Einzelbild herunterladen

zur Geltung, die hier verhältnismäßig ungewöhn­lich ist. Die ausgesprochen elastische Haltung, die dem schwedischen und dänischen Volk eigen ist, über­brückt immer wieder scharfe Gegensätze, die nur in den Zeitungen radikal zum Ausdruck kommen. Etwas anders ist es in Norwegen, dessen Volks- charakter sich wesentlich von dem seiner Nachbar­nationen unterscheidet. Hier prallen die Meinungen hart gegeneinander, hier gibt es auch gefährliche Spannungen, hier ist ein Boden vorhanden, auf dem die Jugend unter Umständen einmal nach der einen oder anderen Richtung eine gewalt­same Entscheidung erzwingen kann. Zur Zeit ist die allgemeine Stimmung in Norwegen darüber soll man sich als Deutscher, der seine nordischen Ideale gern im Norden verwirklicht sehen möchte, gar keiner Täuschung hingeben leider anti­deutsch. Einige Osloer Tageszeitungen der Rechten

aber werben stetig und freundschaftlich um Ver­ständnis für Deutschlanb, ohne daß sie deshalb etwa eine revolutionäre Umkehr wünschten. Die Oppo­sition gegen die regierende Arbeiterpartei ist stark und offenbar im Wachsen begriffen; der Widerstand der Jugend gegen die Zwangsherrschaft der Ge­werkschaften hat jedoch noch keine Form gefunden, er ist bisher nur räsonnierend und resignierend. Das Landvolk aber, diese einfachen, geraden, lie­benswerten norwegischen Menschen sind konservativ im Sinne der Beharrung beim Gegenwärtigen. Sie wollen ihre Ruhe und ihre Kraft der mühseligen harten Arbeit widmen, durch die sie sich ihr oft kärgliches Brot verdienen. Norwegen ist zweifellos innerpolitisch das interessanteste Land im Norden. Gärungen, Kräfte und Gegenkräfte sind vorhanden aber nach welcher Richtung werden sie aus­schlagen?

Das Wirtschaftsjahr 1935.

Don Dr. 3<m Eyßen.

Um Weg und Entwicklung der deutschen Wirt­schaft für 1935 aufzuzeichnen, reichen statistische Hilfsmittel allein nicht aus, denn das Bild, das sich in ihnen widerspiegelt, wird von Einflüssen und Triebkräften überschnitten, die sich zwar auch in der Richtung des Wirtschaftsanstiegs bewegen, aber nicht immer erkennen lassen, wie stark und widerstands­fähig die Grundlagen dieses Aufstieges im Einzelnen geworden sind. Zunächst ist festzustellen, daß an der industriellen Erzeugung gemessen die deutsche Wirt­schaft im September 1935 einen Höchststand erreicht hat, wie das selbst im Jahr der Hochkonjunktur 1928 nicht der Fall war. International gesehen hat die deutsche Wirtschaft das Krisentief um die Wende 1932/33 erreicht, um dann im ununterbrochenen Aufstieg bis Ende 1934 einen vorläufigen Höchst- tand zu erreichen, dem ein leichter Rückschlag An- ang 1935 folgte, um dann den Aufstieg weiter ortzusetzen.

Eine gleichgeartete Entwicklung hat sich in an­deren großen Wirtschaftsländern nicht durchweg ge­zeigt, weder in den Vereinigten Staaten noch in Frankreich, während Großbritannien einen Aufstieg erzwingen konnte. Dabei ist zu beachten, daß die deutsche Wirtschaft von 1914 bis 1933 aus dem Kriegs- und Krisenzustand nicht herausgekommen ist, ferner, daß der Krisenzustand im Sommer 1931 zeitweilig in einen völligen Zusammenbruch umzu­schlagen drohte. Die verhängnisvolle Tributpolitik hatte zwar den wirtschaftlichen und finanziellen Nie­derbruch Deutschlands erreicht, aber den Sieger­staaten keine neuen Märkte und keinen neuen Auf­trieb gebracht. Die finanzielle Ausplünderung Deutschlands fand keinen Ausgleich und kein Ge­gengewicht in der Goldhortung einzelner Staaten, also vornehmlich Frankreichs und USA., denn ge­rade diese Goldhortung hat zur Verschärfung der internationalen Wirtschaftskrisen beigetragen.

