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Dr. Goebbels

Aus aller Welt

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Wie sieht es in der Wirtschaft aus?

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OerBuchwettbewerb des Arbeitsdienstes

HeichSminister Dr. Goebbels verteilt die Preise. - Auch der Deutsche grauen- arbeitsdienst Laubach mit einem Hundert-Mark-Preis bedacht.

tausende von geschulten Facharbeitern, Ingenieuren, Lehrern und Organisatoren, von Propagandisten und Journalisten, von Bühnendarstellern und Manuskriptschreibern, von Dichtern, Malern und Plastikern haben, auf die die Nation niemals ver­zichten kann, wenn sie nicht überhaupt den Rang eines Kulturvolkes verlieren will. Sie singen ihre Lieder, weil Sie damit zum Ausdruck bringen wollen: Hefter Tag nehmen wir den Spaten, abends aber wollen wir in unserem Lager auch unsere Bibliothek haben, in der wir uns in d i e unge­heuren geistigen Schätze unseres Vol­kes vertiefen können.

Auf die anbrechende politische Blütezeit wird einmal eine große kulturelle Blüte folgen, die ge­tragen wird von echten, in der Wolle gefärbten und gehorsamen Soldaten unseres Führers Adolf Hitler."

Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hier! dankte Dr. Goebbels und erklärte u. a.:Was ein guter Spaten für unsere Arbeit am Boden, das bedeutet ein gutes Buch für unsere Arbeit am jungen Deutschen, nämlich ein unentbehrliches Hilfsmittel und Werkzeug. Durch diesen Wettbewerb haben Sie, lieber Parteigenosse Dr. Goebbels, erneut bewiesen, daß Sie ein klares Verständnis für das besitzen, was der Arbeitsdienst braucht, und daß Sie ein warmes Herz haben für unsere Bestrebungen.

Dann verteilte Reichsmlnister Dr. Goebbels die Preise: ein Sonderpreis in höhe von 1000 21L fiel auf den Arbeitsgau 16/Burg Doigtsberg, Ab­teilung 4/164; zwei Preise in höhe von je 100 2IL für den Frauenarbeitsdienst entfielen an 1. Deut­scher Frauenarbeitsdienst Laubach in Oberhessen Landessielle Hessen; 2. Deutscher Frauenarbeitsdienst Schulungslager Heessen Lan­dessielle Westfalen. Von den 18 Preisen in höhe von je 100 2H. erhielt auch einen Preis der 15. Arbeitsgau 22/6asset. Thingplah 55, Gruppe221.

Dem Leiter der Reichsführerschule Potsdam, Gau­arbeitsführer krehfchmanu, überreichte Dr. Goebbels sein Bild mit persönlicher Widmung, da die Gauarbeitsschule sich außer Wettbewerb an der Lösung der Aufgabe hervorragend beteiligt hatte.

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Berlin, 20. Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing im Beisein des Reichsarbeits­führers Staatssekretär Hierl die Vertreter der preisgekrönten Abteilungen des Ar­tz e i t s d i e n st e s , die sich an einem von der Reichsschrifttumsstelle im Einvernehmen mit der Reichsleitung des Arbeitsdienstes aus Anlaß der Woche des deutschen Buches^ 1934 veranstalteten Wettbewerb unter dem KennwortD i e Lagerbücherei" beteiligt hatten. Es galt, die Frage zu beantworten:Welche Bücher würde die Arbeitsabteilung zur Bildung des Grundstockes einer Lagerbücherei anschaffen, wenn sie den B e - trag von 10 0 Mark zur Verfügung hätte und noch keine Bücher besäße". Zur Teilnahme waren die Arbeitsabteilungen und Führerschulen berech­tigt. Zur Verteilung tarnen: ein erster Preis in Gestalt einer Lagergrundbücherei im Werte von 1000 Mark und 20 weitere Preise in Form von Büchergutscheinen im Werte von je 100 Mark.

