Nr.M Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Freitag, 28. Juni (935
O.A.-'Svoit
folgende
1900:
Nachdruck verboten!
21 Fortsetzung
er-
des
auf
aufführung. Sie fügten jedoch Bilde des Meisters keine neuen
treffen bisher kleinen er sich Willen
Es mußte ihm selbst er jetzt zu solchen Brief war nicht aus Geld mußte gezahlt vor Gericht kommen.
Heberer
Schott II
In der zauberhaften Rokokogalerie d?s Charlottenburger Schlosses erlebten unter dem milden Schein flackernder Kerzen auch einige neu aufgefundene Jugendwerke Händels ihre Ur-
Handball-Lokalspiel 1900-5?f3.=X
Für das heute abend auf dem 1900-Sportplatz
dem feststehenden Züge hinzu.
Jacobi.
stattfindende Mannschaften
VfB.- R.:
Cremers Funke Enders
Handball-Lokaltreffen sind nominiert worden:
Fischer Hof Kaiser
Das Programm der diesjährigen Kunstwochen wies eine gute.Gliederung mit markanten Höhepunkten auf. Die erste Woche war Johann S e - vastian Bach gewidmet. Eine weitere Reihe von Veranstaltungen wurde als Deutsches Händel- f est zusammengefaßt. Zwei Konzerte waren den zeitgenössischen Komponisten eingeräumt, und als besondere Zierde der Reichshauptstadt standen dazwischen die Kammermusikkonzerte in der kerzenschimmernden Goldenen Galerie des Charlottenburger Schlosses sowie die Schloßmusiken im Freiluftraum des akustisch ungemein günstigen Schlüter- hoses im Berliner Stadtschloß. Ein großes Beet- Hoven konzert des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Eugen Jochum bildete den Ausklang.
R ü n g e r spülten alle Bedenken gegen die reine Arienoper hinweg und entfesselten fast nach jeder „Nummer" Beifallsstürme. Hans Swarowsky, der an Stelle Erich Kleibers als Kapellmeister neu verpflichtet worden ist, zeigte durch herzhafte Tempi besonderes Verständnis für die Lebenskraft und -freude der Barockmusik. Die eigentlichen Schwierigkeiten der Händel-Oper für die Gegenwart liegen jedoch in ihrer szenischen Darstellung. Virtuoser Ziergesang mit Helden der Weltgeschichte in Kastratenrollen stellt sich den realistischen Ansprüchen des modernen dramatischen Theaters entgegen. Hanns Niedecken-Gebhardt schlug als Regisseur eine durchaus tragfähige Drücke zwischen den widerstrebenden Elementen. Er stellte die Vorgänge in eine weiträumige Szenerie von ägyptischem Kolorit, in der die Musik frei ausschwingen konnte. Die Sänger führte er in großstilisierter Gestik und im Einklang mit den räumlichen Erfordernissen der dreiteiligen Arie über die Bühne, ohne konventioneller Starrheit zu verfallen. In den Rezi- tativen wurden auch dramatisch bedeutungsvolle Akzente gesetzt. Die tänzerische Auflösung des Bühnenbildes in prächtigen Ballettszenen mit Harald Kreutzberg als hervorragendem Solisten tat ein übriges, um der Händeloper auch optisch eine wirksame Gestalt zu geben. So wurde der
Der zweite bedeutsame Höhepunkt des Deutschen Händelfestes war die Erstaufführung des „Gelegenheitsoratoriums" im Sportpalast. Als Gelegenheitswerk nach der Niederwerfung eines schottischen Aufstandes im Jahre 1746 komponiert und einmal ausgeführt, fiel das Oratorium einer unverdienten Vergessenheit anheim. Professor Fritz Stein bearbeitete es nun unter Verwendung von Teilen aus anderen Händeloratorien zu einem „Festoratorium", das den gerade für unsere Zeit so aktuellen Erlebniskreis von der Not, dem Aufstieg und Sieg eines Volkes durch eine Tonsprache heroischen Entwurfs gestaltet. Seine leuchtende Schönheit hinterließ in einer denkwürdigen Aufführung von gigantischen Ausmaßen tiefste Eindrücke. Im Raum der Fünfzehntausend musizierten unter Steins großartiger Führung mit den Philharmonikern und dem Hochschulorchester neun Berliner Chöre und erzeugten vor den ergriffenen Zuhörern die Vision einer riesigen singenden Orgel.