Wenn auf der einen Seite sich ein internationaler Warenaustausch auf der Grundlage der kapitalisti­schen Wirtschaft vollziehen soll, so darf auf der an­deren Seite die bewegende Kraft dieses Wirtschafts­systems, nämlich das Kapital, nicht zu ungleich­mäßig verteilt sein. Das ist aber der Fall, so daß es durchaus folgerichtig ist, wenn sich aus dieser Störungsstelle andere Fehlgriffe und Fehlleitungen entwickeln, wie das durch die Abwertung von Wäh­rungen geschehen ist. Diese Abwertung ist ja eigent­lich nichts anderes als wie ein Versuch, die Erzeu- aungskosten zu senken, um damit die Wettbewerbs­fähigkeit scheinbar unabhängig von der durch Krieg und Gewaltfrieden erzwungenen Verschuldung, .so­wie der verfehlten Kapitalhortung zu erzwingen.

Die deutsche Wirtschaft hatte und hat die Aufgabe zu lösen, trotz Auslandsverschuldung, trotz Verknap­pung des Betriebskapitals über die Krise Hinwegzu­kommen. Das das ohne staatliche Führung nicht gehen konnte und geht, ist klar, zumal der Staat selbst sich als großer Auftraggeber einschaltete. Wer den Gang der Ereignisse 1935 überprüft, der muß feststellen, daß es vor allem gelungen ist, d i e Zahl der Krisenopfer soweit herabzudrücken, daß der für den Jahresschluß ausgewiesene Be- stand von zwei Millionen weder eine soziale noch eine politische Gefahr bedeutet. Gerade darin lag

und liegt die Schwere der Aufgabe, die Krisen­opfer nicht nur wieder in den Wirtschaftsprozeß ein­zureihen, vielmehr auch dafür zu sorgen, daß diese Einreihung nicht ein zeitlich begrenzter Behelf ist, sondern ein Dauerzustand bleibt.

Es ist im Auslande leider üblich geworden, die Tatsachen und Ziffern des Wiederaufstiegs der deutschen Wirtschaft umzudeuten, wozu auch gehört, aus den Mitgliederzahlen bei den Krankenkassen, so­wie unter Hinzurechnung der Zahl der unterstützten Krisenopfer eine weit größere Arbeitslosigkeit zu folgern, als sie wirklich vorhanden ist. Dabei wird immer übersehen, daß ein Vergleich der Beschäftig­ten im Jahre 1928/29 mit der Zahl der Beschäftig­ten in irgendeinem Monat 1935 schon deshalb nicht möglich ist, weil Arbeitsdienst und Wiederherstellung der Wehrhoheit eine beträchtliche Zahl von Arbei­tern und Angestellten in sich aufgesogen haben. Sie können also ebensowenig in der Zahl der Kranken­kassenmitglieder erscheinen, wie das auch für jene Angestellten und Arbeiter nicht möglich ist, die von Jahr zu Jahr in wachsendem Maße sich bei pri­vaten statt bei öffentlichen Kassen versichern lassen. Wäre die Zahl der Beschäftigten 1935 nicht verhält­nismäßig fast ebenso groß gewesen wie 1928, so hätte nicht ein Stand der industriellen Erzeugung erreicht werden können, wie er seit 1928 nicht mehr zu ver­zeichnen gewesen ist. Auch die Rückgliederung des Saargebiets, die Anfang 1935 vor sich ging, ist ver­hältnismäßig reibungslos erfolgt, indem es vor allem gelang, die Förderung der Saarkohle, sowie ihren Vertrieb und Absatz zu regeln.

