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brt abessinische Konflikt dauert. Daher auch die Eile, mit der die englische Politik bemüht ist, ihn zu Ende zu bringen. Italien als afrikanische Groß­macht am Südausgang des Roten Meeres könnte unter Umständen eine Hilfe für Japan gegen das naturgeforderte amerikanisch-englische Bündnis in Ostasien sein oder ein Mittel, um England ein­mal zu schwerwiegenden Zugeständnissen an den ita­lienischen Ausdehnungswillen zu nötigen.

Auch Frankreichs Hartnäckigkeit im Fest­halten an der Unterseebootwaffe zeigt den Willen, sich in einer starken seestrategischen' Machtposition gegenüber England zu halten. Frankreich wird so wenig zögern, wie Italien es täte, sich englischer Bindungen in Ostasien zu bedienen, um seine eig­nen Zwecke zu verfolgen. Es wird daher auch ohne Bedauern die Formel von dergemeinsamen oberen Bindung" vernommen haben, die der japanische Vertreter dem amerikanischen entgegensetzte. Sie bedeutete die Forderung der Flotten Parität!

Es stehen gegeneinander: Japans günstige geo­politische Position in Ostasien und der heroische Ehr- aeiz des japanischen Volks; Amerikas materielle Kraft und sein Wirtschaftswille; Englands wie­dergewonnener Wille, sein Weltimperium zu ver­teidigen. Japan steht dabei vor der Gefahr, seine Finanzkraft zu Überspannen; Amerikas Gegner ist der unendliche ozeanische Raum zwischen den beiden pazifischen Gegenküsten; England trägt die Folgen davon, daß es in Versailles das europäische Gleichgewicht hat zerstören, Mitteleuropa hat bal- kanisieren helfen.

HL. im Kampf gegen Hunger und Kälte.

Ein Tagesbefehl des Reichsjugendführers.

Berlin, 18. Dez. (DRB.) Mit den Stand­ort a p p e l l e n , die in allen Teilen des Reiches und. auch in der Reichshauptstadt heute ab 19 Uhr abgehalten werden, wird die Sammelaktion der Hitlerjugend und ihrer Untergliederun­gen eröffnet. Der Reichsjugendführer hat aus diesem Anlaß folgenden Tagesbefehl er­lassen:

Mit dem heutigen Tage beginnt die Aktion der Hitlerjugend für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Sie dauert bis zum 22. Dezember einschließ­lich. Während dieser Zeit steht Ihr alle aus­nahmslos im Dien st e unserer Aktion. Ihr habt in den vergangenen Jahren bewiesen, daß Ihr immer bereit seid, wenn Ihr im Kampf gegen Hunger und Kälte gebraucht werdet! Ich erwarte von Euch, daß Ihr er st recht in diesemWin- ter mit Eurer Opferbereitschaft und Eurem Sam­meleifer allen Volksgenossen ein Bei­spiel gebt. Die große Kameradschaft aller deut­schen Jugend soll sich erneut bewähren. Vorwärts gegen Not und Zwietracht.

Baldur o. Schirach.

Vereidigung des attkathottfchen Bischofs. Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister für die kirchlichen Angelegen­heiten Pg. K e r r l empfing den Bischof der Alt­katholiken des Deutschen Reiches, Erwin Kreuzer, aur Entgegennahme seines Eides. Dem feierlichen Akt wohnten Ministerialdirigent von Detten, Gerichtsassessor H a u a g , Pfarrer Dr. B u ch t a und Pfarrer H ü t w o h l bei. An dem zwangslofen Beisammensein, das sich der Vereidigung anschloß, nahm auch Reichsminister Dr. Frank teil. Der Vereidigung kommt insofern eine besondere Bedeu­tung zu, als es z u m ersten Mal seit 60 Jahren der Fall ist, daß der Bischof der Altka­tholiken Deutschlands von einem Reichsminister ver­eidigt wird.