Einzug Händels in Deutschlands repräsentatives Opernhaus zu einem durchschlagenden Erfolg.
*
Groß und erfolgreich war wiederum der Einsatz der S t a a t s o p e r. Sie steuerte zwei völlig neue Aufführungen bei. Die Wahl vonLortzings „W i l d s ch ü tz" konnte zunächst als Tribut an die vorgerückte Jahreszeit erscheinen. Da die geniale Partitur aber einem Dirigenten vom Range Leo Blechs anvertraut war und Rudolf Hartmann die Regie übernommen hatte, wurde es ein künstlerisch vollwertiger, ja überraschender Abend. Unter Blechs federnder Leitung nahm diese entzückende Spieloper Züge an, die an Mozart erinnerten. Der sprudelnde Witz, die rein musikalische Komik, der liebenswürdige Charme der Melodik, die treffsichere Charakterisierungskunst bewährten sich nach einem vollen Jahrhundert in ungetrübter Lebendigkeit. Dazu hatte der Regisseur herrliches Spieltempe- ' rament auf der Bühne entfesselt, das kluge Einfälle mit sicherer Führung der Sänger verband und keine toten Stellen aufkommen ließ. Eugen Fuchs wuchs als Baculus fängerifch und darstellerisch über sich selbst hinaus. Käte Heidersbach und Else T e g e 11 h o f f, Marcell W i 11 r i s ch und Karl August Neumann fügten sich in vorbildlichem Zusammenspiel dem Willen der Führer.
Mann bis jetzt still gewesen, sehr schlimm ergehen, wenn Maßnahmen griff. Aber der der Welt zu schaffen. Das werden, sollte die Sache nicht
Gockel Langenohl Krüaer
Mann
Er erschrak beinah auf, als der Mann plötzlich vor ihm stand.
„Einen Einschreibebrief, Herr Inspektor!" meldete der Beamte.
Eckehard unterschrieb. Der Mann entfernte sich, nachdem er ihm den Brief übergeben hatte.
Eckehard öffnete das Schreiben. Sein Gesicht verdüsterte sich. Kam denn ein Unglück nach dem anderen? Da schrieb ihm einer der Gläubiger seines Vaters, daß er zu feinem Bedauern ihm die Stundung der restlichen Schuld nicht mehr länger gewähren konnte. Er fei selbst in Schwierigkeiten geraten. Er müßte, so leid es ihm sei, ihn bitten, die restlichen 50 000 Kronen binnen vier Wochen auszuzahlen, widrigenfalls er zur Klage genötigt wäre.
Eckehards Gesicht war fahl geworden. Das war ein Schicksalsschlag, wie er ihn härter nicht hätte
können. Gerade dieser Gläubiger war sehr einsichtig gewesen und hatte sich mit Abzahlungen begnügt. Es hatte ihm, wie selbst geäußert batte, mehr an dem auten gelegen. Da Eckehard die kleinen Raten
Die Faustballkämpfe der Alten Herrn und der Aktiven der Turngemeinde gegen „Licht-Luftbad" Frankfurt a. M. gewannen die Frankfurter 30:21 und 38:23. Das Handballspiel der ersten Elf der Turngemeinde gegen Polizei Darmstadt entschied die letztere 20:9 für sich.
