Reichsgliilidungskommers des
Allgemeinen Deutschen Waffennngs in Gießen
Reichsgriindungsieiem in den GießenerSchnlen
1871 und die Entwicklung des Zweiten Reiches
Aus Anlaß der gestrigen Wiederkehr - es Ta- g e s d e r R e i ch s g r ü n d u n g am 18. Januar im Sjüegslfaal dös Schlosses zu Versailles fanden in den Gießener Schulen Gedenkfeiern statt.
Sprechchöre von ______ _ ,
der Chor „Mein Vaterland, ich liebe dich". Der Schulleiter gab in seiner Ansprache einen geschichtlichen Rückblick und würdigte das große Werk Bismarcks, die Gründung des Deutschen Reiches, in der die Sehnsucht der besten Deutschen aller Zeiten seine herrlichste Erfüllung fand. Das Treugelobnis des Bismarckreiches: „Allzeit Mehrer des Reiches
Am gestrigen Freitagabend versammelte sich der Gießener Allgemeine Deutsche Waffenring zu einem feierlichen Reichsgründungs-Kommers im Saale des Cafä Leib. An dem Kommers nahmen die Korps, die Landsmannschaften, die Akademische Turnverbindung „Rheinfranken" und die Verbindung „Kloster" teil. Außerdem hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden. Für die Universität Gießen erschien der Rektor Seine Magnifizenz Prof. Dr. Pfah - l e r, für die Stadt Gießen Oberbürgermeister R i t- t e r, für den Standortältesten Hauptmann B o h l - s e n, für den Präsidenten oes Landgerichts Landge- richtsdirektor S ch m a h l.
Oer Führer des Gießener AOW. Theo Eellarius
begrüßte nach einem gemeinsam gesungenen Lied die Gäste, insbesondere den Redner des Abends, Seine Magnifizenz den Rektor der Universität Erlangen, Standartenführer Prof. Dr. Reinmöller, der im politischen Kampfe für das neue Deutschland stets in vorderster Front stand. In seiner kurzen Ansprache gab der Leiter des Kommers seiner Freude über das Erscheinen der Gäste Ausdruck und betonte, daß ihre Anwesenheit als ein Zeichen der Verbundenheit mit dem ADW. und mit der Universität angesehen werde. In kurzen Umrissen kennzeichnete der Redner die gegenwärtige Situation im Allgemeinen Deutschen Waffenring und betonte, daß der ADW., wenn er auch zahlenmäßig verloren habe, heute um so fester und geschlossener dastehe. Mit besonderer Genugtuung habe der ADW. aus Anlaß des vor einigen Tagen in Berlin abgehaltenen Allgemeinen Deutschen Waffenstudententages den persönlichen Dank des Führers und Reichskanzlers für stets erwiesene Treue ent- gegennehmen können.
Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Or. Pfähler
dankte für die Einladung zu diesem Reichsgründungskommers. Angesichts des Tages der Reichs- gründung müßten sich, so führte er u. a. aus, unsere Herzen willig der Vergangenheit öffnen, weil in ihr Kräfte für die Zukunft ruhten. Am 18. Januar müßten wir uns immer wieder desien vergegenwärtigen, daß im deutschen Menschen ein Erbfeind sei: das „Sich-auseinandersetzen-müssen", das „Richt- zueinander-können". Diese Dickköpfigkeit sei aber nicht nur Schwäche, sondern könne auch Stärke sein. Im Gegeneinanderstehen schärften wir unsere Waffen. Die Geschichte strafe uns anderseits aber auch immer wieder, wenn wir mit dem Erbübel nicht fertig würden. Jeder habe diesen Feind in sich zu bekämpfen. Damit ihm der Sieg leichter werde, müsse jeder immer wieder zurückschauen. Die Nachfahren erwarteten von uns, daß der 18. Januar 1871 ein Anfang gewesen sei. Der Tag und sein tieferer Sinn uns ein Auftrag, den wir stets neu erfüllen müßten. Große Verbände müßten sich immer wieder einmal auseinandersetzen. Wenn aber das große Reich geschmiedet weroe, so müsse jeder zu seinem Teil und in seinem Kreise den Ring enger schmieden helfen, auch wenn dies nicht leicht falle.
