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Montag, 19. August 1955

Gießener Anzeiger (General-Anzetger für Gberhesten)

Nr.!92 Drittes Blatt

Als Tages Bahre Beruf

em da-

Einweihung des HZ.-Heimes in Klein-Linden und Fahnenweihe der Ortsgruppe der NSDAP

Der Gemsengucker.

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man den Höfermayer-Sepp eines schönen mit einem gebrochenen Bein auf einer ins Dorf heruntertrug, mußte er seinen an den Nagel hängen. Aus war's mit dem

Führer und Vaterland Ausdruck gebend, brachte er das freudig aufgenommene Sieg-Heil auf den Füh­rer aus, worauf die beiden Nationalhymnen von der großen Menge gesungen wurde.

Bürgermeister Fischer

als Vertreter der Gemeinde gab einen kurzen Rück­blick auf die Entstehung des neuen HJ.-Heirnes. Auf einem ehemals fast wüsten Platze sei nun eine herrliche Erziehungsstätte der deutschen Jugend ent­standen. Er sprach dem leitenden Architekten Wil­helm Fink, sowie allen Handwerkern und Ar­beitern den Dank der Gemeinde aus und ermahnte die Jugend zur Mitarbeit am großen Werk, das heiße: 'Deutschland! Er überreichte dem Ge­bietsführer Potthoff die Schlüssel zum Heim.

Gebietsführer potthoff

richtete zunächst herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung an die Ortsgruppe, die Gemeinde und die Kreisleitung. Die Jugend, so sagte er u. a., soll diesen Dank nicht nur durch Worte, sondern durch die Tat abstatten, indem sie sich des schönen Heims würdig erweist.

Hiller-Jugend soll die Grundlage für das Be­stehen unseres Volkes darstellen. Wir wissen.

Bergführen!

Zuerst wollte er schier verzweifeln, wenn er mit­ansehen mußte, wie seine ehemaligen Kollegen mit den Touristen in der Früh abzogen, hinauf in die Rotwand, die sein ureigenstes Gebiet gewesen war, aber dann setzte sich doch sein Lebenswille durch.

Wie kann ich Geld verdienen? Der Gedanke be­herrschte ihn schließlich ganz und gar. Zum Rentner ühlte er sich noch zu jung und dann kam es ihm auch wie eine Sünde vor, alle die reichen Fremden aus aller Herren Länder, die durch sein Dorf kamen, so ganz ungeschoren ziehen zu lassen.

Eines Tages unvergeßbar in den Annalen der Ortschaft erschien also der Höfermayer-Sepp mit einem Riesenfernrohr auf dem kleinen Markt­platz, montierte es auf ein Stativ, befestigte Schild daran und setzte sich auf einen Hocker

Pg. K l o st e r m a n n bei der Weiherede.

frisches Grün und Fahnen. Die nationalsozialistischen Gliederungen unserer Gemeinde und zahlreiche aus den Nachbarorten nahmen an der Feier teil.

Der Musikzug der SA.-Standarte 116 leitete mit einem schneidigen Marsch die Feier ein und beglei­tete anschließend das gemeinsam gesungene Lied Volk ans Gewehr".

Ortsgruppenleiter Or. Erößmann

begrüßte neben den vielen Volksgenossen insbeson­dere Pg. Klo st ermann und den Gebietsführer Oberbannführer Potthoff. Er führte u. a. aus: Es scheine keine Gelegenheit günstiger, die Fahne zu weihen als an dem Tag, an welchem der Wunsch unserer Jugend, ein eigenes Heim zu besitzen, in Erfüllung gehe. Denn die Jugend solle diese Fahne einst weitertragen in die Zukunft unseres Volkes.

pg. Klostermann-Gießen

hielt die Weiherede. Er dankte der Ortsgruppe und der Gemeinde Klein-Linden für die Schaffung dieses Heimes und führte dann u. a. folgendes aus: Wenn wir, die politischen Leiter und Träger der nationalsozialistischen Weltanschauung aufgefordert werden, ein Heim zu weihen, das der deutschen Ju­gend gehört, dann tun wir das mit ganz besonde­rer Freude. Wir gedenken dabei der Zeit, als wir anfingen, Politik zu treiben. Aus den Knaben von damals sind Männer geworden, die in voller Kraft dastehen.

Von O. G Foerster.

Nicht weit von Potsdam liegt ein altes Bauern­gut das vier Jahrhunderte lang bis zum Welt­kriege Erbbesitz einer Bauernfamilie war. Don Generation zu Generation wanderte in diesem Hause ein seltsames Familienheiligtum, das neben anderen Erinnerungsstücken in einer schon ge­schnitzten Truhe aufbewahrt wurde: ein schwerer Krückstock mit einem verzierten Elfenbeingriff...

