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Hr. 145 Drittes Blatt
(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Dienstag, 25. Zuni 1955
Jugend am Sonnenwendfeuer. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)
ver-
- Helmut Buhl hielt eine zündende verschiedenen Liederoorträgen und Sprechchören In sväter Nachtstunde fand die Feier, des Mädchenlagers, des Jungvolkes und gemein« Abschluß ' samen Gesängen richtete Kreisleiter K r o m m eine
von von aus
Ansprache. L erst ihren Abschluß.
unserer Gemeinde.
In Butzbach.
In Laubach.
O Laubach, 24. Juni. Am Samstagvormittag versammelten sich die Schüler von 10 bis 14 Jahren aus Laubach und den umliegenden Orten (Wetterfeld, Ruppertsburg, Gonterskirchen und Freienseen) auf der Helle, um nach gemeinsamen Anhören der Rundfunkansprache des Reichssportführers von Tschammer und Osten zu den Jugendwettkämpfen anzutreten. Am Sonntagvormittag um die selbe Zeit sanden die Wettkämpfe der Jugendlichen über 14 Jahren statt.
Das Sonnenwendfest der Hitlerjugend fand am Sonntagabend aus dem Rams- berg statt. Bei eintretender Dunkelheit versammelten sich sämtliche Formationen der NSDAP und die Laubacher Vereine auf dem Marktplatz und marschierten im Fackelzug durch Straßen und Gassen auf den Ramsberg, wo nach einer Begrüßungsansprache des stellvertretenden Ortsgruppenleiters Braun, unter Liedern des Gesangvereins, Chören und Gedichten der Hitlerjugend, ferner eine Ansprache des Jungvolkführers, das Sonnenwendfeuer abgebrannt wurde. Auch die Laubacher Bevölkerung hatte sich sehr zahlreich zu der eindrucksvollen Feierstunde eingefunden.
In Schotten.
cm Sonntag von 22 Einzelwettkämpfern 9, davon
1 von hier: von 99 Jungmädel 77, davon 37 hier; von 99 HJ.-Angehörigen 46, davon 20 hier: von 111 Jungvolkjungen 94, davon 42
Norwegisches Kaleidoskop.
Don Hans M. Hoffmann.
Die Leuchtfeuer von Helgoland blinken durch die .. Nacht. Alle fünf Sekunden leuchten sie hell über den Horizont, lieber den samtenen Himmel Und I mit ihnen erreicht uns wieder der erste Gruß der
dem Wasser steigend, stach ein weißer Leuchtturm in den Abendhimmel. Schären, dunkle, platte Flek- ken in dem glitzernden Wasser, und drüben die ferne verdämmernde Küste — das war unser erster Eindruck von Norwegen. Und hier nun dieser Morgen: im Hardangerfjord liegen wir von Norheim- sund. Graue Nebelschleier hängen über der Bucht, lief drängen sich die Wolken zwischen die Wände der Berge. Feucht rieselt es herab, verdichtet sich zeitweise zu Binfadenregen. Aber das nimmt uns die Erwartungsfreude nicht. Eher trägt es noch bei, scheint mir, die grandiose Wucht dieser Landschaft zu untermalen, über deren Schluchten unser Wagen auf steil an den Felsen klebender Bergstraße aufwärts klettert. Phantastisch ist diese Straße. Hinein- qemeißelt ist sie in die Wand der Felsen. Durch Bergtunnels führt sie, über Kurven und Kehren — und immer wieder eröffnen sich Blicke auf die Felsschluchten da unten. Auf die Fälle, die über schmale Schnellen und steile Kaskaden in die Tiefe brechen. Auf die Bergbäche, die da unten durch ihre engen Betten donnern. Wildeste Szenerie ist das. Bis es sich öffnet, in etwa 500 Meter Hohe, zu der Hochfläche des Kvamshaugen, über dessen Ränder ferne Gletscher ragen. Hochmoor und Heidelandschaft ist das hier, fast etwas deplaciert kommt es einem vor nach der Wildheit, die man eben noch durchfuhr. Ein kleiner See, von Schilf umrandet, liegt mitten zwischen den ahnigen Wiesen, die sich über sanfte Hänge ziehen. Ueberall ist Heu auf Holz- qestellen aufgestapelt, in der typischen Art, wie sie hier und ähnlich bei uns zu Lande die Bergbauern haben um es vor Regen und Bodenfeuchtigkeit zu schützen. Und oben, auf einem kleinen Hügel über den feuchten Wiesen, leuchtet der Block einer Sennhütte, in der man uns mit Kaffee und heißer Milch erwärmt.
