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Zahrestagung der Gießener SochschulgeseWaff
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Protest der Darmstädter Technischen Hochschule gegen das Schandurteil von Kowno.
Darmstadt, 18. Mai. (LPD.) Auf die Nachricht hin, daß das Todesurteil gegen d i e Memeldeutschen (das inzwischen durch einen Gnadenakt des litauischen Staatspräsidenten in lebenslängliche Zuchthausstrafen umgewandelt worden ist) von dem Obersten Tribunal in Kowno bestätigt worden und innerhalb 24 Stunden zu vollstrecken sei, versammelte sich die Darmstädter Studentenschaft, die Dozentenschaft, die Fachschaften und Teile der Hitler-
d arg die Veranstaltung mit der Wiedergabe I. S. Bachs „Polonaise" ein. Hierauf folgte Professor Dr. Reinroeiu (Gießen) der
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diesem Zweck erbauten großen Zelt bildete den Abschluß der Veranstaltung. Dabei konzertierte der Musikzug der Ortsgruppe unter Leitung des Musik- Fugführers Schleuse (Steinbach) und erntete, besonders bei den Fanfarenmärschen, lebhaften Beifall. Trotz der kühlen Witterung war der Besuch der Veranstaltung außerordentlich gut (es mögen etwa 2000 Personen gewesen sein). Das an diesem Abend Gebotene war für alle Besucher ein besonderes Erlebnis, das allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) hielt am Samstaanachmittag in der Universität in gewohnter Weise ihre Jahrestagung ab.
Im Anschluß an die interne Sitzung des Verwaltungsrates fand die Hauptversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden Dr. Mees- tnann statt. Der Versammlungsleiter erstattete zunächst den
Jahresbericht für das Jahr 1934
Zu Beginn meines Berichtes liegt mir die Pflicht ob, des Heimgangs zweier Mitglieder unseres Verwaltungsrats zu gedenken; es sind dies die Herren Professor Dr. Junkers, Dessau, und Bischof Dr. Hugo, Mainz. Die Bedeutung dieser beiden Persönlichkeiten brauche ich Ihnen nicht zu schildern, insbesondere ist der Name Junkers unlösbar verknüpft mit dem Auftchwung des gesamten Flugwesens und mit den ungeheuren Leistungen unseres deutschen Flugzeug- und Luftschiffbaues. Man kann wohl sagen, daß ohne Junkers, ohne seine Erfindungen, ohne seine unermüdliche Tatkraft Deutschland nicht die Stufe der Vollendung auf den genannten Gebieten erreicht hätte, die es anerkanntermaßen erreicht hat und die uns nicht nur in bezug auf die weitere Entwicklung unseres Luftverkehrswesens, sondern auch in Bezug auf die Abwehr etwaiger feindlicher Luftangriffe mit vollem Vertrauen erfüllen kann. Seinem warmen Interesse für unsere Hochschulgesellschaft hat Professor Junkers u. a. vor einigen Jahren durch eine namhafte Stiftung Ausdruck gegeben. Wir werden den verstorbenen Verroaltungsrats- mitgliedern stets ein dankbares Andenken be> wahren.
Aus dem Vorstand ist ferner Herr Professor Dr. Bötticher infolge seiner Berufung als Ordinarius an die Heidelberger Universität ausgeschieden. Herr Professor Bötticher hat sich um die Hochschulgesellschaft namentlich dadurch verdient gemacht, daß er während der Jahre 1926 bis 1934 das Amt eines Schriftführers mit Umsicht und Hingebung ausübte. Ihm dafür auch an dieser Stelle herzlich zu danken, ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis.
Im vorigen Jahre habe ich die Absicht des Vorstandes befanntgegeben, die Werbung von Mitgliedern in erhöhtem Maße aufzunehmen. Dies ist geschehen und hat auch insofern zu einem gewissen Erfolg geführt, als zum ersten Male wieder eine größere Zahl von (Eintritten, im ganzen 34, erfolgt ist. Leider ist aber die Zahl der Verluste erheblich größer gewesen,sie betrug 91,so daß die Gesamtzahl der Mitglieder von 549 auf 492 zurückging. Der Rückgang ist hauptsächlich auf Todesfälle und Wegzug zurückzuführen, der ungenügende Ersatz durch neue Mitglieder auf wirtschaftliche Verhältnisse. Auch haben einige größere Firmen ihre Beiträge herabgesetzt. Das durfte sich daraus erklären, daß, wenn auch die wirtschaftliche Tätigkeit dank der Maßnahmen unserer Regierung, eine starke Belebung erfahren hat, doch das gleiche nicht von den Erträgnissen gilt, und daß int übrigen die öffentlichen Abgaben und Sammlungen sowohl bei den wirtschaftlichen Betrieben, wie bei den Einzelpersonen einen breiten Raum einnehmen. Diese Erfahrung wird auch durch die Berichte anderer ähnlicher Gesellschaften wie der mistigen bestätigt. Wir werden indessen unsere Bemühungen zur Werbung neuer Mitglieder fortsetzen.