Rach einem Lied sprach der Redner des Abends, Seine Magnifizenz der Rektor der Universität Erlangen,
Gtandartenführerprof.Or.Reinmöller Aus alter Zeit erklinge uns, so führte er u.a. aus, das Bekenntnis zum Vaterland. Altes Hochziel sei
Stadt Gießen im Laufe dieser Woche wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheiter, 1. Klasse 11 Mk., Buchenscheiter, 2. Kl. 9 Mk.; Eichen- scheiter, 1. Klasse 8,50 Mk. je Raummeter; Buchen- knüppel 8 Mk., Eichenknüppel 5 Mk., Buchenreisig, 3. Kl., 15 Pfennig je Welle; Duchenstöcke 6,50 Mk. je Raummeter; Eichenstöcke 5 Mark je Raummeter. Das Holz wurde restlos verkauft.
** Das Museum im Alten und im Reuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.
** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh(Nutzvieh-)Markt statt, am kommenden Mittwoch folgt Schweinemarkt.
** Die Baulandumlegung im Eich- gärtenHebiet betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf diese wichtige Bekannt- machung besonders hingewiesen.
** E i n Reichsbetriebsappell der Reichsbetriebsgemeinschaft 17 „Handel" der Deutschen Arbeitsfront, an dem überall in Deutschland die Betriebsführer und Be- tiebsangehörigen des Einzelhandels teilnehmen, findet am kommenden Montag, um 8 Uhr beginnend, statt. Die Veranstaltung wird über sämtliche deutsche Sender verbreitet.
** Wintersport-Sonderzug nachGar- misch-Partenkirchen. Die Reichsbahn veranstaltet in Verbindung mit dem MER.-Reisebüro in der Zeit vom 13. bis 24. Februar eine Sonderzugfahrt nach Garmisch-Partenkirchen und Tegernsee. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.
es st-ets gewesen, das Leben für das Vaterland einzusetzen. In diesem Geiste müssen alle Kämpfer für das Vaterland seit Jahrtausenden vor uns stehen. Sie alle überschatteten uns aus lichten Höhen, stets Kraft gebend zu neuem Kampfe.
Im Jahre 800 sei ein Kaiser erstanden, den man als den Verkörperet deutschen Wesens ansehen zu müssen glaubte. Durch ihn sei aber nur das „römische Reich deutscher Nation" gegründet worden, dessen Titel ein Widerspruch in sich selbst sei. Es könne nur ein deutsches Reich deutscher Nation geben. Demgegenüber sei der Cyeruskerfürst Armin Verheißung einer begeisternden Idee gewesen, eine Verheißung, die das Karolingerreich nie habe erfüllen können, weil es im fernen Rom verankert gewesen sei. Im Norden des Reiches fei aber der Funke von Armins Geist lebendig geblieben, ein Funke, der aufflackerte, als der Burggraf von Nürnberg nach Norden ritt und sich in der Folge die Entwicklung Brandenburg-Preußen-Deutfckland angebahnt habe. In dem Worte des großen oran- denburgischen Kurfürsten: „Bedenke, daß du ein Deutscher bist!" finde dieser Geist seinen Ausdruck, und dieses Wort leuchte wie eine Brandfackel am deutschen Himmel in unsere Gegenwart und Zukunft hinein. Das Wort Friedrichs des Großen: „Ich bin der erste Diener meines Staates" paffe wie kein anderes in unsere Zeit, da wieder ein Führer an der Spitze des Reiches stehe, geboren aus deutschem Blut und Boden.
