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Nr. 278 Zweites Blatt

Mehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Donnerstag, 28. November (955

Die Arbeitsschule der DAF

Grundübungen für das Schreiben an der Maschine. (Aufnahmen |2]: Photo-Pfaff.)

Aus der Provinzialhauptstadt

sentlich bessere Arbeitsleistung erzielen kann, son­dern auch jeder Ermüdung der Finger vorbeugt, indem er seine Arbeit auf die einzelnen Finger verteilt. In den Büros, bei Behörden und bei so vielen Privatpersonen sieht man immer und immer wieder die unsachgemäße Bedienung der Schreib­maschine. Mit nur zwei Fingern bedient der Schrei- der seine Maschine, sieht auf die Tasten, liest einige Worte aus der Vorlage ab und sieht dann wieder auf die Tasten. Es ist darum keineswegs verwun­derlich, daß bei solchen Schreibern nicht allein die Augen sehr stark in Anspruch genommen werden, auch die Nerven leiden sehr unter dem dauernden Wechsel von Manuskript und Maschine. Wie beschä­mend ist es für einen Schalterbeamten, wenn er ver­zweifelt die Zeichen auf der Maschine sucht, während sich die Wartenden über seine mangelhafte Ausbildung ihr Urteil bilden. Warum also die Arbeit erschwe­ren? Alle Arbeitskameraden, die einen großen Teil ihrer täglichen Arbeit auf der Schreibmaschine zu verrichten haben, weisen wir nochmals auf die Lehrkurse unserer Arbeitsschule hin. Eine große Zahl fast neuer Standard-Maschinen stehen unserer Schule zur Verfügung, so daß die Erlernung des Maschinenschreibens geradezu Freude bereitet. Die Maschinen sind mit einer besonders konstruierten Verdeckvorrichtung versehen, so daß es dem Schrei­benden nicht möglich ist, die Tasten zu sehen. Die Verdeckung der Tastatur ist für den Anfänger im Maschinenschreiben eine unbedingte Notwendigkeit, er sonst immer einmal in die Versuchung kommt, auf die Tasten zu sehen. Dadurch aber, daß die Tastatur für den Schreiber nicht sichtbar ist, wird er zum Denken erzogen, er muß sich über­legen, mit welchem Finger er das betreffende Zei­chen anzuschlagen hat. und durch die dauernde Wie-

Teilnehmern Gelegenheit gegeben ist, ihre Leistun­gen unter Beweis zu stellen. Das zweite Leistungs­schreiben der Arbeitsschule wird Anfang Januar 1936 abgehalten, da die augenblicklichen Lehrgänge erst am 13. Dezember schließen und viele Arbeits­kameraden durch das Offenhalten der Ladengeschäfte an der Teilnahme gehindert wären

INafchinenfchreiben.

Für jeden Beruf fordert man mit Recht eine Lehrzeit und für jede auszuführende Arbeit setzt man eine bestimmte Anleitung voraus. Wie sieht es nun aber in der Praxis mit dem Maschinen­schreiben aus? Die meisten Berufskameraden gehen hierbei von falschen Voraussetzungen aus. Hat man schon einmal einen Klavierkünstler gehört, der mit zwei Fingern irgend ein Stück vorspielt? So etwas gibt es nicht. Der Mensch hat von Natur aus zehn Finger und diese soll er auch alle zehn gebrauchen, damit er dadurch nicht allein eine we-

wendig, die den Schreiber bis zum Praktiker bzw. Meisterschreiber ausbildet.

Das Leistungszeugnis für dos Maschinenschrei­ben wird in drei Klassen ausgestellt: Anfänger, Praktiker und Meisterschreiber. Die Ablegung einer solchen Prüfung erfordert eine sichere Beherrschung des Griffbrettes. Die Ausstellung eines solchen Zeugnisses erfolgt nur an Schreiber, die das Blind- schreibe-System beherrschen. Alle Berufskameraden, die ein solches Leistungszeugnis besitzen, können als die wirklichen Maschinenschreiber angesehen werden.

Nachstehend eine Aufstellung über die zur Zeit laufenden Lehrgänge, die am 13. Dezember ihren Abschluß finden:

4 Anfänger-Lehrgänge;

3 Fortbildungslehrgänge.

Togeslehrgänge für stellenlose Verufskameraden.

Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung wurden An­fang dieses Jahres Lehrgänge in Kurzschrift, Ma- schinenschreiben und Briefwechsel eingerichtet. Vom 3u. Januar bis 31. Oktober wurden drei solcher Schulungslehrgänge in Ansatz gebracht, an denen sich nahezu 100 stellenlose Arbeitskameraden betei­ligten. Erfreulicherweise konnte auf Grund der Lei­stungen aus den beiden ersten Lehrgängen etwa 90 v. S). wieder in Stellung vermittelt werden, auch von dem letzten Lehrgang kam ein großer Teil wie­der in Arbeit und Brot.

Deutscher Volksgenosse! Das alles schafft deine Organisation, die Deutsche Arbeitsfront für dich, diene ihr, besuche die Lehrgänge, Vor­tragsreihen und Arbeitsgemeinschaften, arbeite stets an deiner Leistungssteigerung, dann dienst du Volk und Vaterland & £

68 Jahren in den Rubestand. jedoch gönnte er sich auch dann noch nicht die wohlverdiente Ruhe nach einem schaffensreichen Leben, sondern wirkte weiter­hin auf dem Gebiete seiner Lebensarbeit. Am 20. Februar 1933 konnte er sein goldenes Doktor- jubilämn begehen: aus diesem Anlaß wurde ihm von der Universität Bonn sein Doktordiplom er­neuert und ihm gleichzeitig die herzlichen Glück­wünsche der Universitäten Bonn und Gießen aus» gesvrochen.

Nicht nur als Lehrer und Wissenschaftler, sondern auch als Mensch konnte sich Geheimrat G i s e v i u s in weitesten Kreisen der Bevölkerung größter Wert­schätzung erfreuen. Seine Schüler und die vrak- tischen Landwirte waren sich stets bewußt, daß sie an diesem Manne einen vorbildlichen Freund und Berater besaßen, dem auch ausgezeichnete Eharak» tereigenschaften zu eigen waren. Bei unserer Uni­versität, bei seinen Schülern und bei vielen prak­tischen Landwirten, dan-ben aber auch bei allen denen, die Geheimrat Gisevius versönlich kennen und schätzen- gelernt hatten, wird das Andenken an ihn immer in bester Erinnerung bleiben.

Donnainen

Tageskalender für Donnerstag.

NSG.Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele nuk für Flauen, im Lyzeum: 16 bis 17 Uhr und 21 b-s 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. Gloria- Palast, Seltersweg:Die ganze Welt dreht sich um

Tausende unserer Volksgenossen, Arbeiter der Stirn und der Faust, besuchen täglich die Arbeits­schulen der DAF. im ganzen Reich. Weit größer ist aber noch die Zahl derer, denen die Arbeits­schule nur als ein Begriff vorschwebt. Gar manch­mal haben sie von dem Betriebsführer die Ar­beitspläne oder Einladungen zu den Vorträgen und Arbeitsgemeinschaften erhalten, leider wurden diese teilweise aber nur gelesen. Berufserziehung i st Sache des ganzen Volkes. Nicht der einzelne Berufskamerad soll Höchstleistungen voll­bringen, um daraus seinen eigenen Nutzen zu ziehen, alle Berufstätigen, ob Betriebsführer, Werk­meister, Techniker, Werker oder Kaufmann, alle be­dürfen der Schulung, alle müssen ihren Beruf so zu meistern vermögen, daß sie ihm gewappnet vor­stehen. Jeder einzelne Volksgenosse muß es al« seine Pflicht betrachten, an seiner Leistungssteige­rung unermüdlich zu arbeiten, seine ganze Ar­beitskraft einzusetzen für Volk und Vaterland. Wir brauchen Leistungsmenschen, Facharbeiter für alle Sparten des Lebens. Unsere Quali- t a tsa r b e i t soll unsere Waffe sein, die deutsche Wertarbeit muß in der ganzen Welt Ach­tung und Bewunderung erwecken, Anerkennung für die Leistung des deutschen Arbeiters zum Wohle der Gesamtnation.

