Dienstag, 26. Sebruar 1955
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
.48 Drittes Blatt
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Die beiden ersten Siedlungshäuser.
Die Siedlungsgrundstücke im Gelände unterhalb der Liebigshöhe.
Teilansicht des Wohnraumes.
Vom Stadt. Hoch- und Tiefbauamt Gießen wird uns geschrieben:
Die Stadtverwaltung hat vor dem Philosophenwald oberhalb des Tannenweges zwei Holzhäuser errichten lassen, die als Probe- Häuser für die Siedlung „Am Philo- s o p h e n w a l d" gelten sollen. Es ist geplant, noch weitere 18 Eigenheime in der gleichen Ausführung zu errichten und nach Fertigstellung zu verkaufen. Der Lageplan zeigt die gesamte Anlage dieses Bauabschnittes.
Zu jedem Haus gehört ein Garten von 'etwa 400 bis 500 Quadratmeter. Die ganze Siedlung wird hinsichtlich der Gestaltung der Gebäude und der Einfriedigungen einheitlich vom Stadtbauamt durchgeführt. Es ist beabsichtigt, die einzelnen Typen durch geringe Aenderungen in der Außenfront verschiedenartig zu gestalten, damit das Gesamtbild nicht eintönig wird.
Typ B unterscheidet sich von Typ A durch einen Erker im Erdgeschoß und einen Balkon im Obergeschoß. Die Grundfläche beider Typen ist 6:9 Meter. Der überdeckte Vorplatz hat eine Größe von 5,50 zu 2,25 Meter. Das Kellergeschoß enthält eine große Waschküche von 18,5 Quadratmeter, die gleichzeitig als Trockenraum benutzt werden kann und einen Keller von 19 Quadratmeter, der leicht in zwei Einzelkeller aufteilbar ist. Das Kellergeschoß ist in Ziegelmauerwerk ausgeführt und außen durch Putz und Anstrich gegen Feuchtigkeit gesichert. Die Decke über der Waschküche ist massiv in Form von Beton- kappen zwischen eisernen Trägern. Die Fußböden haben Betonunterlage mit Glattstrich.
Am Sonntagmorgen sprach Schulungsleiter Graefe über die Bedeutung des Staatsjugend' tags Er stellte ferner das Wesen der Führerschulung klar und gab Richtlinien für die Gestaltung der Elternabende, die ganz unseren Stil tragen sollen. Der Werbeabend ist ein weiterer Punkt in unserer Arbeit Der Heimabend schließt den Kreis zur Gemeinschaft aller Jungen. Der Schulungsleiter wies zuletzt auf den Wert von guten Büchereien hin . .
Der Leiter des Sanitätswesens im Iungbann zeigte den Führern ihre Pflichten, die sie in bezug auf das körperliche Wohl ihrer Jungen haben. Er betonte dabei, daß die Jungen bei der milden Witte- rung in diesem Winter unbedingt kniefrei gehen sollen, denn dies könne unmöglich schädlichen Einfluß auf die Gesundheit ausüben.
Der Abteilungsleiter umriß zum Schluß noch kurz die Aufgaben seiner Abteilung.
Der Jungbannführer schloß die Schulung am Sonntagnachmittag mit dem Lied der Jugend: „Vorwärts, vorwärts".
babeofen ausgestattet werden kann. Das Bad hat eine Fläche von rund 3 Quadratmeter. Die Kochnische ist ebenso wie das Bad mit Rücksicht auf die aufsteigenden Dämpfe und die Wärmeentwicklung vollständig mit Eternitplatten (Kunstschiefer) verkleidet. Die Fußböden im Haupteingang, in der Spülnische und im Bad haben Plattenbelag, die Fußböden der anderen Räume Riemenboden
Im Obergeschoß liegt nach vorn das Eltern- Schlafzimmer mit 21,9 Quadratmeter Grundfläche, der hintere Schlafraum hat dagegen nur 16,2 Quadratmeter, weil ein Teil durch den Vorplatz und durch den Abort verloren geht. Von dem hinteren Schlafraum führt die Bodentreppe zum 9 Meter langen Trockenboden im Dach. Das Dach ist in Falzziegeln gedeckt
Der Balkon bei Typ B ist an der Unterseite durch Heraklith-Platten isoliert und mit zwei Lagen teer- freier Dachpappe abgedeckt.
Eisenbahnverein Gießen.