Der gesamte Welt-Warenaustausch ist von 1929 bis Ende 1934 gewaltig gesunken. Die Welteinfuhr ging von rund 150 Milliarden Mark auf rund 50 Milliarden zurück, die Aus- u h r von 136 auf 46 Milliarden. Die Schrump- ung des deutschen Außenhandels ent» pricht fast arithmetisch genau eben diesem Verfall. Im Jahre 1929 betrug die deutsche Einfuhr 13,452 Milliarden Mark, im Jahre 1934 nur 4,451 Mil­liarden Mark, im Jahre 1929 führten mir für 13,488 Milliarden Mark aus, im Vorjahre waren es nur 4,167 Milliarden Mark. Aber noch immer hat die Welt die Tatsache zu verzeichnen, daß Deutschland nach England und nach den Ver­einigten Staaten von Amerika der drittgrößte Exporteur der Welt geblieben ist, und daß wir für Rohstoffe ufw. überhaupt derzweit - befte Kunde der Welt find. In den ersten fünf Monaten des Jahres 1935 ist die Einfuhr auf 1808 Millionen gegenüber 1926 Millionen im glei­chen Zeitraum des Vorjahres, die deutsche Aus­fuhr mit 1643 gegen 1747 Millionen Mark in den ersten fünf Monaten 1934 gesunken; und auch dieser Rückgang entspricht einem weiteren Rückgang des Welthandels. Im Monat Mai hat sich die Aus­fuhr Deutschlands behauptet, wir haben einen Ausfuhrüberschuß von 4,4 Millionen Mark zu verzeichnen, während die Einfuhr weiter gedrosselt wurde. Trotz aller Devisen-Schwiengkei- ten und Verrechnungsabkommen hat sich also innerhalb der gegebenen Verhältnisse Deutschlands Ein- und Ausfuhr gut behauptet.

das deutsche Volk und seine Zukunft, wenn wir, die wir in der Vergangenheit an einer absoluten Überschätzung der geiftigen Arbeit gelitten haben, nun ins gegenteilige Extrem verfallen würden. Wir ' unterlägen der Gefahr einer vollkommenen Ver­armung unseres nationalen Daseins, wollten wir in unserem berechtigten Kampf gegen den Intellek­tualismus zugleich auch versuchen, die Intelli­genz zu treffen. Es genügt nicht allein die gute Absicht beim Aufbau eines Staates, son­dern man muß auch eine Unsumme von Wissen und Können sein Eigen nennen. Es wäre furchtbar für uns alle, wenn wir das irgend­wie unterschätzen wollten.

Das Land braucht gute Nationalsozialisten. Das sind wir auch alle. Ich hoffe zuversichtlich, daß es in Deutschland einmal eine Zeit geben wird, wo man vom Nationalsozialismus deshalb überhaupt nicht mehr zu sprechen braucht, weil er allen in Fleisch und Blut Übergebungen ist. Darüber hinaus müssen wir für unser Land Tausende und Zehn-

Die Eisenverhandlungen in Königs­winter haben zu einer grundsätzlichen Verstän- digung zwischen der Internationalen Rohstahl­exportgemeinschaft und der englischen Eisenindustrie über die Eisenausfuhr der Jreg-Länber nach Groß­britannien geführt. Viele Einzelheiten müssen frei­lich noch geregelt werden. Vor allem aber ist das in Königswinter getroffene Abkommen nur durch­führbar, wenn England feine Eifenzölle

