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und steckte diesen samt Inhalt ins Feuer. In der gestrigen Hauptoerhandlung, die unter Ausschluß' der Oeffentlichkeit stattfand, gab die Angeklagte an, das Kind habe nicht gelebt. Durch Sachverständigen­gutachten wurde zwar sestgestellt, daß das Kind lebensfähig war, ob es allerdings gelebt hat, ist zweifelhaft. Es waren daher lediglich die Voraus­setzungen der versuchten Kindestötung gegeben. In Anbetracht der Jugendlichkeit und Unerfahrenhell der Angeklagten sowie ihres Geständnisses erkannte das Gericht auf eine Gefängnis straf e v o n einem Jahr unter Anrechnung von drei Mona­ten der erlittenen Untersuchungshaft.

Rundfunkprogramm

Mittwoch, 27. November.

6 Uhr: Choral, Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Rat­schläge für Küche und Hgus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15:Martini man die Gänse mästet..." 15.30: Bücherfunk. 15.45: Was bringen die Zeitschriften des Monats? 16: Kleines Konzert klassischer Stücke. 16,45: Blasquartette. 17: Petermann sagt an. 18.30: Geschichte und Land­schaft am Wege. Konstanz am Bodensee. 19: Abend­musik des Funkorchesters. 19.30: Waffenträger der Nation. Das Infanterie-Regiment der neuen Wehr­

macht. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Das Antennenrätsel. Neues musikalisches Gesellschaftsspiel von Hans Rosbaud. 22: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Olympia-Dienst. Nachrichten und Berichte. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Donnerstag, 28. November.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Zeitangabe, Nach­richten. 8.15: Gymnastik. 8.45: Bauernsunk. 10.15: Schulfunk Dolksliedsingen. 11.20: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nach­richten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sende­bezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaft^ bericht: Don Kopf bis Fuß neu ausstaffiert durch das Handwerk. 15.15: Kinderfunk. 16: Heitere Klänge. Aus Operetten und Volksmusik. 17: Nach­mittagskonzert. 18.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 18.40: Das aktuelle Buch. 19: Unter­haltungskonzert. 19.50: Tagesspiegel des Reichs­senders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Mozart- Zyklus IV. 21: Bunte Stunde mit Karl Leopold, dem Jodler und der Kapelle Franz Hauck. 22: Nach­richten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Weltpolitischer Monatsbericht. Von Prof. Dr. Karl Haushofer. 23.30:Der Sänaerknabe des Landgrafen." Heinrich Schütz am Hofe des Land­grafen Moritz von Hessen-Kassel. 24 bis 2: Nacht­konzert.

Aus Oer Arbeit Oer Nervenkliniken.

Vortrag von Prof Nr. Hoffmann überLeistungssteigerung und Nervensystem"'.

Die Fahrten Nr. 2 bis 5 werden mit Omnibussen durchgeführt. Die Unterbringung erfolgt in Kniebis selbst und in den Nachbarorten.

Rhön:

Nr. 6. Vom 21. Januar 1936 bis 28. Januar 1936. Kosten 17,25 Mark. Die Fahrt führt über Fulda in die hohe Rhön. In dem Preis dieser Urlaubsfahrt ist Unterkunft und volle Tagesverpflegung mit dem Fahrgeld wie bei jeder anderen Fahrt eingeschlossen.

Das Programm für sämtliche Winterfahrten ist auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, Zim­mer 8, zum Preise von 10 Pf. erhältlich.

heilerer kameradfchaftsabend am 30. November im (£af£ Leib.

Wir veranstalten am Samstag, 30. November, im Caf6 Leib einen heiteren Kameradschaftsabend in Verbindung mit der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP. Das Programm wird von bekannten Frankfurter Künstlern bestritten. Beginn 20.30 Uhr. Eintritt 50 Pf. Karten sind im Vorverkauf zu haben bei der Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen- Nord, Walltorstraße 16, und den politischen Leitern der Ortsgruppe Gießen-Nord.

