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vornotlzen.

Tageskalender für Mittwoch: DAF., Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, Wirtschaftsgruppe Banken und Kredit: 19.30 Uhr im Hotel Hindenburg Vortrag:Der deutsche Außenhandel und feine Finanzierung". DAF., Orts­gruppe Gießen-Nord: 20.30 Uhr im Aquarium: Mitgliederversammlung der Zellen 3 und 7. Lanoschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: 20.15 Uhr imFrankfurter Hof" Befpre- fprechung der Fachamtsleiter und Vertrauensleute. NSG.Kraft durch Freude": 20 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad, 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Nacht der Verwandlung.

Der Verein der Einzelhändler zu Gießen versammelt sich am morgigen Donners­tagabend im Kaufmännischen Vereinshaus zu einer außerordentlichen Generalversammlung. Die Ver­einsmitglieder feien auf die Anzeige in unserem heu­tigen Blatte besonders hingewiesen.

** 90 Jahre alt. Am heutigen Mittwoch, 21. August, wird Frau Philippine S ch u ch a r d t, Stephanstraße 11 wohnhaft, 90 Jahre alt. Die Ju­bilarin erfreut sich noch der besten körperlichen und geistigen Frische, sie liest täglich mit Eifer die Zei­tungen und bringt allen Begebenheiten unserer Zeit noch größtes Interesse entgegen.

** Sonntagsrückfahrkart en zu Ver- anstaltungen in Worms und Frank­furt. Zu der Wiedersehensfeier ehemaliger 118er, die vom 24. bis 26. August in Worms stattfindet, werden vom Bahnhof Gießen Sonntagsrückfahr­karten ausgegeben. Gültigkeit zur Hinfahrt vom 24. August 0 Uhr bis 25. August, zur Rückfahrt vom 24. August 12 Uhr bis 26. August 24 Uhr. Vom Bahnhof Gießen werden ferner Sonntags­rückfahrkarten mit dreitägiger Gültigkeitsdauer nach Frankfurt a. M. zu der AusstellungDie Rhein- Mainische Wirtschaft" in der Zeit vom 24. August bis 8. September ausgegeben. Für die Rückfahrt müssen die Karten von der Ausstellungsleitung ab- gestempelt fein, wenn sie Gültigkeit haben sollen.

** Sonntagsfahrkart en zum Rhein- M a i n i s ch e n M u s i k f e st in Bad-Nauheim. Anläßlich des Rhein-Mainischen Musikfestes am 23. und 24. August in Bad-Nauheim geben die Reichs­bahndirektionen Frankfurt und Kassel Sonntags­fahrkarten im Umkreis von 75 Kilometer aus.

** Ausschachtungen und Kabeloerle­gungen am Kugelberg. Das Städtische Elektrizitätswerk läßt gegenwärtig umfangreiche Ausschachtungen von Kabelgräben mit Kabelverle­gungen im StadtteilAm Kugelberg" durchführen. Es handelt sich dabei um die Schaffung einer zu­sätzlichen Stromleitung zur Verstärkung der Be­triebssicherheit in der Elektrizitätsversorgung des im Kugelberg-Bezirk neu entstehenden Stadtviertels. Ferner ist für später eine Umstellung in der dor­tigen Stromversorgung von Gleichstrom auf Wech­selstrom ins Auge gefaßt. Die Besitzer von Radio­geräten werden vor dieser Umstellung vom Elek­trizitätswerk noch rechtzeitig Nachricht erhalten.

** Ein Fahrrad in der Lahn aufge­funden. Das in der Nacht zum Montag in Heuchelheim gestohlene neue Damenfahrrad wurde von einem Gießener Studenten, der auf der Lahn paddelte, am gestrigen Dienstagabend in der Ge­markung Gießen in der Lahn liegend aufgefunden und der Gendarmerie ausgehändigt.

** Neue Lehrgänge in Stenographie und Maschinenschreiben kündigt die Orts­gruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft in unserem heutigen Anzeigenteil an. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.

Die Deutsche Arbeitsfront.

Ausschneiden und aufbewahren!