der Ausfall von monatlich 1 bis 2 Prozent durch die steigende Binnenkonjunktur mehr als wett­gemacht wird, so können wir doch auf eine Ein- und damit bedingte Ausfuhr nicht verzichten, weil wir mit unserer Ausfuhr d i e Rohstoffe be­zahlen, die unbedingt notwendig auch zur Er­haltung und Verstärkung unserer Binnenkonjunktur sind. Die Lieferungen des Auslandes an Baum­wolle, Wolle, Metall und Erze, Kaffee und sonstige Rohstoffe und Lebensrnittel können wir nur durch Fertigwaren bezahlen, und daher ist die Frage der Veredlung von Rohstoffen für Deutschland nicht nur, sondern für die Welt von entscheidender Be­deutung. Wir haben unter dem Neuen Plan das Prinzip verfolgt, nach Möglichkeit unsere Rohstoffe von dort zu beziehen, wo man deutsche Waren abnimmt, und wir konnten und kön­nen dieses Prinzip noch weiter ausbauen, da eigent­lich ein Monopol für gewisse Rohstoffe, wie es z. B. die Vereinigten Staaten von Nordamerika vor dem Kriege besaßen, und in der Baumwolle rück­sichtslos ausbeuteten, heute nicht mehr be­steht. Wenn also Nordamerika nicht dazu übergehen sollte, feinen Schutz-Zoll-Tarif zu ermäßigen und deutsche Waren in größerem Umfange aufzunehmen, dann werden wir von den USA. auch weniger beziehen, denn die Passivität unseres Außenhandels mit den USA. ist eine der drückendsten Sorgen der deutschen Volkswirtschaft. In der letzten Zeit sind drüben Stimmen laut geworden, die unbedingt die Rolle Deutschlands als eines guten Kunden ein­sehen und für eine Erleichterung der deutschen Waren-Einfuhr in die Union stimmen. Aber prak­tisch ist noch nichts getan, und da vor allem die Finanzierung, d. h. die Kreditierung von deutschen Rohstoffbezügen im Argen liegt, wirb Deutschland sich gezwungen sehen, zum Schaden der amerikanischen Lieferanten weiter und noch stärker als bisher sich im Handelsverkehr von jenen Lieferanten abzuwenden, die jahrelang Milliarden aus dem Handel mit Deutschland ohne entsprechende Gegenleistung einnahmen.

Das große amerikanische Wirtschafts­gebiet war durch die Ungültigkeitserklärung des Nira-Programms an den Rand der An­archie geraten. Der Eigennutz des alten Wirtschafts­liberalismus schien über die planvolle Arbeit des Präsidenten Roosevelt zu triumphieren. After die Taktik des Präsidenten, den Gegnern voll und ganz die Verantwortung für die Folgen der Aufhebung des Nira-Programms» zuzuschieben, scheint Erfolg zu haften, denn sie möchten wohl die Vorteile der Ablehnung des Nira-Programms genießen, nicht aber vor dem Lande auch für die Folgen die Ver- antwortunq übernehmen. Am Montag ist nun d a s neue Nira-Gesetz in Kraft getreten, wonach eigentlich nur ein statistisches und beraten­des Jndustrieamt übrig bleibt. Die alte Gefetz- qebunq ist damit tot. Sie hatte den Zweck, die Industrie in Gruppen oder Gilden zusammenzu­fassen, die mörderische Konkurrenz auszugleichen und eine Verbindung zwischen staatlicher Kontrolle, die sich vor allem auf die soziale Gesetzgebung er­streckte und privater Selbständigkeit herzustellen. Dieses' neue Nira-System hat auch einen neuen Leiter, den Vizepräsidenten der Neuyorker Guaranty Trust Company, James O'Neill, Pfunden. Ganz abgesehen davon, daß sich zahlreiche Indu­strien bereiterklärten, freiwillig die Nira-Bestim- mungen der alten Form zu erfüllen, hatte aber Roosevelt die wichtige Waffe der 21 r b et t s b e - schaf fungskredlte in der Hand. Er hat nicht weniger als 4 Milliarden Dollar zur Verfügung, die er allein und ohne parlamentarisches Da­zwischenreden für die 48 Bundesstaaten zu Ar- beitsbeschaffungszwecken vergibt. Dadurch ubt er einen weitgehenden Einfluß auf die Deputiertenim Kapitol aus, und zunächst hat, m weiterer Ent­wicklung des Rooseveltplanes der Bundessenat eine Vorlage angenommen, wonach Dach gesell- schäften, die eine Finanzdiktatur über das amerikanische Gas, das Wasser^die Elektrizität aus- üben, beseitigt werden. Diesem ersten parla-

