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Geschichten aus aller Welt.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Auch eine Königsehrung.

(h) Bombay.

Aus allen englischen Kronkolonien und Dominien wurden Huldigungsgaben und Glückwunschadressen zum Regierungsjübiläurn nach London abgeschickt. Aber von demGeschenk" des Kandesh-Powra- Stammes im Dschungel bei den Satpura-Hügeln hörte man bisher nichts. Dieser Stamm hat als immerhin eigenartigeKönigsehrung" beschlossen, zur Feier des Tages auf mindestens sechs Mo­nate die Ehefrauen nicht mehr zu verprügeln! Die Powras halten, nämlich diese Uebung für eine selbstverständliche Sitte, so daß es wirklich für sie eine Ueberwindung bedeutet, wenn sie einmal ihren Schönen die braune Haut unangetastet lassen.

Ter.Klub der Vergeßlichen".

(th.) Neuyork.

In Pittsburg (Pennsylvanien) wurde neulich, wahrscheinlich weil es noch nicht genug Vereine in der großen Stadt gab, ein neuer ins Leben ge- rufsn, und zwar einKlub der Vergeßlichen". Der Gründer dieser Vereinigung ist nicht etwa ein zer­streuter Gelehrter gewesen, sondern der in seinen Geschäften sehr erfolgreiche Kaufmann James White, der jedoch behauptet, im Privatleben furcht­bar vergeßlich zu sein und nicht einmal die Tele­phonnummern seiner besten Freunde im Kopfe be­halten zu können. Ein hämischer Nachbar behaup­tet freilich, White sei am vergeßlichsten in seiner Eigenschaft als Steuerzahler!

Mitglied des von ihm ins Leben gerufenen Klubs kan nur ein unbescholtener Pittsburger Bürger wer­den, der nachzuweisen in der Lage ist, daß er durch seine Vergeßlichkeit schon einmal einen großen Scha­den erlitten hat. Bei der Gründungsfeier waren vierunddreißig Herren anwesend, denen dieser Nach­weis gelungen war. Seitdem soll das Klublokal wie ausaestorben sein, vielleicht, weil die meisten Klub- mitgueder vergessen haben, daß sie diesen Verein gegründet haben ...

Beruf: Preisausschreibenlöser.

() Manchester.

Latten bereits gebündelt in einer Hofecke stehen sah, lud er sie einfach auf die Schulter und ging davon. Um an der nächsten Straßenecke von zwei Polizisten auf die Forderung eines Holzplatzange- stellten hin, der von dem Einkauf nichts wußte, wegen Diebstahls verhaftet zu werden!

Auch hier stellte sich seine Unschuld bald heraus. Also machte der Pechvogel inzwischen war es schon Mittag geworden sich wieder auf den Heimweg. Der größte Schreck dieses ereignisreichen Tages jedoch erwartete ihn zu Hause: in der mit Gas gefüllten Küche lag wie leblos seine Frau. Als ihr Mann nicht zur gewohnten Zeit nach Hause ge­kommen wer, hatte sie in der Fabrik nach seinem Verbleiben angerufen und den Bescheid erhalten, daß er fristlos entlassen sei. In der ersten Auf­regung darüber hatte sie einen Selbstmordversuch unternommen. Der Feuerwehr gelang es zum Glück, sie wieder ins Leben zurückzurufen. Etienne Cayoux aber meinte mit Recht, die Erlebnisse dieses einen Vormittags seien doch wohl ein bißchen viel auf einmal ...

Lchule der Bettler.

(p) Prag.

