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Dienstag. 27. August MS

185. Jahrgang

Nr. IW Erster Via«

UW General-Anzeiger für lvberhesten gM-

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Italienischer Ministerrai überraschen- einberufen

private

aus den

Protest gegen Moskau.

Es ist eine beliebte Methode der sowjetrussischen Politik, die riesenhafte Aufrüstung der Roten Armee und die dadurch Hervorgerufe-

Oer Führer bei -er Kriegsmarine.

Kiel, 26. August. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler begab sich am Montagfrüh im Flugzeug nach Kiel, um an dem mehrtägigen A r t i l l e r i e s ch i e ß e n der Kriegsmarine teilzunehmen. Auf dem Flughafen Kiel - Holtenau wurde der Führer von Reichskriegsminister General-

R o m, 26. August. (DRB.) Wie hier guter Quelle mit Bestimmtheit verlautet, ist in letzten Tagen endgültig der Beschluß gefaßt wor­den, daß Italien auf der kommenden Tagung des Völkerbundsrates eine große Denk­schrift vorlegt. Diese Denkschrift soll an Hand zahlreicher Unterlagen, wie Originaldokumente und

hochleben.

Mussolini fuhr im Kraftwagen stehend vom Bahnhof zum Plaza Vittorio Emanuele (Walther- Platz), wo er von einer großen Menschenmenge begrüßt wurde. Zu seinem Empfang hatten sich die Spitzen der Behörden und die Parteiorganisa­tionen von Bozen und Umgebung eingefunden. Man hatte eine kurze Ansprache des Regierungs­chefs erwartet und die technischen Vorbereitungen dazu getroffen, aber Mussolini fuhr nur im Kraft­wagen um den Platz, grüßte die Erschienenen und begab sich sofort ins Regierungsgebäude, wo er für die Zeit seines Bozener Aufenthaltes Wohnung nimmt.

Lustmarschall Saldo in Paris.

Paris, 26. Aug. (DRB.) Am frühen Nachmit­tag des Montags ist der italienische Luftmarschall und Generalgouverneur von Tripolitanien B a l b o an Bord eines italienischen Verkehrsflugzeuges der Strecke RomParis auf dem Flugplatz L e B o u r - g e t eingetroffen. Man erklärt, daß es sich bei dem

oberst von Blomberg, dem Oberbefehlshaber der Reichsluftwaffe, General der Flieger Göring, dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Dr. h. c. R a e d e r , dem Oberbefehlshaber des Heeres, Ge­neral von Fritsch, dem kommandierenden Admi­ral der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral A l - brecht, dem Kommandeur des 10. Armeekorps Generalleutnant Knochenhauer, dem Befehls­haber im Luftkreis 6, Generalleutnant Zander, empfangen. Ferner hatten sich auf dem Flughafen der Gauleiter von Schleswig - Holstein, Staatsrat Lohse, SA-Gruppenführer Meyer - Quade und andere führende Männer des Staates und der nationalsozialistischen Bewegung eingefunden. Nach dem Abschreiten der Front der Ehrenkompanie be­gab sich der Führer an Bord. Die Flotte ist bereits am frühen Morgen ausgelaufen.

Oer Führer arüßt die Volksgemein­schaft an der Saar.

Berlin, 26. Aug. (DNB.) Der Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes, Gauleiter Bürde!, und der Reichssportführer von Tschammer und Osten haben vom Befrei« ungs-Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen in Saarbrücken an den Führer ein Begrüßungs­telegramm gerichtet. Der Führer und Reichs­kanzler hat drahtlich wie folgt erwidert:Ich danke für die Grüße und das Gelöbnis der Turner und Sportler vom Befreiungsgaufest des Reichs« bundes für Leibesübungen in Saarbrücken. Ich ent­nehme aus Ihrer Meldung mit Befriedigung, daß die Volksgemeinschaft im Saargebiet bei diesem Anlaß so beredten Ausdruck gefunden hat, und sende den versammelten hundert­tausend Volksgenossen herzliche Grüße.