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Die Aktivierung des deutschen Außenhandels ist im wesentlichen auf eine weitere Senkung der Einfuhr von ßebensmitteln und in» buftriellen Fertigwaren zurückzufuhren. Die Importe von Südfrüchten, Eiern, Butter, Fischen und Kaffee sowie auch die von Textilwaren konnten beträchtlich vermindert werden. Dagegen hat sich die Einfuhr von industriellen Roh st offen ziemlich auf dem gleichen Stand wie im Vormonat gehalten. Es hat freilich eine gewiße Verlagerung der Einfuhr stattgefunden: Die von Baumwolle, Sämereieen, Aluminium, Wolle, Tierfett und Tran hat sich verringert, dafür aber hat sich die von Bau- und Nutzholz, Rohtabak, Kupfer und Papierholz erhöht. Die Veränderun­gen sind größtenteils jahreszeitlich begründet. Man gewinnt ein viel klareres Urteil über die Möglich­keiten einer Exportsteigerung, wenn man den Blick auf die Außenhandelsbilanzen einzelner Jndufttie- und Warengruppen richtet. So ist es z. B. sehr bemerkenswert, daß sich die Ausfuhr von Kraftfahrzeugen abermals um 1,5 Millionen Mark erhöht hat. Der Hauptgeschafts- führer der WirtfchaftsgruppeEisenschaffende In­dustrie", Dr. Reichert, hat kürzlich darauf hinge­wiesen, daß trotz der verschärften Schutzzollpolitik Englands die Außenhandelsbilanz der deutschen eisenschaffenden Industrie stets aktiv ge­blieben ist, und die e i f e n o e r a r b e i.1:e n b e n Industrien sogar bedeutende Ausfuhrüberschüsse erbringen konnten. Dagegen ift 3- J8- DeF der deutschen B e k l e i d u n g s l n d ust r t e wer - mäßig von 200 Millionen Mark im Jahre 1933 auf 140 Millionen Mark im Jahre 1934 gesunken. Die Rohstoffversorgung der Bekleidungsindustrie muß deshalb auch mit in erster Linie vom Aus ande un­abhängiger gemacht werden. So ist m diesen Tage von den sächsischen Baumwollspinnereien d Sächsische Spinnfaser - A G. m Chem­nitz ins Leben gerufen worben. Sie wirb auf dem Gebiete der Herstellung von Spinnfasern aus deut­schen Rohstoffen tätig sein, um.den Bedarf der deutschen Textilindustrie an ausländischer Baum wolle zu vermindern. *

Es ist wichtig, zu wissen, daß die deutsche Aus­fuhr nur etwa zehn Prozent der deutschen Guter- probuttion umfaßt. Aber wenn auch auf bu Binnen- konjunktur ein Ausfuhr-Rückgang von 10, 1« selbst oon 20 o. H. keinen besonberen Einfluß ausubt, da

wesentlich ermäßigt. Zur Klärung der noch unerledigten Fragen werden im Juli weitere Konferenzen in London und in Brüssel stattfinden. Für die deutsche Eisenindustrie kommt es natürlich in erster Linie darauf an, daß Erleichterungen für die deutsche Eisenausfuhr erzielt werden. Man hat häufig behauptet, daß auf die Verständigung der europäischen Eisenindustrien auch bald ein internationales Kohlenabkommen folgen werbe. Es bestehen bereits Absatzoereinbarungen zwischen bem englischen unb bem polnischen Steinkohlenbergbau. Ein Aufeteilung ber inter­nationalen Kohlenmärkte ist aber sehr viel schwieriger als eine Einigung über ben Eisenexport. Bis jetzt finb jebenfalls internatio­nale Kohlenverhanblungen nicht eingeleitet werben. Richtig ist zwar, baß bie englischen Steinkohlen- Probuzenten über die Einwirkungen der Pfund- abwertung auf den Kohlenexport Englands sehr enttäuscht sind. In jedem Falle bieten aber die gegenwärtigen Absatzverhältnisse, wie sie sich auf Grund der Pfundabwertung gestaltet haben, keine geeignete Grundlage für eine Aufteilung der Kohlenmärkte. Der deutsche Steinkohlenbergbau muß vielmehr bestrebt sein, seine Position auf ben Auslanbsmärkten nicht nur zu behaupten, fonbern nach Möglichkeit zu verstärken.