Vor der Eidesleistung hielt Bischof Erwin Kreu­zer eine Ansprache, die in einem eindrucksvollen Be­kenntnis zum Führer gipfelte und in der er u. a. folgendes ausführte: Unsere Kirche wurzelt tm Evangelium Christi und im Erbgut des alten Ka­tholizismus, sie fühlt sich aber zugleich verwachsen mit dem, was durch das Dritte Reich in unserem deutschen Volke werden und erstarken soll, der Volksgemeinschaft, die alle Glieder und Bekenntnisse unseres Volkes umfassen soll. So darf ich als Bi­schof meiner Kirche dieses Dritte Reich in herzlich­ster Hingabe begrüßen. Wir danken ihm, daß es auch die Besonderheit unserer kleinen Minderheit achtet. Was an mir liegt, wird es mein ernstestes Streben sein, die Verpflichtung der Volksverbunden­heit und die Treue zum Staate und seinem Füh­rer in allen ihren Gliedern wachzuhalten, zu hegen und zu pflegen. So gedenke ich in dankbarer Ver­ehrung in dieser bedeutungsvollen Stunde, in der ich ihm ohne Rückhalt den Eid der Treue ablege, des Mannes, der dieses Dritte Reich heraufführte: Ich grüße den Führer.

Der Minister antwortete u. a.: Mit Befrie­digung darf ich feststellen, daß die Haltung der alt­katholischen Volksgenossen in ihrer geistlichen Lei­tung zu Staat und Partei bisher stets eine rückhaltlos bejahende war, daß dieses Ver­hältnis keinerlei Trübung aufweist und wohl auch in Zukunft nicht ausweifen wird, da sich die alt­katholische Kirche nach ihrer Versicherung, Herr Bi­schof, dem Volkstum und dem neuen Staat beson­ders verbunden fühlt. In dieser Verbundenheit er­blicke ich die beste Bürgschaft für ein gedeihliches Zusammenarbeiten der staatlichen und kirchlichen Gewalten. Die nationalsozialistische Bewegung, die, wie ich in dieser feierlichen Stunde mit besonderem Nachdruck betone, auf dem Boden des positiven Christentumes steht, hat für den Altkatholizismus eine große innere Bedeutung. Derjenigen Kirche, die innerhalb des universellen Christentumes d i e menschlichen und völkischen Interes­sen am besten zu verbinden weiß, gehört die Zukunft.

Wenn Sie, Herr Bischof, in diesem Geiste Ihres hohen verantwortungsvollen Amtes walten und die Treue zum neuen Staate auch unter Ihren Geist­lichen und Ihren Gläubigen pflegen und fördern, dann dürfen Sie von mir die Versicherung ent­gegennehmen, daß die deutsche Reichsregierung der altkatholischen Kirche jederzeit Schutz und Förderung gewähren wird.

Sühne für einen Marxistenüberfall in Breslau 1933.

Breslau, 17. Dez. (DNB.) Das schlesische Sondergericht verurteilte den schwer vorbestraften Angeklagten Erich G o t t s ch l i n g, die Angeklagten Fritz Hentschel und Arthur Langer wegen Mittäterschaft am schweren Landfriedensbruch und Totschlags sowie die Angeklagten Luise Dominik und Richard Dominik wegen Beihilfe. Es er­hielt Gottschling 15 Jahre, Hentschel sechs Jahre, Langer acht Jahre Zuchthaus, jeder auch zehn Jahre Ehrenrechtsverlust, Luise Dominik und Richard Do-

Weihnachten in aller Wett.

Was unsere Auslands-Berichterstatter von fremden Gitten zu erzählen wissen.

Hundert verschiedene Sitten" meldet Neuyork.

H. W. v.D. Neuyork.

Weihnachten in Neuyork beschreiben zu wollen, ist fast unmöglich. Nicht deshalb, weil es hier viel­leicht kein Weihnachten gibt, sondern weil es durch hundert verschiedene Sitten gefeiert wird. In die­semSchmelztiegel" aller Nationen und Rassen fei­ert der Amerikaner deutscher Abstammung im Kreise seiner Familie sein Weihnachten auf deutsche Art, der Schwede, der Engländer, Italiener oder Russe das (einige auf seine eigene Weise. Und nur neben diesen häuslichen Feiern gibt es, besonders natür­lich für solche Bindestrich-Amerikaner, deren Reli­gion oder Stammland kein Weihnachtsfest kennt, auf den Avenues und den Vergnügungszentren am Broadway, am Union-Square und am Columbus- Circle, wo die Stadtverwaltung riesige Tannen­bäume aufgebaut hat, ausgelassene und sehr welt­liche Feiern, die eine Mischung von Karneval, Neu­jahr und eben Broadway sind.

