Verfahren könne durch Manöver zur Beunruhigung ober Ablenkung der öffentlichen Meinung nur gestört werden. Diese Manöver und Einmischungen könnten, wenn sie nicht im Keim erstickt würden, den Streitfall nur verschärfen. dessen Bedeutung anscheinend auch jetzt nicht in vollem Umfange gewürdigt werde.
Die italienische Regierung wolle in keiner Weise den Auftrag der Schiedsrichter gemäß dem Vertrag von 1928 einschränken. Jedoch dürfe sich ihre Prüfung nicht auf die Grenzfragen beziehen. Keine Autorität könne der Souveränitätsausübung durch die italienische Regierung den Gerichten Abbruch tun. Indem Italien das Schiedsverfahren angenommen haben, habe es bewiesen, daß es die von den beiden Regierungen übernommenen Verpflichtungen achten wolle.
Ein Austausch von Bemerkungen zwischen dem italienischen und dem abessinischen Vertreter ergab, daß nach Auffassung beider Parteien die Schiedsrichter nicht die Grenze se st zusetzen, aber doch auch diese Frage zu berücksichtigen haben.
Laval und Eden befriedigt.
Der französische Außenminister Laval begrüßte die beiden Entschließungen, die in glücklicher Weise die Sorge jedes Staates um seine Souveränität und die Wahrung der wesentlichen Grundsätze des Völkerbundes berücksichtigten. Beide Regierungen hätten ihren Willen bekundet, eine gütliche Lösung zu fin
den. Man muffe ihnen Vertrauen entgegenbringen und hoffen, daß diese Aussprache nicht wieder eröffnet zu werden brauche. Der Völkerbundsrvt habe seine hohe Autorität wieder einmal in den Dienst des Friedens gestellt.
Der englische Vertreter Eden zollte der Der- ständigungsbereitschaft gleichfalls Anerkennung und erklärte, der Streitfall habe der britischen Regierung ernste Sorgen bereitet. Die Verantwortlichkeit liege nicht nur bei den beiden Parteien, sondern beim ganzen Völker- bundsrat, der jetzt die Aufgabe habe, die Entwicklung der Angelegenheit aufmerksam zu verfolgen. — Litwinow betonte, daß der Völkerbund sein großes Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens in allen Teilen der Welt auch bei dieser Gelegenheit bewiesen habe.
Im Namen der abessinischen Regierung sprach der Pariser Gesandte Seele Hawariat dem englischen und dem französischen Vertreter seinen Dank für ihre Bemühungen um eme rasche und friedliche Lösung aus. Die heutigen Entschließungen stellten hoffentlich einen entscheidenden Schritt zur Wiederaufnahme freundschaftlicher Beziehungen zwischen Italien und Abessinien dar. Abessinien werde nichts unterlassen, um das Vertrauen zwischen den beiden Ländern zu stärken.
Als letzter Redner erklärte A l o i s i, auch er wolle danken, wisse aber nicht, ob er mehr Dank auszusprechen als entgegenzunehmen habe. — Hierauf wurden die genannten Entschließungen angenommen und die Sitzung gegen 2 Uhr geschlossen.
England wünscht Gon-erbehan-lung des Luftpakts.
Rückfragen in Paris und Rom über eine Abtrennung des Lustlocarnos vom Londoner Protokoll.
London. 25.Mai. (BUB. Funkspruch.) Bei der Prüfung der Vorschläge des Führers beschäftigt sich die englische Regierung zur Zeit besonders eingehend mit der L u f t p a k t s f r a g e. Die halbamtlich mitgeteilt wird, ist die englische Regierung im Begriff, die Ansichten Frankreichs und Italiens über die Möglichkeit einer Abtren- nungder Luftpaktvorschläge vondenanderen Problemen des Londoner Protokolls vom 3. Februar einzuholen. Falls Frankreich und Italien diesem Schritt zustimmen sollten, wäre die Eröffnung oon Verhandlungen zwischen England Frankreich, Deutschland, Italien und Belgien möglich. Bevor Italien und Frankreich ihre Stellungnahme Mitteilen, sei es jedoch unmöglich, das zukünftige Vorgehen vorauszufagen. Sicher fei nur, daß die Verhandlungen über einen Luftpakt alle genannten Mächte umfassen würden.
