Oie Neichsiagung der Deutschen Arbeitsfront.
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Die Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront erhielt ihre besondere Bedeutuna durch eine große Rede Dr. Schachts, in der er bekanntgab, daß auch die gewerbliche Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront als korporatives Mitglied eingegliedert wird. — Unser Bild zeigt von links: Reichswirtschastsminifter und Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Reichsarbeitsminister Seldte, Reichsstatthalter Mutsch« mann und Rerchsorganisationsleiter Dr. Ley beim Einmarsch der Fahnen.
Der zweite Tag in Leipzig.
Die Serllammermg von Wirtschast und Arbeit.
Mit der modernen Industrie begann die Zerspaltung der an der gewerblichen Wirtschast Beteiligten in Unternehmer und Arbeiter; später kamen noch die Angestellten als besondere Gruppe hinzu. Der Marxismus hat es verstanden, das Gemeinsame von Unternehmern und Arbeitern zu verneinen und das Trennende zu vergrößern. So entstand die Entfremdung beider Teile, die Klasse, der Klassenkampf und auch der Kastengeist. Die Arbeiter gründeten ihre Gewerkschaften, die Betriebe ihre Arbeitgeberverbände.
Die deutsche Wirtschaft ist vielgestaltig. Die S ch w e r i n d u st r i e ist in erster Linie auf die Gewinnung der Rohstoffe abgestellt, die verarbeitende Industrie ist stark auf die Ausfuhr angewiesen. Hier werden schon wirtschaftspolitische Verschiedenheiten erkennbar, die vor Jahrzehnten zur Gründung von eigenen Verbänden führten. Dazu traten später die reich gegliederten F a ch ° verbände aller Arten. Dazu entstand ein großes Retz regional gegliederter Verbände, die den Belangen der Wirtschaft in einem bestimmten Landesteil dienten (die Verbände schlesischer, sächsischer Industrie usw.), traten die Vereine mit technischen Aufgaben, ferner die Handelskammern, die schon erwähnten (wieder in Fachgruppen gesonderten) Arbeitgeberverbände. Im allgemeinen war ein Betrieb in mindestens fünf Richtungen wirtschaftlicher Organisation zahlendes Mitglied: in der Handelskammer als der offiziellen amtlichen Vertretung, in mindestens einem wirtschaftspolitischen Verband, einem Fachverband, einem Arbeitgeberverband und einem regionalen Verbände. Richt viel anders war es in den Betrieben des Handels und des Handwerks.
Der Nationalsozialismus hat auch auf diesem Gebiete reinen Tisch gemacht. Auf die Gleichschaltung der Gewerkschaften folgte die Bildung der Deutschen Arbeitsfront (DAF.). Sie gliedert sich in Reichsbetriebsgemeinschaften, in denen Unternehmer und Gefolgschaft Mitglieder sind. Der Gedanke, die Arbeitnehmer als eigenen „Stand" zu organisieren, wurde nicht ausgenommen. Dr. Ley blieb konsequent bei der Linie, keine neuen Spaltungen oder Trennungen zuzulassen. Schwieriger war der Aufbau der indu- striellen Wirtschaft. Daß sie eines eigenen Organes bedarf, ist unbestritten, denn ihre Aufgaben sind wirtschaftspolitischer Art, während die Deutsche Arbeitsfront das Gewicht auf die Sozialpolitik legt. Nach manchen Erwägungen erfolgte die Bildung der „R e i ch s g r u p p e I n d u st r i e", die wieder in sieben Fachgruppen gegliedert ist. Gemeinsam bilden alle Reichsgruppen (Industrie, Handel, Banken, Handwerk, Versicherungen usw.) die Reichswirtschaftskammer (RWK.). Im Endergebnis steht die Deutsche Arbeitsfront mit dem Reichsarbeitsrat, die Reichswirtschaftskammer mit dem Reichswirtschaftsrat vor uns, während der Reichsnährstand entsprechend seiner besonderen nationalpolitischen Aufgabe einen eigenen Aufbau darstellt.
