In
S.A.-’Spoit
Heuchelheim N — Rodheim I 5:1.
Rodheim erschien in stärkster Aufstellung. Da bei den Einheimischen einige Spieler krank bzw. verhindert waren, mußte Ersatz aus einer höheren Mannschaft verwendet werden.
Die Einheimischen zeigten recht ansprechende Leistungen. Rodheim stellte zwar eine Anzahl Einzel- känner, jedoch mangelte es an geschlossenen Leistungen. Die Tore fielen in kurzen Abständen. Bei Halbzeit lautete das Ergebnis 3:0. In der zweiten Hälfte gelangten die Gäste zu einem verdienten Ehrentor.
Die 1. Jugend-Elf erzielte — mit zehn Mann spielend — gegen die gleiche Mannschaft von 1900 Gießen ein ehrenvolles Unentschieden 3:3.
Erdal — Hohensolms! 4:1.
Sonntag weilte die erste Fußballelf des Sportvereins Hohensolms in Erda zu Gast und mußte nach hartem Kampf eine verdiente 4:1-Riederlage hinnehmen Erda erwies sich als die technisch bessere Mannschaft und drängte den Gegner meist in seine Hälfte zurück, so daß er sich lange Zeit nur auf die Abwehr beschränken mußte. Selten fand sich der Sturm der Gäste zu voller Einheit. Ihre Angriffe scheiterten an der guten Abwehr des Gastgebers. Der Torhüter der Gäste bewahrte seine Elf vor einer noch höheren Niederlage Mit diesem Sieg hat Erda seinen Tabellenstand wesentlich verbessert.
Ortsgruppenleiter Dr. Croßmann betonte, daß es das Verdienst der unermüdlichen Tätigkeit unseres Führers Adolf Hitler sei, daß auch bei der reiwilligen Feuerwehr ein Aufstieg möglich gewor- i den sei,' und schloß mit dem Sieg-Heil auf den . Führer. Der erste Kommandant verkündete noch, 'daß aus Anlaß des Jubiläums die beiden Feuerwehrleute Friedrich Germer und Friedrich H o l - l e r, die 21 Jahre lang keine Uebung ohne Entschuldigung versäumt haben, zu Löschmeistern befördert seien, ferner daß der Feuerwehrfachschüler Paul Müller zum Oberfeuerwehrmann ernannt sei. Ehrenmitglied Ludwig Schaum, der ehemalige Spritzenmeister, erzählte noch von dem Feuerlöschwesen aus dem vorigen Jahrhundert, als sein Vater und vorher sein Großvater das Amt eines Spritzenmeisters versehen. In echter Kameradschaft verbrachten die Wehr und ihre Gäste einige fröh- lige Stunden, dabei Erinnerungen aus alter Zeit aüstauichend.
"Y" Watzenborn-Steinberg, 14. Jan. Am Samstagabend fand in der Wirtschaft „Zur goldnen Ruß" eine Bauernversammlung statt. Bürgermeister Schäfer begrüßte die Besucher, darunter Kreisbauerniührer D ö r r s ch u ck und Oberlandwirtschaftsrat Dr Lung (Gießen). Anschließend hielt Dr. Lung einen Vortrag über „Die Erzeugerschlacht — Dritte Welle." Der Redner gab gute Ratschläge für einen guten und gesunden Bauernstand. U. a. empfahl er den Anbau der wichtigsten Futterpflanzen und streifte die Wichtigkeit der Silos. Im Schlußwort betonte Oberlandwirtschaftsrat Dr Lung, daß das deutsche Volk soweit kommen soll, daß es von eigener Scholle ernährt werden kann, wie es der Wille unseres Führers ist. Bürgermeister Schäfer dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen. Es schloß sich eine rege Aussprache an. Da einige Anfragen über Gräser und Boden gestellt wurden, beschloß man, im kommenden Sommer einen Wiesenrundqang zu unternehmen, um an Ort und Stelle alle Anfragen in der Praxis zu erläutern. — Aus dem Standes- amtsr'egister unseres Ortes ist zu berichten: Im vergangenen Jahre wurden in unserer Gemeinde 49 Kinder geboren-, zu verzeichnen sind 25 Eheschließungen und 13 Sterbefälle.
