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Eindeutsch-polnischesWirtschasisprotokoll Zagd in Flanderns Simmel

Von Konteradmiral a. O. Brüninghaus.

Greiser.

Aus aller Welt

Erhältlich in den Elektro-Fachgeschäften V/

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Wie die Pressestelle des Danziger Senates mit­teilt, hat der polnische Außenminister Beck ausge­führt, daß verschiedene aus der Tagesordnung ste­hende innerpolitische Danziger Fragen besser nicht vor den Völkerbundsrat gekom­men wären. Beck begrüßte es ausdrücklich, daß der Rat in der Frage der Danziger Strafrechtsreform eine politische Entscheidung vermieden und die ent­sprechende Beschwerde der Danziger Opposition a n den Ständigen Gerichtshof im Haag weitergeleitet habe. Die Danziger Presse­stelle schreibt weiter:Aus dem Gang der Verhand­lungen hatte man den Eindruck, daß der Rat für die Jnnerdanziger Verhältnisse kein allzu gro- ßes Interesse aufbrachte. Der Rat konnte sich offensichtlich dem Eindruck nicht verschließen, daß die von der Danziaer Opposition vorgetragenen Fragen überaus aufgebauscht worden waren. Dazu kam, daß die Erörterung rein juristischer Fra­gen von vornherein nur geringes Interesse er­weckte."

fern enger zu gestalten.

Der Reichsleislungskampf der deutschen Studenten.

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen­schaft, Erziehung und Volksbildung hat in einem Schreiben an die an der Durchführung des Reichsleistungskampfes der deutschen Studenten beteiligten Stellen ein Schreiben ge­richtet, in dem es u. a. heißt:Durch Aufruf vom 2. September 1935 hat der Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fach­schulen die deutsche Studentenschaft und die deutsche Fachschulschaft zu einem Leistungskampf der studie­renden Jugend Deutschlands aufgerufen. Ich be­grüße diesen Reichsleistungskampf, der im Rah­men des allgemeinen Reichsberufswettkampfes der Jugend stattfinden soll, außerordentlich. Die Rek­toren der deutschen Hochschulen wollen den ört­lichen Studentenschaften für die Durchführung des Leistungskampfes mit allen Mitteln zur Verfügung stehen, vor allem auf eine rege Beteiligung von Dozenten und Studenten hinwir- ken. Ich lege Wert darauf, daß die Aktivität bei der Durchführung örtlich und zentral in die Hände der Deutschen Studentenschaft gelegt wird."

Sechs Todesopfer der Pilzvergiftungen in Valence.

Die bereits gemeldeten Pilzvergiftungen in Valence (Frankreich) haben bisher 6 Todes­opfer gefordert. Außerdem befinden sich noch 15 Personen in ärztlicher Behandlung. Drei von ihnen schweben noch immer in Lebensgefahr.

Richt aus dem fahrenden Zug springen!

Im Bahnhof Fürstenwald bei Kassel ereignete sich ein Unfall. Der 14 Jahre alte Handwerkslehr­ling Ludwig Wagner aus Fürstenwald hatte aus Unachtsamkeit versäumt, in Fürstenwald, seinem Reiseziel, während des fahrplanmäßigen Aufent­halts auszufteigen. Erft nachdem sich der Zug wieder in Bewegung gefetzt hatte, bemerkte Wag­ner fein Versehen und sprang aus dem fahrenden Zuge. Er fiel auf den Bahnsteig und geriet mit beiden Füßen unter d i e Räder des fahrenden Zuges. Mit schweren Verletzungen an bei­den Fußknöcheln mußte er nach Anlegung eines Rotverbandes in das Krankenhaus übergeführt werden. Das Bahnpersonal trifft kein Verschulden.

Das berühmte deutsche Jagdgeschwader des Welt­kriegesR i ch t h o f e n" hat am 14. März 1935 durch den bekannten Erlaß des Führers und Reichs­kanzlers über die Reichsluftwaffe als neuer Wehr­machtsteil feine Wiedergeburt erlebt. Wie es in dem Erlaß heißt, gilt die Ehrungdem unbezwungenen Sieger in der Luft, unserem Manfred Freiherr von Richthofen. Sie ehrt zugleich alle toten Helden un­serer Fliegerwaffe".