SportamtKraff durch Freude"'.

heule folgende Kurse:

Schwimmen, Frauen und Männer: Don 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Volksbad. In beiden Stunden beginnt ein neuer Kursus für Anfänger!

Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Dieser Kurkus wurde auf Wunsch von der Alten Pestalozzischule in das Ly­zeum, Dammstraße 26, verlegt.

Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Für neu beginnende Reitkurse^(abends) werden noch Neuanmeldungen auf dem Sportamt, Schanzenstrahe 18, entgegengenommen.

NSLB

Fachschaft Volksschule Giehen-Stadt.

Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Deutsch am Mittwoch, 2 7. N o v e m b e r , im Lehrerzimmer der Schillerschule. (16 Uhr pünktlich.)

Keine Tierquälerei!

LPD. Von Tierschutzvereinsseite wird darauf hin- aewiesen, daß laut neuem Tierschutzgesetz die grau­samen Gebräuche, wie Nudeln und Stopfen von Ge­flügel, unter strenge Strafe gestellt sind. Ebenso ist auch das qualvolle Töten der Gänse und anderem Geflügel durch Erstickung oder Strangulieren streng­stens verboten. Das Geflügel muß vor dem Schlach­ten durch einen wuchtigen Schlag auf den Hinterkopf, dem Sitz des Gehirns, betäubt werden, erst dann darf der Hals durchschnitten werden. Auch das An­setzen von Hummern und anderen Krebsen in kaltem Wasser zum Kochen, das Enthäuten lebender Aale, oder das Schuppen lebender Karpfen und anderer Fische ist verboten. Enthäuten, Stechen, Brühen, Rupfen usw. darf nur dann geschehen, wenn der Tod des Tieres bestimmt eingetreten ist. Zuwider­handlungen ziehen hohe Freiheitsstrafen und Geld­strafen bis zu 10 000 RM. nach sich.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 26. Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., (Landbutter war nicht da), Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, jugoslawische, frische, Klasse B 12, bulgarische Kühlhauseier, Klasse B 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 8 Mk., Weißkraut, das Pfund 5 bis 8 Pf., der Zentner 5 Mk., Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 10 Mk., Gelbe Rüben 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 30 bis 50 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kar­toffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 25 Mk., Birnen, Pfund 15 bis 25 Pf., Nüsse 50 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45, Suppen­hühner 75 bis 80, Gänse, 90 Pf. bis 1 Mk., Blu­menkohl, das Stück 10 bis 60 Pf., Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25, Ra- dieschen, das Bund 15 Pf.

** Straßensperre. Wegen Ausführung von Holzfällungsarbeiten wird die Provinzialftraße Tr ai s-M ü n z e n b e r gBellersheim vom 1. bis 6. Dezember für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über MuschenheimBettenhausen ober MünzenbergWohnbach und umgekehrt.

** Der Goethe-Bund und Kaufmän­nische Verein bitten uns, darauf hinzuweisen, daß der für Mittwoch, 27. November, angesetzte Dichterabend von Robert Hohlbaum verlegt werden muß. Der Dichter ist unerwarteterweise in letzter Stunde verhindert, seine Vortraassahrt durch Deutschland anzutreten. Der nächste Vortrag findet am 6. Dezember statt. Es wird der bekannte Tier­schriftsteller Paul E i p p e r au seinem Schmalfilm Freude kommt vom Tier" sprechen.

** Weihnachtsferien an den Berufs­schulen. Das Kreisschulamt Gießen weist die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises Gießen darauf hin, daß die diesjährigen Weih­nachtsferien für Berufsschulen vom 16. Dezember 1935 bis 6. Januar 1936 dauern. Eine Kürzung der Osterferien findet nicht statt. Wo in Einzelfällen die Belange der Wirtschaft eine Ferie<verlängerung nicht notwendig machen, fallen die Weihnachtsferien der Berufsschäden mit denen der Volksschulen zu­sammen. Die Entscheidung hierüber hält sich das Kreisschulamt vor.