Dieser Stock gehörte einst Friedrich dem Großen, und er kam auf eine merkwürdige Weise an die Bauernfamilie. , -

Dor rund 150 Jahren fuhr der Urahn ,enes Ge­schlechts einmal mit einer schweren Kornladung nach Potsdam zum Markte. Zwei starke Pferde zogen den Wagen. Das eine aber war wild und störrisch und blieb häufig stehen Der Bauer, der rechtzeitig auf dem Markt fein wollte, wurde schließ­lich ärgerlich und half, da alles Zureden umsonst war, ein wenig mit der Peitsche nach. Doch ver­geblich das Pferd wieherte zornig und blieb Lieder stehen. Da schlug der Bauer wütend etwas

In diesem Augenblick aber fühlte er seinen Arm aufgehalten, eine feste Hand umklammerte seinen Rockärmel, und ein schwerer Stock drischt ihm un- barmherzig den Buckel.

In höchster Wut faßt der Bauer da den Peitschen- stil fester wendet sich wild um und will die Peitsche gegen den Angreifer schwingen da sieht er neben sich den König auf seinem Pferde halten, zornig mit dem Krückstock drohend und noch immer den Bauern an der Jacke festhaltend.

Dem Bauern fällt vor Schreck die Peitsche aus der Hand. Friedrich aber ruft:Ich will Ihn leh­ren Tiere zu schinden, Er Barbar! Fühlt Er nun, wie Schläge roch tun? Ein Gluck für »te arme sReftie daß ich gerade vorbeikomme. Hatte sie sonst wohl gar totgeschlagen, Er Unmensch!"

Bewiesen'Scheltworten faßt indessen der-Bauer wieder Mut, um so mehr, als er fühlt, daß der König ihm Unrecht tut, und da er selber ein hitziger Dickkopf ist, vergißt er für einen Augenblick, daß man feinem König mit Respekt begegnen soll und fährt grimmig den Komg an.Ho, ho! Herr Könia' Versuch Er es doch mal, die arme Bestie, dfe Sachen hat wie Eisen und doch nicht nom Fleck will, mit freundlichen Worten zur Raison zu bringen!"

daß noch viele Gegner da sind, wir wissen aber auch, daß eine deutsche Jugend steht, die des Vertrauens des Führers sich würdig erweist.

In der Vergangenheit gab es Zersplitterung der Jugend in viele Lager. Die Begriffe Heimat, Volk und Vaterland waren verlorengegangen. Da kam der Führer und steckte das gemeinsame Ziel: Deutschland. Adolf Hitler rottete alles aus, was hemmend im Wege war. Erst jetzt kann man wieder im freien Deutschland leben. Aus dem Ver­mächtnis der gefallenen Kameraden schöpften wir die Kraft, Deutschland und unserem Führerzudienen.

Für die am Erscheinen verhinderte Obergau- sührerin sprach deren Stellvertreterin

Elise Oaab -Lollar

herzliche Dankesworte für die Schaffung des fchö- nen Heimes. Sie zeichnete dann kurz die Wege für die Erziehung der Mädchen zur deutschen Frau.

Auch die Mädchen dürfen nicht lau sein, son- dern müssen mitarbeiten am Aufbau unseres Vaterlandes.

Den Weg bereiten mit starker Hand, immer vor­wärts schauen, nur für Deutschland leben, ist oberste Aufgabe des BDM.

Bannführer Schreiber, Bann 116 Gießen

Wortlos schraubte der Sepp fein Fernrohr aus­einander. Aber so genau man Okular und Lin­sen auch untersuchte da war nichts von Betrug und doppeltem Boden! Also mußte es doch wohl mit den Gemsen in der Rotwand seine Richtigkeit haben!

Gekränkt schraubte Sepp sein Instrument wieder zusammen und.hinkte nach Hause. Für heute war ihm die Lustt am Geldverdienen vergangen.

Am Abend machte er sich auf den Weg zum Schmalzler-Toni, dem einzigen Freund, der ihm ?eblieben war. Der hörte ihn erst wortlos an, ratzte sich dann am Kopf und meinte schließlich: Na dann, Sepp dann müssen wir eben unsere Scheibe droben in der Rotwand beweglich machen! Wir werden doch das schöne Geschäft nicht an den Nagel hängen!