Der Eisenbahnverein Gießen hielt gestern nachmittag seine Jahreshauptversammlung im Restaurant Kobel ab. Der Vereinsführer, Reichsbahnobersekretär Hans Althaus, eröffnete die 23er- fammlung mit dem Deutschen Gruß. Er gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen neun Mitglieder. Die Versammlung erwies ihnen die übliche Ehrenbezeugung
Dem von dem Vereinsführer erstatteten Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß sich der Verein im vorigen Jahre wieder auf dem Gebiete der Krankenfürsorge sehr tatkräftig betätigt hat. Durch Unterstützung von feiten des Vereins konnten nahezu hundert kranken und schwächlichen Kindern hilfsbedürftiger Eisenbahnbedienfteten vier- und sechswöchige Erholungskuren zuteil werden. Außerdem konnten in einigen Fällen Ehefrauen geringbemittelter Berufskameraden durch die Hilfe der Vereinsfürsorge mehrwöchige Genesungskuren in Erholungsheimen in Anspruch nehmen. 600 RM. wurden zur Unterstützung alter Eisenbahninvaliden oder deren Witwen und Waisen ausgegeben. Die Unterstützun- gen wurden zu Weihnachten in Form von Brennstoffen und Lebensmittelkarten verabfolgt. Die Der- einsführung hat im vergangenen Jahre wieder eine der Hauptaufgabe des Vereins, „Berufskameraden und deren Angehörigen in der Not zu helfen", voll erfüllt. Weiter teilte der Vereinsführer mit, daß
Wie uns vom Bahnhof Gießen mitgeteilt wird, verläßt der Sonderzug von Gießen nach dem Saargebiet aus Anlaß der Rückgliederungsfeier den Bahnhof Gießen am 28. Februar 9 Uhr. Der Zug fährt um 9.14 Uhr ab Wetzlar. Er trifft in Mettlach um 14.28, in Merzig 14.41, in Dillingen 14.58, Saarlouis 15.06, Völklingen 15.24 und in Saarbrücken um 15.41 Uhr ein. Die Rückfahrt des Sonderzuges erfolgt am 3 März ab Saarbrücken 13.52 Uhr, Völklingen 14.08, Saarlouis 14.26, Dillingen 14.34, Merzig 14.51, Mettlach ab 15.02 Uhr, an Wetzlar 19.56 Uhr, an Gießen 20.11 Uhr.
Schülerbeurlaubung zur Teilnahme an SZ.-Zeltlagern.
Innerhalb des Gebiets 13 der Hitlerjugend werden im Laufe der Sommermonate 92 Zeltlager für je 300 Junggenoffen aufgebaut. Durch diele Sin-
die Mitgliedszahl im vergangenen Jahre auf 1432 gestiegen fei.
Der Kassenwart, Reichsbahnsekretär Aug. Loos, gab den Kassenbericht bekannt. Infolge der hohen Ausgaben, die der Verein für die sozialen und segensreichen Einrichtungen aufbrachte, konnte nur ein geringer Kassenüberschuß in das neue Vereinsjahr übernommen werden. Die Kassenführung, die von den Kassenprüfern, Reichsbahnsekretär Karl Schwan und Reichsbahnbetriebsassistent Karl Keil, geprüft war, wurde in bester Ordnung gefunden. Dem Vereinsführer konnte somit Entlastung erteilt werden.
Die Vereinsausflüge des vergangenen Jahres nach Mainz hatten die Teilnehmer voll befriedigt. Als Ziel der beiden diesjährigen Ausflüge ist Schloß Stolzenfels am Rhein in Aussicht genommen. Die Genehmigung der Reichsbahndirektion Frankfurt vorausgesetzt, sollen die Ausflüge am 16. und 23. Juli unternommen werden. Die Vereinsführung hofft, auch in- diesem Jahre den Wünschen der Ausflugsteilnehmer gerecht zu werden
Auf Grund der neuen Vereinsfatzung mußte die Zahl der Vorstandsmitglieder von 18 auf 12 herabgesetzt werden.
In seiner Schlußansprach teilte der Vereinsfuhrer noch mit, daß die Ehrentafel für die 101 im Weltkriege gefallenen Berufskameraden jedenfalls noch im Laufe dieses Jahres errichtet und in der Vorhalle des Bahnhofs Gießen angebracht werden könne.