(D Grüningen, 15. Jan. Im Markwald Grü- ningen - Dorf-Gill wurde die schwerste und älteste Eiche, deren Alter über 300 Jahre geschätzt wird, gefällt. Der Stamm hat an der Erde einen Durchmesser von 1.35 Meter, die Länge des Stammes beträgt 9,75 Meter. Zwei Holzhauer benötigten einen ganzen Tag, um die Eiche zu fällen. Der größte Teil wird als Werkholz verwendet. — Die Eintopfsammlunq am vergangenen Sonntag, die von der Hitlerjugend ausgeführt wurde, erbrachte den Betrag von 13 Mark. Die Saarplaketten „Treue um Treue" wurden durch den Ortsgruppenkassenwart restlos verkauft.
$ Obbornhofen, 15. Jan. Die von der Leitung des Deutschen Sängerbundes getroffene Anordnung, daß am Abstimmungstage des Saar- gcbiets zum Zeichen der Verbundenheit mit dem deutschen Volke an der Saar überall von den örtlichen Gesangvereinen auf öffentlichen Plätzen G e - sangsvor träge stattfinden sollen, wurde auch hier befolgt Der Gesangverein „Frohsinn" unter Leitung seines bewährten Dirigenten Reinhold Glockengießer von hier trug an verschiedenen Plätzen unseres Dorfes einige gutgelungene Lieder vor. Besonders die schönen Lieder, die von Land und Leuten an der Saar Kunde aaben, fanden regen Beifall. Anschließend gedachte der erste Vorsitzende des Vereins, Theodor Kammer, des Abstimmunqstaqes und ermahnte alle Volksgenossen, den deutschen Menschen an der Saar, denen durch die Abstimmung nach Jahren der Trennung die Rückkehr ins angestammte Vaterland ermöglicht wird, auch weiterhin mit Herz und Hand treu zur Seite zu stehen.
§ ß u m b ci, 15. Ian. Für unsere notleidenden Volksgenossen wurden vergangene Woche 33,15 Ztr. Frucht abgeliefert. Gestern sammelte unsere NS.- Frauenschaft Wurst- und Speckwaren-, sie erhielt
50 Pfund und 3,50 RM. an Geld. Die Eintopf- ammlung am letzten Sonntag ergab 16,75 RM. Der Verkauf der Saarplaketten und Schriften brachte 6,00 RM. ein. Diese Gaben im Gesamtwert von 375 RM. wurden innerhalb einer Woche dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt.
Kreis Iriedberg.
pb. Butzbach, 14. Ian. Der A l i c e - F r a u e n- verein, Zweigverein vom Roten Kreuz hat einen Samariterkursus eingerichtet, zu dem sich 18 Teilnehmerinnen gemeldet haben. Der Unterricht wird von Medizinalrat Dr. Z i n ß e r im Saale des evangelischen Schwesternhauses erteilt. Ergänzend sei hier noch bemerkt, daß der Verein die seit langem einqeführten Nähabende weiterführt, die im Handarbeitssaale der Lahntorschule stattfinden. Im Laufe des vergangenen Jahres hat eine Umorganisation des deutschen Roten Kreuzes stattgefunden, die sich auch auf die Zweiqvereine ausgewirkt hat. So hat der seitherige jahrelange Gesämtoorstand des hiesigen Alicefrauenvereins sein Amt niedergelegt. Als Vorsitzende des Verein wurde Frau Luise Patz bestellt, die sich zur enaeren Mitarbeit in den geschäftssührenden Ausschuß erwählt
brüche der Gäste wurd-n von dem guten Schlußtrio Wieseck abgewehrt. Bis Halbzeit stellte Wieseck das Resultat auf 3:0.
Nach Seitenwechsel stellte Krofdorf um. Das Sviel war nun offener und auch Krofdorf kam einigemal gut durch, ließ jedoch den befreienden Torschuß vermissen. Mehr und mehr setzte sich dann Wieseck wieder burch und erhöhte in gleichen Abständen bis Schluß auf 8:0, während den Gästen selbst das Ehrentor versagt blieb.
Vorher: Wieseck II — Lollar II 4:1. (Wir berichten noch darüber!)
