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Mein-Mainische Mittagsbörse.

Tendenz: fest, besonders Aktien.

Frankfurt a. M., 25. Jan. Die Börse beant­wortete die große, gestern beschlossene Konversion mit einer festen Tendenz. Indessen bestand gewisse Zurückhaltung, da man erst die Auswirkungen der organischen Zinssenkung, von der vorläufig nur Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen betroffen werden, abwarten will. Immerhin zeigte sich eine Befriedigung, da nunmehr durch diese Tatsache ein weitgehendes Unsicherheitsmoment verschwunden ist. Für Anleihen öffentlich-rechtlicher Körperschaf­ten und für Pfandbriefe, auch für Liquidations­pfandbriefe, obwohl sie von der Konversion nicht erfaßt werden, wurde eine Notierungspause von zwei Tagen angeordnet. Erhöhtes Interesse zeigte sich naturgemäß für noch nicht von der Zinssenkung erfaßte Werte. So lagen beispielsweise von Indu­strie-Obligationen Stahlverein-Bonds mit 97 (96) fest, ferner waren 5 v. H. Eisenbahnbank zu ca. 85 (82) und 5 v. H. Eisenbahn-Rentenbank zu ca. 95 (93,50) gesucht. Die Altbesitzanleihe eröffnete mit 111,65 (111) und Reichsbahn-Vorzugsaktien, bei allerdings kleinem Umsatz, mit 119,25 (118,40). Hin­gegen lagen die vorbörslich noch festen Kommunal- Umschuldung und Zinsvergütunasscheine um 0,10 bis 0,20 v.H. schwächer, auch späte Reichsschuld­buchforderungen blieben mit Pari nur. knapp ge­halten.

Der Aktienmarkt lag allgemein fest, wenn­gleich die Kurserhöhungen infolge Materialmangels begünstigt wurde. Insbesondere die Werte mit mitt­lerem und dividendetragendem Charakter und solche, bei denen eine Rendite in Aussicht steht, waren gesucht. Lebhafter lagen Montanaktien. Es gewan­nen Buderus 1,50 v. H., Gelsenkirchen, Rheinstahl, Mannesmann, Klöckner und Phönix je 1 v. S)., Stahlverein 0,50 v. H. Ziemlich lebhaft waren außerdem Cement Heidelberg mit 111 bis 112 (109,75), Moenus Maschinen mit 86,75 bis 87 (85,25). Höher setzten noch ein: Hanfwerke Füssen mit 71,50 (70), AG. für Verkehr mit 82 (81), Holz­mann mit 82 (80,25), Deutsche Erdöl mit 103 (101,50) und besonders Reichsbankanteile mit 159 (155,75). IG. Farben hatten nur kleines Geschäft bei 142,50 (142,25), Metallgesellschaft lagen 0,65 v. H. höher. Am Elektromarkt gewannen Siemens 1,50 v. H., Gesfürel und Schuckert je 0,50 v. H., AEG. notierten mit 29,90 gut behauptet. Zellstoff­werte wurden durch die Wiederaufnahme der Divi­dendenzahlung bei Waldhof angeregt, Aschaffenburg 70,25 (69,75), Waldhof 52,50 (52,25). Daimler Mo­toren, Gebr. Junghans und Schiffahrtswerte zogen bis 0,50 v. H. an.

Im Verlaufe war das Geschäft auf allen Markt­gebieten sehr klein. Es zeigte sich allgemein stärkere Zurückhaltung. Die Grundstimmung blieb fest und vereinzelt lagen die Kurse am Aktienmarkt noch mäßig höher. Reichsbankanteile gaben jedoch aus

ea. 158 nach 159,25 v. H. nach. Später zur Notiz gekommene Aktienpapiere lagen meist fester. So u. a. Accumulatoren 158,50 (156), Rütgerswerke 98,50 (97,25), Bank für Brauindustrie 113 (112) usw.

Am Rentenmarkt herrschte faßt völlige Geschäfts­stille, wobei die Kurse der variablen Papiere auf dem Anfangsstand etwa behauptet blieben. Stadt­anleihen lagen still bezw. unentwickelt, wurden aber meist höher genannt. Pfandbriefe werden nicht notiert. Liquidationspfandbriefe hörte man im Freiverkehr etwa 1 bis 0,50 v. H. fester, viele lagen somit bei Pari. Don fremden Werten stiegen Ana­tolier auf 35,25 (34), auch Schweizer Bahnanleihen lagen etwa 1 bis 1,50 höher.

Am Kassamarkt waren Jndustriepapiere meist ge­fragt und fest. Ferner lagen Hypothekenbankaktien etwa 1 bis 1,50 v. H. höher. Tagesgeld 3 v. H.

