Ausgabe 
27.2.1935
 
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Mittwoch, 27.8ebruaN9Z5

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Nr. 49 Zweites Blatt

1935

Hur durch die Post zu beziehen.

27. Zebruar

Grfcheint Dienstag und Freitag.

Ar. 9

Inhaltsübersicht: Gefechtsschießen 1935. - Die Ausführung des Artikels 20 des Volksschulgesetzes.

Während der Schießzeiten wird die Provinzialstraße GießenStein­bach gesperrt. Die Umleitung findet statt über GießenAnnerod oder GießenGarbenteichLich. v ... .

Das gefährdete Gebiet sowie die Zugangsstraßen werden wahrend des Schießens von der Truppe abgesperrt werden. Den Anordnungen der Absperrposten ist Folge zu leisten.

Gießen, den 26. Februar 1935.

Kreisamt Gießen. I. V.: Grein.

Repräsentative deutsche Modeschau in London

In der kommenden Woche findet im ersten Hotel Londons, im May-Fair, unter der Schirmherrschaft der Gattin des Botschaftsrats an der Botschaft m London, Fürsten von Bismarck, die zweitägige erste deutsche repräsentative Mode- chau statt, zu der alle maßgebenden Kreise der Gesellschaft geladen sind. ....

In der richtigen Erkenntnis, daß den Gerüchten im Ausland über das Erliegen jeder eigenen deut­schen Modeschöpfung und über das Bestreben Deutschlands, sich von der allgemeinen Moderich- tunfl abzusondern, nur entgegengetreten werden kann, wenn deutsches Modeschaffen im A u s l a n d e gezeigt wird, hat man sich zu dieser Schau, der ersten deutschen in London und zugleich der ersten nach dem Kriege im Ausland überhaupt, entschlossen. Sie wird von derModeumon von Deutschland" veranstaltet, in der sich nach verschiede­nen mißglückten anderen Bestrebungen nunmehr unter Führung des bekannten Vorkämpfers für das deutsche Modeschaffen, Richard D i l len z, die maß­gebenden, deutschen Fachleute und führenden Mo­dellhäuser zusammengeschlossen haben, um in sach­kundiger Weise die großen Aufgaben zu erfüllen, die der deutschen Textil- und Bek eldungswlrtschaft gestellt sind. Durch den Zusammenschluß der führen­den deutschen Modefirmen dürfte endlich die Gewahr gegeben sein, daß in Zukunft sowohl dilettantische als auch eigennützige Sonderbestrebungen ausge­schaltet werden.

Druck 5er Drübl'lchen Uni verlitä IS . Du ch. unb @ t ei n b r u d e r ei. A Lange Dietzen

Bekanntmachung.

Betr.: Gefechtsschießen 1935.

Das I Bataillon des Infanterie-Regiments Gießen wird in der Zeit vom 4 bis 7. März 1935 einschließlich in dem Gelände zwischen Licher und Grünberger Straße auf der Schußbahn nördlich hoher Wart-Berg (Gegend Annerod) gefechtsmäßige Schießübungen mit scharfer Munition abhalten. Das Schießen findet statt

Bekanntmachung.

Betr. Gefechtsschießen 1935.

Das I. Bataillon des Infanterie-Regiments Gießen wird in der Zeit vom 7. bis 9. März 1935 einschließlich auf der Schußbahn nördlich des Daubringer Paffes gefechtsmäßige Schießübungen mit scharfer Munition abhalten Das Schußgelände wird im allgemeinen begrenzt durch die Luftlinie Allen-VufeckBeuernClimbach Treis a. b- ^da.Mainzlar Daubringenhofgut heiberlshaufen-HangelsteinAlten-Vufeck. Das Schießen findet jeweils von 7 bis 16 Uhr statt. Das gefährdete Gebiet liegt innerhalb der oben angeführten Luftlinie und wird wahrend der Schießzeiten von der Truppe abgesperrt werden. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten.

Während der Schießzeiten werden die Straßen Daubrmgen Atten- Vuseck und Daubringen bis Wegegabelung Giehen-collar/Gieben-Daub- ringen gesperrt. Umleitung findet über Daubringen Lollar Gießen bzw. umgekehrt statt.

Gießen, den 26. Februar 1935.

Kreisamt Gießen. I. V.: Grein.

Betr.: Die Ausführung des Artikels 20 des Volksfchulgesetzes.

An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Wir empfehlen Ihnen, uns bis spätestens 5. März d 3. bxe ber Schüler und Schülerinnen mitzuteilen, auf die der Art. 20 des Volks fchulgesetzes Anwendung finden soll.

Fehlberichte sind nicht zu erstatten.

Gießen, den 25. Februar 1935.