Entsprechend der Mitgliederzahl gingen auch die Beiträge zurück, und zwar von 7450 Mark int Jahre 1933 auf rund 6500 Mark im Jahre 1934. Zu diesen Einnahmen kamen Zinsen in Höhe von 1332 Mark, so daß die Einnahmen zusammen 7834 Mark betrugen. Sonderspenden gingen int abgelaufenen Jahr nicht ein.
Von den Ausgaben in der Höhe von 6969 Mark entfielen auf Bewilligungen an Universitätsinstitute 4718 Mark, die sich wie folgt verteilen: 1000 Mark an die juristische Fakultät zur Anschaffung von Literatur, 1000 Mark an Professor Dr. Zwick (Reisekostenzuschuß nach Amerika), 500 Mark an das kunstwissenschaftliche Institut zur Anschaffung eines Lexikons, 300 Mark an Frl. Lippert (Druckkostenzuschuß), 300 Mark an das Institut für rechtliche Volkskunde zur Errichtung desselben, 300 Mark an Prof. Dr. Stintzing zur Instandsetzung von Apparaten, 250 Mark an das musikwissenschaftliche Institut zur Ausgestaltung von Vorträgen, 250 Mark an die Wissenschaftliche Akademikerhilfe für Literatur, 250 Mark an die Oberhessische Gesellschaft für Naturheilkunde (Druckkostenzuschuh), 200 Mark an Prof. Stoltenberg zur Förderung einer Arbeit über Soziologie, 150 Mark an das deutsche Seminar zur Anschaffung von Literatur, 150 Mark an Dr. Schliebe (Druckkostenzuschuß), 90 Mark für den Universitätsführer, 77,80 Mark an die Universitäts- Bibliothek für ein Stammbuch und ein Zeitungsabonnement.
Für Vorträge und Versammlungen wurden 300,46 Mark ausgegeben. Es wurden drei Vorträge in Alsfeld gehalten, und zwar von den Herren Professoren Mayer, Rauch und S e s s o u s , ferner in der Hochschulgesellschaft selbst außer dem Festvortrag von Prof. Dr. Naumann (Bonn) ein sehr gut besuchter Vortrag über Atomzertrümmerung von Prof. Dr. Gehrtsen mit Experimenten im Physikalischen Institut.
Das Nachrichtenblatt hat 768,31 Mark erfordert. Um seine Herausgabe hat sich wiederum Herr Prof. Dr. Götze verdient gemacht, dem ich dafür auch an dieser Stell« danke.
