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politischen Machtanspruch des Katholizismus. Un­sere Arbeit soll, wie es einer evangelischen Arbeit ziemt, mit Freimut und Liebe geschehen, und über dem Ausreihen und Verwerfen, wo es nötig ist, wollen wir nie vergessen, daß wir gesandt sind zu bauen und zu pflanzen. Das Ge­spräch mit unseren katholischen Volksbrüdern soll, auch wenn es uns die Wahrheit des Evangeliums und die Geschichte unseres Volkes oftmals als ein Kampsgespräch aufzwingt, durchklungen sein von heißer, werbender Liebe. Ich bitte alle Redner, alle Leiter der Haupt- und Zweigvereine und alle Mitglieder des Evangel. Bundes daran mitzuwir­ken, daß das Wort und Schrifttum unseres Bun­des durch Sachlichkeit und eine echte, aus der Liebe geborene Leidenschaft gekenn­zeichnet sei. 'Die gebotene Entschlossenheit und Schärfe, mit denen wir drohende Gefahren vom seelischen Leben unseres Volkes abzuwehren helfen wollen, dürfen nur Mittel fein, unser Volk vor die Entscheidung am Evangelium zu stellen.

Der Evangel. Bund ist ein Stück der evan­gelische K i r ch e und trägt ihr Schicksal mit. Er bit­tet mit allen evangelischen Volksgenossen Gott, daß er das Leid der gegenwärtigen Kämpfe umwandle in eine Erneuerung und Verjüngung der Kirche unserer Väter. Er kämpft mit um einen dauerhaften und echten Frieden, um eine Kirche der Brüderlichkeit ohne Gewalt und Gewissensbedrückung, um eine Kirche, die sich nicht a b s ch l i e ß t vom Leben des Volkes, sondern sein Schicksal zu­tiefst mit durchlebt, ihr Wort ausstreut an das ge­samte Volk und weiß, daß sie nicht um ihrer selbst, sondern um der Brüder wil­len da ist. Wir blasen zum Sammeln inmitten der Verwirrung der Geister, nicht um Kämpfe zu vermeiden, die um der Kirche und des Evangeliums willen unausweichlich sind, sondern um der Gefahr der Zersplitterung entgegenzuwirken und zu Helsen, daß das Ziel der einigen deutschen evangelischen Kirche niemals aus dem Äuge verloren wird. Wir werden nicht müde, unsere Mitglieder und alle evangelischen Volks­genossen um Hilfe auf diesem Weg zu bitten. Wir tun damit unserem Volk einen schlechthin lebens­notwendigen Dienst. Denn unser Volk darf in seinem Ringen um äußere Freiheit und innere Ge­sundung einer starken, gegenwartsnahen, einigen, evangelischen Kirche wie des täglischen Brotes. Wir stehen in bedingungsloser Treue zu diesem Rin­gen, zu dem Führer unseres Volkes, dem Gott diese unermeßliche Aufgabe auf die Schultern gelegt hat, und zum nationalsozialistischen Staat, der so vieles von dem verwirklicht und sich zum Ziel gesetzt hat, was die Sehnsucht Ungezählter in unfern Reihen war.

Mit besonderer Wärme gedenken wir der hoff­nungsvollen und schwer leidenden evangelischen Bewe­gung in Oesterreich. Es macht uns froh, die Sorgen und die Zuversicht unserer deutschen evangeli­schen Brüder drüben zu den unseren machen zu können.

Richt minder aufrichtig wissen wir uns mit dem Protestantismus der Welt, insbesondere den im Protestantischen Weltverband zusam­mengeschlossenen Kirchen und Gruppen verbunden. Was die Völker heute entzweit, und was durch Mißtrauen untereinander auch die Glaubensgemein­schaft zerstört, macht uns nicht irre in der Zuversicht auf eine Einmütigkeit des Glaubens, die menschliche und völkische Grenzen zu überbrücken vermag. Wir bitten unsere Glaubensgenossen, gerecht und sachlich gegenüber unserm Vaterland zu urteilen und gegenüber den Kämpfen unserer evangelischen Kirche nicht kleingläubig zu sein, so wenig wie wir es sind. Was in ehrlichem und leidenschaft­lichem Ringen an Geistes- und Glaubensleben in einem Volke geboren wird, ist noch immer von Segen auch für andere Völker gewesen.