Nachstehend geben wir von den Ortsgruppen Gießen-Süd und Gießen-Nord die Dienst- stellen nebst Zellen- und Blockeinteilung bekannt. Die Mitglieder ersehen aus den Strahenzügen, zu welcher Zelle bzw. Block ihrer Ortsgruppe sie ge­hören.

Ortsgruppe G eßen-Süd.

Dienststelle: Frankfurter Straße 23, Hinterhaus. Sprechstunden: Montags und Freitags von 19 bis 21 Uhr.

Zelle 1.

Zellenwalter: Ferd. Link, Ditfonsiraße 10.

Block 1. Blockwalter: Karl Kreuzbura, Liebig- straße 99. Straßenzug: Liebigstraße 58 ms 107.

Block 2. Blockwalter: Robert Gärtner, Ludwig- ftraße 59. Strahenzüge: Liebigstraße 37 bis 57, Ludwiastraße 56 bis Ende.

Block 3. Blockwalter: Werner Adam, Welcker- straße 10. Straßenzüge: Liebigstraße 1 bis 36, Bahnhofstraße von Liebigstraße bis Ende.

Zelle 2.

Zelleawaller: DUH. Schmidt, tkbelftrahe 14.

Block 1. Blockwalter: A. Wagner, Wilhelmstrahe 1. Straßenzug: Wilhelmstrahe 1 bis 15.

Block 2. Blockwalter: Ludwig Schön, Ebelstr. 34. Straßenzug: Wilhelmstraße 16 bis 54.

Block 3. Blockwalter: Willi Ockel, Aulweg 40. Straßenzüae: Wilhelmstraße 55 bis 82, Jhering- straße, Weiherde, Welckerstraße, Güntersgraben.

Zelle 3.

Zellenwalter: Lrnst Hermann, Wilhelmstrahe 46.

Block 1. Blockwalter: Karl Becker, Ebelstraße 34. Straßenzug: Ebelstraße 20 bis Ende.

Block 2. Blockwalter: Max Heilmann, Liebig­straße 62. Straßenzug: Ebelstraße 1 bis 19, Wilson- straße.

Block 3. Blockwalter: Karl Weihrauch, Liebig­straße 64. Straßenzug: Riegelpfad.

Block 4. Blockwalter: August Fiedler, Ebelstr. 30. Straßenzug: Aulweg.

Zelle 4.

Zellenwalter: heinr. Faber, hillebrandstrahe 12.

Block 1. Blockwalter: Josef Köhler, Mittelweg 10. Straßenzüge: Mittelweg und Glaubrechtstraße.

Block 2. Blockwalter: Hans Köhler, Glaubrecht­straße 7. Straßenzüge: Hillebrandstraße, Buchner- straße, Am Steg.

Block 3. Blockwalter: Friedrich Gauterien, Frank­furter Straße 132. Straßenzug: Crednerstraße.

Zelle 5.

Zellenwalter: Karl Müller, Frankfurter Strahe 71.

Block 1. Blockwalter: Adolf Stumpf, Frankfurter Straße 132. Straßenzug: Frankfurter Straße 121.

Block 2. Blockwalter: Conrad List, Frankfurter Str. 30. Straßenzug: Frankfurter Straße 2230.

Block 3. Blockwalter: Karl Dönges, Buddestr. 9. Straßenzug: Frankfurter Straße 31 bis 69.

Block 4. Blockwalter: Hermann Wisker, Frank­furter Straße 132. Straßenzug: Frankfurter Straße 71 bis 127.

Block 5. Blockwalter: Wilh. Derhey, Frankfurter Straße 83. Straßenzug: Frankfurter Straße 128 bis Ende.

Zelle 6.

Zellenwalter: Karl Neeb, Stephansirahe 34.

Block 1. Blockwalter: Ernst Hahn, Liebigftr. 85. Straßenzug: Wetzlarer Weg 1 bis 55.

Block 2. Blockwalter: W. Werner, Aulweg 36. Strahenzüge: Hofmannftraße, Wetzlarer Weg 56 bis Ende.

Block 3. Blockwalter: Heinrich Schmidt, Klär­anlage 84. Straßenzüae: An den Bahnhöfen, An der Margaretenhütte, An der Kläranlage.

Zelle 7.

Zellenwalter: Karl Appel, Franfurter Strahe 46.

