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pilsudskis Beisetzung in Krakau
nach Warschau zurückfuhr, präsentierte eine Ehren- Kompanie das Gewehr, während eine Kapelle die polnische Nationalhymne intonierte und das zahlreiche polnische Offizierskorps salutierte.
Laval seinerseits soll im unmittelbaren Anschluß an die Unterredung französischen Journalisten er- kl?tt haben, daß er eine sehr interessante Unterredung mit Göring gehabt habe. Er, Laval, sei stets ein Freund der unmittelbaren Fühlungnahme und Aussprache gewesen.
Anschluß an die Unterredung, um 21.10 Uhr. ver- lieh der General mit feinem Adjutanten im Sonderzug Krakau, um sich nach Warschau zu begeben. Kurz vor der Abreise unterhielt sich General Göring ln seinem Salonwagen mit dem Korpsgeneral von Krakau. Als der Zug den Bahnhof verlieh, mit dem quch der deutsche Botschafter von Moltke
Oer Führer bei der Berliner Trauerfeier für pilsudski.
Scherl-Bildmaterndienst
Auf der Stelle, von der Pilsudski noch vor wenigen Monaten selbst eine Parade abgenommen hatte, stand nun der Sarg auf einer Geschützlafette. Sämtliche Truppengattungen zogen in feierlicher Parade an dem Sarge vorüber.
In Krakau.
Krakau, 18.Mai. (DNB.) Im Mittelschiff der Marienkathedrale steht der purpurne Katafalk, der für den Sarg des Marschalls bestimmt ist. Unmittelbar vor der goldenen Kapelle mit dem Sarge des heiligen Stanislaus. Neben dem Katafalk ruht in einem prächtigen Sarkophag Polens beliebteste Königin Jdwiga. Von den Wänden hängen die berühmten kostbaren Gobelins mit Darstellungen aus der biblischen Geschichte herab. Von der Mitte des Gotteshauses hängen bis auf den Boden die schwarzen Vorhänge hernieder. Durch die hohen schmalen Fenster des Gotteshauses dringt fahles Tageslicht. Kerzen flackern um den Sarkophag. Ihr Schein vermischt sich mit dem Licht der Kerzen, die um den Katafalk des Marschalls herum aufgestellt sind. Orgeltöne brausen als die Generale den Sarg in die Kathedrale tragen und auf den hohen Katafalk stellen. Indessen erdröhnen draußen die 101 Schuß des letzten Ehrensaluts. Vor dem Hauptaltar zelebriert der Krakauer Erzbischof Für st Sapieha mit großer Assistenz die große Totenmesse. Die Gebete des hohen Geistlichen werden von den klagenden Traueraesängen der Kleriker abgelöst. Rechts neben dem Hochaltar hat der Warschauer Nuntius Marmarggi Platz genommen. Die Menge der gläubigen Trauergemeinde, die Kopf an Kopf dicht gedrängt die weiten Räume füllt, verharrt regungslos.
Unmittelbar hinter den Hinterbliebenen des Verewigten und dem Staatspräsidenten stehen dem Sarge die Männer am nächsten, die seine treuesten Kampfgefährten waren, Die Generale Rydz- Smigly und D r e s z e r, der frühere Aeiter- general der Ersten Brigade. Mit dem KrieMnini- ster K a s p r z y ck i zusammen haben sie jetzt das militärische Erbe des Marschalls zu verwalten. Für einige Minuten verstummen die Gebete und Gesänge. Die Gemeinde kniet zum frommen Gebet nieder. Dann erfüllen wieder die Gebete und die Gesänge den Raum.
Im Anschluß an die Messe führte der polnische Staatspräsident M o s c i ck y u. a. aus: „Zu den gekrönten Schatten hat sich ein Gefährte des ewigen Schlafs gesellt. Seine Schläfe schmückt keine Krone, und seine Hand trägt kein Zepter. Und dabei war er ein König über Herzen und
ein Beherrscher unseres Willens. In 50jährigem Leben voller Mühsal gewann er sich Herz für Herz, bis daß der Purpur seines geistigen Königsreiches unumschränkt sich über ganz Polen ausbreitete. Durch die Kühnheit des Gedankens, den Mut seines Wollens die Kraft feiner Taten riß er die Ketten von unfreien Händen, schmiedete Wehrlosen das Schwert, steckte die Grenzen ab und schmückte die Fahne unserer Regimenter mit ewigem Ruhm. Die von Knechtschaft Befleckten lehrte er die Ehre verteidigen, den Glauben an die eigenen Kräfte wecken, stolze Träume aus Adlerbahnen erdwärts lenken und in harte Wirklichkeit verwandeln. Er gab Polen die Freiheit, feine Grenzen, Achtung und Kraft. Durch seine Taten zündete er in allen bis an die äußersten Grenzen des Landes den Funken der Sehnsucht nach Größe, Millionen dieser Funken aber kehrten in Millionen von Herzen von Liebe entflammt zu dem zurück, der sie entzündete, bis er selbst zum Lichte ward, das sich über unser ganzes Land ergoß, zur Flamme, in der das kostbare Erz schmolz, das von nun ab für alle Zeiten in der nationalen Schatzkammer unserer moralischen Werte verbleibt.