Dies überhaupt ist das Phantastische an dieser norwegischen Landschaft: ihre Gegensätze und Kontraste. Hier dieses: Tokagjelet und Kvamshaugen — romantische Wildheit und liebliche, man kann fast sagen, Almlandschaft. Die Verschiedenheit der Fiorde — lachend der Hardanger, ernst der Sognestord. Bis hoch hinauf in den Norden: Der Holandsstord — grau, kahl. Und dieser Gegensatz: der fast pfingstlich grüne Birkenwald, durch den wir da wanderten und der sich öffnete auf die Eismassive des Svar- tisen-Gletschers. Der Lyngenfjord — mitten m der polaren Natur, in der fast em Drittel des Jahres Nacht ist, dieses üppige Tal mit seinen bunten Wie en Die Wucht der Berglandschaft, die sich hinter der Tiefe der Fjorde türmt. Das ist es ja. mir kennen alpine Formationen auch m unserer mitteleuropäischen Landschaft - wir lieben ste, die Zacken der Dolomiten, di- T.roler Berge, d.e
i Wes ist heute aufgeblieben an Bord — bis wir - Las Helgoländer Feuer sahen. Man war sich plötzlich bewußt geworden: Nun ist die Heimat wieder La, und diese Wochen unserer Nordlandreise — so l Leiter, so unbeschwert, so voll unvergeßlichen I lebens — sind mit dem Licht, das da mitternächtlich I Liber das dunkle Wasser geistert, für immer zu Ende gegangen. Unruhe war in uns allen. Sjeimat-
I ftimmung, wie immer — wenn man vom Ausland wieder nach Haufe kommt. Aber vor allem doch: ein leises Bedauern, daß diese Fahrt schon beendet - ist. Daß es nun Abschiednehmen heißt — von dem ' Schiff, das uns lieb geworden ist in diesen Wochen. : Bon allem, was uns diese Reise brachte. Bon I Menschen auch, vor allem — mit denen wir uns so nahe gekommen sind. Und die man niemals wiedersieht, vielleicht — wer weißt es. Daß nichts mehr bleibt, als ein Stück Erinnerung.
Wie war das doch, als wir in Bremen den Sonderzug bestiegen, der die Teilnehmer dieser Nordlandreise des Norddeutschen Lloyd zu ihrem Schiff nach Bremerhaven bringen sollte. Als wir nachher durch die norddeutsche Heidelandschaft fuhren — und draußen wischten schlanke wirken,vor- , bei. Flatterte bunte Wäsche vor strohgedeckten Katen und winkte uns letzte Reisegruße zrx Und als wir an Bord gingen, vom Columbusbahnhof m Bremer Haven. Weißbejackte Stewards empstnaer. uns in Scharen und stürzten sich auf unser Handgepäck. Die Bordkapelle schmetterte uns fröhliche Marsche entgegen. Und nachher: Helgoland passierten wi , leichter Dünung. Auch da war Unruhe uns. Aber Freude war das. Erwartungsfieber. Aussicht — auf diese vor uns liegenden Wochen an Bord d „General von Steuben". Nun aber haben wir das alles hinter uns. Und unsere Gedanken wandern vom ersten bis zum letzten Tag. Kaleidoskop dieser Norwegenreise — in bunten Farben zieht es an uns vorüber, wenn wir nur daran denken.
