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Hr.198 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Montag, 26. August (935

Das Sportfest -es Bannes un-Iungbannes 116.

Die Leistungsprüfung -er Siaaisjugend. Die Leibesübung bei -er Hitlerjugend un- -em Jungvolk. Werbeveranstaltung am Gonntagnachmittag.

Flieder-HI. von Lollar startete ihren Zögling zu vier schönen Flügen.

Hitler-Jugend und Jungvolk des Bannes 116 fanden sich am vergangenen Samstag und am gestrigen Sonntag zu einer großen Prüfung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit in ihrem großen Sportfest, das große Teile der Staatsjugend unseres heimischen Gebietes aktiv aufrief. Zahlreich gaben die Jungens ihre Meldungen ab, die freiwillig er­folgen konnten. Gerne trug jeder bei, der Veran- ftaltung zum Erfolg zu verheilen. Gerne setzte sich jeder für das Ansehen seiner Gefolgschaft, für den Sieg der gestellten Mannschaft ein. Begeistert gin­gen sie in den edlen Wettkampf. Freude leuchtete aus allen Augen über das kämpferische Leben, das die beiden vergangenen Tage brachten.

Zahlreiche Wettbewerbe galt es durchzuführen. Schwierig waren die Vorbereitungen. Viel Arbeit galt es schon vorher zu leisten. Der Elternschaft sollte bewiesen werden, was die Hitler-Jugend im Interesse der körperlichen Ertüchtigung der Jugend tut. Als Leiter der Wettkämpfe wirkte Gerd Rabe in seiner Eigenschaft als Stellenleiter für körper­liche Schulung in der HI. Als sein Stellvertreter zeichnete Geff. Schneider verantwortlich.

Für die Durchführung der Wettkämpfe, wie auch für die Kampfrichterarbeit hatte/i sich neben der HI. selbst auch berufene Kräfte aus den Reihen der SA. und der SS. kameradschaftlich zur Ver­fügung gestellt, ferner wirkten auch erfahrene Mit­glieder der hiesigen Leibesübung treibenden Ver­eine mit. Auch das Amt für Leibesübung an der Universität stellte einige Kräfte zur Verfügung und diente der großen Sache dadurch, daß sie der Hitler- Jugend und dem Jungvolk für die Durchführung der Wettkämpfe den herrlich gelegenen Universitäts­sportplatz überließ. Die Wettkämpfe konnten mit geringen Ausnahmen reibungslos durchgeführt werden. Eine starke Begünstigung erfuhr das Sportfest des Bannes 116 durch das außerordent­lich gute, nicht allzu heiße Wetter. Besonders die große Schauveranstaltung am Sonntagnachmittag stand hinsichtlich des Wetters unter einem günstigen Stern.

Lunavolk-Wettkämpse. - Der Auftakt.

Fast jedes Fähnlein des Jungbannes stellte für die Wettkämpfe eine Mannschaft, bzw. ihre besten Einzelkämpfer. Von feiten des Landes allerdings hatte man sich eine etwas stärkere Beteiligung er­hofft. Die Gießener Fähnlein waren naturgemäß zahlenmäßig am stärksten vertreten. Vor dem Ein­tritt in die' Wettkämpfe wurde auf dem Unioersi- tätssportplatz zunächst in feierlicher Weise die Fahne gehißt und dann gemeinsam das Lied der JugendVorwärts, vorwärts" gesungen.

Die Mannschaften, die zu den M e h r k ä m p f e n antraten, bestanden jeweils aus einem Führer und sechs Pimpfen. Der Mannschafts-Fünf­kampf (60-Meter-Lauf, Weitsprung, Ballweit­wurf, Ballzielwurf und dem Hindernislouf) stellte besonders im interessanten Hindernislauf die hohe

Marine-HI. gibt den WinkspruchSeefahrt ist not".