Block 1. Blockwalter: Wilh. Sehrt, Frankfurter Straße 85. Straßenzüge: Beethovenftraße, Händel- ftraße, Schubertftraße, Körnerstrahe.

Block 2. Blockwalter: Karl Knaus, Ebelstraße 10.

Straßenzug: Friedrichstraße 1 bis 30.

Block 3. Franz Arnold, Wetzlarer Weg 65. Straßenzüge: Klinikstraße, Buddestraße.

Block 4. Blockwalter: Hans Hermann Haagen, Frankfurter Straße 87. Straßenzüge: Wartweg, Am Schlangenzahl, Freiligrathstrahe.

Zelle 8.

Zellenwalter: Herrn. Freitag, Ebelstraße 16.

Block 1. Blockwalter: Albert Dechert, Liebigftr. 68. Straßenzug: Schiffenberger Weg.

Block 2. Blockwalter: Wilh. Raab, Leihgesterner Weg 126. Straßenzüge: Leihgesterner Weg 30 bis Ende, Bergwerk, Ober- und Unterhof.

Block 3. Blockwalter: Ludwig Kaletsch, Friedrich­straße 14. Straßenzug: Friedrichstraße 31 bis Ende, Leihgesterner Weg 1 bis 29.

Ortsgruppenwalter: Carl Heinrich Schmidt; stellv. Ortsgruppenwalter: Albrecht Adam.

bis

21 Uhr.

Zelle 1.

Ortsgruppe Sießen-Nord.

Dienststelle: Ederstraße (Wirtschaft Nohl).

Dienststunden: Montags und Freitags von 19

Zellenwalter Richard Mund, Sonnenstrahe 12.

Block 1. Blockwalter: Karl Euler, Kirchstrahe 13. Straßenzüae: Schulstraße, Kirchstraße.

Block 2. Blockwalter: Walter Nickel, Neuen Bäue 3.

Straßenzug: Sonnenstraße.

Block 3. Blockwalter: Heinrich Abel, Wetzsteingasse Nr. 19. Strahenzüge: Schloßgasse, Wetzsteinstraße.

Block 4. Blockwalter: Rud. Hofmann, Kirchstraße Nr. 12. Strahenzüge: Wetzsteingasse, Auf der Bach.

Block 5. Blockwalter: L. Schupp, Wetzsteingasse 8. Straßenzug: Kirchenplatz.

Zelle 2.

Zellenwalter: Otto Pipper, Marktlaubenfirahe 4.

Block 1. Blockwalter: Gustav Goltermann, Werner- wall 47. Straßenzüge: Brandgasse, Brandplatz, Lin­dengasse, Lindenplatz, Marktlaubenstrahe.

Block 2. Blockwalter: Karl Glitsch, Lindenplatz 12. Strahenzüge: Walltorstrahe 1 bis 15, Hundsgasse,

Block 3^ Blockwalter: Heinz Nickel, Neuen Bäue 3. Strahenzüge: Kanzleiberg, Kaplaneigasse, Neuen Bäue.

Zelle 3.

Zellenwalter: Karl Neuweiler, Walltorfirahe 51.

Block 1. Blockwalter: Schmidt, Hitlerwall 37. Strahenzüge: Hitlerwall, Wiesenstraße, Gutfleisch­straße.

Block 2. Blockwalter: Otto Kruse, Schottstraße 8.

ir fanden zueinander

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Roman von Klothilde v. Stegmann.

Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.)

(Schluß.)

Marlen stand blaß und zitternd da. Sie wußte überhaupt nicht mehr, was eigentlich gespielt wurde.

Karla nahm die Freundin an der Hand.

Nun komm, Marlen. Wir gehen zu dir herein und sprechen in Ruhe über alles."

Marlen machte sich von Karla frei. Sie schlug die Hände vor die Augen.

Quäle mich doch nicht so entsetzlich, Karla! Be- greife doch: ich kann nicht, ich will kein Almosen von Dietrich. Er hat mich zu schwer gekränkt. Ich kann nicht darüber hinwegkommen!"

Sehr ernst fragte Karla:

Also liebst du ihn nicht mehr?"

Da schluchzte Marlen heiß auf. Dies Schluchzen war Karla Antwort genug.

