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Samstag, 25. gebnior 1955

Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf-, für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Bpf.,Platzvorschrift oder schwieriger 3 atz 25°/0 mehr Ermähigte Grundpreise:

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Nr. 46 Erft« Blatt 185. Zahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Amerika bezieht Stellung

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Skaalssekrekär Funk

erwiderte auf die beiden Reden u. a.: Der Besuch des Herrn Oberbürgermeisters Zörner in Warschau und unser jetziger Gegenbesuch in Dresden sind der Ausdruck des ehrlichen Willens, die kulturellen Be­ziehungen zu erneuern, die vor zwei Jahrhunderten unsere Hauptstädte verbunden haben. Ein einigendes Band umschlang uns in der Zeit gemeinsamer Herrscher und die daraus entstandene Freundschaft

Ein Stück gemeinsamer Geschichte verbindet uns. Dresden, dessen Name unserem Lande als Symbol des Schönen und Hohen gilt, ist auch nach Abbruch

nisse es schon so gewollt hat, daß Sie hier in Dresden den größten Teil der Andenken an unsere Vorfahren auf dem Friedhof bewahren, wir da­gegen das Andenken der Ihrigen in Gestalt von chönen Bauten inmitten der Hauptstadt besitzen, o haben wir doch, falls es um geistige Werte geht, eines gemeinsam: Sowohl in Ihrem wie auch in unserem Herzen wurzelt tief d i e Liebe und Verehrung zu Chopin. Sowohl m Ihrem wie auch in unserem Herzen leben noch heute Gefühle der Verehrung für einen der edelsten Meu­chen jener Zeit, für Friedrich A u g u st, den Herzog von Warschau. Das Andenken an

zusammen genannt werden, innerlich lebendig wer­den: Bach und Händel. Der eine,der still und oer. sonnen im kleinsten Umkreise des äußeren Lebens durch feine Töne ein neues Universum erschloß, und der andere, der weit in die ganze Welt hinaus­greifend in leidenschaftlicher Pathetik sich diese äußere Welt formte und von innen heraus über- wand. Und weil diese beiden Großen einsam waren, d h. weil ihr Wirken keinen elementaren Widerhall finden konnte, mußten über dem Grabe Bachs mehr als 100 Jahre vergehen, ehe ein neues Deutsch­land ihn zu begreifen begann; und auch über Hän­dels Grab in der Westminster-Abtei zu London mußten mehrere Menschenalter verrauschen, ehe die ganze Größe dieses einzigartigen Mannes begann, wirklich Allgemeingut des Volkes zu werden.

Die ganze Mächtigkeit des Mannes, den wir heute feiern, ist es gewesen, die auf Beet­hoven, den brüderlich-verwandten, Eindruck gemacht hat. Darum erleben wir handel heute in einer großen kämpferischen Zeit auch ganz anders als eine pietistische oder süßlich-roman­tische Epoche.

Der erste große Erfolg war Händel in Flo­renz mit seiner OperR o d r i g o" beschieden, und dann mit der in wenigen Wochen komponierten A g r i p p i n a", die das italienische Publikum in einen fortdauernden Rausch der Begeisterung ver- setzte und den Blutjungen mit an die Spitze des europäischen Musiklebens stellte. Die Ruhmesbahn des jungen Meisters setzte sich zunächst fort, als er in London mit seiner OperR i n a l d o", die er in knapp 14 Tagen komponiert hatte, einen Erfolg

Halle, 23. Febr. (DNB.) Die Feierlichkeiten, mit denen die Stadt Halle den 2 5 0. Geburts­tag ihres größten Sohnes Georg Friedrich H a n- d e l festlich begeht, begannen am Freitagabend mit einem Konzert im Stadtschützenhaus. Das doppel- chörige Orchesterkonzert Nr. 29 von Handel unter Leitung von Generalmusikdirektor Bruno Von- d en h o ff eröffnete die Veranstaltung. Sodann be­grüßte der Oberbürgermeister der Stadt Halle Dr. Dr. W e i d e m a n die Gäste, unter denen man neben Vertretern der Wehrmacht, der Partei, der Behörden und der Wissenschaft Reichsleiter Alfred Rosenberg, Prof. Dr. Edward Dent von der Universität Cambridge und Professor T o r re- fr a n c a als Vertreter der italienischen Regierung sah. Oberbürgermeister Dr. Weidemann feierte die engen Beziehungen, die zwischen dem Lande Shake­speares und der Stadt Halle durch ihren großen Sohn geschaffen seien. Der Redner gab dann be­kannt, daß die Festlichkeiten im Sommer durch volkstümliche Händelfeiern erweitert werden sollen. Im Namen des Gaues Halle-Merfe- burg der NSDAP, begrüßte Staatsrat Jordan die'Festgemeinde.