Wie war das doch — unser erster Tag in Den norwegischen Fjorden. Durch die ersten Inseln Schärengartens waren wir, am Abend vorher, der Nordsee her in die norwegischen Kustengewayer eingefahren. Drüben irgendwo — Richtung Kap Lindesnaes — leuchteten die schroffen Felsenhange derKüste. Auf einer der kleinen Schären, flach aus
w Schotten, 24. Juni. Bei herrlichem Wetter fanden gestern auf dem Sportplatz Bockzahl die Jugendwettkämpfe des Jungvolks, des BdM. und der Hitler-Jugend statt. Mit ihren Fahnen waren die genannten Verbände und Schulen aus Schotten und den Nachbargemeinden angetreten und zogen mit frohem Sang auf die Hohe. Beachtenswerte Leistungen konnte man bei .den Wettkämpfen feststellen und sich freuen an den schonen sportlichen Leistungen der Jugend. Um 21 Uhr bewegten sich die Jugendverbände, wie auch die politischen Verbände der NSDAP., das Mädchenlager und die SA. im stattlichen Festzug mit Musik durch die Stadt auf den Sportplatz Nach
Zn Watzenborn-Steinberg.
V Watzenborn-Steinberg, 24. Juni. Bei herrlichem Sommerwetter fanden am Samstag und am Sonntag die Jugend-Wettkämpfe hier statt. Es beteiligten sich die organisierten und Nichtorganisierten Kinder von Watzenborn-Steinberg, Grüningen, Holzheim, Eberstadt, Dorfgill, Garbenteich und Hausen. Die Mannschafts- und Einzel- Wettkämpfe nahmen einen sehr schonen Verlauf. Ausgezeichnet wurden die siegenden Einheiten durch ein Diplom mit persönlicher Unterschrift unseres Führers, Einzelsieger mit mehr als 180 Punkten wurden mit der Siegernadel ausgezeichnet. Es wurden mit Diplomen bedacht: Mädelschaft 1 Watzenborn-Steinberg 12/116 mit einer durchschnittlichen Punktzahl von 233,4 Punkten; Kameradschaft 2, Schar 1 Watzenborn-Steinberg 13/116 mit 236,8 Punkten; Jungmannschaft 1, Jungzug 3 Holzheim des Fähnleins 7/116 mit 256,7 Punkten; Jungmädelschaft 1, Schar 1 Watzenborn-Steinberg 13/116 mit 272,6 Punkten. Mit der Sieger- nabel wurden ausgezeichnet: am Samstag von 162 Einzelwettkämpfern 111, davon 42 von hier;
r+ Butzbach, 24 Juni. Am Sonntagabend
I nnftaltete die Hitler-Jugend, Gefolgschaft 254, auf | Lern nahegelegenen Schrenzer eine Sonnenwend- I ^eier, an der sich alle Jugendverbände, auch aus I Pohl'-Gons und Kirch-Göns, sowie viele Eltern s beteiligten. Es war ein herrlicher Anblick, bie vielen I Höhenfeuer, selbst von ben Bergen des weiten ISBogelsberges, aufleuchten zu sehen. Währenb ber Holzstoß abgebrannt mürbe, erklangen Lieber, Eprechchore, Gedichte unb Feuersprüche. Gefolg- Ichastsführer Helmut Buhl hielt eine zündende
hier bie Angehörigen ber ©emeinben Rupperten- rob, Ober-Ohmen, Wettsaasen, Ermenrob, Schellnhausen unb Zeilbach zusammen. Die Jugend, organisierte wie nicht organisierte, maß ihre Kräfte im Weitsprung, 60- bis 100-Meter-Lauf unb im Weit- wurf. Innerhalb ber Schuljugenb erreichten bie höchste Punktzahl Ebuarb Müller (Ermenrod) unb Erich A l t (Wettsaasen) mit je 292 Punkten. Unter ben Mädchen waren es Elfriede Därr (Ober- Ohmen) mit 269 und Hildegard Krüger (Wettsaasen) mit 261 Punkten. Als Mannschaft stand die Jungenschaft 2 des Jungvolks Wettsaasen mit 237 Pckükten an der Spitze. Den Siegertitel mit 180 und mehr Punkten erwarb eine ganze Anzahl von Schülern. Die Leistungen der schulentlassenen Jugend blieben im Durchschnitt hinter denen der jüngeren zurück. Nur einzelne ragten hervor. Die höchste Punktzahl des ganzen Jugendfestes mit 330 Punkten erreichte Suse Sann (Zeilbach). Daneben steht die von Karl A l t (Oder-Ohmen) mit 310 Punkten als beste Ziffer der männlichen Jugend. Ein „Sieg-Heil!" auf den Führer beschloß die Veranstaltung.