Es ist nun einmal nichts daran zu ändern, daß Förderung und Verbrauch industriel- ler Rohstoffe auch einen Gradmesser für die Wirtschaftsverdichtung bildet. So sind im Monats­durchschnitt 1934 10,4 Millionen Tonnen Stein­kohlen gefördert worden, nachdem 1932 ein Tief­stand von 8,7 Millionen Tonnen im Monatsdurch­schnitt erreicht worden war. Schon im Januar 1935 wurde der Monatsdurchschnitt von 1934 mit 11,6 Millionen Tonnen Überboten, um sich dann mit Einschluß der Saarkohle auf einer Höhe zu halten, die im August an 12 Mil­lionen Tonnen heranreichte, in den Herbst- und Wintermonaten sogar diese Ziffer überstiegen hak. Auch die Erzeugung von Roheisen und Stahl hat sich 1935 weiter nach aufwärts bewegt, so daß schon im Herbst mit Einschluß der Saarerzeugung im Monatsdurchschnitt die Erzeugung von 1929 eben­falls überholt werden konnte. Diese Entwicklung ist bedingt und wird gestützt durch die Belebung des Bau Marktes, weiter durch die Aufträge, die die Reichsbahn durch ihre Bauvorhaben an die Industrie hinausgegeben hat. Daß auch die Aufrüstung dabei eine Rolle spielt, trifft zu, aber das war und ist in anderen Ländern ebenso der Fall, wie in England und den Vereinigten Staaten. Auch Frankreich hat vergleichsweise stark ausgerüstet; wenn dies nicht in den Erzeugungszif­fern von Stahl und Eisen zum Ausdruck kommt, so liegt das daran, daß Frankreich die für seinen eige­nen Bedarf übersetzte Kraftwagenindustrie nur noch dadurch über Wasser halten kann, daß die noch be­

Junge Orangs.

Don Paul Eipper.

Jüngst hat der Hallenser Zoo aus dem Suma- traniscyen Urwald einen jungen Drang erhalten, Sairu, den vergnügten Affenknaben. Der beobach­tende Tierfreund ist immer von neuem erstaunt, wiemenschenähnlich" oder sagen wir besser wie kindlich überzeugend und für uns Menschen ver­stehbar das Mienenspiel dieses Tieres ist. Sairu hat seinen Milchbrei aus der großen Aluminiumschüssel getrunken, die letzte Neige weggeschleckt, so daß Kinn und Backenbart ihr gutes Teil mitbekamen; nun ist er satt. Man sieht es seinem Gesicht ein­deutig an, und wenn man genauer blickt, wird man in seinen Augen noch etwas Menschenähnliches ent­decken, die Neugier und die Verdauungsmüdigkeit.

Wie ganz anders prägt sichEigensinn" auf die­sem Antlitz aus! Eigensinn, gemischt mit Zorn, überlagert von Angst und Futterneid. Sairu möchte nämlich noch eine dritte Banane; der Pfleger gibt sie ihm nicht, und wie jedes Menschenkind fängt der kleine Drang zu weinen an, steigert sich ins Schreien, reißt den Mund immer weiter auf und plärrt zuletzt ganz jämmerlich.

Kindlicher Zorn verraucht sehr schnell; schon ist das Gleichgewicht wieder hergestellt; irgend etwas, eine Fliege an der Holzwand, fesselt die Aufmerk­samkeit. Ober, nein! etwas ganz Neues, ein Brummer, eine dick bepelzte Hummel. Nun setzt sich der Drangsohn still auf seine dazu geschaffene Körperfläche, kreuzt die Beine und schaut nach oben, auf das Ding, das sich dort bewegt. Die Lippen find vor Staunen fest zufammengepreßt; weit werden die Augen aufgeriffen; der Blick hängt fasziniert am lockenden Dbjekt. So staunt ein Men­schenkind ins Licht der brennenden Kerze; so hat mein Sohn zum erstenmal eine Taubeverschlun­gen", die draußen am Balkongeländer ausruhte und ihre Federn glättete.

Aber alle jungen Tiere, auch die Menschenaffen, haben volkstümlich ausgedruckt Einbahn­gehirne; sie befassen sich immer nur mit einer Sache, verlassen sie sofort und gänzlich uninteressiert, so­bald etwas Neues auf der Bildfläche erscheint.