Und so geschah es dann auch!

wir wollen Jünger und Apostel des Führers fein, wir haben nur dann unsere Mission er­füllt, wenn wir die Gedanken des National­sozialismus ins Volk hineingetragen haben.

Die nationalsozialistische Revolution haben wir nur zu einem Teil hinter uns. Wenn heute Gruppen und Grüppchen schädlicher Volksgenossen Sturm lausen wollen gegen die Gedanken des National- ozialismus, dann sind wir heute noch viel besser n der Lage, gründlich gegen diese Gruppen zu tehen. Wenn wir einst über Marxismus, Kommu­nismus, Kapitalismus und die gegnerische Presse Herr wurden, so können wir das heute, wo uns die Macht zur Verfügung steht, erst recht. Unsere Langmut ist keine Schwäche. Wir verlangen von den Männern, die dem Jenseits dienen, daß sie uns politisch nicht ins Gehege kommen, und rufen ihnen zu:Arbeitet ihr für das Jenseits und überlaßt uns die Arbeit für unser Reich, das auf dieser Welt gebaut werden soll." Wir werden nie zugeben, daß über einen Kampf der Konfessionen die Volks­gemeinschaft zerbricht. Wir stehen gegen Reaktionäre, haben aber die Zuversicht, daß diese Kategorie aus- fterben wird.

Wir haben die Jugend des Volkes auf unserer Selle, wir Nationalsozialisten predigen eine neue Weltanschauung, und diese ist so leicht verständlich, daß sie jeder Volksgenosse verstehen kann.

Beethoven dirigiert.

Wenn wir eine Symphonie von Beethoven an­hören, von Meisterhand dirigiert, so überfällt uns zuweilen der Wunsch, den Schöpfer dieses bezwin­genden Werkes selbst einmal auf dem Dirigentenpult zu sehen und zu vernehmen, wie er seine eigenen Wer^e auslegt. Ueber Beethovens Art zu dirigieren liegen uns verschiedene Berichte vor, die sein leiden­schaftliches Temperament auch in der Leitung des Orchesters übereinstimmend zum Ausdruck bringen. Beethoven hatte sich angewöhnt", berichtet Spohr, dem Orchester die Ausdruckszeichen durch allerlei sonderbare Körperbewegungen anzudeuten. So oft ein sforzando vorkam, riß er beide Arme, die er vorher aus der Brust kreuzte, mit Vehemenz aus- einander. Auch schrie er manchmal, um das forte zu verstärken, mit hinein, ohne es zu merken." Seyfried beschreibt Beethoven in seiner Eigenschaft als Orchesterleiter folgendermaßen:Das Dimi­nuendo pflegte er dadurch zu markieren, daß er immer kleiner wurde und beim pianissimo sozusagen unter das Taktierpult schlüpfte. So wie die Ton­massen anschwellten, wuchs auch er wie aus einer Versenkung empor, und mit dem Eintritt der ge­samten Jnstrumentalkrast wurde er, auf den Zehen­spitzen sich erhebend, fast riesengroß und schien, mit den Armen wellenförmig rudernd, zu den Wolken hinaufstreben zu wollen. Alles war in regsamster Tätigkeit, kein organischer Teil müßig, und der ganze Mensch einem perpetuum mobile vergleichbar."

noch Leute, die den Nationalsozialismus nicht ver- stehen wollen.

Wir werden das Werk des Führers vorwärts- treiben und zu Lude führen mit dieser Jugend, die jetzt heranwächst. Diese Jugend ist der Garant für den Sieg der nationalsozialistischen

Bewegung in der kommenden Feit.

Dann wird das Wort des Führers wahr werden, daß die Bewegung steht, solange es deutsche Men­schen gibt. v

Der Redner kam dann auf die Bedeutung der Hakenkreuzfahne zu sprechen. Die Fahne soll, so führte Pg. Klostermann weiter aus, das Symbol des Kampfes fein und bleiben, solange Deutsche leben. Er schloß mit dem Aufruf an die Jugend, 21 p o ft e I unseres Führers zu sein, und sein Werk in die Tat umzusetzen.

Ein Hitlerjunge sprach hierauf für sich und seine Kameraden in Form eines Fahnenspruchs das Treugelöbnis zur Fahne.