Forderung der Kameradschaftlichkeit. Rur unter dieser Voraussetzung hatten die Mannschaften die Aussicht auf Sieg. Gewertet wurden die einzelnen Hebungen nach Punkten. Es gab eine Reihe sehr guter Leistungen. Selbstverständlich waren die Pimpfe mit großem Eifer bei der Sache. Der Hin- dernislauf, der allen Teilnehmern besonderen Spaß machte, führte durch einen Graben, über zwei Schwebebalken, unter einem Drahtnetz hindurch über Tische hinweg und darunter, schließlich, als schwerste Prüfung, über eine hohe Bretterwand. Ferner wurde ein Dreikampf ausgetragen, (60-Meter-Lauf, Weitsprung, Ballweitwurf) und eine 8-mal-50-Meter-Staffel, die im Fähnlein 3 mit der guten Zeit von 57.06 Sekunden den ersten Sieger sah.

Ein Handballspiel, zwischen der Mann­schaft des StammesWelfen" und der Elf des StammesLangemarck", endete mit einem Sieg derWelfen" Das Spiel wurde über zweimal 15 Minuten durchgeführt und nahm einen spannenden Verlauf. Insgesamt wurden in den Wettkämpfen des Jungvolks verschiedene überraschend gute Lei­stungen erzielt.

Die Gckwimmwettkämpfe am Gamstaonochiwttaa

Die Wettkämpfe des Bannsportfestes wurden am Nachmittag in der Müllerschen Badeanstalt mit den Schwimmwettbewerben fortgesetzt. In gro­ßer Zahl fanden sich die Wettkämpfer, wie auch die Zuschauer aus den Reihen der HI und des JV., ein Rasch und völlig reibungslos wurden die Wettkämpfe durchgeführt, so daß es immer etwas zu sehen gab. Die einzelnen Kameradschaften waren als Zuschauer begeistert bei der Sache. Die Schwim­mer liefen zu schönen Leistungen auf und lieferten sich heftige Kampfe Die Beteiligung war sehr aut. Eine stattliche Anzahl von Siegen konnte die Ma- rine-Hitler-Jugend aus sich vereinigen Die Wett­bewerbe führten die HI., die älteren also, über dis 100-Meter-Strecken im Brust-, Rücken- und im Freistilschwimmen, während das Jungvolk über die 50-Meter-Bahn startete. Auch einige Staffeln wurden geschwommen, die den guten Stand der schwimmerischen Ausbildung der Jugend erkennen ließen. Mit besonderem Interesse wurde das Streckentauchen verfolgt

Der Hindernis-Gepäckmarsch der 63

Der frühe Sonntagmorgen brachte einen der interessantesten und gleichzeitig den schwersten Wett­bewerb des Sportfestes. Die Hitlerjugend und auch eine Mannschaft des Jungvolks starteten um 7 Uhr vom Ludwigsplatz ab auf zwei verschiedenen Strek- ken zu einem Hindernis-Gepäckmarsch über 18 km, die mit verschiedenen Unterbrechungen und mit 20 Pfund Geväck von der Juaend zu bewältigen waren. Acht Mannschaften beteiligten sich, ^n der Wertung konnten allerdings nur sechs Mannschaften berücksichtigt werden. Jede Mannschaft bestand aus einem Führer und sechs Mannen. Der Hindernis- Gepäckmarsch stellte, wie schon erwähnt. Hobe An- fordermigen. Es wurde nicht nur die reine Marsch­leistung verlangt, sondern auch noch die Erfüllung und Lösung der verschiedensten Aufgaben. Der Zelt­bau war in den Marsch eingeschaltet, es galt, abzu- kochen, sich gegen Sicht im Gelände zu tarnen, das Gelände geschickt auszunützen, ferner Geländestreifen zu beobachten und die Beobachtunaen schriftlich niederzulegen, nach Kompaß und Weqskizze zu marschieren und dergleichen mehr. Eine der schwie­rigsten Aufgaben war die Ueberauerung der Lahn mitsamt dem bepackten Tornister. Die Jugend konnte die Prüfungen bewältigen und kam bei guter Zeit im Ziele an. Dem Sieger in dem schweren Wettbewerb stellte die Gefolgschaft 1/116 der HZ. mit 337 Punk­ten. An zweiter Stelle folgte der Stamm 1/116 des JV. mit 297 Punkten. Den dritten Sieger stellte die Gefolgschaft IV/116 mit 286 Punkten

Die leichtath'eiisck-n Wettkämpfe der 63.