Am 24. Oktober 1934 hat der Führer in einer Anordnung die Berufserziehungsarbeit an die Or­ganisation aller Schaffenden, die Deutsche A r - k e j i 5<tr-° n t' übertragen und die Durchführung dieser Aufgabe der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung zugeteilt. Die Kreiswal­tun g G i e ß e n hat vor einigen Tagen den Win­ter-Arbeitsplan für alle Berufe an die Be- triebsfuhrer versandt. Täglich treffen geschlossene Meldungen der Betriebe ein, groß ist die Zahl der bereits vorliegenden Meldekarten. Unsere Aufgabe liegt aber in der Gesamtausbildung aller Sch affenden. Leistungssteigerung ist die Pflicht jedes Volksgenossen gegenüber der Gesamtheit, der wir alle dienen.

Von den vielen Lehrgängen, Arbeitsgemeinschaf­ten und Vortragsreigen möchten wir heute einmal einen Ueberblick geben über die schreibtechnischen Fächer: Deutsche Kurzschrift und M a s ch i - nen schreib en. Möge dieser Bericht allen Ar­beitskameraden Zeugnis ablegen von der nimmer­müden Arbeit ihrer Kameraden und möge er die noch Außenstehenden begeistern für unsere Tätig­keit, daß alle von dem Ansporn beseelt sind: Be­rufserziehung tut not!

Deutsche Kurzschrift.

Für das ganze Reichsgebiet gibt es heute nur noch ein Kurzschriftsystem, die Deutsche Kurz­schrift. Wieviel Mühe und Arbeit nimmt sie so vielen Menschen ab, die sich Tag für Tag mit dem Schreibgerät zu befassen haben. Tausende von Volksgenossen haben durch die Kurzschrift Arbeit und Brot gefunden. In unserer heutigen fortschritt­lichen Zeit wäre es gar nicht denkbar, ohne die Kurzschrift auszukommen. Was wären Presse, In­dustrie und Handel ohne die Kurzschrift? Alle be­dienen sich dieses Hilfsmittels, und. darum verlangt man auch heute mit Recht von Beamten, Studen­ten, Handlungsgehilfen, kurz allen, für die die Kurzschrift unerläßlich ist, eine bestimmte Fertig­keit. Die Deutsche Kurzschrift ist für den Arbeiter der S^irn ein nicht zu nnterfcbnhr>Mhpr Faktor

Die Arbeitsschule der DAF. ist die Aus- bildunasstätte für den Kurzschriftler der Wirtschaft. Auf systematischer Grundlage wird hier ein Unter- richtsvlan aufgezogen, der den Kurzschriftler zum Praktiker werden läßt, zum Arbeiter, wie er ge­braucht wird. Neben den Lehrgänaen für Anfänger und Fortgeschrittene besitzt die Arbeitsschule der DAF. noch eine Kurzschrift-Vereinigung, die sich zur Aufaabe Zellte. Praktiker heranzubilden. ; Mitglied dieser Kurzlchrist-Nereiviaung kann darum der Kurzschriftler erst dann werden, wenn er 120 Silben zu schreiben vermag und hierüber das Pei= 1 stungszeugnis der Arbeitsschule besitzt Di"fe Be- ; dingung wurde vorgesehen, um alle Kurzschriftler

Geheimrat Gisevms t

2lm Dienstag ist der langjährige frühere Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen, Geh. Hofrat Prof. Dr. Gisevius, der in unserer Stadt auch seinen Ruhestand verlebte, im 78. Lebensjahre gestorben.

Geheimrat Gisevius war gebürtiger Ost» preuße; er erblickte am 28. September 1858 in Wartenburg (Ostpreußen) das Licht der Welt. Nach dem Schulbesuch studierte er in Königsberg i. Pr. und an der Landwirtschaftlichen Akademie in Pop- pelsdorf-Bonn. Im Jahre 1883 bestand er in Bonn das Doktorexamen, 1884 in Königsberg i. Pr. das Examen als Landwirtschaftslehrer und Dort auch im Jahre 1895 das Oberlehrerexamen. Nach seiner praktischen landwirtschaftlichen Ausbildung auf dem väterlichen Gut Süßenthal (Ostpreußen) war er von 1885 bis 1887 landwirtschaftlicher Wanderlehrer des Ostpreußischen Landwirtschaftlichen Zentralvereins, von 1887 bis 1888 Direktor der Landwirtschaft­lichen Winterschule in Braunsberg (Ostpreußen), von 1888 bis 1896 Oberlehrer an der Landwirt­schaftsschule in Dahme (Mark), von 1896 bis 1898 deren Direktor und von 1898 bis 1903 außerordent­licher Professor in Königsberg. Im Jahre 1903 nahm er einen Ruf als ordentlicher Professor und Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen an.