Die 16 Kampfmonate des JagdgeschwadersRicht­hofen" läßt Oberstleutnant Bodenschatz, der Chefadjutant des Reichsluftfahrtministers in dem mit heißem Herzen und dramatischer Darstellungs­gabe geschriebenen BuchJagd in Flanderns Himmel" (mit einer Einleitung von Hermann Göring. Verlag Knorr & Hirth in München. Preis 4,80 Mark 260) vor uns lebendig werden. Als Adjutant und Freund des großen, roten Fliegers ist er, wie kaum ein anderer, dazu berufen.

Obgleich oder vielleicht gerade, weil nur Tatsachen wiedergegeben werden, wirkt das Buch außerordent­lich stark. Die Berichte sprechen die klare, eherne Sprache des Krieges, die nichts beschönigt, aber doch in ihrer Knappheit einen tiefen Einblick in das heroische Leben dieser Elitetruppe des Feldheeres gewährt, einer Truppe von größtenteils blutjungen Männern, deren jüngster mit 19Jahren den Pour le m 6 r i t e trug und deren erster Kom­mandeur bei feinem Tode 25 Jahre alt war, 80 Luftsiege hinter sich hatte, und, auch beim Gegner, mit Recht als der beste Jagdflieger galt. Die Eng­länder warfen nach dem Tode Richthofens ein Lichtbild, das den mit Kränzen bedeckten Sarg des Gefallenen widergibt, mit einer Mitteilung hinter der deutschen Front ab, die, übersetzt, lautete:An das Deutsche Fliegerkorps. Rittmeister Freiherr von Richthofen wurde im Luftkampf am 21. April 1918 getötet. Er wurde mit allen militärischen Ehren be­graben. Die Kgl. Britischen Luftstreitkräfte." Gene­ral Göring, der letzte Kommandeur des Richt­hofen-Geschwaders gibt in dem Buche eine aufschluß­reiche Schilderung des letzten Fluges, in der er u. a. sagt, daß derenglische Richthofen", der Flie­germajor Bishop, ihm die Richtigkeit seiner Dar­stellung bestätigt habe.

Der erste Nachfolger Richthofens wurde Haupt­mann Reinhard. Richthofen hatte bereits am 10. März 1918 dem Adjutanten einen verschlossenen Brief übergeben, der, in Bleistift, die wenigen Worte enthielt:Sollte ich nicht zurückkommen, so soll Oberleutnant Reinhard (Jasta 11) die Füh­rung des Geschwaders übernehmen. Frhr. von Richthofen, Rittm." Ein wahrhaft soldatisches Vermächtnis. Nur fünf Wochen hat Reinhard das Erbe betreuen können. Er fährt, nachdem er feinen 20. Gegner aus dem flandrischen Himmel herunter­geholt hat, zur Abnahme neuer Flugmaschinen nach Berlin. Wir lesen hierüber:Der Nachfolger

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In diesen Tagen findet in Berlin eine große Leistungsschau der deutsch en Mode statt. Die Schau ist von der Arbeitsgemeinschaft des inodeschaffenden Handwerks und der Mode-Union von Deutschland aufgebaut worden. Der Präsident öder Mode-Union, Pg. R. Di11enz. machte einem Vertreter des DNB. gegenüber folgende Ausfüh­rungen über das deutsche Modeschaffen:

Vor einem Jahr wurde die Mode-Union von Deutschland gegründet. Sie ist eine Vereinigung aller schöpferischen deutschen Kräfte der Mode aus Handwerk unb Kunst. Schon im ersten Jahr veran­staltete die Union drei große Berliner Modeschauen. Ihr erstes internationales Hervortreten erfolgte mit seiner großen Leistungsschau im Februar d. I. in London, die große Erfolge auswies. Die Schau in London zeigte unwidersprochen, daß die deutschen Modeleistungen allen Ansprüchen der internatio- nalen Mode durchaus gerecht werden.

Ein Jahr ist seit der Gründung der Mode-Union von Deutschland vergangen. Ein Meilenstein in der Entwicklung ist die Tatsache, daß jetzt die Innungen fees modeschaffenden Handwerks und die Mode- Union Hand in Hand gehen, um gemeinsam am Aufbau einer typisch deutschen Mode- Kultur zu arbeiten. Auch hier hat sich der natio­nalsozialistische Geist durchgesetzt

Die erste Auswirkung dieser Solidarität ist die ggemeinfame Durchführung der großen Leistungs­schau des modeschaffenden Handwerks und der Mode-Union von Deutschland für Herbst- und Win- Lermodelle. Uebrigens kommt Berlin durch diesen Zusammenschluß der Verpflichtung nach, die es als Meichshauptftadt ähnlich Paris, London ober Wien au erfüllen hat. Wenn auch im Reich gute unb Willkommene Ansätze zu selbständigen Modeschop- ffungen zu erkennen sind, so sind die Berliner doch oauf dem besten Wege, tonangebend zu werden. Es liegt nur an dem weiteren Ausbau dieser Zusam- menarbeit von Innungen und Mode-Union, daß man in absehbarer Zeit nicht nur von einer Pa­riser ober Wiener, sondern auch mit Respekt und Anerkennung von einer Berliner Mode sprechen Wird.