Vieleck II — Lollar II 4:1.
Vorher standen sich diese Mannschaften im Rückspiel gegenüber. B-tt Beginn des Spieles war Wieseck mit nur acht Mann zur Stelle, während Lollar komplett antrat. Trotzdem hielt sich Wieseck gut und konnte, nachdem alle elf Spieler zur Stelle waren, die Führuna übernehmen. Kurz darauf erzielte Lollar den Ausgleich. Vor der Paufe übernahm Wieseck abermals die Führung. Nach Seitenwechsel drückte Lollar mehr, konnte jedoch nichts erreichen. Allmählich mürbe bas Spiel offener. Erst gegen Schluß hatte Wieseck wieder mehr vom Spiel und konnte noch zwei Tore erzielen.
hat: Frau Arnold als Stellvertreterin, Rektor Dem als Rechner, Rektor Bach als Schriftführer.
Kreis Bübingen.
* Nidda, 15. Jan. Hofpächter Schuch auf dem nahegelegenen Hof Schleifeld schlachtete ein noch nicht zwei Jahre altes Schwein, das rund 8,60 Zentner Lebendgewicht hatte und allein 63 Pfund Schweineschmalz ergab. Der Hofpächter ist als hervorragender Schweinezüchter weithin bekannt.
Kreis Alsfeld.
--- Deckenbach, 15.Ian. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" veranstaltete am Samstagabend im Saale der Gastwirtschaft Haupt einen Familienabend. Nachdem der Kreiswalter des Kreises Ohm-Lumdatal des Deutschen Sängerbundes, Berufsschullehrer G eng nagel (Grünberg), einen Vortrag über den Zweck und die Ziele der Gesangvereine gehalten und Urkunden an Ehrenmitglieder überreicht hatte, bereicherte der Verein die Stunden durch schöne Liedervorträge sowie durch humoristische Darbietungen und lebende Bilder. Im übrigen blieb man in srohgestimmter Geselligkeit noch lange Zeit beisammen.
Dank des deutschen Sports an die Saar.
„Nachdem die Brüder und Schwestern von der Saar zu uns heimgekehrt sind ins Reich, nachdem die Schranken eines schmählichen Vertrages gefallen sind, ist es die Pflicht der deutschen Turn- und Sportbewegung, der saardeutschen Leibesübungen durch die Tat zu gedenken.
Zu diesem Zwecke habe ich veranlaßt, daß vom Hilfsfonds für den deutschen Sport mit besonderer Unterstützung der Deutschen Turnerschaft und des Deutschen Fußball-Bundes 30 00 0 Reichsmark zur Verfügung gestellt werden. Diese Summe soll verwendet werden, um den Vereinen, die dem Druck ber, Frembherrschaft zu unterliegen brohten, neuen Impuls zu freudigem Leben zu geben. Lehrgänge im Reich und an der Saar und der turnerisch- sportliche Verkehr zwischen den Saardeutschen und dem Reich sollen damit unterstützt werden, um Kraft und Freude neuer deutscher Leibesübungen im Saargebiet Ausdruck zu verleihen. Kurz, die materielle Hilfe soll in Hallen und auf Plätzen des Saarlandes eine neues frohes Leben entfalten helfen. Das Saar-Hilfswerk des deutschen Sportes ist ein machtvolles Bekenntnis zu unseren Volksgenossen, die unter der Willkür einer Fremdherrschaft für das Vaterland kämpfen und aus deren Reihen viele tüchtige Kämpfer des deutschen Sports hervorgegangen sind. Mit Freude wollen wir die Möglichkeit begrüßen, einen kleinen Teil unserer Dankesschuld für die Saardeutschen abzutragen. Wie immer, wenn es gilt, Not zu lindem und Gutes zu tun, soll auch jetzt ber beutsche Sport in ber vorbersten Front stehen."
Gez. von Tschammer und Osten, Reichssportfuhrer.
Oie Gpie'e der Bezirksklafse Gruppe Marburq.
In ber Bezirksklasse „Gruppe Marburg" beanspruchte das Spiel der beiden Tabellenführer VfB- Kurhefsen und FV. Wallau das Hauptinteresse. Der mit einer dünnen Schneeschicht bedeckte Wallauer Platz sagte den Marburgern sehr zu, so daß sie den vorjährigen Meister mit 3:1 Toren schlugen.