Legionäre werden gegen Abend den Toten die schmale steinerne Treppe in die Königsgruft hinabtragen, dorthin, wo die größten Heroen der polnischen Geschichte ihren ewigen Schlaf tun. Dort wird der erste Marschall Polens neben dem Fürsten Poniatowski, den Königen Stefan Batory und Jan Sobiesky und den Dichtern Mickiewicz und Slowacki beigesetzt.
Eine Unterredung zwischen Göring und Laval.
Krakau, 18. 2HaL (DNB.) Im verlauf eines Frühstücks, das sämtliche Delegationen nach der Trauerfeier im Hotel gemeinsam einnahmen, wurde zwischen Ministerpräsident Göring und Minister Laval eine private Unterredung verabredet, in der beiderseits mit großer Offenheit alle zwischen den beiden Völkern zur Debatte stehenden Fragen erörtert wurden, ohne daß dabei auf Einzelheiten eingegangen wurde. Im unmittelbaren
Zur Stunde^ da die sterbliche Hülle des nationalen Heros polnischen Volkes im Königsschloß in Krakau zur letzten Ruhe geleitet wurde, fand in Berlin iv der St. Hedwigs - Kathedrale im Beisein des Führers und Reichskanzlers, zahlreicher Minister, des Nuntius Drj^tigo und des Diplomatischen Korps sowie der Vertreter der Wehrmacht ein feierliches Requiem statt, das von dem Dompfarrer, dem Domkapitular Msgr. Lichtenberg, zelebriert wurde. Nuntius O r f e n i g o nahm die absolutio ad tumbam vor.
Die Kathedrale hatte eine schlichte und würdige Ausschmückung erhalten. Wände und Säulen waren in tiefes Schwarz gehüllt, ebenso der bischöfliche Thron, die Bänke des Altarraumes sowie die Sessel und Betstühle des Führers und des polnischen Botschafters. Vor den Stufen des Hochaltars war der Katafalk aufgebaut, von schlichtem Blattgrün und sechs großen Leuchtern umgeben. Die N a - tionalflagge Polens, das weißrote Tuch mit dem silbernen Adler, deckte ihn. Eine Ehrenabordnung der Schutzpolizei und eine Abteilung Feldjäaerkorps bildeten am Eingang und an der Außenseite der Bänke Spalier.
Zur Rechten des Kirchenschiffes nahm das Diplomatische Korps Platz, das fast vollzählig unter Führung der Botschafter von Amerika, England, Frankreich, Italien, Japan mit den Militärattaches erschienen war. Zur Linken des Kirchenschiffes hatte die Reichsregierung ihre Plätze. Man bemerkte ferner die Gattin des Ministerpräsidenten Göring, die Chefs der Heeres- und Marineleitung, General v. Reichenau, Staatssekretär p. Bülow, Oberbürgermeister Sahm sowie zahlreiche Vertreter der Ministerien und der Partei.
Scherl-Bildmatern dienst
Punkt 11 Uhr wurde Nuntius Orsenigo vom Domkapitel in die Kirche geleitet. Kurz darauf erschien der Führer und Reichskanzler mit feinem Adjutanten, begleitet von Staatssekretär Dr. Meißner. Der polnische Botschaften L i p s k i empfing den Führer am Portal und geleitete ihn, nachdem der Führer dem Botschafter nochmals persönlich sein Beileid ausgesprochen hatte, zu seinem Platz. Dann zelebrierte der Dompfarrer Domkapitu- tar Msgr. Lichtenberg unter Assistenz der Domgeist- lichkeit das Pontifikalrequiem. Der Nuntius erteilte die Absolution am Katafalk. Darauf verließ der Führer in Begleitung des Botschafters die Kathedrale. Auf dem Wege von der Kathedrale nach der Reichskanplei wurden dem Führer lebhafte Ovationen dargebracht.