Trotz allen guten Willens, die neuen Ausgaben einer anderen Zeit nicht mit den alten Belastungen der „Interessen" zu beschweren, hätte immerhin die Möglichkeit entstehen können, daß die beiden Säulen (der gewerblichen Wirtschaft und der Arbeitsfront) in einen künstlichen Gegensatz hineingebracht würden. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat in feiner Leipziger Rede als Gast der DAF. offen ausgesprochen, daß es immer gewisse Schwierigkeiten zwischen Wirtschafts- und Sozialpolitik geben werde. Damit sich diese Verschiedenheiten nicht zu Gegensätzen auswachsen, die das ganze Werk des gemeinsamen Aufbaus in Frage stellen, hat der Führer und Reichskanzler durch eine Verordnung von 21. März — dem Tage der zweijährigen Wiederkehr der Potsdamer Nationalkundgebung — den korporativen Beitritt der Reichswirtschaftskammer zur Deutschen Arbeitsfront angeordnet Damit behalten beide Teile ihren eigenen Bestand und ihre Spezialaufgaben, aber sie werden sowohl in der Spitze, wie in den Bezirken für bestimmte Zwecke miteinander „verklammert". Der Reichsarbeitsrat und der Reichswirtschaftsrat tritt unter Beteiligung des Reichswirtschafts- und des Reichsarbeits- mimsters zu einem „Reichsarbeits- und Reichswirtschaftsrat zusammen. Daß es sich dabei um mehr handelt, als nur um die gelegentliche Beratung gemeinsamer Fragen, beweist die fernere Anordnung, daß die Geschäftsstelle der Reichswirtschaftskammer gleichzeitig das Wirtschaftsamt der Deutschen Arbeitsfront ist, das dem Reichswirtschaftsminister untersteht.
Die neue Gliederung des wirtschaftlichen Aufbaues ist keine staatliche Angelegenheit, wenn auch stets die engste Fühlung mit den amtlichen Stellen gehalten wird. Die Arbeitsfront und die anderen Gliederungen der Wirtschaft erfreuen sich vielmehr im weitesten Sinne der Selbst- verwaltung, die den genossenschaftlichen Geist verkörpert und deshalb das beste Gegengewicht gegen eine bürokratische Erstarrung darstellt. Dr. Schacht wie Dr. Ley haben als oberstes Ziel die Entfaltung der Werte der P e r s ö n l i ch k e 11 hin- gestellt, beim Betriebsführer wie in der Gefolgschaft. An die Stelle des Kampfes soll die Gemeinschaftsarbeit treten, die kein anderes Ziel kennen darf, als soziale Gerechtigkeit und nationalen Aufbau.
Es ist unbestritten, daß der korporative Eintritt der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront ein Vorgang ohne Beispiel ist. Deutschlands Unternehmer und ihre Gefolgschaften wollen auch nach außen hin bekunden, daß ihr Wille in der Erhaltung der Volksverbundenheit besteht. Aus solchem Bekenntnis und solcher Tat müssen die schönsten Erfolge für die Gesamtheit erwachsen!
Die Durchführung der Vereinbarung über Wirtschaft und Arbeitsfront.
Leipzig, 26. März (DNB.) Der Leiter der DAF., Dr. Ley, hat folgende Anordnung erlassen:
Die Durchführung der Vereinbarung Dr. Ley-Dr. Schacht-Seldte vom 26. März ist dem Leiter des Organisationsamtes der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Hauptamtsleiter Klaus Selzner übertragen worden. Es ist allen anderen Dienststellen der DAF. verboten, irgendeine Maßnahme organisatorischer oder personeller Art von sich aus zu treffen. Bezüglich der Einrichtung der Arbeitsausschüsse wird die Durchführung der Vereinbarung nach Richtlinien erfolgen, die von Pg. Selzner gemeinsam mit Amtsleiter Pg. Dr. Pohl aufgestellt werden.
