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peterkorps, das zu blefer Darbietung im Dienst­anzug auf der Bühne aufmarschierte, die Urauf­führung des der Stadt Gießen zum Einzug der Artillerie gewidmeten MarschesArtilleristen- G r u ß" statt. Es handelt sich bei diesem Werk um -ine feurige, mitreißende Marschweise, bei der die Blasinstrumente zur besten Geltung kommen. Der Marsch fand bei den Zuhörern, die einen wahren Orkan von Beifall spendeten, fo gewaltigen An­klang, daß er nach der ErstaufEhrung sofort wie­derholt werden mußte und auch nach dem zweiten Vortrag wieder gewaltigen Beifall auslöste. Dem Komponisten wurde damit der gebührende herzliche Dank für sein prächtiges Tonwerk abgestattet.

Die allen Slrtiüertnen und ihre wen Kameraden.

Der Kameradschastsführer des Artillerie- Vereins Gießen Kaufmann Müller, zu- alelch Führer des Gießener Soldatenbundes, Der Arbeitsgemeinschaft der Gießener soldatischen Kame­radschaften, brachte in einer Ansprache den Artille­risten den herzlichen Dank der alten Waffenkame­raden für die Einladung zu diesem feierlichen Tage zum Ausdruck und betonte, daß an diesem unver­geßlichen Feiertag die -erzen der alten Soldaten, die einst im Frieden und im Krieg mit Stolz das Ehrenkleid des deutschen wehrhaften Mannes ge­tragen, höher schlugen. Der Redner erklärte weiter im Namen der alten Soldaten, daß diese allezeit, wie bisher schon mit der Infanterie, auch mit der Artillerie die beste und herzlichste Kameradschaft pflegen würden, zumal sie bisher in Gießen schon immer die schöne Tradition des Soldatentums und insbesondere der Artillerie au wahren gewußt hät­ten, ein Bemühen, das in Zukunft, gestützt auf die Kameradschaft mit den jungen Artilleristen, leichter sein werde als früher. Die alten Soldaten würden sich in kameradschaftlicher Treue und Liebe zum Vaterland von niemand beschämen lassen. Er wünschte den Artilleristen, daß ihr schönes neues -eim nicht nur eine Schule für den Krieg, sondern, wie die früheren Kasernen, zugleich auch eine.Schule

für das ganze Leben sein möchte. Die Führer und die Geführten der Truppe möchten in ihrem Wollen und Arbeiten immer zusammenklingen in dem Ge­danken: Mit dem Führer dem Vaterlande in selbst­loser soldatischer Treue zu dienen für Deutschlands Freiheit und des deutschen Volkes Glück. Möchten die jungen Kameraden, wie auch die alten Soldaten, sich immer als Leitstern ihres -andelns das Wort vor Augen halten:Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte". Der Redner schloß seine zündende Ansprache mit begeistert aufgenom­menen dreimaligen -urra-Rufen auf unsere Gieße­ner I. Abteilung Artillerie-Regiment 9. Namens des Artillerie-Vereins Gießen überreichte er dem Kommandeur ein schönes Bild (ein Ausschnitt aus der Champagne-Schlacht) als Schmuck für die Kaserne.

Oer Abte.lungskommandem, Hauptmann Weite

sprach dem Redner und den alten Soldaten, ins­besondere nom Artillerie-Verein Gießen, für die herzlichen Glückwunschworte und das schöne Bild- Geschenk den aufrichtigsten Dank der jungen Ka­meraden aus und versprach, dem Bild einen Ehren­platz in der Kaserne zu geben. Weiterhin gab er den alten Artilleristen die Versicherung, daß die jungen Kameraden sich allezeit bemühen würden, treue Waffenbrüderschaft und herzliche Kamerad­schaft mit den alten Artilleristen zu pflegen.

