeuge die Achtung, die die deutsche Wissenschaft in der Welt genieße.
In seinen weiteren Ausführungen vermittelte der Redner dann einen anregenden Ueberblick über die Geschichte der allgemeinen Pathologie und die pathologische Anatomie an der Universität Gießen und ihre Entwicklung im Laufe der 328 Jahre des Bestehens. Mit den Darstellungen der jüngeren Geschichte konnte der Redner auch auf persönliche Beziehungen einiger Teilnehmer der Tagung zur Geschichte der Entwicklung der pathologischen Wissenschaft in Gießen aufmerksam machen. Gießen als Tagungsort sei nicht zuletzt deshalb gewählt worden, weil man in den kleineren und mittleren Universitätsstädten um den engen Konnex der Univer
sität mit Blut und Boden, zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Aerzten und Patienten wisse. Die Wissenschaft müsse sehr svarsam zu arbeiten wissen und sich in der Einfachyeit als Meister zeigen. Die Universität Gießen habe nie über luxuriöse Geldmittel verfügt; in weitschauendem Geiste seien aber doch viele vorbildliche Institute entstanden.
Die Tagung der Gesellschaft solle nicht nur dazu da sein, um wissenschaftliche Vorträge und Demonstrationen zu hören. Die Tagung solle dazu beitragen, daß sich die Kollegen auch menschlich kennenlernen. Deshalb sollten die Teilnehmer in einem außerwissenschaftlichen Teil die Landschaft um Gießen kennenlernen, die Goethe eine angenehme nannte und Liebig keinem Rufe nach Holland, Petersburg usw. habe folgen lassen. Roentgen habe in seinem Testament bestimmt, daß er hier begraben fein möchte.
Die Tagung habe von feiten des Staates und der Behörden alle Förderung erfahren. Besonderer Dank sei der Firma L e i tz in Wetzlar zu sagen, die das Projektionsgerät neuester Konstruktion zur Verfügung gestellt habe. Mit dem Wunsche, daß den Teilnehmern der Tagung hier schöne Stunden de- schieden fein möchten, verband der Redner den Dank an jene, die die Tagung rüsten halfen.
In der eigentlichen Eröffnungsrede sprach der Vorsitzende der Deutschen Pathologischen Gesellschaft
prof. Dr. Dietrich-Tübingen
in einem Fachvortrag über die Zielsetzung der theoretischen und praktischen allgemeinen pathologischen Wissenschaft und der pathologischen Anatomie. Er wies dabei u. a. auf die praktische Bedeutung der pathologischen Wissenschaft für die Volksgesundheit, aber auch für den Arzt hin.
Rach kurzen geschäftlichen Mitteilungen des Schriftführers der Gesellschaft trat man in den wissenschaftlichen Teil der Tagung ein.
Praxis verwachsen sind. Es war eine Prüfung, die den ins Leben tretenden Schülern zeigte, welche Anforderungen die Praxis an sie stellen wird.^
Nach 4V2ftünbiger Prüfung konnte allen Schülern das Zeugnis der mittleren Reise erteilt werden.
Kameradschafisabend der Fachschast Michsfinanzverwattung des RDB, Siehe».
Man berichtet uns: Am Dienstag hielt die Fachschaft Reichsfinanzverwaltung Gießen im Hotel Hopfeld einen Kameradschaftsabend ab. Fachschaftsleiter Pg. Kimmel eröffnete die Versammlung und erteilte nach kurzer Ansprache dem Berufs- kameraden Pfeifer das Wort zu feinem Vortrag: „Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft". Pfeifer, der in der Marneschlacht 1914 bei Vitry- le-Franxois durch zwei Schüsse in das rechte Bein verwundet wurde, kam bei dem Rückzug mit dem gesamten Feldlazerett Maison en Champagne in Kriegsgefangenschaft. Der Redner schilderte die Behandlung der Verwundeten in der Hölle der französischen Lazarette St. Prieux. Im März 1915 kam er, noch nicht geheilt, nach Biskra (Algerien). Es folgte ein anschaulicher Bericht von der dortigen Landschaft, den Sandstürmen, Heuschreckenschwärmen und 6er Hungerzeit im Gefangenenlager, den körperlichen und seelischen Entbehrungen und Leiden der Gefangenen und den unmenschlichen Strafen, welche die Franzosen über die Deutschen verhängten. Als die Hitze ihren Höhepunkt (56 Grad Celsius im Schatten) erreichte — Anfangs August 1915 — wurden die Gefangenen nach S6tif im Atlasgebirge gebracht. Auch dort war die Behandlung unmenschlich und die Ernährung sehr schlecht und ungenügend. Im März 1916 schickte die Schweizer Aerztekommis- sion den größten Teil des Lagerbestandes rangen Krankheit und Unterernährung nach Frankreich und in die Schweiz. Hier brach der Redner feinen mehr als einftünbigen Vortrag, der aufmerksame Zuhörer sand und mit Beifall ausgenommen wurde, ab. An einem der nächsten Kameradschaftsabende wird Pfeifer über feine weiteren Erlebnisse während der letzten Zeit seiner Gefangenschaft, aus der er erst am 28. Januar 1920 in die Heimat zurückkehrte, be- richion < ——m— I——.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Prci^<i66<lU * Steiaenbe Beliebtheit der Snortfurfe non .JSraft
vor, aus dem hervorgeht, welche Werte die Geräte, Ausrüstungs- und ' Bekleidungsgegenstände, die Eigentum der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr sind, haben.
