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Oberheffen

Jahresversammlung -er Verbraucher- Genossenschast (G.E.G.) Gießen.

letzten vier Monaten aufwärtsstrebenden Mitglieder- zahlen habe der Umsatz in einzelnen Orten um 30 bis 50 d. $)., in Gießen um 10 v. H. zugenommen. Wie bisher, so könnten auch in Zukunft wieder die Genossenschaften, die in Notzeiten des Volkes für die minderbemittelten Arbeiter, Handwerker und Bauern nach dem GrundsatzEiner für alle und alle für einen" gegründet wurden, auf ihre Leistun­gen stolz sein.

Die Eröffnung der Verteilerstellen wirkte sich ein­flußreich auf die Preisregulierung aus, so daß sie über den Dienst am Mitglied hinaus segensreich für die Allgemeinheit wirkten. Diese Leistung habe auch die nationalsozialistische Regierung anerkannt. Der Dienst an der Allgemeinheit werde zahlenmäßig er­sichtlich daran, daß z. B. die Verbraucherschaft Gie­ßen in den Jahren von 1901 bis 1934 1 140 466 Mark an Rückvergütungen, in vier Jahren in 344 Fällen 8542,75 Mark Sterbegelder und im letzten Jahr an Sozialleistungen (Unterstützungen, Winter­hilfswerk usw.) 4291,86 Mark ausgezahlt habe.

Die Genossenschaften stellten aber auch einen gro­ßen volkswirtschaftlichen Wert bar; denn sie seien nicht Einzelbesitz, sondern jeder Genossenschaftler hat Anteil. Von 1914 bis 1934 seien rund 800 Mil­lionen Mark an Rückvergütungen dem Kleinver­braucher wieder zugeführt worden. In 54 Produk­tionsstätten, Fabriken usw. und rund 1200 Vertei­lungsstellen würden rund 70 000 Volksgenossen be­schäftigt. Dabei sei zu berücksichtigen, daß das Un­ternehmen die Arbeiter zu den besten Bedingungen beschäftige. Im Dezember 1934 habe Reichsminister Dr. Schacht erklärt, daß die Verbrauchergenossen­schaften an den wirtschaftlich schwächeren Kreisen des Volkes durch deren genossenschaftliche Zusam­menfassung noch Aufgaben zu bewältigen haben, bei zu lösen dem einzelnen nicht möglich wäre.

Im Schlußwort betonte Geschäftsführer Dietz, baß die Erhaltung unb ber Ausbau des Unterneh­mens nicht nur die Erhaltung großer volkswirt­schaftlicher Werte, sondern auch Arbeitsgelegenheit für Tausende von Volksgenossen bedeute.

Die Verbraucher - Genossenschaft (GEG.) Gießen hielt am Mittwoch und Donnerstag ihre Jahresver­sammlung im Eaf6 Leib ab, die eine Uebersicht über die Arbeit unb Erfolge der Genossenschaft darbot. Mit diesen Veranstaltungen war eine Leistungsschau verbunden, die einen Einblick in die vielseitige Pro­duktion und Warenlieferung des gemeinnützigen Un­ternehmens bietet. In sehr interessanter Aufmachung sind alle Gebrauchsartikel aus den eigenen Liefer­werken aufgebaut.

Bei der Abendveranstaltung am Donnerstag wer­den neben den zahlreichen Gratisproben auch Kaffee unb Kuäzen aus eigenen Beständen gereicht.

Geschäftsführer Pg. Dietz eröffnete die erste Abenboerfammlung mit freundlichen Begrüßungs­worten an die Genossenschaftler und Gäste. Er wies auf die auch in ber Gießener Verbrauchergenossen­schaft wieder ansteigenden Tendenzen in Bezug auf Mitgliederbestand und Warenumsatz hin. Hierauf sprach der Vertreter der Südwestdeutschen Ver­braucher-Genossenschaften

Werbeberater Weister (Heidelberg)