Der Raubmord Im Viebricher Schloßpark gesühnt.

Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Der vorn Schwurgericht in Wiesbaben am 12. Februar 1935 wegen Raubrnorbes zum Tobe unb zu bauernbem Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte verurteilte Heinrich Rost ist im Hofe des Zentralgefängniffes in Freiendietz hin- : gerichtet worben. Rost hatte am 31. Dezember , 1934 im Viebricher Schlohpark, nachdem er stundenlang am hellichten Tag in einem öffent» ; liehen Park auf ein geeignetes Opfer gelauert hatte, - eine zufällig des Weges kommende Frau mit einem Beil getötet, fie ihrer Barschaft beraubt und sich davon einen vergnügten , Sylvesterabend gemacht. Der Führer unb Reichs- ; tangier hat von feinem Begnabigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil ber Verurteilte sich durch feine Vorstrafe und feine Tat als ein überaus gemeingefährlicher Verbrecher erwie- fen hat, von dem die Volksgemeinschaft auf immer befreit werben muß.

Auch ber zweite vermißte Schweriner Knabe vergraben ansgefunden. Vermutlich ebenfalls ein Opfer des Mörders Seefeld.

In einer Schonung in Bruchholz bei Schwerin wurfoe nun auch der zweite vermißte Knabe, der Schüler Neumann aus Wismar, vergraben auf gefunden, und zwar in demselben Wald­gebiet, wo vor einiger Zeit ber erste vermißte Knabe als Leiche geborgen würbe. Der Befund ber Leiche läßt ebenfalls barauf schließen, baß auch Neumann, der zu Besuch bei Verwandten in Schwerin weilte, einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Seit etwa acht Tagen such­ten Berliner Kriminalbeamte mit Hunden systema­tisch jeden Waldteil bei Schwerin ab. Der mutmaß­liche Mörder des Knaben, Seefeld, der im Ber­liner Polizeigefängnis untergebracht war, wurde nach Schwerin geschafft, wo er an Hand der neuen Tatsache vernommen wird. Beide Knaben waren bekanntlich verschwunden, nachdem man sie zuletzt in Begleitung Seefelds gesehen hatte.

Todesurteil gegen einen Mörder.

Das Schwurgericht in Leipzig verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den 40jährigen Bruno Nietzschmann aus Leipzig - Leutzsch wegen Mordes zum Tode und wegen Sittlichkeitver­brechens zu zehn Jahren Zuchthaus. Die bür­gerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Nietzschmann hatte am 2. Oktober v. I. in seiner Wohnung in Leipzig-Leutzsch die 10jährige Sieglinde Stets ermordet.

Beginn der Berufungsverhandlung Im Mordprozeß Hauptmann.

Vor bem mit 14 Richtern besetzten höchsten Ge­richt des Staates New Jersey, bem Court of Errors and Appeals in Trenton, begann die Verhandlung über ben B e r u f u n g s a n t r a g der Verteidi­gung des wegen Ermordung des Lind- ft e r g h k i n d e s zum Tode verurteilten Bruno Hauptmann. Der Verteidiger führte zahlreiche Revisionsgründe an und behauptet vor allem, daß die Anklagebehörde im letzten Augenblick versucht hafte, unrechtmäßig vorsätzlichen Mord nachzu­weisen, nachdem sie sich vorher auf die Annahme gestützt hätte, daß das Lindfterghkind durch ben Sturz von der Leiter ums Leben gekommen fei. Weiterhin richtete der Verteidiger scharfe Angriffe gegen den Generalanwalt Wilentz und behaup­tete, die tägliche Anwesenheit Lindberghs im Ge­richt hafte die Geschworenen beeinflußt. General- anwalt Wilentz wies die Behauptungen der 23er- teibigung zurück unb ersuchte um Aufrechterhaltung bes Todesurteils, ba das Beweismaterial über­zeugend nachgewiesen habe, daß Hauptmann des Mordes schuldig sei. Die Entscheidung über ben Berufungsantrag ist in etwa drei Monaten zu er­warten.

Fernsehen über 70 Kilometer geglückt.