den ganzen Körper so umstimmen kann. Diese Untersuchungen sind auch jetzt noch nicht abgeschlossen. Sie haben uns aber gerade in therapeutischer Hinsicht manchen Erfolg gebracht und wirkten vor allem befruchtend auf andere Forschungsrichtungen. Das nächstliegende war, daß man versuchte, durch Ver» fütterung von Schilddrüsen gegen die Unterfunktionszustände einzuwirken. Man kehrte damit zu einer Form zurück, die früher so sehr belächelt wurde: durch Verabreichung von körpereigenen Substanzen das Körpergeschehen zu verändern. Bald wurde von allen Seiten berichtet, daß es sehr oft gelingt, mit dieser Behandlungsweise dem Kranken zu helfen, ja sogar Heilungen zu erzielen. Baumann gelang bann der Nachweis, daß die Schilddrüse Jod in verhältnismäßig großen Mengen enthält, und baß es an Eiweißsubstanz gebunben vorkommt. 1918 konnte ber Amerikaner Kenbal eine wirksame jobhaltige Substanz, bas Thyroin, Herstellen. Mit biefem Mittel gelingt es, bie Unterfunkttons- zustänbe mehr ober minder zu kompensieren. Bei ber Behanblung ber Ueberfunktion war ausschlag- aebenb weit mehr rein ärztliche Beobachtung. Schon Neißer hatte vor bem Krieg mitgeteilt, baß es möglich ist, burch Verabreichung von Job in kleinen Mengen die gesteigerte Tätigkeit ber Schilbbrüse zu bämpfen. Es zeigte sich aber sehr balb, daß bas Job nicht wahllos gegeben werben kann. Auch in ben kleinsten Mengen kann es ben Organismus schwer schäbigen. Die Operation war noch bis vor zehn Jahren ein großer Eingriff. Man versuchte baher mit Röntgenbestrahlung bie Schilbbrüse zu hemmen. Auch mit biefem Verfahren gelingt es, sehr gute Erfolge zu erzielen. Der Erfolg tritt leiber erst nach längerer Zeit ein. Es bebeutete nun einen sehr großen Fortschritt, baß Plummer in Amerika bie Jobbehanblung systematisch roieber aufnahm. Das wesentlichste in seiner Beobachtungsreihe war bie Tatsache, baß bas Jod möglichst nur zur Verabreichung vor ber Operation gegeben werben muß. Wenn man in bem Augenblick operiert, wo burch bas Job bie Schilbbrüse weniger stark arbeitet, so ist bie Operation weit weniger gefährlich. Auch in anberen Länbern ist burch biefe Be- hcmblungsweise bie Sterblichkeit ber Operation sehr heruntergebrückt. Außer ber Jobvorbehcmblung ist es selbstverstänblich notwenbig, ben Kranken entsprechend kalorisch zu ernähren. Gerade bie letzten Jahre zeigen uns immer mehr, baß wahrscheinlich in ber Schilbbrüse noch anbere wirksame Bestanb- teile vorhanben sinb. Man hat nun versucht, solche wahrscheinlichen Bestanbteile zu synthetisieren und biefe Präparate therapeutisch auszuwerten. Auch bieser Weg hat schon manchen Erfolg gebracht. Vor ber wahllosen Anwenbung bes Job kann nicht genug gewarnt werben. Es scheint möglich zu fein, burch bas fog. Vollfalz darauf einzuwirken, daß ber Kretinismus seltener wirb. In ber Schweiz haben sich schon einzelne Kantone entschloßen, in gefähr* oeten Bezirken nur biefes Vollsalz auszugeben. Dis Erfahrungen finb aber noch zu kurzfristig, als baß es möglich ist, sich darüber ein definitives Urteil zu bilden.
Die Operation an ber Schilbbrüse zeigt nicht nur Unterfunktionszustänbe. Man beobachtete auch bas Auftteten einer anberen Störung, bie man schon oorbem in Wien vor allem bei Schusterlehrlingen im Frühjahr und Herbst beobachtet hatte. Es können eigenartige Krämpfe auftreten. Physiologen konnten nun zeigen, baß sich neben ber Schilb- brüfe noch kleine Gebilbe finben, bie man als Nebenschilbbrüfen bezeichnet, und daß die Herausnahme dieser Drüse bie eigenartige tetanische Störung verursacht. 1925 konnte Kollip schon geigen, baß in ben Nebenschilbbrüfen ein Hormon vorhan-, ben ist. Wenn man biefes Mittel als Ersatzmittel gibt, so gelingt es ganz leicht, bie Tetanie zu beseitigen. Trotzbem es sich um eine körpereigene Substanz hanbelt, kann eine Ueberbofierung schweren Schaben verursachen. Es kommt bann zu Störungen bes Skelettsystemes. Diese an Tieren gefunbe* nen Veränberungen gaben nun roieber eine Erklärung für ein Krankheitsbilb, bas man vom Menschen her schon kannte. Bei dieser Erkrankung finden sich Cysten im Knochen. Die Vermutung, daß diese Erkrankung durch eine Ueberfunktion ber Nebenfcyilbbrüfe bebingt fei, ließ sich auch baburch bestätigen, baß man bie Krankheit burch teilweise Entfernung ber kranken Prüfen heilen konnte.