Dort staut sich die Menge vor überfüllten Restau­rants, Theatern und Tanzdielen. Auf den von Licht­reklamen grellerleuchteten Straßen läßt sie Tau­sende von Luftballons auffliegen, kümmert sich we­der um den wahnsinnigen Autoverkehr noch um die erschütternde Armut im nächsten Häuserblock und macht mit natürlichen oder künstlichen Instrumenten einen ebensolchen Krach, wie er am Kurfürsten­damm oder am Picadilly-Zirkus in der Silvester­nacht herrscht.

Wenn auch Neuyork durch seine Art, Weihnach­ten zufeiern", nur erneut beweist, daß es eine Welt für sich ist, so bildet sich doch anderseits langsam aber stetig im übrigen Amerika der Typ eines Weihnachtsfestes heraus, der eine gute Mi­schung der deutschen und englischen Feier ist, und bei dem der Kirchgang, der Tannenbaum, der Aus­tausch von Geschenken und der Festschmaus im Familienkreise die Hauptrolle spielen, wobei natür­lich persönlichem Geschmack und örtlichen Sitten weitester Spielraum gelassen ist.

Angeregt durch die vielen Einflüsse in einem Sied­lungslande wie den USA. haben sich hingegen Bräuche eingebürgert, deren Ursprung nicht immer einwandfrei nachzuweisen ist, die aber vielleicht ge­rade deshalb geeignet sind, den Reiz des Weih­nachtsfestes zu erhöhen. Es sei nur an die schöne Sitte erinnert, in den Vorgarten seines Hauses Tannenbäume zu pflanzen und sie an den Weih­nachtsabenden mit elektrischen Kerzen zu erleuch­ten; an den Brauch, armen Kindern, die, wie in Deutschland am Nikolaus-Tag, in Phantasiekostümen singend von Haus zu Haus zu ziehen, freundliche Gaben zu machen, und an das Uebersenden einer besonderen Weihnachtsblume, derPoinsettas", an Freunde und Bekannte.

Stille Nacht" auf Chinesisch bei 42 Grad Hitze.

H. T. Dairen.

Ist es nichtparadox", wenn chinesische Schulkinder bei 42 Grad Hitze, derweil die Sonne im Zenith steht, im tobenden Lärm der ChinesenstadtStille Nacht, heilige Nacht" sin­gen? Und zwar auf chinesisch, aber nach der wohl­bekannten deutschen Melodie. So geschehen im August dieses Jahres in Port-Arthur, der großen Festung am Gelben Meer!

Und was außerdemparadox" ist? Wenn der Herr Hauptschriftleiter von seinem geplagten, 13 000 Kilometer entfernten Mandschurei-Korre­spondenten einen Beitrag überWeihnachten in Mandschukuo" erbittet, mit dem Hinzufügen, daß dieser Bericht rechtzeitig vor dem Fest in seinen Händen sein müsse, damit er ihn noch in der Weih­nachtsausgabe unterbringen könne. Da nun der be­sagte geplagte Mandschurei-Chronist auch hier drau­ßen nur Feste schildern kann, die stattgefunden haben, sieht er sich vor eine unlösbare Aufgabe stellt! Dies um so mehr, als besagter Chronist selber noch nicht einmal weiß, ob und wie er dieses Fest hier draußen begehen wird! Denn er braucht dazu mindestens einen Tannenbaum bisher hat er auf seinen vielen Reisen noch nirgends ein solches Bäumchen zu erblicken vermocht. Vielleicht gibt es welche in Mandschukuo, aber wer handelt hier mit Tannenbäumen? Und vor allem mit den vielen netten Dingern, die auf so einen Baum draufge­hören? Glaskugeln? Flitter? Auch die Lichterfrage will überlegt sein, vor allem das Problem der Lichthalter. Nur 26 Deutsche wohnen zum Beispiel in der Halbmillionenstadt Dairen. Aber ich glaube nicht, daß der PostenWeihnachtsartikel und Christbaumschmuck" in der japanischen Jmport-

statistik eine besondere Rolle spielt. Wie also soll der Chronist das Weihnachtsfest in Mandschukuo begehen? Zur Stunde weiß er es noch nicht aber er wird es aenau am 25. Dezember wissen, und dann ist es für dieWeihnachtsnummer" zu spät!