Vor einigen Tagen hielt die Brünner Polizei eine Bande von vierzehn Jungens an, die sich in Stadt und Land herumtrieben und sich recht ein­träglich von dem etwas anrüchigen Gewerbe der Bettelei ernährten. Die Bande unterstand zwei Leitern", die genaue Anweisungen gaben, wie und wo zu betteln sei. Und wenn dann dasGeschäft" einmal etwas weniger blühte, so hielten die beiden AnführerUnterricht" ab, wobei die Mitglieder der Bande darin unterwiesen wurden, wie man es an­stellen müsse, um möglichst ärmlich und zerlumpt auszusehen, wie man das Mitleid älterer Frauen und das von vermögenden Herren erweckte. Ge­wissermaßen eine Schule für die Psychologie des Bettelns. Sogar das Vortäuschen von körperlichen Gebrechen und Verkrüppelungen wurdegeübt". Neben demtheoretischen" Unterricht wurden auch

praktische Uebungen abgehalten. Das Geld, das sich die Mitglieder der Bande erbettelten, mußten sie ihren beiden Anführern abliefern, die die Hälfte für sich behielten, und das übrige Geld unter ihren Schülern" verteilten.

Begeisterung auf der Bühne.

(Da) Warschau.

In einer kleinen polnischen Stadt wurde Abend für Abend von einer Wanderbühne ein Singspiel gegeben, in dem die tollsten Sachen vorkamen. Unter anderem passierte die unglaubliche Begegnung eines Jägers mit einem riesenhaften Bären, bei der ein regelrechter Boxkampf zwischen diesen beiden Partnern stattfindet. Der Bär stürzt, Knockout ge­schlagen, auf die Bretter, und zum größten Ver­gnügen der Zuschauer setzt sich der Jäger auf ihn nieder und singt triumphierend ein Liedchen. Eines Abends befand sich ein junger Mann im Saal, der restlos begeistert war über das verrückte Spiel; er freute sich besonders über die Boxszene. Nachdem er mehrere Male der Vorstellung beigewohnt hatte, ging er zu dem Theaterdirektor und bat ihn herz­lich, einmal mitspielen zu dürfen. Und zwar wollte er die Rolle des Bären übernehmen. Der Theater­begeisterte bekam schließlich die Erlaubnis, den Bären darzustellen. Der Bär war einfach wunder­voll. Der Mann hatte entschieden Talent; hinter der Szene überlegte der Direktor schon, ob er den neuen Schauspieler engagieren sollte. Da ging es gerade ans Boxen. Der arme Jäger! Der Bär dachte gar nicht daran, sich Knockout schlagen zu lassen. In dem Mann war der Boxeifer erwacht. Er boxte, daß es eine Lust war. Mit Entzücken und Hände­klatschen verfolgte das Publikum den Kampf auf der Bühne und war begeistert, als der Bär ganz un­programmäßig den Jäger mit einem Kinnhaken er­ledigte, sich Hütchen und Gitarre des Niedergeschla­genen aneignete und nun das lustige Liedchen sang, das eigentlich der Rolle des Jägers zukam. Der Erfolg war riesengroß. Indessen gab der Direktor doch den Gedanken auf, den sportbegeisterten jungen Mann noch länger zu beschäftigen. Er wollte nicht jeden Abend auf neue Ueberraschungen gefaßt- sein.

Vom Werden eines Regiments.

Not macht erfinderisch!" sagte ein altes Sprich- wort. Diese Behauptung wird bestätigt durch die Tatsache, daß man immer wieder von neuen Beru­fen hört, von denen unsere Vorfahren sich bestimmt noch nichts hätten träumen lassen.

Vor einem englischen Gerichtshof wurde unlängst ein Zeuge nach seinem Berufe gefragt. Als er darauf antwortete:Ich bin Preisaüsschreibenlöser", sah der Richter ihn erstaunt an: Was denn das für ein Beruf sei, der sei ihm in seiner immerhin nicht kurzen Praxis ja noch nie begegnet.Ja", meinte der Mann,das ist auch meine Erfindung. Ich rate und löse alle Preisausschreiben, die in den Zei­tungen oder anderswo veröffentlicht werden. Aber ich tue das nickt für mich, sondern ich habe zahl­reicheKunden , in deren Namen ich die Lösung einschicke und von denen ist im Falle eines Gewinns einen gewissen Prozentsatz erhalte." Auf eine wei­tere Frage des Richters erklärte er, mit seinen Ein­nahmen recht zufrieden zu sein. Womit also fest- gestellt ist, daß dieses moderneGewerbe" einen Mann über Wasser halten kann.