In diesem Fall kommt der Wärter, der vertraute und geliebte Spielkamerad des Drangs. Er will Sairus Gesicht mit einem Tuch säubern und reicht dem Tier die Hand. Folgsam steht Sairu auf; nun können wir deutlich sehen, daß die roten Menschen­affen Sumatras keine Bodentiere find. Höchst un­beholfen steht der Drang auf feinen viel zu kurzen Beinen; es ist schwer für Ihn, in dieser aufgerich­

teten Haltung das Gleichgewicht nicht zu verlieren, man muß mit den langen Armen, den Händen, tüchtig hin und her pendeln. Und bann tut bas junge Baumgefchöpf bas ihm einzig ^Gemäße: es klettert an bes Menschen Beinen hoch, recht flink mit brei Klimmzügen, macht eine Ruhepause unb hängt sich an bes Wärters Rocktasche, in ber gewiß irgenbeine Leckerei verborgen ist. Das Naseputzen hat noch Zeit; hoch kommt man auf alle Fälle, denn die vier Gliedmaßen sind ausgesprochene Kletterhaken.

Wenn Sairu endgültig satt geworden ist, vollge­stopft und genudelt, dann streckt er die Zunge lang heraus, zieht sie schnell zurück, um das beweg­liche Ding schmatzend wieder nach vorn zu schleu­dern; ein Gesellschaftsspiel, das ich an jungen Ver­tretern des homo sapiens rnehrerernale auch er­blickte. Ihnen steht dann ebenso keck und lustig ein schütterer Haarschopf hoch vorn runden Schädel.

Am menschenähnlichsten finde ich die Schlafhal­tung eines jungen Drangs: die Arme auf der Brust verschränkt, oder die eine Hand unter das Dhr ge­legt, ruht das Tierkind im weichen Heubett; meist erbettelt es sich zuvor von seinem Pfleger ein Tuch ober eine Decke, womit es sorgsam ben Körper ein­wickelt, um währenb bes Schlummers bie Hülle mit ben Beinen wegzustrampeln.

*

Ich glaube nicht, baß junge Menschenaffen an Heimweh leiben, wenn sie in unseren Tiergärten seelisch richtig behanbelt werden, das heißt, tags­über Ablenkung haben und einen Menschen, der sich dauernd um sie kümmert, auf ihre körperliche und Gemütsregungen liebevoll eingeht. In solch einem Fall ersetzt der Mensch durchaus die Affen­mutter, wobei allerdings die Ernährung in einer mehr mittelbaren Form vor sich geht.

Aber wenn man das Glück hat, Drangmutter und Kind in einer deutschen Tierstation zu pflegen, dann ergibt sich begreiflicherweise noch ein größerer Beobachtungskreis. Im Berliner Zoo wurde die Ehe zwischen dem Backenwülster-Drang Adam unb der zierlichen Cleo mit dem roten Lockenzwerglein Aseko beschenkt. Vater und Mutter teilen sich in der Erziehung ihres Sohnes, wobei Adam nichts zu tun braucht, als wachsam zu sein. Gefahren abzu­wehren, die sowieso in Berlin nicht kommen. Aber zuweilen tritt der Drang-Riese ganz behutsam zu seiner Frau heran, lüftet die Decke und besieht sich sein Kind.

Während der ersten Wochen hängt solch ein Drangsäugling, mit allen Vieren festgehakt, dauernd an der Brust der Mutter. Später begibt er sich lauf Entdeckungsreisen, verläßt aber nie den Kör-

triebsfähigen Werke statt Motore für Kraftwagen Motore für Flugzeuge bauen.