Sodann gedachte der Kommandeur mit herz­lichen, dankerfüllten Worten des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der unser Volk ein für allemal von fremden Fesseln und fremder Machtherrschaft befreit habe, dem unser ganzes Volk zu unvergänglichem Danke verpflichtet sei. Als Ausdruck der unlöslichen Treue und des tiefsten Dankes brachte der Kommandeur dreimalige Sieg- Heil-Rufe auf den Führer und Reichskanzler und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht aus. Mit gewaltiger Begeisterung wurden die Rufe ausgenom­men und anschließend gemeinsam die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes ge­sungen.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Schiefer überm Samenkorn.

Von Reinho'.d Braun

Mit einem Manne saß ich zusammen, und er er» jäljue mir von seinen Waldschulmeisterjahren hoch oben im Thüringer Walde. Er berichtete von der Spärlichkeit der Felderbreiten, von dem felsigen, innerlich zerrissenen Untergründe der Aecker, wie unzählige Schieferplatten den Boden durchsetzten; wohl seien fleißige Hände unermüdlich am Werke, )te zu Tage liegenden Platten aufzulesen, doch der Grund stieße gleichsam immer wieder neue Schiefer­etzen herauf. Zwischen diesen keimt bann die Saat. Wohl kommt es auch vor, daß ein Samenkorn von ?iner Schieferplatte zugedeckt wird.Aber", sagte )er Freund,wenn das Körnchen nur Erde unter unter sich hat; mit dem Steine über sich wird es ertig!"

Ja, es wird mit ihm fertig; denn es dauert nicht lange, so steigt das Hälmchen neben der Platte iröhlich ins Licht. Ist das nicht ein tröstliches Bild lind ein Gleichnis dazu?

Senkrecht nach oben zu svitzen, wie das die Damenkörner in den guten, steinfreien Aeckern kön­nen, das geht eben nicht an. Nun, bann tapfer erst nach ber Seite hin bas Seine versucht! Irgendwo mirb schon Luft werden. Das ist ein mühseliges Werk, so gegen alles Gesetz seithin zu wachsen. Aber hie Sehnsucht ins Licht gibt Kraft für ben Umweg. Die Hauptsache bleibt, nur ein Duäntlein Erbe un­ter sich! Enblich ist's geschafft.

Fürwahr, es ist ein Gleichnis, aus dem ein Nensch viel nehmen kann fürs eigene Leben unb kämpfen. Liegt's nicht auf manchem von Jugenb cuf wie ein Stein? Unb wenn eine gütige Hand hn forträumt, bald ist ein neuer da. Man fragt wohl:Warum hat das Schicksal gerade für mich 3 viel Steine bereit?": Es kostet Kraft, dabei sröh- ich zu bleiben. Ader bald merkt man, baß schließ- ch alles auf den Herzgrund ankommt. Wenn der i Ordnung ist unb man alles tut, daß er in Ord­nung bleibt, bann wird man schon mit dem Steine iber sich fertig. Dieser Herzgrund gibt auch die teste Nahrung für die Sehnsucht. Unb mo Sehnsucht ist auch ein tapferer Glaube. Mit diesem wie­her reift die Erkenntnis, daß Gott es fo will, daß ich Schwierigkeiten habe. Er wird wissen, warum mir solche Hemmnisse bereitet werden. Darum: Nutig den Umweg beschritten und trotz allem Druck, oller Notschwere wachsen! Nur dem innersten Gesetz treu geblieben, bann muh das große Lebensgesetz Uns doch irgendwie dienstbar sein.

Das Dasein ist nicht lauter Weizenboden. Es lpäre auch nicht gut. Das Korn der Mühsal gibt ost das kernhafteste Brot. Und dem weisen und zufriedenen Sinne bleibt es auch das schmackhaf- tefte. Was leicht hochkommt, ist gut in der Menge zu brauchen. Wer aber auf Bewahrung aus ist, der freut sich am Halm zwischen den Steinen. Von ben Not-Aeckern des Lebens sind oft die segens- ovllsten Gestalten einem Volke geschenkt worden. Und die Umweg-Menschen aus Not sind meist wert­voller, als die, die keine Beschwerung erfuhren, die geradeaus ins Licht schießen durften.

