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185. Jahrgang

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Gietzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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bisher

normaler Beziehungen mehr als nutzbar zu machen.

mißbilligen sei, wenn die Presse des einen oder anderen Landes sich Ausschreitungen oder Ver­leumdungen bei der Behandlung des anderen Lan­des, seine Einrichtungen und Staatsmänner zuschul­den kommen läßt und daß vielmehr dahin zu wirken sei, die Presse beider Länder der H e r st e l l u n g

den Bauern mit Steinen beworfen wurden. Heber hiese Dorgänge sind in Kowno die widersprechend­sten Gerüchte im Umlauf. Es heißt sogar, daß die Schützen den Bauern an verschiedenen Stellen zur Seite stehen. Es heißt sogar, daß heute die gesamte b e r i t t e n e P o l i z e i v o n K o w n o nach den benachbarten Ortschaften ausgesandt wor­den ist. Welche politische Folgen diese Bauernbewe­gung, die vorläufig nur in Südlitauen im Suwalki- teil um sich gegriffen hat, haben kann, ist im Augen­blick nicht zu übersehen.

Der Lebenswille des deutschen Volkes wird unge­brochen bleiben, solange wir das Wort des Führers beherzigen:Was nicht Rasse ist auf dieser Welt, ist Spreu!"

Borsprache des deutschenGesandten beider österreichischen Regierung.

Das Ergebnis der Besprechung.

DNB. B er l i n, 27. Aug. Namens der deutschen Reichsregierung hat der Deutsche Gesandte in Wien, Herr von P a p e n, bei der österreichi­schen Bundesregierung schärf st en Einspruch gegen Unwahrheiten und Verleumdun­gen, sowie tendenziöse Darstellungen der inner­deutschen Lage erhoben, die in Teilen der österreichischen Presse in letzter Zeit gegen das Reich und seine führenden Persönlichkeiten enthal­ten waren.

Die sich daran anschließende Aussprache, in der auch vom österreichischen Minister des Aeußeren die analogen Beschwerden vorgebracht wurden, ergab Uebereinstimmung dahin, daß es ernstlich zu

Tilsit, 27.Aug. Der Bauernstreik, über den die Presse vorläufig noch nichts berichtet, scheint ziemlich scharfe Formen angenommen zu haben. Wie verlautet, mußte die Polizei bei einem Z u - s a m m e n st o ß mit den Streikposten der Bauern, die in einer Strecke von 40 Kilometer den Haupt­weg von Südlitauen, Mariampol-Alytus nach Kowno, belagern, auch von der Waffe Ge­brauch machen, wobei zwei Bauern ge­tötet und mehrere verletzt worden sind. Auf Sei­ten der Polizei sind ein Toter und sieben Ver­letzte zu beklagen, die bei dem Zusammenstoß von

schreitende Schwächung unseres Devisenbestan­des und die zunehmenden Devisenschwieeig- keilen einer großen Zahl anderer Länder zwan­gen dazu, daß die deutsche Einfuhrware un­mittelbar aus denjenigen Ländern gekauft wurde, welche die deutsche Ausfuhr aufnahmen. Diejenigen, die an der deutschen Cinkaufspoli» tik Anstoß nehmen, dürfen nicht übersehen, daß dies nur eine unausbleibliche Folge der Wirtschaftsmaßnahmen des Auslandes ist. Das Gleiche gilt auch für Deutschlands Verkaufs­politik. Da kein Volk es auf sich nehmen kann, sich vom internationalen Markt. wenn auch nur vorübergehend, zurückzuziehen, ist es un­sere Aufgabe, unter den gegebenen ungünstigen Verhältnissen wenigstens so viel an das Aus­land zu verkaufen, als wir zur Inganghaltung unserer eigenen Wirtschaft vom Ausland zn kaufen gezwungen sind. Wenn darüber hinaus unsere Gläubigerländer wieder in den Genuß ihrer Zinsen und Kapitalforderungen kommen wollen, so müsien sie auch ihrerseits das Mög­liche tun, um die Handelsbeziehungen mit uns zu pflegen.

Wir fipb, wie wir oft genug betont haben, nach wie vor bereit, unseren Gewerbefleiß zur Errei­chung dieser Ziele einzusetzen, wenn man uns die

Dauernstreik in Litauen

Blutige Zusammenstöße mit der Polizei.