über die Aufgaben der Verbrauchergenossenschaften. Nach einem Rückblick über die letzten Jahre im Wirt­schaftsleben, das durch die Arbeitslosigkeit und durch die politischen Verhältnisse einen ungeheuren Tief­stand erreicht hatte, zeigte er diese Wirkungen bei den Genossenschaften. Di-e Verelendung der arbei­tenden Volksschichten, Not und (Entbehrung im Handwerkerstand, dazu noch die politischen Ausein­andersetzungen seien auch auf die Verbraucher­genossenschaften nicht ohne Einfluß geblieben. Erst durch die Machtübernahme durch den Nationalsozia­lismus sei mit der Auflebung des Wirtschaftslebens auch eine Besserung im Genossenschaftsleben einge­treten. Der Stellvertreter des Führers, Reichsmini­ster Rudolf Heß bestätigte, daß die Verbraucher­genossenschaften einen Teil des Wirtschaftslebens bil­den, sprach ein Verbot gegen ihre Bekämpfung und den Boykott aus unb gab ihnen bie Werbungen frei. Die Zukunftsfrage sei für sie mieber zu einer Lei­stungsfrage geworden. Neben dem namentlich in den

wahrscheinlich ber Tumzwang für Jungvolk und Hitlerjugend obligatorisch werde, voraussichtlich am kommenden 1. April in Kraft treten werde. Es sei deshalb den in Betracht kommenden jungen Leuten, bie bis jetzt bem Turnverein noch fernstehen, ber balbige Eintritt in ben Verein bringenb zu emp­fehlen. Die vom Vereinsrechner Joh. Wießner erstattete Rechnungsablage ergab einen kleinen Ueberschuß. Um ben Zöglingen ben Eintritt in ben Verein zu erleichtern, mürbe beschlossen, daß diese an Eintrittsgeld 1 RM. unb an Beitrag monatlich 20 Pfennig bezahlen sollen. Das Eintrittsgeld muß innerhalb drei Monaten nach Eintritt entrichtet, die monatlichen Beiträge sollen aber pünktlich be­zahlt werden. Der Verein zählt zur Zeit 5 Ehren­mitglieder und 54 aktive und passive Mitglieder. Nach dreimaligemSieg-Heil!" auf unseren Führer Adolf Hitler schloß ber Vereinsführer bie Ver­sammlung.

* Weitershain, 21. Febr. Der 48jährige Landwirt Heinrich Theiß von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Armes unb mußte zur Behanblung in bie Klinik nach Gießen gebracht werben.

§ Ettingshausen, 19. Feb^. Im Rahmen ber hiesigen Viehverwertungs - Genos­senschaft fanb eine Vortragsveranstaltung statt, bie von Ortsbauernführer Wilhelm I o x eröffnet würbe. Hauptabteilungsleiter Sauer (Frankfurt am Main) hielt einen aufschlußreichen Vortrag über bas Genossenschaftswesen, insbesondre über bie Viehverwertung, unb gab ber Hoffnung Ausbruck, baß sich auch Ettingshausen ber zeitgemäßen Vieh­verwertung anschließen werde. Kurze Ansprachen hielten noch Pg. Bocher (Hungen) und Pg. B o p p (Bellersheim). Die Versammlung wurde bann in ber üblichen Weise beschlossen.

t Dors-Gill, 20. Febr. Im Rathaus fanb bie Generalversammlung ber Viehkasse statt. An Stelle bes zurückgetretenen Vorstanbsmitgliebes Joh. Sarnes würbe Hermann S ch m i b t ernannt. Das Geschäftsjahr schloß mit einem beträchtlichen Reingewinn. Anschließenb hielt bie Pferbekasfe ihre Hauptversammlung ab. Der 2. Vorsitzenbe, August Weitz, gedachte zunächst bes im vergan­genen Jahre verstorbenen Ernst Kuhl, ber 20 Jahre bem Dorstanb als 1'. Vorsitzenber angehört hatte. Auf Vorschlag von Zelleiter G. Sarnes würbe ber 2. Vorsitzenbe zum 1. ernannt. Als neues Vorstanbsmitglieb würbe Heinrich W. B e n b e r bestimmt. Der Rechner Heinrich Sarnes XI. er»

an den großen Aufgaben der volksgesamlhelk miizuarbeilen.