Leipzig, 27. März. (DNB.) Der zweite Tag der Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront begann mit einer feierlichen Protesterklärung gegen das Kownoer Bluturteil. Während die Versammlung sich von ihren Plätzen erhob, führte der Organisationswalter der Reichstagung, Abteilungsleiter R e e n t m e i st e r, u. a. aus: „Wir als die Repräsentanten des schaffenden deutschen Volkes erklären, daß die deutsche Nation dieses entsetzliche Urteil als Faust schlag gegen das Antlitz der Nation betrachtet. Wir wissen, auch dieses Urteil, geboren aus dem leidenschaftlichen Haß gegen unser Volk, wird einmal einen höheren Richter in der Weltgeschichte finden. Wir wissen, es gibt eine ewige Gerechtigkeit, die sich nicht beugen läßt und die dereinst die wahren Schuldigen auch dieses Verbrechens zpr Verantwortung^ ziehen wird. (Bravorufe und Händeklatschen.) Wir begrüßen von dieser Stelle aus die Vertreter des deutschen Volkstums, die schwer geprüft sind, und sagen ihnen: Die ganze Deutsche Arbeitsfront ist im Geiste bei ihnen!"
Sodann sprach der Leiter des Organisationsamtes der DAF., Hauptamtsleiter Selzner, über die Durchführung der Vereinbarungen Dr. Ley-Schacht- Seldte. Der Grundgedanke sei die H e r st e l l u n g einer geistigen Selbständigkeit, aus der die Selbstverwaltung hervorgehe. — Anschließend sprach der Ministerialdirigent im Reichsarbeitsministerium Amtsleiter Dr. P o h l, der mit dem Hauptamtsleiter Selzner gemeinsam die Richtlinien bezüglich der Einrichtung der A r b e i t s - a u s s ch ü s | ß ausarbeiten soll. Es dürfe künftig nicht überall reglementiert werden. Es fei viel wichtiger, daß auch einmal eine nicht ganz richtige Entscheidung gefällt werden, wenn sie nur aus dem Bewußtsein der Menschen, die von der Entscheidung betroffen werden, heranwachse. Es sei wichtiger, daß Arbeiter und Unternehmer zu gemeinsamer Aussprache zusammenkommen. Nur dort, wo wichtige Lebensfragen der Gemeinschaft selbst gegen eine solche von unten kommende Entscheidung sprechen, solle der Staat mit Hilfe der Treuhänder entscheidend eingreifen. Der Treuhänder solle nicht ein Beamter sein, sondern gewissermaßen als sozialpolitischer Statthalter über den Dingen st ehe n.
Mchsilinenmimsler Dr. Frick sprach dann über das Thema „Das Dritte Reich und die Verwirklichung der Volksgemeinschaft". Er führte u. a. aus:
Kameraden von der Deutschen Arbeitsfront! In der wechselvollen 2000jährigen Geschichte der deut- schen Nation gestaltet das Geschlecht der Gegenwart als der Träger der nationalsozialistischen Revolution den nationalen Einheitsstaat. Das Dritte Reich hat sich das große Ziel gesteckt, alle Kräfte nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich einzig und allein zum Wohle des deutschen Volkes, seiner Gröhe und Ehre zusammenzuschließen. Es wäre aber verfehlt, in der Beseitigung der Länder und der Errichtung eines zentralen Machtapparates die Hauptaufgabe der Gegenwart zu erblicken. Die nationalsozialistische Revolution brachte nicht nur eine innerpolitische Machtveränderung, sondern auch eine grundlegende Wandlung im geistigen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Leben des deutschen Volkes. Jener äußere Vorgang der Machtveränderung schuf nur die nötige Form für den inneren Umbruch der Nation.