Der Beauftragte des Führers zur Ueberwachung der weltanschaulichen Erziehung der nationalfozia-

Der AullaN zu den Reichs-Händel-Feiern in Halle

Handel als der heroischer Künder ewigen deutschen SestattungSwillens.

Deutschland huldigt den Manen Händels und Chopins

polnische Gäste in Dresden.

Eine Gedächtnistafel am Ehovinhaus.

überbrachte die Grüße der Reichsregierung und der Reichskulturkammer und führte dabei u a. aus:

Zwischen Deutschland und Polen hat ein lahr- hunderte alter inniger Kulturaustau ch statt­gefunden. Die Stadt Dresden ist m besonderem Maße dazu berufen, diese kulturelle Gemeinschaft zu pflegen, da sie ihren Weltruf als Kunststädten jener Zeit begründen konnte, als die P e r s o- nalunion zwischen Polen undSachsen unter August dem Starken bestand und Kunst und Künstler eine glanzvolle Epoche Huben wie drüben erlebten. Die Reichsregierung hat sett dem Abschluß des deutsch-polnischen Vertrages auch in kultureller Hinfi d).t alles getan, um die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten zu vertiefen. Aus dem Gebiete der Pressepolitik des Rundfunks, des Films. Theater- und Konzertwefens ist bereits eine erfreuliche Zusammenarbeit zu ver­zeichnen. In dem Rahmen dieser gemeinsamen Kul­turarbeit liegt auch die heutige deutsch-pol­nische Chopin-Feier

zurP a x anglo-americana zum anglo­amerikanischen Frieden. .

Diesepax" besteht m der britisch-ameri­kanischen Zusammenarbeit auf allen großen weltpolitischen Gebieten, vornehmlich tm Fernen Osten und in der Flottenrustung. Sie hat sich auch bei den Vorverhandlungen zur Flottenkonferenz von 1935 wieder bewährt. Still­schweigende Voraussetzung war dabei der Ausgleich der britisch-amerikanischen Gegensätze in Latein­amerika, der doch wohl in der Form erfolgte daß Argentinien vornehmlich dem englischen, Brasilien dem nordamerlkanischen Handel überlassen wurden. Und sicherlich hat Staats­sekretär Hüll nicht ohne Vorbedacht am Schluß einer Rede von einer pax romana gesprochen, die er ablehnt, und an ihrer Stelle einen Frieden ge­fordert, den er folgendermaßen formuliert:einen

folgte froren die den lateinamerikanischen Staaten und Firmen von den Neuyorker Großbanken ge­währten Kredite völlig ein. Ueberall wurden Mo­ratorien verkündet, Devisensperren erlas en usw., von denen die USA. am schwersten betroffen rour= den. Ein Auftauen der Kredite wäre nur möglich gewesen durch neue Kredite, zu.denen sich jedoch keine amerikanische Bank bereit fand. Welcher Amerikaner hätte sich auch bereit gefunden, neue südamerikanische Anleihen zu zeichnen? Die Lon­doner City hat die ihr hier gebotene Chance schnell gewittert. Der Prinz von Wales fuhr als komg- Ncher commis voyageur nach Buenos Aires und eröffnete dort eine britische Industrieausstellung. Gleichzeitig begann auch der Apparat des Foreign Office zu spielen. Macdonald traf sich mit Hoover und schuf in der präsidentiellen Blockhütte am Ufer des forellenreichen Rapidan River die Grundlage

Frieden zwischen Freunden, die ihre Unabhängigkeit nicht gewaltig und doch nicht un­bedingt sicheren Rüstungen verdanken, einen Frie­den friedlichen Gebens und Nehmens in politischer und wirtschaftlicher Zusammen­arbeit". Besser läßt sich diepax anglo-amen- cana" nicht umschreiben. Daß diese eineRealität ist, um mit Staatssekretär Hüll zu sprechen, beweist die erst kürzlich erfolgte Gleichschaltung der amen- konischen und britischen Politik gegenüber der Sowjetunion. Mit der ostentativen Verringe­rung des amerikanischen Gesandtschaftspersonals ,N Moskau, mit der Drohung der Auflösung der russisch- amerikanischen Bank für Aus- und Einfuhr uv- mit der Aufhebung der 50prozentigen Zollerleichte­rung für russische Manganerze wurde diepax anglo-americana" von der Belastung befreit, die sie allein gefährden tonnte.