Gott allein weiß, was er mit unserer Kirche und unserem Volk vorhat. Unsere Zukunft ist in seinen Händen sicher bewahrt. Uns Menschen bleibt in dieser ernsten Stunde nichts anderes, als die uns anbefohlene Ausgabe in aufrichtiger Gemeinschaft und ganzer Hingabe anzugreifen. Dafür bitte ich um das Vertrauen und die Gefolgschaft unserer Mitglieder. Wir treten gemeinsam unter das Wort

Luthers:Ich wollte auch nicht, noch wäre zu raten, daß die Sache in unserer Hand stände. Ich hab ihrer viel in meiner Hand gehabt und alle verloren, nicht eine behalten. Die Sachen aber, die ich bisher aus meinen Händen auf Ihn habe werfen können, die habe ich noch alle heil und unverletzt."

Der Führer beglückwünscht Hugenberg.

Berlin, 18. Juni. (DRB.) Der Führer und Reichskanzler hat an Reichsmi- ri i ft e r a. D. Geheimrat Hugenberg folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet:

Hochverehrter Herr Geheimrat!

Zu Ihrem heutigen 70. Geburtstage spreche ich Ihnen meine aufrichtigsten Glück­wünsche aus. Ich erinnere mich hierbei Ihrer stets treuen nationalen Gesinnung, gedenke in Anerkennung und Dankbarkeit Ihrer Mitarbeit im Dien st e des Wiederauf­baues Deutschlands.

Mit herzlichen Grüßen Ihr

Adolf Hitler."

Reichsminister Dr. Goebbels sandte an Ge­heimrat Hugenberg zu seinem 70. Geburtstag das folgende Telegramm: Zu Ihrem 70. Geburtstag übersende ich Ihnen, sehr verehrter Herr Geheim­rat, dem aufrechten Patrioten, meine herzlichsten Glückwünsche. Möge auch weiterhin Ihre ganze Kraft dem Dienst an einem freien und souveränen Deutschland gewidmet sein.

Mit Heil Hitler!

D r. Goebbels."

Reichssonnwendfeier der deutschen Jugend.

Am 23. Juni überträgt der Reichssender Hamburg als Ursender in der Zeit von 24 bis 0.30 Uhr aus der Lübecker Bucht unter dem TitelNächtliche Feierstunde der HI." die Sonnwendfeierder deutschenJugend. Den Höhepunkt dieser Feier bildet eine Rede des Reichsjugendführers, die von Darbietungen mehrerer HJ.-Spielfcharen aus dem Reich umrahmt wird. Die Sendung wird vom ge­samten Deutschen Rundfunk übernommen.

Das Programm des tschechoslowakischen Kabinetts Makypetr.

Prag, 18.Juni (DNB.) Nach Konstituierung der neugewählten Nationalversammlung legte Mi­nisterpräsident Malypetr das Programm der neuen Regierung dar. Die Regierung werde folgerichtig auf der bisherigen Politik der staatlichen und nationaltschechischen Ein­heit beharren und die Dezentralisation der Ver­waltung nach den praktischen Bedürfnissen fortsetzen. In der auswärtigen Politik werde die Regierung die bisherigen Richtlinien weiter be­folgen. Die bundesgenösfischen Beziehungen der Tschechoslowakei zu Frankreich und zu den Staaten der Kleinen Entente seien durch nichts erschüttert. Das Ziel der Verwirklichung des Ost - und mitteleuropäischen Pak- t e 5 werde weiter verfolgt werden. Es sei zu hoffen, daß die Tschechoslowakei auf diesem Wege zu einem endgültigen freundschaftlichen Verhältnis zu Polen und zu einem guten, auf dauernden Frieden und dauernder Zusammenarbeit gegründeten Verhältnis zu ihrem größten Nachbarn, zu Deutsch­land, gelangen werde.Unsere Politik ist eine Politik des Friedens und wird eine Politik des Friedens bleiben. Wir wissen jedoch, daß neben der Friedenspolitik, die wir grundsätzlich und folge­richtig verteidigen, es auch notwendig ist, daß wir auf schlechte Zeiten vorbereitet fein müssen und unseren Staat zu verteidigen imstande sind."

Oie Kieler Woche.