Adolf Hitler"

weil bei uns der Boden für die Versuche des Herrn Dimitroff unfruchtbar geworden ist. Aber der Protest, den die Regierung der Vereinig­ten Staaten nach Moskau geschickt hat, ist doch ein Zeichen dafür, daß man auch in Amerika mit der Faust auf den Tisch schlägt. Die Argumente, die das Weiße Haus in Washington in der Note an­führt, sind in der Tat von so zwingender Beweis­kraft und so allgemein gültigem Wert, daß sie von jedem nichtkommunistischen Staat beachtet werden' müssen. Denn der Kommunismus ist eine W e l t g e f a h r, er trifft alle Staaten ohne Un­terschied, ganz gleich, ob Republik oder Monarchie, Demokratie oder Führerstaat. Er macht auch nicht vor jenen Staaten Halt, die wegen ihrer räum­lichen Entfernung vom Sowjetreich, oder aus son­stigen Gründen gar keine Möglichkeit haben, den Rätestaat anzugreifen. Das Beispiel Amerikas beweist eindeutig, daß die Derteidigungs- t h e s e der Moskauer Agitatoren nur eine hohle Phrase ist, um Haß und Kriegsbegeisterung in den Seelen der darbenden Anhängerscharen zu schüren. Der Protest der amerikanischen Regierung gegen die flagrante Vertragsverletzung durch die Regierung der UDSSR, ist eine Mahnung an das Gewissen aller übrigen Kultur­nationen, sich zusammenzuschließen und sich zu vereinigen in der gemeinsamen Abwehr der b o l s ch e w i st i s ch e n P e st. Es ist daher begrüßenswert, daß auch die japanische Regierung die Absicht hat, in Moskau gegen die sowjetrussische Einmischung in innerjapanische Angelegenheiten Einspruch zu erheben Ein Anfang ist gemacht. Hoffen wir, daß es nicht nur bei bloßen Worten bleibt, sondern daß die Völker auch zur Tat schrei­ten, bevor die Erde im Chaos des bolschewistischen Bürgerkrieges versinkt.

Auch ein Protest Mans in Sicht.

Tokio, 26. August. (DNB.) Der japanische BotschasterinMoskau,Ota,hatder japa-

Meinungsverschiedenheiten im pariser Kabinett?

Das Echo der Erklärungen Mussolinis.

Besuch Balbos in Paris um eine rein Reise handele.

Italiens Denkschrift für den Mkerbund.

Italienischer Abbau in Addis Abeba.

L o n d o n, 27. August. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung des Berichterstatters desDaily Tele­graph" in Addis Abeba wurden am Montag zahlreiche Kisten mit Gepäck auf der italieni­schen Gesandtschaft mit der Eisenbahn nach Dschibuti abtransportiert. Dies werde als erstes Vorzeichen der bevorstehenden Zurück­ziehung der italienischen Gesandtschaft ausgelegt.

15 Luder in Maffaua verhaftet.

L o n d o n , 27. August. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Reuter-Meldung aus Aden wurden in M a s * saua (Erythrea) 15 Jnder, die britische Staatsangehörige sind, von den Italienern ver­haftet. Sie werden beschuldigt, Geschäftsfreunde in Aden telegraphisch aufgefordert zu haben, keine weiteren Waren nach Massaua zu senden.

Rom, 26. August (DRB.) Mussolini hat plötzlich einen außerordentlichen Minister­rat auf Mittwoch nach Bozen einberufen. Diese Nachricht ruft allgemein großes Aufsehen und Ueberraschung hervor. Man nimmt an, daß Musso­lini mit seinen Ministern, die augenblicklich sämtlich in Bozen weilen, um aktiv an den Manövern teil­zunehmen, dringende Maßnahmen wirt- chaftlicher und politischer Art beraten wird, deren schleunige Durchführung in der gegen­wärtigen Lage notwendig erscheint.

Mussolinis Ankunft in Bozen.

Bozen, 26. August. (DNB.) Der italienische Regierungschef Mussolini traf am Montag um 12.10 Uhr in Bozen ein. Die Nachricht von einer Ankunft hatte sich schon in den Morgenstun­den verbreitet, und es wurden Vorbereitungen zum Schmuck der Stadt getroffen. Die Häuser, La­ternen und Bäume wurden mit grün-weiß-roten Fahnen geschmückt. Bilder vom König und Mussolini sind an Mauern und Häusern angebracht. Diele farbige Inschriften tragen Texte, die sich auf die politische und strate­gische Bedeutung der Manöver und auf den italie­nisch-abessinischen Streitfall beziehen:Am Bren­ner steht ganz Italien mit allen Le­bendigen und allen seinen Toten" oder In Afrika ist Platz und Raum für alle" oderWir haben alte Rechnungen zu begleiche n". Ändere Inschriften lassen den König, Den Regierungschef, die Armee und andere

Paris, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die große Pariser Morgenpresse beschäftigt sich eigen­tümlicherweise kaum mit den Erklärungen, die Mussolini einem Vertreter derDaily Mail" über seinen Standpunkt im italienisch-abessinischen Streitfall abgegeben hat.

