Mittwoch, 27. Marz M5
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 73 Zweites Matt
Aus -em Reiche -er Krau
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MO DE ZEICHNERS
3 JACKENKLEIDS
nung für
Zeitgemäßes Waschen
ZnihWrOauSputz ohne Aerger
Unbekannte Tricks für den Haushalt.
bekanntlich nicht gekocht werden, daher selbstverständlich auch nicht Mischgewebe, wenn sie Wolle
Unsere drei Zeichnungen heute zeigen die drei verschiedenen Formen des diesjährigen Jackenkleides, erstens das klassische Schneiderkleid, zweitens die neue kurze und weite und drittens die lange, glockige Zackenform.
Das Modell rechts zeigt in sehr schlichter, strenger Linienführung ein Schneiderkleid aus silber- grauem Kammgarn, dessen Jacke auf nur einen Knopf zu schließen ist und eingeschnittene Taschen hat. Der Rock ist l e i ch t g l o cki g in vier Bahnen geschnitten. Die Bluse in Weftenform, wie das Jackenfutter sind marineblauer Taft. Der Hut ist leichter, blauer Haarfilz, die Handschuhe sind blaues Wildleder. ..
Das Modell in der Mitte hat in resedagrunem Kasha die neue kurze und sehr weite Raglan
tisch helfen können.
In jeder Hausgemeinschaft werden sich die Frauen ermitteln lassen, die besondere Eignung für einen S ch u l u n g s k u r s u s im Luftschutz mit- bringen. Sie dürfen nicht zögern, sich die nötigen Kenntnisse — Art, Beschaffenheit und Wirkung von Gasen, Anwendung von Luftschutzmasken, erste Hilfe bei Vergiftungen und Verbrennungen, Löschgeräte usw. — anzueignen. Auch die Luftschutzorganisationen dürfen nicht zögern, die Frauen als wichtige und helfende Glieder in ihre Arbeit einzubeziehen. Im Ernstfälle werden alle Kräfte gebraucht. 8.-H.
Herde, Bügelbretter leider nicht mit, sondern bleiben in ihrer Höhe. Folglich muß man alle Dinge, Mit denen man arbeiten will, einen halben Meter tiefer aufbauen, — will man aber am Tisch arbeiten, so muß man die Arme schon vom Schultergürtel an heben, um hinaufzureichen — und das ist die ermüdendste Haltung, die es überhaupt gibt. Unter solchen Umständen lohnt sich das Sitzen freilich in den meisten Fällen nicht.
All diese Mißstände fallen weg, wenn man einen einfachen hohen Schemel in der Küche hat. Jeder Tischler kann ihn leicht nach Angabe der Hausfrau unfertigen. Der Schemel muß so hoch sein daß die Hausfrau fast tn Stehhohe bleibt: Der' Boden wird mit ganzer Sohle berührt, aber die Beine sind fast gestreckt — es ist also kein richtiges Sitzen, sondern mehr ein Entlasten des Körpers durch den Schemel. Aus dieser Stellung kann man bequem an jedem Tisch arbeiten, die Arme brauchen nicht gehoben zu werden, und die Reichweite ist die gleiche wie beim Stehen. Sehr wichtig ist solch ein Schemel für das Bügeln. Bügeln bei tiefem Sitzen ermüdet immer, beim Stehen werden die Füße sehr angestrengt, was bei Krampfadern und Plattfüßen oft unerträglich werden kann. Vom hohen Schemel aus kann man aber mit der gleichen Kraft und Reichweite bügeln wie beim Stehen und hat doch die Beine entlastet. Auch bleibt die Uebersicht über die Küche gewahrt.
Wie groß die A r b e i t s e r l e i ch t e r u n g und die Kraftersparnis durch diese einfache Hilfe ist muß jede Hausfrau selber ausprobieren. Vielleicht regt sie dies kleine Beispiel an, sich auch in anderen Dingen die Arbeit zu vereinfachen und zu erleichtern.
