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vn.» und Verlag: vrühl'sche Univerfilätsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7
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Klarheit und Logik
Von Michsminister Or. Goebbels.
habe sich gesagt, daß sich die ganze europäische Lage verändert habe und daß der IS Jahre ulte Vertrag nicht mehr zeitgemäß sei. Dies sei offenbar auch der Standpunkt Hitlers bezüglich des Versailler Vertrages. Kein gerecht denkender Kritiker könne leugnen, daß einige Abänderungen dieses Vertrages notwendig geworden seien und daß eine große Nation nicht'dauernd in Fesseln gelegt werden fönne.
„News Chronicle" sagt, es wurde wahrscheinlich unklug sein, aus der deutschen Antwort den Schluß zu ziehen, daß Deutschland den Standpunkt der britischen Note anerkennt, wonach eine Erhöhung der Friedensstärke der deutschen Armee auf 36 Divisionen eine Vereinbarung schwieriger, wenn nicht unmöglich machen würde. Jede Erwartung, daß Deutschland sich unter einem Druck bereitfinden würde, den Aufruf vom Samstag zurückzuziehen, dürfte enttäuscht werden. Dies bedeute aber nicht, daß der Berliner Besuch zwecklos sei. Deutschlands Antwort komme vielleicht darauf hinaus, daß es jetzt, wo es die Gleichheit erlangt habe, bereit sein werde, nicht nur den Vorschlag von Sicherheitspakten, sondern auch eines allgemeinen Abkommens zur Begrenzung der Rüstungen zu erörtern.
einbarten Umfanges und für die früher vereinbarten Zwecke abgehalten werden. Das Haus wird sehen, daß die Punkte, die wir nach unserer Ansicht vorbringen mußten, von der deutschen Regierung jut Crörtetung angenommen werden.
Hierauf fragte Lansbury, ob geplant sei, die Lage mit der Regierung der Vereinigten Staaten und anderen Unterzeichnern des Frre- densvertrages zu erörtern, oder ob eine Sitzung der Dölkerbundsversammlung in Aussicht genommen sei. Simon erwiderte: „Ich kann Lansbury versichern, daß diese, beiden Elemente zur Zeit erwogen werden." r. ,
Ein anderer Abgeordneter stellte hmslchtlich des
Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8l/9UI)r des Vormittag, Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text, anzeigen von 70mm Breits 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25% mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein, nützige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenheitsanzer. gen 5 Rpf., Familienanzer. ■ gen, Bäder-, Unterrichts- u.
behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
geben als bloße Worte.
„Daily Mail" vergleicht die jetzige Lage mit der von 1871, wo die russische Regierung erklärte, daß sie sich an die ihr nach dem Krimkriege auferlegten Einschränkungen des Parisers Vertrages von 1856, die sich auf die russischen Seerüstungen im Schwarzen Meer bezogen, nicht mehr gebunden halte. Die einzige Folge sei damals ein milder britischer Protest gewesen. Man
Berlin, 18. März (DRV.) Der englische Bof- schqfler Sir Eric Phipps Hal heule nachmittag den Reichsminisler des Auswärtigen ausgesucht und ihm die Role überreicht, in der die Einwendungen der englischen Regierung gegenüber dem Reichsgeseh über den Ausbau der Wehrmacht vom 16. März enthalten sind. Am Schluß dieser Rote ist d i e A r a g e w i e d e r- halt, ob die Reichsregierung bereit sei, anläßlich des Besuches von Sir John Simon in Berlin die im Londoner Kommunique vom 3. Februar enthaltenen Punkte zu erörtern. Der Reichsminisler hat diese Anfrage in bejahendem Sinne beantwortet. — Wie Reuter meldet, werden Außenminister Sir John Simon und Lordsiegelbewahrer Eden am nächsten Sonntag nach Berlin abreifen.
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einer ft a r t en militärischen Ueber- legenheit Deutschlands nicht einverstanden erklären könne. Simons Besuch in Berlin werde somit den Charakter einer Erkundungsfahrt im Namen Großbritanniens haben.