Reichsbahninspektor Richter als Sachbearbeiter für die Werbetätigkeit im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt erklärte Zweck und Ziele des Vereins für das Deutschtum im Auslande und forderte zum Beitritt auf. Unermeßliche Werte für das Deutsche Reich könnten durch Unterstützung dieser Vereinigung erzielt werden.
Zum Schlüsse bat der Vereinsführer die Anwesenden, jeder zu seinem Teil an dem großen Aufbauwerk des neuen Deutschen Reiches mitzu- helfen. Ein „Sieg-Heil!" auf den großen Führer Adolf Hitler und das Singen je der ersten Strophe des Deutschland- und des Horst-Weffel- Liedes beschlossen die Versammlung.
Gießener rvochenmarktpreise.
* Gießen, 26. Febr. Aus dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12, Wirsing, das Pfund 18 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl
richtung wird Taufenden deutscher Jungen Gelegenheit gegeben, im Gemeinschaftsleben und Gemeinschaftswirken hineinzuwachsen in den Nationalsozia- li->mus Die hessische Schulverwaltung gibt durch Ministerialrat Ringshausen zu dem Vorschlag der HJ.-Führung ihr Einverständnis und ordnet folgendes an: Bis spätestens Mitte März reicht die Hitlerjugend jeder Schule eine Liste in doppelter Ausfertigung derjenigen Junggenossen ein, die im laufenden Jahr ein Zeltlager besuchen sollen. Um zu erreichen, daß schwächere Schüler möglichst in der Ferienzeit einberufen werden, kennzeichnet der Schulleiter in Verbindung mit dem Lehrkörper der Anstalt die Namen dieser Schüler mit einem Kreuz, während die Namen der andern Junggenossen mit einem Haken versehen werden. Die leistungsfähigen Schüler, die einen Unterrichtsausfall eher vertragen können, kommen dann in der Schulzeit für das Zeltlager in Frage.
Führerschulung desLungbannesl/116
Um für die kommenden Aufgaben in diesem Jahre gewappnet zu sein, findet — wie uns berichtet wird — eine ständige Schulung der Führerschaft im Deutschen Jungvolk statt. Der Iungbann und die Stämme führen eine Reihe von Kurzlagern durch Diese Schulung kann wohl niemals aus Menschen Führer machen, aber sie kann vorhandene Fähigkeiten ausbauen. Sie weist den Weg für die Gestaltung der Arbeit in den unteren Einheiten und gibt mannigfache Anregungen hierzu.
Am 23 und 24. Februar fand ein solches Kurz- lager in Staufenberg statt. In diesem Lager waren alle Stamm- und Fähnleinführer des Gießener Jungbannes zusammengefaßt. Straffe Haltung und feste Disziplin gaben dem Lager das Gepräge Es wurde am Samstagabend von dem Führer des Jungbannes, Sigurd T a e s l e r , eröffnet Im Mitelpunkt des Abends stand em Heimabend, der die Bedeutung von Blut und Boden für unser Volk betonte. Das Schicksal eines Volkes i)t eng mit dem Boden verknüpft. Alle Bestrebungen, die versuchten, nordisches Volkstum auf fremden Boden zu verpflanzen, mußten scheitern. So wurde wertvolles Blut umsonst während der Völkerwanderung und auf den vielen Zügen der Kaiser nach dem Süden vergossen. Diesen Fehler hatten der Deutschritterorden und die preußischen Komge erkannt Heute ist es der Nationalsozialismus, der diesen Fehler verhindert und auf die Besiedlung des schwach besiedelten Ostens hinarbeitet: denn hier ist uralter deutscher Volksboden. Eine Ansprache be- 1 schloß diesen Abend
Jedes Haus hat elektrisches Licht und in allen drei Geschossen Wasserleitung. Es ist vorgesehen, bei der Durchführung der Gesamtfiedlung auch noch Gasleitung einzuführen. Die Holzwände außen sind mit farbigem Karbolineum gestrichen, innen im Holzton lasiert und lackiert, wobei in den einzelnen Tönen abgewechselt wurde. Anfangs war beabsichtigt, die Jnnenräume nur zu beizen und zu wachsen. Dadurch hätte sich ein zu ungleichmäßiges Aussehen des Holzes ergeben. Nach verschiedenen Versuchen wurde als endgültige Ausführung dann das Lasieren und Lackieren gewählt, wenn sich auch dadurch der Voranschlag um einen geringen Betrag erhöhte.