Heber allem steht der beherrschende Gedanke des deutschen Volkstums, der noch niemals seit tausend Jahren in Deutschland so ausschließlich und so vorbehaltlos zum Angelpunkt der gesamten Politik gemacht worden ist, wie von der Regierung Adolf Hitlers. Gewiß wird und muß es auch im deutschen Volke immer Unterschiede und Gegensätze politischer, konfessioneller, wirtschaftlicher und sonstiger Art geben, aber sie dürfen nie zur unüberbrückbaren Kluft sich erweitern, soll nicht das ganze Volk und damit auch jeder einzelne Volksgenosse
Aus dem Bevicht, den dann
der Leiter des Schatzamtes, Brinkmann
erstattete, ist zu entnehmen, daß das Schatzamt 947 Mitarbeiter beschäftigt. Das Schatzamt verwaltet 782 Büros und Miethäuser, 143 Gewerkschaftshäuser, 32 Ferienheime und 13 Schulen. Die Unterstützungsabteilungen bearbeiten rund 335 000 Anträge mit einer Gesamtbewilligung von 11 Millionen Mark. Rund 94,5 v. H. aller gestellten Anträge wurden bewilligt. Rund 209 000 Invalidenrenten werden aus- gezahlt. An Beiträgen sind im Februar rund 21 Millionen Mark bei einem Soll von 23 Millionen Mark eingegangen. Der Durch- schnittsbeitrag beträgt 1,51 Mark = 1,5 v. H. des Bruttoeinkommens. Di« Ausgaben im Februar beliefen sich auf 20 Millionen Mark. Davon entfallen auf Unterstützungen 8 Millionen. Die Rechtsstelle erfordert eine Million, die Gemeinschaft „Kraft durch Freude" 1,5 Millionen. Die Geschäftskosten belaufen sich auf 5,7 Millionen.
Oer Präsident der 1ieichSrun-fu»k- kammer Oreßler-Andreß
«dann über das Geistige und Ideelle in der isfront. In der Deutschen Arbeitsfront wurde uns nicht nur die gewerkschaftlich ausgerichtete Front der Schaffenden übermittelt, nein, in der Arbeitsfront ist auch alles zusammengefaht, was bisher geistig und seelisch überhaupt noch nicht beim Namen genannt werden konnte. Der Nationalsozialismus, geboren in den mörderischen Schlachten des Weltkrieges, gestaltet aus dem Erlebnis der Kriegskameradschaft die Friedenskameradschaft. Damit ist die Erkenntnis gegeben, daß es keine Anrede mehr geben darf wie: „Arbeiter der Stirn und der Faust , weil wir die Aufspaltung in geistige und wirkliche Welt nicht mehr ertragen können. Das Wesentlichste in den gestrigen Vereinbarungen dürfte auch sein, daß die Geistesschaffenden und die Handschaffenden nunmehr in Der Arbeitsfront einem Arbeitsschicksal verbunden sind. Aus dem noch sehr liberalen Staatsgebilde muß der nationalsozialistische deutsche Arbeitsstaat werden, die Schicksalsgemeinschast der in der Arbeit einig gewordenen Deutschen durch Adolf Hitler.
darüber zu Schaden kommen. Auf wirtschaftlichem Gebiet hat es sich die Deutsche Arbeitsfront 3um Ziele gesetzt, Unternehmer und Arbeiter unter dem nationalsozialistischen Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz" in einer Einheit aller Schaf- senden der Faust und der Stirn zum gemeinsamen Wohl zusammenzuschließen.
Heber allem, was wir hin, stehl das eherne Gesetz, alle Handlungen in Kunst und Politik, in Technik und wirtschaft, im öffentlichen und privaten Leben so einzurichten, daß sie der Stärkung der Lebenskräfte des ganzen Volkes dienen. Nicht den Hurra- Patriotismus einer niemals wiederkehrenden Vergangenheit, sondern das echte, tiefempfundene Nationalgefühl, das sich auch für die Gesundheit und Kraft der breiten Volksmasse sittlich verantwortlich fühlt, das sozial und gerecht empfindet, müssen wir pflegen, zur Blüte und zur vollen Auswirkung bringen. Weil wir alle Deutsche sind, müssen wir allen deutschen Volksgenossen gegenüber gerecht sein.