In der Gegenwart seien wir wieder einmal auf der deutschen Heerstraße angetreten. Niemals habe ein Volk der Welt mehr geleistet und gelitten, als das deutsche Volk in den Jahren des Weltkrieges. In der Zeit des Niederbruches nach dem Kriege sei aber auch niemals der deutsche Funke erloschen. Aus kleinem Kreise sei uns Adolf Hitler erstanden, der Deutschland vor dem Sturz in die Schlucht des Bolschewismus' bewahrt habe. Diese Tat solle und werde in der deutschen Geschichte stets lebendig bleiben. Von dem Cheruskerfürsten bis Adolf Hitler sei der Ring nahezu geschlossen. Im Morgentau des Dritten Reiches wüchsen nun neue Früchte heran, und an uns sei es, die neue Zeit zu nutzen. Die Früchte des Dritten Reiches dürften uns nie wieder verlorengehen. An uns liege es, treu hinter dem Führer zu stehen, damit die Heerstraße Brandenburg — Preußen — Deutschland vollendet werden könne. Mit dem Führer und allen Deutschen marschierten wir in das Dritte Reich, damit es rausche in allen Eichen: „Deutschland ist einig! Das Hochziel ist erreicht!" Mit einem Treuegelöbnis zum Führer und zum Reich schloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen.
Im weiteren Verlaufe des Abends sprach
Hauptmann Bohlsen
im Auftrag des Standortällesten und des Ofifziers- korps, dankte für die Einladung und wies auf die enge Verbundenheit hin, die bisher stets zwischen der Wehrmacht und dem Waffenstudententum bestanden habe. Seine kurzen Ausführungen wurden mit großer Freude ausgenommen.
Nach einigen weiteren gemeinsam gesungenen Liedern und nach einer Sammlung für die Winterhilfe, die den Betrag von 100 Mark erbrachte, wurde der offizielle Teil mit dem feierlichen Landesvater beschlossen.
meine" und mit einem Sologesang „Deutschkind, du darfst nicht untergehen" ein. Die Oberstufe sang hierauf das Lied „Volk will zu Volk". Den anschließenden Vortrag hielt Lehrer Dem, der den geschichtlichen Wert des 18. Januar 1871 und die Bedeutung der mit diesem Tag verknüpften Persönlichkeit Bismarcks aufzeiate. Im Anschluß daran gedachte der Schulleiter Lehrer Krausch des Dichters Arndts dessen Todestag sich am 29. Januar d. I. zum 75. Male jährt und dessen geistige Vorarbeit für den Tag des 18. Januar 1871 gewürdigt wurde. Die Feier wurde durch einige vaterländische Gedichte, vorgetragen von Schülern der zweiten Klasse, ausgeschmückt und in der üblichen Form beschlossen.
Die Schillerschule versammelte sich in der letzten Vormittagsstunde in der mit den Farben des neuen Deutschland festlich geschmückten Turn- Halle. Eingeleitet wurde die Feier durch ein Musikstück und den „Wach-Aus-Chor" aus den „Meistersingern". Dann folgten abwechselnd Gedichte unb ~ “ E. Geibel, Ernst Moritz Arndt unb
hing und die soziale Fürsorge beleuchete, auf -en Sozialismus der damaligen Gesetzgebung einging und schließlich zeigte, wie das Dritte Reich den wahren Sozialismus der Tat endgültig geformt unb vollendet hat, so daß dieser Sozialismus nunmehr Sache des ganzen Volkes geworden ist. Die Rede klang aus in einem Gelöbnis der Treue zum Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und zum deutschen Volke, dem das Treugelöbnis mit freudig aufgenom- menen Sieg-Heil-Rufen dargebracht wurde. Mit dem anschließenden gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß.