Im Dresdener Rathaus fand am Abend em feierlicher Empfang und ein C h o P in - Ged a ch t- nistonaert statt, an dem zahlreiche Ehrengast- teilnahmen. Oberbürgermeister Zörner begrüßte die Gäste: Der heutige Gedenktag, so führte er u. a. aus, und die Teilnahme prominenter Vertreter des polnischen Staates an seinem festlichen Begehen in unserer Stadt sind ebenso wie die herzliche Aus­nahme, die ich bei meinen Besuchen m Warschau und Krakau gefunden habe, der beste Beweis da­für, wie stark und lebendig Verbindungen kultureller Art fortwirken und wie sie geeig­net sind, die friedliche Zusammenarbeit der Volker zu fördern. Der aufrichtige Glaube unserer beiden Führer an das Gelingen dieses Friedenswerkes und ihr starker Wille, es zu vollenden, verpflichten uns zu freudigster Mitarbeit. Lassen Sie uns deshalb zum Beginn dieser Feierstunde unserer F u h - r e r gedenken und stimmen Sie mit uns ein in den Ruf: Dem Führer des polnischen Staates Marschall P i l s u d s k i und dem Führer des deutschen Vol- kes Reichskanzler Adolf Hitler em drei- faches Sieg-Heil! Die Versammelten stimmten in bie Heilrufe brausend ein. Sodann intonierte die Kapelle zunächst die polnische Nationalhymne und dann das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, das die Versammelten stehend anhörten.

Der Außenminister der USA., Staatssekretär Cor- dell Hüll, ist ein nüchterner Mann; fein Jüngling mehr, aber auch kein Greis er wurde am 2. Okt. 1871 in Overland (Tennessee) geboren, er liebt in der Politik und im Leben, was manReali­täten" nennt. Seine republikanischen Gegner be­haupten etwas boshaft, daßRealität" geradezu fein Lieblingswort fei. Cordell Hüll alfo, der sich gern captain nennen hört, führte er doch im spanisch-amerikanischen Kriege eine Kompanie, hat eit langer Zeit zum ersten Male wieder seine i Stimme erhoben und von dem Kanadischen Klub in Neuyork die Grundlinien der amerikanischen ; Außenpolitik entwickelt. Der Zeitpunkt war sicher- , lich mit Vorbedacht gewählt. Die USA. , konnten nicht anders, als ebenfalls zu dem großen ; diplomatischen Gespräch zwischen den europäischen Mächten das Wort ergreifen. Das geschah mit der Realität" und Nüchternheit, mit der Staatssekretär Hüll große politische Fragen zu behandeln pflegt und mit jenem Sinn für klare Gliederung, die den ehemaligen Rechtsanwalt und Richter erkennen laßt.

Die Rede Hulls hat etwas geradezu Klarendes und Reinigendes, weil sie sich deutlich von dem aufgeregten Gebaren abhebt, das beispielsweise die Sowjets zur Schau tragen. In Moskau will man unbedingt mit von der Partie fein; in Washington und Neuyork dagegen erklärt man: Selbstverständ­lich sind auch wir zur Mitarbeit bereit; selbst­verständlich erbringen auch wir unseren Beitrag für die Stabilisierung des europäischen Friedens; aber bitte, ihr guten Europäer, zuerst muht ihr das allgemeine Wettrüsten abstoppen oder, wie sich Staatssekretär Hüll ausdruckte: Das Wettrüsten muß ausgeschaltet werden, diese Aus­schaltung ist die wesentliche Vorbedingung für un­sere Mitarbeit an allen politischen Maßnahmen. Es werden noch Monate ins Land gehen muffen, ehe sich die amerikanische Politik in Europa akti­vieren wird. Dann ist es immer noch an der Zeit, Betrachtungen darüber anzustellen, welche Formen diese Aktivierung annehmen wird. Denn die von Hüll aufgezählten vier Punkte, von ihm selbst als dieSäulen der Teilnahme" bezeichnet, und zwar der Kellogg-Pakt, die Bereitschaft zum Abschluß eines Nichtangriffspaktes die Bereitwilligkeit zur Konsultation bei drohender Kriegsgefahr und der Verzicht auf die Vorrechte der Neutralität gegen­über einem, von Amerika allerdings aus eigenem Erm-ff-n als solchen ^gestellten..Angreiferstaat das alles ist selbstverständlich politisch höchst be­deutungsvoll, praktisch indessen vorläufig nur der Rahmen, zu dessen Ausfüllung auch die euro­päischen Mächte beitragen müssen.