Schweizer Alpen. Aber nirgend so wie hier steht man erschüttert vor der Wucht der Berge. Mitten aus dem Wasser, aus der See wachsen sie heraus zu alpiner Höhe. Die Matten der Wiesen ziehen sich bis an seinen Spiegel. Grün leuchten sie über dem Farbenspiel der Wellen. Blau wuchten darüber die Felswände der Berge. Immer enger wachsen sie zusammen, tiefer und düsterer werden die Schluchten, unb unten bran — irgendwo — kleben die kleinen Dörfer und Flecken.
Und das eben ist es: Hier noch die See — und dahinter türmt es sich zu phantastischen Formationen. Das Naeroedal von Gudvangen nach Stalheim. Das Norangsdal von Die nach Hellesylt. Das Roms- dal — hinter Andalsnaes, um einige nur herauszugreifen. Norwegisches Kaleidoskop — das zieht nun wieder an uns vorüber. Wächst wieder empor aus unserer Erinnerung. Wird wieder lebendig und erfüllt uns mit der ganzen Erlebnisfreude dieser Wochen. Rauch steigt uns in die Nase, wenn wir daran denken — von den feuchten Reisigfeuern vor den Lappenzelten. Fischgeruch riechen wir — Tromsö, Hammerfest: von den großen Transiedereien, die hier liegen, von den Fischen, bie überall auf langen Gestellen trocknen.
Weißt bu noch, bie kleine beutsche Segeljächt, bie wir ba oben vor bem Norbkap trafen? Die Sommersonne strahlte am polaren Himmel, unb in bem tiefen Blau ber ganzen Szenerie — ber See, des Himmels, der kahlen Berge ringsherum, leuchtete hell das kleine weiße Segel, das da einsam über das spiegelglatte Wasser trieb. Die Flaggen dippten zum Gruß hüben und drüben, und wir winkten unsere Grüße hinüber zu dem kleinen Landsmann. So werden diese kleinen Erlebnisse alle wieder lebendig. Der kleine Norwegerboy, der uns da irgendwo am Landungssteg begrüßte, Miniaturausgabe eines Seemanns, in Wasserstiefeln, Oel- mantel und Südwester, und strahlend war über die buntbebilderten Lloydprospekte, die wir ihm schenkten. Die Albinos in Hellesylt. Das Volksfest in Molde. So zieht das alles wieder vorüber.
Aber nun blinken die Leuchtfeuer von Helgoland durch die Nacht. Alle fünf Sekunden leuchten sie hell über den Horizont, lieber den samtenen Himmel. Eine kurze Nacht noch — und am Morgen werden wir wieder in Bremerhaven sein. Auch diese Reise ist dann wieder vorbei, das Rattern der Kräne an der Columbuskaje, der Trubel der Ankunft, das Wiederzuhaufefein wird uns ganz erfüllen und uns hinweghelfen über diese Abschiedsstunde — von bem schönen Lanbe. aus dem wir eben kamen, von dem ^Schiff, mit dem wir verwachsen sind, von manchen Menschen, die wir trafen. Aber hinterher, wenn wir wieder zu Hause
sind und diese Wochen überdenken, die wir da durchlebten, in den ruhigen Stunden zwischen Büro und Alltag, wird es wieder lebendig werden. Und nie wird man es vergessen, scheint mir: das Erlebnis der See, die norwegische Landschaft, diese ganzen Wochen. Dies alles, von dem ein Stück hier kaleidoskopartig an uns vorüberglitt.