Die Feier in der Studien« n st alt (Lyzeum) war umrahmt von Musik und Gedichtvorträgen. Ein Marsch bildete den Auftakt. Dann hörte man einen Gedichtvortrag (Schlußwort aus dem Siegeschor aus „Epomenides Erwachen"). Ein Chorlieb und ein weiterer Gedichtvortrag („Don Daterlanb und Freiheit" von E. M. Arndt) leiteten über zu der Ansprache von Referendar G e ß n e r. Der Redner zeigte in seiner Ansprache den leidvollen Weg deutschen Schicksals, den durch die ganze deutsche Geschichte gehenden Kampf um die Einheit, die dann endlich von Bismarck geschaffen und von Adolf Hitler vollendet worden sei. Die Besinnung auf die deutsche Vergangenheit lasse uns die Leistung der beiden großen Kanzler erst in ihrer ganzen geschichtlichen Bedeutung erkennen, sie lasse uns bewußt werden, wie begnadet wir seien, Träger des neuen Werdens zu sein, aber auch, wie groß unsere Verantwortung sei. Nur aus dem großen und tiefen Glauben an Deutschland lasse sich diese Aufgabe erfüllen. Mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß.
Die Goetheschule vereinigte sich zu ihrer Gedenkstunde in der Turnhalle. Lehrer Dietrich leitete die Feier mit dem Chor „Freiheit, die ich
Das Realgymnasium verband die Reichsgründungsfeier mit einer Erinnerungsstunde an den deutschen Dichter Ernst Moritz Arndt. Prof. Dr. Schmoll entwarf in je ine r Ansprache ein kurzes Lebensbild von Ernst Moritz Arndt und kennzeichnete ihn als Künder deutschen Wesens und deutscher Größe in einer Zeit tiefster Erniedrigung, dessen Gedanken auch im Dritten Reiche wertvoll seien. Besonders die Jugend müsse den Mann, der ihr Freund gewesen fei, als Vorbild und Berater kennen und lieben. An den Gedanken des Vorredners anknüpfend schilderte Prof. Dr. (Em m e t in einer großangelegten Rede den Tag von Versailles am 18. Januar 1871, den Aufstieg und den tragischen Zusammenbruch des Reiches Bismarcks, ferner die Erfüllung der Sehnsucht der besten Deutschen in dem von dem Führer Adolf Hitler geschaffenen Dritten Reich. Darbietungen des Chors und des Orchesters, sowie Gedichtvorträge und Sprechchöre von Schülern umrahmten die beiden Ansprachen.
In der Oberrealschule wurde die Feier in der Aula mit dem Gesang des Chores „Treue Liebe bis zum Grabe" eingeleitet. Die Festansprache hielt Studienrat Obermann, der über den 18. Januar
stattet, die sowohl in der Durchführung der Musik- Programme, als auch in der sonstigen Gestaltung die Bezeichnung „Musikfeste" keinesfalls verdienten. Ich ordne deshalb an, daß alle Programme von Musikveranstaltungen, welche die Bezeichnung Musikfeste führen, außer dem Tlufif beauftragten der betreffenden Stadt auch rechtzeitig dem Präsidenten der Reichsmusikkammer zur Genehmigung vorzulegen sind. Don mir nicht genehmigte Musikfeste werden durch die zuständige Polizeibehörde verboten.
Gtraßenverbefferung und Arbeitsbeschaffung.
Zur Verbesserung der Straßenverhältnisse auf oberhessischen Provinzialstraßen und zugleich zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten schreibt das Tiefbauamt der Provinzialdirektion Oberhessen im heutigen Anzeigenteil die Vergebung der Lieferung von Straßenunterhaltungsmaterial aus. Es handelt sich habet um die Lieferung von 26 000 Kubikmeter Unterhaltungskleinschlag aus Hartbafatt und 9000 Kubikmeter Bindematerial (Splitt, Kies). Von den 26 000 Kubikmeter Kleinschlag soll mindestens ein Mertel in Handschlag beschafft werden. Näheres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich.
Puppentheater im Dienste des VOA.