Alles hat seinen Sinn, auch das, was schmerzend ouf uns liegt. Die Hauptsache ist, auch unter dem ^bittersten Druck und in der dunkelsten Nacht nicht untätig bleiben, nicht ohne Hoffnung und Glauben jein, Zähigkeit bewahren in jeder Lage, und des Herzens Grund mit Gotteskräften, fo viel Ivie mög­lich, zu füllen suchen! Und dann noch eins: Sich verbunden fühlen allen, die den Samenkörnern zwischen den Steinen gleichen! Die Not-Aecker blei­ben die Sinnbilder des höchsten Lebenssieges und ber kraftvollen Gemeinschaft!

Vornot zen.

Tageskalender für Samstag.

NSG.Kraft durch Freude": 16.30 bis 17.30 Uhr Waldlauf. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr (Ring T^utsche Bühne)Cosi fan tutte. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Vergiß mein nicht!" Gie- ßrner Radfahrer-Verein von 1885 e. V. Gießen: 2» Uhr im Cafs Leib großes Winzerfest.

Tageskalender für Sonntag.

BNSDI., Bezirk Oberhessen: 16 Uhr auf dem J Eleiberg Eröffnung des dritten Führerschulungs- logers des Nationalsozialistischen Deutschen Juristen- blindes; es spricht Reichsminister Pg. Frank II. - Stadttheater: 11 bis 13.30 Uhr (HI., BDM.) Der Prinz von Homburg". 20 bis 23 UhrCosi (an tutte. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ver­giß mein nicht". Reichsbund der Kinderreichen, Ortsgruppe Gießen: 16 Uhr Großkundgebung im katholischen Dereinshaus. Lukasgememde: 20

Uhr im Lukassaal Familienabend. Turnverein von 1846 Gießen: Abturnen in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr Aus­stellung friesischer Maler ber Gegenwart, Klein­tierplastik Lily König.

Platzkonzert des Musikzuges der $21.

Am morgigen Sonntag, 27. Oktober, findet vor dem N"inm Schloß ein Platzkonzert, ausg"sübrt von dem Musikzug der SA.-Standarte 116, statt. Beginn 11 Uhr.

Stabfttjeater Gießen.

Heute, 20 Uhr, als geschlossene Vorstellung der NS.'Kulturgemeinde RingDeutsche Bühne"Cosi fan tutte, komische Oper von W. A. Mozart. Mu­sikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W r e d e. Ende 23 Uhr.

Spielplan des Gießener Stadttheaters vom 27. Oktober his 3. November.

Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben: Sonntag, 27. Oktober, von 11 bis 13.30 Uhr als 1. geschloffene Vorstellung für HI. und BDM.Der Prinz von Homburg", Schauspiel von H. von Kleist, Spielleitung: Der Intendant. Abends 19 bis 22 Uhr Wiederholung ber bezau- bernben OperCosi fan tutte von W. A. Mozart. Musikalisch; Leitung: Paul Walter. Spiel- leitung: Paul Wrede. Dienstag, 29. Okto­ber, von 20 bis 22 Uhr als 5. Dienstag-Abonnement Erstaufführung ber heiter beschwingten LZer- wechslungskomödie von W. Shakespeare:Komö- bie der Irrungen". Die Spielleitung liegt in den Händen des Intendanten Schultz-Griesheim. Mittwoch, 30. Oktober, von 19.30 bis 22.30 Uhr in der neuen Bearbeitung (Münchner Fassung)Der Dogelhändler", Operette von K. Zeller. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Diese Vorstellung gilt zugleich als 5. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Freitag, 1. November, von 2022 Uhr 1. Symphortie-Kon- zert des Gießener Konzertoereins und zugleich 5. Freitag-Abonnement. Leitung: Prof. Dr. Temes- vary. Solistin: Maria Neuß, Berlin (Violine). Es spielt das verstärkte städtische Orchester. Pro­gramm: Gerster, Brahms, Beethoven. Kartenver­kauf und Auskunft nur Musikalienhandlung Chal- lier, Neuen Weg 10. Samstag, 2. November, von 2023 Uhr:Der Prinz von Homburg" Schauspiel von H. v. Kleist. Spielleitung: Der Intendant. Ge­schlossene Do stellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne. Sonntag 3. November, von 19 bis 22 Uhr der große Operettenerfolg:Paganini", Operette von Fr. Lehar. Außer Abonnement. Mu­sikalische Leitung: Ernst Bräuer Spielleitung: Heinrich Hub.

