Nr. 46 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)
Samstag, 25.8ebruarM5
Die Geburtsstunde des Nationalsozialismus.
Ein historisches Dokument
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Fackelträger einer neuen Zeit.
Zur fünften Wiederkehr des Todestages Horst Westeis.
wird wohl eine unbefangenere Meinung von sich gehabt haben, und er befand sich dabei in guter Gesellschaft, denn auch Otto von Bismarck wie viele andere Große unserer Geschichte wurden in ihrer Jugend von manchen Erziehern für Taugenichtse erklärt. Womit nichts gegen die Lehrer, aber alles für diese Schüler gesagt ist.
Konstantin Hier! war schon damals mehr, als er s ch i e n. So ist es geblieben bis zum heutigen Tag, und das größte Werk seines Lebens, der Nationalsozialistische Arbeitsdienst, ist von demselben Grundsatz beherrscht. Schlicht und einfach, bescheiden und gerecht, gerade und stark, ein Sozialist und tapferer Soldat, so steht Konstantin Hier! vor uns — ein Vorbild für jeden Arbeitsdienstmann und für jeden Deutschen. Er hat sich nie beirren lassen, nicht durch Lob oder Tadel, nicht durch Sieg oder Niederlage, nicht durch
mit der Einladung zur ersten Versammlung nach Adolf Hitlers Freilassung aus seiner Festungshaft.
Aus wüstem Moor wird blühendes Kulturland
Mühen eines Tages soweit: den ersten Kanzler des Dritten Reiches grüßten in der Wilhelmstraße in Berlin die siegreichen Standarten seiner Sturmabteilungen, und im roten Schein der Fackeln erstrahlte das Feuer, das der einsame Mann einst in der wogenden, tobenden Menge des Hofbräu- Hauses entzündet hatte.
Diese Flamme muß ewig leuchten, und wenn nun am 15. Jahrestag der Parteigründung die endlosen Reihen der neuen Politischen Leiter die heilige Eidesformel sprechen, dann soll in ihrer Seele derselbe Funke erglühen, der damals am 24. Fe- bruar 1920 vom Führer übersprang, auf die Menge unten im Saal und der diese erste Jüngerschaft These um These des nationalsozialistischen Parteiprogramms mit einem einhelligen „Ja, wir wollen es" annehmen ließ. Die Gedenktage der Partei werden nicht im Stile novemberlicher Verfassungsfeiern begangen. Die Organisation des Nationalsozialismus trägt zwar den Namen einer Partei, aber sie war, ist und bleibt eine Bewegung. Ihr Ringen um die innere und äußere Befreiung des deutschen Menschen geht ewig fort, ihr Losungswort heißt: Kampf! Für den Nationalsozialisten, und das heißt für jeden wahrhaften Deutschen, gibt es kein Vergessen, keine Müdigkeit, kein selbstzufriedenes Ausruhen auf den Lorbeeren der Vergangenheit, sondern nur jene seltenen Stunden, in denen er aus der Erinnerung an die heroischen Augenblicke der Geschichte lebendige Kraft schöpft für die Gegenwart. So soll auch die Feier des 24. Februar ein Gelöbnis und ein Schwur sein, nicht eher zu ruhen, als bis die Idee des Führers zur letzten Wirklichkeit geworden ist. Das eigene Leben gilt uns nichts, wenn Deutschland leben soll.
tion es einst nicht mehr tragen kann. In ihm finden wir den Geist wieder, den die Frontsoldaten einst in die Herzen der Jugend zu pflanzen sich bemühten. So fanden auch in der Seele Horst Wessels, der als junger Mensch im Freikorps und in der Olympia in enger Kampfgemeinschaft mit Frontsoldaten zusammen war, Geist und Forderung der Front ihren Widerklang, und seine junge Seele lebte die Jahre der Entscheidung, so wie er gekämpft hat, in dieser Forderung.
Damit, daß wir nun wieder an seinem fünften Todestag sein Leben vor uns hmstellen, wie einen Spiegel, um uns selber zu prüfen, ob wir von ihm und er ein Stück von uns ist, gehen wir über das, was tot ist, hinweg und sehen in die Forderung seines Lebens hinein wie in einen Befehl. Der Befehl in der Erinnerung seines Todestages heißt für uns: In Treue, - Mut und Zähigkeit in alter Zielrichtung weiter marschieren!