Wenn man einer Information des3 out über gewisseMeinungsverschieden- heilen unter den französischen Re- gierungsmitgliedern Glauben schen­ken darf, so erscheint es nicht ausgeschlossen, daß den Blättern die von oben erteilten Richt­linien fehlen, um auf die Angelegenheit näher einzugehen. Man wird daher den am Mittwoch stattfindenden M i n i st e r r a t ab­warten müssen, in dem Ministerpräsident L a - v a l angeblich die Haltung Frankreichs auf der bevorstehenden Bölkerbundratstagung festlegen und dabei notgedrungen auch auf die Frage der Sanktionsmahnahmen eingehen wird. 3our glaubt zu wissen, daß einige kabinetks- mitglieder, an erster Stelle H e r r i o t, dafür eintreten, daß Frankreich in Genf Sanktionsmaßnahmen gegen 3to- lien vorschlagen solle. Auch Staats- Minister F l a n d i n setzte sich für eine enge Zusammenarbeit mit England ein.

Die kommunistischeH u m a n i t e" zieht jedoch aus der Erklärung Mussolinis die Schlußfolgerung, daß der Duce in voller Übereinstimmung mit dem französischen Ministerpräsi- d e n t e n handele. Er habe erklärt, daß die fran­zösisch-italienischen Abkommen vom 7. Januar alle Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Ländern beseitigt hätten. Das heiße nichts anderes, als daß er in Uebereinsttmmung mit der französischen Regie­rung handele.

Der kommunistische Abgeordnete Peri weist fer­ner darauf hin. daß Laval in einer der letzten Sitzungen des Auswärtigen Ausschusses der Kam­mer über diesen Punkt von ihm befragt worden sei. Laval habe aber alles bestritten und se' sogar ärgerlich über diese Fragestellung ge­wesen. Der Abgeordnete fordert angesichts der Er-

uen Entbehrungen dem russischen Volke damit ' schmackhaft zu machen, daß sie als notwendige Ver- x teidigungsmahnahmen gegen die Gefahr eines - faschistischen Angriffes auf das Gebiet der Räte- 1 Republiken hingestellt werden. Dabei richten sich | die Vorwürfe je nach Bedarf gegen den japanischen, j polnischen, deutschen, italienischen oder britischen . Imperialismus. Für diejenigen Völker, die außer­halb der Sowjetgrenzen leben, drängt sich foaleich die Fruge auf, wie es möglich ist, daß eine solche Propaganda überhaupt irgendwelche Wirkungen 1 auf das russische Volk ausüben kann. Denn diese Völker denken ja nicht im Traum dar- a n, irgendwie die territoriale Unversehrtheit des Sowjetstaates anzutasten, sondern sie sind im Gegenteil nur bemüht, ihre eigenen Gren­zen vor dem Einbruch der bolschewistischen Sol­dateska zu schützen. Man mutz sich aber klar machen, daß das russische Volk vor allem in geisti­ger Beziehung völlig abgeschnitten von der übrigen Welt danhinlebt, daß es sich gleichsam auf einer Insel des Schreckens befindet, von der aus ihm jegliche Kenntnisnahme des geordneten und ge­sicherten Lebens in anderen Staaten unmöglich ge­macht wird. Der Arbeiter und der Bauer, der sein Hungerleben für die Instand­setzung der roten Kriegsmaschinerie opfert, hat nicht die geringste Ahnung von den Ideen, die anderwärts die Menschen beherrschen. Alles, was ihm von draußen berichtet wird, er­scheint ihm nur in der wüsten Verzerrung des jüdi­schen Geistes, dem er unterworfen ist. Alles, was andere Länder auf politischem Gebiete erstreben, wird ihm dargestellt als eine Bedrohung des Sow­jetregimes, das es zu verteidigen gelte. Im bolsche­wistischen Untertanenstaat hat niemand die Mög­lichkeit, die Berichte nachzuprüfen, die die kommu­nistische Parteipresse ausgibt. Es gibt dort keine fremden Zeitungen, keinen Reiseverkehr über die Grenze, keine Gespräche und Begegnungen mit Ausländern ausgenommen mit solchen, die der kommunstischen Internationale angehören.