Bildung von Kideikommiß-Serichten.

Berlin, 27. Aug. (DNB.) Zur Durchführung des Gesetzes zur Vereinheitlichung der Fideikommiß, auflösung hat, wie NDZ. berichtet, der Reichsjustiz. Minister im Einvernehmen mit dem Reichsfinanz­minister eine Verordnung erlassen, die am 1. Sep­tember in Kraft tritt und die Einrichtung und das Verfahren der Fideikommißgerichte regelt. Das Oberste Fideikornmißgericht ist danach ein Teil des Reichsjustizministeriums, Präsident und Mit­glieder dieses Gerichtes werden für die Dauer ihrer Beschäftigung im Ministerium bestellt. Die Fidel» kommißsenate werden bei den Oberlandesgerichten ge­bildet, bei Streit oder Ungewißheit über ihre ört­liche Zuständigkeit entscheidet der Präsident der Obersten Fideikommißgerichtes.

Für Fideikommisse, für die bisher eine Auflösungs» behörde nicht bestand, ist das Oberlandesgericht, in dessen Bezirk sich das Fideikommihvermögen befinde^ Fideikommiß- und Fideikommißauflösungsbehördr. Die Bestimmungen der Verordnung gelten auch für Lehen, Stammgüter und sonstige gebundenr Vermögen des Artikels 59 des Einführungsgesetze» zum DGB. und für Hausgüter und Hausvermögen.

Auch in P h i l a t r i a kam es zu Zusammenstößen zwischen Korinthenbauern und Polizei. Ob dabei Opfer zu beklagen sind, ist noch unbekannt. Ins Uu» ruhegebiet wurde eine Division des Hee» res, sowie ein Torpedobootszerstörer entsandt.

Von Kommunisten angezettelt.

Athen, 28. Aug. (DRV.) Der Aufstand unter den Korinthenbauern ist, wie fest­gestellt werden konnte, von Kommuni st en a n g e z e 11 e l t worden. In Messenien konnte bit Ruhe wieder hergestellt werden. Rur in Kyparissin drohen noch etwa 1 0 0 0 bewaffnete Korin» thenbauern unter kommunistischer Führung mit Widerstand.

In Gargalianos konnten die Behörden wieder eingesetzt werden. Man hofft, daß es ge­lingen wird, die Ordnung ohne Blutvergießen überall wiederherzustellen. Unter dieser Voraus­setzung wird für Mittwoch die Aufhebung de» l Kriegsrechtes erwartet.

Aus der Gegenwart heraus allein lassen sich die wahren Ursachen für das weltwirtschaftliche Durch­einander nicht erkennen und verstehen. Die Ursachen ür die weltwirtschaftliche Problematik unserer Tage können nur dann aufgefunden werden, wenn wir den Weg verfolgen, den die Entwickelung von der Vorkriegszeit bis zur Gegenwart genommen hat.

Die Handelsbeziehungen der Völker zueinander zerschnitt der Krieg. Wie tiefgehend die Wirkung des Krieges auf den Welthandel war, erkennt man daran deutlich, daß er bis auf den heutigen Tag wesentlich dessen Merkmale trägt. Wir finden sie als Wurzel des Uebels sowohl auf der Gold-, als auch auf der Warenseite des Welthandels. Die Währungen sind zerrüttet, in weitem Umfang ging man dazu über, Devisen in Bewirtschaftung zu nehmen. Als Folgeerscheinung des gestörten Welt­handels traten Kaufkraftminderungen und Kauf­kraftverschiebungen ein, Waren wurden nunmehr in der Zwangsjacke von Kontingenten und Schutz­zöllen bewegt. Mehr oder minder verstricken sich jetzt alle Völker in Autarkiebestrebungen, und Ver­lagerungen der Handelsbeziehungen der Volkswirt- schasten untereinander sind dauernd im Fluß. Wenn man jedoch sieht, daß man sich verlaufen hat und man kennt den Rückweg, so sollte man ihn auch gehen. Es ist offenbar geworden, daß der vielge­staltige Handelsverkehr nicht über die schmale Brücke eines Clearingkontos geleitet werden kann.

Die unter den angegebenen Umständen fort-

Unruhen in Südgriechenland.

Ernste Ausschreitungen.Zusammenstöße mit Polizei und Militär.

