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Grubenunglück bei den Staßfurter Kaliwerken. Sieben Bergleute verschüttet.Keine Hoffnung auf Rettung.

Auf der Braunkohlengrube Löderburg der Kali­werke Stafofurt ereignete sich in der Abteilung des Rordfeldes ein Schlammeinbruch, durch den fieben Bergleute überrascht und voll st ä n - dig abgesperrt wurden. Die Rettungsarbeiten sind sofort ausgenommen worden. Der Einbruch hat ein Ausmaß von 35 Meter Durchmesser und 15 bis 20 Meter Tiefe und kam ganz überraschend ohne jede Vorzeichen. Da die Rettungsarbeiten bei die­sem Ausmaß auf ungeheure Schwierigkeiten stoßen, können sie nur sehr langsam vor sich gehen, so daß leider mit einer Rettung der Verschütte­ten kaum gerechnet werden kann.

Der bisherige Fortgang der Bergungsarbeiten auf der Kohlengrube Löderburg läßt keine Hoff­nung auf eine Rettung der sieben eingeschlossenen Bergleute, die wahrscheinlich bei dem Schlamm­einbruch sofort e r ft i cf t sind. Bei dem Schlamm­einbruch ist ein Streckennetz von etwa 1000 Meter

Ausdehnung zugeschwemmt worden. Dabei entstand über Tage ein Erdfall von etwa 35 Meter Durch­messer. Die Rettungsarbeiten sind an drei Stellen zu gleicher Zeit angesetzt worden. Man befindet sich zur Zeit etwa 150 Meter von der Stelle entfernt, arr der die abgeschnittenen Bergleute gearbeitet haben. Wo sich die Männer tatsächlich befinden, läßt sich naturgemäß nur vermuten. Wahrscheinlich haben sie im Augenblick der Katastrophe zunächst zu flüchten versucht und sind auch von den schnell eindringenden Schlammassen fortgetragen worden.

Eine Erklärung für das Unglück ist vorerst nicht möglich. Der Braunkohlenbergbau baut in Löderburg unter Sand und Kies ab. Ein Einbruch wie der jetzt erlebte ist in diesem Umfange in der Geschichte der Staßfurter Bergbaues kaum jemals vorgekommen. Der letzte Durchbruch liegt 42 Jahre zurück. Ob die Gewitterregen der letzten Tage bei der Entstehung des Schlammeinbruches mitge­wirkt haben, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen.

Sportpalastkundgebung der Deutschen Glaubensbewegung.

Berlin, 26. April. (DNBJ Die Deutsche Glaubensbewegung, Landgemeinde Berlin, veranstaltete im Berliner Sportpalast eine Massenkundgebung, auf der die Leiter der Bewegung, Wilhelm Hauer und Graf Re- v e n t l o w , über ihre Ziele sprachen. Der große Raum war bis auf den letzten Platz besetzt und mußte polizeilich geschlossen werden. Haupt- organisationsleiter Heßberg gab bekannt, daß zum Zeichen treuer und tiefer Verbundenheit an ben Stellvertreter des Führers ein Tele­gramm gesandt worden sei, in dem die Deutsche Glau­bensbewegung ihre herzlichsten Grüße zu seinem Geburtstag entbiete und ihm danke für seinen Er­laß über die Gewissens- und Glaubensfreiheit in religiösen Dingen.

Der Leiter der Landgemeinde Groß-Berlin, Dr. Fritz G e r i ck e, erklärte, der Boden, auf dem der deutsche Glaube wachse, sei das Land der- t e r, das Blut der Ahnen und die ewig« schaffende Gottesmacht, die uns in Blut und Boden offenbar werde. Das Symbol des deutschen Glaubens, dessen neuaufstrahlende Sonne alle offenen und heimlichen Mächte der Finsternis überwindet, sei für die Deutsche Glaubensbewegung zugleich das Sinnbild ihres Bekenntnisses zur na­tionalsozialistischen Weltanschauung und zum Drit­ten Reich Adolf Hitlers.