** Lieferungs-Vergebung. Die Küchen­verwaltung des II. Batl. Jnf.-Rgt. 36 schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung der Fleisch- und Wurstlieferung aus. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.

Oberhessisches Schwurgericht.

Am gestrigen ersten Sitzungstage hatte sich das Ober- hessische Schwurgericht mit der 21jährigen R. Sch. aus Nieder-Erlenbach zu befassen, der die Anklage ein Verbrechen der Kindestötunb zum Vorwurf machte. Die Angeklagte hatte ein außereheliches Kind geboren. Aus Angst vor ihrer Mutter würgte sie das Neugeborene, .legte es in einen Pappkarton

Am gestrigen Montagabend fand als Fortsetzung der VortragsreiheW rfsenschaft im Dien st am V o l t , veranstaltet von der NSG.Kraft ourch Freude" in Gemeinschaft mit der Universität, der Vortrag des Direktors der Gießener Universi­täts-Nervenklinik Prof. Dr. Hoffmann über Leistungssteigerung und Nerven- s y st e m" statt. Vor zahlreichen Volksgenossen ging der Redner in seinen Ausführungen zunächst auf die Nervenkrankheiten ein und erklärte das Zu­standekommen dieser in den meisten Fällen unsere Leistungsfähigkeit hemmenden Krankheiten. Ein Rezept zur Heilung sei noch nicht gefunden, aber jeder Mensch müsse vorbeugend schaffen, damit seine Leistungsfähigkeit nicht geschwächt werden könne. Was sei eigentlich ein Nervenzusammen­bruch ? In den meisten Fällen ein Versagen der seelischen Wider st andskraft! Im allgemeinen komme dieser Zustand daher, daß die Menschen mit irgendwelchen Lebenskonflikten nicht fertig werden könnten und dies sie dann zu fast allem unlustig und beunruhigt mache. Infolge die­ser Gemütsverfassung träten dann häufia noch Be­schwerden auf, man fühle sich fertig, willenlos und öfters bekomme man auch noch irgendwelche kör­perliche Schmerzen, dazu Herzklopfen oder sonstige körperliche Erscheinungen. Vielleicht kenne auch der eine oder der andere seine Achillesferse, die bei jeder Aufreguna sofort reagiere. Durch das Stand­halten der Beschwerden beobachte man sich und werde ängstlich. Hypochondrie sei die Folge. So habe man gesehen, wie aus irgendeinem Konflikt körperliche Beschwerden erwachsen und wie diese den Menschen wieder beunruhigen und ihn in ein Krankheitsbewußtsein trieben. Von hier sei es meist nicht mehr weit Aum völligen Nervenzusammen­bruch und zu der Annahme, daß man als Geistes­gestörter in einer Nervenklinik landen werde. Die meisten Menschen stellten sich die Klinik für Nerven­kranke so ungefähr wie ein Zuchthaus vor, wo alles wild und wüst zugehe: dies sei aber nicht der Fall. Die geringste Zahl der Patienten sei die der Geistesgestörten, die meisten Kranken seien Men­schen, die in ihrer Nervenkraft beeinträchtigt seien. Unberechtigt sei auch die Angst vor der Nerven­klinik in der Frage der Sterilisation. In dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses seien nur ganz bestimmte schwere Krankheiten aufgeführt, die die Erbanlagen auf die Kinder und Enkel über­tragen. Das Interesse der Volksgemeinschaft ver­lange, daß man sie vor diesen unglücklichen Nach­kommen bewahre. Es sei durchaus nicht so, daß jeder, der zur Nervenklinik komme, unfruchtbar ge­macht werden müsse.