Tennisturnier in Wimbledon
Bei einer Gluthitze wurden am Donnerstag in Wimbledon im Kampf um die inoffizielle Weltmeisterschaft im Männer-Einzel die ..letzten Sechzehn" ermittelt. Auch unser deutscher Meisterspieler Gottfried von Gramm befindet sich unter ihnen, denn er konnte den tschechischen Davispokalspieler C a s k a in drei Sätzen glatt 6:1, 8:6, 6:4 ausschalten. Im Frauen-Einzel war die Wiesbadenerin Marieluise Horn unserer früheren Meisterin Frau Sperling-Krahwinke'l nicht gewachsen und mußte sich von der jetzigen Dänin 3:6, 0:6 geschlagen bekennen.
Oaö EA.-Gportabzeichen als Anstecknadel.
Stabschef Lutze, der vom Führer durch die Neustiftungs-Urkunde des SA.-Sportabzeichens mit dem Erlaß der Ausführungsbestimmungen beauftragt wurde, hat folgende Verfügung erlassen:
Das SA.-Sportabzeichen kann von rechtmäßigen
Wulle Deuker
Krämer Magsahm Klaß Wlodarek Betz Schott I Knop Neist
Wie aber sollte er 50 000 Kronen beschaffen? Ja, wenn er irgendeinen Bürgen hätte. Aber wer bürgte heute für eine solche Summe? Dazu war er hier jetzt so weit weg von der Heimat. Er konnte mit keinem seiner "früheren Freunde sprechen. Briefe aber wirkten immer anders und führten die Notlage eines Menschen dem Empfänger nie so klar vor Augen.
Ein Gefühl der Mutlosigkeit ergriff ihn. Was war sein Leben noch? Arbeit, die ihm selbst nichts brachte! Denn jeden Pfennig, den man erübrigen konnte, verwandte er ja zur Abtragung der elterlichen Schulden. Er arbeitete schon lange ohne Freude, denn er hatte ja das Vertrauen der heimlich geliebten Frau nicht mehr. Dazu hier diese undurchsichtigen Vorgänge, denen er auf die Spur kommen mußte um Barbaras willen. Es schien ihm beute, als npre ihm di"s a^"s doch zuviel, als könnte er nicht mehr. Und doch, er mußte es können. Barbaras Eigentum war bedroht. Er fühlte es ganz sicher. Wenn auch schon sein Leben vervsuscht war — der geliebten Frau dursten feine Gefahren drohen.
Er straffte sich, biß die Zähne zusammen.
„Nicht schwach werden!" sagte er leise zu sich selbst. „Sich nicht unterkriegen lassen."
Er ging in sein Zimmer und legte den Brief in seine Briefmappe. Dann ging er zurück und ließ sich das Pferd aus dem Stall bringen. Es war höchste Zeit, daß er auf die Wiesen am Kar» penbach ritt. (Fortsetzung folgt.)
Kraft in ihm wieder erwachte. Wie mochte es ihr gehen? Besser ober schlechter? Ach, er durfte gar nicht daran denken, daß irgendeine Wendung zum Schlimmeren eingetreten sein konnte. Er nahm sich nicht einmal die Zeit zum Frühstücken, obgleich die Wirtschafterin den Tisch so einladend in der mit Grün umsponnenen Laube des Jnspektorgartens gedeckt hatte. Er stürzte nur eine Tasse Kaffee hinunter.
Dann eilte er hinüber in den Wirtschaftshof. Er hoffte, Nockesch nicht zu treffen, ehe er seine Meldung bei der Polizei gemacht hatte. Rockesch hatte ja für heute die Drainage der neuen Wiese am Karpenbach angesetzt und war wohl längst draußen.
Aber gerade wie er über den Hof eilte, kam Rockesch aus dem Kuhstall. Er lief ihm gerade in die Arme. Nun blieb nichts übrig, als ihm Rede und Antwort zu stehen. Rockesch schien auch von allem unterrichtet. Er sagte sofort:
„Ein schauderhaftes Pech, Herr von Mackenroth, daß ich gerade gestern zu den Holzverhandlungen auswärts war, als all das Schreckliche sich hier ereignete. Zunächst soll ich Ihnen von Fräulein Gerwig bestellen, daß es Frau von Stechow etwas besser ginge. Sie wäre schon einen Augenblick bei Bewußtsein gewesen."