Am zweiten Wettfahrttag der Kieler Woche wurde das Rennen der AusgleichsjachtenRund um Fehmarn" ausgetragen. Die Boote, insge­samt 32, waren in mehreren Startgruppen auf ihre lange Reise geschickt worden. Der frische südwest­liche Wind ließ einen schnellen Verlauf dieser Wett­fahrt zu. Den Jachten war es freigestellt, die-Insel

Fehmarn rechts oder links herum zu umfahren, so daß sich für den einzelnen Jachtenfahrer eine schwere Wahl ergab. Die Jachten, die außen herum um Feh­marn gegangen waren, schienen das bessere Teil erwählt zu haben. Von ihnen kamSlfta' (Kriegs­marine) als erstes Boot, wieder im Kieler Hafen an. Nach den vorliegenden Ergebnissen hat diese Wettfahrt ihren Zweck voll erfüllt, den Ausgleichs­seglern während der Kieler Woche genügend Ge­legenheit zu geben, neben reinem Rennregattasport auch ihr seemännisches Können zu beweisen. Trotz der teilweise recht harten Brise ereigneten sich keine nennenswerten Havarien. Nur das BootPaul Bennecke" zerriß sich sein Segel während der Fahrt.

Der dritte Tag hat mit seiner noch immer süd­westlichen Brise ein tadelloses Segelwet- t e r mit sich gebracht. Die Straßen Kiels, die schon seit dem Beginn der Marine-Volkswoche in Flaggen­schmuck stehen, hatten aus Anlaß der Reinsdorfer Katastrophe halbmast gesetzt. Auch am Olympia­hafen sind die Fahnen der zehn Nationen an den hohen Masten auf Halbmast gesetzt worden. Der Preis des Reichskriegsministers in der 50 Quadrat- meter-Seefahrtsklasse ist bereits durch den zweima­ligen Sieg des Bootes der KriegsmarineSeebär" (Öblt.z.S. Lo o f) entschieden. Auf der Wettfahrt der 8-M-R-Klasse dürfte die Entscheidung fallen um den Pokal des Reichsministers für Volksaufklä­rung und Propaganda, nachdem sichOlympia" Berlin undVaterland" Stettin bereits Anrechte darauf errungen haben. Gegen starke deutsche und holländische Konkurrenz konnte am dritten Tage der Kieler Woche in der Internationalen Star- klassePimm" (H ü t s ch l e r, Hamburg) mit einem weitüberlegenen Sieg (11 Minuten vor dem zwei­ten Preisträger Bremen, Alfers Wyc) ein Jahres­anrecht auf den Preis des Deutschen Seglerverban- des in der Internationalen Starklasse erringen. Im Vorjahr hatte das schwedische BootSunshine" diesen Preis gewonnen.

Die Verteilung der Klassenpreise, insbesondere der Sonderpreise von der Wettfahrt rund um Feh­marn im Rahmen der Kieler Woche zeigte folgen­des Bild: In der größten Gruppe siegte'die Jacht der Wassersportlichen VereinigungAlter Korps­studenten" BerlinEttsi IV" knapp vorAsta" (Ka­pitänleutnant R e i ch m a n n, Kriegsmarine). _ Den für die absolut schnellste Jacht ausgesetzten Cuttern Pipe-Preis errangAsta", die als erstes Boot die Ziellinie passierte. In der Gruppe B nahmen mehrere Jachten aus Ostpreußen und Danzig teil. Der Sieger dieser Gruppe, der den Preis dieser Klasse errang, warNirwana" (Danzig). In der Gruppe C1 warKläre" (Grammersdorf, Kiel) Siegerin. Die von der Nordseewoche her be­kannte AusgleichsjachtKaptain Harm" (H a l t er­mann, Hamburg) wurde vonSeeadler" (Flens­burg) als dem Sieger dieser Klasse, geschlagen. In der mit sieben Booten besetzten Gruppe E war Seeadler" (DBS., Warnemünde) siegreich.Carla" (Danzig) erhielt den zweiten Klassenpreis. Gruppe H stellte inSwawa IV" (Tegeler See) den Sieger. Die Sieger der folgenden Gruppen K, L, M und N waren folgende:Atalanta" (Weser- Jachtklub, Bremen),Najade" (Deutsche Werke, Kiel),Cormoran" (Blankenese),Tümmler" (ASV. Kiel).

Kleine politische Nachrichten.