Abendbörse fest.

Bei fester Grundtendenz zeigte sich an der Abend­börse im allgemeinen nur wenig Unternehmungs­lust, insbesondere der Rentenmarkt blieb stark ver­nachlässigt: man verhielt sich weiterhin abwartend. Etwas Umsatz hatten Altbesitzanleihe zu unv. 111,90, ferner Kommunal-Umschuldung bei unsicherer Kurs­bewegung und im Freiverkehr lagen zerttfizierte Dollar-Bonds etwas fester, so 6proz. Preußen mit 60,75 bis 61 (60,25) und 6,50proz. Kölner mit 56,50 ^56,25). Don Auslandwerten waren Schweizer Bun­desbahnen höher, 4proz. v. 1912 164,25 (163,50), 3,50proz. 156,25 (155), auch Anatolier Eisenbahn zogen auf 35,40 (35,25) an.

Der Aktienmarkt blieb fest, besonders westdeutsche Montanaktien fanden Beachtung, außerdem Deutsche Linoleum auf die Auslassungen im Berliner Bör­senprospekt und Zellstoff Waldhof aus dem bekann­ten Grund. Höher lagen ferner Feinmechanik Fet­ter mit 69 (67,75), Mainkraft waren gesucht, Taxe 89,50 (l. K. 87,50), auch Holzmann, JG.-Farben, AEG. und Reichsbank zogen an. Schiffahrtswerte lagen im Vergleich zum Berliner Schluß ruhig. Am Kassamarkt notierten Aschaffenburger Buntpapier mit 54,25 (53), Mainzer Aktienbrauerei mit 75 (74), Hindrichs-Aufermann mit 84,75 (84,25) und Rhein. Hyp. Bank mit 123 (122,50).

U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,90, Reichs- bahn-VA. 119,25, Stahlvereins-Bonds 97, 6proz. Stadt Mainz v. 28 93,75, Bank für Brauindustrie 113,50, DD-Bank 76,75, Reichsbank 160, Gelsen­kirchen 70,40, Harpener 100,50, Klöcknerwerke 83,25, Mannesmann 78,50, Phönix 55,75, Stahlverein 46,90 bis 47, AEG. 30,25 bis 30,40, Bekula 139,50, Cement Heidelberg 111,25, Conti Gummi 147, Dt. Erdöl 102,75, Deutsche Linoleum 65,75, Licht und Kraft 116, Eßlingen Maschinen 71,75, JG.-Farben 142,50 bis 142,75, Felten 84,50, Gesfürel 114.

Frankfurter Obff- und Gemüsemarkl.

Frankfurt a. M., 25. Jan. Das starke Ange­bot in Gemüse hielt angesichts der milden Wit­terung an, besonders Feldsalat und Wirsing waren

vorhanden und blieben ohne befriedigende Nach­frage. Die Preise sind kaum verändert. Feldsalat, Weißkraut und Weiße Rüben sind kaum verkäuflich. Ausländische Salate waren stark im Angebot, hat­ten aber gute Nachfrage bei erhöhten Preisen. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 18 Stück 600 bis 625 ital., Eskarol Steige 12 bis 24 St. 180 bis 200 ital., do. 24 Stück 300 span., Feldsalat Freiland 15 bis 20, Mistbeet 30 bis 50, Karotten 3,5 bis 5, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat Steige 24 St. 375 bis 450 span., Meerrettich je nach Güte 10 bis 28, Ro­senkohl 12 bis 15, Rote Rüben 3 bis 4, Rotkraut 8 bis 10, do. holl. 10, Sellerie, je nach Größe, 5 bis 30, Spinat 10 bis 14, da. ital. 15, Schwarzwurzeln 12 bis 18, Tomaten, Steige 20 Pfd., 450 bis 500 Can., Weißkraut 4 bis 5, Wirsing 3,5 bis 5, Winter­kohl 4 bis 5, Zwiebeln 6,5 bis 7.

Am O b st m a r k t hielt das gute Angebot von deutschen Aepfeln an, schöne Früchte sind sehr stark gefragt und die Preise haben sich leicht erhöht. Apfelsinen waren bei unveränderten Preisen stark angeboten. Das Geschäft war schleppend. U. a. no­tierten: Aepfel I 20 bis 22, II 15 bis 18, Wirt­schaftäpfel 12 bis 15, Boskop I 20 bis 22, Bau­manns Renette 18 bis 20, Schafsnasen 12 bis 14, amerikanische Aepfel, 40 Pf. 1300 bis 1450, Apfel­sinen blond 9,5 bis 15 span., kernlos 15 bis 19 span., Blut 16 bis 18 ital., Kochbirnen 8 bis 12, Zitronen 300 St. 700 bis 800 ital.