So ist es erklärlich, daß die bolschewistische Tak­tik, die eigenen Uebergriffe in Einml- schungsversuche fremder Staaten umzulüqen, in Rußland selbst auf keinerlei Widerstand stößt. In dieser Tatsache aber liegt zugleich auch die größte Gefahr für das Weiterbestehen der übrigen Kulturwelt beschlossen. Wir haben es in den letzten Tagen und Wochen anläßlich des 7. Weltkongresses der Komintern zur Genüge erfahren, daß die Sowjetregierung und die Kommuni­stische Internationa le von ein- und demselben Willen geleitet werden, wir haben es tagtäglich gehört, daß die fanatisierten, blindwütigen'Massen in Rußland zum bewaffneten Einsatz gegen dieimperialistische Gefahr" bereit­stehen. Käst stündlich treffen aus allen Richtungen der Erde Meldungen ein, die von der unterirdischen Wühlarbeit der kommunistischen Hetzer berichten. Ja, die Frechheit der Jünger Lenins geht sogar soweit, daß sich die bewaffnete Macht des sowjetrussischen Staates nicht mehr scheut, in fremdes Hoheitsge­biet in Europa einzudringen und dort Manöver abzuhalten. Schon seit Monaten ist es bekannt, daß russische Militärflugzeuge in Öen nördlichen Randgebieten Norwegens herumspionieren. Der krasseste Fall der Verletzung fremder Hoheitsrechte ereignete sich jedoch m Der letzten Woche, als russische Kriegsschi fe vor der schwedischen Ostseeküste erschie­nen und dort an strategisch wichtiger Stelle vor dem Kriefshafen Karlskrona ungeniert Minenspren- gungen oornahmen. Mit einemIrrtum" roirb sich Moskau in diesem Falle kaum herausreden können, da diese Manöver so nahe der Küste oorgenommen wurden, daß man sie vom Lande aus deutlich beobachten konnte. Sinn und Zweck dieser Provoka­tionen sind vielmehr ganz eindeutig: sie dienen der kriegsmäßigen Vorbereitung für Den Ernstfall, Der so bald wie möglich herbeigewunicht wird. Ein anderer, besonders krasser Fall der Ein­mischung hat sich vor einigen Tagen m Amerika er­eignet, wo ein k o m m u n i st i sch es Flugzeug Propagandamater i a l über den ma- növerierenden Soldaten des 3.J^-mee* korps in Penfylvanien abwarf. Ueberall laßt sich beobachten, daß seit dem Komintern-Kongreß die bolschewistische Bürqerkriegshetze in ungeahntem Maße verstärkt worden ist. Wenn es nicht schon in Den Moskauer Reden der Sektionsleiter unverblümt ausgesprochen worden wäre, so würde schon das er­neute Aufflammen der kommunistischen Agitation in diesem Zeitpunkt zur Genüge den engen Zu­sammenhang zwischen der Leitung des sowjetrussischen Staates und der Tätig­keit der kommuni st ischen Parteien in allen Erdteilen beweisen.

Die Ermutigung, die die Sowjetrussen aus dem Abschluß ihrer militärischen Beistandspakte mit Frankreich und der Tschechoslowakei er­fahren haben, war sicher ein Grund mehr, die Durchführung der weltrevolutionären Ziele mit ver­stärktem Eifer zu betreiben. Deutschland hat auf dem jüngsten Strafrechtskongreß noch durch den Mund von Reichsministern verkünden lassen, daß unserer Ansicht nach die Sowjetunion durch die Duldung und durch das Gutheißen d e r K o m i n t e r n ° B e s ch l ü s s e sich zum F u r- sprechet einer internationalen Bande von Verbrechern und Anstiftern zu Verbrechen gemacht hat. Das ist noch deutlicher als ein Protest, zu dem ja unserseits auch gar keine Veranlassung vorläge, weil wir im Dritten Reich mit anderen Mitteln als nur mit Protesten gegen den Bolschewismus vorzugehen gewohnt sind und

Hütungen Mussolinis den Zusammentritt des Aus- wärttgen Ausschusses, damit Klarheit geschaffen werde.