Für Zusammenarbeit freier Völker.
Eine Friedensrede Macdonalds.
London, 25. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Ministerpräsident Macdonald war am Freitagabend der Hauptredner auf einem Jubiläumsfestessen für die Ministerpräsidenten der Dominien und die Vertreter Indiens. Macdonald erklärte dabei u. a., das englische Weltreich setze sich für den Frieden ein. „Nicht für den Frieden der Uebergabe, nicht für den Frieden der Unterordnung und nicht für den Frieden, der alles gewährt, weil er sich fürchtet, seine Rechte zu verteidigen, sondern vielmehr für den Frieden, der dann kämmen kann, wenn Völker, wie das unserige Fechter der Gerechtigkeit sind und die Anerkennung der Gerechtigkeit für alle anderen Völker auf der Welt verlangen. Wir fetzen uns für die Zusammenarbeit freier Völker ein. Wir erstreben den Frieden der Welt durch Verhandlungen und durch menschliche Methoden".
Der Führer der Liberalen Opposition, Sir Herbert Samuel, begrüßte in seiner Rede in Blackpool die Vorschläge Hitlers als eine Tatsache von großer Tragweite. Die Vorschläge wiesen einen
nützlichen Weg zur Lösung der westeuropäischen Probleme und insbesondere der Luftrüstungsfrage. Hitler habe klar zum Ausdruck gebracht, daß er nicht die Sowjetrussische Luftflotte als Standard für Deutschland anzunehmen wünsche. Das sei im Hinblick auf die Rolle Sowjetrußlands im Fernen Osten wichtig. Es sei nicht einzusehen, warum nicht schon aus Gründen der Kostenersparnis für die westlichen Mächte eine Luftflotte von je 5 00 Frontflugzeugen statt von 1500 genüaen sollte. Der Redner beschwor die Regierung, diese einzigartige Gelegenheit nicht vorüber- gehen zu lassen, den Frieden zu sichern und die Erwartungen des gesamten englischen Volkes nicht zu enttäuschen.
Starker Andrang zur englischen Luftflotte.
London, 25. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Neurekrutieruna für die englische Luftflotte wurde am Freitag mit großem Erfolg eröffnet. Im Londoner Rekrutierunasbüro für Mechaniker, Funker, Schützen und sonstiges Flugzeugpersonal bewarben sich am Freitag rund 2000 junge Leute und außerdem liefen etwa taufend schriftliche Bewerbungen ein. In einem zweiten Rekrutierungsbüro für Militärpiloten wurden 500 persönliche und 2000 schriftliche Bewerbungen verzeichnet. Von den persönlich vorsvrechenden Bewerbern wurden am Freitag 500 für diensttauglich befunden. Bet einer Rundfrage unter den Bewerbern, welches ihre Beweggründe zum Eintritt in die Luftflotte seien, lautete die häufigste Antwort: „Ich möchte Sensationen erlebe n". Von Beamten des Luftministeriums wurde erklärt, daß sie über die große Zahl der Bewerber überrascht seien. Die Hauptschwierigkeit sei jedoch der Mangel an Bewerbern, die für einen Spezialberuf ausgebildet sind.
Der Präsident des britischen Jnoustrie-Verbandes, Sir Francis Joseph, erklärte in Manchester, daß die englische Industrie geschlossen hinter den Aufrüstungsmaßnahmen der Regierung stehe. Die Industrie müsse das Geld für die Sonderausgaben der Aufrüstung aufbringen.