Währenb bisher die Reichspost Versuche im Fern­sehen vom Sender Witzleben nach Potsdam, d. h. über eine Strecke von 25 Kilometer, ausführte, hat die Reichssendeleitung am Mittwochabend die erste Fernsehstube in über 70 Kilometer Ent­fernung vom Sender Witzleben in ber Bezirks­führerschule bes NS.-Arbeitsbienstes in Gilbenhall bei Neuruppin, eröffnet. Das Programm zeigte zu- erst Silber ber Woche unb das erste deutsche Fernsehspiel. Ton- und Bildwiedergabe waren trotz der großen Entfernung erstaunlich gut. Reichs- sendeleiter Hadamovsky begrüßte über das Mi­krophon alle in ben Fernsehstuben, beren bie Reichs- jenbeleitung noch vier weitere unterhält, versam­melten Fernsehteilnehmer. Sein Gruß galt zu­nächst bem Staatssekretär Hier! unb Reichsmini­ster Dr. Goebbels. Das Fernsehen sei nicht nur in Berlin möglich, fonbern, wie biefe Fernsehstube beweise, auch weit barüber hinaus. Das reichhaltige Programm schloß mit einem Kulturfilm. Unter den Gästen befanden sich auch ein Vertreter des brasilia­nischen Staatsrundfunks und viele Angehörige der Wehrmacht, der Partei und des Arbeitsdienstes.

Flugverbindung BerlinSantiago de Chile.

Der chilenische Staatpräsident Alessandri unterzeichnete die Einflugerlaubnis für das Eon- dor-Syndikat unter der Bedingung, daß die Inbe- triebsetzung des Flugdienstes innerhalb von sechs Monaten erfolgt. Die unmittelbare deutsche

folgendes aus: Es hat sich bei diesem _ herausgestellt, daß der Arbeitsdienst

nicht nur mit der Faust, sondern auch mit dem Kopf zu arbeiten versteht. Das ist ein wun­derbares Zeichen. Denn es wäre sehr schlimm für

mentarischen Erfolg nach dem Scheitern des Nira- Gesetzes aber reihte sich ein zweiter an, dessen Be­deutung für die Vereinigten Staaten geradezu revolutionär ist. Denn der Senat hat dem gesamten Sozialoersicherungsgesetz Roosevelts zu- geftimmt, wonach also fast 20 Millionen Arbeiter sich gegen die Arbeitslosigkeit versichern und die alten Arbeiter eine Altersrente beziehen. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß dieses Gesetzgedungs- werf durch die Sanktionierung des Senats und des Repräsentantenhauses Wirksamkeit erlangt. Es stehen noch die Bankreformbill und der Umbau der Steuergesetzgebung zur Be­ratung, die vor allem bie kräftigere Heranziehung der großen Einkommen und Vermögen bezweckt, es ist also nicht zu leugnen, daß der Präsident eine gute Plattform für die Präsidentenwahlen des nächsten Jahres erlangt hat.

Flugverbindung Santiago Berlin unb umgekehrt ist bami sichergestellt. Der Flugverkehr wirb spätestens im Oktober ausge­nommen.

Von der Kieler Woche.

Im zweiten Felca-Preis-Rennen auf ber Kieler Färbe siegte bas beutsche BootJrmi" (Dr. Lubi - nus, Kiel) vorWhite Laby" (Norwegen). Damit hat sich bas beutsche Boot ebenfalls, wie tags zuvor ber ItalienerTwins", ein Anrecht auf ben Felca» Preis gesichert. Zum ersten Male ist es einem beut- sehen Boot ber 6-m-k-Klasse, feitbem Deutschland wieber in bieser Klasse auftritt, gelungen, gegen auslänbische Konkurrenz siegreich abzuschneiben. An ber Langstreckenwettfahrt KielEckernförbe um ben Preis ber Stabt Eckernförbe nahmen 46 Ausgleichs­jachten oller Gruppen teil. Den Preis ber Stabt Eckernförbe erhielt bie AusgleichsjachtSchelm" (R. Wallis, Kiel).

Reue Wirbelstürme in den Vereinigten Staaten.