Daily Telegraph" meldet, daß die englische Re­gierung nicht beabsichtige, das Arbeitsbe­schaffungsprogramm Lloyd Georges, den sogenannten New Deal, anzunehmen. Nach Ansicht der Regierung seien die Pläne zu unge­nau und zu spekulativ, um ihre Finanzie­rung durch das Schatzamt zu rechtfertigen.Mor- ning Post" erblickt in der Tatsache, daß Lloyd George sich an die Spitze der BewegungFür Frieden und Wiederaufbau" gestellt hat, einen Be­weis dafür, daß er mit der Regierung nicht einig gehe.

*

WiePreß Association" erfährt, entbehrt der in englischen Zeitungen veröffentlichte Bericht, wo­nach die britische Regierung beabsichtige, den Prä­sidenten des Staatsrates Macdonald in naher Zukunft in Durchführung einer diplomatischen Mis­

sion nach den Vereinigten Staaten zu entsenden, der Begründung.

Der österreichische Innenminister Fey, der zu einem mehrtägigen Besuch in Budapest eingetroffen ist, stattete dem Reichsverweser, dem Ministerpräsidenten, dem Außenminister und dem Innenminister Besuche ab.

Zum Nachfolger des so plötzlich geworbenen französischen Unterrichtsministers Marcombes wird der bisherige Handelsmarine, Minister Mario Roust an ernannt werden. Mit dem Posten des Handelsmarineministers wird Wil­liam Bertrand betraut werden, der dieses Amt bereits unter Flandin bis zur kürzlichen Regie­rungskrise innehatte.

Aus aller Welt.

Zwei Dienerinnen in einem Bergfee ertrunken.

Bei Bad Aussee im Salzkammergut ereignete sich ein Bergunglück. Zwei Wienerinnen verloren bei der Ueberquerung eines verharschten Lawinen- feldes oberhalb des Lahngangsees im Toten-Ge- birge den Halt, rutschten ab und stürzten in den See. Der zehnjährige Sohn der einen Wie­nerin und die neunjährige Tochter der zweiten Frau sowie ein zufällig in der Nähe befindlicher Bauer sprangen, als sie das Unglück sahen, sofort ins eiskalte Wasser, um die mit den Wellen Rin­genden zu retten. Die beiden Frauen wurden aber von. einer unterirdischen Strömung erfaßt und ertranken- Die Kinder und der Bauer konnten selbst nur mit Mühe das Ufer wieder erreichen.

Grohfeuer in einem italienischen Stadion.

Im Stadion von Brescia (Lombardei) brach in der Nacht ein Feuer aus, das rasch großen Umfang annahm. Trotz sofortiger Löscharbeit der Feuerwehr konnte es nicht verhindert werden, daß die aus Holz gebauten Tribünen von den Flammen vollständig bis auf die zementenen Grundmauern zerstört wurden.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die landregenartigen, später gewittrigen Nieder­schläge des gestrigen Tages brachten auch unserem Gebiet sehr erhebliche Niederschlagsmengen, die meist mehr als 20, teilweise mehr als 30 Liter Wasser pro Quadratmeter ergaben. Die Störung hat sich inzwischen zur westlichen Ostsee hin ver­lagert, und es steigt von ihrer Rückseite her der Luftdruck kräftig an. Es kann daher zunächst mit der Ausbildung eines Zwischenhochs und damit auch mit neuer Witterungsbesserung gerechnet wer­den. Die Großwetterlage zeigt jedoch noch immer große Lebhaftigkeit, doch werden voraussichtlich die noch bei Irland aufkretenden Störungen in mehr nordwestlicher Richtung gesteuert werden.

Aussichten für Donnerstag: Zeitweilig aufheiternd und im wesentlichen trocken, bdi ab» flauenden Winden tagsüber wieder etwas wärmer.

Aussichten für Freitag: Entwicklung noch nicht sicher absehbar, doch voraussichtlich weitere Besserung.

Lufttemperaturen am 18. Juni: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 14 Grad; am 19. Juni: morgens 13,7 Grad. Maximum 17,1 Grad, Minimum 11,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juni: abends 16,1 Grad; am 19. Juni: morgens 14,8 Grad Celsius. Niederschläge 16,3 mm.

Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

RM.2600000

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Zkll'kmseilsl srim spricht Donnerstag, den 20. Juni, 20.30 Uhr in der Ev. Gtadtmission, Löberstraße ^4

im Alter von 69 Jahren.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Christian Lemmer Familie Vogel und Erna Lemmer.

Mainzlar, den 18. Juni 1935.

Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 20. Juni, nachmittags 3.45 Uhr, in Mainzlar statt.

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Gießen, den 18. Juni

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