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Vornotheu.

Tageskalender für Freitag: NSG. «Kraft durch Freude": 20 bis 21.15 Uhr All­gemeine Körperschule für Frauen und Männer im Lyzeum, Dammstraße. NSLB. Gießen, Ge­schichtliche Fachschaft: 17.30 Uhr am Museum, Ge­genstand: Bronce- und Eisenzeit. Abteilung Höhere Schule" Neusprachliche Arbeitsgemeinschaft: 16 Uhr Sitzung in der Oberrealschule. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Licht im Dunkeln". DHC. Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr im Hotel Hopfeld Monatsversammlung (Rosenabend). Gießener Eisverein e. B.: 20.15 Uhr im Eis­haus außerordenlliche Mitglieder-Bersammlung.

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♦♦ Kirchgang der Altersvereinigung 1870 192 0. Wie uns mitgeteilt wird, hat die Altersvereinigung 1870 1920 im Rahmen ihrer diesjährigen Veranstaltungen für kommenden Sonn­tag, 9.30 Uhr, ihre Beteiligung am Gottesdienst

in der Stadtkirche vorgesehen. Asse hiesigen Männer und Frauen des Jahrganges werden mit ihren Angehörigen zu dieser Feier erwartet.

Amtsgericht Gießen.

Im September Oktober 1934 kam der 21jäh- nge W. W. von Nieder-Girmes mit einem Freunde nach Gießen und entwendete in der Rodheimer Straße ein Herrenfahrrad, um mit demselben wie­der nach Wetzlar zurückzufahren. Heute fand die Hauptverhandlung gegen W. statt, in der er die Tat zugab. Das Fahrrad allerdings will er nicht mehr im Besitz haben, sondern er gibt an, das Rad auseinandergenommen und die Teile in die Lahn geworfen zu haben. Wegen der Verwerflichkeit der Tat beantragte die Staatsanwaltschaft ein Jahr Gefängnis. Da der Angeklagte auf diesem Ge­biete noch nicht vorbestraft ist, und mit Rücksicht auf feine Jugend erkannte das Gericht auf eine Strafe von sechs Monaten Gefängnis.

Obecheffen.

Verbesserung desAad-TlauheimerLudwigsbnmnens.

LPD. Bad-Nauheim, 27.Juni. Nach der nunmehr beendeten Neufassung des Ludwigsbrun- nens wird mit Befriedigung festgestellt, daß der Kohlensäuregehalt gegen früher be- deutend höher ist. Dadurch läuft die Quelle heute über der Erde mit höherer Schüttung aus als früher unter der Erde. Sie beträgt zur Zeit durchschnittlich 65 Kubikmeter in 24 Stunden gegen­über 20 Kubikmeter in den vergangenen Jahren. Die alkalische Zusammensetzung des Wassers ist die gleiche wie vor Beginn der Arbeiten, dagegen ist aber durch den höheren Kohlensäuregehalt eine wesentliche G e s ch m a ck s v e r b e s s e r u n g eingetreten. Das dürfte der deutlichste, auch dem Laien sichtbare Erfolg der Arbeiten, die durch die Firma Keller in Frankfurt a. M. ausgeführt wur­den, sein. Aller Voraussicht nach wird der jetzige Zustand der Quelle erhalten werden können.

Hauptversammlung

der Butzbach Licher Essenbahn.

'+ Butzbach, 27. Juni. Heute tagte hier die Hauptversammlung der Butzbach-Licher-Eisenbahn- gesellschaft, die der Vorsitzende des Aufsichtsrates Dr. Stephan- Berlin leitete. Aus dem Geschäfts­bericht geht hervor, daß die Bahn bei 261 757,87 Mark Betriebseinnahmen und 230 637,33 Mark Betriebsausgaben einen Betriebsüberfchuß von 31 120,64 M. hatte. Der Kraftwagenverkohr hatte wieder ein durchaus negatives Ergebnis in finan­zieller Beziehung und forderte zirka 9000 M. Zu­schuß. Eine Schätzung für 1935 ergibt nach den ersten fünf Monaten einen Ueberfchuß von rund 14 000 M. Noch in diesem Jahre hatte der Kraftwagenverkehr in den ersten fünf Monaten einen Zuschuß von 3000 RM. erforderlich gemacht.