Wunderbare 2Rethm<wn.
Großes Interesse findet in England ein Buch, bas kürzlich in Lonbon erschienen ist unb Berichte von Fliegern enthält, bie wie durch ein Wunber vom sicheren Tobe gerettet würben. So erzählt in dem Buche der Flieger B e a r n e sein aufregendstes Erlebnis. Sein Apparat stürzte bei der Vorführung eines Loopings nach vom mit dem noch arbeitenden Motor in die Tiefe. Es gelang Bearne, sich aus feinem Sitz zu schwingen und mit dem Fallschirm, der sich auch sofort öffnete, abzuspringen. Doch noch in der Luft erhielt er einen Schlag mit einem Eisenstück, das vom Motor abgesprungen war, und von einer lebensgefährlichen Verletzung langte er, nur drei Meter von dem noch brennenden Flugzeug entfernt, auf der Erde an.
Der Flieger kennet berichtet in dem Buch, wie er aus feinem brennenden Flugzeug springen mußte und, als sich der Fallschirm öffnete, zu seinem Schrecken bemerkte, daß er sich schon dicht über den Dächern einer Stadt befand. Er wäre unfehlbar auf einem Dach zerschmettert gelandet, wenn es ihm nicht noch gelungen wäre, die Sprosse eines Fabrikschornsteines zu erfassen. Dann hatte er noch eine lebensgefährliche Kletterei über steile Dächer zu bestehen gehabt.
Auch eine Frau, Miß McFarlaine, kommt in dem Buch zu Wort. Sie hatte einen Fallschirm erfunden, der nicht aus Seide, sondern aus Leinwand bestand. Das Luftfahrtministerium interessierte sich für die Erfindung und wollte eine Puppe mit diesem Fallschirm aus einem Flugzeug werfen lassen, um feine Brauchbarkeit festzustellen. Die Erfinderin erreichte jedoch, daß sie selbst mit ihrem Fallschirm das Experiment ausführen durfte. Sicherheitshalber nahm sie noch einen zweiten Fallschirm aus Seide mit. Sie sprang in ziemlicher Höhe ab, da verfing sich ihr Fallschirm mit den Schnüren am Fahrgestell des Flugzeuges. Bei einer Landuna wäre sie unfehlbar zu Tode geschleift worden. Erst spät-bemerkte der Pilot die verzweifelte Lage der jungen Dame. Während er weiter flog, ließ er mit einer Schnur sein Taschenmesser herunter, mit dem die Miß die Schnüre abschnitt und nun mit dem seidenen Reservefallschirm wohlbehalten landete. Als sie ihren Sturzhelm abnahm, sah sie im Spiegel, daß ihr Haar grau geworden war ...
beherzigenswerte Ansprache an die Jugend, in der er auf die tiefe Bedeutung dieser Sonnwendfeier hinwies. Er erinnerte an die erhabene Sonnwendfeier auf dem Hoherodskopf 1932, bei der wir das Glück hatten, den Führer unter uns zu sehen. Sein freudig aufgenommenes „Sieg-Heil!" galt dem Führer. Ein mächtiger Feuerbrand loderte gen Himmel, das Lied „Flamme empor" wurde begeistert gesungen. Sportlehrer M o r i richtete noch einen Appell an die Jugend. Eine große Menschenmenge hatte sich auf dem Platz eingefunden. Nach dem Deutschland- und dem Horst-Wessellied durchzog ein stattlicher Fackelzug die Straßen der Stadt als Abschluß des schon verlaufenen Jugendfestes und der Sonnwendfeier.
In Ruppertenrod.