Kreisschulamt Gießen. I. V.: R e b e l i n g.

ein @nfnor muk auch zuschlagen können unö mog- , l ck/berb D^bei bleibt fein Pnpierkopf ganz. Man Sie am besten Linbenhoiz. einfache- Schnch-

L n Angriff genommen. E-ist 9« mjt f° mie es scheint. Die Äopst mb nt wenn ,h An­druck urwüchsig und drastisch ist. und sie -er ftolfuna entivrecben die mit dem Namen oder oem LymboV?eNLur verbunden ist. Haupthaar und Bärte liefert bunte Wolle, die angeklebt wird. Das Gesicht bemalt man mit Oelfarbe. mn(fmhmen

Beim Schnitzen sollte ledes ängstliche > 9 der Naturformeü vermieden werden Schnittführung ist die Hauptsache. Bei Formen gebung sowie bei Bemalung kannl man der Ph tasie den weitesten Spielraumlassen. Das Köpfen anzubringende Kleid läßt sich durch f 3U Flicken leicht Herstellen. Nur ist dabei dara f 3 achten, daß hinten das Kleid weit genug offenbleibt, damit man mit der Hand bequem hlnemfahrenka^ Und endlich kommt das Bedeutsamste am ganzen Kasperletheater. Was sollen die Kinder ihren P P pen für einen Text in den Mund legen? Sie sollen möglichst von sich heraus irgend etwas wieder^ geben versuchen, kleine Erzählungen, Fabeln, M chen in freie Gesprächsstoffe übersetzen, Augenb lcks- bilder ihrer Umgebung zu ihrem Spiel verwenden. Was die technischen Künste des kleinen Direktors eines Kasperletheaters in der Kinderstube amangl, so wird er sich nach und nach Regiekenntnisse er­werben, die ihm immer mehr Freude am Spiel rml den Puppen machen werden. Und wer hebt nnm die drolligen kleinen Gestalten, die sich dort ruck­artig über die Bühne bewegen? Nicht nur Kruder,

Amtsverkündigungsblatt

für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen

Die Modeschau wird den Beweis erbringen, daß deutsche Modeschöpfung und deutsche Ware die Note besonderer Güte und besten Geschmacks tragen, sie wird darüber hinaus draußen im Aus­land erkennen lassen, daß in Deutschland das Mode- schaffen einen bemerkenswerten Auftrieb erhalten bat und daß das Lebensniveau des Deutschen auch in der Bekleidungswirktschaft keine Senkung er­fahren hat. Es werden in London etwa 100 URo» beUe zur Schau kommen. Sieben deutsche Vorführ- bamen werben vor einem gelabenen Publikum Vor­mittags-, Nachmittags- unb Abendkleider, Kostüme, Complets, Mäntel unb Hüte vorführen, bei denen vorzugsweise beutsche Stoffe verarbeitet sind, über deren Güte man kein Wort zu verlieren braucht. Es wurde auch Wert darauf gelegt, daß die Dorführdamen die neuesten Frisuren zeigen, die ihnen von einem deutschen Friseur auf­gesteckt werden.

Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird dieses erste Hervortreten mit ausschließlich deutschen Mode­schöpfungen eine gesellschaftliche Sensation werden. Das beweist das überaus große In ter esse, das schon heute die englische und amerikanische Presse dieser Schau entgegenbringen. Besonders die ameri­kanischen Berichterstatter haben bei dem vorberei­tenden Besuch des Präsidenten der Mode-Union von Deutschland, R. D i l l e n z, in London den Ge­danken dieser Schau mit großem Interesse und vieler Sympathie ausgenommen, die sogar so weit gingen, Dillenz nahezulegen, diese Schau auch in Ame­rika zu wiederholen.

>ng! Oie Motten stiegen!

chtige Hausfrau gerät in Aufregung, wenn le durchs Zimmer fliegt. Sofort wird der lerbittlich verfolgt und vernichtet. Aber das nur eine Art Racheakt für die bereits rn Sünden des Schädlings, denn fliegende laben ihre Eier schon abgelegt und sind keiner Weise mehr freßgierig das haben big im Larvenstadium besorgt.

ausfrau, die im Kampfe gegen die Motten legen will, muß also die Eierablage zu n suchen und die Mottenbrut vernichten, impf muß gerade jetzt im Februar-März

Macht einsetzen; aber auch während der warmen Jahreszeit weitergeführt werden, llsachen sind besonders in der Zeit des auches regelmäßig zu klopfen, zu bürsten üften. Pelzwerk wird mit engem Kamm

Dabei Muß man sehr auf die versteckten chten sie sind im Wolltuch schwer zu weil sie mit Fasern aus dem Tuche selbst n sind.

ollsachen müssen mottensicher aufbenyfyrt llm besten in Kisten oder Truhen, deren .t Papierstreifen verklebt sind. Das Woll* i in frisches, noch starkriechendes Zeitungs* igewickelt oder in frisch gewaschene Leinen- genaht werden. Starkriechende Stoffe sind :en Immer unangenehm und es war ,t nur um des guten Duftes willen, daß -oßmütter und Urgroßmütter Rosmarin in üscheschrank legten. Alle starkduftenden Die Steinklee und Rosmarin schrecken die benso ab wie- Naphtalin, Global, frischer Dampfer usw., nur haben wir unter dem m Kampfer und Aehnlichem fast ebenso zu > die Motten!