In Deutschland hat die Kraftwageninbu- strie 1935 ben Aufstieg fortsetzen können, zu bem im Frühjahr 1933 ber Weg burch bie Maßnahmen bes Führers unb Reichskanzlers geebnet wurde. Schon 1934 war bie Herstellung von Personen- unb Lastkraftwagen in Deutschland wesentlich höher als 1928; eine Entwicklung, bie sich 1935 fortge­setzt hat, so daß Deutschland in ber Herstellung und im Absatz Frankreich überholt hat. Hier fei er­wähnt, daß Frankreich 1929 rund 246 000 Kraft- wagen baute, während bie Veraleichszahl für Deutschlanb 127 000 betrug. Wenn Herstellung unb Absatz in Deutschland 1935 nicht noch größere Fort­schritte erzielt haben, so hängt bas bamit zusammen, daß es ber Kraftwagenindustrie sowie auch in ber elektrotechnischen Jnbustrie, endlich auch im hochwer­tigen Maschinenbau an gelernten Arbeitern fehlt. Monat für Monat stellt bas Reichsarbeitsamt fest, daß Nachfrage und Bedarf an gelernten Arbeitern das Angebot überfteigen, was auch für gewisse Außenberufe gilt, deren Beschäftigungsgrad von ber Jahreszeit nicht mehr abhängig ist.

Die Entwicklung bes Außenhanbels wird international noch immer durch die Krise be­einflußt, wozu weiter die Waffe der Geldentwer­tung in einzelnen Ländern kommt, was an sich er­klärt, daß auch Deutschland gezwungen war unb ist, sich burch befonbere Maßnahmen auf ben Außenmärkten burchzusetzen. Diese Maßnahmen, die im sogenanntenNeuen Plan" einbegriffen finb, haben sich seit ihrer Einführung günstig aus­gewirkt, benn es ist immerhin gelungen, bie Aus­fuhr beträchtlich zu steigern, so baß feit Juli ein Ausfuhrüberschuß bie Regel ist. Im Monatsburch- schnitt wirb ber Ausfuhrwert für 1935 bei 345 Millionen Mark liegen, also nicht viel weniger als 1934. Dabei ist roieber zu beachten, baß 1935 aus währungstechnischen Grünben bie Einfuhr soweit wie möglich gebrosselt worben ist, weil sich nur so erreichen läßt, die Ausfuhrüberschüsse hereinzu­bringen, die für die Verpflichtungen aus ber Aus- landsverfchulbung immerhin noch notroenbig finb.

Daß bie beutfche Zahlungsbilanz nicht aus dem Ergebnis des Außenhandels allein besteht, ändert daran nichts. Denn es kommt ja für Deutschland nicht nur darauf an, gewisse Summen für den Til­gungsdienst der Auslandsverschuldung bereitzustel­len; es liegt für Deutschland geradezu ein unaus­weichlicher Zwang darin, ben Gold- und Devisen­bestand ber Reichsbank roieber aufzufüllen. Daran aber wird wohl festzuhalten sein, daß jeder Zinsen­dienst für die Auslandsverschuldung aus dem Wa­renverkehr, also aus dem Ausfuhrüber­schuß aufgebracht werden muß, weil sonst bie Ge­fahr beftünbe, baß ber internationale Warenverkehr, baß der Außenhandel überhaupt noch weiter ein­schrumpfen müßte, als das schon an unb für sich ber Fall ist. Wenn bie Einfuhr 1934 bei runb 4,4 Milliarden Mark lag, so wird sie 1935 etwa 4,2 Milliarden Mark erreichen, während bei der Aus­fuhr mit Rücksicht auf den Einfuhrüberschuß im ersten Halbjahr 1935 um 100 bis 150 Millionen Mark über die Einfuhr hinauskommen wird. Hätte das neue Deutschland seit der Machtergreifung des Nationalfozialismus nicht eine starke inner­wirtschaftliche Belebung erzwungen, fo würde der internationale Warenverkehr noch weiter im Krisentief abgefunfen fein.