Wenn die Frühlingssonne scheint, dann merkt die Hausfrau auf einmal, daß sich im Lauf des Winters doch allerlei Schöben im Haushalt eingestellt haben die unbedingt beseitigt werden müssen. Und so faßt sie in jedem Frühjahr von Neuem den Entschluß, jetzt wird wieder einmal ganz gründlich alles neu O^Man^kann sich diesen Frühjahrshauspuk durch allerlei kleine Hilfsmittel erleichtern, und auch die erfahrenste Hausfrau lernt nie aus. Man beginnt zunächst mit dem Fensterputzen! Leider ist das Fensterleder nicht weich und schmieg am, sondern hart wie ein Brett. Man weicht deshalb das Leder eine Viertelstunde in lauwarmem Wasser ein, dem man einen kräftigen Schuß Salmiak bei- gesetzt hat. Fensterleder, die auf diese Art behandelt werden, bleiben immer weich. In das Waschwasser für die Fensterscheiben gibt man einen Schuß Spiritus — und schon werden die Scheiben kristallklar, besonders dann, wenn man sie mit zerknittertem Zeitungspapier abpoliert!
Die Ledersessel im Herrenzimmer haben im Lauf der winterlichen Abendgesellschaften em paar Fettflecke bekommen. Sie gehen schwer heraus und sehen doch so häßlich aus. Am besten ist es wenn man es mit einer Hirschhorn-Losung versucht Man nimmt auf 100 Gramm Wasser 10 Gramm Hirschhornsalz und reibt dies auf die Fettflecke, so lange bis sich ein Schaum bildet. Diesen reibt man mit einem weichen, sauberen Tuch ab und poliert dann nach. Manchmal muß man dieses Verfahren etn paarmal wiederholen. Ledermöbel poliert man dann mit farblosem Bohnerwachs nach, denn alles Leder braucht Fett, damit es nicht bricht! Helle Ledersachen, wie Handtaschen usw. säubert man am besten mit farbloser Schuhcreme, auch Krokodilledertaschen und Koffer behandelt man damit, sie bekommen dann nicht die gefürchteten Regenflecke.
Wie leicht geschieht es, daß auf Samt- und Plüschmöbel ein Fleck kommt! Hier darf man nicht mit Wasser und Seife arbeiten, dann werden die Plüschhaare hart und borstig. Ein gutes Hausmittel, das sich noch immer bewahrt hat, ist die Zwiebel! Man reibt auf Samtmöbel mit einer frisch durchgeschnittenen Zwiebel gegen den Strich.
Sorgenkinder der Hausfrauen sind immer die Fußböden, ganz gleich, ob es sich um gestrichene oder Parkettböden handelt. Zum Reinigen von Parkettböden nimmt man am besten Terpentin-Ersatz, kein reines Terpentin! Mit Putzwolle, die immer erneuert werden muß, wischt man den Parkettboden Stück für Stück auf, er wird dann immer wie neu! Gestrichene und lackierte Fußböden darf man nicht mit Seifenbrühe behandeln, sie werden sonst stumpf und grau. Viele Hausfrauen wissen noch nicht, daß man den Kaffeesatz, den man sonst achtlos fortwirft, hier noch einmal gut gebrauchen kann. Ein wenig angefeuchteter Kaffeesatz wird auf dem Fußboden verteilt tüchtig verrieben und dann zusammengekehrt. Man staunt, was der Boden für einen schonen tiefen Glanz erhält!
„Da fliegt die erste Motte!" Das ist ein Alarmruf für die Hausfrau. Mit Mottenkugeln und der Flitspritze wird hier vorgegangen. Besonders die Nähte der Plüschmöbel müssen beachtet werden. Zeitungspapier ist ein gutes Mittel gegen Motten, wenn man zwischen die Wintergarde - r o b e sorgfältig Bogen von Zeitungspapier legt, so wird man den Kampf gegen die Motten schon aufnehmen können.