Der Mkerbundsausschuß berät die Frage wirtschastlicher Sanktionen
Krankreich legt eine Denkschrift vor.
Genf, 24. Mai. (DNB.) In »Verfolg der Entschließung des Völkerbundsrats zur Erklärung der deutschen Wehrfreiheit vom 17. April d. I. hat Frankreich nunmehr dem Völkerbund eine Denkschrift überreicht, die davon ausgeht, daß der Döl- kerbundspakt zwar die gewissenhafte Einhaltung aller Dertragsverpflichtungen zu einer wesentlichen Voraussetzung der internationalen Zusammenarbeit und der Gewährleistung des Friedens und der Sicherheit mache, aber keine ausdrücklichen Bestimmungen über d i e Aufkündigung von Verträgen enthält, jedoch ergeben sich aus den allgemeinen Pflichten des Völkerbundes entsprechende Befugnisse des Völkerbundsrates, so daß eine Abänderung des Paktes nicht notwendig sei. Im Sinne der Entschließung vom 17. April könne der europäische Friede entweder dadurch gefährdet werden, daß die einseitig aufgekündigten Bestimmungen eine überragende politische Bedeutung haben, oder dadurch, daß mit dieser Aufkündigung Maßnahmen einher- aehen, wie die Herstellung von Rüstungen, oder die Anhäufung oon kriegswichtigen Vorräten, aus denen sich begründete Zweifel über d i e friedlichen Abfichten des Vertragsbrüchigen Staates ergeben. Im einen wie im anderen Falle handele es sich um eine Kriegsdrohung.
Um den Dertragsbrecher zu einer richtigen Auf- faffung seiner internationalen Pflichten zurückzubringen, müsse die erste Sorge darin bestehen, ihm die Vollendung seiner Vorbereitungen unmöglich zu machen. Es sei im allgemeinen ausreichend, F e r ti g i a b ri k a te und Rohstoffe zu bestimmen, die der Vertragsbrüchige Staat sich außerhalb seines Gebietes beschaffen müsse und deren Entziehung seine Vorbereitungen hemmen würden. Bei allen Laudern ohne Kriegsindustrie könne es genügen, Waffen- und Material- sendungen anzuhalten. Für andere mit entsprechender Kriegsindustrie bestehe die Aufgabe darin, ihre Versorgung mit unentbehrlichen „Schlüssel
produkten" zu unterbinden. Die Mitwirkung der europäischen Staaten, die die hauptsächlichen Roh- stoffmärkte beherrschen, sei unerläßlich. Alle europäischen Staaten sollen sich dazu verpflichten, die Empfehlungen des Völkerbundes auszuführen und sich über Maßnahmen verständigen, um die Ausfuhr von Kriegsmaterial und dazu benötigten Rohstoffen nach dem Gebiet des Vertragsbrüchigen Staaten zu verhindern. Außereuropäische Staaten sollen aufgefordert werden, die Durchführung dieser Vereinbarungen zu erleichtern. Die Denkschrift legt besonderen Wert auf den Nachweis, daß im Falle einer Entschließung des Dölkerbundsrates über eine Vertragsverletzung die Stimme des beschuldigten Staates bei Berechnung der Einstimmigkeit nicht in Betracht kommen könne, da niemand Richter in eigener Sache sein könne.
Wenn man sich das Zustandekommen des Ratsbeschlusses vom 17. April vergegenwärtigt, dann wird man daran zweifeln können, ob sich die euro- päischen Völkerbundsmitglieder geschweige denn die Nichtmitglieder tatsächlich ohne weiteres dazu hergeben und verpflichten werden, eine Blankovollmacht dahingehend zu erteilen, daß der Dölker- bundsrat derartige schicksalsschwere Entscheidungen von sich aus trifft.
Einwände Spaniens.
