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185. Jahrgang

Gießener Anzeiger

ARABIEN

Horror o

Bari

Be-

lienern schwere Verluste belbrachte. Seitdem hat es

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Als jüngster Interessent ist kürzlich noch Java n aus der Bildfläche erschienen, in dessen polmsckMn

Straßen Adolf Hitlers, machen:

Insgesamt 1 200 Kilometer Strecke sind heute, zwei Jahre, nachdem der Führer die Idee des großen Werkes in die Tat umzusehen begann, bereits im Bau. Bon diesen 1200 Kilometern Baustrecke werden noch in die­sem Jahre folgende Strecken dem Berkehr übergeben werden können: Im Frühjahr die Strecken Frankfurt a. Bl. Darmstadt, Blünchen Holzkirchen. 3m Sommer und Herbst voraussichtlich die Strecken Holzkirchen Rosenheim, Darmstadt Mannheim Heidelberg, Köln Düsseldorf, Braunschweig Hannover, Har­burg Bremen, Berlin Joachimstal und Teilstrecken in Ostpreußen, bei Breslau und Dresden. Insgesamt werden bis Ende dieses Jahres etwa 4 bis 500 Kilometer Strecke dem Berkehr freigegeben fein.

Neben den 1200 Kilometern in Bau befindlichen Strecken find bereits 1500 Kilometer zum Bau freigegeben und 5000 Kilometer projektiert. Am ganzen Werk sind 2 0 0 0 0 0 Arbeiter beschäftigt, ihre Zahl soll in die­sem Jahre noch auf 220 000 erhöht werden. Dr. Todt ging dann auf die Organisation des Werkes der Reichsautobahn ein, auf die Probleme der A u f t r a g s v e r t e i l u n g , an der 132 Bau­firmen teilhaben, sowie auf die Fragen sozialer Natur, die Maßnahmen, die für diejenigen, die als Arbeiter dem großen Werk dienen, getroffen wurden und getroffen werden.

Die Tagung befaßte sich sodann mit der Frage der Reichs- und insbesondere der Verwal­tungsreform. Gauleiter Rover, der Reichs- ftatthalter von Oldenburg, gab anhand der Erfah­rungen der bereits umfassend durchgefuhrten Ver­waltungsreform im Lande Oldenburg einen groß­angelegten Ueberblick über das ganze Prob^m. Röver sieht in der Neugliederung der Ge­meinden und ihres zweckmäßigen Zusammenfaf- sens das Kernproblem aller Verwaltungs­reform. Röver erklärte, daß die Erfahrungen m Oldenburg bewiesen, daß auf dem Wege einer durchgreifenden Verwaltungsreform außer or­dentliche Möglichkeiten für das Reich erschlossen werden könnten.

BTinifterpräfibenf Göring sprach bann unter

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Oie Reichs- und Verwaltungsreform im Mittelpunkt der Berliner Gauleitertagung

auf hin, daß England zur Sicherung und Aus­gestaltung der Wasserwirtschaft im Nillande das wasserreiche Hochland von Habesch tm nordwest­lichen Abessinien mit dem Quellgebiet des toobat, des im Tanasee entspringenden Blauen Nil und des Atbara als seine Interessensphäre betrachtet (aus unserer Karte das Gebiet um G o n d a r) und dort das Recht zur Errichtung von Staudämmen für sich beansprucht, um ohne Rücksicht auf die Bedürf­nisse Abessiniens die Wassermassen des Blauen Nils für die Bewässerung des Sudans nutzbar zu machen. Diese britischen Interessen haben schon früh zu ernsten Konflikten mit Abessinien geführt In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts drang Sir Robert Napier mit 32 000 Mann bis Magdala vor, das von Kaiser Theodor tapfer, aber ohne Erfolg verteidigt rourbe^ Nach Der Er­stürmung der Stadt gab sich der Kaiser selbst ben Tod, die britischen Truppen räumten indessen 1^ wieder das Land. Erst 1902 erzwang England von Kaiser Menelik die Verpflichtung, ohne britische Er­laubnis keine Dammbauten am Tanasee zu er-

Oie Kleinsiedlung aus neuen Bahnen.

Beich-arbeÜsminister Seldte teilt neue Grundsätze für die Förderung der Kleinsiedlung mit.