Der Sportverein Bottenhorn hatte in Gladenbach einen schweren Stand, nur knapp mit 3:2 Toren konnte er die beiden Punkte an sich bringen. Der Gladenbacher Torhüter ist an der Niederlage nicht schuldlos.
Wieseck standen sich beide Mannschaften im Verbandsrückspiele gegenüber. Obwohl der harte und mit einer leichten Schneedecke bedeckte Platz an die Smoler hohe Anforderunaen stellte, sah man ein flottes Spiel, in dem die Platzbesitzer tonangebend waren Krofdorf gab wohl alles her, doch waren die Gastgeber technisch besser und hielten hierdurch die Gälte zeitweise ganz in ihrer Hälfte fest. Mit Anstoß, der von den Gästen abgefangen wurde, konnte Krofdorf in kurzer Zeit einige Ecken erzwingen. Wieseck spielte zerfahren. Dann rourb» bie Elf zusehenbs besser unb bereits in ber 6. Minute konnte eine aut hereingegebene Ecke zum Führungstor einneföpft werben. In ber Folge lagen bie Platzbesitzer im Anarifs. Krofborf mußte zeitweise mit allen Kräften abwehren. Die romiaen Durch-
Nach ausgeglichenem Spiel unb gleichwertigen knappsten aller Resultate Sieger. Alles in allem: Leistungen sicherte sich ber FV. Ockershausen gegen 1 ein ritterlicher Kampf, ber auch für bie Teutonen
ben FV. Sarnau bie wertvollen Punkte. Besonbere Leistungen würben von keiner Mannschaft gezeigt.
Die größte Ueberraschung gab es in Gemünben, wo der VfL. Biebenkopf eine 7:6 - Nieberlage ein1 tecken mußte.
„FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Sportv. 05 Wehlar — FE. Watzenborn-Steinberg 1:0 (1:0).
Die erste Mannschaft bes Sportvereins Wetzlar würbe in bem Punktekampf gegen bie Teutonen aus Watzenborn-Steinberg zur restlosen Hergabe ihres ganzen Könnens unb zu vollem Körpereinsatz gezwungen. Erst mit bem Schlußpfiff des Unparteiischen konnten sie sich als Sieger bezeichnen. Daß eine Niederlage von 1:0 auch für den Unterlegenen als ein Erfolg bezeichnet werden kann, trifft in diesem Spiel für die Gäste voll zu. Wetzlar trat in stärkster Aufstellung an, die Teutonen dagegen mußten ihren Torhüter ersetzen
Die einheimische Mannschaft hatte Platzwahl und wählte die Sonne tm Rücken. Der Anstoß der Teutonen wurde abgefangen und schon lagen die Platzbesitzer im Angriff, aber die Hintermannschaft der Gäste klärte sicher. Wetzlar hatte vorerst eine kleine Feldüberlegenheit und in der 9. Minute konnten sie dann auch unverhofft zu ihrem ersten und einzigen Treffer einsenden. Der Ball, von Mittelstürmer Wohlgemut getreten, war nicht unhaltbar Wetzlar, das sich für einen eindrucksvolleren Sieg einsetzte, mußte aber nun im weiteren Verlauf des harten Kampfes einsehen, daß es einem gleichwertigen Gegner gegenüberstand. Auch die Teutonen hatten wiederholt Gelegenheit zum Ausgleich zu kommen und das Ergebnis hätte auch umgekehrt lauten können. Hatten die Platzbesitzer in der ersten Hälfte ein kleines Plus, so sah es nach Seitenwechsel für die Gäste verheißungsvoller aus. Der Platz war mittlerweile in einen trostlosen Zustand gekommen und an die Spieler wurden die höchsten Anforderungen gestellt. Die Teutonen warteten nun in der zweiten Spielhälfte mit gleichartigen Leistungen auf, jeder Spieler gab das Letzte her und zwangen den voraussichtlichen Meister, seinen kurzen Vorsprung zu verteidigen. Watzenborn- Steinberg überzeugte nun mit schönem Kombinationsspiel. Es war hier und da Gelegenheit gegeben, zum Ausgleich zu kommen. Der Sieg von 1:0 wurde von Wetzlar hart erkämpft und war bis zum Schlußpfiff stets umstritten. In hartem, aber fairem Kampf blieb der voraussichtliche Meister mit dem
als Erfolg zu buchen Ist. Sie haben nun anschließend an den Sieg in Bissenberg, diesmal in Wetzlar den Beweis erbracht, daß sie jedem Gegner der Bezirksklasse gleichzustellen sind, aber in vielen Spielen dieser Serie von einem großen Pech verfolgt waren.