Im Interesse seiner schönen Leser und seiner noch schöneren Leserinnen beklagt er diese bedauerliche Tatsache. Er tröstet sich aber mit dem Gedanken, des aufrichtigen Mitgefühls aller sicher zu sein, denen daheim im Angesicht des Tannenbaums die­ser etwas trübselige Bericht vom Ende der Welt in die Finger gerät und die dabei sicherlich alle jener Deutschen gedenken werden, die sich hier draußen über die Frage:Wo kauf ich mir einen Tannen­baum?" den Kopf zerbrechen von anderen Sor­gen ganz zu schweigen!

Mitternachtsmette am Tauernpatz.

Dr. A. Wien.

Uraltes geheiligtes Brauchtum in den Alpenlän­dern Oesterreichs ist die Mitternachtsmette. Wem es einmal vergönnt war, den Gang der Bauern zur Mitternachtsmette mit anzusehen, wird die eigen­artige Feierlichkeit und die in diesem Brauchtum so deutlich zum Ausdruck kommende Symbolik nie mehr vergessen. Zuerst sammeln sich die Bauern der entlegenen Gehöfte bei jenem Nachbarn, von dem der kürzeste Weg zum Dorf, zur Kirche führt. Dann, wenn der Zeiger rückt, werden die Fackeln entzün­det und durch den von Rauhreif blinkenden Wald, durch den Schnee der Mulden und Hänge bewegt sich der gespenstische Zug. Einer hinter dem andern, Schritt für Schritt, wie es der Aelpler Brauch ist, von dem flackernden Licht der Fackeln überglänzt, der Kirche zu...

Sobald sie dort anlangen, wird das Kirchentor weit geöffnet. Der Strahl von hundert und auch mehr Kerzen brandet ihnen entgegen, und aus der finsteren Nacht, die sie umhüllt hat, tasten sie sich in den Raum des Lichts.

Wenn die kirchlichen Zeremonien vorüber sind,

treten die Bauern noch nicht den Heimweg an. Sie warten, bis es Tag wird, und erst im strahlenden Glanz der frühen Christtagssonne stapfen sie über den gleißenden Schnee in ihre Berge, in ihre Wälder.

In diesem Gang zur Mitternachtsmette mit seinem Beginn zur Nachtzeit, seinem Harren auf das Helle, seiner Heimkehr bei Sonnenlicht, liegt nichts ande­res beschlossen kein geringerer als der steirische Dichter Peter Rosegger hat es in einer kleinen Novelle wunderschön herausgearbeitet als die Sehnsucht des Bauern nach Wärme und Licht, nach der schöpfenden Zeugungskraft der Sonne. Noch mehr; es liegt der faustische Drang unseres Volkes darin, dieses Streben aus der Dunkelheit der Wissensqual zu den strahlenden Höhen der Er­kenntnis.

Eine besondere Christnachts-Mette wird auf dem uralten Tauernpaß abgehalten. Hier wird aller Wanderer gedacht, die seit Menschengedenken über diesen wichttgen Paß vom Norden nach dem Süden zogen und in den wilden Stürmen des Hochgebirges ihr Ziel nicht erreichten. Ihre Grabhügel sind vor dem Tor der Kirche aufgehäuft. Dieser Symbolis­mus des Dranges zum Licht kommt gerade hier besonders klar zum Ausdruck. Denn die Opfer, die da von dem ewigen Jochwind der Tauernberge um» fpielt ihren ewigen Schlaf schlafen, sie waren ja im Grunde nichts anderes als die Opfer jener ge­heimen Sehnsucht, der die Deutschen immer wieder aus dem rauhen Norden in die Länder des Südens trieb. Freilich, ein neues Geschlecht hat uns wissen gelehrt, daß die Sonne nirgends heißer und schöner brennt, im tiefften Winter vor allem, als auf den Gipfeln der Berge. Und während einst nur Säumer, Förster und Jäger dieser Mitternachtsmesse am Tauernpaß beiwohnten heute ist es die Mann­schaft der Skijugend, die uns verkündet, daß wir die Erfüllung unserer Sehnsucht nicht mehr in phantastischen Ländern, weiß wo in der Welt, son­dern in uns und in unserer Kraft suchen sollen.

plumpuddmg und Mstelzivrig.