GoetheVund Gießen und kaufmännischer Verein Gießen im Deutschen Volksbildungswerk, kreis Gießen. Wie man uns mitteilt, eröffnen der Goethe-Bund Gießen und der Kaufmännische Verein Gießen am Mittwoch, 30. Oktober, ihr Vortragsprogramm. Die beiden Verbände, die schon seit über zehn Jahren in Zusammenarbeit stehen, haben sich für diesen Winter zu einer engen Vortragsgemeinschaft zu­sammengeschlossen und werden insgesamt zehn Ver­anstaltungen bringen. Für den ersten Abend ist ein Teilnehmer der großen erfolgreichen deutschen Fro- benius-Expedition 1935, Studienrat Wählen­de r g, gewonnen worden. Bekanntlich kehrte Geh. Rat Frobenius im September d.J. von seiner letzten großen Afrika-Expedition mit reichem und wertvollem Forschungsmaterial nach Hause zurück. Eine Gruppe der Expedition drang nach Abessinien vor, um dort äußerst wichtige und interessante For­schungen anzustellen. Da Abessinien heute im Mit­telpunkt des gesamten Weltgeschehens steht, ist ein ebenso spannender wie zeitgemäßer Vortrag zu er­warten, der durch eine reiche Fülle 'neuester Licht- bildaufnahmen illustriert wird. (Nähere, heutige Anzeige.)

Eine Kundgebung der Kinderreichen findet am morgigen Sonntagnachmittag im Katho­lischen Vereinshaus statt. (Näheres in der heutigen Anzeige.)

Landsckastsbund Volkstum und Heimat

Ortsring Gießen.

Am Dienstag, 29. Oktober, 20.15 Uhr, findet im Katholischen Dereinshaus die feierliche Eröffnung unserer Winterarbeit statt. Redner: Landschafts- leiter Ministerialrat Ringshausen. Es wirken u a mit: Heimatdichter Georg Heß, der Bauer- sche Gesangverein, To. 1846 (Volkstanzgruppe),

Jeder Hilst dem Winterhilfswerk!

Oie Gauführung des WHW. dankt für die ersten Spenden.

Die Gauführung des TBf)TB. des Gaues Hessen- Nassau dankt allen Volksgenossen, die am Sonntag anläßlich der Sammlung von Kinderwäsche und Kinderkleidern, die von den Jungmädels des VD7N. durchgeführt wurde, gespendet haben, aufs herz­lichste. Das Ergebnis dieser Sammlung ist zufrie­denstellend und zeigt erneut die große Gebefreudig­keit der Bevölkerung in unserem Gau. Wir sind der felsenfesten Ueberzeugung, daß sie uns genau so wie bei dieser Aktion bei allen noch folgenden Aktionen unterstützen wird.

Gleichzeitig sprechen die Tausende von Jung­mädels, die sich am 20. Oktober der Volksgemein­schaft zur Verfügung gestellt haben, an dieser Stelle ihren Dank aus für das freundliche Entgegenkom­men und das Verständnis der Geber.