„Gott sei Dank!" sagte Eckehard aus tiefster Seele, und ein froher Schein überfloß sein bleiches Gesicht.
Rockesch beobachtete ihn scharf.
„Ja, ich bin auch sehr froh darüber. Aber merkwürdig, das Sprichwort: ein Unglück kommt selten allein!, hat doch wieder einmal recht behalten. Nun noch diese fatale Geschichte mit dem Tode der Liese. Mir unbegreiflich, was das sein kann! Ob der -Emil nicht schuld ist? Der hat doch für das Futter der Tiere zu sorgen. Vielleicht hat er nicht aufgepaßt!? Ueberhaupt ein windiger Bursche!"
Eckehard stutzte. Wie kam Rockesch dazu, Emil zu beschuldigen? Was für eine Handhabe hatte er gegen ihn? Wieder stieg das unbestimmte Gefühl des Mißtrauens in ihm auf. Langsam entgegnete er:
„Ihr Urteil über Emil kann ich nicht unterschreiben, Herr Oberinspektor! Ich habe Emil immer für einen zuverlässigen, gewissenhaften Pferdepfleger angesehen!"
„Da sehen Sie, daß Sie mit Ihrem Urteil auf dem Holzwege sind, Herr von Mackenroth. Das Pferd muß irgend etwas gefressen haben, was ihm geschadet hat. Da es den ganzen Tag nicht von der Raufe weggekommen ist, kann nur der Pferdepfleger schuld sein."
Sehr scharf kam diese Entgegnung Rockefchs. Aber ebenso scharf gab Eckehard zurück:
„Es könnte ja fein, daß irgend jemand dem Tier übel wollte, Herr Oberinspektor. Ich habe jedenfalls einen ganz bestimmten Verdacht, und der richtet sich nicht gegen Emil."
War das Gesicht Rockeschs noch bleicher geworden? — Oder hatte sich Eckehard getäuscht? Jedenfalls meinte Rockesch nun:
„Wenn Sie irgendeinen Verdacht hatten, daß hier etwas Unrechtmäßiges vorgegangen ist, Herr von Mackenroth, warum haben Sie das nicht sofort gemeldet? Das wäre doch nur Ihre Pflicht gewesen. Ich muß mich sehr darüber wundern."
Eckehard wurde flammend rot.
„Es ist nicht nötig, daß Sie mich an meine Pflichten mahnen, Herr Oberinspektor. Ich kenne sie genau, und ich glaube, ich habe sie nie versäumt. Als Sie von hier fortfuhren, wußte ich nichts weiter, als daß die Zuchtstute auf eine unerklärliche Weife krepiert ist. Inzwischen glaube ich aber zu wissen, woran sie gestorben ist."
„Woran, Herr von Mackenroth?"
„An einer Vergiftung!"
Rockesch lachte auf.
„Ammenmärchen, Herr von Mackenroth. Wer sollte Interesse daran haben, unseren Viehbestand hier zu vernichten?"
„Das weiß ich noch nicht, Herr Oberinspektor. Aber wenn ich den Schurken herausbekomme, bann Gnade ihm Gott!"
„Sie haben nicht den Schatten eines Beweises. Fürchten Sie sich nicht, daß Sie sich mit diesem Verdacht lächerlich machen?
„Ob ich mich lächerlich mache oder nicht, wird die Polizei entscheiden. Ich bitte um Urlaub, damit ich den Verdacht bei der Polizei in der Kreisstadt melden darf."
Die höhnischen Züge Rockeschs veränderten sich.
„Also meinen Sie wirklich ernst, daß etwas Ungesetzliches geschehen ist, Herr von Mackenroth? Ich habe erst gedacht, daß Sie das nur so hinsagen. Aber jetzt fange ich wirklich an, von Ihren Gedanken angesteckt zu werden. Ich halte es dann für das Allerrichtigste, daß ich selbst die Meldung erstatte. Bitte, übernehmen Sie statt meiner die Aufsicht bei den Drainagearbeitens Ich bin ja schon in einer Stunde von der Polizei in der Kreisstadt wieder zurück."