Ein teurer Morgentrank.

(zi) Brüssel.

Vor einigen Tagen brannte das historische Schloß der Prinzen von Caraman-Chimay im Maastal südlich von Charleroi vollständig nieder, wobei unersetzliche geschichtliche Dokumente und viele künstlerische Werte zugrunde gingen. Das Schloß war übrigens während des Weltkrieges der Sitz eines hohen deutschen Truppenstabes. In den Be­richten über den Brand wurde geschildert, wie die Dienerschaft den jetzigen Besitzer des Schlosses, den 78jährigen Prinzen von Caramon, aus dem bren­nenden Gebäude in einem Lehnstuhl heraustrug, denn der alte Herr ist seit Jahren schon gelähmt. Der Prinz ließ den Lehnstuhl es war in den frühesten Morgenstunden, nur wenige Schritte von der polizeilichen Absperrung vor der Front feines brennenden Besitztums aufstellen und sah zwei Stunden lang stumm in die Glut. Dann jedoch rief er, wird versichert, seinen Diener zu sich und befahl,bevor es zu spät und das Feuer gelöscht" sei, ihm mit den Flammen wenigstens noch seine Morgenschokolade zu kochen

So geschah es auch. Es war wahrscheinlich der teuerste Morgentrank den jemals ein Sterblicher ge­schlürft hat ...

Ein erlebnisreicher Bormittag.

(z) Paris.

Etienne Cayoux ist, oder richtiger: war Nacht­wächter bei einer Seidenweberei in Lyon. Unlängst feierte der jüngste Bruder seiner Frau Hochzeit, und auch Etienne nahm an den Feierlichkeiten teil. Man vergnügte sich großartig und trank einen guten Tropfen. Am Abend verließ Etienne, weil er sich keinen Urlaub hatte geben lassen, die feuchtfröhliche Gesellschaft, um wie üblich seinen Dienst anzutreten. Er mußte aber wohl doch etwas zu tief in die Kanne geguckt haben, denn nach dem ersten Rund­gang durch die Fabrikräume und Werksäle schlief er auf einem Treppenpodest ein. Er wurde erst wach, als die morgens zuerst ankommenden Arbeiter und Angestellten ihn wachrüttelten und ihm die nie­derschmetternde Mitteilung machten, während der Nacht sei in den Kassenraum eingebrochen und der Geldschrank aufqeschweißt worden ...

Daß er mit den Einbrechern nicht etwa gar ge­meinschaftliche Sache gemacht habe, glaubte ihm die herbeigerufene Polizei. Die Fabrikleitung aber ent­ließ ihn wegen grober Pflichtverletzung auf der Stelle und händigte ihm seine Papiere aus. Betrübt machte er sich in später Vormittagsstunde auf den Heimweg und kam dabei an einem Holzplatze vor­bei, bei dessen Inhaber er am Tage vorher eine Anzahl Latten zur Reparatur seines Hühnerstalles bestellt und gleich bezahlt hatte, um sie an diesem Morgen mit nach Hause zu nehmen. Der Inhaber war gerade nicht anwesend, aber weil Etienne seine

Besuch auf dem Truppenübungsplatz Döberitz.

Das Infanterie-Regiment Döberitz hatte die Zeitungen der Reichshauptstadt und die in Berlin vertretenen Zeitungen aus dem Reiche zu einem Besuch eingeladen. Dieser Einladung hatten sich der Kommandant des Olympischen Dorfes, das auf einem der Wehrmacht gehörenden Gelände in un­mittelbarer Nachbarschaft des Truppen­übungsplatzes durch die Wehrmacht erbaut wird, und der Kommandant des Truppen­übungsplatzes Döberitz selbst angeschlossen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Regimentskommandeur Oberst Graf von S p o n a ck, schilderte der Kommandant des Olympischen Dorfes Hauptmann F ü r st n e r zunächst an Hand von Karten und Bild­material das Olympische Dorf, das anschlie­ßend besichtigt wurde. Der Nachmittag war dann in der Hauptsache den Vorführun­gen des I R. Döberitz vorbehalten. Einer Begrüßung durch den Kommandeur des Truppenübungsplatzes Döberitz, Oberst von D u f a y, folgte eine Besichtigung des Lagers unter Führung des Adjutanten Major Graf Stolberg. Eine Rundfahrt um den Platz vermittelte ein eindrucksvolles Bild von der Größe der Anlage. Unser Berliner Berichter st atter schreibt uns über seine Eindrücke:

Ungezählte Schweißtropfen sind auf diesem Trup­penübungsplatz in Döberitz geffoffen von den Sep­tember-Tagen an, da Friedrich der Große hier mit 44 000 Mann lag, bis zu den Vorkriegsjahren, da hier vorzugsweise das Gardekorps übte. Viele tausend junger, begeisterter Menschen haben dann in den Kriegsjahren den Waffengebrauch hier er­lernt, ehe sie hinausgingen an die Front. Und heute wiederum wird ein Stück Aufbauarbeit der deutschen Armee hier geleistet. Soldatenarbeit ist hier Friedensarbeit im allerbesten Sinne geworden, dem Sinne nämlich, der deut­schen Heimat und den deutschen Menschen den Frie­den durch vollen Einsatz aller Kräfte und allen Könnens zu sichern.

Seit Monaten liegt nun hier draußen vor den Toren Berlins das Infanterie-Regiment Döberitz. Wie solch ein Regiment lebt und wächst, wie es Form und Inhalt erhält, das ist schöpferische Arbeit, an der alle mithelfen müssen, angefangen vom Regimentskommandeur bis zum Pferdepfleger.

Da ist vorerst einmal die Anknüpfung an die Tradition notwendig, um das deutsche Soldatenerbe fest im Regiment verwurzeln zu lassen. Traditionspflege in der Wehrmacht ist nicht eine Angelegenheit, die nur etwa in Verordnun­gen oder in Tagesbefehlen ihren Ausdruck findet. Tradition ist der Ausdruck der Zusammengehörig­keit in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Tradition ist nicht nur zu erblicken im Feiern histo­rischer Gedenktage, Tradition wirkt vielmehr in jedem einzelnen, und das ist wohl immer noch die beste Tradition gewesen, wenn die Söhne dort dienen wollen, wo einst ihre Väter gedient haben.

Wenn dazu noch die landschaftliche Ver­bundenheit und die stammesgemäße Einheit kommt, dann sind, wie hier beim In­fanterie-Regiment Döberitz, wo Pommern und Mecklenburger die Hauptbestandteile bilden, die Voraussetzungen für einen organischen Aufbau einer geschlossenen Truppe gegeben. Zu dieser Voraussetzung kommt der Geist des gemeinschaft­lichen Willens und der gemeinschaftlichen Ziele. Ist der vorhanden, dann lassen sich die Fragen der Ausbildung viel leichter lösen. Hier ist ein Bei- lviel: Wie wäre es wobl möglich gewesen, aus Kompanien, die bis zu 125 Mann aus Rekru-

ten bestanden, in kurzer Zeit ein Regiment zu schaffen, das sich sehen lassen kann, wenn nicht der rechte Geist, der entschlossene Wille und das große Ziel vorhanden gewesen wären? Das Infanterie- Regiment Döberitz will nicht ein Musterbeispiel sein. Es ist ein Regiment wie alle Re­gimenter. Wenn wir aber dieses Regiment sehen, dürfen wir die feste Zuversicht haben, daß so wie hier, auch überall im Reiche ge­arbeitet worden ist.

Es ist eine Freude, die Kompanien in der Aus­bildung zu sehen. Da steht die 2. Kompanie, Un­teroffiziere lassen exerzieren. Einer von ihnen hat vor wenigen Tagen als Anerkennung für Bestleistungen vom Wehrkreiskommando eine Uhr erhalten. Heute weiß man vielleicht besser als früher, daß Lob und Anerkennung mindestens ebenso notwendig sind als Tadel und Kritik. Die 10. Kompanie zeigt Leichtathletik und Gym- nastik. Neuzeitliche Sporterkenntnisse sind mit militärischen Notwendigkeiten verknüpft worden, z. B. beim Hindernisturnen.