Dagegen roanbte sich ber Ansturm ber Berufsrevo­lutionäre. In biefem Zustanb bes inneren Kampfes ber Arbeiterbewegung begann ber Weltkrieg. Der deutsche Arbeiter vom August 1914 stellte sich in bie Front bes nationalen Behaup­tungswillens unb bekannte sich zu feinem deutschen Volke. Damit vollzog sich der Durchbruch des deutschen Arbeiters durch die geistige Ueberfrem- bung; aber endgültig war biefe Entscheidung doch noch nicht. Solange in Deutschlanb bie Zügel straff- gehalten wurden, durften sich die Berufsrevolutio­näre nicht viel herausnehmen. Als aber 1916 die Zügel schlaffer wurden und dann am Boden schleif­ten, nahmen auch die Berufsrevolutionäre ihren Kampf um die Herrschaft über ben beutschen Arbei­ter roieber auf, so baß bas beutsche Volk von außen her ber Gewalt ber Feinbe unb von innen bem pro» paganbistischen Gift ber Berufsrevolutionäre erlag. Diese traten bann ihre Herrschaft über bie beutsche Arbeiterbewegung roieber an, währenb zugleich ber frembe Solbat bas deutsche Vaterland von außen niederhielt.

So wurden der Berufsrevolutionär in Deutsch­land und der fremde Soldat die Bürgen der deutschen Knechtschaft.

Unter solchen Umständen trat ber deutsche Arbeiter bie Führung bes Staates an, als er im Jahre 1918 bie Macht im Staate übernahm. Wer ben Staat unb das Volk führen will, muß sich mit ihm un­löslich verbunden fühlen, muß ihm Liebe entgegen­bringen, es mit großen Gedanken erfüllen, feine Führung als Dienst und Opfer für die Gesamtheit ansehen. Die Führer des Weimarer Staates erfüll­ten von allen diesen Forderungen nicht eine ein­zige, sie bejahten ben Staat nicht, sie liebten ihn nicht, sie erfüllten bas Volk nicht mit großen Ge­bauten, sie roaren eben staatsfeindlich.

Ihr Geist war nicht ein Geist der Liebe und der Verbundenheit, sondern Schürer des Hasses, Verneiner aller Volksverbundenheit und der aufbauenden Kräfte. Jener Weimarer Staat des Arbeiters lehnte die Ausgabe, Hüter der staatlichen Wacht zu sein, grundsätzlich ab, er stark machen wollte. Jener Staat war in den fünfzehn Jahren seines Lebens ein ein- nicht eine vorübergehende Schwäche jenes Staa­tes, sondern ein Verderbnis grundsätzlicher Art. Jener Staat wäre vom Untermenschentum ver­schlungen worden, wenn nicht Adolf Hitler durch den Sieg seiner Bewegung das Deutsche Reich und damit auch den deutschen Staat und den deutschen Arbeiter gerettet hätte.

Hier tritt uns die Größe des Werkes Adolf Hitlers besonders klar vor Augen. Durch diesen Sieg wurde auch ber proletarische Mensch durch ben arbeitertürn- lichen Menschen überwunden. In .diesem arbeiter- tümlichen Menschentum ist eine gewaltige biologische Kraftreserve vorhanden, die den Staat weiterhin ver- bürgenjoU und wird. Die Aufgabe des arbeitertüm- lichen Menschen ist nunmehr, nach seiner Befreiung von den Fesseln der Berufsrevolutionäre, sich den Zugang zu der neuen unb großen Führung des Staates zu erdienen.

Adolf Hitler hat durch die Ueberwindung des Warxismus dem deutschen Arbeiter den Weg zum Staat und zu feiner Witarbeit im Staate freigemacht. Durch Adolf Hitler hat der deutsche Arbeiter die Wöglichkeit erhalten, seine große Ausgabe für Volk und Staat zu erfüllen und in einem neuen Leben der Reise zuzuführen.

Ad Schlüsse seines Vortrages wies der Redner auf Macdonald in England, Mussolini in Italien unb auf Adolf Hitler in Deutschland hin. Diese drei Männer stiegen von unten her zur Führung ihrer Völker empor, nachdem sie in ihrem Leben die furchtbaren Gefahren und Folgen des Marxismus klar erkannt hatten und nun bemüht find, ihre Nationen vor dem Nebel des Marxismus zu bewahren.

Was wir in diesen männern sehen, ist das Wirken des Arbeiters in feiner erneuerten Form, ist der arbeitertümliche Wenfch, der vom Marxismus befreit nun als siaalsfchöpferifche Kraft in die Geschichte eintritt und ein großes Werk für die Zukunft zu vollbringen hat. Rur durch diesen arbeitertümlichen Wenschen ist die Staatsgemeinfchaft möglich und zu retten.