Die Badewanne braucht auch einmal eine Verjüngungskur im Frühjahr. Emaillewannen scheuert man mit einer Seifenbrühe, der man Salmiak zugesetzt hat, jedes Kratzen mit einer scharfen Bürste muß man vermeiden, damit die Emaille nicht abspringt. Nachspülen mit einer schwachen Salmiaklösung und dann nochmals mit klarem Wasser. Zink- wannen reinigt man mit einem Gemisch von grüner Seife, Putzsand und Soda. Hier ist es wichtig, daß das Wasser beinahe kochend heiß ist! B. L.
Aus das Anrichten kommt es an!
Wie verwendet man Reste?
Es ist nun einmal eine feststehende Tatsache^ Wein schmeckt nicht aus einer Kaffeetasse, und dec schönste Mokka, auch wenn er noch so gut duftet, ist ungenießbar, wenn man ihn in einem Suppenteller servieren würde.
Woher kommt denn das? Schließlich bleibt doch Wein Wein und Mokka Mokka? — Ja, gewiß: aber es schmeckt uns nicht! Und wenn es nicht schmeckt, dann kann man es auch nicht verdauen. Das ist eine ärztlich festgestellte Tatsache. Wenn einem beim Anblick der Speisen nicht das Wasser im Munde zusammenläuft (im wahrsten Sinne des Wortes), bann werden die Speisen nicht ordentlich gekaut — und sie bekommen nicht!
Aus das Anrichten kommt es also an! Der Mensch ist eben von gewissen Äußerlichkeiten abhängig, die nicht übersehen werden dürfen. Die Hausfrau, die das Essen lieblos auf den Tisch stellt, kann sich nicht wundern, wenn es nicht anschlägt. Auch der Arzt legt ja besonderen Wert daraus, daß die Krankenkost appetitanregend angerichtet wird. Und oft hat es die Mutter erlebt, daß das Kind erst dann die Speise gern genommen hat, wenn man sie in einer hübschen Form auf den Tisch brachte.
Mit der Form aber muß man vorsichtig feim Die Zeit der Schaugerichte ist vorüber, und wir wollen nicht ins Mittelalter zurückfallen. Es gab nämlich einmal eine Zeit, da mußte jede Speise so angerichtet werden, daß man ihre Grundelemente gar nicht mehr erkennen konnte. Im Mittelalter überzog man z. B. Rehbraten mit Goldbronze, man servierte einen Fisch als Segelboot aufgetakelt, und die Süßspeise kam in Form eines Blumenkorbes auf den Tisch. Vor lauter bunter Gelatine wußte man gar nicht mehr, was man aß. Die „neunziger Jahre" des vorigen Jahrhunderts waren groß in diesen Geschmacksverirrungen.
Heute ist man sachlicher geworden. Und doch gibt man sich heute besondere Mühe, alles hübsch anzurichten. Kleine Hilfen braucht die Hausfrau dazu: Petersilie, Tomatenscheiben, Gurken, harte Eier, Radieschen usw. Lauter farbenfrohe schöne Dinge, die den Appetit anreizen, und die vor allen Dingen auch alle verschieden schmecken. Eine Schüssel nut kaltem Fleisch, die mit leuchtend roten Tomaten- scheiben umlegt ist, läßt vergessen, daß es sich eigentlich nur um Reste handelt. Uebnggebliebene Wurstscheiben legt man am nächsten Tag nicht lieblos auf den Teller, sondern man richtet sie mit
3um Nachtisch.