Nach der Uebernahme seines Gießener Amtes traf Gisevius sofort alle Maßnahmen, um das Institut, das bis dahin als Hilfsinstitut dem Stu­dium des Forstfaches, der Veterinärmedizin und der früher an der Universität Gießen gepflegten Kameraswissenschaft diente, durch die Einführung von Vorlesungen für studierende Landwirte aus­zubauen und aufwärts zu entwickeln. Damit wurde das Institut dem selbständigen Studium der Land­wirtschaft dienstbar gemacht und eine gute Grund­lage für seine spätere gedeihliche Weiterentwick» l"ng geschaffen. Die Maßnahmen des neuen Lei­ters fanden ihren Erfolgsausdruck in der Tatsache, daß kurz nach dem Kriege in dem Gießener Insti­tut 272 studierende Landwirte eingeschrieben waren, während man im Wintersemester 1903/04 deren nur 4 gezählt hatte, es im Jahre 1910 rund 50 und 1914 rund 100 gewesen waren. Mit dem Aus­bau des Instituts war auch eine Vergrößerung seiner Einrichtungen, Laboratorien usw., die Schaf­fung einer praktischen Versuchswirtschaft, am 1. April 1904 die Einrichtung der zweiten deutschen öffentlichen Wetterdienststelle, die Schaffung einer Maschmenprüfungsstelle für die Landwirtschafts- kammern Darmstadt und Wiesbaden, einer Samen- kontrollstelle, einer Sortenprüfungsstelle, einer Kar­toffelversuchsstation usw. verbunden. Von allen diesen Einrichtungen konnten die Studierenden unter der Anleitung ihres Lehrers Gisevius in reichstem Maße Nutzen für ihr späteres Leben ziehen.

Neben dem Ausbau seines Instituts war der Verewigte auch allezeit bereit, die landwirtschaft­liche Praxis durch fein reiches fachliches Wissen zu befruchten. Zu diesem Zwecke entfaltete er u. a. auch imGießener Anzeiger" eine rege schrift- stellerische Tätigkeit, die allen Fragen der Land­wirtschaft , gewidmet war, ferner gab er in Fach­zeitschriften und in vielen Vorträgen wertvolle För­derung und Anrequnaen, von denen der praktische Landwirt für seinen Betrieb Nutzen ziehen konnte.

Seine eifrige Lehr-, Forschungs- und Berater- tatigkeit für seine Studenten und für die Land­wirtschaft wurde durch den Kriegsausbruch im Jahre 1914 unterbrochen. Als Hauptmann der Reserve machte er den Krieg von der Mobilmachung bis zum 31. März 1917 mit. Dann mußte er in Die Heimat zurückkehren, da er Das Amt Des Rektors für Das Jahr 1917/18 übertragen erhielt. Nach dem Kriege war er weiterhin unermüdlich auf den Aus­bau des Landwirtschaftlichen Instituts bedacht, da- neben wirkte er weiter, wie schon vor dem Kriege, in dem Gesamtausschuß der Deutschen Landwirt- schafts-Gessllschast, in der Hessischen Landwirt­schaftskammer, im Direktorium des Vereins Naf» säuischer Land- und Forstwirte und als korrespon­dierendes Mitglied der Senckenbergschen Gesell­schaft zum Wohle der Landwirtschaft und des deut­schen Volkes. Im Jahre 1926 trat er im Alter von

Bucheckern!