Rach dem gemeinsamen Gesang des Liedes Heilig Vaterland" sprach der stellvertretende Leiter der Deutschen Glaubensbewegung, Graf E r n st R e o e n t l o w, über ihren Werdegang. Wenn die Deutsche Glaubensbewegung die religiöse Freiheit für die deutschen Nichtchristen verlange, so tue sie das in dem Bewußtsein, daß sie ein Bund von religiösen Bekennern sei und nicht von Materialisten und Atheisten. Die Träger der Glau­bensbewegung empfänden es als eine Pflicht ihres deutschen Gewissens, als den Ruf einer göttlichen Stimme, alles zu tun, den suchenden Seelen die Freiheit zu verschaffen. Die Glaubensbewegung

wolle eine religiöse Heimat bauen, die nur dann eine wirkliche Heimat sein könne, wenn sie die su­chenden Seelen zurückführe in die gefühlsmäßige Erkenntnis des eigenen deutschen Wesens.

Professor Wilhelm Hauer bezeichnete die Deutsche Glaubensbewegung als einen Teil der schöpferischen Gesamtbewegung des deutschen Volkes, die ihren politischen Ausdruck im Dritten Reich gefunden habe. Dieser Gesamtaufbruch leite eine Jahrtausendwende ein. In einigen formulierten Sätzen gab dann Hauer den Wesensinhalt des deutschen Glaubens wieder: religiöse Selbständigkeit und Gottunmittelbarkeit des Menschen gegenüber allem religiösen Mittler­tum, Gottinnesem in der Welt und in allem Wirk­lichen, Gottgegenwärtigkeit in der Geschichte auch des deutschen Volkes, dem Gott eine große Aufgabe gegeben habe. Darum sei dieser Raum und diese Geschichte heilig. Alles Geschehen sei aber von einer ewigen Wirklichkeit umspannt, aus der wir nie fallen können und die uns nie verläßt. Deut­scher Glaube sei begründet in deut­schem Blut, d. h. in seinem innersten Wesen, so wie z. B. deutsches Recht im deutschen Wesen begründet sei. Zum Schluß stellte Hauer eine Reihe von Forderungen auf, darunter vor allem die deutsche Gemeinschaftsschule, während die konfessionelle Lehre demjenigen, der sie lehren müsse, außerhalb der staatlichen Einrichtungen frei sei. Auch auf den Universitäten könne nur deut­sches Wesen bestimmend sein. Der Redner schloß mit dem Bekentnis zu der noch lebenden deutschen Artkraft, aus der einmal eine religiös b e - gründete deutsche Volksgemeinschaft organisch erwachsen werde, ohne daß auf irgend­jemand ein Gewissens- oder Glaubenszwang aus- geübt werde. Die Kundgebung fand mit einem Siegheil auf das Dritte Reich und seinen Führer und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst- Wessel-Liedes ihr Ende.

Handwerksführer z. B. bon öffentlichen Aufträgen auszuschließen. Er wünsche woyl eine mäßige Zu­rückhaltung, aber diese Zurückhaltung dürfe nie­mals einem Selbstmord gleichkommen. Bei der Entschädigung für die Amtsführung müsse der Umstand berücksichtigt werden, ob ein Handwerksmeister viel oder wenig besitze. Von dem, der genug habe um leben zu können, könne auch einmal eine Arbeit ohne Entschädigung verlangt werden: wer wenig besitze, könne auf einen Teil der Entschädigung verzichten, wer sich aber selbst nur mühsam erhalten könne und seine ganze Kraft trotzdem für das Handwerk einzusetzen gewillt sei, der dürfe dadurch keinen Schaden erleiden.

Dann sprach der Generalsekretär Dr. Schüler über Fragen der Arbeitsbeschaffung, Dr. Hotz über Probleme der Organisation und der Neuord­nung des Prüfungswesens, Dr. Spitz über die Aufgaben der Reichsgruppe Handwerk, die Auf­gaben der Reichsinnungsmeister und die Aufgaben der Beiräte, Pg. Kolbenschlag über die Rege­lung der Preisgestaltung im Handwerk, Dr. Bre tz- l e r über die Zusammenarbeit mit der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes.