Im Hirn.sinbet sich eine kleine Drüse, bie Hypophyse ober Hirnanhangsbrüse. Trotzbem sie sehr klein ist, kann sie bie verschiebensten Krankheiten verursachen. Hanbelt es sich um eine Ueberfunktion bes Vorberabschnittes, so beginnen plötzlich bie Extremitäten zu wachsen, es entwickelt sich bas Bild ber Agromegalie. Eine Behanblung kann geschehen burch Bestrahlung ober burch Operation. Es war bies bie erste Operation, bie am Gehirn ausgeführt würbe. Sie mürbe wegweisenb für bas neue Gebiet ber Hirn-Chirurgie. 1914 konnte Simons zeigen, baß bei einer Unterfunktion ber Drüse biä Kranken beginnen abzumagern, sie werben alt aus» sehenb, unb burch nichts gelang es bisher, bas Leiben zu bessern. Seitbem wir wissen, baß ber Ausfall ber Hypophyse bie Krankheit verursacht, gelingt es burch entsprechend Verabreichung auch biefe Störung zu bekämpfen. Die Drüse wirkt auch auf bas Genitalsystem. Wir wissen, baß nach bem (Eintritt ber Schwangerschaft sich Substanzen, bie aus der Hypophyse stammen, sehr früh im Harn nach-, weisen lassen. Mit biefem biologischen Versuch ist nun bie Möglichkeit gegeben, bie eingetretene Schwangerschaft schon sehr früh nachzuweisen und bann bei anderweitigen Krankheiten Komplikationen zu vermeiden, wie sie ja bei bem Zusammentreten vor allem von Tuberkulose unb Schwangerschaft Vorkommen. Bei ber Störung bes hinteren Abschnittes kommt es zu bem eigenartigen Bild ber Harnruhr. Diese Menschen müssen zur Stillung ihres Durstes 20 bis 30 Liter Flüssigkeit täglich trinken. Gibt man ihnen nun Extrakte ber Hirnanhangsbrüse, so verschwindet ber Durst unb nichts scheint sie vom gefunben Menschen zu unterscheiben. Die fortlaufenbe Behanblung ist nur bis jetzt burch den hohen Preis ber Präparate sehr erschwert.
Bis 1923 mußte jeber Zuckerkranke, ber in das Enbstabium hineinkam, an seinem Leiben sterben. Man hatte oorbem wohl bie Möglichkeit, biefeit schlimmen Ausgang etwas zu verhinbern unb leichte Fälle praktisch burch eine entsprechend Diät zuckerfrei zu halten. Wenn das Eoma aber eingetreten war, so gelang es mit keinem Mittel, es zum Der, schwinben zu bringen. Die (Entbecfung des Insulins aus ber Bauchspeicheldrüse hat uns nun in ben Stand gesetzt, nicht nur das (Eoma zu beseitigen, sonbern es auch zu verhüten. Theoretisch braucht keiner mehr an feinem Zuckerleiden zu sterben, aber leider stehen auch hier dem wirklichen Erfolg noch manche Schwierigkeiten gegenüber, Diele Kranke stoßen sich daran, daß bas Insulin eingespritzt werben muß, keine andere Verab- reichungsweise ist nämlich wirksam. Sie verkennen dabei ganz, baß sie wahrscheinlich ohne Insulin jetzt schon nicht mehr lebten, und daß.sie den Augenblick nicht erleben werden, wo man das
An Verwaltungskosten wurden 962,48 Mark aus- gegeben. Der Bettag wird sich im laufenben Jahr noch vermindern, kann aber unter eine gewisse Grenze nicht gesenkt werben, wenn die Geschäfte ordnungsgemäß geführt werden. Schließlich ist noch ein Posten von 120 Mark „Verschiedenes" zu erwähnen.
Im Ganzen betrugen die Ausgaben hiernach 6969,05 Mark. Verglichen mit ben Einnahmen ergibt sich ein Ueberschuß von 862,85 Mark.
Das gesamte Vermögen der Gesellschaft ist von 43 548,85 Mark Enbe 1933 auf 48 049,20 Mark gestiegen, was hauptsächlich ber Kurssteigerung einer Anzahl von Wertpapieren zu verbanken ist.
Dem Vorstanb und dem Verwaltungsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt
Bei den Wahlen wurden die aus dem Ver- roaltungsrat turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder einstimmig wiedergewählt. Neugewählt in den Verwaltungsrat wurden Oberbürgermeister Ritter (Gießen), Ministerialrat Rings- Hausen (Darmstadt) unb Bürgermeister Weyrauch (Frankfurt a. M.) als Vorsitzender bes Lanbroirtschaftlichen Genossenschaftsverbandes Rhein- Main-Neckar.