System es liegt, den europäischen Großmächten Schwierigkeiten zu machen, um sie zu beschäftigen und von der eigentlichen japanischen Interessen­sphäre, Ostasien, abzuhalten. Auch wirtschaftspoli­tisch liegt die japanische Fühlungnahme in Abes­sinien durchaus in der Linie des rücksichtslosen Vor­dringens japanischer Exportwaren auf den Welt­märkten, wobei Japan namentlich die unentwickel­ten für billige Jndustrieware besonders aufnahme­fähigen Wirtschaftsgebiete Afrikas und Asiens be­vorzugt. So wird Abessinien mit japanischen Waren überschwemmt, aber im März 1934 ist zwischen Abessinien und Japan auch ein Vertrag zustande gekommen über die Anlage von Baumwoll- und Kaffeepflanzungen und die zu diesem Zweck erfor- forderliche Aufnahme japanischer Auswanderer. So hat Abessinien den Japanern wirtschaftliche Kon­zessionen eingeräumt, die es den Europäern ftetg verweigert hat. Damit hat es sich aber auch Ja­pans Hilfe bei der Modernisierung seiner Armes gesichert. Die Einfuhr japanischer Waffen nimmt heute ein beträchtliches Ausmaß an und ohne den finanziellen Beistand Japans wäre es Abessinien wohl kaum möglich, bei der gedrückten Wirtschafts­lage die Last der Aufrüstung zu tragen, die es zum Schutz des Landes auf sich nehmen muß In den Preußischen Jahrbüchern" gibt Oberstleutnant Rohde einen interessanten Ueberblick über dis abessinischen Wehrverhältnisse. Eine belgische Milt- tärmission läßt sich seit 1930 die moderne Organ!- sierunq und Ausbildung des bis dahin noch m Stamm"«truppen und Soldaten des Kaisers zerfal­lenden Heeres angelegen fein. Seitdem hat auch bie

besonderen Hinweis darauf, daß die Bedeutung der Gemeindeordnung sich insbesondere a u s ihrer Durchführung entwickeln müsse.

In einer abschließenden Ansprache faßte sodann Gauleiter Adolf Wagner, der Beauftragte für den Neubau des Reiches im Stabe des Führers, die Ergebnisse der so außerordentlich viel­seitigen Behandlung der staatsorgamsatorlschen Probleme auf dieser Tagung zusammen. Er wies darauf hin, daß d ie P a r t e i die Stellung, die sie heute in Deutschland einnehme, sowohl begründe auf die Tatsache, daß der heutige Staat nicht wäre, wenn nicht die Partei, in der Hand des Führers ihn aufgebaut hätte als auch in dem Um« stand daß der Gedanke der politischen Füh­rung des Staates durch die Partei in den vergangenen zwei Jahren sich für die Nat on als imwahrsten Sinne fruchtbar erwie­sen habe. Eine lebhafte Aussprache, in der alle auf­geworfenen Fragen eine weitere interessante. Be­leuchtung erfuhren, und in der auch der Stell­vertreter des Führers mehrmals das Wort ergriff, schloß sich an. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stellte in kurzen Worten die politische Bedeu­tung ebenso das persönliche Erlebnis des abqelause- neu Tages heraus und schloß in den Abendstunden die Tagung mit einem begeistert aufgenommenen Bekenntnis' zum Führer.

richten.

Zu den englischen Begehrlichkeiten waren inzwi­schen auch solche Italiens gekommen, das sich 1882 in Eritrea und 1889 an der Somalikuste fest­gesetzt und damit Abessinien völlig vom Meer ab- gedrängt hatte. Des italienischen Ministerpräsidenten Crispi expansive Kolonialpolitik endete zwar vorerst mit der blutigen N i e d e r l a g e v o n A d u a am V März 1896, wo Kaiser Menelik II. den Gene­ral Baratieri aufs Haupt schlug und den Jta- . - : < (3-*rttrhotn hrt t P*