Vanillecreme mit Ae pfeln. Man kocht eine gute Danillecreme, indem man ‘/s Liter Milch mit einer Stange Vanille eine Weile kochen läßt, dann gibt man den nötigen Zucker daran, sttzt Eßlöffel Mehl zu und gibt ein mit etwas Milch verquirltes Ei darunter, sobald man die Masse vom Feuer genommen hat. Man läßt den Creme etwas abkühlen und gibt ihn dann über drei in Scheiben geschnittene Aepfel, die man in eine Glasschale gelegt hatte. Der Creme muß recht kalt sem, ehe man ihn zu Tisch gibt. Man reicht Keks ober Makronen dazu.,
Obsteierkuchen. Im Sommer nimmt man hierzu frisches Obst, im Winter kann man sehr gut Backobst verwenden, das man am Tage vorher eingeweicht hat und dann in kleinere Stucke schneidet. Auch frische, in kleine Würfel geschnittene Aepfel ober eingemachte Kirschen unb dgl. sind gut zu verwenden. Man rührt einen einfachen Eierkuchen- teig aus Mehl, etwas Wasser und Eiern; er muß dickflüssig sein. Man mischt bann das Obst darunter und gibt den Teig in die Bratpfanne, in der man reichlich Fett erhitzt. Am besten benutzt man die sogenannten Ballbäuschenformen, da sich die kleinen Kuchen besser wenden lassen. Die Kuchen werden mit Zucker bestreut recht heiß zu Tisch gegeben.
Vom Sitzen bei der Arbeit
Man glaubt kaum, wie viele Hausfrauen heute noch ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich bet der Küchen- und Hausarbeit htn- setzen. Auch die Hausgehilfen wagen nicht, sich hinzusetzen, — denn „nur die Faulen sitzen", und wer möchte hierzu gerechnet werden! Wenn wir von den wirklich „Faulen" absehen, so konnte ebensogut das Gegenteil behauptet und bewiesen werden, daß nämlich gerade die Fleißigen bei der Arbeit sitzen, und bestimmt — die. Klugen! Wem wirklich daran liegt, viel zu arbeiten, der wird mit seinen Kräften weise haushalten, er wird sie nicht unnütz vergeuden, sondern da einsetzen, wo sie nötig sind. Dazu gehört auch, daß dem Körper die Arbeit so viel wie möglich erleichtert wird, um ihn nicht vorzeitig zu ermüden. Hat man z. B. eine Arbeit vor, die nur die Hände beschäftigt, wozu dann den ganzen Körper anstrengen durch Stehen und unzweckmäßige Haltung? Also: man entlaste wenigstens seine Beine und setze sich!
Nun kommen viele Einwendungen: eine Hausfrau kann sich nicht immer setzen, denn sie muß ihre Augen überall haben, sie muß schnell hierhin und dorthin laufen können — da lohnt sich das Setzen einfach nicht. Die Einwände sind richtig, und folglich muß es wohl mit an der Art der Stuhle liegen, daß das Stehen dem Sitzen vorgezogen wird.
Die meisten Stühle sind zu niedrig und zu bequem. Ein Arbeitsstuhl ist ja nicht zum Ausruhen da, sondern eigentlich mehr zur Entlastung des Körpers, der Beine. Man fetzt sich auf einen niedrigen Stuhl — und sieht plötzlich feine Küche aus einer Art Froschperspektive, die einem den notigen Ueberblid raubt. Außerdem setzen sich die Tifche,
j a ck e , an deren Aufschläge die großen Taschen angeschnitten sind. Diese Linienführung Aufschläge — Taschen wiederholt sich in der Schnittform des Rockes, zu dem ein breiter, ebenfalls grüner Nappaledergürtel gehört. Die Bluse ist aus elfenbeinfarbigem M a 11 k r e p p mit kleinem Jabot, der Hut aus grünem Exotenstroh mit Bandemfah und Garnitur. . , v
Bei dem links im Bilde gezeigten Modell aus beigefarbener, nicht zu weicher Wolle ist die lange, glockige und engtalli erte 3a le ganz auf braune, beigefarierte Seide gefuttert, die sowohl als Blusenmaterial als auch als Auf- schlaqbesatz sichtbar wird. Der Rock ist aus zwei Teilen geschnitten und ist seitlich nicht geschlitzt. Der große H u t ist aus dunkelbraunem, glanzendem Stroh.
enthalten. Übertriebene Ansprüche an „Naßfertig- feit" wird man billigerweise auch an die neuen Kunstfaserstoffe nicht stellen, wenn man bedenkt, daß ja auch ter brave alte Wollmantel von einem mehrstündigen Platzregen nicht besser wird.