Marlen", fragte sie,willst du auch unversöhn­lich bleiben, roenn'id) dir sage, daß Dietrich bereut, und daß er krank ist?"

Marlen ließ entsetzt die Hande sinken:

Krank? Was fehlt ihm?"

Er wurde verwundet, als er zwei Verorecher dingfest machen wollte. Dieselben Verbrecher, Mar­len, die deinen Bruder um seine Erfindung betru­gen wollten. Marlen, willst du mich jetzt anhören?

Dann umfaßte sie Marlen und ging mit lhr dem Hause zu. . , ,.

Justizrat Niemann wanderte inzwischen ruhig in dem Garten auf und ab, betrachtete sich hier eine Dahlie, roch dort an den letzten Spatrosen, pflückte eine Pflaume von den tief herabhanyenden Zweigen und genoß den milden Sonnenschein. Er hatte Zeit und wußte, die Sache Dietrich Veltheims war bei Karla von Weckenroth in guten Händen.

Schließlich aber, nach einer halben Stunde Umher- wanderns, sah er bedenklich auf die Uhr. Dann trat er entschlossen in das kleine Sommerhaus und klopfte an die Zimmertür, hinter der Karla und Marlen verschwunden waren.

Entschuldigen Sie, meine Damen, wenn ich störe. Aber wenn eine von Ihnen den Nachtzug nach der Schweiz noch erreichen will, wird es

verweinte, aber selige Gesichter sahen ihm entgegen.

Beide wollen wir den Nachtzug erreichen, Herr Justizrat," sagte Karla.Nicht nur Marlen."

Marlen nickte mit feuchten Augen. Dann ging sie auf den Justizrat zu.

Können Sie mir verzechen, daß ich so unfreund­lich war?"

Justizrat Niemann lachte:

Unsereins ist Kummer gewohnt, Frau Gräfin. Die Hauptsache: die Angelegenheit meines Auftrag­gebers ist gut erledigt."

Marlen nickte mit heißen Wangen. Und dann lief sie in ihr Schlafzimmer, um bie notwendigsten Gegenstände zusammenzupacken.

Der O-Zug BerlinRom stand m der Halle des Anhalter Bahnhofs. Die letzten Reifenden ,tr,/Bitt" Platz" nehmen!" riefen die Schaffner Sie ersten Türen Waffen stch fchon mit lautem Knall.

Aus einem Schlafwagenabteil schauten Karla und Marlen. Manch wohlgefälliger Blick der Vor­übergehenden galt ihnen. Wirklich, die beiden sahen auch reizend aus, wie sie so nebeneinander lehnten. Marlen trug ein graues Pelzjäckchen, das, geöff­net, einen lichtblauen, weichen Wolljumper mit zarten, weißen und grauen Stickereien freigab. Auf dem Kopf faß ein kleines graublaues Mützchen. Die weichen blonden Haare lagen um den feinen Kopf. Die grauen Augen mit den dunklen Wim­pern strahlten wie zwei Sonnen. Neben ihr Karla in ihrer scheuen, dunklen Lieblichkeit, die durch ein sandfarbenes Reisekostüm mit braunem Iltis- besatz gehoben wurde.

Mit Karla war seit ihrer Verlobung eine merk­würdige Verwandlung vorgegangen. Der schwer­mütige Ernst in ihren Zügen war einer stillen Glück- seligkeit gewichen. Es war, als wirkte das Selbst­vertrauen, das sie durch ihren Verlobten gewon­nen, auch auf ihren körperlichen Zustand zurück. Die kleine Unebenmäßigkeit der Schultern schien ge­wichen zu sein. Auch zog sie das eine Bein kaum noch nach. Doktor Langgisser schob es auf die neue elektrische Behandlung, die er an Karla aus­probiert hatte. Aber Karla wußte es besser: Die seelische Kraft, die sie durch das Glück der Liebe gewonnen, schuf langsam die körperliche Gesundung.

Auf dem Bahnsteig stand Justizrat Niemann neben Georg Korda.

Den beiden sieht mans an, daß sie geradewegs ins Glück fahren nicht wahr, Herr Korda?" meinte er jetzt lachend.

Da nickten Marlen und Karla strahlend.

Nur schade, Georg", meinte Marlen, ,Haß ich" dich nicht rnitnehrnen kann."