„M o r n i n g P o st" ergeht sich in einer Polemik über den „herausfordernden Aufruf" vom Samstag, fügt aber hinzu, Simon habe trotzdem beschlossen, nach Berlin zu gehen. Der Besuch werde nicht vergeblich sein, wenn er dazu beitrage, von den Deutschen eine etwas zusammenhängendere Deutung ihrer Absichten zu erhalten. Wenn Deutschland in trotziger Isolierung bleiben wolle, dann gebe es für die anderen Mächte keine andere Wahl, als die Vereinbarung gemeinsamer Sicherheitsmaßnahmen, und Deutschland werde für diese „Einkreisung" nur sich selbst
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Simon und Eden kommen am Sonntag nach Berlin Eine englische Hofe znm »euischen Wehemachlgeseh. - Beulschlan» znr «enriernng »er Londoner Erklärung vom 3. Februar auch weiter in vollem Umfang bereit.
vorgeschlagenen Luftpaktes die Frage, ob Frankreich das Versprechen gemacht worden jet, daß England bereit sei, mit Frankreich allein ein gegenseitiges Schutzabkommen einzugehen, falls es unmog- l i ch werde, einen erweiterten Pakt unter Einschluß Deutschlands abzuschließen. Der Lordsieqelbewahrer Eden antwortete hierauf mit
Wein". Auf die weitere Frage: „Glauben Sie, daß es im Falle eines Scheiterns einer Zusammenarbeit mit Deutschland wünschenswert ist, daß sich möglichst viele der zu einer Zusammenarbeit m einem Kollektiosystem bereiten Länder zusammenschließen?" antwortete Eden: „Das ist eine dere Frage. Sie steht jetzt nicht zur
zu danken haben. Wenn Hitler aber Simon zeugen wolle, daß sein Heer nicht bezwecke, Deutschland auf Kosten von anderen zu vergrößern, dann müsse er greifbarere Beweise seines Friedenswillens
Der 15 Zähre alle Vertrag nicht mehr zeitgemäß.
Eine große Nation kann nicht dauernd in Fesseln gelegt werden.
London, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse befaßt sich eingehend mit der britischen Note und der deutschen Antwort. Aeußerungen der Zufriedenheit über die Haltung Deutschlands werden dabei allerdings meist von Vorbehalten begleitet. „Times" unterstreicht den britischen Einspruch gegen eine einseitige A b - änberung eines vielseitigen Vertrages aus grundsätzlichen Erwägungen heraus, gibt ober zu, daß „mildernde Umstände" im Falle eines Vertrages vorhanden seien, der einer der Parteien aufgezwungen wurde. Was die deutsche Heeresstärke betreffe, so sei es klar, daß Frankreich und nicht nur Frankreich sich mit
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„Eine ErkundunMahrl."
Englische preffeslimmen zur Berliner Heise GimonS.
worden ist.
Simon im Unterhaus.
Die britische Anfrage in Berlin.
London, 18. März. (DNB.) Der Oppositionsführer Lansbury fragte am Montagnachmittag im Unterhaus den Außenminister, ob er im Hinblick auf die von der deutschen Regierung angekündigte Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland und auf die Erhöhung der Friedensstärke der deutschen Armee auf 36 Divisionen eine Erklärung über-die von der britischen Regierung beabsichtigten Schritte abgeben könne.