Der Punkt „Verschiedenes" brachte eine sehr rege und freie Aussprache. U. a. wurde folgender Antrag eingebracht: der volle Unterstützung fand: „In den Städten sollten doch endlich die Feuerwehrleute in Uniform, freie Fahrt auf den Straßenbahnwagen erhalten, wenn Alarm besteht."
Kamerad Albin Klein regte anschließend noch wichtige Erneuerungen an, die großen Anklang fanden.
Das Netz der Ringleitung zur Alarmierung der Feuerwehrleute wird z.Z. erweitert und bei weiteren Kameraden der Wehr angebracht. Möge die Freiwillige Gailsche Feuerwehr Gießen recht bald wieder ein zeitgemäßes Gerätehaus in besserer Lage der Stadt erhalten. Die Bürgermeisterei selbst dürfte im allgemeinen Interesse diese Angelegenheit nicht hintenanstellen.
Elternabend der Schillerschule.
Um die innige Verbundenheit zwischen Elternhaus und Schule zum Ausdruck zu bringen und zu fördern, veranstaltete am gestrigen Donnerstagabend die Schillerschule im überfüllten Saale des Cafä Leib einen Elternabend, der in allen Teilen als wohlgelungen betrachtet werden kann. Der Verlauf des Abends zeigte einen Ausschnitt aus dem Leben und Wirken von Schülern und Lehrerschaft in der heutigen Zeit; er zeigte, mit welch' großer Liebe sich beide Teile — Lehrer und Schüler — gegenüberstehen, wie neben der Arbeit in der Schule der Sinn für Gottes schöne Natur, für Wandern, Sport und das deutsche Volkslied, für Elternhaus, Volk und Heimat wachgerufen und gefördert wird.
„3m VdM. wollen wir unsere Mädel heraus bilden zu stolzen, aufrechten, gesunden Menschen, die fähig sind, Deutschland über ihr Leben zu stellen.
Stolz, aufrecht, gesund an Körper und Geist
Die Direktion der städtischen ^Betriebe gi ferem heutigen Anzeigenteil bekannt, das nanzzuschlag der Stadt in Höhe von vier für die Kilowattstunde Strom bei dem ftrompreis vom 1. April ab in Fortfall ko Einheitsstrompreis beträgt ab 1. Avril f ström 43 Pfennig pro Kilowattstunde, stc 47 Pfennig. Der Finanzzuschlag auf den tätspreis wurde seit dem Jahre 1929 erk war von dem früheren Stadtrat zur Au der städtischen Finanzen beschlossen wordc zu begrüßen, daß die Stadtverwaltung l nanzzuschlag nunmehr« zwecks Erleichtei Lebenshaltungskosten der Bevölkerung v für den Lichtstrom wieder beseitigt, ob Einnahmeausfall für die städtische Finanz immerhin von ansehnlicher Bedeutung s Der Finanzzuschlag wird einstweilen no erhoben für den Kraftstrom mit zwei Ps> Kilowattstunde und für die Zählermietc Pfennig pro Monat.
In der gleichen Bekanntmachung wird festsetzung der Lichtspitzenzeiten für den und Dretfadjtarif bei Privathaushaltunge Monate Mai, Juni und Juli angekündix werden die Dienststunden der Kasse der E Betriebe angezeigt.
Deutsche Arbeitsfront.