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Richthofens ist tot. Das Schicksal geht seltsame Wege. Die neue Maschine, die geprüft werden sollte, wurde zunächst in Adlershorst geflogen von dem Führer der Jagdstaffel 27, dem Oberleutnant Hermann Göring. Nachdem dieser wieder ge­landet war, stieg Hauptmann Reinhard in den Sitz unb startete. In 1000 Meter Höhe brachen die Streben. Wunderbar behütete die Vorsehung den Oberleutnant Göring, als ob ihr befohlen worden wäre, ihn aufzuheben für einen anderen Weg, der jenseits aller Dunkelheiten für das deutsche Volk einmal bereitet werden sollte."

Als Göring da- Erbe feiner beiden Vorgänger antritt, ist er bereits Sieger in 21 Luftkämpfen, trägt den Pour le msrite". Der Verfasser sagt kurz:Der neue Kommandeur war richtig, er war eine Persön­lichkeit." Wenige Wochen später kam die Kata­strophe des 8. August, des Tages, von dem Ludendorff schreibt:Der 8. August ist der schwarze Tag des deutschen Heeres in der Geschichte des Krieges". Die Oberste Heeresleitung warf den Tanks entgegen, was sie zur Hand hatte. Dazu gehörte das Jagdgeschwader Richthofen. Am Abend des schwar­zen Tages hatte es 12 Gegner erledigt. Die Namen Übet, Lothar von Richthofen, Loewenharbt, Just, Wenzel und viele andere werden wieder lebendig. Der heroische Kampf des Jagdgeschwaders vollzieht sich von dieser Zeit ab als ein einziges, ununter­brochenes hohes Lied der letzten Verwegenheit, der letzten Hingabe und der letzten Aufopferung.

Und zum Schluß das bittere Ende eines heldenhaften Ringens gegen nahezu die gonge Welt. Aus dem Abschnitt des Buches, der sich mit dieser Phase des Krieges befaßt, fei ein Vorkommnis wie­dergegeben, aus dem wenigstens nach meiner Ansicht hervorgeht, wie anders die Dinge auch an anderen Plätzen Deutschlands hätten laufen können. Göring fliegt mit feinem Geschwader, nach dem Waffenstillstand, von der Front nach Darm« stadt. Dabei der Zwischenfall, über den folgendes berichtet wird:Eine Staffel hatte sich verflogen und war in Mannheim auf dem dortigen Flugplatz gelandet. Der Flugplatz war überschwemmt von Soldatenräten. Den völlig ahnungslosen und wehr­losen Offizieren wurden die Waffen abgenommen. Eine halbe Stunde später trafen die Offiziere in Darmstadt beim Geschwader ein. Oberleutnant Gö­ring startete sofort mit dem ganzen Geschwader.

Genf, 23. Sept. (DNB.) Der Dölkerbundsrat erlebigte in öffentlicher Sitzung die D anzig Verfassungsbefchwerden gemäß den Di schlügen des englischen Berichterstatters. Der Rat nahm besonders von dem Gutachten des Juriften- ausschusses über das Ermächtigungsgesetz, die Betätigung der verschiedenen Verbände, bas Presseregime und die Stellung der Ju­den Kenntnis. Eine vom 4. September datierte Beschwerde der Deutschnationalen u n d der Zentrumspartei in Danzig über die Aenderung der Strafprozeßordnung wurde dem Haager Gerichtshof zur gutachtlichen Aeuhe- rung Übermiefen. An der Aussprache beteiligten sich außer dem Berichterstatter Eden der polnische Außenminister Beck, der französische Ministerpräsi­dent Laval, der Dölkerbundskvmmissar in Dan­zig, L e st e r, sowie der Danziger Staatspräsident

Besprechungen zwischen der Danziger und der pol­nischen Wirtschastsvertretuna veranlaßt werden. Diese Besprechungen sollen schon in den nächsten Tagen stattfinden.

Danziger Fragen vom Dölkerbundsrat erledigt.