Der Dreizehnerausschuß für die Prüfung von wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen im Falle künftiger Vertragsverletzungen ist unter dem portugiesischen Vertreter Caeiro da Matta zusammengetreten. M a s s i g l j (Frankreich) unterbreitete die französische Denkschrift. Mada- riaga (Spanien) machte auf die Schwierigkeiten aufmerksam, auf die ein Ausbau des Sanktionssystems stoßen würde, so lange manche Staaten und besonders gewisse Großmächte dem Völkerbund nicht angehörten. Gemeinsam mit den Sanktionen müßten die Kriegsvorbeugungsmaßnahmen entwickelt werden. So fei z. B. die
„Fleisch im eigenen Gast."
Ein Stück nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik.
Don Or. jur. E. Böse, Ministerialdirigent im Reichs- und preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
Die Fleischerläden bringen jetzt „Fleisch im eigenen Saft" zum Verkauf. Es handelt sich dabei um Fleischkonserven in Dosen zu je ein Kilogramm, die rund 850 Gramm schieres, hochwertiges Rind- oder Schweinefleisch enthalten und zum Preise von 1,50 M ar k je Kilogramm-Dose abgegeben werden. Ziel der nationalsozialistischen Ernährungspolitik ist es, so- wohl der Landwirtschaft für ihre Erzeugnisse wie auch dem Verbraucher für die von ihm zu beziehenden Lebensrnittel möglichst gleichbleibende Preise zu sichern. Der Weg hierzu ist die Marktordnung. Ihre Aufgabe ist es, den Ausgleich zwischen Bedarfs- und Ueberschußgebieten und solchen Zeiten zu schaffen, in denen die Erzeugung den Bedarf über- ober unterschreitet. Gleichmäßiger Absatz und g l e i ch b l e i b e n d e Versorgung sind die Voraussetzung gleichbleibender Preise für den Erzeuger und für den Verbrauchen
Es ist uns allen schon selbstverständlich, daß die im Herbst eingebrachte Getreideernte über das ganze Jahr verteilt werden muß, um eine gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit Brot während des ganzen Jahres zu stabilen Preisen zu erreichen. In der Systemzeit war das aber keineswegs selbstverständlich. Man verkaufte vielmehr im Herbst, um der Landwirtschaft den Absatz des Getreides zu ermöglichen, beträchtliche Mengen ins Ausland und mußten dann am Schluß des Erntejahres das fehlende Getreide zu Preisen wieder aus dem Auslande einführen, die der internationale Getreidehandel und nicht wir bestimmen. Brotpreisschwankungen waren unausbleiblich. Jetzt nehmen wir im Herbst die von der Landwirtschaft über den laufenden Bedarf hinaus angebotenen Getreidemengen auf Lager und geben am Schluß des Jahres bei auftretendem Bedarf die erforderlichen Mengen wieder ab. Auf diesem Weg schaffen wir nicht nur den Ausgleich zwischen lieber« und Unterangebot innerhalb eines Jahres, sondern auch zwischen reichen und knapperen Jahren.
Die gleichen Wege haben wir auch in der Butter- und Eierversorgung beschritten. Wir bringen in Zeiten starker Butter- und Eieranlieferung im Frühjahr und Sommer die überschüssigen Mengen in Kühlhäuser und öffnen diese Läger im Winter, wenn die eigene Erzeugung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Diese Politik der Reichsregierung und des Reichsnährstandes hat es der Spekulation unmöglich gemacht, die Saisonschwankungen in der Erzeugung uno die Möglichkeit der Einlagerung zu ihren eigensüchtigen Machenschaften auf Kosten von Erzeuger und Verbraucher auszunutzen.