Drtegruppenieifer Or Erößmanri betonte in feiner anschließenden Ansprache, daß alle Parteigenossen beim Eintritt in die Partei gelobt hätten, der Fahne in guten und schlechten Tagen die Treue zu halten. Auch heute wollen wir, so sagte er u. a., der neuen Fahne im Gedenken an die gefallenen Kameraden Treue geloben, so daß nie wieder ein Tag der Schmach und Schande, wie im November 1918, kommen kann. Der Treue zum

r * Klein-Linden, 19. August. Von strah­lendem Sonnenschein begünstigt, wurde am gestri­gen Sonntag das durch unsere Gemeinde erbaute HI. - Heim eingeweiht. Mit der Feier verband die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, die Weihe ihrer neuen Fahne. Unser Dorf, das starken Besuch aus den Nachbarorten aufzu­weisen hatte, war mit den Fahnen des Dritten Reiches reichlich geschmückt, ein äußeres Zeichen der Verbundenheit der Einwohner mit der Partei. Auch den Festplatz und die Umgebung schmückten

schen Gaul zum Weitergehen zu bringen. Freund­liche laute Zurufe erweisen sich als ergebnislos, ebenso Zungenschnalzen und Peitschenknallen. Auch ein paar sanfte Peitschenhiebe haben keinen Erfolg. Der Gaul steht wie ein Klotz und rührt sich nicht

Unser Volk hat Aufgaben ganz besonderer Art zu erfüllen. Volk, Rasse, Blut und Boden sind uns gegeben, um unseren Zielen näher zu kommen. In unserem Volk hat nur der zu führen, der zu ühren in der Lage ist. Heute wird der, der am meisten leistet und die meisten Opfer bringt, als der beste Volksgenosse angesehen. Wir predigen die Verantwortlichkeit des einzelnen. Leistung geht uns vor Geburt, Schulbildung und Zeugnisse. Wir wollen das Leben unserer deutschen Volksgenossen sicherstellen, deshalb verlangen wir Mut und Kämpfergei st. Wir müssen den Grundsatz hoch­halten: Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Der Begriff der nationalen Ehre muß jedem eigen werden. Diese Ehre mit dem Leben zu ver­teidigen, müssen wir bereit fein. Leider gibt es heute

gab hierauf den Befehl zum Hissen der Fahnen, zu dem die Jugend das Lied anstimmteVorwärts, vorwärts..." Damit fand der Weiheakt fein Ende. Die Feier war umrahmt von Sprechchören der Jugend. v

Unter den Klängen des Mufikzuges der Stan­darte 116 nahm dann Gebietsführer Potthoff den Vorbeimarsch der Unterbanne 1/116 und IV/116 ab. , ...

Im Anschluß an die Feier gaben Angehörige des Musikzuges in dem GasthausZur deutschen Eiche" ein Konzert. Alte deutsche Armeemarsche wechselten mit ausgezeichnet vorgetragenen Konzert­tücken. Die Zuhörer liehen es an Beifall nicht fehlen.

Aus der proviuzialhaupistadt.

Jägerlatein.

Das ist die merkwürdigste Sprache der Welt! Niemand braucht sie zu lernen und doch versteht sie jeder, der sie zum ersten Male hört. Und jedem ge- ällt sie. Das geläufige Sprechen soll freilich dafür um so schwerer sein ... Dazu muß man vor allem die Jagdsprache, d. h. die ehrwürdigen und oft recht sonderbaren Fachausdrücke des Weidwerkes genau beherrschen.

Früher war man sich über die Berechtigung der Jägersprache oft strittig. Doch seitdem nun alle mög- lichen Sportarten bei uns festen Fuß gefaßt haben, hat sich das Publikum daran gewohnt, nicht nur deutsche, sondern leider auch viele fremdländische Fachworte anzuwenden. In der Jägersprache gibt es verschwindend wenige Worte, die aus einer frem­den Sprache herübergenommen sind. Um so weni­ger hat man Ursache, ihre originellen Ausdrücke zu beanstanden. Diele bedeuten geradezu eine Bereiche- rung unseres Sprachschatzes wie:Löffel" für die Ohren des Hasen,Lauf" für Tierbein,Gewehrs für die gekrümmten Hauzähne des Ebers,Lichter für die Augen der Raubtiere u. v. a.

Diese Ausdrücke werden wohl nie mehr verschwin­den, während viele andere bereits wenig angewen­det werden und der Vergessenheit anheimfallen. Die­ser interessante Vorgang ist die natürliche Folge des Entwicklungsganges, den das deutsche Weidwerk genommen hat. Einen anderen Entwicklungsgang hat das Jägerlatein eingeschlagen. Es wird immer mehr Gemeingut des deutschen Volkes. Ganz natür­lich! Das Weidwerk löst bei seinen Anhängern frohen Sinn und Humor aus, der noch nie so hoch im Werte gestanden hat, als in unseren Tagen.