Im sozialistischenPopulaire" stellt Leon Blum die Frage, wer von den beiden Regierungs­chefs, d. h. Mussolini oder L a v a l, die Un­wahrheit gesagt habe. Man erinnere sich noch, so schreibt Leon Blum, daß Gerüchte nach der Rück­kehr Lavals aus Italien in politischen Kreisen Frankreichs im Umlauf aewesen seien, die wissen wollten, daß der französische Ministerpräsident als Gegenleistung für eine enge französisch-italienische Freundschaft in Europa Mussolini voll­kommen freie Hand in Afrika gelassen habe. Bei der Kammersitzung, in der die römischen Abkommen verabschiedet worden seien, habe ein sozialistischer Abgeordneter ausdrücklich die grage aestellt, ob Laval derartige Gegenlei- ft u n g e n gemackt habe. Laval habe dies demen­tiert, und er, L6on Blum, habe ihm geglaubt. Er habe das Dementi des Ministerpräsidenten auch ge­legentlich der Tagung der Sozialisten in Mülhausen vorgebracht, um sich gegen den Vorwurf zu ver­teidigen, daß die sozialistische Kammerfraktion die römischen Abkommen mit verabschiedet habe.

Der Londoner Sonderberichterstatter desEcho de Paris" weist darauf hin, daß der größte Teil der englischen Öffentlichkeit die Neutrali­tät Englands verlange. Sir Samuel Hoare und Neville Chamberlain teilten nicht einmal diejugendliche Begeisterung" Edens für den Völkerbund.

Das Organ der Dritten Internationale in Frank­reich, dieHumanitö", weist ferner auf den un­erwarteten Besuch des Marschalls B a l b o in Paris hin, der gerade im jetzigen Augenblick eigen­tümlich anmute, insbesondere nach dem Besuch zahl­reicher französischer Generäle in Italien. Das Blatt bestätigt übrigens die aus englischer Quelle stam­mende Meldung, wonach am 3. September in Paris Massenkundgebungen gegen den italieni­schen Faschismus stattfinden wurden. Dabei wür­den englische, französische und belgische Redner auf­treten.

DerTemp s" möchte die Bemerkungen über etwaige Sanktionen auf später verschoben wissen, wenn wirklich ein Angtiffsfall eintreten sollte. Die

Photographien, den Nachweis erbringen, daß Abessinien gegen seine internationalen Verpflich­tungen verstoßen habe und daher nicht mehr zu Recht als Mitglied des Völkerbundes geführt wer­den könne. Die Beschuldigungen gegen Abessinien würden vor allem eine Abrechnung mit der in Abessinien vorhandenen Sklaverei bringen.

Wie man weiter hört, werde Italien an Hand dieses Materials im Völkerbund zum Ausdruck bringen, daß es hinfort eine Unmöglichkeit fei, Italien und Abessinien als Völker- rechtlich auf der gleichen Stufe stehend zu betrachten. Diese Anklageschrift solle daher gleichzeitig vom italienischen Standpunkt aus eine neuerliche Rechtfertigung des militärischen Vor­gehens Italiens in Abessinien darstellen. Es werde sich um ein sehr umfangreiches Dokument handeln, an dessen Zusammenstellung die zuständigen Stel­len eifrig arbeiten.

nifchen Regierung von der vertragswidrigen Sowjetpropaganda Mitteilung gemacht, die durch die Rundfunkrede eines japanischen Kommu­nisten in Moskau begangen wurde.

Wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Rengo mitteilt, hat die japanische Re g i e r u n g auf Grund des Berichtes ihres Botschafters die Absicht, in Moskau in ähnlicher Weife Protest einzu­legen, wie dies die Vereinigten Staaten in ihrer ' Note gegen die fowjetruffifche Einmischung in inner- amerikanische Angelegenheiten bereits getan haben. Oer Sowietbolschafter zitiert die Bibel

Neuyork, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die amerikanische Presse veröffentlichte zahlreiche Aeuße- rungen aus politischen Kreisen, namentlich von Se­natoren, die dem amerikanischen Protest in Moskau zu stimmen. Gleichzeitig berichten die Blätter über eine Erklärung des Botschaf­ters der Sowjetunion in Washington, Tro- janowski, der äußerte, daß er sich nicht mit dem amerikanischen Protest befassen wolle. Die Note der Vereinigten Staaten werde eine zufriedenstellende Erwiderung durch die Sowjetregierung finden. Er wolle aber darauf Hinweisen, daß von einigen Krei­sen in den Vereinigten Staaten ein Propaganda- feldzug gegen d i e S o w j e t r c g i e r u n g geführt werde. Im Hinblick auf diesen dürfe er wohl an das Bibelwort vom Splitter und vom Balken erinnern.