Dem Willen, auch beim Vieh und Fleisch den Grundsatz sicherer Absatzmöglichkeiten und gleichbleibender Preise für Erzeuger und Verbraucher zu verwirklichen, stand nun die Unmöglichkeit gegenüber Vieh und Fleisch etwa so wie (Betreibe auf Lager zu nehmen. Fleisch kann zwar in gefrorenem Zustand gelagert werben, verliert dadurch aber sofort an Wert. Die „Einlagerung" von Vieh beim Landwirt, durch Unterbindung des Auftriebs zum Schlachtviehmarkt ist nur in begrenztem Umfang möglich, weil es dem Bauer Geld (Futter) k o ft e t, statt seinen Bedarf an Betriebsmitteln durch den beabsichtigten Verkauf des Viehs zu befriedigen. Aus diesen Gründen ist man den Weg über die Fleischkunser v e gegangen.
Im vorigen Sommer zwang die Trockenheit und der dadurch bedingte Futtermangel die Landwirtschaft zum Vieh verkauf in einem Umfang, der zwar nicht den vielfach gehegten, großen Erwartungen entsprach, aber doch den laufenden Bedarf der Bevölkerung an Fleisch überstieg. Gleichzeitig mußten wir, um den Absatz von deutschen Jndustrieerzeugnissen im Auslande zu erleichtern, gewisse Mengen Auslandvieh hereinnehmen. Ohne die E i n d o s u n g dieser Vieh- und Fleischmengen wäre im vorigen Sommer ein völliger Zusammenbruch der deutschen Viehpreise und damit schwerste Schädigung unserer Landwirtschaft unvermeidlich gewesen. Der Jahreszeit entsprechend haben wir demgegenüber jetzt ein geringeres Angebot von Vieh zu verzeichnen. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, jetzt ohne Schädigung
der Viehpreise, aber im Interesse der Stabilität der Verbraucherpreise für Fleisch die im vorigen Sommer hergestellten Fleischkonserven zum Verkauf zu bringen.
„Fleisch im eigenen Saft" ist somit das Mittel, um ebenso wie beim (Betreibe, Brot, Butter, Eier usw. auch beim Vieh unb Fleisch Saisonschwankungen in ber Erzeugung z u überbrücken unb ben Grunbsatz gleichbleibender, g e r e ch- t e r Preise für Erzeuger und Verbraucher burchzusetzen. Wir müssen uns darüber klar sein, baß ähnliche Schwankungen und Differenzen zwischen Erzeugung unb Verbrauch, wie wir sie im letzten Jahr erlebten, in der Diehwirtschaft regelmäßig auftreten. Es entspricht z. B. unseren natürlichen Verhältnissen, wenn bas Vieh im Sommer auf ber Weibe fett gemacht und bann im Herbst zum Verkauf gebracht wirb. Dies führt unvermeib- bar im Herbst zu übermäßigem Viehangebot. Auch bie aus hanbelspolitischen Grünben erforderliche Dieheinfuhr kann nicht immer ber Anlieferung von Jnlanboieh und dem Fleischbedarf angepaßt werden. „Fleisch im eigenen Saft" wird diese Schwankungen überwinden unb demnach in Zukunft ein bauernder Bestandteil unserer Ernährungswirtschaft fein. „Fleisch im eigenen Saft" wird immer wieder zu gegebener Zeit im Verkehr erscheinen und durch seine Güte und Preiswürdigkeit die Anerkennung von Stadt und Land erobern.
Stabile preise.
Die nationalpolitische Bedeutung der Fleischkonservierung.
