185. Jahrgang
Eichener Anzeiger
England lehnt Sondrrabksmmen ab
dieser Besuch später geprüft wird.
Flandin möchte auch heute nicht mehr daran denken, daß es in der letzten Stunde noch der verzweifelten internationalen Anstrengungen bedurfte, um zu verhindern, daß mit der Abstempelung als Wablpolizei noch einmal französische Truppen in deutsches Gebiet marschierten.
Es ist auch ein recht schlechter Einfall, wenn Flandin vor dem Senat den Saß prägte: Wo bleibt die Macht des Völkerrechts, wenn es dem einzelnen Staat überlassen bleiben kann, seine Macht auszunützen? Wenn es einen Staat gibt, der dies in der jüngsten Vergangenheit g e • t a n hat, so ist es Frankreich, denn der R u h r- einbruch ist von dem Schild Frankreichs nicht abzuwaschen. Daß es die Reparationskommission, dieses scheußliche Gebilde war, das den Ruhreinbruch billigte, entlastet Frankreich nicht, denn an der Spitze der Reparationskommission stand — Louis Barthou Sogar der englische Ministerpräsident Bonar Law war im Sommer 1923 offen und ehrlich genug, um vor dem Unterhause auszusprechen, daß es einfach untragbar sei, daß ein Staat das Recht haben könne oder dürfe, mitte n i m Frieden ein en anderen Staat z u überfal- l e n Die öffentliche Meinung in England gab damals Poincar6 auch zu verstellen, daß, wenn Deutschland nicht entwaffnet war, schon der Versuch des Ruhreinbruchs zu einem neuen Krieg hotte führen müssen. Rein, nein, man soll nicht unsere Vergeßlichkeit schelten. Das, was man uns angetan hat, mußte notgedrungen so starke und bleibende Eindrücke hinterlassen, daß wir es niemals aus der Erinnerung verlieren können, daß wir es vielmehr als eine unzerstörbare geschichtliche und politische Lehre behalten müssen.
Nicht nur der Zeitpunkt der Mitteilung, sondern die Natur und der Inhalt der Mitteilung werfen ein so störendes Licht auf die Aussichten einer Regelung durch Vereinbarungen. Die in der Mitteilung angedeuteten Ziffern für die deutsche Heeres stärke gehen so beträchtlich über die vor weniger als einem Jahre vörgeschlagenen Zahlen hinaus, ja überschreiten in der Tat alles, was zur Zeit irgendeine Macht in Westeuropa aufzubieten hat, daß sie ernste Zweifel darüber aufwerfen, ob ein tuufommen mit einigen der Nachbarn Deutschlands möglich sein würde, falls auf solchen Ziffern bestanden werde.
Ich hoffe, daß ich ebenso gemäßigt wie offen über ein sehr ernstes Ereignis gesprochen habe. Das Ziel der britischen Politik hat darin bestanden, dazu beizutragen, daß Deutschland, dieser große Staat, in die Gemeinschaft der Nationen unter Bedingungen zurückgeführt wird, die gerecht für Deutschland sind und fair und sicher für alle, so daß Deutschland mit seinen großen Talenten und Hilfsquellen im vollen Gefühl seiner Gleichberechtigung und seiner Würde zu der Aufgabe beisteuern kann, an der jeder gute Europäer, der den Frieden wünscht, Anteil zu nehmen hat. Es gibt nur dies oder das andere: Ein erheblich weniger befriedigendes System, e i n System ausqewählter und besonderer politischer Kombinationen zu gegenseitiger Unterstützung gegen eine Gefahr in unserer Mitte. Nachdem ich diese Ansichten entwickelt habe, ist es kaum notwendig zu sagen, daß wir keinerlei Sonder ab - kommen zwischen England und irgendeinem anderen Lande planen. Die Besuche in Berlin, Moskau oder Warschau bedeuten nicht, daß wir Paris oder Rom oder Brüssel ober, wie ich hinzufügen möchte, Genf den Rücken gekehrt haben. Die europäische Regelung kann nur dann gründlich sein, wenn sie allumfassend ist."
Die Rede des Außenministers wurde mit allgemeinem Beifall auf allen Bänken des Hauses ausgenommen.
französische Kriegsministerium vorzieht, die Zahlen nicht bekannt zu geben. Auch die Zahl der schweren und schwersten Geschütze sowie überhaupt der völlig motorifierten Batterien ist heute unzweifelhaft erheblich größer als in der Vorkriegszeit. Das gilt auch von der Luftwaffe, das gilt auch von der Kriegsflotte, die heute Einheiten von einer Größe und einer Bestückung besitzt, wie sie schon aus technischen Gründen vor dem Kriege noch nicht gebaut werden konnten. Das ist die Abrüstung Frankreichs, das gegenüber Deutschland durch die entmilitarisierte Zone sowie ! durch den gewaltigen Betongürtel geschützt ist. während der Einbruch nach Deutschland von Frankreich aus überall möglich ist. Nicht einmal die wichtigsten Brückenköpfe am Rhein darf Deutschland durch Befestigungen schützen.
Daß die Mitunterzeichner des Versailler Dertra» ges, soweit sie aut der Bank der Sieger saßen, trotz des Teiles V des Vertrages, trotz des Artikels 8 her Völkerbundssatzung nicht abgerüstet ha« ben, ist eine Tatsache. Zu diesen Staaten gehören auch Frankreich und Italien, so daß es auch wieder kein guter Einfall ist, wenn sie in ihren Noten die Reichsregierung darauf aufmerksam machen, es fei mit dem Versailler Vertrag nicht zu vereinbaren, wenn Deutschland seine Wehrhoheit zurücknehme Wenn die französische Note auseinandersetzt, sowie es Flandin vor dem Senat getan hat, daß die Gleichberechtigung Deutschlands nur das (Ergebnis gemeinsamer Verhandlungen hätte sein I können, so genügt es wohl, darauf hinzuweisen, daß diese gemeinsamen Verhandlungen schon seit «Jahren im Gange sind, ohne daß auch nur 'die geringste Aussicht besteht, sie könnten wirklich
Worten zu sagen, worin nach meiner Meinung d i e eigentliche Schwierigkeit besteht, die nid) Auffassung vieler Leute durch jene Mitteilung entstanden ist. Dieser Tatsache geht eine lange Geschichte voraus. (Beifall.) Im Interesse der Zusammenkunft möchte ich feststellen, daß das Ziel der bevorstehenden Besprechung darin besteht, eine Regelung auf dem Wege der Vereinbarung zu fördern. Das ist, wie ich sagen muß, das genaue Gegenteil einer Regelung auf dem Wege einer einseitigen Mitteilung. Es würde nicht nützlich sein, wenn ich versuchen wollte, einen so klaren Eindruck zu unterdrücken. Einseitige Aufkündigung — welcher Art auch immer die Erklärung hierfür sein mag — erhebt unvermeidlich die Frage nach dem Wert von Abmachungen. Und dies war eine sehr schlechte Vorbereitung für künftige Abmachungen. Wir werden alle zustimmen, daß mir unter diesen Umständen protestieren mußten. Nichtsdestoweniger wird das Unterhaus zugeben, daß die Schritte, die wir in Verbindung mit diesem höchst ernsten Ereignis getan haben, die weiseren Schritte gewesen sind. Wir fordern eine Versicherung, daß der Umfang de r B e - sprechungeninkeinerWeisebe schränkt werden soll, und nachdem wir diese Vorbehalte und diesen Protest gemacht haben, bin ich davon überzeugt, daß es notwendig und richtig ist, diesen Besuch d u r ch z u f ü h r e n.
Bevor ein so bedeutsamer Besuch unternommen wird, muß Klarheit über den Umfang und den Zweck des Besuches geschaffen werden. Allgemeinheiten würden sachlich zu nichts geführt haben. Daher wandten wir uns an die Deutschen, um festzustellen, ob die Berliner Zusammenkunft nicht etwa auf irgendeine im Londoner Eommuniquö enthaltene Sonderfrage beschränkt werden sollte, sondern auf der für Gedankenaustausch vorgesehenen vierfachen Grundlage vor sich gehen würde. Das heißt, daß über die Frage der Sicherheit, der Rüstungen, der Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund und über die Frage des geplanten Luftpaktes gesprochen würde. Erst, als wir von deutscher Seite die Versicherung erhalten hatten, daß die Besprechungen in diesem Rahmen geführt werden, setzten wir uns mit den anderen Regierungen in Verbindung. Damit war die Grundlage der vorgeschlagenen Zusammenkunft, diese vier Punkte ntft dem Ziel zu erörtern, auf dem Wege des U eb ereinkommens eine Lösung zu finden.
Ich übertreibe keineswegs, wenn ich sage, daß die deutsche Mitteilung vom vergangenen Samstag für ganz England ro i e ein schwerer Schock gekommen ist. Sie hat unvermeidlich die Proteste der britischen Regierung, der französischen Regierung und der italienischen Regierung herausgefor- dert. Ich wünsche dem Hause in wohlabgewogenen
Soll auch Deutschland zur Konferenz in Italien eingeladen werden?
Conbon, 22. März. (DRV. Funkspruch.) Wie Reuter ergänzend meldet, hat Sir John Simon von der Möglichkeit einer Einladung an Deutschland zur Teilnahme an der zweiten Konferenz, die bekanntlich in Italien stakt- finden soll, gesprochen. Die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und unter Umständen auch Deutschlands hätten dann, so meldet Reuter weiter, die Möglichkeit, noch der Reihe der Ministerbesuche unter den veränderten Umständen die Lage zu besprechen.
Simons Sealellung.
L o n b o n , 22. März. (DNB. Funkspruch.) Groß- siegelbewahrer Eben wird Freitagabenb nach Paris abreisen. Man erwartet, baß bie bärtigen Dreimächtebesprechungen, bie ersten seit bem neuen Abschnitt der europäischen Politik, die mit den französisch-italienischen Besprechungen in Rom eröffnet wurden, den ganzen Samstagabend in Anspruch nehmen werden. Eben beabsichtigt jetzt, am Sonntagmorgen von Paris nach Amsterdam zu fliegen, wo er von dem englischen Sonderflugzeug, das Sir John Simon und seine Begleiter nach Berlin bringen soll, an Bord genommen werden wird. Folgende Sachverständige sollen den Außenminister und den Lordsiegelbewahrer bei ihrem Berliner Besuch begleiten: i. Edgar Granville, Abgeordneter und parlamentarischer Privatsekretär Sir John Simons, 2. Lord Cranborne, parlamentarischer Privatsekretär Edens, 3. Mr. Sar - qent, stellvertretender Unterstaatssekretär im Fareian Office, 4. William Strang, Berater für Völkerbundsangelegenheiten, 5. und 6. die Privat- sekretäre Seymour und H a n k e y. Letzterer ist der Sohn des Präsidenten, des Weltreichsverteibi- gungsausschusses Sir Maurice Hankey.
Oer Verteidiger von Versailles.
Zur selben Stunde, ba in Berlin auf dem Empfang des Reichsministers Dr. Goebbels der Reichs- ffortführer von Tfchammer und Osten vor den Diplomaten und der Auslandsprefse in Anspielung auf die Teilnehmer der Olympiade das schöne Wort van der „Avant-Garde des Friedens ton 46 Nationen" sprach, forderte in Paris
zum Ziele führen. Wenn Frankreich auf die berühmte Dezember-Erklärung von 1932 zuruck- areift so ist das auch kein guter Einfall, denn e s w a r' F r a n k r e i ch selbst, das disfe Dezember- Erklärung durch die berüchtigte Note vom 17. April 1934 außer Kraft gesetzt hat. Wie sollte Deutschland bei diesem Wankelmut der Politik Frankreichs gedul.dig und entwaffnet weiter auf die Einlösung einer Zusage warten, die rechtlich gesehen, gar keine Zusage war, sondern eine strenge Verpflichtung. Diese Verpflichtung kann hinterher nicht abgedreht wenden, erst recht nicht dadurch, daß die Gleichberechtigung Deutschlands nur in einem System der allgemeinen Sicherheit zur Geltung kommen sollte. Gerade dies allgemeine System lder'Sicherheit, das die allgemeine Abrüstung zur Voraussetzung hat, hat Frankreich immer wieder verhindert, wobei es von seinen Vasallen :m Kleinen Verbände eifrig unterstützt wurde
Flandin will sich heute damit brüsten, daß Frankreich die ihm auferlegten Verpflichtungen im H'n - blick auf die Saar so prompt erfüllt habe. Auch in diesem Zusammenhang vergißt er politisch wesentliche Tatsachen. Er will sich nicht mehr daran erinnern daß schon seit Stresemann immer wieder höchst ernste Angebote an Frankreich gemacht wurden die auf eine Bereinigung des Saarproblems hinzielten. Deutschland war dabei immer zu Opfern bereit bie über ben Inhalt der römischen Saar^r» etnbarungen hinausgehen, lediglich von dem Bestreben geleitet, den Stein des Anstoßes zwischen Deutschland und Frankreich aus dem Wege zu räumen und einen günstigeren Ausgangspunkt für die Verständigung der beiden Völker und damit für den Frieden und die Sicherheit Europas zu schaffen.
Simon über Umfang und Zweck des Berliner Besuches
England wünscht eine allumfassende europäische Regelung.
feiten vorgibt?
Nichts wäre leichter als diese Rede Punkt für Punkt zu widerlegen. Es genügt, auf die schlimmsten Torheiten hinzuweisen. Die in hem Gesetz vom
erklärte, die Ereignisse in Deutschland hätten in England eine solche seelische Erschütterung verursacht, daß sie nur mit den Geschehnissen im August 1914 verglichen werden könnten. Die Mentalität in England und im Zluslande sei bie Mentalität des Krieges. Jede Regierung sage, daß sie nicht für ben Krieg, fonbern fürben Friedenrüste, unb das auch nur deshalb, weil bie a n b e r e n Regierungen rüsteten. Jede Regierung schiebe bie Schulb auf ijemanb anberes. Deutschland mache ben Versailler Vertrag verantwortlich. Von ben Franzosen werbe etwas anberes beanstandet, und bie Sowjetregierung oerteibige ihre Rüstungen, ba sie einen Angriff im Fernen Osten ober an ber baltischen Küste befürchte. Die Dinge seien heute soweit gebiehen, baß Deutschlanb nicht nur bie Gleichheit bes Status in ber Gemeinschaft ber Nationen verlange, fonbern auch bas Recht, einen Vertrag zu zerreißen unb eine Rüstungspolitik zu verfolgen, bie unverrneid- lich zu einem Rüstungswettrennen unb schließlich zu einem Kriege führen, werbe. Es sei daher Eng-
........ ----..... ___ .... _ , v Ilands zwingende Pflicht, einen entscheidenden 15. März genannte deutsche Heeresstärke ist „in Schritt zur Rettung der Zivilisation zu tun. Die Wirklichkeit schon vorhanden gewesen"? Warum Arbeiterpartei sei der Auffassung, daß der Auftrag, lann erst drei unb vier Tage später bieses unbifai» b>en ber Außenminister für feine Berliner Reise er« sanierte Geschrei. Herr Flanbin nimmt ben trau- halte, völlig neu gestaltet werben müsse ngen Ruhm für sich in Anspruch, als einer ber Englanb, als größte imperialistische Macht der letzten Verbliebenen sich zu der Kriegsschuld- Welt müsse bie Verpflichtung übernehmen, bie lüge zu bekennen, bie bekanntlich schon seit Jahren Luftrüstungen auf bem Altar ber Abrüstung end) von ber ausländischen Geschichtswissenschaft zu opfern. Die Arbeiterpartei sei ber Ansicht, baß
I rrstlos wiberlegt ist. Außenminister Simon in Berlin sich nicht mit ber
Was Flanbin an angeblichen Tatsachen gegen deutschen Ausrüstung einoerftanben erklären, son- 2»eutschlanb ansührt, steht auf genau so tönernen [bem nur zum Ausdruck bringen solle, dnß bie eng- ftüfcen, wie das Histörchen, das Fürst B ü 1 o ro Hfd)e Pakt- unb Friebenspolitik sich nicht auf die im seinen Schilderungen im Zusammenhang mit Aufrüstung, sondern auf die Abrüstung gründe, tem Kriegsausbruch mitgeteilt hat. Man muß es hoffe, daß die englische Regierung sich bemühen cis selbstverständlich annehmen, daß Flandin sich werde, eine Weltkonferenz zustandezudringen, mit biesen Dingen beschäftigt hat, wenn er in einer sich mit den Handelsbeschränkungen Senatsrede darüber spricht. Dann weiß er auch befassen müsse; denn in der Welt sei Raum ge- conz genau, daß der Wortlaut für die deutsche nug für alle, seien genügend Rohmate- .^riegserklärung an Rußland bereits in der Nacht rialien für alle und Märkte in Hülle unb Fülle, iom 31. Juli zum 1. August aufgesetzt worben ift. (Erforbertid) sei lebiglich eine zweckmäßige Or« Angesichts dieser bewiesenen Tatsache muß es oon ganifierung. „Es ist", so schloß Lansbury, „so ler gesamten ernsthaften Geschichtswissenschaft in glaube ich, derBankerottbes staatsmän- tos Reich ber Fabel verwiesen werden, was Bülow si , sch en Denkens, hSr überall im Wege steht, über ein Beisammensein von Bethmann-Hollweg, Wir klammern uns an den alten Gedanken, daß Äallin unb Geheimrat Kriege vom Auswärtigen irgendeiner Weise das Unglück bes anberen uns Amt am 1. August 1914 erzählt. In jenem Bei-I zum Vorteil gereichen könnte Die Arbeiterpartei fimmenfein soll Kriege aus völkerrechtlichen Lehr- glaubt nicht b’aran."
t sichern nach einem . Bei spie l für den Nach kurzen Ausführungen Sir Herbert Sa- Wortlaut der Kriegserklärung gesucht I ^ls Sprecher der Öpposikionsliberalen bankte
toben, während vorn Kanzler berichtet wird, baß tr seine Ungebuld mit der notwendigen Rücksicht- öllttOÜ
rahme auf die Sozialdemokraten begründet habe. ■ , „ ..
Mt anderen Worten: Bethmann-Hollweg soll die zunächst den beiden Rednern derOppositwn für ihre Spitze gegen das zaristische Rußland gerichtet eindrucksvollen Äußerungen. Wir hoffen, so er« loben um bie Zustimmung ber Sozialbemokraten klärte ber Minister weiter, tn wenigen lagen eine fir einen Krieg zu gewinnen, den er für unver- freimütige Aussprache mit dem Kanzler des 4)eut» weidlich hielt. Ganz abgesehen davon, daß. Bülow schen Reiches zu haben, denn der Berliner Besuch einem Nachfolger im Amt nur den Vorwurf verlangt völlige F/e,mut,gke,t. (Beimachen wollte, daß er durch diplomatische Unge« I fall.) Einer Erörterung dieser Art kann keine offent- Mcklichkeit das Odium des Angriffes auf uns ge« liche Generalprobe vorausgehen. Die Besuche m iMen habe das uns durch die Kriegserklärung an Berlin, Moskau und Warschau sind eine Informa- ^ußland mit Unrecht, aber in schwer zu wider- tionsreife. Wir wollen die Ansicht der anderen i»aenber Weise in den Augen ber Welt" die Be- kennenlernen und nicht zu sehr von uns aus eine hftung mit ber Brandftifterrolle eingebracht habe: ins einzelne gehenbe Entscheibung herbeifuhren, d,e feie Szene die Bülow so drastisch schildert, kann dann anderen zur Annahme unterbreitet wird. Nasi ch gar nicht abgespielt haben, weil türlich wirb bie Zeit kommen, wo bas Ergebnis rochweisbar der Wortlaut ber Kriegserklärung biefer Besuch später geprüft wirb.
früher fertiggestellt wurde, ohne daß Geheimrat —■————— ..._!_L!
fer französische Luftfahrtminister bie Summe von insgesamt 3,5 M i l l i a rd e n für Frankreichs Luftaufrüstung. Zur gleichen Stunbe gingen iie französische unb die italienische Protestnote eb. Zur gleichen Stunde hielt Frankreichs Ministerpräsident Flandin eine Rede, die vom ersten bis tim letzten Satz erfüllt war von so unverfälschtem I Üersailler Geist, als hätte sie einer ber Väter bes Tiktates selbst gehalten. Wir haben eine Rebe, bie terart von Derbrehung und Unwahrheiten wimmelt, sklbst aus französischem Munde lange Zeit nicht gehört.
Flandin, der ehemalige Kampfflieger, hätte eine ferartige Rede nicht nötig gehabt. Ihr erregter jortra'g unb bie Nervosität bes überfüllten Hauses tigten zur Genüge bie innere Unsicherheit und bas 5fe Gewissen ber zur Zeit maßgeblichen Männer h Frankreich. Was konnte Flanbin mit solchen Ausfällen, mit solchen in aller Welt längst wiber- ligten Behauptungen bezwecken in einer Zeit, in fer Frankreich an ber Befriebung Europas zu ar«
Kriege daher zugegen war. .
Es muß wirklich innerlich schwach nut Frank- rsichs Sache bestellt sein, wenn der Mmlsterprasi- ient mit einem solchen Argument arbeitet, wenn <r überhaupt noch einmal auf die Kriegsschulbfrage Mruckkommt, nachdem doch längst die Gesamtheit ler objektiven Forschung einwandfrei festgestellt hat, loß die Dinge sich ganz anders verhalten als es m lern Artikel des Versailler Vertrages dargestellt wird, der im Widerspruch zu den 14 Punkten d^ Forderung nach einer Kriegsentschädigung moralisch intermauern sollte. *
Genau so unhaltbar ist die Aufstellung, die Flan- Hin über die militärischen Maßnahm e n Frankreichs gibt, in denen der Beweis für tatsächliche Leistungen auf bem Abrüstungsgebiet Iie» j-en soll. Es wurde wohl drüben sehr stark bas Be- lürfnis empfunben, dem Zahlenmaterial über die 1-eutschen Leistungen etwas ähnliches gegen» i berzu st eilen. Man hat aber vergessen, daß liefe Aufzählung sich auf Feststellungen gründet, lie von ber interalliierten Militär» I o m mi ff i o n selbst stammen. In der umge-1 '-ehrten Beweisführung über Frankreichs Abrüstung > ' at Flandin geflissentlich übersehen, daß bie Herab- Atzung der Heeresstärke und die Verkürzung der vienstzeit darum nicht als Abrüchung bezeichnet □erben können, weil bie vorbereitenden Ausbil- l ungsmaßnahmen unb bie gewaltige Erhöhung bes Kontingents ber Berufssolbaten, vor allem aber bie ■ verhörte Technisierung bes Heeres mehr als einen 'Ausgleich schaffen. Frankreich besaß vor dem Kriege kein hochseF-tüchtiges Unterseeboot, während j 's heute über 80 Boote verfügt. Frankreich besaß
•ior bem Kriege keinen einzigen Tank, währenb s heute sqptel Kampfwagen besitzt, daß es das
»69 Grifts Blatt 185. jaijtgang Sreitag, 22. mär; !•).-,5
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London, 21. März. (DNB.) Vor gut besetzten Bänken begann am Donnerstagnachmittag im englischen Unterhaus die von der Opposition verlangte Aussprache über die bevorstehenden Festlanbreisen Simons unb Edens. Der Führer ber oppositionellen Arbeiterpartei
Lansbury.


