rr.m Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Samstag, 25. Mai 1055
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Knegsminister General v. Doyen.
-er Schöpfer des Wehrgesehes von 1814.
Von Major Hoertsch.
Erhalten ist oft schwerer als Schaffen. Unter dem D'uck der Not entfalten sich Kräfte und lassen ein« nnlig Gewaltiges erstehen. Solchen Ruhm künden b * Blätter der Geschichte, daß alle ihn hören. Das A ngen um die Erhaltung des-Geschaffenen ist meist u dramatisch, bewegt die Nachkommen nicht so stark u.b ist doch nicht gering zu werten. Die Männer um Scharnhorst schufen die Grundlagen, auf bnen Gneisenau Preußens Befreiung durch- si-yrte. Diese Namen sind in aller Mund. Ein 3u) t) e n wird wenig genannt, noch weniger ge«
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fnnt Die Sonne des „herrlichen Krieges" läßt die Dhre 1813 bis 1815 hell erstrahlen. Was folgt, liggt im Schatten.
still, arbeitsam und bescheiden, aber mit heißem Hrzen müht sich Ende 1807 ein Kapitän der preu- ßichen Armee an den Arbeiten, die ihm Scharn- hrst zu durchdenken gab. Hermann v. Doyen. „ inen einsichtsvollen Mann, dem die inneren 23er« ; Pitnisse in der Armee bekannt waren und der mit I o^ßer Geschicklichkeit und Pünktlichkeit seine Ge- Mfte verrichtete", hat ihn Scharnhorst genannt, jiin überschwengliches Urteil, aber klare, nüchterne urteilung des Mannes, der Gehilfe des großen formers war und sein Werk einst vollenden sollte.
Doyen ist 1771 geboren. Er entstammt alter Lnldatenfamilie, hat eine freudlose Jugend durch- l"t, ist mit zwölf Jahren in Königsberg beim |i 2 fanterie-Regiment 16 eingeschrieben und tut drei
2 hre später im ältesten Regiment des preußischen Ifimigs Dienst im kleinen B o r t e n st e i n. tUian kimmandiert ihn zur Militärschule nach Königs- b r g. Dort hört er in freien Stunden als sieb- zlynjähriger den großen Philosophen Kant. Er mag ihn nicht verstanden haben und hat Zeit seines j LDens nicht viel von seinen Lehren gewußt; aber 1 g lebt bat er sie wie kaum einer seiner Zeit. ] 8m fröhlicher Kamerad, zu Scherz und Spott ouf- Ig egt, mit gesundem Ehrgeiz, ein wenig eitel, aber
ir seinen Gedanken anders als seine Kameraden, ß sinnt über den Vorzug der Stände nach, will i bri Offizierstand geistig und sittlich gehoben sehen II rtb ist dabei aller Ueberheblichkeit gegen andere i L1 rufe fern. Daß der Osfizierstand dem Adel vor-
«yalten ist, dünkt ihm gegen den Sinn der Zeit. | ß- will Tüchtigkeit gelten lassen, schon im
Mieden. In vorauseilendem Optimusmus nennt er pi junger Soldat schon allgemein den Grundsatz, ,/Ln Rekruten ohne Schläge seine Pflicht zu lehren'. ' H796 wird Doyen Kompaniechef in Gumbin - ir n. Hier geht er ganz auf in der Ausbildung
Oie Hochzeiisfeierlichkeiien in Stockholm.
Die Abendveranstaltung im Königlichen Schloß zu Stockholm, zu der König Gustaf 800 Gäste eingeladen hatte. Don rechts: Kronprinz Wilhelm von Preußen; die Kronprinzessin von Norwegen; König Leopold von Belgien; Königin Alexandrine von Dänemark; Kronprinz Fre- derik von Dänemark mit seiner Braut, der Prinzessin Ingrid von Schweden; König Christian von Dänemark; Königin Astrid von Belgien; König Gustaf von Schweden; Kronprinzessin Cäcilie; der Kronprinz von Norwegen; die Kronprinzessin von Schweden.