Geht nicht, Marlen. Du weißt doch, wieviel es jetzt zu tun gibt."

Ein beinah entschuldigendes Lächeln ging über Georgs verträumtes Gesicht.Ich bin ja plötzlich so eine Art Wundertier geworden. Tausend Leute wollen mich nun sprechen. Immerfort muß ich antworten. Jetzt bin ich ins Ministerium bestellt, wo man über die praktische Anwendung meiner Erfindung verhandeln will. Ich weiß schon nicht, wo mir der Kopf steht. Aber schön ist es", schloß er glücklich,nun weiß man doch wieder, wozu man lebt." , .

Nun weiß man doch wieder, wozu man lebt! Diese Worte klangen in Marlens Herzen nach, als sie nun an Karlas Seite Locarno entgegenfuhr. Es war derselbe Weg, den sie schon einmal gemacht hatte damals, als sie zu ihrer Trauung mit Dietrich reifte Aber wie schwer und traurig war ihr Herz damals gewesen! Und heute? Fast glaubte sie die Fülle der Seligkeit nicht fassen zu können. Die Zeit verging ihr viel zu langsam. Ihr Herz jubelte Dietrich entgegen. Keine Sour von Bitterkeit war mehr in ihr. Sie wußte nur, alle Mißverständnisse waren geklärt. Er liebte sie, wie sie ihn liebte

Sie hatte die Umwelt ganz vergessen. Sie sah nichts von den Mitreisenden, nichts von der Land­schaft, die da draußen an ihr vorbeiflog Sie war mit ihren Gedanken schon ganz bei Dietrich Aber da war Karla, die sie energisch an die Wirklichkeit mahnte Sonst hätte Marlen wohl das Essen und Trinken vergessen. Aber Karla war ganz energisch

Das gibt es ja nun nicht", erklärte sie.Willst du" etwa blaß und elend bei Dietrich ankommen? Es wird gegessen und getrunken. Es wird gut ge­

schlafen. Ich will dich so abliefern, daß ich Ehre mit dir etnleaen kann."

Da fügte sich Marlen lächelnd. Sie wußte ja, Karla wollte nur ihr Bestes.

Der Zug sauste weiter und weiter. Die deutsche Grenze war überschritten. Die Bergwunder der Schweiz öffneten sich. Wieder ging es durch Tun­nels an schroffen Felsenwänoen vorbei, über schäumende Bergflüsse.

Das Wetter war hier in der Schweiz schon win­terlich. Schnee stiebte vom grauen Himmel. Die weiten Vorberge lagen bereits im dichten weißen Kleid. Die Bergriesen glitzerten in Eis und Kätte.

Gokdau!" rief der Schweizer Schaffner.

Marlen schaute hinaus. Dort auf einem kleinen Hügel lag das Krankenhaus, in dem Dietrich ge­wesen. Nun war er schon im Sanatorium Doktor Langgissers in Locarno.

Nun der Tunnel von Airolo. Und jetzt war Wärme und goldener Spätsommer. Die Trauben in den Laubengängen leuchteten reif und blau. Seen blitzten auf. Die ganze Landschaft war heiter, sorglos, ganz dazu angetan, glückliche Menschen noch glücklicher zu machen. Mit strahlenden Augen saß Marlen am geöffneten Fenster und schaute in die schone Welt hinaus. Bald würde sie bei Dietrich sein.

Locarno!

Ein Gewimmel von Menschen. Ein Durcheinander verschiedener Sprachen. Und dort durch die offene Bahnhofshalle sah man den See, umkränzt von den hohen Bergen.

Doktor Langgisser stand auf dem Bahnsteig. Innig begrüßte er Karla und dann Marlen.

Wie geht es Dietrich?" fragte Marlen als erstes.

Danke, viel besser! Ich glaube", ein lächelnder Blick streifte Marlens schönes, erwartungsftohes Gesicht,nun wird er schnell gesunden."

Sie gingen dem Ausgang zu. Doktor Langgisser half Marlen in seinen Wagen und stieg dann mit Karla ein. Die beiden hatten sich durch einen raschen Blick heimlich verständigt.