Drei Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Dresdner Eisenbahnunglück.

Im Zusammenhang mit dem Eisenbahnun­glück in Dresden-Neustadt wurden der Rangier­leiter, der Lokomotivführer und der Heizer des Leergüterzuges nach emgehender Vernehmung vor­läufig fest genommen und der Staatsanwalt­schaft zugeführt.

Graf Zeppelin"

führt die neue Reichsflagge nach Südamerika.

Nach Beendigung der 100. Ozeanfahrt des Luft­schiffesGraf Zeppelin" ist der Werfttrupp der Deutschen Zeppelinreederei an die Arbeit ge­gangen, auf den beiden 100 und 120 Quadratmeter großen Heckflächen des Luftriesen die Reichs- flaggen aufzumalen. Auf Feuerwehrleitern und hohen Hänaegerüften haben die Arbeiter Tag und Nacht gearbeitet, um in den wenigen Tagen, in denen das Luftschiff im Heimathafen weilt, das Werk zu Ende zu führen. Das Luftschiff startete Montag abend wieder zu einer neuen Reise nach Südamerika mit den Symbolen des neuen Reiches an beiden Heckflächen, den größten Flaggenab­messungen, die je ein deutsches Schiff geführt hat. Die Führung hat Kapitän von Schiller. Sämt­liche Plätze sind belegt. Dr. Eckener nimmt an der Fahrt bis Rio teil, wo er während seines 14- tägigen Aufenthaltes mit der brasilianischen Regie­rung Verhandlungen über die Hafenanlagen und über den Luftschiffverkehr abwickeln wird. Auch wird Dr. Eckener den Hallenbau und die Anlagen des Luftschiffhafens besichtigen.

Studienfahrt nationalsozialistischer Juristen nach Amerika.

Anläßlich einer Studienfahrt von 50 Mit­gliedern des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen nach Amerika fand an Bord des Damp­fersEuropa" unter Teilnahme des stellvertreten­den Leiters des Reichsrechtsamts der NSDAP., Hauptamtsleiter Dr. Fischer, und des Reichs­geschäftsführers des NS.-Juristenbundes, Dr. H e u- b e r, eine Begrüßung statt. Reichsgeschäftsführer Dr. Heuber überbrachte die Grüße des Reichs­juristenführers Dr. Frank. Die Reise habe den Zweck, den Teilnehmern einen Einblick in die Ver­hältnisse des amerikanischen Rechts- und Wirt­schaftslebens sowie einen allgemeinen Ueberblick über das Leben in der Neuen Welt zu verschaffen. Es sei die Neigung des vergangenen Juriftentyps gewesen, sich in Paragraphen einzukapseln und am

Anerkennung der Danziger Währung durch polen.

Danzig, 23. Sept. (DNB.) Die Danziger und die polnische Regierung haben sich nach längeren Verhandlungen über die weitere 0 e ft a 11 u n g des D anzia-polnischen Warenverkehrs im Zusammenhang mit der Danziger Guldenbewirt- schastung geeinigt. Es wurde darüber ein Proto­koll paraphiert, dessen endgültige Unterzeichnung von Danzig erfolgen wird, sobald die bevorstehen­den Verhandlungen über die Hafenfrage (Er­neuerung des Abkommens über die Ausnutzung des Danziger Hafens) abgeschlossen sein werden.

Ueber das soeben paraphierte Protokoll geben beide Regierungen eine gemeinsame Mitteilung her- aus. In dieser Mitteilung bekennt sich auch die pol­nische Regierung zu der Auffassung, daß die Ab­machungen trotz der Danziger Guldenbewirtschaftung ausreichen, um den polnischen Waren­verkehr nach Danzig sicherzustellen. Die polnische Regierung hat damit gleichzeitig zu erkennen gegeben, daß auch sie den Danzi- g e r Gulden für unbedingt gesichert hält.