Bereits heute hingegen sind die Ausführungen zu unterstreichen, die Hüll über das Verhältnis der USA. zum britischen Weltreich und zu Latein­amerika gemacht hat. Das klingt auf den ersten Blick paradox! denn in bezug auf L a t e l n a m e - r i k a sagte Hüll nichts weiter, als daß die USA und Lateinamerika gute Nachbaxn bleiben und freundschaftlich Zusammenarbeiten wollen. Mit der guten Nachbarschaft hatte es freilich und damit löst sich das Paradoxe von selbst in früheren Seiten feine eigene Bewandtnis. Die gute Nachbar­schaft mit Lateinamerika hieß vor hundert Jahren Monroe-Doktrin und nennt sich heute

Panamerikanismu s". In der Sache ist ste die gleiche geblieben. Ob nun Präsident James Monroe im Jahre 1820 seine berühmte Doktrin ver­kündete, um englische Jnterventionsgelüste bet Den Freiheitskämpfen der jungen lateinamerikanischen Revubliken zu Unterbinden, oder ob der Außen­minister Teddy Roosevelts, Elihu Root, er­klärte ,Die Sicherheit der Vereinigten Staaten Den langt,' daß amerikanisches Gebiet amerikanisch bleiben soll", ändert nichts an der Tatsache, daß beide Staatsmänner nichts als das nackte In­te r e f f e b e r U S A. im Auge hatten und daß es beide Mal um nichts anderes ging als um die Vor­herrschaft über den größten und zu unftsreichsten W eit markt. Selbstverständlich wollen die Nord­amerikaner aus den ..Wemamentand^ fen keinedependencies , wie ste die ^HÜppinen, Hawai Kuba usw. nennen, geschweige denn Kolo­nien machen. Aber eins wollen ^ ^z bestimmt: die erste und ausschlaggebende Macht in Mittel - und Südamerika bleiben.

Wer wollte sie auch daran hindern? Die Eng­länder hatten es um die Mitte des vorigen Jahr­hunderts versucht, als sie aus Texas ein«LJ^ene Baumwollkolonie zu machen versuchten, riesige K pitaüen in Mexiko investierten und mit Derr -öe|i B- ergreifung Kubas liebäugelten. Der Versuch Im - terte ebenso wie die Einmischung in die venezola­nischen Wirren von 1895. Seitdem erkennt Das britische Weltreich die amerikanische Doktrin unpe= schränkt an. 1895 konnte deshalb der damalige Außenminister der USA. mit herausfordernder Sicherheit erklären:Gegenwärtig ist keine Union praktisch souverän über diesen Kontinent, über Nord-, Mittel- und Südamerika, und ihrFiat GA--5 geschehe also") ist Gesetz für die Sachen, auf Die sie ihre Vermittlung beschränkt."

Erst eigentlich seit dem Einsetzen der großen Wirtschaftskrise hat die nordamerikanstche Uebermacht in Lateinamerika eine gewisse Ein­schränkung erfahren. Vor 1929 wäre es völlig aus­geschlossen gewesen, daß der englische $ans del, der noch um die Jahrhundertwende den größten Teil des südamerikanischen Marktes be­herrscht hatte, mitdem Neuyorker Finanz­kapital, das Milliarden auf Milliarden in Bra­silien, Chile, Peru, Bolivien und Mittelamerika an­legte, konkurrieren konnte. Mit Mühe und Not vermochte er seine alte Stellung in Argen­tinien zu behaupten. Als bann aber bem großen Konjunkturjahr 1929 ber vernichtenbe Umschlag

In Bresben fanb auf bem Neumarkt bie feier­liche Enthüllung einer Chopin-Gedächtnis- täfel statt. ImTürkischen Zelt" im Historien Museum hatten sich zahlreiche Ehrengäste zur Teil­nahme an ber Feier versammelt, die sich mit dem polnischenBotschafterin Berlin L l p s k i, bem Warschauer Stadtpräsidenten Starzynski und den übrigen polnischen Gästen durch ein dichtes Spalier der Bevölkerung zum Hause N e u m a r k t 1 begaben, in dem der große polnische Musiker zwei­mal Wohnung genommen hat. Von dem mit Fah­nen und Girlanden reich geschmückten Hause grüßte außer den Farben des Deutschen Reiches und der Stadt Dresden eine große polnische Flagge. Die Weiherede hielt Dresdens Oberbürgermeister Zor- ner, worauf der Warschauer Stadtprasident Die Enthüllung vornahm. Die Kundgebung schloß mit einer von den ehemaligen Hoftrompetern geblasenen alten polnischen Fanfare. Nach der Kundgebung begaben sich die polnischen Gäste zur katholischen Hofkirche, wo sie die Fürstengruft besichtigten. Dann fand in der Wohnung des Dresdener Ober­bürgermeisters ein Frühstück zu Ehren der Gaste

statt.