Die Vorbereitungen zum Reichs-Sandwerkettag.

Am Nachmittag sprach Reichshandwerksmeister W. G. S ch m i d t vor 500 Kreishandwerks- meistern und Obermeistern der Gaugebiete Hessen-Nassau und Kurhessen über die Vorbereitun­gen des R e i ch s h a n d w e r k e r t a g e s. Im Glauben an fein heimatliches Handwerk und im Vertrauen darauf, daß durch feine aktive Kraft der Reichshandwerkertag garantiert fei, habe er froh und gern Frankfurt a. M. für die große Kund­gebung des Handwerks gewählt. Der Reichshand­werkertag werde abgehalten, um der Welt zu zeigen, daß der aktive Lebenswille des Handwerks mehr fei als dies schlechthin angenommen werde. Mit Stolz dürfe er bekennen, daß er, wohin er auch blicke, das beste Handwerk in der Welt führe. Auch der kleinste deutsche Handwerker habe noch

immer einen großen Vorsprung vor feinen Be­rufskollegen in den anderen Ländern. Das Hand­werk werde nur durch Selbsterziehung sich den Platz an der Sonne zurückerobern. Von Idealis­mus beseelt und von Fanatismus beherrscht müsse es die Liebe zum Führer und die Liebe $um Vater­land tagtäglich unter Beweis stellen. Wir kommen, so rief er aus, nicht hierher, um mehr zu fein als die anderen, wohl aber, um zu zeigen, daß wir da sind als treue, biedere, fleißige Handwerker, und daß wir einen Anspruch darauf haben, von den übrigen Volksgenossen geachtet zu werden.

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Abends fand im Hippodrom eine große Kund­gebung des Frankfurter Handwerks statt, die als Auftakt zum Reichshandwerkertag ge­dacht war. Die Jnnungsmitglieder hatten sich mit ihren Gefolgschaften innerhalb des Stadtteils Sach­senhausen versammelt, so daß der Einmarsch in ge­schlossenen Reihen vor sich gehen konnte. Die Spitzen der Partei, der Deutschen Arbeitsfront und des Reichsstandes des Deutschen Handwerks waren vertreten. Nach längeren Ausführungen des Reichs- Handwerksmeisters sprach der Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Becker und als letz­ter Redner des Abends Dr. Schüler, General­sekretär des Reichsstandes des Deutschen Hand­werks. Einsatzbereit stehe heute die Organisation des Handwerks da, und es liege nur am Hand­werk selbst, daß diese Organisation nicht zwecklos werde. Führerfrage und Leistungsfrage bedürfen einer aufmerksamen Behandlung. Dank der Maß­nahmen der aktiven Konjunkturpolitik werde es dem Handwerk in Zukunft nicht mehr an Arbeit fehlen, aber diesen Maßnahmen habe sich das Handwerk auch unterzuordnen, selbst wenn im Ein­zelfall der eine oder der andere, vielleicht sogar ein ganzer Erwerbszweig einmal nicht oder nicht ge­nügend sich berücksichtigt fühle. Das Handwerk war in der Vergangenheit, das Handwerk ist in der Gegenwart und das Handwerk wird auch in der Zukunft sein. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer, das Vaterland und das Handwerk und das Horst-Wefsel-Lied beendeten die Kundgebung.

Kunst und Wissenschaft.

Geheimrat Lexer Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie für 1936.

Auf der 59. Tagung der deutschen Ge­sellschaft für Chirurgie wurde der neue Vorsitzende der Gesellschaft für das Jahr 1936 ge­wählt. Entgegen dem bisherigen Brauch hat der Vorstand Geheimrat Prof. Dr. Lexer- Müncken vorgefchlagen, der bereits einmal den Vorsitz Des Kongresses geführt hat. Er wurde mit 359 von 460 Stimmen gewählt. Die Wahl fiel auf ihn, weil der nächstjährige Kongreß, der 60., in einem besonders großen Rahmen durchgeführt werden soll. Der Kongreß wählte Geheimrat Fritz K ö - n i g - Würzburg zum Ehrenmitglied der Gesell­schaft. Prof. König ist ein Schüler von Ernst von Bergmann.