Ein Blick in die Arbeit der Reitabteilung der 12. Kompanie beweist, daß heute ein Infante­rie-Regiment, ganz anders als früher,, auch kaoal- leriftische Aufgaben übernommen hat und hat über­nehmen müssen. Am schlagendsten geht das aus der Tatsache hervor, daß ein Infanterie-Regiment heute über etwa 400 Pferde verfügt, eine Zahl, die der früheren Pferdezahl eines Reiter-Regimentes fast gleichkommt. Als eine Maschinengewehr- Kompanie in gefechtsmäßigen Uebungen gezeigt wird, da wird erkennbar, welche Anforderungen heute an Mann und Pferd gestellt werden müssen. Der Begleitzug zeigt Stellungswechsel vorwärts: im Galopp in eine offene Feuerstellung. Wenn wir gesehen haben, daß die Infanteristen von heute auch reiten und fahren können müssen, so sehen wir beim Kampfzug der Maschinengewehr- Kompanie in verdeckter Feuerstellung, daß der In­fanterist von heute auch ein gut Teil A r t i l l e r i st sein muß. Das indirekte Schießen unter Berücksich­tigung der Wetter- und Temperaturoerhältnisse und der Geländeschwierigkeiten verlangt eine ganz be­sonders ausgebildete Mannschaft, die im letzten das alles nur leisten kann, wenn sie die wahre Liebe zum Soldatsein mitbringt.

Immer wieder ist es der G e i st des Regi­ments, der keine unfaßbare Angelegenheit im luftleeren Raum fein darf, sondern der ein sehr realer Faktor für den Kampfwert der Truppen ist. Das alles wird noch mehr an Bedeutung gewinnen, wenn jetzt die Allgemeine Wehrpflicht voll durchgeführt wird, und die jungen Sol­daten in kurzem Zeit von diesem Geist ergriffen sein müssen. Dabei wird von großer Bedeutung auch Gei st und Haltung der Unteroffiziere sein. Es ist vieles anders geworden, ja, man darf es ruhig sagen, vieles besser geworden als manches in dieser Hinsicht im alten Heer, freilich unter an­deren Voraussetzungen, war. Heute muß es der Unteroffizier verstehen, ohne zu schleifen, das Letzte aus dem jungen Soldaten, der immer den allerbesten Willen mitbringt, herauszuholen. Man darf aber die sichere Zuversicht hegen, daß aus dem Hundert- taufend-Mann-Heer ein Unteroffizierkorps heraus­entwickelt worden ist, das die ihm heute gestellte Aufgabe auch erfüllen wird.

Der Geist des Regiments muß der gleiche fein im Dienst wie außer Dienst. Soldatengeist zeigt sich im Soldatenlied. Wiederum ein Beispiel, das viel Freude gemacht hat. Im Infanterie-Regiment Döberitz ist vor kurzer Zeit ein Regiments­chor gebildet worden, der aus vierhundert Ange­hörigen des Regiments besteht. Das erste Auftreten dieses Chors im nachtdunklen Hofe des alten Guts­hofes von Döberitz bot eindrucksstarke Bilder. Als

im Fackelschein der Regimentskommandeur Graf S p o n e ck den Sängern feine Anerkennung aus­sprach, da wußte jeder, daß diese Anerkennung ver­dient war. Es darf nicht vergessen werden: Die Sänger haben ihre Freizeit, die in diesen harten Ausbildungswochen nicht allzu reichlich bemessen werden konnte, benutzt, um das Soldatenlied und das deutsche Volkslied zu pflegen. Das allein zeugt für den guten Geist des Regiments. Diese Eindrücke vom Werden eines Regiments sind hinreichende Gewähr für den guten Geist, der in der deutschen Wehrmacht webt und wirkt.