Es stellen sich jetzt die Baukosten für den Typ A auf rund 7000.— Mark; für den Typ B auf rund 7350.— Mark. In diesen Beträgen sind alle Nebenkosten bereits enthalten. Es kommen nur hinzu die Kosten für die Einfriedigung, für den j Straßenbau und für das Grundstück. Die Straßen- kosten sind so niedrig wie möglich gehalten und betragen pro laufendem Meter Straßenfront 20.— Mark. Der Grundstückpreis beträgt 3.— Mark pro Quadratmeter. Die Kosten für die Einfriedigung belaufen sich voraussichtlich auf etwa 250.— bis 300.— Mark.
Wir haben beide Typen ausmoblieren lassen, damit die Besucher einmal die Wirkung des Holzwerkes im Innern der Wohnhäuser sehen und ferner die Größe der Räume mit den Möbeln als Maßstab erkennen. Hierin sind wir freundlicherweise durch eine Reihe von Firmen unterstützt worden, die die Möblierung der Häuser übernommen haben.
Den Typ A haben Möbelhändler Rudolf Blum und das Dekorationsgeschäft Ehr. Arnold übernommen; Typ B die Firmen Karl Hahn und Heinrich H o ch st ä 11 e r. Den dekorativen Schmuck für beide Häuser sowie die bildmäßige Ausstattung übernahm die Firma I. Hirz, Seltersweg.
. Alle Interessenten, die die beiden Häuser besichtigt t haben und sich ernstlich um den Erwerb eines der . noch zu »rrichtendsn ik Häuser bemühen wollen,
Das Fachwerk im Erdgeschoß ist 12 Zentimeter stark, außen und innen mit Dachpappe überspannt, der Hohlraum mit Thermosit (abgeschreckter Hochofenschlacke oder Kunstbims) ausgefüllt, außen mit 24 Millimeter Stülpschalung und innen mit 18 bzw 24 Millimeter starker gefalzter Schalung verkleidet. Durch die Ausführung find die Räume im Winter tnarm und im Sommer kühl, weil die Wärme im Winter nicht von der Innenseite, im Sommer nicht von der Außenseite her in die Wand eindringt. Die Wärmedurchgangszahl für eine derartige Außenwandausführung entspricht nach bekannten Berechnungen der Wärmedurchgangszahl eines Mauerwerk von 51 Zentimeter Stärke. Eine Besichtigung der Häuser wird jedem Besucher klar machen, daß diese Ausführung im Innern den Räumen einen behaglichen und warmen Eindruck gibt, und die künftigen Besitzer werden, wenn sie erst ein bis zwei Winter in dem Hause gewohnt haben, bestätigen, daß die Beheizung sehr sparsam und wirtschaftlich ist.
Im Erdgeschoß liegen: 1 Wohnzimmer von 22 Quadratmeter, wozu bei Typ B der Erker von 44 Quadratmeter kommt. Die Wohnküche auf der anderen" der Treppe hat 13 Quadratmeter und die durch einen Vorhang ab getrennte Spul- uisckn» 3 5 Quadratmeter. Direkt an die Spulmsche schließt das Bad an, das von der Wohnküche aus mitbeheizt wird und deshalb auch mit einem Gas-
Siedlung „Am Philosophenwald"
s werden gebeten, sich auf dem Stadtbauamt, Asterweg Nr. 9, näher zu erkundigen.
Es sei an dieser Stelle schon bemerkt, daß jeder Bauherr für sein Haus eine 1. Hypothek durch die ! Vermittlung der Stadtverwaltung erhält. Auf mög- ' lichste Barzahlung des Restbetrags wird besonderer Wert gelegt, damit die für die Bauten investierten Kapitalien baldigst durch das Kaufgeld wieder frei- gemacht werden.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Freitagabend großer Fackelzug.
Von der Kreisleitung der NSDAP, wird uns mitgeteilt, daß am kommenden Freitag anläßlich der Rückkehr des Saargebietes zum Reich auch in unserer Stadt ein großer Fackelzug stattfinden wird. Alle Gliederungen, Verbände und Vereine, die an diesem Fackelzug teilnehmen, mögen jetzt schon für die Beschaffung ihrer Fackeln sorgen. Es wird als selbstverständlich angesehen, daß an diesem Tage lalle anderen geplanten Veranstaltungen ausfallen. I Der Saar-Sonderzug aus Gießen.