Koe. London.

Ein Deutscher, der zur Weihnachtszeit in Eng­land weilt, wird manches vermissen, was ihm in der Heimat an diesem Fest der Festö>lieb und wert ist. Vor allem die Natur hat es in dieser Beziehung schlecht mit den Engländern gemeint: Ein Christfest mit Schnee ist eine Seltenheit, die man schon seit vielen Jahren nicht mehr kennt. Früher, so er­zählen alte Leute, soll es anders gewesen sein. Und doch feiert auch der Engländer seine Weihnacht als das größte und bedeutendste Fest im ganzen Jahre. Die Weihnachtsbräuche stellen eine seltsame, aber aus der Rassengeschichte Englands leicht er­klärbare Vermengung nordisch-germanischer und ro­manischer Ueberlieferungen dar. Wie in Deutschland istChristmas" ein Fest der Familie, an dem sich die Familienmitglieder und Verwandten unter dem elterlichen Dach vereinigen. Am Weihnachtsabend sucht jedes Kind nach dem größten Strumpf, den es finden kann und hängt ihm am Fußende seines Bettes auf. Dann, wenn das Kind schläft, zieht Father Christmas" oder Sankt Niklaus auf einem von Renntieren gezogenen Schlitten durch die Lüfte, rutscht durch die Kamine hinunter und füllt die Strümpfe mit Geschenken.

Vor hundert Jahren kannte man noch keinen Christbaum in England. Erst der deutschstämmige Prinzregent Albert, der Gemahl der Königin Vic­toria, verpflanzte diese herrliche Sitte nach England. Sie hat Jahr für Jahr festeren Fuß gefaßt, vor allem beim englischen Bürgertum, wo der Weihnachts­baum heute beinahe so unentbehrlich ist wie in Deutschland. Ja, selbst in den letzten Jahren hat man eine stetige Weiterverbreitung der Christbaumsitte feststellen können. Zum erstenmal wird in diesem Jahre ein riesiger, lichtergeschmückter Weihnachts­baum vor dem Eingangsportal der mächtigen St.- Pauls-Kathedrale ausgestellt.- Am Weihnachtsabend ist der Platz vor der Kathedrale dichtgefüllt, und Tausende von Menschen fingen gemeinsam unter freiem Himmel Weihnachtsgesänge. Auch das Auf­stellen von Weihnachtsbäumen in Bahnhofshallen und großen Gaststätten ist in den allerletzten Jahren in England nachgeahmt worden.

Typisch englische Bräuche sind der Christmas- Pudding und der Weihnachts-Truthahn, der in kei­ner Familie fehlen darf. Der berühmte Plumpud- ding wird oft ein ganzes Jahr vorher hergestellt, denn er ist unverwüstlich. Mit Rum wird er über­

gossen und brennend auf den Tisch gebracht. Alle möglichen Gegenstände, die eine besondere Bedeu­tung haben, sind in den Pudding hineingebacken. Der Esser, der in seinem Stück einen Ring findet, wird sich als erster verheiraten, ein kleines Geld­stück bedeutet Reichtum. Wer einen Knopf bekommt, bleibt Junggeselle. Riesige Plumpuddings von der Größe eines Feldkessels werden jährlich vom Ober­bürgermeister ober anderen hohen Persönlichkeiten unter feierlichem Zeremoniell angeschnitten und un­ter die arme Bevölkerung verteilt. Eine alte nor­dische Sitte ist dasHineinbringen des Jul-Klotzes" (vom alten Julfest). Ein besonders ausgewählter Holzklotz, mit Zweigen der Stechpalme geschmückt, wird feierlich ins Zimmer gebracht und auf das offene Feuer gelegt. Heute, im Zeitalter der elek­trischen und der Gasfeuer ist diese Sitte allerdings nur noch selten zu finden. Auf dem englischen Land ilt die schöne Sitte verbreitet, daß die Kinder in den Tagen um Weihnacht herum von Haus zu Haus ziehen und alte Weihnachtslieder fingen. Sie werden von den Hausbesitzern eingeladen zu Trank und Speise ober bekommen Penny-Stücke.