Außenminister Sir John Simon bejahte die Frage und fuhr fort: „Die englische Regierung ist bereits mit der französischen und der italienischen Re- gierung in dieser Angelegenheit in Verbindung getreten und hat den britischen Botschafter in Berlin beauftragt, der deutschen Regierung eine Rote zu überreichen. 3m letzten Absatz dieser Rote würde eine Anfrage an die deutsche Regierung gestellt, und zwar heißt es da. die britische Regierung fühlt sich veranlaßt, die deutsche Regierung auf die in der Rote vorgetragenen Erwägungen hinzuweisen. Sie wünscht Gewißheit darüber, ob die deutsche Regierung immer noch wünsche, daß der Besuch in dem vorher vereinbarten Umfang und für die vorher vereinbarten Zwecke stattfindet. Ich habe nunmehr, so erklärt Simon weiter, einen Bericht von dem britischen Botschafter in Berlin erhalten, dessen hauptsächlichen Inhalt ich dem Unterhause mitteilen möchte. Er berichtet mir, daß die Rote nach der Ueberreichung vom Reichsauhenminister von Reurath geprüft wurde. Als Ergebnis ist dem britischen Botschafter mitgeteilt worden, daß die deutsche Regierung immer noch wünscht, daß der Besuch stattfindet. (Beifall.) Sie stimmt auch zu, daß die Besprechungen innerhalb des früher o er -
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Zu dem englischen Schritt in Berlin schreibt die Deutsche Diplomatisch-Politische Korrespondenz u. a.: Deutschland lehnt nicht Verhandlungen über d i e internet tonale Rüstungsregelung ab Es wünscht sie nach wie vor und will ihren Erfolg. Was es aber ablehnt, ist, zu verhandeln über ein Spezialsystem für Deutschland oder sogar über jenes Minimum an Sicherheit, das jeder Staat und erst recht jede Großmacht für sich in Anspruch nimmt. Irgendeine Kritik an Art und Zeitpunkt des Schrittes zum Wiederaufbau der deutschen Wehrmacht ist daher abwegig. Die Grundlagen, auf denen im Sinne des englisch- französischen Communipues vom 3. Februar verhandelt werden soll, sind durch die deutschen Maßnahmen nicht umgestoßen, sondern g e k l art worden Der Stilklausel „Keine einseitige Aenderung bestehender Entwaffnungsverpflichtungen konnte wohl niemand in der Welt die Bedeutung beilegen, daß die immerhin an ihr Abrüstungsversprechen gebundenen Staaten die Zwischenzeit zu einer massiven Rüstungserhöhung benutzen wurden, tote konnten in keiner Weise glauben, tun und las- f e n z u können, was sie wollten, und gleichzeitig in der Auffassung leben, ddß folgend)* tige Reaktionen in Deutschland auch weiterhin ausbleiben würden.
Die vor der Tür stehenden Verhandlungen, die der englische Außenminister in Berlin mit der deutschen Regierung führen wird, werden Gelegenheit geben, über die Frage einer internationalen Regelung der Rüstungen wie auch über die anderen im Londoner (Kommunique enthaltenen Fragen zu sprechen. Es ist ein positives Ergebnis des heutigen Besuches des englischen Botschafters beirn^Reichs- außenrninifter, daß die in den letzten 48 Stunden oon interessierter Seite künstlich erzeugte Ungewißheit über den Termin der anberaumten deutsch-englischen Besprechungen beseitigt
Ilr. 66 Giftes Blatt >85. Zch'Mg Dienstag. I». März M5
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
Die deutsche Oeffentlichkeit verzeichnet mit einigem Erstaunen die Reaktion, die die B e k a n n t - gäbe des Gesetzes zum Wiederaufbau der Wehrmacht in den zuständigen Kreisen Der europäischen Hauptstädte hervorgerufen hat tote glaubte, vermuten zu dürfen, daß die Welt mit sichtlicher Erleichterung und einem Gefühl innerer Befriedigung diese Tatsache zur Kenntnis genommen hätte. Denn die offene und rückhaltlose Darlegung der deutschen Absichten stellt in Wahrheit ein Element der Bern h igu n g dar, das für die logische und fruchtbare Betrachtung der europäischen Situation erfreulich, wenn nicht geradezu unentbehrlich ist. Das Geheimnis, das die deutsche Wehrfrage in Den ver- qangenen Monaten und Jahren umgab war ge- raDe von offiziellen und nichtamtlichen Stellen des Auslandes oft und lebhaft beklagt worden, vor allem im Hinblick darauf, daß ohne uneingeschränkte Kenntnis der Absichten Deutschlands eine Konsolidierung des Friedens, wie man sagte ausge- schlossen erschien. Mehr als einmal ist deshalb non diesen Stellen Dem Wunsche Ausdruck gegeben war- den Deutschland möge der Geheimniskrämerei ein Ende machen und klipp und klar Dartun, wohin es steuere was es wolle und welche Pläne es verfolge.
Die Erfüllung dieses Wunsches war um so Drin- aender geboten, als die meisten ausländischen Zei- hingen, zum Teil maßgebenden Charakters, sich m nagen und phantastischen Schätzungen ergingen Die in Den tatsächlichen Verhältnissen ferne Begründung . fanden, darüber hinaus aber nur geeignet erschienen, die Völker in eine höchst gefährliche kriegerische Psychose zu versetzen. Kein anderes Gebiet gut so wenig wie gerade das militärpolitische als geeignet, übertriebenen und ausschweifenden Mutmaßungen Raum zu geben. Was hier nottut ist Klarheit; denn nur aus der Klarheit läßt sich jene realistische Logik entwickeln, die allein die innere Kraft beißt eine verworrene Situation aufzuhellen und aus ihr die entsprechenden Elemente der Sicher, h e i t und politischen Stabilität zu kristallisieren.