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Die Feierlichkeiten anläßlich der Vermählung der schwedischen Prinzessin Ingrid mit dem dänischen Kronprinzen Freberik haben am Freitag mit dem festlichen Trauakt in der Hof- und Domkirche in Stockholm sowie in dem kurz darauf folgenden Hochzeitszug durch die Innenstadt ihren Abschluß gefunden. Bereits um 8.30 Uhr vormittags marschierten Truppenabteilungen zu Pferde und zu Fuß sowie Flieger und Marinesoldaten zur Spalierbild ung auf. Die Zufahrtsstraßen und die Plätze waren von den frühen Morgenstunden an von großen Menschenmengen besetzt. Eine Stunde vor Beginn der kirchlichen Traufeierlichkeit waren die umliegenden Straßenzüge mit Fahrzeugen fast vollständig verstopft.
In der Kirche war der Hauptaltar nur mit Mar- gueriten und blauen Blumen, die besonders aus England geschickt worden waren, geschmückt. Die königlichen v^b fürstlichen Herrschaften nahmen vor dem Altar Platz. Im Mittelschiff hatten Soldaten in historischen Uniformen Aufstellung ge
nommen. Den Zug des Hofes zum Altar eröffnete König Gustaf V. von Schweden in Begleitung der dänischen und der belgischen Königin. Kurz daraus, als der Hof feine Plätze bereits eingenommen hatte, begab sich der prinzliche Bräutigam in Begleitung feines Vaters, des dänischen Königs, zum Altar. Eine kurze Weile nachher betrat die Braut, Prinzessin Ingrid, von ihrem Vater, dem schwedischen Kronprinzen begleitet, die Kirche. Die Trauungsfeierlichkeiten erfolgten nach dem bei solchen Gelegenheiten üblichen Zeremoniell. Den Trauakt vollzog der Erzbischof Eiden. Die Trauungsfeierlichkeiten wurden vom schwedischen Sender übertragen.
Die Hochzeitsfeierlichkeiten sanden bei strahlendem Frühlingswetter ihren Abschluß. An dem Essen, das unmittelbar nach der Trauung in der Hof- und Domkirche im Schloß im engeren Kreise stattfand, nahm auch der deutsche Gesandte, Prinz zu Wied, mit Gemahlin teil. Während des Essens wechselten König G u st a v von Schweden und König C h r i st i a n von Dänemark kurze An
sprachen. Anschließend nahm das junge Paar die Glückwünsche entgegen. Kurz vor 15 Uhr trat das Kronprinzenpaar in einer Galakalesche die Rundfahrt durch einige Straßen der Stadt an. Das Ehrengeleit stellte das königliche Leibregiment zu Pferde. Die mit schwedischen und dänischen Flaggen reichgeschmückten Straßenzüge, durch die der Festzug sich bewegte, waren mit einer unübersehbaren Menschenmenge umsäumt, die das Kronprinzenpaar mit lauten Hurrarufen begrüßte und Blumen in den Wagen warf. Kurz nach 17 Uhr begab sich das Kronprinzenpaar in Begleitung des Hofes und der Hochzeitsgesellschaft vom Schloß zur geschmückten und von den Truppen umfäumten Landungsbrücke. Hier bestieg man die königliche Schaluppe „Wasa-Orden", die unter dem Salut der vor Anker liegenden dänischen und schwedischen Kriegsschiffe zur Jacht des dänischen Königs „Dane- brog" auslief. Hier angekommen, nahm das junge Paar Abschied. Die Jacht lichtete darauf die Anker und trat mit dem Kronprinzenpaar an Bord die Fahrt nach Kopenhagen an.
feiner Kompanie und in der Sorge um seine Leute. Hier rührt er schon an den Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht und sieht in ihr die höchste Pflicht des Bürgers, die er nicht der Hefe des Volkes übertragen wissen will. Das Unglücksjahr 1806 trifft ihn hart. Er ist im Generalquartiermeisterstab des Herzogs von Braunschweig ins Feld gerückt, sieht mit Entsetzen den Verfall des friederizianischen Heeres Am Tage von Jena wird er in die Hüfte getroffen und gefangen. Mit Mühe kann er sich in Weimar den Franzosen entziehen. Hier sieht er Goethe und lehnt ihn ab, er ist ihm zu stolz, zu wenig deutsch gesinnt. Wieland rät ihm, den Rock auszu- tiehen und den Wissenschaften zu (eben Er wider
steht der Lockung und ist 1807 wieder Stabskapi- tän im Preußischen Generalstab, wo ihn fein Meister Scharnhorst entdeckt. Zu Beginn des folgenden Jahres wurde er Mitglied der „Reorganisationskommission". Entscheidend war hier seine Mitwirkung an der Durchführung des Krümper-Systems. Boyen legte damit den Grund zu seinem späteren L"f"'nswerk. aus d»m stehenden Heere das Volk in Waffen auch für den Frieden zu schaffen. Seine erste Verwendung tm Befreiungskampf befriedigte ibn wenig. Als er aber ausersehen wurde, im Militär-Gouvernement Berlin die Aufstellung der Landwehr zu betreiben, war ihm ein Herzenswunsch erfüllt. Später wurde er Generalstabschef beim Korps Bülow.