Das Jägerlatein besitzt zwei klassische, der Welt­literatur angehörende Werke. Das eine sind die Er­zählungen des weiland Freiherrn v. Münchhausen, die wohl für immer unerreicht dastehen werden,

neben.

Die letzten Gemsen in der Rotwand!" Hier zu sehen!"

Mit Windeseile verbreitete es sich in der Ort­schaft, daß der Höfermayer-Sepp sich als Gemsen­gucker etabliert habe. Man wartete etwas skep­tisch ab Gemsen in der Rotwand waren näm­lich recht selten wie sich das Geschäft entwickeln würde, aber zu aller Erstaunen schien es sich ganz gut anzulassen. Besonders als der Sepp seine Reklametafel ins Englische und Französische über­setzen ließ. So mancher Gulden und Dollar und Schilling rutschte da in den Schlitz der Sammel­büchse zumal alle Neugierigen auf ihre Kosten tarnen: stets gelang es dem Sepp nach kurzem Suchen, eine Gemse vor die Linse zu kriegen? Stockstill standen sie da an einer unzugänglichen Stelle der Rotwand und ließen sich anschauen!

Allmählich fiel das auf. Irgendeiner, der bei der Artillerie gedient hatte, dachte an das Faden­kreuz, das auch immer so schön in der Mitte des Fernglases gestanden hatte ging das mit den Gemsen mit rechten Dingen zu?! Bis eines Tages die Bombe zum Platzen kam. Eine wütende Volks­menge verlangte von Sepp, daß er sein Wunder­periskop auf der Stelle zerlegte man werde ihm endlich auf die Schliche kommen!

Der König besinnt sich nicht lange, läßt sich die tfVr wrÜultOu OC0 SWlUOCL Peitsche geben und versucht nun \db\t, den störri- ' frhon fRrtiif inm M»itt>raeüen in brinaen. Rreund-

Beim Vorbeimarsch der HI.: In der Mitte im Vordergrund Pg. Klostermann, daneben rechts Gebietsführer Oberbannführer Potthoff, ganz rechts im Vordergrund Bannführer Schreiber. (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff, Gießen.)_______________________________

vom Platze.

Sieht Er nun, Herr König?" hohnlackt der Bauer.Sieht Er nun, daß hier mit schönen Redensarten nichts auszurichten ist? Er hätte besser getan, ließe Er mich mein Pferd hauen, als daß Er meinen Rücken für eine österreichische Armee hält und daraus lospaukt!"

Friedrich schaut lächelnd dem aufgeregten Bauern ins Gesicht und sagt:Mir scheint, Er hat Mutter- witz, Er Tausendsackermenter! Bitt' Er sich eine Gnade aus für die erhaltenen Schläge. Ich will sie Ihm gewähren."

Da kommt, unter dem leuchtenden Blick der Adleraugen, der Bauer zu sich und sein despektier­liches Benehmen tief bereuend, entgegnet er:Maje­stät, nehmen Sie es mir nicht übel, daß ich so hart geredet mit Eurer Königlichen Majestät. Ich bin ein wohlhabender Mann und brauche kein Geld. Aber o Euer Majestät mir eine Bitte erfüllen wollen, o bitte ich: Schenken Sie mir den Krückstock, mit dem Sie mir das Fell gegerbt haben!"

Der König schüttelt den Kopf:Hier hat Er den Stock. Aber was will Er denn mit dem?"

Aufbewahren will ich ihn, allergnädigster Herr, für Kinder und Kindeskinder, als ein Ehrenzeichen, und damit ich mich der Schläge freuen kann bis an mein Lebensende."

Er ist ein kurioser Kerl!" lacht der Fridencus. Aber nicht nur den Stock will ich Ihm für die Prügel geben Er soll auch das Vierfache für fein Korn bekommen, das Er da zum Markt fährt. Ich will gleich Leute schicken, die das Korn ab­laden und Ihm das Geld aushändigen. Und nun nehm' Er mir die Schläge nicht krumm, auch der König kann sich irren!"

Der Bauer sah bewegt dem König nach. Als er eine Stunde später auf dem Potsdamer Markt an­kam warteten schon Knechte, die sein Korn ab­luden und ihm den vierfachen Marktpreis zahlten.

Den Krückstock aber hütete der Bauer sorgsam in feiner Truhe, und wenn ihn Kinder und Enkel nach der Bedeutung dieses Andenkens fragten, dann l erzählte er ihnen, wie der große gerechte und ; kluge König ihn damit geprügelt und danach dies

Umecht wieder gutgemacht hätte, ..