In schneller Fahrt ging es über den Bahnhofs- platz. Dann bog Doktor Langgisser in die winklige Stadt ein. Mit ihren bunten Gassen und vorgebau- ten Häusern, mit ihrem fröhlichen Gewimmel forg- lofer Menschen. Marlens Augen wurden größer und immer größer. War das der Weg zu dem Sanatorium? Aber das war ja das Hotel, in dem sie damals nach ihrem Hochzeitsmahl mit Dietrich gewohnt hatte.

Ehe sie zu fragen vermochte, hielt Langgisser schon, sprang heraus, öffnete den Schlag des Autos:

So, Frau Marlen, angelangt!"

Ganz verwirrt fragte Marlen:

Aber ich denke, Dietrich ist in Ihrem Sanato­

rium?"

Da lachte Doktor Langgisser.

Glauben Sie wirklich, daß Dietrich jetzt Wert auf unsere Gesellschaft legt?"

Er winkte dem Boy, der herankayr.

Das Gepäck der Frau Gräfin bitte herauf! Herr Graf Veltheim erwartet die Fvau Gräfin."

Wie im Traum ging Marlen neben dem Boy die Stufen hinauf.

Nun war sie im Vestibül. Fuhr im Fahrstuhl empor. Nun ging sie den Korridor erlang, den sie schon einmal gegangen war.

NIVEA

lW. leicht schäumend, ganz wundervoll to Geschmack.

Straßenzüge: Diezstraße, Senckenbergstraße, Land« grafenstrahe, Landgraf-Philipp-Platz, Braugasse.

Block 3. Blockwalter: Rudolf Sonntag, Brau» gaffe 2. Straßenzug: Walltorstraße 16 bis Ende.

Zelle 4.

Zellenwalter: Walter hällmayer, Steinstraße 68 Hs

Block 1. Blockwalter: Hainer, Ederstraße 14s Straßenzüge: Ederstraße, Asterweg 40 bis 48t Steinstraße 58 bis 67.

Block 2. Blockwalter: Heinrich Herbert, Lindem gaffe 18. Straßenzug: Asterweg 1 bis 35.

Block 3. Blockwalter: Bernhard Dippel, Aster« weg 72. Sttaßenzug: Asterweg 50 bis 72.

Block 4. Blockwalter: Ludwig Herbert, Astes« weg 48. Straßenzug: Steinstraße 69 bis 90.

Block 5. Blockwalter: Willi Enz, Schottstraße 31t Straßenzug: Wernerwall 47 bis 53.

Zelle 5.

Zellenwalter Ludwig Plank, Großer Steinweg 26»

Block 1. Blockwalter: Georg Schneider, Marburg ger Straße 9. Straßenzug: Marburger Straße 4 bis 22.

Block 2. Blockwalter: Karl Sommer, Marburger Straße 32. Straßenzüge: Marburger Straße 23 bis 54 und Bückingstraße.

Block 3. Blockwalter: Jakob Vogt, Schottstr. 19» Straßenzüge: Marburger Straße 56 bis 106» Friedhofsallee, Rodtberg, Am Wingert, Cranacht straße.

Block 4. Blockwalter: Otto Rühl, Steinstraße 88, Straßenzüge: Wiesecker Weg, Feuerbachstraß^ Thomastraße.

Zelle 6.

Zellenwalter: Karl Nebe, Krofdorfer Straße 17.

Block 1. Blockwalter: Otto Arnold, Lahnstraße 3» Strahenzüge: Lahnstraße, Hammstraße, Gabels« bergerstraße, Bootshausstraße, Zu den Mühlen» Witzmarer Weg.

Block 2. Blockwalter: Walter Fischer, Krofdorfer Straße 1. Straßenzug: Krofdorfer Straße.

Block 3. Blockwalter: Walter Schneider, Krof« borfer Straße 20. Straßenzüge: Schützenstraßs. Leimenkauterweg, Gleiberger Weg.

Block 4. Blockwalter: Reinhold Wirch, Krof- dorfer Straße 8. Straßenzüge: Rodheimer Straße, Schlachthofftraße, Hinter den Schiehgärten, An der Haicktt.

Zelle 7.

Zellenwalter: Frih Wäll, Steinstraße 43.

Block 1. Blockwalter: Schneider, Steinsttaßs» Straßenzug: Wernerwall 1 bis 35.