Die Gauführung des Winterhilfswerkes, Gau Hessen-Nassau.

Erleichterter Versand von Spenden für das WHW. durch die Reichspost.

Zur Unterstützung des Winterhilfswerks be» deutschen Volkes beförbert bie Deutsche Reichspost auch in biesem Jahre roieber bis Enbe März 1936 Senbungen im Gewicht bis zu 7 Kilogramm mit Gaben für bie Winterhilfe zu ben billigeren Post­gutgebühren. Für biefe Senbungen sind bie sonst für bie Einlieferung von Postgut bestehenben Ein­schränkungen vorübergehend aufgehoben worben. Postgüter mit ben vom Winterhilfswerk beschafften ober gesammelten unb von ihm unentgeltlich an hilfsbedürftige Volksgenossen abzugebenben Le­bensmitteln, Kleibungs- ober Wäschestücken können also bei jeder Postanstalt eingeliefert unb an Emp­fänger in allen Orten bes Reichsgebiets gerichtet werben, wenn bas Winterhilfswerk ober eine ört­liche Vertretung entroeber Absenber ober Empfänger ist. Die Senbungen unb bie Postgutkarten müssen neben ber AngabePostgut" ben VermerkGaben für bie Winterhilfe bes beutschen Volkes" ober Winterhilfe" tragen.

Singgruppe ber Goetheschule unb Sprechchor ber Pestalozzilchule. Freier Eintritt für unsere Mit- alieber unb bie Mitaliedc'r ber angeschlossenen Ver- bänbe unb bes Goethe-Bunbes, samt Angehörigen. Nichtmitglieber zahlen 20 Pfennig Eintritt.

F ntzig Lahre Dozent.

Am heutigen Tage feiert ber ordentliche Professor der Mathematik an der Landes-Universität, Dr. Friedrich Engel, das seltene Fest des fünf­zigjährigen Dozentenjubiläums.

Am 26. Oktober 1885 habilierte sich der damals dreiundzwanzigjährige junge Doktor in Leipzig als Schüler eines ber bedeutendsten Mathematiker jener Zeit, des Norwegers Sophus Lie. Lies Gedanken­welt ist für Engels Schaffen grundlegend gewor­den. Schon drei Jahre nach der Habilitation ver­öffentlichten beide das dreibändige WerkTheorie der Transformationsgruppen", das noch vor kurzem (1930) einen Neudruck erleben konnte unb auch heute richtungweisenb für die mathematische Forschung ist. 1889 wurde Engel zum außerordentlichen, 1899 zum ordentlichen Honorarprofessor in Leipzig er­nannt, das er 1904 verließ, um einem Ruf als Ordinarius nach Greifswald Folge zu leisten; seit 1913 wirkt er in der gleichen Eigenschaft an unse­rer Hochschule.

Engels wissenschaftliche Tätigkeit ist sehr ausge­dehnt und vielseitig. Bald nach seiner Habilitation o->'sentlichte er zusammen mit dem Geometer P. Stäckel dieUrkunden zur Geschichte der Nichteukli­dischen Geometrie", in denen er den Zugang zu ben ?ür bie nichteuklidische Geometrie grundlegenden Schriften des russischen Geometers Lodatschefskij er­öffnete; ooranaegangen" war eine ebenso bedeutende Urkundensammlung der gleichen Verfasser über die Theorie ber Parallellinien von Euklid bis auf Gauß. Abgesehen von der Herausgabe der gesammelten Werke H. Graßmanns unb ber Eulerschen drei­bändigen Integralrechnung sind die andern Werke Engels dem Ausbau und der Fortführung ber Lie­schen Arbeiten gewibmet. Sein größtes, nicht hoch genug einzuschätzendes Verdienst ist die Herausgabe und Erläuterung der Lieschen Arbeiten, die unter dem Protektorat der norwegischen unb ber sächsi­schen Akademie ber Wissenschaften erfolgt; von dieser Ausgabe, die auf sieben Bände veranschlagt ist, sind bislang fünf Bände erschienen;'daß die schwierigen und tiefgehenden Gedankengänge Lies, die auf die mathematische Forschung aller Gebiete vielfältig befruchtend wirken, der breiteren Öffentlichkeit zu­gänglich und verständlich wurden, dankt die wissen­schaftliche Welt in erster Linie der Tätigkeit Engels, und sie kann ihm nur von Herzen wünschen, daß er noch für viele Jahre die Kraft unb Frische Hü­ben möge, um biefes Lebenswerk zum Abschluß zu bringen. Noch jüngst, 1932, konnte Engel, zusam­men mit einem seiner Schüler, als Frucht seines jahrelangen Einbringens in Lies unvollendete Theo­rien ein Buch über die Liefche Theorie der partiel­len Differentialgleichungen erster Ordnung veröffent­lichen.