Italien mit der friedlichenDurchdringung" ver­sucht, ist aber ebensowenig wie England damit zu wesentlichen Ergebnissen gelangt. An der dritten hier interessierten Kolonialmacht, Frankreich, fand Abessinien eine Unterstützung seiner Unab- hänqiqkeitsbestrebungen gegen die beiden andern Konkurrenten England und Italien. Gegen deren Wunsch erreichte Abessinien mit französischer Hilfe 1923 die Zulassung zum Völkerbund, vor dessen Forum es seitdem schon mehrmals seme Souveränitätsrechte gegen England und Italien verteidigt hat. Beide Mächte fanden m einem Ge- heimvertraq von 1925 einen Ausgleich ihrer In­teressen. Italien sollte durch eine Bahn quer durch abessinisches Gebiet als Vorläufer eines territorialen Korridors seine beiden Kolonien Eritrea und So­maliland miteinander verbinden dürfen, wahrend England für sich die lang erstrebten Dammbauten am Tanasee aufführen wollte. Der Hande wurde indessen vorzeitig bekannt. Abessinien protestierte m Genf und suchte weiter die Hilfe der mächtigen Vereinigten Staaten durch Betrauung einer amerikanischen Firma mit den Dammbauten für eigene abessinische Rechnung. Der Plan schei­terte zwar am Widerspruch Englands rote an der Abneigung Amerikas, den eigenen Baumroollpflan- zern durch Erschließung eines neuen Anbaugebietes neben Aegypten einen zweiten Konkurrenten zu schaffen aber Abessinien vermochte durch das ge­schickte Ausspielen der rivalisierenden Mächte ferne Unabhängigkeit zu wahren.

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Oer letzte Brocken.

Abessinien ist anscheinend in eine neue Phase seines Unabhängigkeitskampfes eingetreten, eines Kampfes, der mit jahrzehntelangen Unterbrechungen andauert, feit in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die europäischen Kolonialmächte England, Frankreich und Italien an der Küste Abessiniens vom Roten Meer bis zum Indischen Ozean Fuß gefaßt haben und das Vor­dringen der britischen Herrschaft im Sudan auch die Landgrenzen Abessiniens unter den Druck kolo­nialer Expansionspolitik gesetzt hat. Das Kaiserreich Aethiopien, wie der amtliche Name des neben der von freigelassenen amerikanischen Negern gegründe­ten Republik Liberia heute einzigen unabhängigen Staates im Schwarzen Erdteil lautet, ist einer der ältesten Staaten der Erde. Sein Herrscherhaus leitet sich in kühner mythologischer Ausdeutung von nie­mand Geringerem ab, als von dem biblischen König Salomo und der Königin Saba, deren beider Sohn Menelik angeblich der Ahnherr der

stenz der Siebter dauernd gesichert erscheine. , , , . ,

Eine sorgfältige Siedlerauslese solle durch die Mitwirkung der Heimstättenämter sichergestellt werden. Innerhalb des zugelassenen Personenkrei- ses sollen Frontkämpfer und Kämpfer für die nationale Erhebung, Opfer d e s Krieges, der nationalen Erhebung und der nationalen Arbeit, in allen Fäl­len kinderreiche Familien bevorzugt berücksichtigt werden. Um bie Dafeinsgrundlage bes einzelnen Siedlers unbedingt zu sichern, sollen die K o st e n der einzelnen Siedlerstelle und die da­nach sich ergebende Gesamtbelastung der Siedler auch künftig so gering wie nur ir» qenb möglich gehalten werden. Der Siedler soll über mindestens 1000 qm Nutzland verfügen.

Die Reichsregierung will bei der Finanzierung der Kleinsiedlung noch soweit wie möglich mitwirken. Ziel ist aber, die Weiterentwicklung, ab­gesehen von einer zweckvollen Leitung, allmählich der Wirtschaft zu überlassen. Deshalb sollen in Zukunft die Gesamtkosten der Siedler- stelle möglichst auf b e m privaten Kapital - markt, durch private erste und zweite Hypothe­ken aufgebracht werden. Es ergeht daher der Ap­pell an die F i n a n z i e r u n g s i n st i t u t e aller Art, Realkreditinstitute, Sparkassen, Lebens- Versicherungsgesellschaften, Feuerversicherungsgesell­schaften usw? möglichst große Mittel für die Kleinsiedlung herzugeben. Die S i e fr­ier selbst sollen künftig m i n fr e st e n s 20 v. H. des Bau- und Bofrenwertes aufbringen. Insbesondere darf auch von der Industrie er- wartet werden, daß sie sich künftig in großem um­fange an der Finanzierung der Kleinsiedlung be­teiligt. Dies ist die beste soziale Für­sorge, die der Betriebsführer seiner Gefolgschaft angedeihen lassen kann.

begeistertem Beifall über die Leistungen des nationalfozialistifchen Deutschland. Er knüpfte an bas Problem der Berwaltungsreform an. Die Reform der Bcrroattung fei in erster Linie notwendig, dann werde sich organisch aus ihr die Reichsreform ent­wickeln. Die Reichsreform, die eine der wichtig­sten Fragen der Zukunft des Reiches fei, könne nicht von heute auf morgen vollendet werden. Der Führer werde hier feine Entschei­dung zur rechten Zeit treffen und zwar so, daß die Lösung ein absolut dauer­haftes Fundament für alte Zu­kunft fei. Die treibende Kraft der Berwal­tungsreform liege bei der Nationalfozialistifchen Partei. Sie allein könne sie vorbereiten und gestalten.