Während sich die Mannschaften für den Hinder­nis-Gepäckmarsch unterwegs befanden, bestritten die übrigen Wettkampfteilnehmer die verschiedenen leichtathletischen und volkstümlichen Wettbewerbe auf dem Universitätssportplatz. Den ganzen Vormit­tag über war die Sportstätte von frisch-fröhlichem Leben erfüllt. Die Hitler-Jugend bestritt ihren Fünfkampf, bei dem sich jeder Teilnehmer im 100- Meter-Lauf, im Weitsprung, im Kugelstoßen, im Keulenweitwurf und im Keulenzielwurf zu betäti­gen hatte. Der Dreikampf sah die Jugend im Wett­bewerb beim 100-Meter-Lauf, beim Weitsprung und beim Keulenweitwurf. Ferner bab es zahlreiche Einzelwettbewerbe, und zwar den Weitsprung, den

Hochsprung, das Kugelstoßen und den 100-Meter- Lauf. In den Vorläufen zum 100-Meter-Lauf gab es bereits sehr harte Begegnungen und knappe Differenzen. Im Weitsprung wurden sehr gute Er­gebnisse erzielt. Weiten bis zu 6 Meter wurden gesprungen; für die Jugendlichen ganz hervor­ragend.

Im Fünfkampf wurde die Gefolgschaft 1/116 mit 3168 Punkten erster Sieger. Zweiter Sieger wurde die Gefolgschaft IV/116 mit 3113 Punkten. Nachdem gegen Mittag die Teilnehmer des Hindernis-Gepäck­marsches eingetroffen und herzlich begrüßt worden waren, begaben sich die Jungens nach Haufe.

Vielseitige Kämpfe am Gonntagnachmittag.

Die Wettkämpfe am Sonntagnachmittag, der den Höhepunkt des Bannsportfestes brachte, waren von Seiten der Elternschaft und vielen Einwohnern un­srer Stadt und der näheren Umgebung sehr gut besucht. Vertreter der Partei und der Behörden hat­ten sich zahlreich eingefunden und brachten den Kämpfen der Jugend alle Aufmerksamkeit entgegen. Mit großer Aufmerksamkeit folgte man den Dar­bietungen, die nahezu vier Stunden in Anspruch nahmen. Das Programm war sehr abwechselungs­reich und unterhaltsam. Im Zusammenwirken vieler Kräfte ergab sich eine Ueberschau über die vielseitige körperliche Betätigung der Hitler-Jugend und des Jungvolks.

Mit dem Aufmarsch der Einheiten der HI. und des Jungvolks fand der Nachmittag zunächst seinen eindrucksvollen Auftakt. Mit Spielmanns­zügen mit Fanfaren und Pauken, sowie mit ihren Fahnen marschierte die Jugend auf und bot ein ge­schlossenes Bild. Dann wurde sofort mit den Wett­kämpfen begonnen. Der 100-Meter-Lauf wurde zunächst entschieden und brachte ein spannen­des Rennen, da sich aus den Vor- und aus den Zwi­schenläufen nur die Besten qualifizierten. Den Sie­ger stellte E. Kley von der Gefolgschaft 1 mit der Zeit von 12,2 Sekunden, Möll (Gefolgschaft 1) und Moos (Gefolgschaft 2) kamen in totem Ren­nen mit 12,3 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Viel (Gefolgschaft 5) mit 12,4 Sek.

Dann traten die Teilnehmer an der Entscheidung im Hochsprung und im Kugelstoßen an. Im Hochsprung erreichte M ö l l (Gefolgschaft 1) mit einer geschliffenen Sprungtechnik 1,55 Meter Höhe. Im Kugelstoßen war E. Kley (Gefolgschaft 1) der Beste. Er erzielte eine Weite von 12,30 Meter. Im Weitsprung wurde von V*i e l (Gefolgschaft 5) die ausgezeichnete Weite von 6 Meter erreicht. Im Keulenweitwurf mußten sich zwei Kamera­den in den Sieg teilen. Schneider (Unterbarm II) und Keil (Gefolgschaft 7) erreichten je 60 Meter.