Dieser Aufstieg des Arbeiters zur Teilnahme an der Führung des Staates ist die Erfüllung seines Berufes, und darin sehen wir den erhabenen Willen des geschichtlich wirkenden lebendigen Gottes.

Der Vortrag wurde mit gespanntester Aufmerk- arnteit und am Schluffe mit großem Beifall ausge­nommen.

Landkreis Gießen.

* Wiefeck, 20. Febr. Der 56 Jahre alte Hein­rich Löwenstein, Bohrer von Beruf, erlitt, als er sich heute mit feinem Fahrrad nach Grünberg unterwegs befand, einen Unfall. Er kam, an­scheinend infolge eines Felgenbruchs, schwer zu Fall, erlitt eine leichte Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch und verschiedene Fleischoer- letzungen im Gesicht. Der bedauernswerte Mann, der von Kraftfahrern bewußtlos auf der Straße aufgefunden worden war, wurde zunächst nach Grünberg zum Arzt gebracht und bann in die Chi­rurgische Klinik übergeführt.

§ Mainzlar, 20. Febr. Gestern abend fand in ber hiesigen Schule ein Vortrag mit Lichtbildervor- sührung über wirtschaftliche Geflügelzucht in bäuer­lichen Betrieben statt. Der Ortsfachberater für Ge­flügelzucht, Vogel, leitete bie Versammlung. Die Kreisfachberaterin Fräulein Lanz hielt ben fesseln- ben Vortrag mit anschließenbem Anschauungsmate­rial in Lichtbildern. Mit herzlichen Worten des Dankes an bie Vortragenbe schloß ber Ortsfachbe­rater bie Versammlung.

öp Allendorf a. b. Lba., 20. Febr. Zu ber gestern in ben hiesigen Stabtwalbungen abgehalte­nen brüten diesjährigen Brennholzverstei- g e r u n g hatte sich wieberum eine stattliche An­zahl Interessenten, besonders auch von auswärts, eingefunben. Die Preise blieben etwas gegen bie» jenigen ber vorausgegangenen Versteigerungen zu­rück. Es wurden gelöst für: Buchenscheitholz 18 bis 19 RM., Eichenscheitholz 10 bis 13 RM. je 2 rm, Buchenknüppel 13 dis 14 RM., Eichenknüppel 8 bis 10 RM., Nabelknüppel 6 bis 9 RM. je 2 rm, Buchenreisholz 6 bis 8 RM., Eichenreisholz 5 bis 6 RM., Nabelreisholz 2 bis 4 RM. je 5 rm, Buchen­stöcke 12 bis 13 RM. je 2 rm. Der Sturm in ber Nacht zum Sonntag hat auch in unserer Ge­markung bedeutenden Schaben verursacht. Die Wohnhäuser unb sonstigen Gebäube finb noch einigermaßen glimpflich davongekommen, bagegen sind in den Waldungen schätzungsweise 900 bis 1000 Festmeter Stämme hauptsächlich Fichten unb Kiefern bem Orkan zum Opfer gefallen.

J_ 2111 c n b o r f a. b. Lba., 20. Febr. Am ver­gangenen Samstagabenb hielt ber hiesige Turn­verein 1 9 0 7 seine biesjährige erste General­versammlung in ber GastwirschaftZur Krone" ab. Vereinsführer Faulstich leitete die Versammlung. In der Eröffnungsansprache wies er u. a. besonders darauf hin, daß ein neues Reichsgefetz, nach dem

frühkapitalistischen Zeit eine völlig neue Welt, in der er sich naturgemäß als Ausgestoßener, als Enterbter, als von seinem Volke abgelehnter Mensch fühlen mußte und dadurch zuletzt zum Revolutionär würbe, ber bie Gemeinschaft verloren hatte.

Jene Menschen strebten bann nach einer neuen Form der Gemeinschaft, und so entstand die Arbeiterbewegung aus dem willen zur Gemein- fchaft heraus.