Es folgten zwei Spezialreferate zu den im Mit­telpunkte der Tagung stehenden Fragen. Amts- hauptmann Th eilen, Westerstede, befaßte sich eingehend mit den verwaltungs- und fi­nanztechnischen Einzelheiten der von Gau­leiter Röver dargestellten Oldenburger Losung. Pg. Sommer, Haüptamtsleiter im Stabe des Stell­vertreters des Führers, behandelte die kürzlich Ge­setz gewordene Gemeindeordnung unter dem

ttr 40 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 16. zebruar 1955

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Berlin, 16. Febr. (DNB.) Im Preußenhaus in Berlin fand am Freitag, wie die NSK. berichtet, in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, und der Reichsleiter unter dem Dor- itz des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley eine große gemeinsame Tagung der Gauleiter und der Hauptamtsleiter der Reichs­leitung der NSDAP, statt. Die Besprechungen begannen am Vormittag und wurden am Spät­nachmittag fortgesetzt. Während der Mittagsstunden waren die Reichsleiter und Gauleiter G ä st e bes Führers in ber Reichskanzlei.

Vor bem Eintritt in bie eigentlichen Beratungen hörte bie Tagung zwei interessante unb mit großem Beifall aufgenommene Vorträge: Staatssekre­tär Milch vom Reichsluftfahrtministerium gab einen geschichtlichen Ueberblick über bie Entwick­lung ber Luftfahrt unb über bie Aufgaben unb Tätigkeitsgebiete bes Reichsluftfahrtministeri­ums. Anschließenb berichtete der Generalinspekteur für bas beutsche Straßenwesen, Dr. Tobt, Haupt­amtsleiter im Stabe bes Stellvertreters bes Füh­rers, über bie Fragen ber Technik unb ihrer Organisationen, über bie Fragen bes deutschen Straßenbauwesens. Er konnte babei wich­tige Mitteilungen über ben gegenwärtigen Stanb ber Reichsautobahnen, ber

Berlin, 15. Febr. (DNB.) Reichsarbeitsmini­ster Selbte empfing Vertreter der Presse, um sie mit iben neuen Grundsätzen für die Kleinsiedlung bekannt zu machen.

Die Maßnahmen, die er heute bekanntgebe, so saate er u. a., sollen einen neuen B a u a b - schnitt der Kleinsiedlung nach neuen Grundsätzen einleiten. Am wichtigsten davon sei die sog. A b - 'funqsaftion. Sie sei geregelt in dem sog. Ablösungserlaß". Er solle bie Möglichkeit eröff­nen, daß die beträchtlichen, bisher zur Forderung der Kleinsiedlung gewährten R e i ch s m i 11 e l rund 195 Millionen Mark zu einem möglichst großen Teile für neue Siedlungsvorha­ben nochmals nutzbar gemacht werden unb zwar in ber Weise, daß eine U mfinanzre - r u n q der bisher errichteten Siedlungen so vor­genommen werde, daß die für bestimmte Siefr- lungsvorhaben gegebenen Reichsdarlehen ganz ober teilweise burch F r e m b b a r l e h e n (Ablosungs­barlehen) ersetzt würben, um die so freigewor­denen Reichsmittel für weitere Siedlungs­vorhaben als nachstellige hypothekarisch zu sichernde Darlehen erneut zu verwenden. Die Ab­lösung soll ergänzt werden durch eine Reichs- bürgf chaft für Kleinsiedlungen.

Künftig werden grundsätzlich alle ehrbaren, min­derbemittelten deutschen Volksgenossen als Sied­ler zugelassen, die ebenso wie ihre Ange­hörigen national zuverlässig, rassisch wertvoll, ge- und und erbgesund sind. Insbesondere werden also jetzt auch Vollbeschäftigte ohne Rück­sicht auf die Kinderzahl bis zu einem Ein­kommen von 200 Mark monatlich em- bezogen. So wird die Fortentwicklung der vor­städtischen Kleinsiedlung zur vollbeschäftigten Siefr- lunq, damit zur Kleinsiedlung, und zwar nur Ge­rn ei n s ch a f t s s i e d l u n g , vollzogen. Zur Ver­meidung von Fehlinvestitionen ist vorgeschrieben daß künftig neue Siedlungen nur b o r t emajtet werden dürften, wo die wirtschaftliche Gxi-

! Adua jGondar esokota ' G o .