Athen, 27. Aug. (DNB.) Ernste Unruhen in der Korinthengegend auf dem Pelo­ponnes haben sich a u s g e b r e i t e t. In Gar- galiani setzten die erregten Korinthenbauern die Staatsbehörden ab und verbrannten die Vorräte der Korinthenorganisation. Ebenso bedroh­ten in Kyparissia zusammengerottete Korinthenbau­ern die Ordnung. Das Militär ist außerstande, ein­zugreifen. Auch in die Provinz Messenien wurde zur Wiederherstellung der Ordnung Militär entsandt. In Pyros, wo die Büros der Ko­rinthenorganisation eingeäschert wurden, haben die Bauern die Polizei entwaffnet. Außerdem versuchten sie die Filiale der Nationalbank zu stür­men, wurden aber vom Militär daran gehindert. Nachdem gegenseitig etwa tausend Schüsse aewechselt worden waren, konnten die Bauern schließlich zerstreut werden. In Kalamata sind die Arbeiter in den General st reit getreten. Ueber die ganze Provinz Messenien wurde die Zensur ver­hängt, ferner das Kriegsrecht erklärt. InKala- m a t a wurde ein Kriegsgericht eingesetzt. Trotzdem wird in allen Dörfern durch Glockengeläut zu bewaffneten Kundgebungen aufgefordert.

gesamten , _

Adolf Hitlers ging dabei oon der Ueberlegung aus, daß es nicht allein darauf ankommen dürfe, die

der Rassen- und Bevölkerungspolitik damals nur in sehr geringem Maße beachtet und in der gesetz­geberischen Praxis benutzt. Ja, die in vielen Län­dern und auch in Deutschland immer mehr zur Herrschaft gelangende jüdisch-liberalistische Geistes­richtung sträubte sich mit allen Mitteln und nicht ohne Erfolg gegen die Verwertung dieser wissen­schaftlichen Hilfsmittel. In den meisten Ländern blieb daher die aktive Bevölkerungspolitik in den ersten Anfängen stecken. Erst die nationalsozialistische Bewegung erkannte im ganzen Umfange die zen­trale Bedeutung der Erb- und Rassenlehre sowie der Bevölkerungswissenschast für den Fortbestand der europäischen Kulturvölker. Reichsminister Dr. Frick kleidete diese totale Anschauungswandlung bei seiner gestrigen Eröffnungsansprache in die folgenden Worte:Niemand brachte die Erkenntnis ausi daß die Bevölkerungspolitik nichtauch ein Zweig" der Politik ist, sondern daß s i e im Endurteil darüber entscheidet, ob ein Gesetz gut ober schlecht ist." Das neue Deutschland hat dieser Erkenntnis konsequent Rechnung getragen und sie zur Grundlage seiner gesamten Gesetzgebung gemacht. Die Regierung

Heue Weliwirischasl: Recht auf Arbeit.-Freiheit zur Leistung

Kundgebung der Kommission für Wirtschaftspolitik der NGOAp. in Leipzig.

Leipzig, 28. Aug. (DNB.) Im Rahmen der Leipziger Messe veranstaltete die Kommission ür Wirtschaftspolitik der NSDAP, als Abschluß ihrer Herbsttagung am gestrigen Dienstagabend in der Alberthalle zu Leipzig eine große Kundgebung, die unter dem ThemaNeue Weltwirtschaft" stand.

Gauleiter und Reichsstatthalter Mutschmann, der sächsische Wirtschaftsminister Lenz, der Wirt- chaftsbeauftragte des Führers Keppler, Ver­treter ausländischer Staaten, ferner Vertreter der Wehmacht und der Parteigliederungen sowie zahl- reiche Wirtschaftler wohnten der Kundgebung bei.

Sir George Horden,

Bevölkerung zahlenmäßig zu erhalten oder zu ver­mehren, sondern daß es vor allem die Pflicht des Staates sein müsse, ein geistig und körperlich her­vorragendes Volk heranzubiloen. Der Verhütung des erbkranken Nachwuchses, die mehr eine Not- wehrmahnahme des Staates darstellt, steht daher die viel wichtigere positive Förderung der gesunden Erbanlagen unseres Volkes gegenüber. Der Wille zum Kinde nützt nichts, wenn er nicht gerade in jenen Schichten Wurzel schlägt, die die beste Gewahr für einen gesunden, leistungsfähigen Nachwuchs bieten.