Zußballabteilunq des Turnvereins Wieseck.
wieseck I — firofborf I 8:0 (3:0).
Nachdruck oerbotenl
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von
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Was soll ich denn mit einem Auto?
ROMAN VON KÄTHE METZNER.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.).
Apparat.
,^)ier bei von Gersheim."
„Hier ist Ria Velten. Ich mochte, bitte,
Baron selbst sprechen." _ ,
„Bedaure sehr, gnädiges Fräulein. „ Der Herr
Baron ist augenblicklich nicht zu Hause.
„Wieder nicht zu Hause? Ja, wer soll btmn bas glauben? Schon zum dritten Male rufe ich heute an — gestern zweimal — immer dieselbe Antwort. Na, gut!" kam es entrüstet von der anderen Sette.
Der alte Friedrich hörte noch, wie drüben anscheinend der Hörer wütend auf die Gabel gewvrs wurde. Dann legte er selbst den Hörer mit der ihm eigenen Behutsamkeit auf und schüttelte den grau
„Hm, diese Damen! Sie sind alle so nervös heute. Und dabei ist es doch keine Lüge von mir. D Herr Baron ist doch wirklich heute morgen weg und bis jetzt nicht nach Hause gekommen
Mit langsamen Schritten entfernte sich ber Alte Eine knappe halbe Stunde später schrillte die Türklingel durch das Haus. Friedrich war gerade
Sie schloß die Augen. Heute abend wollte sie zeitig schlafen gehen. Mit dem Auto, das würde schon werden. Darüber wollte sie sich jetzt keine Gedanken machen. Es würde sich schon ein Käufer finden.
„Bist du müde, Gerlinde?" fragte die Mutter herzlich.
„Ja, Muttchen. Ich mochte bald zu Bett, weil es gestern abend schon jo spät war."
„Spät?" Gisela horchte auf unb verfärbte sich ein wenig. „Wann seid ihr denn zu Bett gegangen?'
„Um elf Uhr", sagte Gerlinde.
Na eben!" In Giselas Gesicht kam wieder Farbe. „3d) kam halb zwölf; da schlieft ihr schon fest. Habt mich gar nicht kommen hören"
Nein!" lachte Gerlinde. „Wenn ich schlafe, kann man mich weatragen, und Muttchen war wahrscheinlich auch sehr müde."
Frau Steinbrück aber hatte das Gefühl, als schnüre ihr jemand die Brust zusammen. Sie wußte genau Gisela war um ein Uhr nach Hause ge
kommen. , <)
Wo war sie gewesen? Warum belog sie Gisela? FünftesKapitel.
Stürmisch klingelte in der Wohnung Günter
Gersheims das Telephon
Der alte Diener des Barons stürzte an
dabei, mit recht viel Behaglichkeit auf feiner Stube das Mittagessen zu verzehren, da schreckte er auf.
Einen Blick durch das Fenster, und er sah draußen vor der Vorgartentür eine elegante Dame stehen, die anscheinend eben dem rassigen Sport- zweisitzer entstiegen war, der vor der Gersheimschen Villa hielt.
„Ich fresse einen Besen, wenn das nicht „Sie ist _ ja, ganz gewiß fresse ich da einen Besen", brummte der Alte vor sich hin und erhob sich.
Aber er war ja noch aus der guten alten Zeit und hatte es darum nicht sonderlich eilig „Geduld, bas ist bie Hauptsache bei allen Dingens", pflegte er oft zu sagen.
Günter von Gersheim kannte seinen Alten unb schätzte biefe Charaktereigenschaft entsprechen!). $atte er sich boch selbst manchmal, wenn er als junger Mann irgenbwie gewaltsam unb übereilt etwas ausführen' wollte, an ber Besonnenheit bes Alten ein Beisviel genommen.