Der innerwirtschaftliche Aufstieg hat sich auch des­halb 1935 fortsetzen können, weil die Wirtschaft von jeder Unruhe und Unsicherheit entlastet worden ist, soweit das eine wie das andere früher die unver­meidliche Folge des Durcheinanders im Reichs- h au sh alt war. Don 1924, also seit der Befesti- gung der Währung bis zur Machtergreifung 1933 gab es Jahr für Jahr nicht nur neue Steuern und Ausgaben; es gab trotzdem oder gerade deswegen immer neue Fehlbeträge in den Reichs- und Län­derhaushalten. Im Vergleich dazu hat die Reichs­regierung feit 1933 auf jede Steuererhöhung ver­zichtet, dafür aber Lasten abgebaut, bie befonbers hart die Gelenke der Wirtschaft trafen. Im Haus­haltsjahr 1933/34 wurde zum ersten Mal feit 1913 wieder ein regelrechter Abschluß erzielt, so daß nach Ausschaltung aller überflüssigen Ausgaben sowie größter Sparsamkeit das Reich mit 5,8 Milliarden Mark auskommen konnte. Im Haushaltsjahr 1934/ 35 erzielte das Reich, sowie die Länder und Gemein-

per der Alten. Bis dann Cleo es für richtig hält, von sich aus bie ersten Schritte zur Selbständig­keit ihres Kindes zu unternehmen.

Ich habe Folgendes beobachtet: Die Drangmutter faß ganz still hoch oben auf bem letzten Duerbrett des Geheges, während der Kleine fortdauernd von ihrer Schulter zum Schädeldach hinaufkletterte und im Ueberfchlag wieder an die Brust herunter kam. Plötzlich schälte Cleos rechte Hand behutsam, aber unnachgiebig das Kind von ihrem Pelz, streckte ben langen Arm in bie Luft, so baß sich wohl ober übel der kleine Aseko an das Schwingtau klammern mußte, das eben an dieser Stelle hing. Kaum hat­ten die Zehen des Kindes zugepackt, ließ die Mut­ter los. Der Sohn schrie jämmerlich. Umsonst. Cleo blickte zwar aufmerksam aber tatenlos seinem Ge­zappel zu. Und dann stieg sie bedächtig ein Stock­werk tiefer auf die nächste Galerie, streckte wieder ihre Hand aus und wartete geduldig, bis ihr Kind begriffen hatte, daß es ganz allein am Seil herunterklettern müsse, um über Mutters Hand wieder an die Brust zu kommen.

Während der nächsten Viertelstunde hörte ich Aseko schrill und schrecklich kreischen; aber o Wunder die erste selbständige Reise seines Le­bens hat er tatsächlich gekonnt unb hoppelt innig legte bie Drangfrau Cleo ihren nun schon lebenstüchtig geworbenen Sprößling an bie näh­rende Brust.

Hokuspokus in München.

Karl Valentin und £ifl Karlstadt unterhalten sich in der Trambahn.

Der berühmte Münchner Komiker Karl V a - ( e n t i n und feine Partnerin Lisi K a r l ft a b t unterhalten sich im Leben mit ben gleichen Mitteln, durch bie sie von der Bühne das Publikum unter­halten. Das Publikum unterhält sich herrlich, wenn die beiden Theater spielen aber doch nicht so gut, wie die beiden sich unterhalten, wenn sie Publikum spielen. Etwa so:

Sie steigen als schlichte Bürger, der eine vorn, der andere hinten, in die Trambahn, nehmen ein­ander gegenüber Platz, schauen im Wagen herum, sehen sich gleichgültig an.

Die Karlstadt hat eine Tüte Zwetschgen, die sie an einem Stand gekauft hat, vor sich, blickt hinein, schüttelt den Kopf, sieht den Herrn gegenüber fra­gend an.

Valentin, ihrem Blick begegnend, zwingt seinem grämlichen Gesicht den Ausdruck verärgerter In-

I teressiertheit auf, schnappt ein paarmal mit dem

den aus allen Steuern rund 12 Milliarden, Mark, von denen auf das Reich an Gesamt­einnahmen 8,2 Milliarden Mark entfielen. Der Anfall im Haushaltsjahr 1935/36, der für bas Reich auf rund 8 Milliarden Mark veran. schlagt worden ist, wirb insgesamt höhere Einnah. men erbringen, die für Reich, Länder und Gemein, den voraussichtlich bei 13,5 Milliarden Mark liege, werden. Daraus geht hervor, daß auch das Volkseinkommen 1935 im Vergleich zu 1931, in welchem Jahre es auf rund 53 Milliarden Mar? geschätzt wurde, gleichfalls gestiegen sein muß, wog vor allem durch den Mehranfall bei der Einkommen, steuer, sowie bei der Körperschaftssteuer unb Ver. mögenssteuer bestätigt wirb. Diese Wirtschaftsbele» bung wirb auch gestützt burch die Verkehr?, steigerung bei ber Reichsbahn, benn biefe hat im Monatsburchschnitt 1935 runb 4,7 Mi!, liarben Tonnen-Kilometer geleistet, gegen 3,2 M