nem ganz gründlichen Dernichtungsfeld* iehlt es sich die Motten auszuschwefeln, rben alle Wollsachen in einen großen gehängt, aber so, baß minbestens 30 Zenti* ftanb vom Boden bleiben. Dort entzündet iwefelfäden und läßt den Dampf dann Stunden einwirken. Auch die Polstermobel 1 ausschwefeln: man hängt große Tücher

die ringsum den Boden berühren, unb Dchwefeldämpfe unter den Möbeln sich ent* nd aufsteigen.

stehen der Hausfrau sehr gute Hilfsmittel ife gegen die Motte zur Verfügung. Am t ist es, wenn sie von vornherein motten* olle kauft.

otten fressen ein erstaunliches Teil des nögens in Gestalt unserer Wolle. Die Gr* chlacht beschäftigt sich sehr mit der Ver­des deutschen Schafbestandes und der g der Woll-Leistung des Einzeltieres. Zur gsfchlacht gehört aber auch die Erhaltung igten. Das aber ist zum größten Teil die der Hausfrau. So sorgt die Hausfrau am einen guten und hohen Bestand an deut­le, wenn sie ihre Wollsachen im täglichen beim Waschen und Verarbeiten richtig und einen klugen und durchdachten Feld*

1 die Motten führt. L. M.

ttllerhand Nachtisch.

Von Henriette Hahlen.

t viele, die lieber ein einfacheres Haupt* nd einen netten Nachtisch verzehren, als eichlich Fleisch und Gemüse. Natürlich will vechslung in den Süßspeisen haben, man lso einmal eine Zusammenstellung von er* Rezepten machen.

l s chnee. Zwölf mittelgroße Aepfel wer* dem man die Kernhäuser ausgestochen lyat, feuerfesten Form im Ofen gebacken. Hier- t man sie durch ein großes Sieb, gibt iran und läßt sie abkühlen. Nun schlägt 5 Eiweiß zu festem Schaum und zieht leichter Hand unter das Mus, das man eine mit Fett ausgestrichene feuerfeste it und etwa 20 Minuten in ben heißen lt, bis der Pudding globbraun ist. Wird Tisch gegeben. Man kann auch ein ge* ickes Apfelmus benutzen. Sehr gut schmeckt ne dazu.

ranb mit Kompott. V* Pfund Reis 1 in Milch und ein wenig Butter weich, er Reis abgekühlt ist, rührt man 1 Eigelb

Eßlöffel Zucker unb bas steisgeschlagene n 2 Eiern. Man gibt bie Masse in eine it Fett ausgestrichene unb mit Semmel* -gestreute Randform unb backt sie in nicht ' Hitze etwa 45 Minuten. Wenn ber Reis gut gegangen unb schon hellbraun geworden ist, stürzt man ihn auf eine runde Schale unb gibt in die Mitte ein dickes Aprikosen- oder Preiselbeer* kompott.

Schottenbällchen mit Kompott. Ti Pfund Reismehl wird mit 100 Gramm zerlassener Butter auf kleinem Feuer geschwitzt und mit V* Li­ter Milch glatt gerührt. Man gibt die Masse in eins Schüssel unb läßt sie abkühlen. Hierauf tut man die abgeriebene Schale einer halben Zitrone daran, sowie ein ganzes Ei und noch ll2 Eigelb und/2 Ei­weiß, 1 Messerspitze Salz und Zucker nach Ge* schmack. Der Teig wird nun zu walnußgroßen Ku­geln gerollt, die man in Sammelmehl wälzt. Sie werden darauf in dem noch zur Verfügung stehen* den halben Ei unb bann noch einmal in dem Sem­melmehl gewälzt, worauf man sie in heißem Fett schwimmend ausbackt. Sobald sie an die Oberfläche kommen, sind sie fertig. Man stellt sie in heißem Ofen stellt, bis der Pudding goldbraun ist. Wird ramidensorm auf und gibt sie mit Streuzucker unb Kompott zu Tisch. , m ,

Rote Grütze mit Vanillensauce. Rots Grütze kann man auch im Winter bereiten unb zwar aus allen eingemachten Fruchtsäften. Man bringt 1 Liter Saft, nachdem man ihn genügend mit Wasser verdünnt und mit Zucker nach Ke* chmack gesüßt hat, zum Kochen, gibt drei gehäufte Eßlöffel Kartoffelmehl, das man vorher in kaltem Wasser glatt gerührt hatte, hinein und läßt unter ständigem Rühren aufkochen. Die Rote Grütze (die auch gelb und grün sein kann) wird in eine mit Wasser ausgespülte Schüssel getan und nach dem Erkalten gestürzt. Man gibt Vanillensauce dazu, t Einfach herzustellen aber schmackhaft.

am 4. März von

6

bis 18 Uhr,

am 5. März von

6

bis 14 Uhr,

am 6. März von

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bis 18 Uhr,

am 7. März von

6

bis 18 Uhr.