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Mittwoch, 27. Zebruar 1935

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Er. 49 Drittes Blatt

Das Zugendherbergswerk in Oberhessen.

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Tleues Nußbild an der Lahn

Aerztinnen im Altertum.

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Am Montagabend hielt die Ortsgruppe Gießen im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen /DJH) im Singsaal des Realgymnasiums unter Leitung des Ortsgruppenführers Dr. Duseberg ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Die Ver­sammlung hatte einen starken Besuch der national­sozialistischen Jugendverbände, HI., BDM. und Jungvolk, aufzuweisen.

Ortsgruppenführer Or. Duseberg

Oie Heimarbeiter-Entgelte.

Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschafts­gebiet Hessen veröffentlicht folgende Bekanntmachung:

Ich weise auf das Urteil des 4. Strafsenats des Reichsgerichts vom 13. Juli 1934 hin, nach dem sich ein Unternehmer, der sich von Heimarbeitern un­richtige Empfangsbescheinigungen über die Hei-rn- arbeiterentgelte ausstellen läßt und diese Bescheini­gungen zur Vereitlung der Verhängung einer an­gedrohten Buße verwendet, des Betruges schuldig macht. t . < « . c.

Ich werde in Fällen, in denen ich Unternehmer feststelle, die mich durch Scheinquittungen über Nach­zahlungen zu täuschen versuchen, diese in Zukunft unnachsichtlich der Staatsanwaltschaft übergeben.

nur Fremdes, Nicht-Rumänisches. Vergeblich sucht man in der Innenstadt nach den schönen farben­prächtigen Trachten der rumänischen Bauern. In den Geschäften findet man nirgends mehr etwas von Volkstracht oder dergleichen. Dafür überall französische Stoffe, französische Nippes,, französi­sche Bücher, französische Möbel, französische Riech­stoffe und Kurzwaren. Ueberall Französisches! Don französischem Gelde unterstützte Zeitungen berichten über die Erfolge und Pläne der französischen Poli­tik- andere Blätter wieder erzählen von den toll­sten Finanzskandalen nach französischem Muster. So hat diese Stadt ein ganz westliches Gesicht. Nichts Bodenständiges, nichts Gewachsenes. Sie scheint das Produkt eines allerdings gewaltigen Reichtums, eines beneidenswerten Optimismus, eines rastlosen Fortschreitens, mit dem aber das eigentliche rumä­nische Volk doch nicht Schritt zu halten vermochte. So wächst diese Stadt in geradezu amerikanischem ; Tempo mitten aus der weiten, trostlosen Ebene heraus. Weit ins Land greifend, und dort das ruhige behäbige Bauernvolk in ihren Bannkreis ziehend. Jetzt wollen sie die Dambovitza, das kleine Flüßchen, das die Stadt durchzieht, verschwinden machen. Der Fluß foll übermauert werden. Was brauchen wir die Dambovitza-Ufer, an dessen Ra­senhängen einst die Zigeuner hockten. Wir haben ja Wolkenkratzer, haben Dutzende von Kinos und eine richtig elektrische Straßenbahn!

Es ist eigentlich schade: Bukarest hat in den letz­ten Jahren fast ganz feine persönliche Note ver­loren Sein ursprüngliches und eigentliches rumä­nisches Gesicht. Heute ist diese Stadt wirklich das Paris des Ostens". Voll Leben und Betriebsam­keit Erfüllt von Licht und Lärm einer richtigen Großstadt. Ueberraschend großartig, mondän und von einer starken Anziehungskraft. Aber es fehlt dieser Stadt das, was sie mit dem Lande, zu dem sie gehört, und dessen Führerin sie sein soll, wirk­lich verbindet. Und dieses Fehlen kann sich vielleicht doch einmal eines Tages recht unangenehm bemerk­bar machen...

hohen Wasserstand voll Wasser laufen konnte und sich nunmehr der Eindruck ergab, der sich dem Auge bietet, wenn die kanalisierte Strecke in den Fluß- lauf einbezogen ist. Bild oben zeigt den Beginn der kanalisierten Strecke unterhalb des Elektrizitäts­werkes. Bild unten veranschaulicht die Strecken­führung des kanalisierten Bettes bis kurz vor der Wiedervereinigung mit dem alten Lahnlauf.