Block 2. Blockwalter: Heinrich Weigel, Schiller- strahe 19. Straßenzug: Steinstraße 1 bis 60.

Block 3. Blockwalter: Kurt Leipold, Asterweg 48s Straßenzug: Dammstraße.

Block 4. Blockwalter: Wilhelm Fischer, Weser- straße 8. Straßenzug: Schillerstraße, Im Gartfeld»

Block 5. Blockwalter: Otto Ludwig, Steinstr. 40» Straßenzug: Weserstraße.

Ortsgruppenwalter: August Horn; stellv. Ortsgruppenwalter: Frih Zutt.

Hier, bitte!"

Der Boy öffnete eine Zimmertür. Sie trug bie« selbe Nummer. Es war dasselbe Zimmer wie da« mals. Wie in einem süßen Traum befangen, schritt Marlen über die Schwelle. In der Mitt- des großen Hotelzimmers, das mit Blumen ange» füllt und erleuchtet war von der letzten Nachmit» tagsfonne, stand Dietrich. Sein Gesicht war blaß und trug noch die Spuren der überstandenen Krank« heit. In seinen Augen leuchteten unendliche Liebs und ein scheues Bangen.

Er machte einen Schritt auf Marlen zu. Danri hielt er inne.

Marlen", sagte er leise und bittend,Marlen, kannst du mir verzechen? Ist deine Liebe groß genug, Marlen?"

Er taumelte. Sein Gesicht wurde noch blasser» Ein Schwächeanfall überkam ihn.. Da lief Marlen auf ihn zu. Ganz fest hielt sie ihn mit ihren Armen. Wollte sie ihn stützen? Oder barg sie sich bei ihm? Keiner von ihnen wußte es. Leifs sagte sie:

Sprich nicht von Verzechen! Alles ist üorbeif alles ist gut, wenn ich nur bei dir fein darf!"

Der Abend war gekommen. Wieder lag ein zauberhaft silberner Mondschimmer über denH Lande und dem dunkelnden See. Auf dem großen Balkon vor den Hotelzimmern sitzen zwei Menschen eng umschlungen. Sie wissen nicht Zeit noch Raum» Sie Horen nicht die Glocken von den Türmen detz bunten Stadt, die Stunde um Stunde schlagen» Sie wissen nichts, als daß sie beieinander sind. SiS sprechen nicht. Sie werden ja noch viel, unendlich viel Zeit haben, alles zu klären, was sich zwischen ihnen aufgetürmt an Bitterkeit, Schmerz und Miß« verstehen. Diese erste heilige Stunde des Sichfin« bens wollen sie nicht mit Sprechen und Erklären entweihen. Ihr selig klopfendes Herz, bas glück« selige Leuchten in ihren Augen, ihr Hänbebruck sagt ihnen ja: Alles ist gut und niemals kann es wieder schlimm werden. Die härteste Prüfung, bie Menschenherzen etbulben konnten, baß Mißtrauen bes ßiebenben gegen ben Geliebten sie hatten es burchgekämpft. Was bas Schicksal ihnen nun auch noch bringen mochte an Schwerem: wenn sis es nur gemeinsam trugen, war es zu meistern. Das war ber Glaube, den sie gewonnen, unb ben nichts ihnen nehmen konnte!

Der Monb zog seine silberne Spur in bem wetten See. Die Lichter erglänzten an ben Ufern wie ein Märchen war bie Nacht bes Sübens, schön und unwirklich. Aber märchenhafter als alles und doch wirklich war den beiden Menschen diese schweigende Stunde, da nur ihre Herzen sprachen.

Plötzlich rieselte es golden vom Himmel. EmS Sternschnuppe und noch eine zog wie ein Gold­band, von göttlicher Hand geschlungen, über ben Himmel.

Siehst bu, Marlen? f)aft bu bir auch etwas ge« wünscht?" brach Diettich leise bas Schweigen.

Marlen sah ben geliebten Mann innig an.

Wünschen? Was bleibt noch zu wünschen, Dietrich, nun wir uns gefunben haben? Höchstens das eine, daß wir nie, nie mehr uns verlieren mögen!"

Gott gebe es!" sagte Dietrich Veltheim ernst und küßte bie Hanb seiner Frau.

Ende»