Dies ist kein Versprechen, ist es nie gewesen, sondern die Forderung unseres Lebens, ist der Pulsschlag unferer Arbeitstage und die Melodie unserer Freudenstunden. So wird die Erinnerung an Horst Wessel für uns an diesem Tage mehr als eine Erinnerung an einen guten Freund, einen guten Kameraden. Wohl ist sie auch das, viel mehr aber ist sie Prüfung und Ueberlegung jedes einzelnen von uns, ob wir noch die find, von denen Horst Wessel auch einer war. Die Antwort auf diese Prüfung möge sich jeder selbst geben. Es möge selber jeder an diesem Tag eine stille Stunde suchen und in sich hineinhorchen, in den geheimsten Gängen seiner Seele nachspüren, ob er noch der „alte" ist. Wer an ihn denkt, muß wissen, daß dieser Tote ein Stück des Fundamentes ist, auf dem kommende Geschlechter bauen werden. Er muß weiter wissen, daß, wer an diesem Fundament mitbauen will, um selber Fundament sein zu können, nur durch die Tat, durch das Mitarbeiten, und sei es an den kleinsten Dingen dieses Werkes, von denen niemand sprechen wird, gerechtfertigt wird.
Blutzeugen deutscher Jugend.
Am 22. Februar jährte sich zum sechsten Male der Tag, an welchem der 19 Jahre alte Jungstahlhelmer Herbert SM ei er in Pankow durch die Kugel eines ruchlosen roten Mordbuben fein junges hoffnungsvolles Leben lassen mußte. Am 22. Febr. 1929 hatte der Pankower Stahlhelm eine Der- sammlung abgehalten. Nach der Versammlung gin-
Mehr fein als scheinen!
Zum 60. Geburtstag Konstantin Hierls.
„Dieser Schüler zeigt einen Hang zur Unaufmerksamkeit und zum Mutwillen, der manchmal getadelt werden mußte, auch zog ihm seine Unordnung und Unreinlichkeit in den schriftlichen Arbeiten häufig eine Rüge zu: sein Fleiß war im allgemeinen lobenswert, und bezüglich seiner Kenntnisse gehört er zu den besten Schülern der Klasse." Nach diesem Zeugnis von 1887 scheint K o n st a n - tin Hier! zu jenem Schülertyp gehört zu haben, dem die Lehrer meistens keine allzu rosige Zukunft zu prophezeien pflegten. In den Augen seines Direktors war er sicher kein „Musterschüler". Er selber freilich, der Zwölfjährige, der damals die Stu- bienanftalt Burghausen in Oberbayern besuchte.
gen die Jungstahlhelmer nach Hause. Unterwegs wurden sie von V""*
von ihnen zog eine Pistole
und rief dem Begleiter Kleiers zu: „Nimm die Mütze herunter!" — „Wir denken nicht daran", war die Antwort. Darauf griff der Kommunist nach der Stahlhelmmütze: Kleier wandte sich blitzschnell um, um seinem angegriffen Kameraden beizustehen. In der gleichen Sekunde krachte ein Schuß, und Kleier sank, in die Brust getroffen, zu Boden. Die Mörder flüchteten schleunigst auf ihren Fahrrädern. Als den Mörder stellte man den Rotfrontmann Schulz und als seinen Helfershelfer den Jungkommunisten Röber fest. Vom Berliner Schwurgericht erhielt Schulz nur fünf Jahre Gefängnis, sein Helfer Röber wurde sogar freigesprochen.
Seit fünf Jahren blühen Blumen über dem Grab von Horst Wessel. Es ist, als ob der deutsche Mensch das Leben über diesem Grabe nicht sterben lassen will. Es vergeht nicht ein Tag, wo nicht irgendeiner der unendlich vielen, die das Hvrst- Wesiel-Lied singen, auch auf feinem Grab eine Blume, einen Zweig niederlegten im Andenken und Gedenken an .den Mann, der nicht nur dadurch zum Mythos geworden ist, daß er von feiger Mörderhand getötet worden ist, sondern daß er a l s e i n Fackelträger einer neuen Zeit mit Herz und Seele gestritten hat. Die Seele dieses, durch lange Kampfjahre für ein neues Deutschland zum Manne gereiften jungen Menschen hatte einen hellen Klang. Dieser Klang ist es, der über alle Zeiten hinaus in der deutschen Seele widerklingen wird. Das Lied seiner Sehnsucht geht im deutschen Menschen um, es ist wie ein immer mahnendes Wort: Deutscher, wo du auch gehst und stehst, wo du arbeitest und lebst, glaube an das Reich der Deutschen!