Zu einer längeren Besprechung gab der Bericht des Beauftragten der Reichsbahndirektion Frank­furt, die die Aufsicht über das Unternehmen führt, Anlaß. Dieser Bericht wird der hessischen Regie­rung zugeleitet werden, die um ihre Stellungnahme ersucht wird. In den Aufsichtsrat wird Oekonomie- rat H o f m a n n , .Hof-Güll, wiedergewählt, an Stelle des durch Wegzug ausgeschiedenen Büra-r- meisters Dr. Scheller' wird Bürgermeister Dr. M o e r s ch e l, Butzbach, gewählt.

Landkreis Gießen

W i e s e ck , 27. Juni. Die Reichsjugendwett­kämpfe, die am Sonntag unter Leitung von Turn­lehrer Heller ausgetragen wurden, hatten ein außerordentlich günstiges Ergebnis. Insgesamt tra­ten 274 Jugendliche an; von diesen gingen 196 als Sieger hervor, mithin rund 72 vom Hundert. Von den Wettkämpfenden stellte die Hitlerjugend 120

Teilnehmer, die 87 Siege errangen, während von den 154 Nichtorganisierten 109 mit der Siegernadel bedacht wurden. Die Schulkinder der Oberklassen sammelten für das Jugendherbergswerk in Freun­des- und Verwandtenkreisen im Rahmen der Werbe- und Sammelwoche den schönen Betrag von 78 Mark, die an die zuständige Gauverwältung in Frankfurt a. M. abgeliefert wurden.

I Lollar, 27. Juni. Die Bezirksgruppe Gießen desVolksbundes für das Deutschtum im Ausland" veranstaltete im Saale des GasthausesZum Schwanen" einen Volksdeutschen Abend". Nach Eröff­nungsworten des Leiters Lehrer Eberle trugen die beiden hiesigen Gesangvereine gemeinsam den ChorMahnung" von Heinrichs vor. Ein Ge­dicht einer FortbildungsschülerinDeutscher Glaube" folgte. Hierauf sprach der Reichsredner des VDA. Pg. Rudolf Hans S ch r i ck er, ein Sudetendeutfcher, in etwa einstündigen packenden Ausführungen über das ThemaDer Kampf der Sudetendeutfchen, VDA. und Nationalsozialismus". Er zeigte die große völkische Not unserer Volksgenossen jenseits der Grenzen. Seit geraumer Zeit sei der Tscheche am Werk, mit allen Mitteln alles Deutsche zu unter­drücken und zu vernichten. Besonders sei dies der Fall seit der nationalen Revolution. Systematisch werde die Tschechisierung betrieben. Mit großer Zähigkeit ertrügen die Volksgenossen in der Tschecho­slowakei alle Verfolgungen und führten den Kampf um die Erhaltung der deutschen Sprache und des deutschen Volkstums. Pflicht aller Deutschen ist es aber, sie darin zu stärken durch das Gefühl, daß das gesamte deutsche Volk hinter ihnen stehe. An alle ergehe der Ruf, denen, die da draußen, umbran­det von fremdem Volkstum für dies Deutschtum im schwersten Kampfe stehen, in nationaler Solida­rität die Hand zu reichen. Der VDA. wolle diese Volk^ und Kampfgemeinschaft besonders schaffen und pflegen. Darum forderte der Redner zum Ein­tritt auf. Eine große Anzahl Zuhörer leistete dieser Aufforderung Folge, so daß eine Ortsgruppe ge­gründet werden konnte, zu deren Leiter Schulleiter Eberle bestimmt wurde. Nack der mit starkem Beifall aufgenommenen Rede folgte wiederum ein Gedicht und ein gemeinsamer Liedvortrag der bei­den Vereine. Ein von der technischen Lehrerin Frl. Weimar eingeübter Volkstanz schloß sich an. Alsdann zeigte Herr S ch r i ck e r noch eine Reihe Lichtbilder, die in Beziehung zu seinem Vortrag standen, woraus der Versammlungleiter in üblicher Weise die Versammlung schloß. Heute morgen sprach Pg. Schricker vor den hiesigen Schülern. Es konnte eine starke Schulgruppe des VDA. gegründet werden.