Wie sehr die Welt das Bedürfnis verspürte, über den deutschen Rüstungsbestand Klarheit zu erhalten, mag man aus Der Tatsache ersetzen, daß sie s j ch selbst mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln jene Unterlagen zu verschaffen versuchte, die ihr von Deutschland vorenthalten wurden. Die historische Tat des Führers am vergangenen Sams- tag hat diesem auf vage Vermutungen angewiese- nen Verfahren ein Ende gemacht. D i e W e 11 weiß nun, woran sie ist. Das soll nicht heißen, als habe sie das vorher nicht gewußt: sie hat durch die Proklamation und das Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht nun unumstößliche Sicherheit erhalten über das, was ihr bereits zur Kenntnis gekommen war und von dessen Kenntnis sie auch in ihren amtlichen und nichtamtlichen Der- autbarungen keinen Hehl machte.
In der englischen Unterhausdebatte vom 28. November 1934 erklärte Winston Churchill: „Wei- ches ist nun das neue große Ereignis, das in den letzten 18 Monaten über uns hereingebrochen ist: Deutschland rüstet wieder auf! ... Nach dem, was wir hören, was uns erzählt wird und was aus allen möglichen Quellen zu uns dringt — obgleich darüber in der Oeffentlichkeit wenig gesprochen wird — besitzt Deutschland schon ein mächtiges wohl ausgerüstetes Heer mit ausgezeichneter Artillerie und ungeheuren Reserven an ausgebildeten Mannschaften Die deutschen Waffenfabriken arbeiten prak- tisch kriegsmäßig, das Kriegsmaterial strömt aus ihnen — bestimmt feit den letzten zwölf Monaten — in immer größerem Umfang." Es wird h-er also bereits am 28. November 1934 in der Rede eines englischen Politikers ein deutscher Wiederauf« rüstungsstand vorweggenommen in einem Umfange, wie er selbst durch das Gesetz vom 16. März nicht begründet ist. Auch die Folgerung, die Churchill aus dieser Tatsache zieht, kann von Deutschland gutgeheißen werden: „Auch hier besteht kein Grund zu der Annahme, daß Deutschland uns angreifen wird." Und schon am 28. November 1934 erklärte Churchill in eben derselben Rede, daß die Zeit gekommen sei, „da das Geheimnis, das die deutsche Wiederaufrüstung umgibt, gelüftet werden muß".
Die Antwort, die Baldwin im Namen der englischen Regierung auf Churchills Rede gibt, ist ebenso bezeichnend. Er erklärt hier: „Eine der Ur- fachen der heutigen Malaise in Europa ist, rote ich beweisen werde, nicht nur die Furcht, sondern d'S Unkenntnis außerhalb und. Geheimhaltung innerhalb Deutschlands." Kann man es der deutschen Regierung verdenken, wenn sie vier Monate später mit einer offenen Darstellung die Ursachen dieser Malaise beseitigt und Furcht und Unkenntnis ein Ende bereitet! Baldwin erklärt dort weiter: „Ich bin der Ueberzeugung, und ich spreche hier mit einem Gefühl der Verantwortung, wenn ich von dem Zustand der Furcht rede, der'in ganz Europa herrscht, nicht nur derart, rote ich ihr Ausdruck gab, sondern Furcht vor ehv'rrt unbekannten Terror, der hereinbrechen kann, eine Furcht, die in der Hauptsache auf Der Unkenntnis dessen beruht, was in Deutschland vorgeht."
Die Proklamation des Führers an das deutsche Volk und an die Weltöffentlichkeit oom »ergangenen Samstag erklärt ausdrücklich, daß die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland k einerlei kriegerische Absichten in sich schließe, im Gegenteil nur Der Erhaltung des Friedens dienen solle. Der Furcht vor einem hereinbrechenden unbekannten Terror ist also durch Beseitigung der Unkenntnis über die . deutschen Absichten ein Ende gemocht.
orm s. Mörz 1935 berichtet der „Motin übet
3übrCt auf feiner Fahr.
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