Das Leben dieses Mannes ist von Beginn an, wo in ihm der Ruf des kommenden Reiches wach wird, ein schöner Arbeitstag. Alle Härte, aber auch alle Freude eines solchen Tages ist in ihm. Er weiß wofür seine Arbeit, sein Dienst nötig ist. Er weiß, nicht in einem Tag, nicht in einem Monat, nicht in einem Jahr wird diese Dienstbereitschaft und diese Hingabe nötig sein, sondern sein ganzes Leben wird er einsetzen müssen, um nur die Umrisse des Kommenden sehen zu können. Dieses Wissen um die langen und schweren Jahre, die alle noch vor ihm stehen wie ein schwer besteigbarer Berg, und dennoch nicht müde zu werden, und dennoch nicht zu zweifeln: Das ist es, was seiner Seele diesen hohen Klang gibt. Dieses Wissen ist es, was ihn uns so nahe bringt. Wir lesen in feiner Seele wie in der unseren. Wir hören den gemeinsamen gleichen Klang, den gleichen Glauben spüren wir, und die gleiche Dienstpflicht am werdenden Reich der Deutschen treibt uns.
Und noch eins bringt uns Horst Wessel so nahe und darum auch unvergeßlich: In ihm war leben« big, was wir den Geist der Front nennen. Zn ihm lebte der Geist des jungen Deutschen, den wir meinen, wenn wir davon reden, daß der Dienst an der Front in den jungen soldatischen Deutschen sich wiederfinden muß, damit das Erbe der Millionen, die im Kampf um die Heimat gefallen sind, in würdige Hände kommt, wenn die Frontgenera-
Der Schwur des 24. Februar.
Als am 24. Februar 1920 im Festsaal des Hofbräuhauses in München der heilige Funke der nationalsozialistischen Erhebung aufsprang, da ahnten wohl nur wenige unter den 2000 Menschen, daß die ewig fortzeugende Kraft dieser Stunde in kaum mehr als 13 Jahren das Dritte Reich, das germanische Reich deutscher Nation gebären sollte. Die dort zusammengekommen waren, gerufen von den blutroten Plakaten mit den hämmernden Sätzen und von dem aufleuchtenden Ruhm eines jungen Feuerkopfes, sie alle waren mitgerissen von dem Schwung der neuen Idee, erschüttert durch die geniale Sicherheit der 25 Thesen, ergriffen durch die Gewalt einer niemals vorher gehörten Redekunst. Doch war es nicht ein Traum, eine aussichtslose Sache, der sie in immer wieder ausbrechenden Begeisterungsrufen ihre Zustimmung gaben? War es denn möglich, daß der f e l s e n - feste Glaube eines Mannes schon im ersten Ansturm eine Gemeinde des Glaubens schuf?
Aber die Flamme schlug ins Volk. Sie ergriff München, sie fraß sich durch ganz Bayern, sie züngelte auf in Mitteldeutschland, im Westen, Norden und Osten, sie wurde erstickt im Verrat des 9. November 1923, sie schwelte unter der Oberfläche weiter und brach erneut hervor, als Adolf Hitler die Festung Landsberg verließ, sie loderte auf zu einem ungeheuren Brand, als über hundert Getreue in den Deutschen Reichstag einzogen, sie ergriff Tausende, Hunderttausende, Millionen neuer Herzen und schließlich das ganze Volk. Und dann war es nach unsäglichen Opfern und
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Deutschlands
Zukunft und unsere
Bewegung
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zwei Radfahrern eingeholt. Einer das Todesopfer des Jungstahlhelmers Kleier dem • - ' > aus der Tasche Sturm 5 der Standarte 12 der SA.,
'in den die meisten Jungstahlhelmkameraden des Toten eingegliedert worden waren, den Namen „Sturm 5 Herbert Bieter" verliehen. Der NSDFB. (Stahlhelm) erwies auch am dies- jährigen Todestage Herbert Kleiers dem gefallenen Kameraden, ebenso der nach ihm benannte SA. - Sturm, seine Ehrenbezeugung. Eine Ehrenkompanie des Gaues Norden des Landesverbandes Berlin-Brandenburg im NSDFB. (Stahlhelm) trat am Grabe des Gefallenen zu einer Ehrenparade an. Nach einer Ansprache wurden Kränze der Kameraden und des Landesführers, Kamerad von Luck, niedergelegt: den ganzen Tag über standen Doppel- poften beim Grabe Ehrenwache.
Eine historische Stätte.
Das erste Parteibüro im Münchner Sterneckerbräu, wo Adolf ^^tler sich mit den ersten Mitgliedern der Partei zu einem Bunde zusammenschloß, der ganz Deutschland erobern sollte.
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Des Führers Besuch in Frankfurt ad.O.
Der Führer und Reichskanzler beim Abschreiten der Ehrenkompanie vor dem Bahnhof in Frankfurt a.d.D: — Links neben dem Führer Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg und der Vertreter des These der Heeresleitung, General der Infanterie von fRunbfUbi
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