* Staufenberg, 27. Juni. In der vergange­nen Nacht träumte eine 82 Jahre alte kranke Frau,

Wissenschaft im Dienst am Volk.

Methodische Züchtung eiweiß- und fettliefernder pflanzen als wichtiges Ziel der Erzeugungsschlacht.

Am gestrigen Abend fand im Hörsaal des Land­wirtschaftlichen Instituts der letzte Vortrag in der ReiheWissenschaft im Dienst des Volkes" statt.

Herr Professor S e s s o u s sprach vor einem Hei­nen Auditorium über das heute sehr aktuelle Thema: Methodische Züchtung eiweiß- und fettliefernder Pflanzen als wichtiges Ziel der Erzeugungsschlacht." Seinen durch eine Reihe von Lichtbiloern und Tafeln unterstützten interessanten Ausführungen entnehmen wir folgendes:

In der VortragsreiheWissenschaft im Dienst am Volk" solle gezeigt werden, wie heute die Wissen­schaft sich voll und ganz für den Staat einfetze und ihre Kräfte zur Förderung auf den verschiedensten Gebieten zur Verfügung stelle. Auf dem Gebiete der Pflanzenzucht sei es ebenfalls die Wissenschaft gewesen, die hier durch ihr Forschen und stetes Ver­suchen unterstützend auf die Züchtung eingewirkt habe. Am Beispiel des Zuckerrohrs sehe man, wie gerade der Weltkrieg alles auf den Kopf gestellt haben der Absatz habe wesentlich nachgelassen, da die Länder, die früher auf Einfuhr des Zuckerrohrs angewiesen waren, durch Rübenbau sich selbst hal­fen und so eine größere Einfuhr unnötig machten. So hätten nun die Zuckerrohrproduktionsländer all­mählich festgesessen. Erst im Laufe der Zeit habe der Pflanzenzüchter das in feiner Zucht angegrif­fen, was notwendig gewesen wäre.

Früher habe er sich wenig um eiweiß- und fett­liefernde Pflanzen gekümmert, da er ja alles, was gebraucht wurde, importieren konnte. Es fehlten ja auch zuerste die richtigen Methoden der Pflanzen­züchtung. Nach der Lehre Liebigs habe man die

künstliche Düngung eingeführt, dann eine stete Aus­lese der besten Pflanzen getroffen und mit Hilfe physikalischer Apparate sei es nun möglich gewor­den, eine Massenanalyse bei den besonders wich­tigen Pfanzen auf Stärkegehalt, Zuckergehalt und Fettgehalt durchzuführen. Diese Schnellmethoden hätten erst gestattet, daß man die besten Pflanzen immer weiter aufgezüchtet habe.

Dann gab Professor S e s s o u s einige Beispiels aus der Pflanzenwelt an, die man durch Züchtung und Aussetzung auf armen Böden zu ganz wesent­lichen Faktoren bei der Lieferung von Fett und Faserstoffen gemacht habe. Die Lupine-Züchtung und die SojazüchtunH habe man schon seit längerer Zeit in Deutschland immer mehr vorgetrieben. Bei der Sojabohne sei man zunächst in das Weinbau­klima des Südens von Deutschland gegangen und habe hier schon ganz schöne Züchtungsresultate auf­zuweisen.

Eine weitere wichtige Pflanze sei der Lein, der uns die wichtigen Fasern liefere. Durch physikalische und chemische Methoden habe man allgemein aus den schon vorhandenen Rassen und Sorten neue Raritäten mit höherem Eiweiß- oder Fettgehalt ge­schaffen. Man sehe auch, daß in der Wissenschaft der eine auf den anderen angewiesen sei und daß alle zum Wohle des Vaterlandes an demselben Strang anpacken und ziehen müßten.

Der Vortrag gewährte einen kleinen Einblick in das große und verantwortungsvolle Schaffen des Pflanzenzüchters und gab den Zuhörern ein Bild von der Wichtigkeit der Pflanzenforfchung und der Pflanzenzucht.

ihr Mann, der bereits vor 20 Jahren gestorben ist, fei mit einer Fuhre Heu auf den Hof gefahren und habe ihr gerufen, sie solle ihm abladen helfen. Noch träumend fiel fie aus dem Bett und brach dabei ein Bein. Der Zustand der kranken Frau ist ernst.