An Hand mehrerer Beispiele zeigte Professor Hoffmann, wie der Mensch in den verschiedensten Phasen Konflikte erleben könne. Einmal sei es die Unlust am gewählten Beruf, weil man dazu viel­leicht keine Eignung habe, ein anderer Grund der Konfliktsbildung sei Streit mit den Nachbarn, un­glückliche Ehen oder weltanschauliche Auseinander­setzungen. Aber auch aus charakterlichen Gründen komme man oft zum Versagen der Nervenkraft. Um die Leistungsfähigkeit dieser Menschen zu er­halten, habe man versucht, bei Behörden und ihren

Im Oberhessischen Geschichtsverein sprach am ersten Vortragsabend dieses Winters Universitäts-Professor Dr. Götze über den hessi­schen Dichter und Gelehrten der Humanistenzeit Eoban Hesse. Keinem Geringeren als Albrecht Dürer haben wir einen ausgezeichneten Holz­schnitt Hesses zu verdanken und einem etwas späteren Hans Brosamer, in dem er uns als kraftstrotzender, sympathischer Deutscher der Renais­sance entgegentritt.

Hesse wurde am 6. Januar 1488 als Sohn eines Bauern in Halgehausen bei Haina geboren; statt seines eigentlichen Namens Koch hat er sich zeit­lebens Hessus genannt. Die Schulzeit verbrachte er in Gemünden und Frankenberg, wo er schon Verse machte, und 1504 bezog er die Hochschule in Erfurt, wo er bald mit Mutianus Rufus bekannt wurde, mit ©palatin, Crotus, Ulrich von Hutten und anderen bedeutenden Männern. Be­vor er 1507 fein erstes Schulamt in Erfurt antrat, verfaßte er ein langes schwulstiges, der Mode ent­sprechendes Lobgedicht auf die Universität Erfurt. Aber bald kehrte er in die schmerzlich vermißte Frei­heit zurück, obwohl er dort Not litt. Er hat über­haupt sein ganzes Leben lang in Schulden gesteckt

Arbeitgebern vorstellig zu werden, und eben arbeite man zusammen mit der Arbeitsfront, um die Men­schen in die ihnen entsprechende Arbeit wieder unter­zubringen, weil dadurch eine Hauptursache der Ent­stehung nervöser Zustände mit all ihren Folgen vermieden werde. Eine Menge von Eignungsarten gebe es, die man immer bedenken müsse, wenn man helfend eingreifen wolle.

Wie behandele man diese Konflikte? Der Kranke wisse zwar, welche Konflikte ihn bedrücken, aber er wisse nicht, daß diese die Wurzel seien. Es sei sehr schwer, dies klarzumachen und die Beziehungen auf­zuzeigen. Durch entsprechendes Eingreifen könne man mitunter die Situationen erleichtern, aber da, wo sie als unabänderlich bestehen bleiben, müsse eine Umstellung zur Einstellung der Kranken gebracht werden. Der Arzt treibe bann Charaktererziehuyg, indem er klar mache, daß man sich mit den Dingen im Leben, die an einen herantreten, auseinander­setzen müsse, und daß Glaube und Zuversicht not­wendig seien, um allen Schwierigkeiten Herr zu werden. Menschen, die keinen guten und festen Willen hätten, fei überhaupt nicht zu helfen. (£ln anderer, ebenfalls falscher Weg, wie man sich von Konflikten freizumachen versuche, sei die vorüber­gehende Betäubung durch Rauschgifte. Der Arzt sehe seine Aufgabe darin, festzustellen, warum man zu den Betäubungsmitteln gegriffen habe, dann erst könne man daran gehen, das liebel an der Wurzel anzugreifen.