Auf einem Presseabend des Reichsernährungsministeriums wies Staatssekretär Backe eindringlich auf die nationalpolitische Bedeutung der Aktion „Fleisch im eigenen Saft" hin. Er erinnerte an die beiden Hauptaufgaben des Dritten Reiches, die der Führer herausgestellt habe: Brechung d er Bauernnot und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Zur Erreichung dieser Ziele sei notwendig eine Erhöhung ber Erzeugerpreise für den Bauern, aber ebenso em Festhalten der Verbraucherpreise. Die Lösung dieser Probleme könne nie in einem freien Spiel der Kräfte erreicht werden, sondern nur in Form einer Marktordnung. Die Marktordnung gewährleiste die Erzeugung und lenke fie, in volkswirtschaftlichem Sinne. Sie gebe mit tinern' Festpreissystem nicht nur bie Möglichkeit, die Grundlage der Ernährung des deutschen Volkes in der bisherigen Weise sicherzustellen, sondern sie schaffe auch erst die Voraussetzungen zur Durchführung der heutigen Erzeugungsschlacht. Zweck der Marktordnung sei einzig und allein die Stabilität der Preise. Durch sie würden die Preise nach volkswirtschaftlichen Grundsätzen bestimmt. Es komme nun darauf an, dieses Preisniveau sachlich zu unterbauen unb Angebot und Nachfrage so zu gestalten, daß die Preise auch wirtschaftlich haltbar seien. Daher müsse das Reich, wenn das Angebot zu groß werde, eine Vorratsdeckung und Lagerhaltung übernehmen, um die Ware in Der Zeit der Knappheit, wo die Preise steigende Tendenz Hätten, wieder herauszugeben. Das Prinzip ber Festpreise sei also nur möglich, wenn man zugleich in volkswirtschaftlichem Sinne Lagerhaltung unb Dorratswirtschaft betreibe. So sei die Fleischkonservierung als die einzig mögliche Art der Fleischvorratswirtschaft ein organisches Mittel, um bie Lebensmittelpreise stabil zu halten und die Lohnhöhe zu garantieren.
Mit Nachdruck betonte Staatssekretär Backe, daß die Frischfleischversorgung unter allen Umständen gesichert fei. Man müsse nur für die Zeit gewisser saisonmäßig bedingter Spannungen zwischen Angebot und Nachfrage das Konservenfleisch bereithalten. Die Aktion „Fleisch im eigenen Saft" sei also nicht eine Hilfsmaßnahme für den Bauern, sondern ein unbedingtes Erfordernis der deutschen Ernährungswirt s ch a f t im Sinne des Dolksganzen, damit gerechte, soziale Preise nach beiden Seiten geschaffen würden.
Inkraftsetzung des Abkommens über die Verhütung des Krieges wünschenswert, sowie ber Abschluß eines Abkommens über ben Waffenhanbel, bie Waffenherstellung und die Aufstapelung von Waffen unb Kriegsmaterial sowie die Verstärkung der Artikel 18 und 20 des Völkerbundspaktes. Madariaga hob weiter die technischen Schwierigkeiten einer Anwendung von wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen hervor.
OerOanzigerOberkommiffar.
Beilegung der Meinungsverschiedenheiten.
Genf, 24. Mai. (DNB.) Der Völker- bundsrat hat Freitag den Bericht über die B e- fugnifse des Völkerbundskornmifsars in Danzig angenommen. Die Aussprache, an der sich außer dem englischen Berichterstatter Eden der Danziger Senatspräsident Greiser, sowie bie Vertreter Polens unb Frankreichs beteiligten, führte zu einer völligen Beilegung ber aufgetauchten Meinungsverschiedenhei- ten. Eden unterstrich, baß burch irrige Ausführungen in Der Öffentlichkeit bebauerlicherweise falsche Auffassungen über bie Aufgaben bes Oberkommissars in Danzig entstanden seien. Er lege Wert darauf, ben Dölkerdundskommissar feines vollen Vertrauens und feines Dankes für die anerkennenswerte Führung feines Amtes zu versichern.