Ein Geschlecht nationaler Verantwortung und so- zicrler Gerechtigkeit zu erziehen ist die Aufgabe der Gegenwart. Sie bedeutet eine wahrhaftige Revolution aller Auffassungen, die unser Volk früher be- herrschte. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das die Sozialverfassung des Dritten Reiches einleitete, geht davon aus, daß so wie im Verhältnis von Volk und Staat auch im Verhältnis des Unternehmers gegenüber feinen Mitarbeitern der Gedanke der Schicksalsverbundenheit entscheidend ist. Ihren Ausdruck findet sie in der Betriebs- gemeinschaft. Betriebsführer und Gefolgschaft sollen die tragenden Kräfte der nationalsozialistischen Sozialverfassung sein. Sie müssen in einem
wahrhaften Tr e u e v e r h ä l tn i s zu ein- ander stehen. Der nationalsozialistische Staat aber wacht als der Hüter der nationalsozialistischen Volks- cemeinschaft Darüber, daß in den Betrieben die Grundsätze der Gerechtigkeit und der Standesehre herrschen.
Die persönliche Freiheit und Tatkraft des einzelnen soll im Wirtschaftsleben nirgends eingeengt oder beschnitten werden. Sie hat aber ihre Grenze dort, wo sie die Freiheit oder soziale Sicherheit der Volksgenossen zu beschränken ober gar zu gefährden droht.
Wir alle wissen genau, daß der nationalsozialistische Gedanke im öffentlichen Leben und in der Wirtschaft noch lange nicht restlos durchgesetzt ist, so wie ja auch die Verfassung des Reiches noch nicht den letzten Forderungen der NSDAP, entspricht. Aber jeder deutsche Volksgenosse muß zugeben, daß das bisher Erreichte selbst die weitest- aehenden Erwartungen übertrifft. Die gewerb - i ch e Erzeugung ist von 79 v. H. auf 89 v. H. des Konjunkturhöchststandes gestiegen, und die Menge der hergestellten Ware, die 1932 nur 38 Milliarden betrug, ist im Jahre 1934 auf 53 Milliarden, also um mehr a l s 20 v. H. gestie- a e n. Das Arbeitseinkommen des deutschen Volkes, das 1932 auf 56 Milliarden gesunken war, ist im Jahre 1934 auf 6 2 Milliarden gestiegen. Demgegenüber sank die Zahl der Erwerbslosen von mehr als sechs Millionen auf etwas über zwei Millionen, was wiederum ein Abfinken der öffentlichen Ausgaben für d i e Erwerbslose nfiirsorge von rund drei Milliarden auf etwa 1,4 Milliarden im Jahre 1934 ergab. Gleichzeitig ist das Steueraufkommen bei allgemein gleichbleibenden Steuersätzen im letzten Jahre um fast eine Milliarde höher, als dies im Voranschläge vorgesehen war. Diese Zahlen zeigen den andauernden Aufstieg der deutschen Wirtschaft, der sich auch in der Steigerung der Lebenshaltung des ganzen Volkes auswirken muß.
Heute darf auch der deutsche Arbeiter wieder, frei von Minderwertigkeitsgefühlen, stolz fein Haupt erheben und sich als deutscher Volksgenosse bekennen. Das ihm durch Versailler aufgedrückte Stigma des Paria unter den Völkern der Erde ist durch die heroische Tat unseres geliebten Führers vom 16. Marz ein für allemal ausgelöscht. Er darf wieder zur Verteidigung des Vaterlandes die Waffe tragen, was von je nach germanischer Auffassung das Kennzeichen für den freien deutschen Mann von Ehre war.