Die fliegenden Elchkälber.

Scherl-Bildmaterndienst

MMMM

Zwei entzückende kleine Elchkälber reisten wie bereits gemeldet mit dem GroßflugzeugJu 52" von Ostpreußen nach Berlin, von wo sie in die Schorfheide gebracht wurden. Hier sieht man die zwei Elchkälber nach ihrer Ankunft auf dem Berliner Flughafen.

Aus atter Wett.

600 Tote bei dem Grubenunglück in Schanlung.

Nach den letzten in Peiping eingetroffenen Nach­richten hat sich die Zahl der Todesopfer des vor einigen Tagen gemeldeten schweren Gruben­unglücks bei Tßetschuan, 80 Kilometer östlich von Tsinanfu, auf etwa 600 erhöht. Neue Wafferein­brüche haben den größten Teil der Schächte und Stollen vernichtet und somit die Rettung weiterer Menschenleben unmöglich gemacht. Der Sachschaden ist vorläufig noch gar nicht abzuschätzen.

Für 80 000 2Nark Schmucksachen gestohlen. 2000 Dollar Belohnung.

Im Februar d. I. wurde kurz vor der Abfahrt des DampfersBremen" eine Dame, die am 8. Februar von Neuyork nach Bremerhaven fuhr, an Bord des Dampfers, und zwar noch in Neu­york um mehrere Schmuckfachen b e - st o h l e n. Es handelt sich um eine Halskette mit 83 der Größe nach abgestuften Perlen; das Schloß ist mit Diamanten besetzt. (Wert 2 0 000 Dol- l a r), ein Armband mit 20 Smaragden und 243 Diamanten mit dem Zeichen O. K. 1753 (es trägt vermutlich auch den Namen Charlton eingestanzt) im Werte von 2500 Dollar, einen Ring mit einem viereckigen Smaragden und einem viereckigen Dia­manten im Gewicht von je 2 bis 3 Karat in Pla- tinfaffung, und weiterhin um ein Armband mit 5 bis 8 birnenförmig geschnittenen, auf zwei Dräh­ten aufgezogenen Smaragden, besetzt mit kleinen Diamanten im Werte von 4000 Dollar. Für die Wiederherbeischaffung der Schmuckstücke ist eine Belöhnung von 2 0 0 0 Dollar zugesichert worden. Zweckdienliche Mitteilungen werden an das Landeskriminalpolizeiamt Berlin und an sämt­liche Polizeidienststellen des Reiches erbeten.

Von der Anklage der Golleslästerung freigesprochen.

Vor einigen Wochen war der Reichsredner der Deutschen Glaubensbewegung Paul O r l o w s k y auf Grund einer Anzeige des Magdeburgifchen evangelischen Konsistoriums weaen angeblicher Gottesläste­rung verhaftet woroen. Die Verhaftung wurde damals nach 12 Stunden wieder aufgehoben. Nunmehr ist Orlowsky am 16. Mai 1935 nach mehr­stündiger Verhandlung vor der Großen Strafkammer in Magdeburg von der Anklage der Gotteslästerung wegen erwiesener Unschuld freigesprochen worden.

Begnadigung eines zum Tode verurkeillen Vlädchenmörders.

Der Führer und Reichskanzler hat die vom Schwurgericht in Aurich gegen den am 16. Oktober 1914 geborenen Eppo lammen wegen Mor­des erkannte Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthaus strafe um­gewandelt. lammen hatte im Juni 1934 die 26- jährige Haustochter Gerda Klingenberg in Riepe (Kreis Aurich), die von ihm ein Kind er­wartete, ermordet. Der Gnadenerwris für den sonst unbestraften und gut beleumundeten lammen ist erteilt worden, weil er die Tat aus eiper durch die Getötete herbeigeführten seelischen Bedrängnis her­aus begangen hat, durch die er infolge feiner jugendlichen Unreife und Hilflosigkeit zu der ver­zweifelten Tat verleitet wurde.

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