Die Waschfrage ist für die z e i t g e m a ß e V e r - forgung mit Textilien von großer Bedeutung. Unserer deutschen Industrie ist es gelungen, Textilien aus neuen Rohstoffen und Mischgeweben auf den Markt zu bringen, die ihrem Aussehen und ihrer Tragbarkeit nach geradezu überraschend sind und die sich als hochwertige Textilprodukte schnell durchsetzen. Wir finden Kunstspinnstoffe vor, die sich dem Aussehen nach den gewohnten Guteerzeugmssen aus Wolle, Baumwolle usw. angleichen, die — wie Wolle — wärmenden Charakter haben und die zudem alle guten Eigenschaften der gütemäßig erprobten Kunstseide haben. Es ist die Pflicht der Verbraucher, den Ruf dieser deutschen Erzeugnisse durch pflegliche Behandlung im Gebrauch zu stützen. Es ist nicht notwendig, daß die Käuferin nur durch Schaden klug wird, und daß sie erst über Enttäuschung, ungerechtfertigter Kaufbeanstandung und verspäteter Belehrung zur Einsicht kommt, wenn sie selbst durch falsche Waschbehandlung die Sachen verdorben hat. Die Hausfrau mag die neuen deutschen Spinnstoffe oft und unbesorgt waschen, aber — richtig waschen
Die Frau im Lustschutz.
In Berlin haben dieser Tage große Luft- schutzübungen stattgefunden, die dank der vorangegangenen aufklärenden und belehrenden Arbeit der Behörden und des Reichsluftschutzes mit bestem Erfolg durchgeführt wurden. Nicht nur die eigentlichen Organe des Luftschutzes haben sich dabei aufs beste bewährt, auch die Selbsthilfe der Bevölkerung, ihr Einfügen in die planmäßig vorgenommenen Sicherheitsübungen hat aufs beste geklappt.
Da nun beabsichtigt ist, nach und nach in den verschiedensten Gegenden Deutschlands, in größeren und kleineren Städten solche Luftschutzübungen vorzunehmen, wird auch für den weiblichen Teil der Bevölkerung die Frage immer wichtiger: wie kann ich mich darin betätigen, welche Aufgaben stellt diese Verteidigungsmaßnahme mir?
Ein Luftschutz kann in Rücksicht auf die Bedeutung, die der Luftwaffe im Ernstfall zukommt, nur dann wirksam sein, wenn in jedem Haus sachkundige Einwohner sich in den DienW der Sicherung und der Hilfe zu stellen in der Lage sind, die bet einem ernsthaften Luftangriff nötig wird. Daß dabei den Frauen eine wesentliche Rolle zukommt, wird begreiflich, wenn wir daran denken, daß die Mehrzahl der Hausbewohner sich aus Frauen und Kindern zusammensetzt, und daß Luftangriffe sehr häufig zu einer Zeit erfolgen, in der die männlichen Hausbewohner — sofern sie nicht überhaupt in der Kampffront stehen — nicht.zu Hause sind. Der passive Luftschutz wird also gar nicht anders können, als in immer stärkerem Maße sich der Mithilfe der Frauen zu versichern. An den Frauen nun ist es, sich dieser Mithilfe nicht zu versagen, sondern sich an diesem Platz einzureihen in den Dienst an der Gesamtheit.