Der Nationalsozialismus beherrscht den Staat erst seit zweieinhalb Jahren, und man kann deshalb auch nicht erwarten, daß das Ziel unserer Beoölke- rungspolitik jetzt schon erreicht ist. Aber die ersten Erfolge, die Deutschland in revolutionärer Anwen­dung der bevölkerungswissenschaftlichen Erkenntnisse bereits erreicht hat, werden unsere gelehrten Gäste aus dem Ausland hier an Ort und Stelle ausrei- Send studieren können. Sie mögen bann in ihrem rteU zu dem gleichen Ergebnis kommen, wie jener volkstümliche englische Schriftsteller, ber vor eini­gen Wochen Deutschland besuchte unb ber als stärk­stes Erlebnis ben Einbruck mit nach Hause nahm, daß das junge Geschlecht in einer beneidenswerten seelischen und körperlichen Verfassung aufwachse.

Sie verlassen Oeuffchland in Bewunderung.

Berlin, 27. Aug. (DNB.) Eine Studien- gesellschaft argentinischer Architek- t e n unter Führung des Universitätsprofessors V i l l a l a n g a hat nach Abschluß ihrer Deutsch- landfahrt vom DampferEspagna" der Ham­burg-Süd aus folgendes Telegramm an den Füh­rer gerichtet:

Argentinische Architekten verlassen Deutsch- land in Bewunderung und danken herzlichst für die Aufmerksamkeiten, die ihnen erwiesen wor­den sind. Dillalonga."

Der Führer und Reichskanzler hat ihnen durch den Staatssekretär und Chef ber Prä­sidialkanzlei Dr. Meißner drahtlich seine besten Wünsche für glückliche Heimkehr übermitteln lassen.

ein hervorragender englischer Textilindustrieller, der die englische Abordnung für die Verhandlungen zum englisch^deutschen Zahlungsabkommen von 1934 geführt hatte, sprach als erster Redner über die Entwicklung der deutsch-englischen Be­ziehungen. Er sei glücklich, so führte er aus, in den Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und England die Wiederkehr des Ver­trauens feststellen zu können. Das englisch- deutsche Zahlungsabkommen von 1934 habe be­wiesen, daß eine vernünftige Anerkennung gegen- eiliger Notwendigkeiten die beste Grundlage für »efriedigende und beständige Verbindungen ist. Bei einem jetzigen Besuch in Deutschland habe er sich )aoon Überzeugen können, daß die Weiterentwick- ung der persönlichen Beziehungen den größten Er- olg haben werde.

Mit Genugtuung habe er zur Kenntnis ge­nommen, daß die deutschen Wirtschaftspolitiker davon überzeugt seien, wie sehr ein internatio­nales Dumping allen am Welthandel beteilig­ten Volkswirtschaften zum Schaden gereichen müsse. Die englischen Geschäftsleute verständen den Grundsatz dec deutschen Wirtschaftspolitik und dessen Wert für feste und erfolgverspre­chende Wirtschaftsbeziehungen sehr wohl, daß nur das eingeführt werden könne, was bezahlt werden könne.

Die Rede des Führers und Reichskanz- l e r s vom 21. Mai fei von vielen englischen Ge­werbetreibenden mit besonderer Befriedi­gung gelesen worden, weil sie aus alter Erfah­rung und Tradition den Wert politischer Klärung schätzten.

Anschließend sprach der Direktor der Deutschen Golddiskontbank und Generalreferent im Reichs­wirtschaftsministerium

Brinkmann, Berlin,

über das ThemaBehandlung desAußen- marktes". Er führte u. a. aus:Wenn wir zu einer sachlichen Würdigung des deutschen Außen­marktes kommen wollen, so können wir seine Lage und die Vorgänge auf ihm nicht gesondert behan­deln, sondern müssen ihn im Gefüge des gesamten wirtschaftlichen Geschehens betrachten. Es reicht nicht aus, Kritik zu üben an vorhandenen Mängeln und Störungen, die im übrigen nicht auf Deutschland beschränkt sind, vielmehr sollte es Aufgabe sein, ihre Ursachen zu untersuchen und auf Grund der hier­bei gefundenen Erkenntnisse praktisch dahin zu ar­beiten, Mängel unb Störungen zu beseitigen.