Er ließ Eckehard gar keine Zeit zur Antwort, sondern ging sehr schnell auf die Wohnung in der oberen Etage des Jnspektorhauses zu.
Eckehard sah ihm erstaunt nach. Das war ihm nicht sehr lieb, daß Rockesch die Benachrichtigung der Polizei übernahm. Aber er hatte ja vielleicht recht: er war der Oberinspektor hier und mußte die Meldung erstatten. Eigentlich hätte er ihm ja von dem Fund der Gifttüte Mitteilung machen müssen. Aber Rockesch hatte ihn ja gar nicht zu Worte kommen lassen. Und es war Eckehard jetzt beinah lieb, daß er auf diese Weise diese Tatsache für sich behalten konnte.
Sein Gesicht war sehr nachdenklich, als er jetzt über den Hof ging. Er horte gar nicht, daß der Briefträger ihn vom Eingang des Jnspektorhauses aus zurief.
pünktlich auf den Tag gezahlt hatte, war der
Eckehard von Mackenroth war mit einem schreckten Ruck hochgefahren. Da hatte doch der Wecker geklingelt? Aber als er den Bann schweren Schlafes von sich abgeschüttelt und das Zifferblatt der Uhr geschaut hatte, stellte er fest, daß es bereits eine Stunde über feine sonstige Aufstehzeit war. Er mußte nach dem Klingeln des Weckers gleich noch einmal eingeschlafen und erst jetzt zum Bewußtsein des Wecksignals gekommen fein. Das war ihm noch nie passiert. Noch niemals hatte er es verschlafen. Er schämte sich richtig. Wieviel Unangenehmes stand einem heute noch bevor! Die Meldung an die Polizei, das Verschweigen der Ereignisse Rockesch gegenüber. Es lag ihm wie ein Alp auf der Seele. Dazu die Angst um Barbara, die jetzt mit aller
Die völkische Aussprache bei den Turn festen der DT.
Der Totalitätsanspruch der nationalsozialistischen Weltanschauung konnte auch vor den Turn- und Sportverbänden nicht Halt machen, wenn sie das ganze Volk erfassen wollte. Diese Weltanschauung fußt nicht nur auf der Einheit des deutschen Volkes, sondern auch auf einer einheitlichen nationalsozialistischen Körper- und Geisteserziehung aller Deutschen. So mußte notgedrungen aus der Vielheit der Turn- und Sportverbände eine Einheit gebildet werden, die in der Schaffung des Reichsbundes für Leibesübungen durch den Reichssportführer ihrer Verwirklichung entgegengeht. Alle sich irgendwie mit körperlicher Ertüchtigung beschäftigenden Vereine werden in diesem Riesenbund unter einer einheitlichen Führung ihren Zielen nachgehen können.
Jede sportliche llebung darf im nationalsozialistischen Staat nicht nur Selbstzweck sein, sondern sie muß getragen werden von dem Verantwortungsgefühl jeöes Turners und Sportlers feinem Volke gegenüber; sie muß von jedem einzelnen im Jahn- schen Sinne betrieben werden, d. h. Jahns Ziele, wie Wehrhaftmachung, Freiheit und Einheit des deutschen Volkes müssen Grundlage von Turnen und Sport sein. Dieses Jahnsche und das nationalsozialistische Gedankengut in die Turn- und Sportvereine hineinzutragen, ist Aufgabe der Dietwarte. Ihnen liegt die völkische Schulung der Turner und Sportler ob, die ihrerseits auf den Turn- und Sportfesten in der sog. völkischen Aussprache in Form einer ungezwungenen Unterhaltung Zeugnis davon ablegen, daß sie sich mit den Fragen unserer Zeit und der deutschen Vergangenheit ernstlich im nationalsozialistischen Sinne beschäftigen. Eine Wertung dieser Aussprache erfolgt in keinem Falle, so daß der völkischen Aussprache von vornherein auch jeder Schein einer Prüfung genommen ist. Die hier und da in Turnerkreisen laut werdenden Befürchtungen sind deshalb völlig unbegründet und dürften in keinem Falle Veranlassung bieten, der völkischen Aussprache wegen dem Wettkampfe fernzubleiben.