Wo immer die Möglichkeit besteht, sollten Frauen, vor allem auch die Hausfrauen und Mütter, die eine besondere Verantwortung ihren Kindern gegenüber haben," in kurzen Unterweisungskursen, die der Reichsluftschutzbund überall durchführt, sich für ihre Aufgaben im passiven Luftschutz schulen lassen. Ist es in erster Linie Männer- ache — was nicht sagen soll, daß nicht u. U. auch Frauen hier eingreifen müßten — bei Lutfangriffen als „Brandwart e" entstandenes Feuer zu löschen, Schutt wegzuräumen u. ä., so hat die Frau nach ihren Kräften für alle nur möglichen Hilfen in dem vom Angriff bedrohten Hause zu sorgen. Sie muß versuchen, Panik zu verhindern, muß in der Lage sein, als „Sicherheitswart" die Einwohner über Schutzräume im Hause oder in dessen Nähe zu unterrichten, sie muß helfen können, Gasschutzmasken anzulegen, erste Verbände auszuführen u. dgl., kurz, sie muß praktisch zugreifen und sie muß vor allem durch ihre Haltung beispielgebend sein können.
Wer die Schrecken eines Luftangriffs auf Großstädte mit ihren zahlreichen Bewohnern erlebt hat, der weiß, wie ungeheuer wichtig auch das seelische, das charakterliche Verhalten des einzelnen für ein ganzes Haus fein kann, der weiß auch, wieviel gerade von den Frauen abhängt, die in solch kritischen Augenblicken und Stunden die Ruhe bewahren und noch andere stützen und ihnen prak-
V. A. Nicht reiben, nicht wringen, nicht chloren, das ist das Kennwort, das den modernen Waschtag richtunggebend beeinflußt. Die erfahrene Hausfrau weiß feit langem, daß jede Stoffart eine besondere Waschbehandlung erfordert. Es würde ihr niemals einfallen, wollene Strümpfe in den Kochkessel zu stecken oder eine seidene Bluse mit der Scheuerbürste zu bearbeiten. Kurzum, da sich die Eigenschaften der verschiedenen Stoffarten nicht nach einer einseitigen Gewohnheit der Hausfrau richten können, muß sich die W ° [ ch b - h ° nd lun g nach 6er Stoff art richten. Die richtige Behandlung in der Wafche ist gerade für die gute Bewahrung aller Stoffe aus K u n ft f e I d e wichtig. Die Kunst, feide hat ihrer guten Tragbarkeit sowie ihrer nie - [eiligen modischen Verwendbarkeit wegen gam all- gemein das große Gebrauchsgebiet der Oberkleidung, der Leib- und yauswäfche erobert. Aus Kunstseide ist die Damenwäsche, find die cherrenoberhemdem Tischdecken, Gardinen u. a. m. Kunstseide aßt sich leicht waschen. Es genügt häufig, die Wäschestücke in ein handwarmes Seifenbad einzuweichen, dann auszudrücken und hierauf in handwarmem, klarem Wasser nachzuspülen. Wenn gründlichere Reinigung notwendig ist, können die Gegenstände, z. B. Tischwäsche, bis zu einer Stunde in einem milden Seifenbad gekocht werden. Jede Frau weiß, daß sie kunst- feibene Strümpfe — und jede Frau trägt sie — beim Waschen nicht zerren und reiben, die kunst- seidene Leibwäsche nicht wringen und chloren darf, und daß dadurch all diese hübschen, weich fallenden Stoffgebilde wie neu aus der Wäsche erstehen. Und man kann sich nicht denken, daß die Hausfrauen den fürchterlichen Muskelübungen vergangener „Waschfeste" nachtrauern. Die neuen kunstseidenen Herrenoberhemden müssen in der Wäsche auch wie Kunstseide behandelt werden. Sie sollen daher nicht wie ihre baumwollenen Brüder gewaschen werden, sondern vielmehr wie die seit Jahren mit bestem Erfolg behandelte kunstseidene Damenwäsche. Auch die neuen Mischgewebe lassen sich bequem nach den Vorschriften waschen, die für Seide ober Kunstseibe aelten. Man wirb aber darauf achten müssen, ob Mischgewebe Wolle enthält. Naturwolle darf