Engels unermüdliche Forschertätigkeit fand in den eben so anregenden Vorlesungen ihre Ergänzung, und so ist es natürlich, daß er unter seinen Hörern, denen er stets ein gütiger, verständnisvoller Lehrer und Freund war, eine stattliche Anzahl von Sckü- lern unb Mitarbeitern fanb; bie für das schwierige Fach der Mathematik recht große Zahl von zwanzig Dissertationen, die allein während seiner Gießener Tätigkeit aus seiner Schule .hervorgingen, legt da­von p'n sprechendes Zeugnis ab. Engels wissen­schaftliche Verdienste fanden von allen Seiten die wohlverdiente Anerkennung; er wurde zum Mit­glied der russischen, der norwegischen und der säch­sischen Akademie ber Wissenschaften ernannt unb von ber Universität Oslo mit ber Verleihung bes Dr phil. h. c. geehrt.

Engels Wirken, besonders im öffentlichen Leben, geht viel weiter, als hier gesagt werben konnte. Unsere Universität ist ihm als bem längjährigen Vorstanb unb unermübüdjen Förberer ber Witwen- unb Waisenkasse zu ganz befonberem Danke ver­pflichtet. Sie oerbinbet mit biesem Danke ben herz­lichen Wunsch, baß es bem Jubilar vergönnt sein möge, seine groß angelegten wissenschaftlichen Pläne zu Ende zu führen und noch lange Zeit für Wissen­schaft, Hochschule und Volk zu wirken

Reichsminister $ranf II. auf dem Gleiberg

Der Bund Nationalsozialistischer Deutscher Ju­risten, Bezirk Oberhessen, lädt im heutigen An­zeigenteil zu einer Kundgebung ein, die am morgi­gen Sonntagnachmittag auf dem Gleiberg stattfin- bet unb bei ber Reichsjuristenfübrer Reichsminister Frank II sprechen wirb. (Siehe heutige Anzeige.)

Gießener Dochenmarktpreife

* Gießen, 26. Oft. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (holländische), frische 13, Kühlhaus 11, (inländische) frische, Klasse B 12'/r, C 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., der Zentner 5 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüden, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 6 bis 10, Unterkohlrabi 5 bis 8, Rosenkohl 20 bis 35, Feld­salat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 8 dis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarz­wurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel

12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 30 Mark, Birnen, das Pfund 10 bis 25 Pf., Nüsse 35 bis 40, Zwet- schenhonig 40, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 85 Pf., Gänse 75 bis 85, Enten 80 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 10 Pf. Zahrplanhest des Giehener Anzeigers.

Infolge einer Aenderung, die. aus ben Fahrplan­entwürfen und -Berichtigungsblättern nicht ent­nommen werden konnte, ist in dem Streckenfahr­plan Kassel Gießen auf Seite 7 der O-Zug 1. bis 3. Klasse zu streichen, der um 8.00 Uhr den Potsdamer Bahnhof in Berlin verlassen soll. Der Zug verkehrt während des Winters nicht.