Das Flußbild an der Lahn unterhalb des Schlachthofes und des E-Werkes hat eine wesentliche Aenderung erfahren. Bekanntlich wurden in der Nähe des Hohleichweges umfangreiche Ausschachtun­gen für eine spätere Kanalisierung der Lahn vor- genommen. Die dadurch eingetretene Veränderung im Landschaftsbild trat dieser Tage besonders stark in Erscheinung, als das neue Lahnbett durch den

übergegangen.

Gauobmann Dr. Flörke (Gießen) gab zum Schluß ein Gesamtbild über

die Jugendherbergen in Oberhessen.

Die Herberge in Schlitz ist eingegangen, sie wurde als Lager für den Freiwilligen Arbeitsdienst benötigt. Der Ersatz entspricht nicht den Anforde-1

Die Verhältnisse in F r i e d b e r g sind noch nicht geklärt. Die frühere Herberge wurde anderweitig benötigt. Gegenwärtig besteht wieder Hoffnung, daß eine Herberge in Friedberg oder in Bad-Nau- heim beschafft werden kann.

In Büdingen steht in herrlicher Lage un Seemenbachtal eine Jugendherberge, doch fehlen noch Wasserleitung, ein Waschraum und die Woh­nung für den Herbergsvater. Eine baldige Lösung der Frage wäre im Hinblick auf die vielen Wan­dergruppen dringend erwünscht.

Die Jugendherberge in Herchenhain ging an den Gau über. Sie ist völlig ausgebaut, hat jetzt Zentralheizung und bietet alles, was von einer guten Herberge zu erwarten ist. Der Ausbau die­ser Herberge ist mit dem von den Schulen gesam­melten Herbergspfennig bezahlt worden.

In L a u b a ch wird an der Herberge noch umge­baut. Graf Solms-Laubach hat das Haus zur Verfügung gestellt. Es liegt inmitten des schönen Parkes, nahe dem Schwimmbad. Die Herberge soll auf fünfzig Betten gebracht werden.

Ortsgruppenführer Or. Duseberg dankte allen Mitarbeitern am Werk, besonders den Rednern des Abends und der nationalsozialistischen Jugend, die mit sehr beifällig aufgenommenen Lie­dern, Sprechchören und Gedichtvorträgen den Abend schön ausgestaltet hatte.

Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und dem gemeinsam gesungenen Lied der JugendVorwärts, vorwärts ..." fand der Abend sein Ende.

ßenverkehrs mehr sind.

Auch die Pferdebahnen von einst sucht man ver­geblich. Dieses romantische Idyll ist verschwunden. Statt dessen flitzen saubere und modern ausge­stattete elektrische Straßenbahnzüge die Boulevards entlang, sausen vollbesetzte Autobusse um die Ecken, daß man als Fußgänger gar nicht schnell genug beiseitespringen kann. Sogar in der Calea Victoriei, in dieser ebenso historischen wie schmucklosen Straße, die gewissermaßen die Aorta der rumänischen Hauptstadt ist, auch hier hat die neue Zeit Einzug gehalten. Unmittelbar neben dem Nationaltheater, das eines der wenigen Gebäude Bukarests ist, das so eine Art klassischen Stils aufweist, ragt das Turmhaus der Postverwaltung empor. Wie ein Riese unter Zwergen, denn rechts unb links die kleinen einstöckigen Häuschen aus der guten alten Zeit stehen noch genau so wie anno dazumal, als man auf dem Balkon an Hochhäuser und ähnliche Dinge auch nicht im entferntesten dachte. Nur fünf­zig Schritte weiter wieder ein großer Bauplatz. Hier soll ein gewaltiges Geschäftshaus entstehen. An der nächsten Straßenkreuzung blickt man durch enge Gassen wieder auf andere riesige, moderne Hochbauten. Da ist ein Hotel, dort em Derstche- rung^gebäude und daneben ein Mietsbaus tm mo­dernsten Stil neuer Sachlichkeit. Wie verzaubert ist diese Stadt auf einmal. Vor ein paar fahrennoch lag sie klein und bescheiden da, und heute tauscht sie tatsächlich allenthalben ein kleines Pans vor, das Paris des Ostens.