Wenn ein Mensch feine Leistungen steigern wolle, dann müsse er sich vor allen Dingen einer natür­lichen Lebensweise befleißigen. Arbeit gehöre zum Leben, und erfolgreiche Arbeit gebe den Menschen auch einen zuversichtlichen Glauben. Natürlich ge­höre zur Arbeit auch die rechte Erholung, nur dürfe sie nicht in Vergnügungssucht ausarten. Eine gute Erholung, besonders als Ausgleich für vieles Sitzen bei der Arbeit, fei der Sport. Die Erhaltung der körperlichen Kraft wirke sich ebenfalls gut auf den Willen und den Glauben aus. Vernünftige Ernäh­rung fei ferner ein Hauptfaktor zu vermehrter Lei­stungssteigerung. Höchstleistungen werde nur dann ein Mensch vollbringen, wenn er in der Tätigkeit sei, die ihm liege, ferner von keinen Konflikten ge­stört werde und wenn er sich einer natürlichen Le­bensweise befleißige. Durch Sich-Mühe-Geben und durch Streben könne man seine Leistungen heben. Dazu bedürfe es noch des Bewußtseins, daß man mit feiner Leistung der Gemeinschaft von Wert und Nutzen sei. Menschen, die zweifeln, könnten ihre Kraft nicht steigern. Mut und unerschütterlicher Wille seien notwendig! Für jeden Deutschen müsse der Grundsatz gelten, daß er mit seiner Arbeit etwas für sein Volk leiste. Jeder müsse zuversicht­lich an sich glauben und was in ihm sei heraus- holen. Wenn wir durch schwere Zeiten hindurch­kommen wollen, dann müßten wir im Glauben an unsere Kraft leben und arbeiten.

Am Schlüsse seiner mit großem Beifall aufge­nommenen Ausführungen gedachte Prof. Hoff­mann noch unseres Führers, der uns als ein Mann mit unerschütterlichem und zuversichtlichem Glauben an sein Werk ein Vorbild sein möge.

und oft gedarbt, was aber seiner inneren Fröhlich­keit keinen Eintrag tat. Nach dem Vorbild Virgils dichtete er Hirtenlieder, die zum Besten ihrer Zeit zählen. Er verließ Erfurt, und wir treffen ihn 1509 beim Bischof Hiob von Dobeneck in der Kanzlei des Deutschen Ordens in Riesenburg in Preußen. Aber auch dort hielt er es nicht aus, weil er Freiheit zum Schaffen brauchte. 1514 kam fein größtes und be­deutendstes GedichtHeroiden" heraus, das find Briefe heldenhafter Frauen, wie Kaiserin Helena und die heilige Elisabeth. Das Gedicht machte Hesse in den Augen der Leser zumDeutschen Ovid"; es zeigt sein Talent in größter Blüte.

Seit 1514 lebte er wieder, alsKönig der Dichter" begrüßt, in Erfurt, wo er 1515 eine Bürgerstochter heiratete, mit der er 26 Jahre trotz aller Wider­wärtigkeiten glücklich lebte. Mutianus Rufus küm­merte sich auch jetzt wieder um fein Fortkommen. Hesse begann zu dieser Zeit mit Gelegenheits- gedichten. Die religiösen Stoffe bleiben jetzt zurück, vaterländische treten in den Vordergrund, wie denn die Liebe zum Vaterland tief im deutschen Huma- nismus lag, genährt zumal an Tacitus. Zu Hut­tens Elegie an den Kaiser Max schreibt er ein Antwortgedicht; in feiner Auffassung des Kaisertums

ist er groß und gut deutsch, in der Sprache glanzend. 1517 wurde er als erster Humanist ordentlicher Pro- fessor- sein Name und sein Lateinunterncht zog Studenten von überall her nach Erfurt. Sem de- sonderer Gönner war der Arzt Georg Sturz aus Annaderg, dem er es später verdankte, die Erfurter Verfallszeit überdauert zu haben.