Jeder echte deutscher Turner und Sportler ist über sein Turnertum, Volkstum und bi* nationalsozialistische Erhebung so weit unterridjrlt, daß er auch ohne besonders eingehendes Studium dieser Fragen an der völkischen Aussprache aktiv teilnehmen kann.
Konzert und Oper in Berlin
Musikbrief aus der Reichshauptstadt.
Warum vertemst da mich, Barbara?
Vornan von Liane Sanden.
Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.)
der er erwartet, daß auch sie sich ihrer Verantwortung bewußt ist und alle Mühe und die aufgewandten Kosten durch stärksten Besuch lohnt. Ganz besonders ist diese Einsicht von den Turnern zu erwarten.
Kreisführung und Festausschuß haben die Vorbereitungsarbeiten bestens gefördert. Turnerinnen und Turner find eifrig bei der Arbeit, um gut vorbereitet zum Wettkampf zu gehen. Wenn das Wetter nicht einen Streich spielt, werden die Festtage zu Sinn allen Teilnehmern ein schönes Erlebnis werden. Die Kreisführung hofft, recht viele Turner und andere Gäste in Sinn begrüßen zu können.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Nach langer Pause tritt der SV. 1920 wieder mit seiner ersten Mannschaft am kommenden Sonntag auf den Plan. Die erste Mannschaft, die nach errungener Meisterschaft in den Ausstiegspielen sehr stark zurückfiel, zeigt heute ein ganz anderes Gesicht. Zwar sieht sie auf dem Papier nicht so stark aus als früher, find doch, bedingt durch Spielerabgänge, Umstellungen bzw. Neueinstellungen von Spielern unterer Mannschaften notwendig geworden, deren Bewährung sich in den kommenden Spielen zeigen wird. Der Gegner des Sonntags, SV.«Allendorf, Meister der zweiten Kreisklasse, zeigt ein beachtliches Können. Das Vorspiel in Allendorf endete unentschieden 3:3. Für das Spiel am kommenden Sonntag dürfte man Heuchelheim ein Plus zusprechen.
Vor diesem Spiel tritt die erste Jugend vom SV. 1920 gegen die gleiche des Tuspo Naunheim an. Heuchelheims Jugend ist augenblicklich gut in Form; bekanntlich schlug sie am vergangenen Sonntag die gleiche des VfR. Butzbach, den Meister des Kreises Friedberg, überlegen mit 6:0 und dürfte gegen Naunheim, dessen Spielstärke weniger bekannt ist, den Sieger stellen.
Eine Voraussage über den Spielausgang läßt sich kaum treffen. Die Spielstärke kann wohl als ausgeglichen angesehen werden. Die VfB.-Mannschaft ist in letzter Zeit etwas häufiger in Erscheinung getreten als die 1900er und ist daher wohl besser eingespielt. Die Spielvereinigungs-Elf dürfte bessere Einzelspieler in ihren Reihen haben. Man hofft, daß das Spiel unter einwandfreier Leitung zu einem würdigen Saisonabschluß wird.
Kreisfest des Turnkreises Lahn-Dill in Sinn vom 6. bis 8. Juli.