Ich Halle es für völlig sinnlos, daß die einzel­nen Volkswirtschaften gegeneinander Vorwürfe erheben und eine Maßnahme nach der anderen treffen, von der sie sich unter dem Eindruck einer scheinbar augenblicklichen Notwendigkeit gewisse Vorteile versprechen, die jedoch, da sie ohne Rücksicht auf den anderen erfolgen, nur dazu angetan sind, die großen Linien der wirtschaft­lichen Zusammenhänge zu stören, ober gar zu zerstören und damit letzten Endes mit allen Fol­gen auf die eigene Wirtschaft wieder zurück- fallen.

Deutscher Lebenswille.

Das Deutsche Reich ist in diesen Wochen der Ort zahlreicher internationaler Veranstaltungen der ver­schiedensten Art gewesen. Es sei nur erinnert an die sportlichen Wettkämpfe, an die Ostmesfe in Königsberg, die Leipziger Herbstmesse, den Inter­nationalen Feuerwehrkongreß in Dresden, den be­vorstehenden Internationalen Juwelierkongreß in Berlin, den 11. Internationalen Strafrechts- unb Gefängnis-Kongreß unb schließlich an ben nunmehr eröffneten Internationalen Kongreß für Bevölke- rungswiffenschaft, der ebenfalls in der Reichshaupt- ftabt zufammengetreten ist. Alle btefe Tagungen hatten eine außerorbentlich starke Teilnahme von auslänbifchen Gelehrten, Technikern, Wirtschaftlern unb Kaufleuten zu verzeichnen. Mit Ausnahme ber Sowjetunion hat es wohl keinen Staat ber Erbe gegeben, ber in biefer Zeit nicht wenigstens einen Vertreter nach Deutschlanb entfanbt hätte. Die Be­deutung solcher Veranstaltungen für die Weltgel­tung des nationalsozialistischen Staates kann daher gar nicht hoch genug veranschlagt werden. Alle diese Menschen, die nun in ihre Heimat zurück­kehren, konnten an Ort und Stelle nachprüfen, was ihnen vor Antritt der Reise über dieHitler-Dik­tatur" von Hassern und Neidern vorgeschwätzt wurde. Sie konnten darüber hinaus aber auch posi­tive Anregungen mit nach Hause nehmen, um sie vielleicht im eigenen Wirkungsbereich nutzbringend zu verwenden.

Um den ausländischen Gästen ein ungeschmink­tes Bild des neuen Deutschland vermitteln zu kön­nen, sind die Veranstalter stets darauf bedacht ge­wesen, die fremden Kongreßteilnehmer aus dem engeren Rahmen der fachlichen Betätigung heraus­zulösen und sie aus unmittelbarer Anschauung das an seinem Aufstieg arbeitende Volk kennenlernen zu lassen. Denn oft sind ja die Eindrücke eines persön­lichen Erlebnisses auf der Straße oder in einem Gasthaus sehr viel stärker und nachhaltiger, als noch so schöne Kongreßreden. Wo es nur irgendwie ermöglicht werden konnte, haben die Gäste den Pulsschlag unseres nationalen Lebens unmittelbar gefühlt. Sie haben gespürt, daß das deutsche Volk von einem neuen Lebensgefühl und einem neuen Lebenswillen erfaßt ist, der nichts mehr mit den überkommenen Vorstellungen von Karriere, so­zialer Stufenleiter und persönlichem Reichtum zu tun hat, sondern der sein höchstes Glück in der Er­füllung des Pflichtgebotes der Volksgemeinschaft erblickt.

Im Hinblick auf diese kraftvollen Aeußerungen eines neuen Lebensmutes fällt gerade dem Inter­nationalen Bevölkerungskongreß eine besonders wichtige Rolle zu. Die Bevölkerungswissenschaft ist eine junge Wissenschaft. Sie entstand erst um die Wende des 20. Jahrhunderts, als bereits die zivi­lisatorische Entwicklung in Europa den Punkt er­reicht hatte, an dem die Bevölkerungsentwicklung in vielen Staaten ins Stocken geriet und in einigen oaar mit dem Abstieg begann. Erst als der Zerfall ichtbar wurde, begannen die Gelehrten, sich mit neser Erscheinung zu beschäftigen. Sie stellten zu­nächst umfangreiche Statistiken auf, die in der Folge ein wichtiges Hilfsmittel bei der staatlichen Bekämpfung des Geburtenrückganges werden konn­ten. Leider wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse