sind, wird bald auch nicht mehr die Schwanzspitze von ihm zu sehen sein ...
Standbild der Liebe und Treue.
(-le) Tokio.
Einer der treuesten Männer ist gestorben! Seine Treue war schon beinahe legendär. Der reiche Tokioter Kaufmann Sakai Gascinka hatte sich vor dreißig Jahren in ein junges Mädchen verliebt, eine Aristokratin, deren Eltern ihn abwiesen. Aber der unglückliche Liebhaber schwor, seiner Angebeteten treu zu bleiben, und da er sie nicht leibhaftig von seiner Treue überzeugen konnte, ließ er von einem berühmten Bildhauer ihr Ebenbild in Marmor meißeln. Die Statue gelang in vollkommener Natürlichkeit, und Gascinka ließ einen herrlichen Garten anlegen mit einer Art Pavillon in der Mitte, in dem er die Statue aufstellte. Täglich pilgerte er dreißig Jahre lang zu dem marmornen Ebenbilde der hoffnungslos Geliebten und legte ihr die Blumen zu Füßen, die er der Lebenden nicht überreichen durfte, bis der Tod ihm Einhalt tat.
Der Meisterstricker.
Da. Neuyork.
In Neuyork — wo denn sonst? — wurde kürzlich ein großes Preis- und Wettstricken veranstaltet, das einen ebenso spannenden wie überraschenden Verlauf nahm. Als die Teilnehmerinnen „gestartet" waren und aufgeregt mit ihren Stricknadeln zu klappern begannen, erschien plötzlich ein würdiger, alter Herr im Saal, der sich, wie man später erfuhr, als einziger männlicher Teilnehmer zu diesem eigenartigen Wettbewerb gemeldet hatte. Was ihn dazu bewogen hatte, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Tatsache ist, daß er sich ohne Umstände auf einen Stuhl setzte und, ohne sich um die spöttischen Blicke der Frauen zu kümmern, unverzüglich zu stricken begann. Es zeigte sich bald zur allgemeinen Verwunderung, daß dieser alte Herr ein Meister auf seinem Gebiet war. Er strickte so schnell und gewandt, daß die Stricknadeln kaum zu sehen waren. Dennoch tippte niemand ernstlich auf seinen Sieg, denn der Vorsprung der andern war viel zu groß. Aber der würdige Mann steigerte sich in eine geradezu bestrickende Form. Immer rascher flogen die Hände, immer schneller und unheimlicher flitzten die Stricknadeln durch die Luft. Die Frauen wollten dem Stricker offensichtlich einen Strick drehen, aber so sehr sie sich auch bemühten, ihren Vorsprung zu verteidigen, der große Unbekannte rückte näher und näher auf. Es gelang ihm sogar, das tolle Tempo im kritischen Augenblick um eine entscheidende Nüance zu steigern. Was niemand für möglich gehalten hätte, trat tatsächlich ein: mit mehreren „Nadellängen" ging der alte Herr als Sieger durchs Ziel. Als er den ersten Preis — einen wunderschönen warmen Pullover — in Empfang genommen hatte, machte er zu den Damen eine ironische Verbeugung, verstaute Stricknadeln und Woll- knäuel und verließ den in stummer Bewunderung verharrenden Saal.
Wahrhaftig ein Dickschädel.
(th) Montreal.
Der Mann mit dem härtesten Schädel der Welt ist sicherlich Joe Edmond in Quebec-City in Kanada. Seit einigen Monaten erwerbslos, schlägt Joe nunmehr auf den Straßen und Plätzen der Stadt Kapital aus seiner bewundernswert harten Schädeldecke, — mit dem Erfolg, daß er bereits von einem Zirkusunternehmen ein Angebot erhalten hat.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach
mittag geschlossen. ____________________________
Seine beliebteste Schaustellung ist die, mit einem gewaltigen Anlauf und vorgestrecktem Kopf gegen eine steinerne Wand zu rennen, wobei —- nach übereinstimmendem Urteil aller bisherigen Zeugen dieser Vorführung — lediglich die unschuldigen Wände Schaden erlitten haben. Oder er macht einen Handstand mitten auf einer hart zementierten oder betonierten Straße und bearbeitet das Pflaster so lange mit feinem Schädel wie mit einer Stamme Ein andermal wieder legt er sich einen Feldstein auf den Kopf und fordert die Umstehenden aus, diesen Stein auf seinem Schädel mit einem mit- gebrachten riesigen Hammer zu zerkleinern, was das Publikum begreiflicherweise bis auf einen einzigen Fall verweigert hat- In diesem Falle fand sich ein gerade entlassener Sträfling dazu bereit und das Experiment glückte.
Stenotypistin beim Prinzen von Wales.
(—) London.
Virginia Hayes hat das Glück gehabt, beim Prinzen von Wales als Sekretärin angekommen zu fein. Bei dieser Gelegenheit erfahrt man, daß der englische Thronfolger nicht weniger als sechs Stenotypistinnen in seinem Privat-Sekretarlat und vierunddreißig im allgemeinen Büro beschäftigt.
Mistreß Hayes erzählt, wie sie bei ihrer Bewerbung auf Herz und Nieren geprüft wurde Sie hatte tausenderlei Fraaen zu beantworten, die sich von der Organisation der britischen Marine bis zu den indischen Verfassungsoerhältnisien erstreckten. Als es dann so weit war, daß sie nach bestandener Prüfung im Sekretariat arbeiten konnte, erschien eine ältliche Dame und schrieb ihr vor, daß sie nur die Frisur tragen dürfe, die alle Damen an den prinzlichen Schreibmaschinen trügen. Ferner bekam sie Vorschriften, wie lang ihr Kleid zu sein habe, wie tief der Halsausschnitt gehen, wie hoch der Rock über dem Knöchel abschließen, welchen Schmuck und wieviel Armbänder man im Dienst tragen dürfe.
Erst nachdem Virginia Hayes versprochen hatte, all diese Vorschriften zu beachten, wurde ihr der Anstellungsvertrag ausgehändigt. Woraus zu ersehen ist, daß der Thronfolger, nicht nur ein stattliches Büro unterhält, sondern auch intelligenter und wohldressierter Stenotypistinnen bedarf...
Der Appetitanreger.
D. Budapest.
Von dem Gedanken ausgehend, daß Essen Appetit macht und der Anblick eines mit Appetit essenden Menschen auch auf andere Menschen appetit- anregend wirkt, hat die Leitung eines bekannten Restaurants in Budapest einen Herrn angestellt, der nichts anderes zu tun hat, als zu bestimmten Stunden im Restaurant mit Hingabe zu essen. Er macht seine Sache meisterhaft und bekommt stets die besten Leckerbissen. Die Ausgaben lohnen sich für das Restaurant und Herr Paul Toth, so heißt der Appetlt- anreger, hat damit einen neuen Beruf geschaffen, der vielleicht gute Aussichten hat. Allerdings ist das kein Dauerberuf, denn Paulchen hat in einigen Wochen zwanzig Pfund zugenommen, und sein Appetit schein allmählich nachzulassen. Deshalb braucht aber der Gastwirt sich keine Sorgen zu machen, denn an Anwärtern für den neuen Beruf wird nie Mangel sein.
Außenpolitisches ABE
Lange Zeit wurde das Schwergewicht politischer Schulung fast ausschließlich auf die Fragen der Innenpolitik gelegt. Das war vielleicht notwendig in einer Zeit, die im Innern des Deutschen Reiches parteipolitische Anschauungen züchtete und zum Verderb der inneren Geschlossenheit groß werden ließ: als partikularistische Strömungen sich verhängnisvoll auswirkten: als Wirtschaft, Kultur, Politik als drei voneinander getrennte Gebiete sich gegenseitig befehdeten. Heute, wo durch die nationalsozialistische Weltanschauung der Kurs der Innenpolitik ein für allemal ausgerichtet und festgelegt ist, decken sich Fragen der Innenpolitik mit denen deutscher Weltanschauung. Die weltanschauliche Schulung aber ist tatkräftig angepackt worden.
Wie aber steht's mit der außenpolitischen Schulung? Ist sie überhaupt nötig? Würden wir einem Engländer diese Frage oorlegen, er würde uns verständnislos ansehen ob solcher Fragestellung. Ihm bedeutet das Verständnis und di« Beherrschung der außenpolitischen Fragen alles! Sein Feld ist die Welt! Wenn wir daher auch für Deutsche eine außenpolitische Schulung fordern, so ist das im Grunde genommen ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. Erft die Kenntnis außenpolitischer Vorgänge und Ereignisse macht uns frei zur richtigen Beurteilung des Weltgeschehens, in dem Deutschland dank seinem Führer jetzt wieder die ihm zukommende Rolle zu spielen beginnt.
Aber besitzen wir zur Zeit schon alle ein richtiges Verständnis für außenpolitische Dinge? Gewiß: unsere Zeitungen vermitteln ein solches Verständnis. Sie sind auch berufen, das deutsche Volk aufzuklären. Aber fehlt es nicht oft an den grundlegenden' Erkenntnissen? Stoßen wir nicht auf Bezeichnungen, Begriffe, geschichtliche Tatsachen und
Erinnerungen, die uns — Hand aufs Herz! Mit unter recht dunkel und geheimnisvoll sind? Kennen wir uns überhaupt alle auch nur im außenpoliti- fchen ABC genügend aus?
Mit Dank ist daher eine Neuerscheinung auf dem Büchermarkt zu begrüßen („Außenpolitisches ABC . Ein Stichwörterbuch. Verlag I. Engelhorns Nachfolger, Stuttgart; Preis 4,80 Mk. — 259), in dec di- beiden Verfasser Carl und Rich.
Strahl eine Unsumme außerpolitischen Wissens mir Bienenfleiß zusammengetragen haben. Dieses Buch bringt nicht nur Sonderaufsätze über Die em» -einen großen Staaten, die Wehrmachtstärken, son- dem auch eine knappe, in Lexikonform aufgeteiltc Geschichte der Nachkriegszeit; es erklärt die täglich durch die Luft schwirrenden Begriffe wie „Konsul- tativ-Pakt", „Clearing", „Verbalnote" und die sonstigen Ausdrücke des diplomatischen Verkehrs; Fremdworte sind tunlichst vermieden oder, wo dies nicht möglich war, erklärt. So ist denn tatsächlich ein überaus brauchbares Handbuch entstanden, das berufen ist, eine feste Grundlage der Begriffe und historisch-politischen Daten deutscher Außenpolitik zu schaffen. Erst, wenn wir diese Grundlage unser eigen nennen, können wir aus dem Zustand außenpolitischer Halbbildung und des „Mitredens" zum vollen Verständnis der Außenpolitik aufrücken und uns weiterbilden. Man nennt uns Deutsche so gern das „Volk der Dichter und Denker". Das ist gewiß ein Lob. Wir dürfen uns aber mit diesem Lob nicht begnügen! Vieles wäre in der Geschichte unseres Volkes anders verlaufen, hätte das deutsche Volk in seiner Gesamtheit eine richtige Stellung zur Außenpolitik eingenommen. AußenpolitischeS ch u • lung ist daher das Gebot der Stunde, dem feder einzelne verpflichtet ist. -
Unser Bild zeigt E d e n, L a v a l und den Vorsitzenden des Fünfer-Ausschusses, den Spanier Madariaga, während einer Verhandlungspause. — (Sennecke-M.)
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