Die Zeitungen brachten die ersten Nachrichten, daß sich Schulkinder durch das Sammeln von Buch­eckern auch am Winterhilfswerk beteiligt hätten. Vorn Kreise Schotten wurden auch die Zahlen der einzelnen Orte angegeben. Im ganzen waren es dort vierzig Zentner, die gesammelt worden waren. Das ließ meine Kinder nicht ruhen. Auch sie woll­ten hinaus in den Wald, obgleich der Förster ge­sagt hatte, daß es dieses Jahr gar nicht viel gäbe.

Beim ersten Sammeln hatten wir auch wenig Glück. Wir mußten die Eckern einzeln aus dem nassen Laub heraussuchen. Nach langer, mühevoller Arbeit brachten wir dann glücklich zwei Pfund zu­sammen. Aber wir ließen nicht locker. Mit eini­gen Unentwegten zog ich noch einmal in den Wald, um bessere Fundstellen auszumachen. Und wir hat­ten jetzt mehr Glück. In ganz kurzer Zeit lasen wir zu viert beinahe ein Pfund Bucheckern. Es war auch ein ganz herrlicher Tag. Die Sonne hatte sich noch ein wenig durch den Nebel gedrängt, die Wege waren trocken, nur das Laub, das ent­fernt werden mußte, war naß. Aber was machte das? Wenn man die dürren Blätter mit den Hän­den weggeräumt hatte, dann lagen die Bucheckern dawie gesät". Es waren hier aber auch die größten und schönsten Buchen. Sie standen am Waldrand und zeigten noch an ihren Aesten die leeren Samenhülsen. Auf den Wegen, auf denen nur das diesjährige Laub lag, ging das Sammeln am besten.

Diesen Platz wollen wir uns merken, sagten wir, und schon am nächsten Nachmittag zog ich mit dreißig Freiwilligen wieder hinaus in den Wald. Leider überraschte uns bald die Dunkelheit, die Sonne wollte auch gar nicht mehr kommen. Trotz­dem hatten wir unsere Säckchen gefüllt. Und bann ging das Schätzen an. Ein jeder nannte eine an­dere Zahl, jeder wollte einmal mit Der HanD wie­gen. Alle blieben dann an meinem Hause stehen, um zu erfahren, welche Gewichtsmenge wir Dies­mal gesammelt hatten. Es waren über neun Pfund! Das gab ein Jubel, als wir Das verkün­deten. In lautester Unterhaltung gingen Die Klei-

rn auseinander, ihrem Vaterhause zu. Was wer- vkn' sie all erzählt haben!

Ich nahm die Bucheckern und schüttete sie auf einen breiten Karton, damit sie etwas trocknen können. Da liegen sie nun und füllen mein Zim- mer mit einem gar merkwürdigen Geruch. Es ist beinahe so, als ob Der Wald in mein Zimmer ge­kommen wäre. Ein eigenartiger Duft wenn man es so nennen kann geht von den Buch­eckern aus So riechen nicht die Sommerblumen, lo riecht nicht das Land, wenn es der Landmann umbricht. So riecht nur der Waldboden, das feuchte verwesende Laub...

Aber die kleinen Bucheckern in ihrer typischen Form leuchten braun und glänzend hervor. Wir haben wohl auch einige versucht, um festzustellen, 05o-fiemu.krf)aupt ^bar sind. Jawohl, sie sind es. lüie Nutze!" schmecken sie, sagten die Kinder. Nun liegen sie hier und warten auf ihre Brüder: denn das heutige Sammeln hat allen große Freude ge­macht und morgen werden es gewiß noch mehr !em die freiwillig mitziehen, wenn nur das milde Herbstwetter anhält. Es gibt doch gar zu leicht kalte Finger!

Und eine fröhliche Rechenstunde haben wir er­lebt. Da wurde festgestellt, daß wir etwa 2000 Bucheckern nötig haben, um ein Pfund zu erhol­en. Und wieviel hat da jedes Kind heute gelesen, als wir neun Pfund (= 18 000 Eckern) hatten? lieber 600! Wieviel Eckern sind das zusammen, die die Vogelsberger Kinder abgeliefert haben? Der Zentner besteht aus 200 000, 40 Zentner haben also 8 Millionen! Jetzt bekamen die Kinder eine Ah­nung von den großen Zahlen. Man sagt so leicht­hineine Million"! Zu acht Millionen braucht man etwa 80 Säcke voll Bucheckern. Das ist ja ein ganzer Eisenbahnwagen voll!