Ein großes Erlebnis nahm Boyen aus dem Feldzug 1813 mit: die Opferwilligkeit des ganzen Volkes und die gewaltige Entwicklung der Wehrkraft, für ihn vor allem verkörpert in der preußischen Landwehr. Zum ersten Male war in dem Preußenvolk das Staatsbewußtsein erwacht, vielfach noch unklar in seinen Aeuße- rungen, aber stark im Wesen. Der Soldaten- r o ck war zum Ehrenkleid geworden. In ihm hatte der Bürger neben dem Adligen, der Arbeiter neben dem Besitzer um die Freiheit der gemeinsamen Heimat gekämpft. In ihm verkörperte sich der Gedanke des gleichen Opfers und des gleichen Rechts. Im Zeichen solcher Gleichheit war Preußen durch die Waffen wieder eine Macht ge«
Sie Michael den Later verlor.
Von Ernst Wiechert.
Mit der „H i r t e n n o v e 11 e" legt Ernst Wiechert seiner großen Lesergemeinde sein neuestes, reifes und schönes Werk vor, dem wir mit Erlaubnis des Verlages Albert Langen-Georg Müller das Anfangskapitel entnehmen.
oQeinen Vater erschlug ein stürzender Baum um bs Mittagszeit eines blauen Sommertages. Ihm allein war bestimmt, vom Rand der Lichtung aus x. sehen, wie der Wipfel der hohen Fichte zu beben begann und wie sie, ohne hin und her zu schwan- km wie sonst, sich plötzlich einmal um sich selbst z. drehen schien, ganz schnell, mit waagerecht frei» (rnben Zweigen, bevor sie niederbrauste gleich einem eins den Fundamenten geworfenen Turm und mit bim Donner ihres Sturzes den leisen Schrei oer- soglang, der zu ihren Füßen aufstand gegen das nederbrechende grüne Gebirge.
Die Lippen halb geöffnet, an denen der Saft bir Heidelbeeren noch nicht getrocknet war, stand bis Kind dem Anblick des Gewaltigen hingegeben und erzitterte mit der Erde, auf der es mit bloßen t'iifjen stand, bis die Wolke aus Blütenstaub im loifen Wind waldeinwärts gezogen war und das (hrüne und Ungeheure nun regungslos quer über bse Lichtung geschleudert lag. Es wunderte sich nicht, biß der Vater nicht zu sehen war, dessen Kraft und käihnheit dies vollbracht hatte, und auch nicht der andere Mann, den sie den „Soldaten" nannten, und t’r mitunter die Schneide der Axt an die Schulter Iggte, den langen Stiel gleich dem Lauf eines Gewehres auf sie gerichtet, wozu er auf eine er« streckend täuschende Weise Schuß auf Schuß mit d n Lippen auf ihre zerstiebende Schar schleuderte, tut) da das Kind Michael diesem verderbenbrin- emben Gewehrlauf niemals auswich, sondern mit furchtlosen Augen fein frühes Ende erwartete, hatte b r „Soldat" es tief in fein Herz geschloffen und tim eine große Laufbahn als General geweissagt.
Erst nach einer Weile, sich vorwärtstastend in br:r grünen Wildnis gesplitterter Aeste, fand das Sinb ben Vater unb ben Solbaten. Den einen still cuf bem Rücken ruhenb, bie Axt noch in ben Hän- d n, einen schmalen roten Strich zwischen ben Lip- p-n, obwohl keine Beeren in bem zerschlagenen Aoos zu erblicken waren. Den anbern auf bem Gesucht ruhenb, bie Arme ausgebreitet, inbes ein Fich- tmaft, stark wie ein junger Baum, sich über seinen Rücken gelegt hatte, ber merkwürbig flach unb wie ttrroelf» unter bem rötlich-braunen Joch erschien.