Der Dank der Universität.
Da zmn letzten Tagungsordnungspunkt „Anttäge und Anregungen" keine Wortmeldungen Vorlagen, stattete Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. P f a h l-e r im Namen der Universttät der H o ch - schulgesellschaft und ihrem Leiter Dr. Meesmann den herzlichsten Dank der Universität für die reiche unb vielfältige Förderung ab, die unserer Alma mater durch die Hochschulgesellschaft auch im verflossenen Jahre wieder zuteil wurde. Mtt diesem Dank verband er zugleich die herzliche Anerkennung der Universttät für oas rege Interesse und das starke Wohlwollen der Hochschulgesellschaft für bie Arbeit der Universttät. Damit sand die Hauptversammlung ihren Abschluß.
Die anschließende Festsitzung im Großen Hörsaal war stark besucht Nach kurzen Begrüßungs- roorten von Dr. Meesmann leitete das Collegium musicum der Universität unter Leitung des Universitäts-Musikdirektors Prof. Dr. Temes -
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mache es allen Führern zur heiligen Pflicht, über kleine Aergerniffe des Tages sich hinweg- zufehen und darüber zu wachen, daß in unserem Bunde nur Männer sind, die in unbedingter Treue zum Führer und dem nationalsozialistischen Staat stehen und selbst ehrliebende und anständige Soldaten sind.
Wir wollen bleiben, was wir waren, benn man kann nicht bem untreu werben, was einem ganzen Leben Sinn, Inhalt unb Zweck gewesen ist. Das sagte ber Führer auf dem Reichsparteitag 1934. Es gilt auch für uns!
Anschließend führte
kommiff. Ortsgruppenführer Zeltmann folgendes aus: Wenn bie Ortsgruppe Gießen des NSDFB. (Stahlhelm) heute ihre 10jährige Bestehensfeier begeht und bies in einfacher soldatischer Form, so hat sie ein Recht, stolz auf biefen Tag zu sein. Stolz ist nicht gleichbebeutenb mit Überheblichkeit, unb Ueberheblichkeit ist eine Eigenschaft, die dem Frontsolbaten fremd ist. Hat er boch als unbekannter Solbat im Felbgrauen Kleib Jahre hln- burch mehr als seine Pflicht getan, ohne baran zu denken, ob ihm Ehre und Anerkennung zuteil wird. Die Ehre des Vaterlandes, die Pflicht, Deutschland zu bienen, waren bas eherne Gesetz, bas seinem Tun unb Hanbeln Richtung unb Tiefe gaben.
Die hiesige Ortsgruppe, die vor 10 Jahren durch die Kameraden Ernst Kolb-Butzbach, Oel- bermann, Petri, Spieß (jetzt in Frankfurt a. M.) undZimmer gegründet wurde, hat sich vom ersten Tage ihres Bestehens ab den Dienst am Vaterland zum Ziele gesetzt. Und diesen Zielpunkt hat sie bis zum heutigen Tage trotz manchen Mißverstehens nicht aus dem Auge gelassen. Sie ist unter keinem Führer ; und keiner Zeit um Haaresbreite von dem Wege « abgewichen, den ihr der Dienst am Vaterland ! und an der Gemeinschaft des deutschen Volkes, < das eigne pflichtbewuhtsein und die hohe Vaterlandsliebe, die jedem Frontsoldaten im feindlichen Feuer, in Hol und Tod zum höchsten Gut wurden, vorschrieben.