Das Jubiläumsfest der Deutschen Turnerschaft, die großen Tage von Coburg, sowie die Kämpfe zum Deutschen Jugendtag sind vorüber. Nun rückt das Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen in Eilschritten heran. Vom 2. bis 4 August wird das erste Gaufest des Gaues Hessen in Gießen zur Durchführung kommen. Als turnerische Vorschau zum Gaufest finden noch vorher die Kreisfeste statt. Unser Kreis Lahn - Dill begeht dieses Wettur- nen am 6. bis 8. Juli z u Sinn bei Herborn. Es ist eine große Verantwortung für einen Ort, ein solches Fest zu übernehmen. Und wenn er es dennoch tut, so geschieht es im Vertrauen auf den Gemeinschaftsgeist der großen Turnergemeinde, von
Nach diesem von prächtiger Laune beschwingten Intermezzo bedeutete die Erstaufführung von Händels „Julius Cäsar" einen zielbewußten Vorstoß zur Eroberung künstlerischen Neulandes. So muß der Entschluß zur Aufführung einer Händel-Oper noch immer bezeichnet werden. Die Staatsoper ehrte sich selbst, indem sie der um sich greifenden Erneuerungsbewegung für das zu Unrecht vergessene Opernschaffen Händels einen glanzvollen Tribut zollte. In richtiger Erkenntnis der Problematik einer Händel-Oper war eine Garde von Meistersängern und ein Regisseur von bedeutender Erfahrung im Händelstil eingesetzt worden. Die Gesangskunst eines Rudolf Bockelmann (Cäsar), eines Josef von Manowarda (Ptole- mäus) und Helge Roswaenge, der stimmliche Reichtum einer Margarete Klose und Gertrud
Magdalena zögerte. Sie hätte zu gern Mackenroth selbst gesprochen. Aber sie konnte doch nicht gut warten,' bis er zu sprechen fein würde. Das würde auffallen. Es blieb schon nichts anderes übrig, sie mußte ihm die Botschaft durch Rockesch übermitteln lassen.
Sie wollte auch nicht so lange vom Schloß fortbleiben. Es konnte ja vielleicht doch fein, daß Barbara erwachte. Dann wollte sie die geliebte Freundin sofort sehen. Auch mußte die Telephonverbindung zu dem Professor nach Prag betteln werden.
„Ja, wenn Sie so gut sein wollen, Herr Oberinspektor, Herrn von Mackenroth zu benachnchti- gen; ich komme dann vielleicht später noch einmal herüber."
Sie eilte davon.
Rockesch sah ihr einen Augenblick nach. Der schmale Mund in seinem Gesicht schien noch schmaler zu werden. Dann wandte er sich wieder den Knechten zu. Bald tönten seine Befehle laut und energisch über den Hof. Als letzter war der Melker Carliczek mit seiner Tätigkeit im Kuhstall fertig. Oberinspektor Rockesch trat in den Stall hinein. _, . , , , q
„Na, wieviel Liter hat die Schecke heute gegeben? — Lassen Sie einmal sehen!"
Seine laute Stimme verlor sich tm Hintergrund des Stalles, wo Carliczek noch auf dem Melkeimer faß. Dann senkte Rockesch die Stimme. Eine Weile darauf kam er wieder aus dem Kuhstall.
24. Kapitel.
Berlin, Ende Juni 1935.
Der Berliner Musikwinter wird durch die „Kunstwochen" weit in den Sommer hinein verlängert. In diesem volltönenden Akkord des hauptstädtischen Musiklebens klingt noch einmal alles zu-sammen, was in den verflossenen Monaten sich zum Rang der Spitzenleistung erhoben hat. Die erfolgreichsten und künstlerisch bedeutungsvollsten Einstudierungen der Staatsoper bilden in Zyklischer Anordnung das Rückgrat der Kunstwochen. Aber auch Neueinstudierungen und Konzerte von besonderem Gepräge geben der verklingenden Spiel- Seit einen letzten Auftrieb.
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Cf franffutt. U gab auch er! hu über aufgebaut, Ansehen einer .®erben kann. Angenehmer ^Mule fehlen Wieder meist ■ Machst noch : heiter und tags 30,6 Erad E: morgens Minium 183 on . Tiefe am öunt: morgens IM Stunden.
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mstags 15 Pf, mehr luli 1934 gültig.
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Schönheiten lassen. Sl® aß die Sonn® 1. Aber, sie
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