Eine Weile suchte bas Kinb noch nach bem Stiel
ber Axt, aus bem ber Solbat ben Tob auf sie zu schicken pflegte, fanb ihn aber nicht, stellte ben blauen Paartopf mit Suppe unb Fleisch in ben Schatten bes gestürzten Stammes unb setzte sich bann bei seinem Vater nieber, in Gebulb erwartens wie bies seltsame Versteckspiel nun zu Enbe gehen mürbe
lieber bie zur Erbe geneigte Stirn bes Toten senkte sich, auf eine rounberbare Weise unversehrt, ein Stengel mit Glockenblumen, unb von bem zart geäderten Blau dieser Blüten ging der Blick des Kindes zu der erstaunlichen Weiße der beschatteten Stirn und wieder zurück. In dem grünen Haus, auf dessen Schwelle es saß, zitterten goldene Flecken der Sonne, die ihm hoch im Rücken stand. Aus den weißen Bruchstellen der Aeste tropfte schon mit starkem Geruch hellgelbes Harz, und der Leib einer Eidechse glitt schimmernd, mit atmenden Flanken, an den Händen des Vaters vorbei. Und nach einer Weile, indes der Ruf des Pirols mit süßer Eintönigkeit über den Wald gefallen war, wußte das Kind sich nichts Besseres, als es den beiden Großen nachzutun, die Augen halb zu schließen und in einen dämmernden Schlaf zu gleiten, aus dem ja wohl einer von ihnen, des Spiels müde, zuerst in das alte Leben wieder treten würde.
Das Kind erwachte von einem leisen Stöhnen, das tief unter den Aesten zu wohnen schien. Es war der Soldat, unverändert in seiner Haltung. Das Stöhnen klang, als habe er den Mund voller Erde und als werde er niemals mehr imstande fein, jenen hellen und scharfen Ruf des Todes mit feinen Lippen zu erzeugen. Aber noch bevor das Kind aus der Wirrnis zerrinnender Träume und der Ahnung eines dunklen Grauens sich zu erheben vermochte, sah es, wie es an Schlafenden oft gesehen hatte, daß die kleinen dunklen Waldfliegen sich um das Gesicht des Vaters zu schaffen machten unb baß sein Schlaf zu tief sein mußte, als baß er mit einer Bewegung seiner Liber sie aus ben Augenwinkeln hätte verscheuchen können.
Hier, unb zwar zum ersten- unb zum letztenmal, schluchzte bas Kinb einmal auf, bumpf berührt von einer Ahnung ber Kreatur, brach bann zwischen den Fichtenästen einen schon welkenden Lindenzweig und saß dann Stunde um Stunde, die Blätter über den Augen des Vaters hin und herführend, indes das Stöhnen des Soldaten eintönig und regelmäßig aus der Erde zu rufen schien.
Es war dem Kinde wohl bewußt, daß es gut fein würde, zu den grauen Hütten des Dorfes zu laufen, die Mutter oder einen der Großen anzu- halten in ihrem Tagwerk und ihnen zu sagen, daß hier im Walde zwei Männer unter einem Baum lägen, nicht schlafend und nicht wachend, und daß
der Soldat wohl nicht imstande oder willens sei, die Axt an die Schulter zu legen und aus seinem Munde Schuß auf Schuß unter die Feinde zu senden. Es war dieses dem Kinde in seiner Hilflosigkeit so wohl bewußt, daß es ein paarmal aus seiner grünen Hohle heraustrat und über die Lichtung hinweg nach dem Rand des Moores blickte, der mit gekrümmten Kiefern bläulich vor dem weißen Himmel stand. Doch wenn es sich dann mit einem letzten Abschiedsblick zurückwandte, sah es die dunklen Waldfliegen wieder um bie Augen bes Vaters schwirren, unb es schien ihm nicht erlaubt, biefe stillen Augen ber fremben Zubringlichkeit preiszugeben. So kehrte er jebesmal roieber in sein bunk- les Haus zurück, in bem bie Sonnenbalken nun schon flacher lagen, fuhr in seiner eintönigen Tätigkeit fort unb wehrte sich mit zusammengezogenen Augenbrauen gegen bas wachsenbe Gefühl kalter unb gänzlich hoffnungsloser Verlassenheit.
Erst in ber Abenbbämmerung fanben sie bie beiben Männer unb bas Kinb. „Die Fliegen", sagte Michael, um bas Geschehen befragt. „Es mußte einer bableiben, um bie Fliegen zu verjagen."