Was könnte einen Frontsoldaten zu einer anderen Auffassung seiner geistigen unb ibeellen Einstellung bringen, als bas eine: Deutschland z u dienen! „Deutschland erwache" war das nicht gesprochene, aber gedankliche Ziel unseres Bundesführers Franz Seldte, als er in Magdeburg in den schlimmsten Revolutionstagen von 1918 ein kleines Häuflein Feldgrauer um sich scharte, um aus dieser Keinmzelle heraus allmählich und mit größter Zähigkeit den kranken, von undeutschen Elementen infizierten, vom Dolchstoß aus den eigenen getroffenen Dolkskörper der Eigenbesinnung und damit wieder Gesundung zuzuführen. Gleichzeitig erstand im Süden des Reiches, zu Deutschlands Glück, ihm ein Mann, unser Führer Adolf Hitler, der mit fanatischer Hingabe und mit restlosem Einsatz der eignen Person dem gleichen Ziel zustrebte und es erreichte. Das Ziel war das gleiche, die Wege oft verschieden. In wahrhaft rid)tiger Erkenntnis dieser gedanklichen (Einmütigkeit und gleichen Zielsetzung hat der verewigte Feldmarschall und Reichspräsident von Hindenburg bei jenem denkwürdigen Umschwung am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Baumeister des neuen Staatsgebäudes gemacht und in das neu entstehende monumentale Werk unferern Bundesführer Franz Seldte mit seiner feldgrauen Schar als Tragpfeller eingefügt. Und in der Umgründungsakte bes Stahlhelm hat der Führer selbst das zähe Durchhalten des Frontsoldatentums im Krieg und Frieden anerkannt.
Der Gedanke des neuen Deutschland wurde im Herzen des unbekannten Soldaten, das unter dem feldgrauen Rock schlug, geboren. Und wenn unser Führer im Laufe des geschichtlichen Erlebens des Dritten Reiches diesen Rock mit dem einfachen Braunhemd vertauschte, so weise ich darauf hin, daß er als einzigen äußeren Schmuck das Eiserne kreuz und das Verwundetenabzeichen trägt, die allein durch Einsatz der eigenen Person im größten aller kriege zu erhalten waren. Das ist unser Frontkamerad, unser Führer.
Stolz sind wir auf unsere neu erstandene Wehrmacht, die, davon sind wir überzeugt, das Schild ebenso blank und das Schwert ebenso scharf halten wird, wie Ihr es tatet. Nicht ein Instrument des Todes, der Rache und der Revanche, sondern ein Garant des Friedens soll sie fein, für die es ebenso wie für uns kein höheres Gut gibt als Ehre und Vaterland. Und gerade wir hier in Gießen sind stolz auf diese Wehrmacht.
10 Jahre Aufbauarbeit liegt hinter uns. Zu danken ist jedem, ber sich selbstlos in ben Dienst des Bunbes gestellt hat, ber nicht einen Selbstzweck verfolgte, bem bie Wiederaufrichtung eines sauberen, einigen Vaterlandes, bem bie Ehre über alles geht. Blutige Opfer hat ber Bund gebracht, lieber 300 Tote ließ er auf Deutschlands Wahlstatt, Tausende haben für bie innere und äußere Ehre des Vaterlandes in ben Jahren 1918 bis 1933 geblutet. Die Opfer sind nicht umsonst gebracht.
Wir haben heute junge Fahnen geweiht und werden den alten Fahnen den Flor abnehmen, ben sie in ber Zeit ber Schmach und Unfreiheit tragen mußten. Diesen Symbolen ber Tapferkeit und der Ehre, bie in ihren Farben schwarz-weiß-rot bie Begriffe Ernst, Glaube unb Opferbereitfchaft Der« sinnbllblichen, wollen wir treu bleiben. Wir geloben es, inbem wir rufen: Unser geliebtes deutsches Vaterland, unser Bunbesführer Franz S e l b t e, ber uns in Einigkeit, schlichter soldatischer Kameradschaftlichkeit und Treue zufammen- schloß, und unser Führer und oberster Kriegsherr, der Schöpfer bes neuen Deutschlands, Sieg Heil? Es folgten bas Deutschlandlied unb bas Horst-Wesfel-Lieb.
Oer Ausklang des Abends.
Anfchließenb würben burch bie Mitbegründer der Ortsgruppe, Kameraden Oelbermann, Petri und Zimmer
die Trauerflore von den allen Fahnen entfernt.
Kamerad Johannes Müller übermittelte sodann die Grüße und Glückwünsche der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine, unter lieber» reichung eines Bildes, einen Frontsoldaten darstellend.
Zum Schluß der offiziellen Feier ernannte Landesführer General von Mayer den Kameraden Weltmann (Gießen) zum kommissarischen Gauführer.