Der Danziger Senatspräsident Greiser teilte mit, daß er sich mit ber objektiven Einstellung des Berichterstatters identifizieren könne. Greiser fuhr dann fort: Indem ist betone, daß es bie Pflicht ber Danziger Regierung ist und bleiben wird, die Stellung unb die Tätigkeit des Herrn Oberkommissars des Völkerbundes als eine auf Grund der geltenden Verträge und Entscheidungen des Rates festliegende anzuerkennen, möchte ich andererseits aber nicht versäumen, die Aufmerksamkeit des Rates darauf zu lenken, daß auch die Meinung und Auffassung breitester Schichten der Danziger Bevölkerung, die nicht die völkerrechtliche Kenntnis der Verträge und Ratsentscheidungen besitzen können, zum Ausdruck gebracht werden darf. Da nach ber Danziger Verfassung
3
das Recht der freien Meinungsäu^e« r u n g besteht, muß es auch Aufgabe Der Regierung fein, der Vvlksmeinung Ausdruck zu geben. Von einem solchen Meinungsausdruck des Volkes wird die rechtliche Stellung des Herrn Dberfommiffars, wie sie in den Verträgen und Ratsbeschlüssen, sowie in dem heutigen Bericht bes Herrn Berichterstatters festgelegt ist, in keiner Weise berührt. Ich kann deshalb zu meiner Freude feststellen, daß der Bericht über diesen Punkt der Tagesordnung durch die heutige Erledigung sowohl ber Stellung des Herrn Oberkommissars als auch der E i n st e l - lung der Danziger Regierung gerecht wird.
Der Vertreter Polens K o m a r n i ck i äußerte seine Befriedigung darüber, daß der Oberkommissar in dem Bericht die Bestätigung seiner Zu- ständigkeiten finde, die ihm als Hauptaufgabe stellen, die Anwendung der Verfassung zu überwachen. Die Aufgaben des Danziger Senatspräsidenten in ber Wahlzeit, die die Reibungsflächen vermehre, feien befonoers heikel gewesen. Der Bericht gebe bie Gewißheit einer harmonischen Zusammenarbeit zwischen dem Oberkommis- sar und dem Senat, ber schon wiederholt Beweise seines guten Willens in seinen Beziehungen mit ber polnischen Regierung gegeben habe. Auch Ober- kommissar Lester sprach die Zuversicht aus, daß die Beziehungen zu dem Danziger Senat weiterhin gut sein werden.
Amtsleiter Engel in das Zentralbüro der OAF. berufen.
Berlin, 24. Mai. (DNB.) Der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat den Pg. Johannes Engel zum Amtsleiter ber Deutschen A r - beitsfront ernannt und in bas Zentralbüro ber D A F. berufen. Pg. Engel, ber langjähriger Leiter ber NSBO. in Berlin unb erstes NSBO.-Mitglied überhaupt, übt im Stab des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley die Funktionen eines Inspekteurs mit besonderen Vollmachten aus. Er wird verschiedene Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront so reorganisieren, wie es dem Ansehen und ber Sebeutung der DAF. entspricht.
k’W De em L-°b-kM lung juhu und ■
Mijch-r für die Bal! tische Beg-er Schlageter g herrschte der willigen'Berb mehr einM Wnn. Cs 1 teidigung doi eine Rompai Der Kamps aufgelöst. 9' Der Summe Begeistert d Berlin-Kalk!
Es kam d kampf- Der aber ba. Bahnlinien um die rui schen Qünbn wieder Schl
Äm TaS 5chl°^'s s5b>°'° liest"
L - f(i
wurde er na gefangen. T gehabt. Am richtsgebäudc ihn und sei Schlageter: , Ich bin ber tragen." Am chen. In bei in einer <5ar seldorf die ( Ende machte sten Sohne Weltkrieges, ihn Hanns ?
Erst ei
3n einer . • Reichssenders über Prot Intendant so systematisch serem Gebi wird, das kommen wi bie elettris Händen dl bauen, das seres ßani durchaus Die tomrr entspreche!- Fernsehen! empfanget Lelrügerb
9m Jan beim Kat- deren Höh gegeben n nähme de Steuerben feit Nr, Katasteran in enger Tetzemitz | sreiung gesprochen, um Betrag berater hol lehen gefüg Schellt, pg
I