+ (Brünberg, 27. Juni. Der hiesige Zweig- oerein des Gustav-Adolf-Frauenver- e i n s veranstaltete anläßlich des Besuches von 20 deutschen Kindern aus dem Kinderheim in Sta- n i 5 I a u (Polen) im SaaleZum Rappen" einen Unterhaltungsabend. Vikar Zöckler und seine Schwester, die mit den Kindern zur Zeit durch Oberhessen reisen, sprachen über die Entstehung und Entwicklung der Stanislauer Anstalten sowie über ihre Bedeutung für das evangelische Glaubensleben und das Deutschtum in Ostgalizien. Die Kinder trugen zunächst ernste Gedichte sowie religiöse und völkische Lieder vor, ferner zeigten sie die alten Tänze, die schon ihre vor 150 Jahren eingewander­ten Vorfahren aus der Pfalz dort tanzten, ebenso Nationaltänze der dortigen Polen und Ukrainer in ihrer malerischen Nationaltracht. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und wurde von Dekan Schmidt geleitet. Der Führer der Kinderschar, Vikar Z ö ck l e r, betonte noch, daß er gerne (Brün­berg besucht habe, da seine Vorfahren sich hier bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges nachweisen ließen.

Lich, 27. Juni. Als am Donnerstag vergan­gener Woche die Wetter Hochwasser führte und drei Kinder an der Wetter spielten, fiel das Söhn­chen der Familie I. ins Wasser. Der Buch­druckereibesitzer Hermann V o l k m a n n, der mit seiner Frau im nahen Garten arbeitete, wurde durch das Geschrei der beiden am Ufer entlang» eilenden Kinder auf den Unglücksfall aufmerksam gemacht. Er sprang herbei und schnell entschlossen dem bereits untergegangenen Kinde nach. Herr Volkmann konnte es beim Wiederauftauchen er­

greifen und vor dem sicheren Tode des Ertrinkens in letzter Minute retten. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg. Mit großer Freude statteten die Eltern dem Lebensretter ihren Dank ab.

* Nonnenroth, 28. Juni. Am morgigen Samstag verlassen die aus Bottrop stammenden Ferienkinder wieder unsere Gemeinde.

> Holzheim, 26. Juni. Am Dienstagabend wurde unser Dorf in große Aufregung versetzt. Der Jagdteilhaber Kaufmann Andreas Z e i ß von hier ging gegen Abend in den Wald auf den Anstand, von wo er nicht wieder lebend zurückkehrte. Als die Zeit, da er gewöhnlich nach Hause zurückkehrte, längst um war, bangten seine Angehörigen um ihn. Nichts ahnend machte sich eine Anzahl Männer auf den Weg, um Zeiß zu suchen. Ein Teil des Waldes wurde durchstreift, aber vergebens. Andere gingen einen anderen Weg dem Walde zu und fanden ihn am Wege liegend, von einem Herzschlag getrof­fen, tot vor. Am Kopfe hatte er eine blutende Verletzung, die von dem heftigen Aufschlag her- rührte. Der Verstorbene hinterläßt Frau und zwei Töchter. Eine Tochter ging ihm vor einigen Jahren im Tode voraus.

-Aus demKreise Gießen, 27. Juni. Diese Woche brachte uns endlich Heuwetter, wie es sich der Bauer nicht besser wünschen kann. Ueberall draußen im Lande ist denn auch die Heuernte in vollem Gang. Da es die Hochsommersonne gut meint und das ihre tut, geht es mit der Arbeit flott von» statten. Am frühen Morgen und dann wieder vom Spätnachmittag ab hört man allenthalben das Klingen der Sensen und das Rattern der Mäh­maschinen. Das Wenden und Aufkegelsetzen macht bei solchem Heuwetter Freude, und stolz wird der Heuwagen mit gehaltvollem, hochwertigem Heu ge­laden und in die Scheune gefahren. Unsere Orte stehen jetzt ganz im Zeichen der Heuernte. Die

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