Seit einigen Tagen hat in der Turnhalle der Pestalozzischule (Wernerwall) ein Puppenspieler mit seinem kleinen Theater Einzug gehalten. Es handelt sich um einen Solinger Puppenspieler und seine Frau, die sich mit den einfachen Mitteln ihres kleinen Theaters wirkungsvoll in den Dienst der Sache des VDA. stellen. Die Puppenspieler unterhalten mit ihren Aufführungen die Gießener Schulkinder auf das beste. Das kleine Theater wirkt dabei in einer überaus glücklichen Verbindung von Scherz und Ernst. In humorvollster und leicht faßlicher Form werden an die Kinder Gedanken des Auslandsdeutschtums herangetragen. Unter manchem lustigen Scherz verbirgt sich ein Teil der Tragik der Deutschen im Auslande, ihr Heimweh, ihre Sorgen und Schmerzen.
Mit großer Aufmerksamkeit wurde bisher in jeder Vorstellung das Auftreten des Kasperls verfolgt, der auch hier die Hauptperson ist. Mit dem Zeppelin startet er schnell nach Südtirol und nimmt die Kinder mit. Gespannt werden seine Abenteuer mit dem italienischen Polizisten verfolgt, der den Kasperl in das Gefängnis werfen wollte, weil er deutsch sprach. Schlau wußten die Kinder zu verhindern, daß Kasperl durch einen Werber der Fremdenlegion übertölpelt wurde. Nickt weniger interessant war das zweite Stück: ,Kasperle in Kamerun". Er landete mitten auf einer deutschen Farm, wurde von dem deutschen Farmer herzlich begrüßt, erlebte allerlei Abenteuer mit einem Krokodil und kehrte schließlich mit besten Grüßen an die Heimat in seinem Zeppelin zurück. Die Kinder waren mit dem Herzen und mit ganzer Seele bei dem lehrreichen Spiel.
Das Puppentheater, das noch einige Tage in Gießen gastiert, wird in der Folge auch verschiedene oberhessische Orte aufsuchen und sicherlich überall den Kindern große Freude machen.
Bunter Gas-Abend im Lass Leib.
Vom städtischen Gaswerk wird uns geschrieben: Die bereits ongekündigte Verlosung der Gewinne des vom städtischen Gaswerk Gießen veranstalteten Weihnachts-Preisausschreibens findet am 24. Januar öffentlich im Cafä Leib statt. Diese Art der Verlosung wird manchen Teilnehmer interessieren. An diesem Abend wird den Teilnehmern außerdem mancherlei geboten. Die Hausfrau dürfte insbesondere der vielseitigen Zubereitung der Eintopfgerichte, der Schmackhaftigkeit an Kostproben gezeigt wird, ihre Aufmerksamkeit schenken. Ernste Gedanken über Arbeitsbeschaffung wird der Innungs-Obermeister der Installateur-Innung bringen, während der bunte, heitere Teil des Abends von Paul Nieren vom Stadttheater und seinen Mitwirkenden bestritten wird. Grotesk-, Kunst- und Kochtänze werden mit musikalischen Darbietungen der Kapelle E i n • brod abwechseln. Auch den' Bedürftigen unserer Stadt soll eine Freude bereitet werden. Durch eine Tombola, die 100 Gewinne — gestiftet von den Mitgliedern der Gas-Gemeinschaft Gießen — bringt, soll dem Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1934/35 ein ansehnlicher Betrag zugewiesen werden. Es wird an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß nur soviel Einlaßkarten zu diesem Abend ausgegeben werden, als Sitzplätze im Cafä Leib vorhanden sind. Wer daher ganz sichergehen will, löst im eigenen Interesse im Vorverkauf eine Einlaßkarte, die ab Montag erhälllich sind. (Siehe heutige Anzeige.)
Gießener Dochenmarklpreise.
* Gießen, 19. Ian. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, fiifche Landeier 11 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 9, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 22 bis 25, Feldsalat 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., Birnen 10 bis 12, Nüsse 30 bis 50, Honig 45 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 85 Pf., Gänse 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf.
Vornottzen.