Inzwischen hatte bas Mäbchen geöffnet unb fragte höflich nach ben Wünschen ber Bejucherin
„Der Herr Baron ist also roieber nicht zu Hause?" fragte Ria Velten mit mühsam unterbrücktem Unwillen.
„Nein, leiber nicht, gnäbiges Fräulein!"
„Nun — bas ist mir gleichgültig! Bitte, führen Sie mich ins Haus? Ich habe Zeit! Ich muß ben Baron bringenb sprechen unb warte bann eben hier, bis er kommt!"
Dem iungen Mädchen stieg unwillkürlich eine dunkle Röte ins Gesicht
..Der Herr Baron empfängt aber keine Damenbesuche Niemals." Mehr brachte sie nicht hervor, denn Ria V°lten lachte höhnisch auf und drängte sich an dem Mädchen vorbei durch die Tür.
Mit schnellen, sicheren Schritten durcheilte sie den Vorgarten Innerlich triumphierte sie, Ha — sie wollte es diesen Dienstboten schon zeigen, daß sich die künftige Baronin Gersheim nicht vor der Tür abweisen ließ.
Vergärt folgte das Mädchen der Filmschauspielerin. Gegen diese herrische Art wagte sie nichts zu erwidern
Der alte Friedrich empfing Ria mit gemessener Verbeugung.
„Ich möchte ben Herrn Baron hier erwarten. Wir haben Dringenbes zu besprechen. Ich bin mit Baron Gersheim —" einen Augenblick zögerte Ria, bann aber sagte sie fest: „verlobt".
Oh!
Der Alte zuckte unwillkürlich zusammen. So? Also bie zukünftige Herrin?
Unwillkürlich würben feine Verbeugungen tiefer unb sein Ton unterwürfiger, mähr-mb seine alten ehrlich-n Augen scheu Ria Veltens Gesicht streiften.
In seiner roürbiaen, beinahe gravitätischen Art hals er Ria b"'w Ableaen b-r Garberobe unb öffnete bann bie Tür zum Empfangssalon.
Nicht sehr lange saß Ria gebulbig in bem weichen, tiefen Sessel. Balb erhob sie sich unb schaute sich in bem vornehmen Raum um.
Ein Lächeln ber Genugtuung huschte über ihre Lippen. Alles war hier kostbar, gebiegen unb ausgesucht schön. Nicht anbers hatte sie sich Gersheims Wohnung vorgestellt, unb boch war sie jetzt noch überrascht. Gepflegt unb geschmackvoll wie Gersheims Aeußeres war auch fein Heim.
Rias Blick fiel auf bie Schiebetür, bie ins Nebenzimmer führte. Merkwürdig, wie mit magischer Gewalt schien Ria diese Tür anzuziehen. Vielleicht ... war Gersheim boch im Hause und ließ sich nur vor ihr verleugnen?
Na — und wenn auch nicht! Schließlich war sie doch seine Freundin und konnte sich hier ein bißchen umsehen. Oh, Günter von Gersheim würde zwar Augen machen, wenn sie ihn in seinem eigenen Heim empfing; doch er hatte sich seit Tagen schon nicht mehr sehen lassen. Sie hielt die Ungewißheit einfach nicht mehr aus. Sie hatte sich vielleicht boch zu wenig beherrscht an jenem Tage im Mobedaus Merkur, gestanb sie sich jetzt ein. Ober.. sollte etwa bieser junge, blonbe Mannequin bahinter- stecken? War Gersheim ernstlich verliebt unb schob sie selber einfach ab?
Ria Velten glühte innerlich. Wie es auch sein mochte — sie war bie letzte, bie so mir nichts bir nichts bas Felb räumen würbe.
Sie schob bie Glastür auseinanber, unb — ihren Sippen entschlüpfte ein gebämpftes:
„Ah!"
Günter von Gersheims Arbeitszimmer.
Wie im Empfanqsfalon bebeefte ben Boben ein bicker, riesenhafter Perser, ber jeden Schritt dämpfte.