Gleichzeitig finb bie Tage unb Wochen vor und nach Weihnachten für den Engländer eine Art Kar­nevals-Saison. Besonders am zweiten Weihnachts­tag, dem sogenanntenBoxing day, strömen jung und alt in die Hotels und Gaststätten im Smoking oder im Kostüm, und vergnügen sich in ausgelassen» ter Weise bei Tanz und Getränken, mit Luftschlan­gen, Krachern, Konfetti und anderen karnevalisti- chen Instrumenten. An allen möglichen und un­möglichen Stellen sind Mistelzweige angebracht eine äußerst volkstümliche Sitte, denn wer sich un­ter einer Mistel befindet, darf jeden und jede nach Herzenslust küssen! Viele Wohnungen werden vom Keller bis zum Dach mit bunten Papieren, Lam­pions und Fichtenzweigen geschmückt, um die frohe Fastnachtsstimmung zu betonen. Sehr beliebt sind die verschiedensten heiteren Gesellschaftsspiele nach dem Weihnachtsschmaus. Besonders in Nordeng­land verbreitet ist das SpielSnap-Dragons" (Schnapp-Drachen), bei dem es gilt, aus einer mit brennenden Rum gefüllten Schüssel Rosinen und ge­dörrte Pflaumen mit den Fingern herauszuschnap­pen. So ist Weihnachten im heutigen England teils ein Fest der Familie, teils eine Zelt froher Gesell­schaftlichkeit und farbenbunten Rummels.

reoolution versuchen hier immer wieder, den N a -

minik je zwei Jahre Zuchthaus und je fünf Jahre Ehrverlust. Die Untersuchungshaft wird den Ver­urteilten nicht angerechnet, da sie dis zum letzten Augenblick geleugnet haben.

Dem ' Prozeß lag der Marxistenüberfall auf drei SA. -Männer in Breslau am 5. Fe­bruar 1933 zu Grunde. Dabei war der 20jährige Sturmführer Martin D e m m i g durch Messerstiche so schwer verletzt worden, daß er nach schwerem Krankenlager st a r b. Der SA.-Mann K o l l o ch wurde ebenfalls verwundet. Er starb 1934, doch ließ sich nickst feststellen, ob sein Tod mit den Ver­letzungen zusammenhing. Ein weiterer Verletzter ist wiedergergestellt worden. Der Staatsanwalt er­klärte bei der Begründung der Strafanträge, er habe die Todesstrafe gegen Gottschling nicht bean­tragt, da nicht voll erwiesen sei, daß Gottschling die tödlichen Stiche ausgeführt habe. Der Vorsitzende hob in feiner Urteilsbegründung hervor, daß nach den Vorstrafen Gottschlings diesem durchaus zu- autrauen fei, daß er die tödlichen Stiche ausgeführt habe.

Oer erste Fall von Baffenschändung vor einem Berliner Gericht.

Berlin, 17. Dez. (DNB.) Zum erstenmal vor den Berliner Gerichten kam ein Fall von Rassen­schändung zur Verhandlung. Die Anklage richtete sich gegen den 43jährigen Juden Otto Jaffe, dem aur Last gelegt wurde, nach Inkrafttreten des Ge­setzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre mit einer deutschblütigen Frau rasse- schänderisch verkehrt zu haben. Der Angeklagte lebte mit dieser Frau, die er etwa schon fünf Jahre kannte, feit Beginn dieses Jahres in wilder Ehe in einer gemeinsamen Wohnung. Der Verbindung war ein jetzt 9 Monate altes Kind entsprossen. Der Staatsanwalt erklärte, der vorliegende Fall recht- artige eine mildere Beurteilung, da das Verhältnis