Die 4. Reichsstraßensammlung am 4. und 5. 3g. nuar 1936 stehl im Zeichen des Frontsoldaten G des Frantgeistes.

Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegs, opferversorgunq sammeln an diesen Tagen für da; TßtyTß.

liarben Tonnen-Kilometer im MonatsburchsäM bes Krisenjahres 1932. Dabei hat der Äraftroayn- verkehr 1935 einen weit größeren Anteil an bfr Güter- und Personenbeförderung an sich ziehen können, als selbst in den Konjunkturjahren, weil jQ die Zahl der Kraftwagen inzwischen erheblich M. gen ist.

Der innerdeutsche Markt hat ein leichtes Anzich- ber Lebenshaltungskosten gebracht, wc- von jeher auch eine Begleiterscheinung jeber Wir schastsbelebung gewesen ist. In der Hauptsache bs. Deutschlanb den größten Teil seines Nahrungsb»- darfs 1935 aus der Jnlandserzeugung decken köi>, nen, was als volkswirtschaftliche Leistung um 'n höher zu werten ist, als die deutsche Landwirtschaft Ende 1932 zusammengebrochen war. Die Schöpfmg des Reichsnährstandes, sein Aufbau unb bie innen« Ausgestaltung burch bie Marktordnung haben ur« mittelbar dazu geführt, daß bie berüchtigte Preis­schere für bie Landwirtschaft geschlossen werd!-« konnte. Auch bie Vorgänge auf bem Fleisch» urJö Fettmarkt, bie sich als Verknappung bestimmt Lebensrnittel ausgewirkt haben, stellen keim» Rückschlag bar, fonbern finb zum Teil burch bis größere Nachfrage zu erklären. Für bie beutst Lanbwirtschaft ist es keine unlösbare Aufgabe, bi« Viehstapeln roieber aufzufüllen, ganz abgesehen bavon, baß bie lanbschaftlich tätige Bevölkerung viel schwerer unter ber Agrarkrise leiben mußte" als heute ein Teil ber städtisch gebundenen Veoöl- kerung unter der nur zeitweiligen Verknappung be­stimmter Lebensrnittel leidet. Nichts steht im Mgr,. davon überzeugt zu sein, daß 1936 und die fol­genden Jahre die Belebung ber Wirtschaft fortsehei- unb steigern werben, benn die beiden großen Aui-> gaben, bie auf bem Gebiet bes Wohnungsbau-« unb ber Verkehrsentwicklung, insbesondere beim Kraftverkehr, gegeben sind, sind noch zu lösen.

P.S,

Gei stolz auf dein Deutschtum'

Sei stolz auf dein Deutschtum, verleugne es ni$! Auf deine Sprache, dein deutsches Gesicht, Auf deine Ahnen, fo deutsch und so gut, Auf deine Kinder, dein Fleisch und dein Blut. Sei stolz auf dein Erbteil, das deutsche (9emii, Aus all bie Großen von deutschem Geblüt, Auch auf die Frauen, wer kommt ihnen gleich, Häuslich und hilfreich, fo warm und fo weich! In mancherlei Sorge und trübem Geschick Sei dir dein Deutschtum dein Trost und dein Olüd; ; Und sei dafür dankbar wie für ein Geschenk, Daß du ein Deutscher bist, immer bedenk.

Und wenn in der Fremde ein Fremdling du bist.. Den man bedränget mit Lüge und List So bleibe dem Deutschtum getreu in der Not, Ja, bleibe ein Deutscher bis an deinen Tob.

Pfarrer Karl Buff, Union, Illinois.

und starrt ihn an.