Aber nicht nur in den Bauten, nicht nur im - - - - ' - ----- man

gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Jugend so stark vertreten sei, die damit ihren Willen bekunde, an dem segenbringenden Werk der DJH. mitzuarbeiten. Er erstattete anschließend den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen war: , Die Zahl der Mitglieder betrug in 1934 insgesamt 430 (1933: 420, 1932: 322). Davon entfallen auf ' Einzelmitglieder 200 (1933: 195), auf Körperschaf­ten (Schulen, Vereine, Jugendorganisationen und dergleichen) 90 (65), auf Erwerbslose und in Be­rufsausbildung befindliche 130. Es wurden 375 Bleibenausweise ausgestellt (261), die Zahl der aus­gestellten Führerausweise beläuft sich auf 300 (160). Der Ortsgruppenführer sprach allen Leitern von Ausgabestellen Dank aus. Infolge des Zusammen­arbeitens der Gießener nationalsozialistischen Ju­gendorganisationen mit der Ortsgruppe der DJH. war dem Sammeltag für das Jugendherbergswerk ein voller Erfolg beschiedeu. Im Verwaltungsbereich gingen bei der Straßensammlung allein 1200 Mark ein. Der Ortsgruppenführer gedachte auch in an­erkennenden Worten der Mitarbeit der Presse und kam dann auf die große Bedeutung des Herbergs­werks für unser Volk zu sprechen. Nach der natio­nalsozialistischen Revolution übernahm der Reichs- jugendführer die Oberleitung, und in die sonstige Führung wurden Vertreter der nationalsozialisti­schen Jugendorganisationen berufen; eine völlige Verschmelzung zwischen DJH. und HI. wurde da­mit vollzogen. Jetzt müssen sämtliche HJ.-Gruppen körperschaftliches Mitglied der DJH. werden. Mit der Einführung des Herbergspfennlgs in den Schulen steht das Jugendherbergswerk finanziell gesichert da. Welch große Beträge dabei Zusammen­kommen, beweist die Tatsache, daß in Oberhessen allein in einem Jahre 15 000 bis 20 000 Mark auf­gebracht werden, die restlos dem Ausbau der Her-, bergen dienen.

Ortsgruppenrechner Müller

erstattete den Rechnungsbericht. Die Rech­nung zeigt in Einnahme 4413,14 Mark; darin sind enthalten an Mitgliederbeiträgen 1361 Mk., Unter­stützungen durch öffentliche Körperschaften 270 Mk., an Uebernachtungsgeld von der Jugendherberge Hoherodskopf 194,70 Mark. Die Ausgaben betra­gen 4409,91 Mark. Es wurden unterstützt die Her­berge in Gießen mit 80,14 Mk., die Herberge auf dem Hoherodskopf mit 421,34 Mark, Laubach mit 200 Mark, Gedern mit 164,21 Mark. An den Gau wurden 1178,10 Mark überwiesen. Das Gefamtvcr- möqen der Ortsgruppe Gießen betragt 876,84 Mk. Die Rechnung war' von den Vorstandsmitgliedern Schaaf und Wolf geprüft und für richtig be­funden worden. Die Rechnung wurde genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt.

Sodann sprach Ortsgruppenfuhrer Dr. Duse­berg über

die neue Jugendherberge in Gießen.

Lich. Am 15. Februar fand im Stiftschen meindesaal die feierliche Verpflichtung der NS.- Frauenschaft statt. In Vertretung des verhinderten OG.-Leiters sprach Pg. Nickel die Begrühungs- D. Red.)

worte, mit denen er den Dank der NS.-Volkswohl- fahrt, deren Ortswalter Pg. Nickel ist an die Frauenschaft verband. Nach einem gemeinschaftlich gesungenen Liede und dem Vortrag eines Gedichtes ergriff Pg. N e b e l i n g das Wort. Ausführlich er­läuterte er den Sinn und das Wollen des National­sozialismus, wie er auch in den Gesetzen zum Ausdruck kommt, und sprach über die Stellung der Frau in Familie und Staat und ihre Verpflichtung zur Mitarbeit am Aufbau des Dritten Reiches. Nach kurzer Pause erklärt er noch die Verpslich- tungsformeln und nahm anschließend durch Hand- schlag die Verpflichtung sämtlicher Frauen vor. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und der zweiten Strophe des Deutschlandliedes schloß die erhebende Feier.