— Tageskalender für Samstag: FM- Kameradschaftsabend des SS.-Motorfturms 7/30. Beginn 20 Uhr im CafL Leib. — Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, Deutsche Bühne, „Der König". —- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Regine". — Licht- spielhaus, Bahnhofstraße, 10.45 Uhr, Nachtvorstellung, „Nagana". — Astoria-Lichtsviele, Selters- weg, „Reserve hat Ruh'". — Oberh. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 17 Uhr, kostenlose Führung durch die Ausstellung. — GRG., 20.30 Uhr, Stammtisch im oberen Bootshaus (ehern. Rudersport). — Männerturnverein, 20 Uhr, Familienabend im Katholischen Vereinshaus.
— TageskalenderfürSonntag: Stadttheater, 15 bis 17.45 Uhr, „Peterchens Mondfahrt". 19.15 bis 22.15 Uhr, „Der Zigeunerbaron". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Regine". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Reserve hat Ruh'".
— Stadttheater Gießen: Sonntag, den 20. Januar, 15 Uhr, zum letzten Male unser dies- jähriges Weihnachtsmärchen: „Peterchens Mond- fahrt" von Bassewitz, Spielleitung Karl Volck. 19.15 Uhr auf vielseitigen Wunsch Johann Strauß' romantische Operette: „Der Zigeunerbaron", Leitung Wrede, Cuj 6. — Dienstag, 22. Januar, zusammen mit dem Konzertverein Gießen bas 3. Syn-
Im Landgraf. Ludwigs - Gymnasi- u m wurden nach einem von dem Schülerchor unter der Leitung von Oberreallehrer Blaß gesungenen Eingangslied von Schülern vorgetragen Ernst Moritz Arndt: Aus dem Katechismus für den deutschen Kriegs- und Wehrmann die Abschnitte „Von Vaterland und Freiheit"; „Von Soldatenehre". Die beiden Freiheitsgedichte „Wer ist ein Mann?"; „Das deutsche Vaterland". Die Gedächtnisrede anläßlich des Reichsgründungstages hielt Studienrat Frank. Mit die- er Feier war gleichzeitig das Gedächtnis an Arndts 165. Geburtstag verbunden. Arndt wurde gewürdigt als Wecker des Volks- und Nationalgewissens, als Vorkämpfer des deutschen Gedankens, als Wegbereiter des Zweiten Reiches und Künder des Dritten Reiches. Im zweiten Teil feiner Ansprache wurde die Entstehung und Entwicklung des Bismarck- reiches, seine Größe und fein Sturz den Schülern ge- Zelgt. Nach einer Huldigung an den Führer und Kanzler des Deutschen Reiches wurde die Feier mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied be- w v ........
sprach, dabei besonders die wirtschaftliche Entwick-
phoniekonzert, ausgeführt vom Stadttheaterorchester und der Reichswehrkapelle, Leitung Professor Dr. T e m e s v a r y. Als Solist Hermann Kraus, Frankfurt. — Mittwoch, 23. Januar, und Freitag, 25. Januar, das Schauspiel „Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen, Spielleitung hat Wolfgang Kühne. — Sonntag, 27. Januar, zum letzten Male die romantische Operette: „Das Land des Lächelns" von Lehär.
— D i e Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinbe veranstaltet am kommenden Montag einen Vortragsabend, bei dem die Herren Oberkriegsgerichtsrat a. D. K o ch und Referendar W. K o ch über ihre Eindrücke und Erlebnisse bei der Abstimmung im Saargebiet sprechen werden. (Siehe heutige Anzeige.)
— Der Verband Deutsche Frauenkul- t u r veranstaltet am kommenden Montag eine Klei- der-Lehrschau. Aus die heutige Anzeige sei besonders hingewissen.
** Wechsel in der Leitung des Verso r gu n g s a m t e s. An Stelle des in den Bereich des Reichsluftfahrtministeriums übergetretenen bisherigen Amtsleiters Regierungsrat Dr. P i s k e ist Regierungsrat Richard Klahr, bisher beim Haupt- versorgungsamt Westfalen in Münster, zum Leiter des Versorgungsamts Gießen bestimmt worden.