Der Führer hat an die Gesellschaft folgendes Telegramm gerichtet:Der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie spreche ich für die Grüße von ihrer diesjährigen Tagung meinen herzlichen Dank aus. Ich verbinde mit ihm meine Wünsche für erfolg­reiche Weiterarbeit. gez. Adolf Hitler!

Der Freitagvormittag war mehreren Fachvor­trägen gewidmet. So erörterte u. a. Geheimrat Sauerbruch (Berlin) grundsätzliche Fragen der Hirn-Chirurgie. Die Hirn-Chirurgie hatte in den vergangenen Jahren ganz besonders Fortschritte gemacht, unterstützt durch die moderne neurologische Hirndiagnostik, die die Erkennung und Lokalisie­

rung besonders der Hirngeschwülste in stets stei­gendem Hundertsatz ermögliche.

Großer Erfolg der Uraufführung des Films Das Mädchen Johanna".

Der Ufa-Palast am Zoo in Berlin hatte wieder einen großen Tag. Trotz strömenden Regens harr­ten Hunderte aus, um der Anfahrt der Ehrengäste zu der Uraufführung des neuen Ufa-Filmes D a s Mädchen Joyanna" beizuwohnen. Unter den Ehrengästen sah man u. a. den Schirm­herrn des deutschen Films, Reichsminifter Dr. Goebbels, Staatssekretär Funk, den stell­vertretenden Gauleiter G ö r l i tz e r , Reichsfilm­dramaturg Krause, den Präsidenten der Reichs­filmkammer Dr. Scheuermann, Oberbürger­meister Dr. S a h m, zahlreiche hohe Beamte des Reiches neben leitenden Persönlichkeiten der Ufa, viele Vertreter der Diplomatie und außerordentlich viele Teilnehmer am Internationalen Filmkongreß. Nach der vom Ufa-Symphonieorchester gespielten C-Moll-Symphonie von Brahms rollte die Ge­schichte vomMädchen Johanna", das Frankreich zu einem Volk zusammenschweißte, vor den Augen der ergriffen folgenden Anwesenden ab. Stürmi­scher und andauernder Beifall am Schluß, auf den hin sich die Hauptdarsteller, unter ihnen Angela Salloker und Heinrich George, der Spiel­leiter Ucicky und der Filmdichter Gerhard Men­zel, immer wieder zeigen mußten.

Feierliche Verpflichtung der Reichs -Innungsmeister.

Große Handwerkertagung in Frankfurt a. Main.

Frankfurt a. M., 26. April. (LPD.) Der alt­ehrwürdige Bürgersaal des Frankfurter Rathauses war Freitag vormittag die Stätte eines für das deutsche Handwerk bedeutungsvollen Aktes. Die auf Grund der vierten Verordnung der Reichsregierung über die Organisation des deutschen Handwerks er­nannten Reichsinnungsmeister wurden in feierlicher Weise verpflichtet. In dem mit Hakenkreuzfahnen und Grün geschmückten Saal hatten Meister, Gesellen und Lehrlinge in ihrer Berufstracht und mit den Jnnungsfahnen Aufstel­lung genommen. Vor der Rednerestrade war die JnnungsloÄe niedergestellt.