Da kam die Reformation. Hesse hielt innerlich zu Luther, äußerlich mußte er als Beamter eine Mittelstellung einnehmen. Zunächst stand er noch fest inmitten eines großen Freundschaftskrelses, ohne den er nicht leben konnte. In dieser Zeit ent- standen viele Gelegenheitsgedichte, deren insgesamt neun Bände erhalten sind. Aehnlich wie in der sog. Geniezeit des 18. Jahrhunderts artete'damals Ve- geisterung für Ideale in Schwärmerei aus. So ist auch Hesses Huldigungsfahrt nach Löwen zu dem gewaltigsten Humanisten Erasmus zu verstehen. Als er später erkennen mußte, daß innere Gegen­sätze den Humanismus von der Reformation trenn­ten und er Melanchthon und Luther selber kennenlernte, wurde er zum leidenschaftlichen Vor­kämpfer der neuen Bewegung. In dieser Zeit be­gann der Verfall der Erfurter Hochschule, die im­mer mehr hinter Wittenberg zurücktreten mußte. Hesses wirtschaftliche Lage wurde immer schwie­riger, bis er 1526 durch Melanchthons Vermittlung eine Stelle an der neuen Schule in Nürnberg er­hielt, wo er als Amtsgenossen seinen früheren Schü­ler und Freund Camerarius hatte. In seiner letzten Erfurter Zeit war er in Gegensatz zu Luther gedrängt worden; zwar schied er selber zwischen der Beschränktheit der Erfurter Köpfe und der Witten­berger Größe, aber feine Gegner verkannten ihn nicht nur, sondern verachteten ihn. So blieb ihm nur die Lösung von seiner Wirkungsstätte, wo er so Hervorragendes geleistet hatte. Die Nürnberger Schule war die erste auf deutschem Boden, wo neben Latein Griechisch und Hebräisch gelehrt wurde. Hesses Geist regte wieder die Flügel. Vielbeschäf­tigt und arbeitsfroh meinte er damals:So müssen wir in Arbeit leben, um zu leben, das ist unser Los" das Los des deutschen Schulmanns bis heute. Er verfaßte viele Gedichte in diesen Jahren, fand einen schönen Freundeskreis, darin auch Al­brecht Dürer, dem er 1528 ein von Herzen kom­mendes Grablied schrieb.

Die Nürnberger Schule aber nahm eine andere als die erwartete Entwicklung, und Hesse verhehtte sich nicht,wie wenig die geistigen Interessen der großen Handelsstadt der gelehrten Schule entgegen- kamen, wie die Kaufleute nur von ihrem Safran und Pfeffer träumten." In den politischen und sozia­len Umwälzungen sah er die Wurzel alles Hebels. 1530 folgte er dem durchreisenden Melanchthon zum Reichstag in Augsburg; feine Gedichte an Karl V. stellen unerfüllbare Wünsche auf:Der Kaiser wolle sich an die Spitze einer deutschen Dolkskirche stellen und seine Deutschen unter dem Banner der Refor­mation vereinigen." Damals sprach Eoban Hesse zum letzten Male zur Zeitgeschichte. Er versuchte von Nürnberg fortzukommen. Vorläufig übersetzte er die ersten Bücher von Homers Ilias und Theo- krits Idyllen, später den Prediger Salomos und den Psalter in mustergültiges Latein. In seinem Umgang nicht sehr wählerisch er hatte sich schon in Riesenburg einen Hang zum Wein angewöhnt kam er bei den Nürnbergern allmählich in Verruf. Um sie sich wieder geneigt zu machen, verfaßte er seineNorimberga illustrata" (1531), ein zu feiner Zeit unerreichtes Werk.

Nach Marburg zu kommen gelang ihm noch nicht; so kehrte er 1533 abermals nach Erfurt zurück. Durch seine 20 000 Verse aber wurden die geldver­dienenden Nürnberger Bürger bis nach Italien und England Berühmtheiten. Auch in Erfurt war seines Bleibens nicht lange. 1536 endlich wurde er an die Heimat-Universität Marburg berufen als Professor für Geschichte. Er wußte' sich die Anerkennung Phi­lipps des Großmütigen zu erringen und fühlte sich im ganzen wohl, besonders, wenn gerade einmal seine Schulden vom Landgrafen bezahlt waren. Er begann wieder Freundschafts- und Gelegenheits­gedichte zu verfassen und brachte 1539 eine Gesamt­ausgabe seiner Werke heraus. Die Vollendung der in Erfurt begonnenen Jlias-Uebersehung sollte sein letztes Werk sein. Am 4. Oktober 1540 starb der Dichter; der Landgraf ließ ihn bei feinen eigenen Ahnen in der Elisabethenkirche bestatten.