** Eine Fünfundachtzigjährige. Frau Katharine Bob Wwe., Kaiserallee 2, kann am morgigen Sonntag, 20. Januar, ihren 85. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau ist langjährige treue Leserin des Gießener Anzeigers.
** Städtische Brennholzversteige- rangen. Bei den Brennholzversteigerungen der
zu sein, nicht in kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung", ist vom neuen Dritten Reich und feinem Führer wieder erneuert und zur schönsten Vollendung weitergeführt worden. Auch sie bieten der Welt die Friedenshand zu ehrlicher Verständigung und zu einem Frieden der Freiheit, Ehre und Gleichberechtigung zur Wahrung der heiligsten Güter Europas und Deutschlands. Mit dem Schwur: „Das Reich muß uns doch bleiben", einem Treuegelöbnis zu Reich und Führer und dem Lied der Deutschen klang me erhebende Feier aus.
Die Feier in der Pestalozzischule vollzog sich ebenfalls in sehr würdiger Weise. Die Turnhalle war mit Flaggen des Dritten Reiches geschmückt. Die Feier rouroe durch ein Lied einer Schulklasse (Lehrer Albach) eröffnet. Die Rede hielt Lehrer W ö r n e r, der zunächst auf die Bedeutung und den Sinn des 18. Januar hinwies und in kurzen Umriffen auf die deutsche Geschichte einging. In klaren Vergleichen zwischen dem Zweiten und dem Dritten Reiche, dem Reiche Bismarcks und Adolf Hitlers, schuf der Redner das Verstehen für die Bedeutung eines einigen Deutschland. Die Schüler folgten mit großer Aufmerksamkeit. Der Vortrag klang im Deutschlandlied aus. Nachdem noch eine Schulklasse unter Leitung von Lehrer Roth einen Sprechchor zum Vortrag gebracht hatte, schloß Lehrer A l b a ch mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und das deutsche Vaterland die Feier. Gemeinsam wurde dann das Horst« Wessel-Lied gesungen. — In ähnlicher Form vollzog sich auch die Feier in der neuen Pestalozzischule in den Eichgärten.
RunSfunkprogramm.
Sonntag, 20. Januar:
6 35: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgeneier. 9.45: Deutsche Schatzkäsllein. 10.15: Charge- ang. 11: Will Vesper liest aus eigenen Werken. 11.15: Bekenntnisse zur Zeit „Blätter und Steine" von Ernst Jünger. 11.30: Sie werden aus Saba alle kommen. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert: Reichswehr musiziert im Schloßhof Gottorp. 12.55: Ein Arbeiter erzählt aus seinem Leben. 13.10: Umtausch gestattet! Frischen Flachs gegen alte Bärte — Schall & Platt. 14: Kinderstunde. „Kinder spielen Rundfunk". 15: Stunde des Lan- des. 16: Nachmittaaskonzert. 18: Jugendfunk. 18.30: Schlummerstunde. Vom Kramen in alten Bkiefen. 19: Sportbericht. 19.15: O wie schön ist ein Feiertag! 20: Die Zaubergeige. Märchendrama mit Musik. 21: Ringelspiel des Alltags. Heitere Szene. 21.30: 11. Meisterkonzert des deutschen Rundfunks. Walter Gieseking spielt. 22.05: Nachrichten. 22.10: Nach- richten aus dem Sendebezirk. 22.20: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntags. Von München: „Wintersport-Echo aus Garmisch-Partenkirchen". 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.
IHontag, 21. Januar.
6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 10.45: Praktische Rat- chläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14-30; Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Jugend- unk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. 18.15: „Genie des Herzens". Funkfolge um Matthias Claudius. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: „Drunten im Unterland". 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Kammermusik. 23: Fröh- lieber Klang zur nächtlichen Stund. 24 bis 2t Mutzt- konzert.