Reichshandwerksmeister Schmidt eröffnete die feierliche Handlung mit Begrüßungsworten für den als Gast anwesenden Gauleiter und Reichsstatthal­ter Sprenger. Nach einem Musikstück erfolgte die Verpflichtung bei brennenden Kerzen und geöffneter Jnnungslade. Die Reichsinnungsmeister gelobten dann, ihres Amtes allzeit tatkräftig, treu und gerecht zu walten zu jeder Zeit in kamerad­schaftlicher Verbundenheit Förderer, Berater und Hx^fer ihrer Berufskameraden zu fein, alles für den Aufstieg und Fortschritt des von ihnen geführten Handwerks daraw zu setzen, bei allen ihren Maß­nahmen aus tiefer, innerer Verantwortung, aus wahrer nationalsozialistischer Verbundenheit heraus auch das Wohl aller Gefolgschaftsmitglieder ihres Handwerks stets zu wahren und in treuer Zusam­menarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront zu för­dern, an der Schaffung einer echten Gemeinschaft in ihrem Beruf mit Wort und Tat mitzuarbeiten, als Richtschnur ihres Handelns nur das Gemein­wohl und die unerschütterliche Treue zum Führer, stetiger Gehorsam gegenüber dem von ihm bestell­ten Führer des Handwerks- und seinen Bevoll­mächtigten gelten zu lassen. .

Nach der Verpflichtung wünschte der Reichshand­werksmeister den Reichsinnungsmeistern Glück und Segen für ihr schweres Amt, das sie zum Leiter der wirtschaftlichen Geschicke von vielen Tausenden ihrer Berufskameraden mache. Von ihrem Wirken hange nicht nur das wirtschaftliche Wohl der in ihrer Organisation vereinten Meister, sondern auch der Handwerksgesellen und Lehrlinge ab.Ver-

gessen Sie nie", so fuhr der Reichshandwerksmeister fort,daß auch Ihre Arbeit als Leiter einer Wirt­schaftsorganisation in den Dien ft unseres Staates gestellt ist und nur in diesem Dienst ihre Berechtigung findet. Helfen Sie in ständiger Einsatzbereitschaft mit, den hehren Gedan­ken des deutschen Sozialismus zu verwirklichen, helfen Sie mit zu schaffen ein gesundes, ehrbares Handwerk in einem freien, deut­schen Vaterlande." Als dienendes Glied, in Treue und Liebe zu unserm Führer werde das deutsche Handwerk helfen, das Vaterland aufzubauen. Der Reichshandwerksmeister gedachte dann, während sich die Reichsinnungsmeister und die Gäste von ihren Plätzen erhoben, der Toten des Welt­krieges und der Bewegung, in deren Sinne und in deren Geist ans Werk gegangen werden solle für eine bessere Zukunft unseres Va­terlandes. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Gefang des Deutschlandliedes und des Horft-Wesfel-Liedes schloß der feierliche Akt der Verpflichtung der Reichsinnungsmeister.

Dann stattete der Reichshandwerksmeister den bisherigen Fachschaftsführern feinen Dank für ihre Tätigkeit ab und teilte mit, daß er ihnen das silberne Abzeichen des Hand­werks auf Lebenszeit verliehen habe. Die Jnnungslade wurde wieder geschlossen, die Lichter wurden gelöscht und ein Musikstück leitete über zu einer Arbeitstagung der Reichsinnungs- meifter. Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt gab einen Ueberblicf über die Organisation des Handwerks. Es fei nicht leicht, innerhalb des Hand­werks die Menschen- und Wirtschaftsführung so ab­zugrenzen, daß Meinungsverschiedenheiten nicht ent­stehen. Aber jede Aufgabe könne erfüllt werden, wenn an sie in kameradschaftlicher Weise herangegangen werde. Die Reichsinnungsmeister bat er, auf eine Verjüngung d e s Führer­korps bedacht zu fein, damit es jederzeit schlag­artig für die Aufbauarbeit des Führers eingesetzt werden könne. Aber eines müsse er dabei beson­ders betonen: kein Handwerksmeister, der ein Amt übernehme, könne und dürfe dabei seine Exi­stenz aufs Spiel setzen. Es sei völlig falsch, die

Aus aller Well.

Sandstürme in Rordchina.