Frankfurter Vuttermarkt.

Frankfurt a. M., 25. Jan. Deutsche Butter war in dieser Woche etwas weniger als bisher angeboten, begegnete aber angesichts der zur Zeit nur schwachen Kaufkraft des Konsums nur kleinem Interesse. Holländische Butter wurde in geringen Mengen offeriert und war verhältnismäßig lebhaft gefragt. Die Preise für deutsche und holländische Markenbutter blieben unverändert, wogegen deutsche Land- und Kochbutter etwas billiger geworden ist. Es notierten in RM. pro 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise): Deutsche Mar­kenbutter 145, seine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Land­butter 125 bis 130 (bisher 128 bis 130), Kochbutter 115 bis 120 (120). Holländische Markenbutter 146 bis 148.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. M., 5. Jan. Die -starke Ge­schäftsstille hielt an. Die Anlieferungen in deutschen Frischeiern blieben ausreichend, dagegen sind die Zufuhren in ausländischen Eiern erheblich zurück­gegangen. Holländische Eier waren nicht angeboten, da seitens der Reichsstelle Devisensperre verhängt wurde. Diese Maßnahme ist zu begrüßen, wenn man überlegt, daß nicht nur deutsche Frischeier ge­nügend vorhanden sind, sondern auch deutsche Kühl­hauseier in sehr großen Mengen ausreichend zur Verfügung stehen, die beste Qualitäten darstellen und außerdem noch wesentlich billiger (z. T. bis zu

5 Pf. pro Stück) als frische Eier sind. Kühlhaus« eier drängen zur Zeit stark zum Verkauf. Das (9 et schäft dürfte in diesem Monat aber keine Bele­bung mehr erfahren. Die Preise blieben fast uns verändert, geringste Kühlhauseier wurden um einen halben Pfennig ermäßigt. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Handelsklassen­eier S 12% bis 13%, A 12% bis 13, B ll3A bis 12%, C 10% bis 11%. Dänen Kl. S 12% bis 13, A 12*/4 bis 12%, B 11% bis ll3/«, C 10% bis 1t, Flandern Kl. S 12%, Kl. A 11%, Kl. B ll1/« bis 11%, Kl. C IO3/« bis 11. Deutsche Kühlhauseierj Kl. S 10 bis 10%, Kl. A 9% bis 10, Kl. B 9*4 fcte 9%, Kl. C 8% bis 8%, Kl. D 8.

Rundfunkprogramm

Sonntag, 27. 3anuar.

6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.251 Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein.Traum­gestalten", eine Funkfolge. 10.15: Chorgesang. 11: Bekenntnisse zur Zeit. 11.15:Der Hungermarsch der Veteranen." Ein Gespräch mit Friedrich Bethge anläßlich der Frankfurter Uraufführung seines neuen Schauspiels. 11.30: Hausmusik. 12: Mittags­konzert I. 13: Das Volk erzählt. 13.15: Mittags­konzert II. 14: Kinderstunde. 15: Fußball-Länder­kampf Deutschland Schweiz, 2. Halbzeit. 16: Nachmittagskonzert. 18: Aufbruch der Nation. Eine Hörfolge zur Erinnerung an den 30. Januar 1933. Don Walter Richter. 18.30: Schummerstunde. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40:Wintersportecho aus Garmisch-Partenkirchen." Kurzberichte und Ergeb­nisse. 20.15: 3. Volkskonzert der Museums-Gesell­schaft Frankfurt a. M. 21: Lustiger Spaziergang durch die Liebe. Von Paul Schaaf. 21.30: 11. Meisterkonzert des deutschen Rundfunks. Luise Miller singt. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk.

21ionfag, 28. Januar.

6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch Chos rat 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14.15: Nachrichten. 14.30t Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinder­stunde. 15.30: Der Zeitfunk sendet Kurzgeschichten aus dem Leben. 16: Zur Grünen Woche. Nachmit­tagskonzert des großen Funkorchesters. 18: Bücher­funk. 18.15: Wilhelmine Schröder-Devrient (anläß­lich des 75. Todestages der Künstlerin am 26. 2.). 18.30: Jugendfunk.Grenzgau Masuren". 19: Un­terhaltungskonzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt: Ta« gesfpiegeL 20: Nachrichten. 20.15: Heitere Musik am Abend. 22: Nachrichten. 22.15: Entstörung. Vortrag des Geschäftsführers der Reichs-Rundfunk-Kammer Dr. Knust. 22.30: Kammermusik. Georg Schumann spielt eigene Klavierwerke. 23: Zur Unterhaltung.

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