Ein mächtiger Diplomatenschreibtisch stand quer zu dem Fenster, auf dessen Brett Alpenveilchen in allen Schattierungen prangten. An den Wänden entlang zogen sich Bücherregale, in denen, genau nach ber Art georbnet, bie Bücher wie Hcllbaten ftanben. Eine ganz entzückende Couch, ein flacher Tisch und vier Klubsessel vervollständigten die schlichte und doch irgendwie behagliche Einrichtung dieses Raumes.
Ria konnte sich nicht enthalten, an den Schreibtisch heranzutreten. Wenige Photographien standen da.
Ria Velten fühlte sich beunruhigt. Dutzende von Photographien hatte sie schon Gersheim geschenkt. Ob die ihre auch einen Ehrenplatz auf feinem Schreibtisch gesunden hatte?
Ihre Augen suchten, suchten...
Nein!
Nur vier Bilder standen da. Das eine zeigte ein altes, aber vornehmes Männergesicht, das andere das Gesicht einer alten würdigen Dame.
„Seine Eltern!" lächelte Ria beruhigt; dann glitt ihr Blick weiter.
Die dritte Photographie zeigte eine ganz jungä Frau mit einem Kindchen auf dem Arm. Ria fühlte, wie ihr Herz zu hämmern begann; aber doch griffen ihre zitternden Hände schon nach dem nächsten.
Eine Amateuraufnahme! Aber gut gelungen. Eine weite, blühende Wiese, und auf der Wiese dasselbe Kind anscheinend — nur älter. Vielleicht zwei Jahre.
„Unser Liebling Ursula!" hatte eine Frauenhand in zarten Zügen darunter geschrieben.
Ria Velten überwand ihre Erregung. Eine böse Freude erfüllte sie plötzlich.
War Gersheim vielleicht — verheiratet? Hatte er daheim vielleicht Frau und Kind, während er hier in Berlin den Junggesellen spielte?
Das war wohl sein Geheimnis!
Wieder griff sie nach dem Bild, das die junge Frau mit dem Kindchen darstellte. Ein feines, beinah madonnenhaftes Gesichtchen. Die Augen zeigten ein glückliches Leuchten — nur um ben Munb zog sich ein leiser Leibenszug...
Ria brehte bas Bilb um — setzte ihr Herzschlag aus?
Dieselbe zarte Frauenschrift hatte bie Worte darauf geschrieben:
„Wohin sind die Tage des Glücks? Aber — wir wollen dankbar sein und tapfer um unseres Kindes willen! Deine Frau!"
Ria Velten schreckte zusammen. Draußen hatte sie plötzlich Stimmen gehört.
Kam Gersheim zurück?
Mit nervöser Hast stellte sie die Photographien alle an ihren Platz zurück. Wenige Schritte und sie stand wieder drüben im Empfangsfalon. Auf- atmenb zog sie die Schiebetür hinter sich zu.
In diesem Augenblick klopfte auch schon der Diener diskret und trat gleich darauf ein.
„Der gnädige Herr ist soeben zurückgekommen unb lassen bas gnäbige Fräulein bitten, sich noch wenige Minuten zu gebulben."
Ria hatte längst ihre Fassung zurückgewonnen. Jetzt sich nichts merken lassen! Gar nichts! Aber ba lag ja keine Gefahr bei ihr. Zu sehr war sie Schausvielerin.
Ein Griff in ihr Chamäleon-Hanbtäschchen, unb mit geübter Hanb vertiefte sie bas künstliche Rot ihrer Lippen noch um einige Nuancen. Ebenso rasch glitt bie Puberquaste über Nase unb Wangen.
Die schöne, interessante Frau fühlte sich in bester Stimmung. Sie hatte ja ihre Trümpfe. Mochte sich bie Sache entfalten.
Unb wirklich vergingen nur wenige Minuten, bann trat Gersheim ein
„Ah? Ria! Guten Taq, Ria! Was verschafft mir bie Freube beines Besuches?"
Ria Velten lächelte ihr scharmant"s unb — wie sie so oft gehört hatte — unwiberstehliches Lächeln, obgleich ihr aeübtes Ohr sofort aus feinen Worten bie fühle Reserve heraushörte.
(Fortsetzung folgt!)