In Nordchina richteten schwere Sandstürme gro­ßen Schaden an. Der Zug- und Flugver­kehr wurde völlig lahmgelegt. Die Flug­halle derEurasia"-Gesellschaft in Peking wurde abgedeckt. .Die Telephonverbindungen sind weithin unterbrochen, ba über 1300 Telephonma- ften vom Sturm umgelegt wurden. Auch sind mehrere Tote zu beklagen. Den Sand­stürmen folgte ein ungeheurer Temperatur­en r z. Während bis zum Donnerstag die Hitze an- ftieg und zuletzt 35 Grad Celsius erreicht hat, fiel das Thermometer plötzlich am Freitag auf 0 Grad. An der Grenze non Dschehol ist Schneefall ein­getreten.

Verheerende Gasexplosion in St. Louis. Elf amerikanische Arbeiter schwer verletzt.

Im Geschäftszentrum von St. Louis (USA.) er­eigneten sich im Kanalisationsnetz zwei schwere Explosionen, die auf Gasansammlungen zu­rückzuführen sind. Durch die Gewalt der Explo­sion wurden die Kanalisationsdeckel hoch in die Luft geschleudert und die Fensterscheiben ganzer Häuser­reihen zertrümmert. Weite Straßenstrecken wurden aufgerissen. Bisher konnten 11 Arbeiter, teilweise schwer verbrannt, geborgen und ins Kran­kenhaus geschafft werden. In dem rauchgefüllten Kanalisationsnetz ist noch eine große Zahl von Ar­beitern eingeschlossen. Die Feuerwehr arbei­tet fieberhaft und unternimmt Rettungsversuche mit Gasmasken und das Gas neutralisierenden Zer­stäubern. Für die Eingeschlossenen befürchtet man das schlimmste.

Blutiges Familiendrama in Kassel.

In Kassel spielte sich in einer der vergangenen Nächte ein blutiges Familiendrama ab. Ein in der Gudensbergstraße wohnender Mann ermordete seine Ehefrau und verübte alsdann Selbstmord. Der Frau war mit einem Rasier­messer die Luftröhre und die linke Halsschlagader durchtrennt, nachdem sie vorher durch mehrere Schläge auf die linke Stirnseite - betäubt worden war. Der Täter hatte sich danach in dem Wohn­zimmer mit dem Rasiermesser die linke Schlagader im Handgelenk durchschnitten. Nachdem er einen erheblichen Blutverlust erlitten hatte, hat er sich aus der Wohnstube in die Küche geschleppt und ist dort zusammengebrochen. Als man ihn auffand, war er

bereits verblutet. Fünf unmündige Kinder wurden verlassen in der Wohnung aufgefunden. Zwischen den Eheleuten herrschte dauernd Streit, wobei der Mann wohl als der schuldige Teil gelten dürfte. Zu ihrem Schutze sollten sich Frau und Kinder von dem Manne trennen und zu dem Vater der Frau ziehen. Trotz aller Warnungen ist jedoch die Frau bei dem Mann geblieben.

Graf Zeppelin" in pernambuco.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" hat am Freitagmorgen auf der Rückreise von Rio de Ja­neiro um 8.15 Uhr MEZ. Pernambuco er­reicht. Die Landung erfolgte nach Hellwerden.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt.

Das über England liegende Hochdruckgebiet ent­wickelt zur Zeit einen stärkeren Ausläufer nach dem Kontinent hin. Unter seinem Einfluß kann zunächst mit erheblicher Witterungsbesserung gerechnet wer­den.

Aussicht en für Sonntag: Vielfach auf- geheitert, tagsüber wieder wärmer, nachts noch recht frisch, vorübergehend Östliche Winde.

Aussichten für Montag: Wieder mehr wechselnd bewölktes Wetter mit leichter Schauer­neigung.

Lufttemperaturen am 26. April: mittags 10,2 Grad Celsius, abends 9,6 Grad: am 27. April: morgens 9,4 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum 8,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. April: abends 10,2 Grad; am 27. April: morgens 9,7 Grad Celsius. Niederschläge 7,2 mm.

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11 229. Druck jinb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Slemdruckerei

R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Ps. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

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