Aus zahlreichen Gegenden der Vereinigten Staaten treffen weitere Nachrichten über ver­heerende Wirbelstürme ein. So wurde die Stadt Lubbock im Bezirk Grosby in Texas von einem Wirbelstrum heimgesucht, durch den zwei Personen getötet und 12 verletzt sowie eine große Anzahl von Gebäuden zerstört wurden. Auch der Ernteschaden in dem betroffenen Bezirk ist sehr groß. Ferner wurde die Stadt Frankfort in Kansas von einer Wirbelsturmkatastrophe be­troffen, durch die in dieser Stadt und in bem be­nachbarten Marysville erheblicher Sachschaben an- gerichtet würbe.

Taifun bet Formosa. 65 Fischerboote vermißt, 20 Schüler ertrunken.

Bei Dainan (Formosa) herrschte ein Taifun, ber großen Schaben angerichtet hat. Nach bis­herigen Mitteilungen ist bie am 18. Juni aus­gelaufene Fischerflottille bisher noch nicht zurück- gekehrt. Ueber 65 Fischerboote werben vermißt. Außerbem ist in ber Nähe ber Stabt Taihokka ein Boot mit 20 Schülern gekentert, bie alle e r - trunken finb. Die japanischen Küstenwachschiffe finb ausgelaufen, um bie verschwunbene Fischer­flottille zu suchen.

Schneefälle unterbrechen die Bahnverbindung zwischen Chile und Argentinien.

Infolge bes großen Schneefalles im Cor- billeren-Abschnitt ber bireften Bahnlinie Buenos Aires Santiago be Chile ist bie Bahnverbinbung zwischen beiben ßänbern zur Zeit völlig unter­brochen. Die Umleitung ber burch bie Bahn beförderten Postsachen wird, wie man erfährt, wahrscheinlich über ßa Paz erfolgen. Auf argen­tinischer sowohl wie auf chilenischer Seite sind be­reits die Arbeiten zur Freilegung der Strecke im Gange.

Zusammenstoß zwischen Flugzeug und Auto. Drei Personen getötet.

Bei den zur Zeit in der Umgebung von ßos Angeles stattfindenden ßuftmanÖDern amerikanischer ßuststreitkräfte ereignete sich ein Unglück. Bei den ßandungsmanövern raste eines der Armeeflug- zeuge in ein Auto. Die Autoinsassen, eine drei­köpfige Familie, wurden bei dem Zusammenstoß auf der Stelle getötet. Von der Mannschaft des Flugzeuges wurden drei Armeeflieger verletzt. Einer von ihnen schwebt in ßebensgesahr.

Wetterbericht

des Reichswetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der gestern früh bei uns einsetzenbe ßanbregen hielt fast ununterbrochen bis Freitagmorgen an, be­schränkte sich im wesentlichen auf bie west- unb (üb- beutschen Gebiete unb brachte fast allgemein Nieber» schlagsmengen von mehr als 10 ßiter pro Quabrat- meter, teilweise aber noch weit mehr. Die ihn ver­ursachende aufheiternde warme ßuft beginnt sich jetzt aber auch bei uns bis zum Boden durchzusetzen, so daß im wesentlichen freundliches Wetter zu erwarten ist. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt läßt aber volle Be­ständigkeit noch nicht erwarten.

Aussichten für Samstag: Vielfach auf­heiternd, warm und schwül. Neigung zu einzelnen teilweise gewittrigen Niederschlägen, schwache ßuft- bewegung.

Aussichten für Sonntag: Warm und teilweise aufheiternd, aber nicht regensicher.

ßurttemperaturen am 20. Juni: mittags 17 Grad Celsius, abends 15,7 Grad; am 21. Juni: morgens 16,5 Grad. Maximum 17,1 Grad, Minimum 11,8 Orab. Crbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Juni: abenbs 16 Grab; am 21. Juni: morgens 15,5 Grab Celsius. Nieberfchläge 11,8 mm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm ßange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich W. ßange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol, für ben übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt der Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch, unb Steinbruckerei

R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllusttierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zrst ift Preisliste Rr.2 vom 2. Just 1934 gültig.