bereits vor Inkrafttreten des Ge­setzes bestanden habe. Die volle Schärfe des Gesetzes und damit eine fühlbare Zucht­hausstrafe werde aber alle diejenigen treffen, die nach Erlaß der Bestimmungen noch ein raffen« schänderisches Verhältnis begonnen haben. Das Ge­richt erkannte antragsgemäß wegen Zuwiderhand­lung gegen § 2 des Gesetzes zum Schutze der deut­schen Ehre und des deutschen Blutes auf 1 Jahr 3 Monate Gefängnis bei Sofortiger Verhaftung des Angeklagten.

Moskau wühlt in Palästina.

Kommunistische Agitation unter den Arabern und Juden.

Jerusalem, 17. Dez. (DNB.) In Palä - stina ist unter Arabern und Juden in letzter Zeit eine verstärkte kommunistische Propa­ganda wahrzunehmen, die alle sich bietenden Gele­genheiten zum Anlaß für ihre gewissenlose Hetze nimmt. Vor allem die Erregung, die unter den national gesinnten Arabern wegen der vor kurzem erfolgten Erschießung der Führer der Sekte der sogenanntenaufständischen Scheichs" herrscht, wird in jeder Weise ausgenutzt. Man ver­sucht, die Erschossenen zu Märtyrern zu stempeln unb ben arabischen W id e r st a n d gegen bie Manbatsregierung unb bie englische Z i o n i st e n p o l i t i k immer roieber zu entfachen. Nach polizeilichen Ermittlungen, in bereu Verlauf zahlreiche kommunistische Araber verhaftet würben, haben bie Kommunisten bie Absicht, bie arabische Gebenkfeier am 5. Januar in Haifa in großem Um­fange für ihre Zwecke auszuwerten. Diese Vorfälle finb kennzeichnen!) für bas Vorgehen ber Sowjets im Nahen Osten. Die Derkünber ber roten Welt­

ker geschickt zu förbern, um auf biefe Weise kommu­nistische Sympathien zu wecken unb so den Kampf aegen England mit Unterstützung dieser Kreise zu führen.

Mexiko gegen Calles.

Der ehemalige Präsident umstürzlerischer Pläne bezichtigt.

Mexiko (Stadt), 17. Dez. (DNB.) Nach der Rückkehr des früheren sozialistischen Staatspräsiden­ten, General Calles, ist es zu einer Beunruhi­gung in Mexiko gekommen. Die mexikanische Re­gierung ist scharf gegen die Anhänger von Calles oorgegangen. Die Absetzung der Gouverneure der Staaten Guanajuato, Durango, Sinaloa und So­nora hat der Senat noch Montagabend beschlossen. Die Gouverneure sind Anhänger von Calles. Gleichzeitig beschloß ber Senat, ben Staatspräsi- benten Carbenas aufzufordern, Calles aus

bem Heere auszu stoßen. Carbenas setzt bie» jenigen Regierungsbeamten, bie einer Anhänger­schaft an Calles verbächtig finb, überall im Lanbe ab. Die Elektrizitätsarbeiter haben ben General­streik für ben Fall angefünbigt, daß Calles nicht bis zum 31. Dezember das Land verlassen hat. In' Monterrey im Staate Nuevo Leon drangen Be­waffnete in das Rathaus und setzten die Stadtver­waltung ab, die sich aus Anhängern Calles zu­sammensetzt.

General Garrido Alfaro hat beim General­staatsanwalt gegen Calles Anklage wegen umstürz­lerischer Pläne erhoben. Zwei Mittelsmänner Cal­les' hätten ihn aufgefordert, an dem Sturz der Re­gierung mitzuwirken. Die Mittelsmänner hätten ihm ferner mitgeteilt, daß in einigen Banken von Neuyork 10 Millionen Dollar hinter­legt feien, mit denen der Umsturz finanziert wer- . ,------,----den solle. DasNattonal-Comitte für proletarische

11 o n a It s m u s der orientalischen 23 ö I * Verteidigung" hat die Bevölkerung zu einer Lund*