Die offizielle Danzig-polnische Mitteilung lautet im wesentlichen: Was den Außenhandel und den Durchgangsverkehr über Danzig an­geht, so wurde derbestehende Zu st and völ­liger Freiheit für den Devisenverkehr auch für b t e Zukunft gesichert, ferner die Z u- teilung gegen Gulden vom Senat der Freien Stadt Danzig in den Fällen auch für die Zukunft zugesagt, in denen die Notwendigkeit für eine solche Zuteilung vorliegt. Hinsichtlich des Wa­renbezuges aus Polen hat der Senat der Freien Stadt Danzig zugefichert, diesen Warenbezug nach Möglichkeit in normalem U m - fange aufrechtzuerhalten, die Guldenbe­wirtschaftung nicht zu Maßnahmen zu benutzen, die einen Rückgang des Warenverkehrs nach sich ziehen könnten, und bei der Handhabung der Guldenbe­wirtschaftung keinerlei unterschiedliche Behandlung Platz greifen zu lassen. Um beim Warenverkehr aus Polen auftretende Schwierigkei­ten und Hindernisse im Geschäftsverkehr der ein­zelnen Branchen zu beseitigen, werden unverzüglich

wirklichen Leben vorbeüugehen. Bei der gegen­wärtigen Studienfahrt solle der deutsche Rechts­wahrer den erforderlichen Ausgleich gegenüber der Arbeit eines ganzen Jahres in Büro und Arbeits­stube finden. Darüber hinaus trügen solche Studien­reisen dazu bei, die Verbindung zwischen den Völ-

allem auch ein Verlust an völkischer Substanz. Dop- reit schmerzlich für einen auf sich selbst gestellten, m 1 tänbigem Selbstbehauptungstampf lebenden Außen- )often des Deutschtums. Die Regierung ist sich überflüssig, es zu betonen der Schwere dieser Probleme bewußt. Wenn trotzdem und gerade aus Gründen der Selbsterhaltung der Entschluß gefaßt werden mußte, so kann das als Maßstab gelten für die Härte des Schicksals, das Danzig heute zu tragen hat.

Es gereicht Der innerpolitischen Oppo­sition nicht zur Ehre, sich in solcher Notzeit klein i zu zeigen. Schlimmer noch: hast sie mit dieser Not ein erstaunliches Spiel treibt in den Niederungen der Parteidemagogie. Eine gewisse Auslandspresse hat sich schon seit zwei Jahren dieser Opposition an­genommen. Man sieht: an diesem Punkt hat das Danziger Problem mehr als lokale Bedeutung, steht es im Brennpunkt größerer Zusammenhänge, hat diese Stadt auf ihre Weise teil an dem Kampf, der heute überall gegen die deutsche Erneuerung geführt wird. Die klimatischen Bedingungen für die­sen Kampf find auf dem Danziger Boden besonders günstig. Eine vom Völkerbund garantierte Verfas­sung sichert den alten Parteien organisatorische und propagandistische Möglichkeiten. Das gibt der Dan­ziger Innenpolitik ihr eigenes Gepräge. Was im Reich gesicherter Besitz ist, die Volkwerdung und Sammlung in einer Willensrichtuna, ist in Danzig ständig umkämpfte Aufgabe. Die anhaltende Kampf­situation, die Notwendigkeit fortgesetzter geistiger Bewährung im Sperrfeuer der Opposition, das ist das Kennzeichen der innerpolitischen Situation Der Freien Stadt.

Das geistige Profil der Opposition wirkt erschüt- ternd, und der reichsdeutsche Besucher reibt sich zu- nächst verwundert die Augen. Da find sie alle noch. Weniger aus eigener Kraft als in der künstlichen j Treibhausluft der Verfassung schlecht und recht da- 1 hinlebend: Der klassenkämpferische Marxismus, der Apolitische Katholizismus, eindeutig und offen nach Oesterreich orientiert und eine weltfremde, ver- i staubte Reaktion. Ihre Presse kann es drehen unb wenden wie sie will. Eines kann auch die geschick­teste Dialektik nicht aus der Welt schaffen: d i e Versündigung am Deutschtum dieses Staates, die demagogische Bedenkenlosigkeit, mit der geschichtliche Zwangsläufigkeiten dem nationalsozia­listischen Regime in die Schuhe geschoben werden, doppelt schwere Versündigung auf einem Platz, dessen Lebensenergien von einer fremden Umwelt □n dem Grad feiner völkischen Geschlossenheit ge­messen werden.

Es ist spät geworden im Gespräch, und die Nacht steht in den Gassen als wir hinaustreten ins Freie. Mit einem Ruck versinken die unfreundlichen Bil­der ein böser Spuk. Matt schimmern bronzene Aäusersassaden im Mondlicht. Riesengroß wächst St. Marien in den Raum. Don St. Katharinen weht melancholisch der Klang des Glockenspiels herüber, silbern und heiter klingt es vom Rathausturm zurück. Und es gibt nichts anderes als das nächt­liche Wunder dieser Stadt.

E nIahr Mode-Union von Deutschland.