Erste GehilfenPflichlprüfung für Rechts und Notariatslehrlinge im April
Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung d für Berufserziehung, Gau Heffen-Naffau, Rhein-Mainischen Industrie- und Handel zufolge der zwischen der Reichsrechtsanwal und der Deutschen Arbeitsfront gefchloffc einbarung im Rhein - Mainischen Wirtsch 9 örtliche Prüfungsausschüsse für die Geh fung der Rechtsanwalts- und Notariat gebildet. Die örtlichen Prüfungsausschch stehen dem ständigen Prüfungsausschuß ! lung des Amtes für Berufserziehung, Gc Nassau.
Nach der Prüfungsordnung haben im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet alle c männlichen und weiblichen Rechtsanwc Notariatslehrlinge, die in der Zeit vom 1. bis 30. Juni 1935 die Lehre beendet haben beenden, die Prüfung abzulegen.
Zweck der Prüfung ist, wie es in der ’ ordnung heißt, „die Feststellung der in erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten Nachweis einer auf die Volksgemeinschaft teten Allgemeinbildung, die den Lehrling als Gehilfe eines Rechtsanwaltes und No zu sein." Es ist nicht der Sinn dieser Prü Auslese der Besten und Begabtesten vor. Die Prüfung soll den Berus vielmehr i ungeeignetem Nachwuchs bewahren und l Feststellung des'Mindestwissens und der leistung ermöglichen.
Der Bezirk des örtlichen Prüsungsc Gießen umfaßt die Amtsgerichtsbezirke: Altenstadt, Bad - Nauheim, Büdingen, Friedberg, Gießen, Grünberg, Herbstein, Laubach, Lauterbach, Nidda, Drtenberj Schotten und Ulrichstein.
Alle auslernenden Lehrlinge bei Not Rechtsanwälten, die bei diesen Amtsgerict lassen sind, müssen dem örtlichen Prüfung Gießen gemeldet werden. Die Anmeldung der Zeit vom 2 8. März bis 4. A das Amt für B e r u f s e r z i e h u n g D A F., Gießen, Lony st raße 18,,
Die Vordrucke für die Anmeldung uni scheinigung über den Ausbildungsgang kö angefordert werden. Mit der Anmeldur Prüfungsgebühr von 3,00 RM. einzuzah
NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Ire Voranmeldungen für „Sraft-durch-Fr Ferienfahrlen schon jetzt abgeber
Wir machen immer wieder darauf at daß die Voranmeldungen für eine Feriei „Kraft durch Freude" schon jetzt gemach Einzelne Züge (z. B. nach Berchtesgaden schon durch Voranmeldungen vollbesetzt werden keine Anmeldungen mehr hierfür genommen. Wer sich jetzt anmeldet, hat Gewähr, daß er bei den betreffenden Zi zurücksteht.
Also nochmals:
Ferien eintellen und voranmelde
bühr ruht auf den Grundstücken als dingliche Last und unterliegt der Zwangsbeitreibung wie die direkten Gemeindesteuern.
§ 2.
Die Gebührenpflicht beginnt mit dem Monat nach erfolgtem Anschluß. Die Zahlung der Kanalbenutzungsgebühr geschieht in halbjährlichen Zielen, fällig im April und Oktober jeden Jahres.
§ 3.
Die Gebühren werden nach Art. 108 der Hess. Gemeindeordnung festgesetzt.
§ 4.
Diese Ortssatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Treis a. d. Lda., den 16. März 1935.
Hess. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda.
Euler.
Dienstnachrichieu des Kreisamts.
Ernst Ludwig Schäfer aus Langd wurde auf die Dauer von 6 Jahren zum Beigeordneten der Gemeinde Langd ernannt.
Mit dem 1. April 1935 wird die parteieigene Oberhessische Tageszeitung Amtsverkündigungsblatt der Provinzial- direktiou Oberhessen und des Kreisamts Gießen. Das bisherige Amtsverkündigungsblatt stellt mit dem 1. April 1935 sein Erscheinen ein.
Alle Bekanntmachungen der Provinzialdirektion Oberhessen und des Kreisamts Gießen erfolgen nunmehr ausnahmslos in der Oberhessischen Ta geszeitung. Dieselbe kann durch die Post oder durch die örtlichen Agenturen zum monatlichen Bezugspreis von NM. 1,80 zuzüglich Bestellgeld bezogen werden.
Sporffurfe „Kraft durch Freude Bis jetzt vier Surfe!