Und was macht man daraus? Wir ließen uns sagen, daß man sechs Pfund braucht, um einen Li­ter Oel herauszupressen. Ich weiß nicht, ob diese Zahl stimmt. Wir haben sie jedenfalls zum Aus- gangspunkt genommen und haben errechnet, welche Menge gutes Speiseöl von den Kindern im wahren Sinne des Wortesgefunden" wurde.

Das ist noch lange nicht alles. Welche Freude werden dann die armen Volksgenossen empfinden.

derholung weiß er Dann später ganz genau, wo Die einzelnen Zeichen liegen. Die Verdeckvorrichtung hat den Vorzug, daß sie gleichzeitig als Stenogramm­halter verwendet werden kann. Die Erlernung der Blindschreibe-Methode erfährt noch durch die Ver­wendung der hierfür besonders hergestellten Jdeal- Schallplatten ein interessantes Gepräge. Die ein­zelnen Zeichen werden genau im Takte der Musik angeschlagen, damit ein gleichmäßiger Anschlag er­zielt wird. Verschiedene Anschauungstafeln, Lehr­bücher und Formularmappen sind die Hilfsmittel für eine fachmännische Ausbildung.

Selbstverständlich ist es mit dem Besuch eines Lehrganges nicht getan. Die Ausbildung in der Handhabung der Schreibmaschine wird wohl mit dem Besuch eines Lehrganges abgeschlossen, die Sicherheit, Schnelligkeit und die formgerechte Aus­füllung der einzelnen Formulare ist die Aufgabe des Fortbildungslehrganges, der den Maschinen­schreiber erst zum Schreiber werden läßt. Da die Anforderungen des Wirtschaftslebens aber noch weit größer wird, machte sich die Gründung einer Schreibmaschinen - Vereinigung not-

wenn sie zu Weihnachten einige Liter von Dem Speiseöl als Geschenk Des Winterhilfswerkes auf ihrem Tische stehen haben! Werden sie auch daran denken, daß Tausende und aber Tausende deutscher Kinder im dichtesten Herbstnebel, trotz Kälte und Nässe, Millionen der kleinen Bucheckern auf dem Waldboden aufgelesen haben, um ihren ärmsten Volksgenossen zu helfen? Wir hoffen es doch.

Die Freude ist aber auch auf der Seite der Kinder, die sich mit stolzem Gefühl sagen können: Das haben wir getan! Wir haben mitgeholfen, wenn s auch kalte Finger gab. Wir haben dem Walde von seinem Reichtum und Ueberfluß ge­nommen, um unfern Brüdern zu Helsen.

Diese Sammelarbeit wird ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben. Wenn dereinst, hoffentlich in nicht allzu ferner Zeit, wieder alle deutschen Volks- genoffen an ihrem Arbeitsplatz stehen können und keine Not mehr herrscht, dann können diese Kinder noch erzählen, daß auch sie einstihren Mann ge- standen haben", um anderen eine Freude zu machen: denn das WortGeben ist seliger als Nehmen" hat immer noch seine Gültigkeit. W. G.

Beim £>ä)retDen mn verdeckter Tastatur.

anzuspornen, unermüdlich zu arbeiten, um es den Dielen anderen Berufskameraden gleichzutun. Das Mitglied der Kurzschrift-Vereinigung hat sich zu­nächst einem Lehrgang zur Erlernung der Rede­schrift zu unterziehen und gleichzeitig einem Diktat­kursus, damit das Erlernte sofort praktisch verwer­tet werden kann. Hieran schließen sich dann die ver­schiedenen Praktiker-Lehrgänge an, die den Kurz­schriftler bis zu den geförderten Gefchwindigkeits- ftufen 200 und höher steigern.

Nachstehend eine Ausstellung über Die zur Zeit lausenden Lehrgänge, die am 13. Dezember ihren Abschluß finden:

2 Anfänger-Lehrgänge;

1 Fortbildungslehrgang:

4 Diktat-Lehrgänge;

2 Redeschrift-Praktiker-Lehrgänge

Sämtliche Lehrgänge schließen regelmäßig mit einem öffentlichen Abschlußschreiben, damit allen

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