Empfang und Festkonzert im Rathaus.

Sohn feines Volkes gewesen. Chopms Mu­sik wurzelt im Volkstum; in seinen Ma­zurkas, Polonaisen, Nocturnos klingen die alten polnischen Volksweisen und er hat es verstanden die einfachen volkstümlichen Formen der Musik zu einer besonderen Kunstgattung zu erheben der er auf den höchsten Höhen der Kunst einen festen Platz sicherte und deshalb ist seine Kunst uns heute auch so zeitnahe, weil die nationalsozialistische Kulturpolitik die Verwurzelung mit dem Volksempfinden von jeder echten Kunst- schöpfung verlangt.

Die Kunst soll im Volke leben, und der Künstler soll aus dem Volk, mit dem Volk und für das Volk schaffen. Gegenseitige An­erkennung der nationalen Kulturwerte, das ist Der Ausgangspunkt und Die Grundlage ber deutsch- polnischen Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet. Das Ziel ist uns dabei die H e r st e l l u n g e l n e r dauerhaften Freundschaft zwifchen den beiden Nachbarstaaten. Hiermit wollen wir der Welt ein Beispiel geben, wie man am besten Öen Frieden sichert und die Wohlfahrt der Völker fördert.

Der Warschauer Sladtprasident Minister Starzynski

..ische Chopin-Feier

Friedrich Chopin ist für bas deutsche Volk nicht nur ein großer Komponist und feinsinniger Menschs onbern auch d e r echte N a t i o n a l' st u n d ritterliche Pole Bezeichnend in dem Leben Chopins ist jener Abschied aus Warschau, als feine Freunde ihm beim Abschiedstrunk einen Becher mit polnischer Erde gefüllt mit den Worten überreichten:Mögest du, wo du im­mer wanderst und weilest, nie deines Vaterlandes Polen vergessen", und er ist st e t s ein treuer

listischen Bewegung,

UddWer Alfred Rosenberg hielt anschließend die Festrede, in der er u. a. Folgendes ausführte:

Vergegenwärtigt man sich den verzweifelten Zu­stand Deutschlands im Dreißigjährigen Krieg, Dann erst wird die einsame Größe jener beiden, die stets

Zu ihnen gehören auch manche, deren Namen als nationale Helden in unsere Geschichte eingegangen sind. Dank dem weiten politischen Blick der beiden großen Staatsmänner, von denen die Geschicke ber beiben Nationen bestimmt werben, hat unser Land einen Weg friedlichen Zusammenar­beit e n s beschritten, ber ber Gesamtheit ber Völ­ker zum Segen gereichen wirb.

In bem anschließenben F e st k o n z e r t war ber Hauptteil bes Programms Werken Friebrich Cho- pins gemibmet. Kurz nach 11 Uhr traf bann noch Reichsleiter Rosenberg, von Oberbürgermeister Zörner herzlich begrüßt, im Dresbener Rathaus em.

bieten gerechten menschlichen Fürsten hüten noch heute bie Herzen ber Warschauer. Wenn wir heute bie gelockerten Binbungen roteber e nger g e t a i t e n wollen, so wirken wir nur in bemfelben Sinne.

Botschafter Äpstl K-TäMÄ 'S Si» laß gewählt werben, um alte Traditionen zwischen Polen unb Sachsen roieber lebenbig werben zu las­sen, als biefe einem ber größten Sohne Polens geleistete Ehrenbezeugung, Friebrich Chopin, den Schumann mit den historisch gewordenen Wor. ten Hut ab, meine Herren, ein Gerne! begrüßte, unb 'von besten Wirken burch bie Verkörperung ber nationalen Seele in ber Musik einer unserer Groß- ten sagte, er hätte ein wahres Heldenge­dicht' bes polnischen Lebens geschaffen, inbem er in seinem Lobgesang auf bas National- künstlerische bas Volksempfinben zu einer Macht erhob, bie bie gesamte Menschheit durchdringt und einanber näher bringt Chopins romantische Seele durchglüht von hohem Patriotismus, versinnbildlicht das gewaltige Freiheitsringen der polnischen Na­tion zur damaligen Zeit.Auf der Menschheit Hohe wohnende Geister" müssen sich verstehen. Durch seine Verbindungen mit Liszt, Schumann und an­deren Ihrer Großen schlug Chopin die Drucke zur deutschen Geiste sw eit, und Die Ge­denktafel, an seiner ehemaligen Wohnstätte m , Dresden, wird ein weiteres Bindeglied zwischen uns darstellen.