Noch ringt jedoch unser Volk schwer um Arbeit und Brot, um die Freiheit der deutschen Arbeit und um seine politische Gleichberechtigung in der Welt. Desto nötiger sind innere Geschlossenheit und Disziplin. Wir alle wissen, daß eine Kamps- truppe nur dann siegen kann, wenn sie e i n i g u n d geschlossen auftritt, und wir wissen auch, daß der Geist einer Kampftruppe nur dann etwas wert ist, wenn der Führer ein wahrer Führer ist, der sich in jeder Lage für seine Gefolgschaft ein» setzt. Wir wissen aber auch, daß dann jeder dieser Soldaten für einen solchen Mann durch's Feuer geht und den Lorbeer des Sieges erkämpft. Auch in den Betrieben muß es so sein, daß die Gefolgschaft wie die Soldaten vor dem Betriebsführer stehen können wenn sie in ihm den sorgenden, in treuer Pflichterfüllung für sie und das Werk schaffenden Betriebsführer sehen. Und alle, Gefolgschaft und Betriebsführer, müßen miteinander fühlen, daß sie im Werk nicht losgelöst von der Allgemeinheit arbeiten und leben und darum nicht unabhängig von ihr handeln können, sondern daß sie die Glieder einer größeren Ge- m e i n s ch a f t bilden, der mir alle mit Leib und Seele verpflichtet sind, der wir dienen und für die wir arbeiten und kämpfen, von deren Größe und Macht unser aller Zukunft, Glück und Schutz ab- hängt: „Die deutsche Volksgemeinschaft."
Or. Oorpmüller zum Generaldirektor der Reichsbahn wiedergewählt.
Berlin, 27. März. (DNB.) Der Verwaltungs- rat der Reichsbahn wählte den feit 1926 im Amt befindlichen Generaldirektor Dr. - Jng. e. h. Dorpmüller zum vierten Male einstimmig auf weitere drei Jahre zum Generaldirektor der Reichsbahn. Der Führer und Reichskanzler hat die Wahl bestätigt. Die Verdienste, die sich Dr. Dorpmüller während seiner Amtszeit erworben hat, erstrecken sich auf alle Gebiete des Eisenbahnwesens. Er hat nach dem Kriege in Oberschlesien aus den Resten der Eisenbahndirektion Kattowitz wieder eine lebenskräftige E i s e n b a h n d i r e k t i o n Oppeln geformt, er hat nach der Besatzungszeit das Eisen- abnwesen des Ruhrgebietes wiederaufgebaut, und in feine Amtszeit als General- direktor fiel nach der Inflation Aufbau und Vereinheitlichung der ganzen Reichsbahn in organisatorischer, technischer und betrieb- lieber Hinsicht zu dem leistungsfähigen Unterneh. men, das sie heute darstellt. Dr. Dorpmüller hat sich auch stets als Förderer des Fortschrittes ge* zeigt. Es sei hier erinnert an den Ausbau der Strecken, die Verbesserung der Fahrpläne, die Verkürzung der Fahrzeiten, Den Einsatz von Schnelltriebwagen, di« Verbindung mit der Lufthansa und die Verwendung von Kraftwagen im Reichsbahnver- kehr. Dazu kommt die enge Verbindung von Schiene und Straße in der Person von Dr. Dorpmüller, der gleichzeitig auch Chef der Gesellschaft Reichsautobahnen ist.
Bei den Beratungen des Derwaltungsrates über die Finanzen der Reichsbahn wurde festgestellt, daß die Einnahmen im Januar und Februar d. I. im Personen, und Gepäckverkehr eine Zunahme von 5,7 v. H. und im Güterverkehr eine Vermehrung um 6,6 v. f). gegenüber dem Vorjahre erfahren haben. Um rechtzeitig Vorkehrungen für den Verkehr der Winter-Olympiade 1936 zu treffen, gab der Derwaltungsrat seine Zustimmung zu Er- weiterungs. und Ergänzungsbauten an der Strecke München—Garmisch-Partenkirchen. Für diele Arbei- ten sind rund 5,9 Millionen RM. vorgesehen. Auf dem Gebiete der Personalpolitik sollen die Nachteile, welche Hilfsbeamten durch ihre Teilnahme als Frontkämpfer im Weltkriege aus der Überschreitung des 40. Lebensjahres für die Anstellung als Beamt« erwachsen sind oder noch zu erwachsen drohen, beseitigt werden.
Die Verwirklichung der Bolksgemeinschast im Dritten Reich.