Magdala Monkorer»

Dynastie der Schoa gewesen ist, bie 1889 unter dem großen Kaiser Menelik II. ganz Aethiopien unter ihrer Herrschaft vereinigte, nachbem Kaiser Johannes, bas Haupt einer früheren Dynastie, im Kampf gegen ben Mahbi gefallen war. Aber diese Vereinigung bes geographisch unb wirtschaft­lich, rassisch unb konfessionell vielfach gespaltenen Lanbes gelang wie in ben vorausgegangenen Jahr- hunberten auch unter ber Schoa - Dynastie nur kraftvollen Herrschern, wenn ber Druck von außen bie Zusammenfassung aller Kräfte zur Verteibi- gung ber Unabhängigkeit bes Lanbes gebieterisch ^Geographisch gliebert sich Abessinien in ein west­liches Hochlanb, bas eigentliche Abessinien, mit reichen Nieberschlägen, gesunbem Klima unb hoch- ftehenber lanbwirtschaftlicher Kultur, unb ein nach Osten vorgelagertes trockenes T a f e 11 a n b mit spärlicher Ackerkrume. Dieser geographische Gegen­satz hat sich natürlich auch in völkischer, kultureller unb wirtschaftlicher Bebeutung ausgewirkt unb dazu fceiqetragen, baß Abessinien keineswegs bas einheit­liche Staatsgebilbe ist, als bas es auf unseren Lanb- farten erscheint. Neger, Hamiten bes Nillanbes sub- arabische Semiten haben nacheinanber bas Hoch­land von Abessinien erreicht unb in ständigem Kampf miteinander besiedelt. Die Schwächeren wurden nach Osten in bie Trockengebiete bes So- malilanbes abgebrängt, wo sie als Jäger unb no- mabifierenbe Viehzüchter ein kümmerliches Leben fristen. Grenzstämme biefer Womaben gaben tn diesen Tagen ben Anlaß zu dem Konflikt mit bem benachbarten Italien. Seßhaftigkeit, Ackerbau unb Viehzucht vermochten sich nur m bem abessim chen Hochlanb zu entwickeln. Hier entstanben stabti che Siedlungen als Marktplätze des bäuerlichen Um­landes unb Herrfchersitze ber vielen Gaue in b.e bas zerklüftete Lanb zerfalltz Hier ließt ber «ern ber abessinischen Staatsmacht, eine starke natür­

liche Festung, durch Steilstufen und schwer passier­baren Buschwald gegen Angriffe vorzüglich ge­schützt. Ihm gleichsam als Festungsglacis vorge­lagert bas ganze übrige tiefer gelegene Lanb, bunn besiebelt wegen feines feuchten

Westen unb ©üben, als Steppe unb Wüste im Nor­den unb Osten. Diese ungeheuren strategischen^Vor­teile, bie sich aus ber Natur des Lanbes rgeben haben für bie abessinische Staatsleitung auch hr Schattenseiten. Die starke Zerk uftung hat eine bebenklichen Kleinstaaterei Vorschub geleistet und die scharfe Scheibung zwischen bem obestml'chen Kernlanb unb der ihm glacisartig vorgelagerten Ebene haben es zu jeder Zeit dem abesilmsche Herrscher schwer gemacht, bei ohnedies sehr priMi tiven Verkehrs- unb Nachrichtenmitteln, einen ein­heitlichen Staatswillen in allen Teilen des tarn bes zur Geltung zu bringen, eine Tatsache, Die Italien augenblicklich roieber benutzt um Die rechtigung seiner Forberung zu unterstreichen^

Wenn auch Abessinien seine wirtschaftlichen Be­dürfnisse fast aus eigener Erzeugung befriedigt uno damit der Gefahr bes vollkommenen Pinnenlanbes, ausgehungert unb vom Weltmarkt abgesperrt z werben, erfolgreich begegnen kann, so ist Abessiniens Wirtschaft mit ihren von ber Natur reich gespen­deten Schätzen, klimatisch günstig gelegenem Boden unb wertvollen Mineralien boch so wenig erschlof- sen baß bas Land auf bie in ben wüstenhaft oben Küstenstrichen sitzenben Italiener gerabezu wie ein Magnet wirken muß. Erich Obst hat btefe wich­tigen geopolitischen Zusammenhänge in dem be­kannten Sammeldanb ..Jenseits ber Großmäckpe sehr prägnant herausgearbeitet. Er weist auch bar-

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