Sprechstunden der Redaktion.
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Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, kür Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DZ. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei
R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr< EiNAelvrrkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15
Mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Seit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.
[Verschiedenes |
Karl Stadler
im 60. Lebensjahre.
Gießen (Horst-Wessel-Wall 10), den 18. Mai 1935.
Oottexistenz
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Tüchtige Verkaufskraft bis 40 Jahre, von größerer Vertriebsgesellfchaft für hiesigen Festbezirk gesucht. Keine vorübergehende Existenz sondern Lebensstellung. Höchstprovision. Vorstellen mit Ausweis und Zeugnissen Dienstag, den 21. Mai 1935, von 14-16 Uhr, bei dem Organisationsleiter z. Z. Gießen, Hotel Viktoria
Heute morgen 10*/, Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber, treusorgender Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel
Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er. mäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeter« zeile veröffentlicht
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Elise Stadler, geb. Marx
Todesanzeige.
Am 19. Mai verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Hubertus Becker
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im Alter von 75 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Becker, geb. Hahn, und Kinder.
Steinbach, den 20. Mai 1935.
Die Beerdigung findet Dienstag, 21. Mai, 2% Uhr statt.
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Bekanntmachung.
Die Steuerordnung betr. die Erhebung einer Jagdsteuer im Kreise Wetzlar vom 26. März 1931 und des Nachtrages hierzu vom 16. Februar 1933, veröffentlicht im Wetzlarer Anzeiger Nr. 114 vom 18. Mai 1932 und Nr. 72 vom 25. März 1933, ist gemäß folgender Verfügung unverändert bis zum 31. März 1936 verlängert worden. 3042C
Wetzlar, den 17. Mai 1935.
Der Dottitzende des Kreisausfchuffes.
I. D.: Dr. Weiß, Regierungsrat.
Der Regierungspräsident
I 2a 1280. Wiesbaden, den 9. Mai 1935.
Die zur Ordnung bett, die Erhebung einer Jaad- steuer im Kreise Wetzlar vom 26. 3. 1931, zuletzt unter dem 5. 2.1934 — I 2a 429 — erteilte Genehnn- gung wird hiermit auf Ihren Antrag vom 21. März d. I., J.-Nr. II Steuer 1933, nebst den für die Gel- f?!n£5<™r,ber Ordnung genehmigten Nachtrag vom 14. 2.1933 bis zum 31. März 1936, und zwar rück- w'rkend vom 1. April 1935 ab gemäß § 77, Ms. 4 des LA» G. genehmigt. 1
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Zum baldigen Emtritt ein zuverlässiges 2030D
Fräulein für Büfett und Servier, gesucht. Etwas Küchenkenntnisse sind erwünscht. Schriftl. Bewerb. m.Bild sind umgehend einzureichen.
Bahnhofswlrtseh. Dillenburg. [Stellengesuche]
Aelter. Mädchen mit 9 Monate alt. Kinde, sucht Stelle, evtl, als Haushälterin für sofort. Schr.Ang. u.02192a.d.G.A.
Amtliche Bekanntmachungen aus dem Kreis Wehlar.
Bekanntmachung.
Die Steuerordnung über die Erhebung einer werlzmvachsfteuer im Kreise Wetzlar vom 7.10.1931, veröffentlicht am 23. März 1932 im Wetzlarer Anzeiger Nr. 70, ist aemäß folgender Verfügung unverändert bis zum 31. März 1936 verlängert worden.
Wetzlar, den 17. Mai 1935.
Der Vorsitzende des Kreisausfchuffes.
Dr. Weiß, Regierungsrat.
Der Regierungspräsident
I 2a 1279. Wiesbaden, den 9. Mai 1935.
Auf Ihren Antrag vom 21. März d. I., J.-Nr. II St. 1922, verlängere ich hiermit die zu der Ordnung bett, die Erhebung einer Wertzuwachssteuer im Kreise Wetzlar einschließlich der Städte Wetzlar und Braunfels vorn 7. Oktober 1931 zuletzt unter dem 29. Januar 1934 — 12a 306 — erteilte Genehmigung bis zum 31. März 1936» und zwar rückwirkend vom 1. April 1935 ab gemäß § 77, Abf. 4 K. A. G.
Im Auftrage: gez.: E n g f e r.