Ein sehr seines Rennen sah man im 3 000 - Meter - Lauf, zu dem nicht weniger beim 30 Teilnehmer starteten Die meisten hielten ben Lauf auch durch. Der Lauf wurde in zwei Altersklassen gewertet. In der Altersklasse I errang W. Rinn /Gefolgschaft 16) in der blendenden Zeit von 9.45 Minuten den Sieg. Er ging bald nach dem Start in Führung, die er auf eine halbe Runde ausdeh­nen konnte. I m m e l. Gefolgschaft 1, folgte ihm zäh, wenn er ihn auch nicht einholen konnte. Rinn lief, in einem tadellosen Stil und in völlig aleich- mäßigem Tempo das Rennen aus. In der Alters­klasse II wurde Zinkann (Gefolgschaft 7) der Sieger.

Mit besonderer Aufmerksamkeit sah man der 4 X 100 - Meter - Staffel entgegen, bei der es nach dem Wechsel zu einem großartigen Zwei­kampf zwischen den Schlußleuten der Gefolgschaften 1 und 5 kam Beide liefen fast die ganzen 100 Meter tn hartnäckigstem Kampfe nebeneinander und gin­gen ebenso nebeneinander durch das Ziel. Die Zeit, die dabei gelaufen wurde, 48 8 Sekunden, ist als sehr aut zu bezeichnen Den zweiten Sieger stellte die Gefolaschaft6 (49.2 Sekunden) Dritter wurde der Stamm V 1116.

Neben diesen leichtathletischen Wettbewerben wur­den auch zwei Spiele, ein Fußball- und ein Handballspiel ausgetraaen. Das Hand­ballspiel sah die Mannschaften von Unterbann I und II im Spielfeld. Das Sviel nahm unter der ßeituna eines nicht sehr glücklich amtierenden und sehr nachsichtigen Schiedsrichters einen etwas har­ten Verlauf und endete mit einem 5:1 - Sieg des Unterbannes I. der Bannmeister wurde

Das Fußballspiel bestritten die Mannschaft des Unterbannes T und die Mannschaft der Gefolg­schaft 13 /Watzenborn-Steinberg. Garbenteich, Stein­bach). Das Ergebnis aeftaftete sich mit 2:1 Toren knapp zugunsten des Unterbannes I.

Die ©^nbtrtwfübruttaett.

Im Laufe des Nachmittags wurde in glücklicher Abwechselung mit den sportlichen Wettbewerben

Hitler-Jugend beim Hindernisgepäckmarsch unterwegs im Gelände.

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Die HI. überquert bei ihrem Hindernisgepäckmarsch die Lahn.

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verschiedene Sondervorführungen gezeigt. Das Jungvolk machte mit seinerBunten Spiel­wiese den Zuschauern viel Freude. Beim Ball­spiel, bei lustigem Wettbewerb mit dem Medizinball, bei der Badengymnastik, im Reiterkampf und im römischen Wagenrennen, bei einem lustigen Lauf­spiel in geschlossenen und offenen Ketten usw. gab dos Jungvolk einen Ausschnitt aus seiner vielsei­tigen spielerischen und körperschulenden Arbeit.

Die Marine-Hitlerjugend singnalisierte mit Wimpeln über größere Entfernung den Wink­spruchSeefahrt ist not!" über den weiten Platz und zog damit die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Dinen großartigen Erfolg erzielte die F l i ger-Hitlerjugend aus Lollar mit ihren Se- gelflugstarts Trotz der für einem Segelflugzeug bestimmt nicht allzu günstigen Verhältnisse unter­nahmen sie mit ihrem ZöglingBuderus 2" einige Starts, die bei den Zuschauern, besonders aber bei der Jugend helle Begeisterung für diesen schönen Sport auslösten. Ruhig und sicher schwebte das Flugzeug, von vielen kräftigen Händen auf Korn-

Das Jungvolk zeigte wieder einmal feine schneidigen Wagenrennen. (Aufnahmen [5]: Photo-Pfaffs

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