** Weltanschaulich,e Betätigung von Vereinen. Durch Erlaß hat der Reichs- und Preußische Minister des Innern angeordnet, daß den Beauftragten des Führers zur Ueberwachung der Schulung und Erziehung der gesamten natio­nalsozialistischen Bewegung in allen Fällen, m denen von Vereinen, die sich auf geistigem und weltanschaulichem Gebiete betätigen, Anträge auf

Volksgenosse, du bist der Staat!

Das gibt dir die Würde der Opferpflicht im WHW.

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163DD

«IbI Seltersweg 67

Genehmigung zur Gründung oder zur Aenderung des Namens oder des Zweckes zugehen, Gelegen­heit zur Stellungnahme zu geben ist. Die Anord­nung verfolgt den Zweck, zu'verhindern, daß Ver­eine unter harmloser Maske das vom National­sozialismus bekämpfte liberale Geistestum wieder aufleben lassen.

** Polizeiliche Beglaubigung von Fahrtausweisen Die von der Fahrtenstelle des Grenz» und Auslandamtes der HI. ausgestell­ten Fahrtausweise für Grenz- und Auslandfahrten werden auf Antrag von den Polizeibehörden kosten­los beglaubigt. Der Reichs- und Preußische Innen­minister hat an die Polizeibehörden einen entspre­chenden Erlaß gerichtet.

** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird die Neuen Bäue zwischen Sonnenstraße und Weidengasse zur Hälfte von Montag, 28. Oktober, ab auf die Daizer von drei Tagen für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich aejperrt. Die ausgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten.

** D i e Anmeldung zur Schlachtvieh- und Fleischbeschau betrifft eine Bekannt­machung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.

** Letzter Holzabfuhr-Termin. Das Forstamt Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil den letzten Termin für die Holzabfuhr im Forstamts- bezirk bekannt. Die Bekanntmachung sei der beson­deren Beachtung empfohlen.

** Die Lieferung von Düngemitteln für die städtischen Wiesen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interventen mögen die Be­kanntmachung nicht übersehen.

** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet in Gießen Rindvieh-(Nutz- vieh-)Markt statt, am folgenden Mittwoch wird Schweinemarkt abgehalten. Siehe heutige Bekannt­machung der Bürgermeisterei.

** Eine reife Erdbeere, die, gestern, also noch in den letzten Oktobertagen, in einem Gießener Garten geerntet wurde, überreichte uns heute früh ein Leser unseres Blattes. Wir nehmen von diesem Kuriosum der Natur geziemend Kenntnis.

** D i e Reichsbeihilfe für Obstbaum­pflanzungen betrifft eine Bekanntmachung des Obst- und Gartenbauoereins in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.

Amtsgericht Gießen.

In der gestrigen Sitzung wurde das Urteil gegen den H. B. aus Gießen verkündet, der wegen Ver­gehens gegen die Reichsversicherungsordnung zu einem Monat Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens verurteilt wurde.

Zwei Personen aus Gießen haben am 22. Mai in einem Neubau Jnstallationsarbeiten ausgeführt, ohne die baupolizeiliche Genehmigung zu besitzen. Sie wurden durch Strafbefehl mit 25 bzw. mit 15 Mark Geldstrafe belegt. Die Einsprüche blieben ohne Erfolg.

Der H. Sch. aus Trohe befuhr mit feinem Per­sonenwagen die Frankfurter Straße. Etwa hinter Klein-Linden kam er beim Ueberholen eines Pferde- fuhrwerks zu sehr auf die linke Straßenseite und verursachte mit einem ihm entgegenkommenden Personenwagen aus Gießen einen Zusammenstoß, wobei beide Wagen beschädigt wurden. Durch Strafbefehl erhielt er eine Geldstrafe von 15 Mark eventuell drei Tage Haft. Auf den Einspruch des Angeklagten verblieb es bei der festgesetzten Strafe.