Sie hoben ben Toten unb ben Sterbenben auf, bem ber Fichtenast bas Kreuz gebrochen hatte, flochten zwei Bahren aus grünen Aesten unb kehrten in bas Dorf zurück, in bem alle Türen offen stauben unb in bem bas Vieh an ben Ketten brüllte, als wittere es ben kühlen Hauch bes Tabes
Zeitschriften
— Jungen beutschen Dichtern ist bas Maiheft ber „Sübbeutschen Monatshefte" (Süddeutsche Monatshefte G. m. b. H., München) gewidmet. Aus der großen Zahl junger Schaffender sind vierzehn ausgewählt worden, die mit Erzählungen und Gedichten vor eine breite Öffentlichkeit gestellt werden. Der weiteste Raum ist dem in München lebenden Franken Wolf Justin Hartmann geroibmet,ber eine neue erzählerische Arbeit vorlegt: Die Novelle „Durst". — Reizvoll ist bie Geschichte aus ber Vorkriegszeit Siebenbürgens, bie Heinrich Zillich unter bem Titel „Die Zinnenschlacht" beigesteuert bat. — Kleinere Beiträge stammen von Karl Nils Nicolaus, ber m seiner Geschichte „Der Nebel M 31" Streit unb bebeutungsoolle Versöhnung in ber Ehe eines arbeitsamen Astronomen heraufbeschwört, von Josef Martin Bauer unb Josef Mühlberger — Weniger Raum erhielten bie Lyriker Lubwig Friebrich Barthel, Heinrich Anacker, Herbert Böyme, Georg Schwarz, Fritz Diettrich, Johannes Linke, Max F. Bevern, Wolfram Brockmeier unb Werner Schumann, bie alle nichts mehr von jener „Flucht ins rein Aesthetifche" wissen, bie bas Vorwort ebenso
verurteilt wie bie „Ausflucht zum guten Willen", aus bem allein niemals wahre Kunst zu entstehen vermag.
— Im Maiheft ber Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW) lesen wir u. a. einen Aufsatz „Das Stilgesetz des nordisch-dinarischen und des dinarischen Menschen", in dem Enno Folkerts über Beobachtungen an nordisch-dinarischen unb rein binarischen Bewohnern bes Gebiets um Garmisch-Partenkirchen berichtet. Eingeleitet wirb bas Heft mit einem Aufsatz „Aus Julius Friebrich Lehmanns Jugenbzeit", in bem Prof. Dr. K. B. Lehmann, Würzburg, ber Bruber bes verstorbenen Verlegers persönliche Erinnerungen aus ber gemeinsamen Jugenbzeit bringt. — Die Zahnkaries, eine ber größten Volksseuchen, ist Anlaß für Untersuchungen Prof. Dr. F. Proells über „Rasse unb Zahnleiben". — Einer ber Vorkämpfer für bie Sterilisation, Dr. Wilhelm Hartmann, spricht über ben „Psychopathen als verhängnisvollen Erb- träger". — Die vielseitige Spalte „Aus Rassenhygiene unb Bevölkerungspolitik" bringt einen interessanten Querschnitt burch Geschehen unb Bestrebungen auf rassenhygienischem Gebiete. — Zahlreiche schöne Bilber schmücken bas Heft ber verbienstvollen Zeitschrift.
Hochschulnachnchten.
Professor Dr. Rubolf Thiel, Exttoorbinarius für Augenheilkunbe an ber Universität Berlin, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Frankfurt ernannt worben.
Der ao. Professor Dr. Wagenseil an ber Universität Bonn ist zum Orbinarius für Anatomie in Bonn ernannt worben.
Dr. Gerharb D e e t e r s , Privatbozent für inbo» germanische Sprachen an ber Universität Leipzig, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Bonn ernannt worben.
Professssor Dr Dietrich Prey er, Orbinarius für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität fünfter, ist in gleicher Eigenschaft in bie Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät ber Universität Greifswalb versetzt worben.
Professor Dr Friebrich Hoffmann, Orbinarius für Wirtschafts- unb Sozialwifsenschaften an ber Universität Greisswolb, ist in gleicher Eigenschaft in bie Rechts- unb Staatswissenschaftliche Fakultät ber Universität HR ün ft er versetzt worben
Professor Dr. Franz Koch, Ertraorbinarius für neuere beutsche Literaturgeschichte an ber Universität Wien, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Berlin ernannt worben.