Bei der Betrachtung der Frage, welches Gesicht diese Gemeinschaft erhalte, berühren wir ein großes deutsches Verhängnis: das Fehlen einer durch ge­meinsames Bekenntnis und durch gleiche Ideale zu einer Einheit verbundenen gebildeten Oberschicht, die geistige Ueberfrembung des beutschen Wesens, eine Strömung, bie immer mehr vom wahren beutschen Wesen abtrieb unb sich gegen alles roanbte, was deutsch war, durch die der Berufsrevolutionär und der revolutionäre Literat entstanden, die in der Vorbereitung von Revolutionen ihre Lebensaufgabe sahen. Dazu kam in Deutschland eine Überproduk­tion an Gebildeten, ber Schlag ber unbeschäftigten Gebilbeten, bie sich übergangen fühlten unb eine aufnahmebereite Schicht für bie Gebauten ber be­rufsmäßigen Revolutionäre bilbete. Hierzu trat bann noch ber Jude, als Frembkörper im beutschen Leben, befonbers im beutschen Schrifttum auf, ber durch feinen jüdischen Geist die stärkste Spannung zu allem deutschen Denken erzeugte, das Deutsche vor dem Deutschen herabsetzte und sich immer mehr zum Wortführer des Hasses in der Arbeiterbewegung gegen alles Deutsche machte.

Bei den Arbeitern waren Menschen in Bewe­gung geraten, die lediglich gegen die härte ihres Daseins ankämpften, der Berufsrevolu­tionär aber sah in diesen Menschen nur die Mittel, um seinen haß gegen die deutsche Lebensform, gegen den deutschen Glauben und die deutsche Sitte zur Auswirkung zu bringen.

So kam es zu jener unseligen Verbindung zwischen der deutschen Arbeiterbewegung und ben Berufs­revolutionären ber Hasser. Von da ab wurde bie deutsche Arbeiterbewegung ein aufnahmebereites Gesäß für alle Haßgeoanken unb alle Haßlehren, die bie Berufsrevolutionäre systematisch in die Reihen der Arbeiter hineintrugen. So wurde er zum Feind des Staates, zum Feind der Gesell­schaft, zum Verächter des Glaubens unb aller ibealen Werte gemacht. So entstaub als bas Ge­schöpf ber Berufsrevolutionäre ber proleta­rische Mensch mit all seinen furchtbaren Eigen­schaften, weil bamals eine beutsche Oberschicht fehlte, oie sich jener Menschen in volksverbundener Ge­sinnung annahm.

In ber politischen Geschichte unseres beutschen Volkes hat es niemals einen treueren Gefolgsmann gegeben als ben Arbeiter unter feinen marxistischen Führern. Er sah Jahrzehnte lang in biefen Führern nur eble Menschen, Freunbe unb Helfer unb hatte keinerlei Mißtrauen.

Die Führer jedoch wollten diese Bewegung der Arbeiter nur zum Werkzeug ihres Hasses machen.

Sie verkündeten dem Arbeiter jahrzehntelang, daß er im Rahmen der deutschen wirtschaftlichen Ent­wicklung immer mehr ins Elend gerate, daß er Proletarier fei. Um die Jahrhundertwende herum merkten aber die Arbeiter zum ersten Male den Widerspruch zwischen den Behauptungen ihrer Führer und der tatsächlichen Entwicklung. Sie er­kannten, daß mit dem Aufschwung der deutschen Wirtschaft auch ihr Los sich gebessert hatte; sie überzeugten sich davon, daß ihr eigener Aufstieg mit bem Aufschwung der deutschen Wirtschaft zu­sammenfiel, daß eine starke Wirtschaft unter dem Schutze einer starken Staatsmacht auch zum Besten der Arbeiterschaft sich auswirke.

So entstand bei dem Arbeiter die Aeber- zeugung, daß er gegen sein eigenes Jnteresse handele, wenn er diesem Staat, der die Wirt­schaft aufblühen lieh und damit auch das Schicksal des deutschen Arbeiters zum Bessern wandle, die Wittel zur Erhaltung feiner Wacht und Gröhe verweigere. Der deutsche Arbeiter erkannte immer mehr, dah sein eigenes Ge- deiheu mit einem starken und geachteten deut­schen Staat unlöslich verbunden war.

Der Redner erinnerte dann an die schweren Kämpfe, die etwa zehn Jahre vor Ausbruch des Weltkrieges innerhalb der Arbeiterbewegung began­nen und immer heftiger wurden, weil die Berufs­revolutionäre erkannten, daß

der deutsche Arbeiter in seiner neuen Erkennt­nis der Dinge sich von ihnen loszulösen begann, der Staalsfeiudlichkeit der marxistischen Theo­retiker überdrüssig wurde und im Staat seine eigene Bestimmung und seinen Förderer sah, sich dem Volksganzen verpflichtet und verbun­den zu fühlen begann und den Wunsch hatte.

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