Eoban Hesse war der letzte große lateinische Dichter unter den Deutschen. Alles Große feiner Zeit spiegelt sich in feinen Dichtungen: Vaterlandsliebe, Wissenschaft, Reformation; immer stand er mitten im großen Leben. Er hat seinen Platz auf dieser Erde voll aufgefüllt, und man darf von ihm sagen, daß er den Besten feiner Zeit genug getan hat.

Totensonntagsfeiern auf dem Lande.

UeberaU in den Städten und Dörfern wurde der vergangene Totensonntag in stillem Gedenken an die Heimgegangenen und an die Gefallenen mit kirchlichen Feiern und zum Teik mit Veranstaltun­gen aus den Friedhöfen begangen. Aus zahlreichen Gemeinden liegen uns Berichte über den Verlauf dieser Feiern vor. Mit Rücksicht auf die weitgehende Gleichartigkeit der Feiern und die große Zahl der Einzelberichte müssen wir es bei einer zusammen­gefaßten Schilderung bewenden lassen.

Der Totensonntag brachte vormittags in den Kirchen Gottesdienste, die im Geiste des Tages gehalten wurden. Bereichert und vertieft wurden die Gottesdienste allenthalben durch die Vorträge geistlicher Lieder. Kirchengesangvereine, Gesang­vereine der einzelnen Orte, Schüler- und Konfir- manden-Chäre waren es, die die Feiern würdig umrahmten. Auch die Posaunenchöre wirkten mit. Die Predigten wandten sich in ernsten Gedanken den Verstorbenen zu. In verschiedenen Gemeinden wurden liturgische Feiern auf den Friedhöfen ad- gehalten, die ebenfalls einen sehr würdigen Ver­lauf nahmen. Nicht weniger herzlich wie der Ver­storbenen wurde auch der Gefallenen gedacht. Ver­schiedentlich wurden insbesondere von den Krieger­kameradschaften kurze Feiern an den Kriegsehren­malen abgehalten und Kränze niedergelegt. Aus einer Reihe von Gemeinden wird uns berichtet, daß mit dem Totensonntag auch Abendmahlsfeiern ver­bunden wurden. Schließlich wurden da und dort durch den Ortsgeistlichen besondere Abendveranstal­tungen abgehalten, in denen Lichtbilder gezeigt wurden, die den Weg des Menschen bis zu feinem Tode spiegelten. Ueberall wurden in herzlicher Weise die Gräber der Toten geschmückt.

Eoban Hesse, ein hessischer Dichter.

Aortraa im Oberhessischen Geschichtsverein.

Speck-Ooße.

Speck sowie

Soßenwürfel

MAGGI5 Bratensoße

Es sollten immer einige Würfel MAGGI8 Bratensoöe im Hause sein

Kartoffelbrei mit Specksoße Ist ein herzhaftes Essen, rasch und ohne Möhe mit MAGGI8 Bratensoße zu bereiten. Ein Würfel, kochfertig, kostet nur 10 Pfg.

I Würfel Maggi's Bratensoße, 1 Scheibe Speck, 1 Eßlöffel Fett, 1 Zwiebel,/4 Liter Wasser steichlichj.

Zwiebel seinhacken und im heißgemachten Fett anschwihen. Oe»

-.K------fein zerdrücken, dazugeben und leicht durchdünsten. Mit dem

W Daffer auffüllen und eine bündige Soße kochen. Nach Belieben einige Scheiben

Gurke feingehackt beifügen. Wenn man die Soße noch mit etwas Salat zu Kar­toffelbrei oder Bratkartoffeln gibt, so hat man auch ein sättigendes Abendessen.