Aus Anlaß der Uebernahme der Regierungs- gefchäfle im Saarland flaggen am Frei­tag, 1. März, die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schrift­liche Benachrichtigung der Behörden nicht

Er teilte mit, daß die Räume der seitherigen Ju­gendherberge im Astertveg von der, Stadt benötigt und vermietet worden seien. Dafür habe die Stadt das Gebäude an der H a r d t - T e r r a s s e, ein ehemaliges Gasthaus, der Jugend als Heim zur Verfügung gestellt. Die neue Jugendherberge sei von der Rodheimer Straße aus rasch zu erreichen und zum Teil schon von dem BdM. als Verwal- tunqssitz bezogen worden; es wehe jetzt die Flagge des jungen Deutschland über dem Gebäude. Auch die Hitlerjugend werde in absehbarer Zeit ihre Derwaltungsräume dort einrichten. Ein Anbau sei

einer Schule Medizin studierte, war Agnodice von Athen, die im ersten Jahrhundert vor unserer Zeit- rechnung lebte. Diese Frau, Schülerin eines gewis­sen Hierophilos, schnitt sich die Haare ab, legte Männerkleidung an und wurde bald unter dem Deckmantel der männlichen Kleidung berühmt. Aber die eifersüchtigen Kollegen klagten sie vor dem Areopag an, daß sie die von ihr behandelten Frauen verführe. Agnodice mußte nun eingestehen, daß sie eine Frau war, und wurde sogleich von ihren Fein­den angeklagt, das Gesetz, das den Frauen und Sklaven die Uebung der Medizin verbiete, verletzt zu haben. Die vornehmsten Frauen Athens flehten jetzt den Senat an, und die von dieser Fürsprache gerührten Senatoren veröffentlichten ein neues Ge­setz, nach dem den Frauen die Hilfe bei Geburten und bei Frauenkrankheiten erlaubt wurde. Es wird allerdings von einigen Geschichtsschreibern bestrit­ten, daß diese rührende Geschichte sich so zugetragen habe. Nach der Eroberung Griechenlands durch dis Römer übten einige Frauen in Kleinasien, anders in Rom den Arztberuf aus. Viele dieser Aerztinnen waren Freigelassene, wie Secunda im Hause Livil- las, der Schwester des Germanicus und Nichte des Tiberius. Noch zwei Medizinerinnen haben die Ge­schichtsschreiber beschäftigt: Aspasia, die am Ende des ersten Jahrhunderts unseres Zeitalters gelebt haben soll, also nicht mit der berühmten Aspasia zu verwechseln ist. Sie hat viele Arbeiten über Frauen­krankheiten und Geburtshilfe hinterlassen. Viel um­stritten ist auch die Frage, wer Kleopatra, die Ge- lehrte, war, die unter anderem ein Werk über die Kosmetik hinterlassen hat. Delacoux sieht in dieser Frau die berühmte Königin dieses Namens selbst, Berthelot ordnet sie unter die alchimistischen Schrift­steller ein, und Hoeffer zitiert Stellen aus ihren Werken in seiner Geschichte der Chemie. Auch im alten Gallien übten Frauen eine medizinische Tä­tigkeit aus; Archäologen haben in Nimes eine Ge­denktafel für eine Aerztin gefunden, für Hedone, die im zweiten Jahrhundert n. Ehr. lebte; eine andere Heilkundige, Metilia Donata, hat in Lyon fegens- reich gewirkt. Auch Theodosia, die Mutter des hei- liqen Prokop war eine Medizinerin und Chirurgin in Rom, sie wurde während der Christenverfolgung des Diokletian mit dem Schwerte hingerichtet Spa- ter ließ Fabia oder Fabiola, die von der Kirche heilig gesprochen wurde, auf ihre Kosten das erste Armenhospital bauen. Endlich praktizierte im fünf­ten Jahrhundert unter dem Kaiser Arcadms tue he», liqe Nicerate in Byzanz; es ist sehr wahrscheinlich, daß sie es war, die den heiligen Chrysostomus von seinem Magenleiden heilte.

Unter den ersten Frauen, die sich mit der Medi­zin beschäftigten, wird die Königin Artemisia von Karten genannt. Von Theano, der Gattin des Pythagoras, die in der Philosophie und den Wissen­schaften erfahren war, wird berichtet, daß sie be- bauvtete ein Siebenmonatskind sei durchaus le­bensfähig. Aryte, eine Priesterin Aeskulaps soll einem Bewohner aus Naupaktus die Sehfahigkeit wiedergegeben haben. Aber dis erste Frau, die in.

die Herberge auf dem Hoberodskopf.

Die Herberge zählt etwa 70 Schlafstätten und weist alljährlich 700 bis 1000 Übernachtungen auf. Jrn verflossenen Jahre war die Herberge von 458 männ­lichen und 271 weiblichen Wanderern besucht. 1931 ist die Herberge mit elektrischem Licht ausgestattet worden, und sie bietet jetzt auch einen Naum zum Aufbewahren der Schneeschuhe. Mit dem 1. Januar 1935 ist die Verwaltung der Herberge auf den Gau

Klein-Paris.