Ein kameradschaftliches Zusammensein in sämtlichen Räumen des Schiffendergs und in einem zu
fugend im Hofe der Technischen Hochschule zu einer machtvollen Kundgebung gegen das Urteil gegen die Memelländer. — Ein Student ergriff das Wort und gab nochmals den Inhalt des Schandurteils bekannt, das vier Menschen mit dem Tode bestrafe und viele andere zu insgesamt anderthalbtausend Jahren Zuchthaus belege. Er sagte: „W i r protestieren im Namen des ganzen deutschen Volkes gegen dieses Urteil, und wir erwarten, baß sich febe anbere Nation unserem Protest anschließt. Die Verantwortung für biefes Urteil tragen letzten (Enbes bie Signatarmächte Frankreich, (Englanb unb Italien, benn sie haben in ben letzten Jahren enblose Rechtsbrüche ber Litauer immer roieber festgestellt, es aber bei kraftlosen Protesten beroenben lassen." Er schloß seine Ausführungen mit ben Worten: .Können wir auch heute nicht losmarschieren, so rufen wir boch unseren Vrübern zu: Wir verlassen euch nicht!" Nachdem ber Gaustubentenbunbführer einige Worte gesprochen hatte unb nach einem Sieg- Heil auf ben Führer unb Reichskanzler marschierten bie Teilnehmer an ber Kunbgebung in einem Protestzug burch bie Straßen ber Stabt. Die Kunbgebung fanb bei ber Bevölkerung lebhaften Wiber- hall.
über,Neue Fortschritte in der Behandlung von inneren Krankheiten^.
Helsen unb heilen, vorbeugen unb gesund erhalten ist der Jnhall und der Zweck des ärztlichen Berufes. Es sind das auch die Pflichten, bie uns durch unseren Beruf gegenüber unseren Volksgenossen aufgelegt sind. Fortschritte m der Behandlung werben oft nur erzielbar, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt, ober das Wesen der Krankheit durch Untersuchungen deutlich wird. Es ist daher notwendig, daß ich hin unb roieber auch auf die Fortschritte ber Krankheitserkennung eingehen muß. Richtiges Erkennen ist bie Voraussetzung für eine entsprechende Behandlung. Als allerwich- tigften Fortschritt möchte ich voranstellen, daß es gerade in den letzten Jahrzehnten immer klarer geworden ist, daß der Arzt nicht bie Krankheit an sich behandett, sondern ben Kranken. Die Krankheiten haben wohl charakteristische Einzelzüge, unb es gibt für ihre Behanblung ganz bestimmte Richtlinien. Die Schilberung, die der Kranke uns gibt, ist aber nicht nur durch ben befonberen Sitz unb bie ber Krankheit eigentümliche Veränberung bedingt, sondern sie hängt in hohem Maße von ber Persönlichkeit ab. Die Persönlichkeit wirb wiederum bestimmt durch angeborene Grundeigenschaften, durch bie Wirkung ber Umgebung bes Lebens auf ben Kranken in körperlicher unb geistiger Beziehung. Der Arzt, zu bem ber Kranke geht, ist aber nun wiederum eine Person. So wenig wie es richtig ist, den Kranken zu sehen, losgelöst von allem, genau so wenig kann man bas vom Arzt verlangen. Nicht nur ber Arzt auf ben Kranken, auch jeber einzelne Kranke hinterläßt bei feinem Arzt eine mehr ober minder starke Nachwirkung. Gerade wegen der Vielseitigkeit der Vorgänge ist die Behandlungsseite besonders schwer zu lehren. Es gilt auch hier, daß das Beste nicht klar wird durch Worte. *
Seit ber Mitts des vorigen Jahrhunberts hat man zunehmend erkannt, daß den fog. Drüsen mit innerer Sekretion eine besondere Auswirkung auf das körperliche und seelische Geschehen zukommt. 1840 wurde von Basedow die Krankheit beschrieben, die auch heute noch seinen Namen trägt. (Er führte die Erscheinung mit Recht auf eine Ueberfunktion zurück. Bei den Operationsversuchen zeigte sich nun, daß nach der Operation in manchen Fällen eine Heilung zu erzielen war, daß anderseits durch die Operation Veränderungen verursacht werben, bie gerabe bas Gegenteil zeigen. Vor ber Operation kann z. B. ber Patient überaus lebhaft gewesen sein, er war stark abgemagert, hatte ein sprühenbes Temperament, unb nun wird er nach ber Operation blck, unförmig, hat eine derbe Haut, wird stumpfsinnig. Diese Zustände erinnerten an bie Kretins, bie man aus ben ©egenben, wo es
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