Jetzt haben mir rausgebracht, was es t|ti , r schelt Valentin mit geheimnisvoll gebampi Stimme.

Was?"

Kartoffelsalat!

Mund, als entschlösse er sich schwer, zu reden, so?» aber doch:

Entschuldigen Sie, Fräulein, was haben 6m denn da?"

Aepfel habe ich mir gekauft", sagt bie Kat!" stabt, mit unsicherem Blick erst auf bie Zwetschgm bann zum fremden Herrn,Ja ja Aepfel!"

Sind das Aepfel?", sagte Valentin, mit beru spitzen Nase zweiflerisch gegen die Tüte hinfchnus- pernd, das sind doch Birnen!"

Die Karlstadt, leicht betroffen, aber vertrauens voll:

Ich weiß nicht ich habe Aepfel verlangt, w" hat sie mir das gegeben."

Valentin, mit energisch verneinender Kopfbewt" S, aber doch nicht sicher, unb als human beo"

:r Mensch auch Irrtum seinerseits vorbehaltenbi:

Vielleicht finb es Johannisbeeren?"

Nein", sagt bie Karlstadt sicher, mit leichte" i Triumph,bafür finb sie zu groß!"

Ober vielleicht Stachelbeeren?", fängt Valentr: nachbenklich überlegend wieder an,kann fein, bel­auf ber Reise von Italien her bie Stacheln gegangen sind ober", ein rechthaberischer leuchtet in feinen Augen auf, er ist ber ßöfuns scheinbar nahe,vielleicht finb es Bananen?"

Der anderen Fahrgäste hat sich eine gewisse Up? ruhe bemächtigt. Einige hören erstaunt, einige bw fremdet zu. Eine Frau schüttelt ununterbrochen W1 Kopf. Ihr Mund ist in mahlender Bewegung. lhm Augen schießen Blitze nach den beiden.

Bananen?", sagt die Karlstadt, unb es)e,Jr als ob sie biefe Möglichkeit immerhin erwäge, wE rcnb Valentin ihr mit lauernber Gespanntheit Gesicht starrt. Aber schon gibt sie sich einen tletnjj Ruck unb sagt mit einer gewissen, wenn auch ben Herablassung:

Nein, für Bananen finb sie mir zu kurz!"

In biefem Augenblick stößt bie Frau in ber U* beibe Fäuste erregt auf ihren Korb, springt ax und schreit in den Wagen:Nein! Jetzt kann mich nimmer halten! Solche Dummköpfe habe H doch mein Lebtag nicht gesehen. Jetzt kennen o alle zwei nicht einmal, baf^bas Zwetschgen VnD^

Schreit es roütenb, stürmt hinaus unb steigt bie Tram hält gerabe wutschnaubend aus.

Valentin ihr nach:Sie FrauV* Die Frau, mit hochrotem Kopf, breht sich

Sb er, ^nlen S iiad) ® um] ichni"^ [tgan bQf liiie D°n mW*! ngirroga; -Renten

i tzainm ** £ M SM

e" O) in d

&V Hk1 iiusganc

Men bei Wesentlich runb and'

Mte 3' Mmatz nflig bei Mckte »lachte- 227) ert Hegenll

Das i »ich, dn dient ai lringe 9 ihetwa x> kpreisbl Mtungen^ kAusfcho

3m Mstimn >hen,a ü würben.

MH. n getauft. I wnefifl! 3 Seite

.Mil N tem 6 i in den i der 6d ti ber do il Einheit il es sich I Wicht WM bk Blottw j ten vvi st Liang

[21n 8 bilder I Auch b t -leichui I wage c 0 Liang- i mit Si H lich at

Die [er hsi stie. A Kupfer Deposi flenanr Provir | Mer' ' es .,pi I war d IbonÜJ Iju DO! freien Wurde bericht piergel (1260 b ter Ta

bes Pa H ber '-Ree ! pw 1 Mt tw

' Avin

-Tha Mg begin körne lotion -wurde Wörter derts Philip Hnesh bis iz r>°n z leben hrt ten C "egel und. r.',- s und J Man 'U'W Jräng

W