Von unserem ep.-Äerichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Bukarest, im Februar 1935.

Eine Balkanstadt muß man mehrmals sehen und erleben, wenn man sich ein Urteil über sie bilden will. Beim ersten Mal ist man zu sehr erdrückt und befangen durch die Vielgestaltigke^ der Eindrücke. Denn mehr noch als westeuropai^e Städte hat jede Balkanstadt ihre besonderen Ge­büsche ihre eigenen Gerüchte, ihre spezifischen Bil­der All das nimmt einen im Anfang so gefangen, hnfe man leicht nur Momentbilder, nur Tellaus- fdmitte sieht. Wandert man aber nach Jahren wie­der einmal durch dieselben Straßen so fugen sich einem die damals beachteten Einzelheiten erst zu ! Dann erst erlebt man das fremde

Volk, die fremde Umgebung in ihrer ganzen bunten irssL Kjggg chlich eine schmutzige Pferdebahn stmter einem müden Klepper durch die krummen Gassen An der nächsten Ecke hockten in ihrer bunten Tracht em paar Bäuerinnen, die ihre Waren feilbot .

allem lagerte ein Geruch von brandigem Holz, oyne den eine Balkanstadt eigentlich kaum denkbar s.

So war es in Bukarest vor cm paar Jahren

(Mit dem Abdruck der vorstehenden Zuschrift der Frauenschaftsleiterin von Lich wird der im Gieß. Anz. vom 18. Febr. abgedruckte Bericht unseres Berichterstatters in einigen Punkten richtiggestellt.

I-T) Red.i

also über das freilich noch recht mäßige Katzen­kopfpflaster dem Zentrum der Stadt zu:

Da beginnt das Wunderbare. Die Stadt nämlich, die einem einst vor Jahren als der Inbegriff des Balkans erschien, diese Stadt, die man damals als typisch rumänisch empfand, zumal sie mit euro­päischen Maßstäben nicht meßbar schien, ist heute wirklich und wahrhaftig ein Klein-Paris geworden. Der Boulevard Bratianu, der noch vor einigen Jahren mitten in die dazische Wildnis zu führen schien, ist heute eine Prachtstraße, die, von kleinen Wolkenkratzern, modernsten Geschäftshäusern und riesenhaften Wohnbauten gesäumt, eine der Haupt­verkehrsadern der werdenden Balkangroßstadt dar­stellt Vergeblich sucht man die kleinen windschiefen, einstöckigen Häuschen, die einst hier standen, die rie­sigen Pfützen und Lachen, aus denen meterroeit das Wasser spritzte, wenn ein Wagen durchfuhr. Heute gibt es statt dessen hier nur Schutzinseln, weiß behandschuhte Verkehrspolizisten, Lichtsignale und was der modernen Errungenschaften des Stra-

"Wenn man^eute aus der modernen, sauberen und weitläufigen Halle des Bukarester Nordbahn Hofes heraustritt, um ein flutotan 3uifwben o ist man zunächst überrascht und erstaunt über d Zahl eleganter Kraftwagen, modernster amerikan scher unb französischer Fabrikation, bie da ah 2luto droschken auf Fahrgäste warten. Man traut sich zuerst gar nicht, solch einen fürstlichen Wag 3 chartern. In Wirklichkeit ist es aber halb so schlimm. Denn das Autofahren ist in diesem Erdol-Lano eine ebenso selbstverständliche wie billige Sache g - worden. Und doch: Es wird viel schöner und auch viel romantischer, mit dem Zweispänner, mit der Birja, durch die Straßen zu hoppeln. Es geht zwar Langsamer, aber dafür kann man in dem offenen Wägelchen mit den flinken Pferdchen davor viel mehr der bunten Eindrücke dieser in ihrem äußeren

durch die Stadt genehmigt worden. Der ehemalige große Gasthaussaal ist in zwei Naurne auf geteilt. Ein Tagesraum für männliche Jugendliche ist fertig- gestellt, ebenso der Schlafraum für diese. Weiter sind noch ein Tagesraum und em Schlafraum für Mädchen in Arbeit genommen. Em größeres Wiesenstück vor der Herberge eignet sich gut zum Zelten. Dr. Duseberg sprach der Stadtverwal­tung Dank aus für die Ueberlassung dieses Hauses.

Frl. H o tz, die frühere Geschäftsführerin der hie­sigen Ortsgruppe, jetzt wohnhaft m Schotten, gab einen Bericht über

folgt

Verpflichtungsfeier der TlB.-Frauenschast Lich.