* Ruppertenrod, 24. Juni. Am Samstag und Sonntag wurde das Deutsche Jugendfest für den Bezirk Dber-Dhmen auf dem hiesigen Sportplatz zur Durchführung gebracht. Am Samstag fanden die Wettkämpfe der Schulkinder von 10 bis 14 Jahren statt, während am Sonntag die Jugend bis 18 Jahre zum Wettbewerb antrat. Es kamen
Aus der Provinzialhauptstadt.
Das ZRote Kreuz sammelt...
Das Rote Kreuz in Gießen hatte am Samstag und am Sonntag in den Straßen unserer Stadt eine rege Sammeltätigkeit entfaltet. Das Ergebnis der bisherigen Sammlung darf als recht befriedigend bezeichnet werden. Im Laufe dieser Woche wird noch eine Haussammlung durchgeführt, auf die das Rote Kreuz in Gießen im Interesse der Volksgemeinschaft große Hoffnungen setzt. Unser Bild zeigt zwei Schwestern des Roten Kreuzes in ihrer schmucken weißen Tracht bei der Sammeltätigkeit. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Katzenauge, etwas hoch .. .
Das Radfahren ist nicht nur zeitsparend, billig und daher praktisch, sondern es macht auch viel Vergnügen. Doch wo Vorzüge sind, da sollen auch Pflichten bestehen. Eine ganze Reihe von Verkehrsoorschriften entstanden so, denen sich die raschen „Ritter vom Pedal" zu beugen haben. Dazu ge
hört auch der Rückstrahler, jenes kleine rote, nachts so hübsch glimmende „Katzenauge". Selbst der jüngste Radfahrer von Gießen wird wissen, daß er ohne das leuchtende Glasprisma am Hinterrad höchst unvollkommen, ja polizeiwidrig wirkt. Wobei zu bedenken ist, daß die bloße Existenz des Katzenauges noch nicht genügt, sondern daß es auch... Dach wir wollen erst die folgende, recht lehrreiche Kurzgeschichte hören.
Ein Auto rollt friedlich brummelnd über die abendlich dunkle Landstraße, die Sterne flimmern und ein kühler Wind streicht durch die rauschenden Bäume. Plötzlich ein Krach, ein Fluchen — der Autofahrer bremst mit aller Kraft, springt aus dem Wagen und steht einem schimpfenden Radfahrer gegenüber, der anklagend auf einige verbogene Speichen und eine schiefe Lenkstange weist. Dann aber sieht der Autler, daß auch fein eignes Fahrzeug recht gelitten hat. Der Kotflügel zeigt Beulen und abgeplatzten Lack. Dies alles macht dem Autler wenig Spaß. Er versucht, den Radfahrer zur Rede zu stellen, der aber tobt und läßt mit seinem unermüdlichen Geschimpfe kein maßvolles Gespräch zustande kommen. Also geht der Autler zur Polizei und meldet den Zusammenstoß mit dem entschiedenen Hinweis, der Radfahrer habe kein Schlußlicht gehabt. Was man nicht sieht, dem kann man nicht ausweichen, und im übrigen bitte er sich doch einmal den einst so schonen, jetzt so abgeplatzten Kotflügel ansehen zu wollen...
Bald darauf stehen die beiden Fahrer vor dem Einzelrichter. In des Radlers Miene spiegelt sich großartige Ueberlegenheit. Denn er hat sich seinen Entlastungszeugen gleich mitgebracht, und zwar das etwas wracke Fahrrad, das deutlich sichtbar am Hinterrad — das rote Katzenauge aufweift!
Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Autofahrer war nur einen Augenblick lang verblüfft. Dann aber kramte er in seinen Taschen und zog ein kleines Bandmaß hervor. Er näherte sich damit dem unschuldig dreinschauenden Hinterrad, von wo ihm das bewußte Katzenauge
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Zugeudsest und Gonnenwendfeiern auf dem Lande.
NESTLE
KINDER NAHRUNG
Deutsches Erzeugnis


